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Ratgeber

Campinglampe mit Solar: wie lange das Laden wirklich dauert

Solar-Campinglampen nachgerechnet: Panel-Watt mal DWD-Einstrahlung je Monat. Im Juli gut ein Tag bis voll, im Dezember elf bis zwölf. Mit Rechner und Kurbel.

Elf bis zwölf Tage. So lange braucht eine kleine Solarlaterne mit 0,45 Watt Panel und 2,8 Wattstunden Akku im Dezember rechnerisch, bis sie von leer auf voll steht. Die Zahl ist keine Messung, sondern eine Rechnung aus drei belegten Werten: der Panelleistung laut Herstellerdaten der BioLite SunLight, ihrem Akkuinhalt und der mittleren Dezember-Einstrahlung in Deutschland, die der Deutsche Wetterdienst für 1991 bis 2020 mit 17 Kilowattstunden je Quadratmeter angibt. Im Juli, mit 164 Kilowattstunden, ist dieselbe Lampe nach gut einem Tag voll. Zwischen diesen beiden Monaten liegt der Faktor zehn, und genau dieser Faktor fehlt in jeder Ladezeit, die auf einer Verpackung steht.

Diese Seite rechnet die Solarladung offen vor: woraus sie sich ergibt, was in Deutschland Monat für Monat an Sonnenenergie ankommt, wie sich die Herstellerangaben von fünf Solar- und Kurbellampen dazu verhalten und was die Stiftung Warentest über kleine Solarmodule an Akkus schreibt. Am Ende steht ein Rechner, in den sich jede Lampe eintragen lässt, deren Panelleistung bekannt ist. Bei mehreren Modellen ist sie es nicht, und auch das gehört zum Befund. Einen eigenen Test gab es nicht; alle Zahlen stammen aus Wetterdienstdaten, Herstellerseiten und unabhängigen Tests, eigene Rechnungen sind als solche benannt.

Wer zuerst einen Überblick über alle Bauarten sucht, von der Akku-Laterne bis zur Gaslampe, findet ihn im Überblick zu Campinglampen und ihren Bauarten. Hier geht es nur um eine Frage: Wie viel Licht lässt sich aus der Sonne holen, wenn keine Steckdose in der Nähe ist?

Wattstunden aus Sonnenstunden: der Rechenweg

Ein Solarpanel wird mit einer Leistung in Watt angegeben. Diese Nennleistung gilt für eine genormte Einstrahlung: Das Lehrportal PVEducation beschreibt, dass Photovoltaikmodule auf eine Eingangsleistung von 1 Kilowatt je Quadratmeter bemessen werden. Ein Panel mit 0,45 Watt liefert diese 0,45 Watt also nur, wenn auf seine Fläche Sonnenlicht in dieser Stärke fällt.

Wie viele Stunden am Tag das rechnerisch der Fall ist, ergibt sich aus der Tageseinstrahlung. PVEducation definiert die Peak-Sun-Hours als die Einstrahlung, die ein Ort erhielte, wenn die Sonne mit ihrem Höchstwert schiene. Eine Tagessumme von 5 Kilowattstunden je Quadratmeter entspricht damit fünf Stunden bei 1 Kilowatt je Quadratmeter. In dieser Seite heißen sie Volllaststunden. Die Rechnung lautet dann: Panelleistung in Watt mal Volllaststunden je Tag ergibt den Tagesertrag in Wattstunden. Der Akkuinhalt in Wattstunden geteilt durch den Tagesertrag ergibt die Zahl der Tage bis zur Vollladung.

Drei Größen braucht man dafür, und an jeder hängt eine Bedingung. Die Panelleistung muss der Hersteller nennen. Den Akkuinhalt muss er in Wattstunden nennen oder in Milliamperestunden mit Zellspannung, denn erst Milliamperestunden mal Volt durch tausend ergibt Wattstunden. Die Stiftung Warentest betont in ihrem Powerbank-Test vom 7. Januar 2026, dass die nutzbare Energie in Wattstunden entscheidet und nicht die Angabe in Milliamperestunden. Die dritte Größe, die Einstrahlung, liefert der Deutsche Wetterdienst.

Bei dieser dritten Größe steckt eine Einschränkung, die man kennen muss. Der Wetterdienst schreibt zu seinen Strahlungskarten: „Alle Werte beziehen sich auf die horizontale Fläche.“ Gemeint ist ein waagerecht liegender Empfänger. PVEducation ergänzt, dass für ein geneigtes Modul eine zusätzliche Winkelabhängigkeit eingerechnet werden muss. Ein aufrecht stehendes oder schräg gestelltes Panel erhält also eine andere Menge als die Karte zeigt; wie viel mehr oder weniger, hängt von Neigung, Ausrichtung und Sonnenstand ab, und eine Zahl dafür liefert keine der hier ausgewerteten Quellen. Die Rechnungen auf dieser Seite gehen deshalb vom flach liegenden Panel aus, so wie es auch eine Laterne mit Panel im Deckel auf dem Campingtisch hat.

Was in Deutschland Monat für Monat an Sonnenenergie ankommt

Aus Bodenmessungen seines Strahlungsmessnetzes und einem Satellitenprodukt berechnet der Wetterdienst die Globalstrahlung. Für Monatssummen und Jahressummen veröffentlicht er 30-jährige Mittel für die Zeiträume 1981 bis 2010 und 1991 bis 2020. Die Monatszahlen selbst stehen auf den abgerufenen DWD-Seiten nur als Karte und als Diagramm. Als Text nennt sie das Fachportal Solarserver, das regelmäßig die monatliche DWD-Auswertung bespricht und dabei das langjährige Mittel angibt. Aus diesen Monatsberichten ergibt sich die folgende Tabelle.

MonatMittlere Monatssumme (kWh/m²)Volllaststunden je Tag (eigene Rechnung)Bezugszeitraum laut Bericht
Januar230,74„langjähriges Mittel“ (Bericht 02/2023) bzw. 1981 bis 2020 (Bericht 02/2026)
Februar401,431991 bis 2020
März802,581991 bis 2020
April1234,101991 bis 2020 (1981 bis 2010: 117)
Mai1575,061991 bis 2020
Juni1655,501991 bis 2020
Juli1645,291991 bis 2020
August1414,551991 bis 2020
September953,171991 bis 2020
Oktober561,811991 bis 2020
Novemberrund 260,871991 bis 2020
Dezember170,551991 bis 2020

Zur Kontrolle lassen sich die zwölf Monate addieren. Sie ergeben 1.087 Kilowattstunden je Quadratmeter. Der Wetterdienst nennt im „Thema des Tages“ vom 16. Oktober 2023 als mittlere Jahressumme für 1991 bis 2020 genau 1.086 Kilowattstunden. Die Abweichung von einer Kilowattstunde stammt aus den gerundeten Monatswerten; die Tabelle passt also zur Jahresangabe des Wetterdienstes. Derselbe Text beschreibt den Jahresgang in Worten: Im Dezember liegt die mittlere Monatssumme unter 20, im Juni und Juli über 160 Kilowattstunden je Quadratmeter.

Bei den Volllaststunden je Tag handelt es sich um eine eigene Rechnung: Monatssumme geteilt durch die Zahl der Tage im Monat. Sie sind der Wert, mit dem man die Panelleistung multipliziert. Im Juni sind es 5,5 Stunden, im Dezember 0,55. Ein Panel arbeitet im Winter also rechnerisch nur ein Zehntel so lange mit voller Leistung wie im Hochsommer. Zwischen März und September liegt der Wert über 2,5 Stunden, in den vier Monaten von November bis Februar unter 1,5 Stunden.

Zwei Grenzen hat die Tabelle. Sie zeigt Mittel über Deutschland, und die Unterschiede innerhalb des Landes sind groß (dazu der nächste Abschnitt). Außerdem zeigt sie Mittel über 30 Jahre, während das einzelne Jahr abweicht. Der Wetterdienst nennt in seinem Bericht „Das Strahlungsjahr 2023“ für 2022 eine Jahressumme von 1.227 Kilowattstunden, den Höchstwert seit Beginn der zuverlässigen Daten 1983, und für 1987 als strahlungsärmstes Jahr nur 950. Einzelmonate schwanken ebenso: Der Juni 2025 erreichte laut Solarserver 187 Kilowattstunden statt der mittleren 165, der Dezember 2025 21 statt 17, der Februar 2024 nur 36 statt 40.

Nord und Süd: dieselbe Lampe, doppelte Ladezeit

Die Einstrahlung nimmt in Deutschland von Nordwesten nach Süden zu. So beschreibt es der Wetterdienst in seinem Bericht „Das Strahlungsjahr 2023“: Die niedrigsten Jahressummen lagen 2023 im Sauerland und an der Wesermündung bei 1.021 bis 1.040 Kilowattstunden je Quadratmeter, die höchsten an der Grenze zu Frankreich bei bis zu 1.288. Im „Thema des Tages“ heißt es, der Norden komme auf knapp über 1.000 Kilowattstunden im Jahr, der Süden auf fast 200 mehr.

Im Winter wird dieser Unterschied relativ gesehen noch größer. Für den Dezember 2025 meldet Solarserver nach DWD-Daten ein Minimum von 12 Kilowattstunden je Quadratmeter in Schleswig-Holstein sowie an den Küsten und auf den Inseln von Nord- und Ostsee und ein Maximum von 46 im Alpenvorland und östlich von Freiburg; das 30-jährige Mittel dieser Spitzenregion beträgt 38. Für den Dezember 2020 nannte Solarserver im Norden rund 7, in den Alpen über 30 Kilowattstunden. Im Juli 2024 reichte die Spanne von 150 bis 189 Kilowattstunden, der Sommer ist also deutlich gleichmäßiger.

Was das für eine Lampe heißt, zeigt eine eigene Rechnung mit der BioLite SunLight (0,45 Watt, 2,8 Wattstunden) und den Dezemberwerten 2025. An der Küste mit 12 Kilowattstunden ergeben sich rund 0,39 Volllaststunden am Tag, also etwa 0,17 Wattstunden Ertrag und rund 16 Tage bis voll. Im Alpenvorland mit 46 Kilowattstunden sind es rund 1,48 Stunden, 0,67 Wattstunden und gut 4 Tage. Dieselbe Lampe lädt im selben Monat im Süden also etwa viermal so schnell wie an der Küste. Im Juli 2024 lagen Minimum und Maximum mit 150 und 189 Kilowattstunden nur rund ein Viertel auseinander.

Für die Planung ist das wichtiger als jede Herstellerangabe. Wer an der Nordsee im Spätherbst zeltet, darf sich auf das Panel kaum verlassen. Wer im Sommer in Süddeutschland unterwegs ist, hat die größte Chance, dass eine Solarlaterne sich selbst versorgt. Der Rechner weiter unten arbeitet mit dem Deutschlandmittel; für Küstenregionen im Winter liegt das Ergebnis eher zu günstig, für den Süden eher zu ungünstig.

Rechner: Solarladung nach Monat

Der Rechner setzt die Monatstabelle ein. Einzutragen sind die Panelleistung in Watt und der Akkuinhalt in Wattstunden, beide laut Hersteller; dazu der Monat. Heraus kommt die Zahl der Tage, die das Panel rechnerisch mindestens braucht, um einen leeren Akku zu füllen. Voreingestellt sind Dezember und die Werte der BioLite SunLight. Mit diesen Startwerten zeigt er gut 11 Tage; mit dem trüben Dezember 2020, für den Solarserver nur 16 Kilowattstunden meldete, wären es rund 12.

Solarladung nach Monat

Der Rechner setzt das deutschlandweite Monatsmittel der Einstrahlung ein, nicht das Wetter einer bestimmten Woche.

Die Nennleistung laut Hersteller. Fehlt sie, lässt sich die Lampe nicht rechnen; das ist bei mehreren Modellen der Fall.

Wattstunden laut Hersteller. Steht nur mAh da, braucht es die Zellspannung: mAh mal Volt durch 1.000.

Ergebnis

11,3Tage bis voll (rechnerische Untergrenze)

Dezember: 17 kWh/m² im Monat, also rund 0,55 Volllaststunden je Tag und höchstens 0,25 Wh Ertrag je Tag. Gerechnet ist ein waagerechtes Panel im Deutschlandmittel ohne Lade-, Winkel- und Wärmeverluste und ohne Stromverbrauch der Lampe in derselben Zeit. Echte Ladezeiten liegen darüber; um wie viel, beziffert keine der ausgewerteten Quellen.

Grundlage: Eigene Rechnung: Panelleistung mal Volllaststunden je Tag (PVEducation: Module sind auf 1 kW/m² bemessen, die Tageseinstrahlung in kWh/m² entspricht den Peak-Sun-Hours). Monatssummen der Globalstrahlung in Deutschland, horizontale Fläche, DWD-Mittel 1991–2020 nach Solarserver (Februar bis Dezember), Januar 23 kWh/m² als langjähriges Mittel ohne bzw. mit abweichendem Bezugszeitraum. Abgerufen am 01.11.2026.

Das Ergebnis ist eine Untergrenze und keine Prognose. Es gilt für ein waagerechtes Panel, das den ganzen Tag unbeschattet liegt, für ein Ladesystem ohne Verluste und für eine Lampe, die in dieser Zeit nicht leuchtet. Jede dieser Annahmen ist im Alltag verletzt. Für keine der Verlustquellen nennt eine der ausgewerteten Quellen einen Prozentsatz, der sich ehrlich einsetzen ließe; ein geschätzter Abschlag würde dem Ergebnis eine Genauigkeit geben, die es nicht hat. Deshalb fehlt ein solches Feld bewusst.

Ein Beispiel mit anderen Werten: Ein Panel mit 1 Watt und ein Akku mit 10 Wattstunden ergeben im Juni rechnerisch knapp 2 Tage, im Oktober gut 5 und im Dezember gut 18. Wer den Rechner mit der Lampe füttert, die er bereits besitzt oder ins Auge fasst, sieht sofort, ob das Panel für seine Reisezeit ein Hauptlader oder nur eine Reserve ist.

Fünf Herstellerangaben gegen die Rechnung

Für diesen Cluster wurden die Herstellerdaten von 32 Campingleuchten ausgewertet. Sechs davon nennen ein eingebautes Solarpanel: die beiden aufblasbaren BioLite-Laternen Luci Charge 360 und Luci Original Clear, die Goal Zero Crush Light und Crush Light Chroma, die LuminAID PackLite Max 2-in-1 und die Brennenstuhl GL 400 AS. Als siebtes Modell kommt die BioLite SunLight hinzu, deren Daten ein Händler wiedergibt. Die Crush Light Chroma ist bei den Energiedaten baugleich mit der Crush Light und wird unten mit ihr zusammen behandelt. Eine Ladezeit allein sagt nichts. Rechnen lässt sie sich nur, wenn Panel und Akku angegeben sind.

ModellAkku laut HerstellerPanel laut HerstellerSolar-Ladezeit laut HerstellerAbgleich (eigene Rechnung)
BioLite SunLight 1002,8 Wh (750 mAh)0,45 W7 h0,45 W × 7 h = 3,15 Wh, also 0,35 Wh oder rund 12 % mehr als der Akkuinhalt
BioLite Luci Original Clear3,7 Wh (1.000 mAh)keine Leistungsangabe7 hsetzt mindestens rund 0,53 W bei voller Einstrahlung voraus
BioLite Luci Charge 36014,8 Wh (4.000 mAh)keine Leistungsangabe28 hsetzt ebenfalls mindestens rund 0,53 W voraus
Goal Zero Crush Light1,85 Wh (500 mAh)rund 0,12 Wkeine Angabemindestens rund 15,4 Volllaststunden
LuminAID PackLite Max 2-in-12.000 mAh, keine Spannungkeine Leistungsangabe16 bis 20 hnicht rechenbar

Panel, Akku und Solar-Ladezeit zugleich liegen nur bei der SunLight vor; Panel und Akku allein nennen außerdem die beiden Crush-Light-Modelle. Die SunLight-Daten stammen allerdings aus der Wiedergabe eines Händlers, weil die BioLite-Seite beim Abruf nicht antwortete. Die Rechnung geht knapp auf: 0,45 Watt über 7 Stunden ergeben 3,15 Wattstunden für einen Akku mit 2,8. Das funktioniert nur, wenn das Panel sieben Stunden lang seine volle Nennleistung liefert und beim Laden fast nichts verloren geht. Sieben Volllaststunden gibt es in Deutschland in keinem Monatsmittel; der Juni als stärkster Monat kommt auf 5,5. Die Angabe „7 Stunden“ beschreibt also Sonnenstunden unter Idealbedingungen, nicht die Zahl der Stunden, die man in Deutschland zwischen Morgen und Abend draußen liegen lassen muss.

Bei den beiden Luci-Laternen nennt BioLite keine Panelleistung, wohl aber Akku und Solar-Ladezeit. Rechnet man zurück, ergibt sich für beide dieselbe Zahl: 3,7 Wattstunden in 7 Stunden und 14,8 Wattstunden in 28 Stunden setzen jeweils rund 0,53 Watt voraus, wenn die Stunden als volle Sonne gemeint sind. Das ist plausibel für Panels dieser Größe, aber eine Rückrechnung und keine Herstellerangabe. Unter dieser Annahme braucht die große Luci Charge 360 im Juli rechnerisch gut 5 Tage, im Dezember rund 51 Tage für eine Vollladung. Die kleine Luci Original Clear käme im Juli auf gut einen Tag, im Dezember auf knapp 13 Tage. Über USB-C lädt BioLite die Charge 360 laut Datenblatt in 5 bis 6 Stunden und die Original Clear in 3 Stunden.

Die Goal Zero Crush Light nennt ein Panel von rund 0,12 Watt und einen Akku mit 1,85 Wattstunden, aber keine Solar-Ladezeit. Die eigene Rechnung ergibt mindestens rund 15,4 Volllaststunden. Im Juni sind das knapp 3 Tage, im Dezember rund 28 Tage. Über USB lädt die Lampe mit 5 Volt und 0,5 Ampere, also mit 2,5 Watt, rund zwanzigmal so viel Leistung wie das Panel bei voller Sonne liefert.

Bei der LuminAID PackLite Max 2-in-1 lässt sich nichts nachrechnen. Der Hersteller nennt 2.000 Milliamperestunden ohne Zellspannung und keine Panelleistung, aber eine Solar-Ladezeit von 16 bis 20 Stunden. Dieselbe Herstellerseite widerspricht sich zudem bei der Helligkeit (150 Lumen in der Spezifikation, 200 im Text) und beim Gewicht (8,5 und 12,5 Unzen). Die Brennenstuhl GL 400 AS schließlich führt laut Herstellerkatalog ein Solarpanel, ohne dass Katalog oder Bedienungsanleitung dessen Leistung oder eine Solar-Ladezeit nennen. Für beide Lampen ist die Solarfunktion damit eine Zusage ohne nachprüfbare Größe.

Dass Akkuangaben selbst nicht immer stimmen, hat die Stiftung Warentest bei Powerbanks gezeigt. In einem Test von 19 Powerbanks im Januar 2022 lieferte ein Gerät mit angegebenen 20.100 Milliamperestunden umgerechnet nur 14.760. Für Campinglampen liegt keine solche Messung vor. Die Rechnungen auf dieser Seite setzen deshalb die Herstellerangabe zum Akku ein und können nicht prüfen, ob sie stimmt; ist der Akku kleiner als angegeben, wird er schneller voll und schneller leer.

Unter den sieben Herstellerangaben nennt keine die Bedingungen, unter denen ihre Solar-Ladezeit gilt: weder die Einstrahlung noch den Winkel noch die Temperatur. Einen solchen Hinweis liefert der Markt nicht. Wer Solar-Ladezeiten vergleichen will, kann deshalb nur das tun, was die Tabelle tut: aus Panel und Akku selbst rechnen und die Ladezeit auf der Verpackung als Bestwert unter Idealbedingungen lesen.

Was eine Tagesladung im Dezember an Licht bringt

Tage bis zur Vollladung sind nur die halbe Rechnung. Im Alltag zählt, wie viele Stunden Licht ein Sonnentag hergibt. Auch das lässt sich aus Herstellerangaben rechnen, wenn Akkuinhalt und Laufzeit je Stufe bekannt sind. Teilt man den Akkuinhalt durch die Laufzeit, ergibt sich die mittlere Leistungsaufnahme der Stufe.

Die BioLite SunLight hält laut Hersteller 3 Stunden auf hoher und 50 Stunden auf niedriger Stufe. Bei 2,8 Wattstunden sind das rechnerisch rund 0,93 Watt auf hoher und 0,056 Watt auf niedriger Stufe. Ein durchschnittlicher Dezembertag mit rund 0,25 Wattstunden Ertrag bringt damit etwa viereinhalb Stunden Licht auf niedriger Stufe oder eine Viertelstunde auf hoher. Ein Julitag mit rund 2,4 Wattstunden reicht für rund 2,5 Stunden hoch oder über 40 Stunden niedrig.

Bei der Goal Zero Crush Light mit 3 Stunden hoch, 6 Stunden mittel und 35 Stunden niedrig ergeben sich rund 0,62, 0,31 und 0,053 Watt. Ein Dezembertag mit rund 0,07 Wattstunden reicht für gut eine Stunde auf niedriger Stufe. Ein Junitag mit rund 0,66 Wattstunden für eine Stunde hoch oder gut 12 Stunden niedrig. Wie lange eine Lampe tatsächlich leuchtet, misst kaum ein Test; OutdoorGearLab hat die Laufzeit auf höchster Stufe gemessen und kam bei der Crush Light auf 3,5 Stunden, bei der Crush Light Chroma auf 7,1 Stunden. Warum Herstellerlaufzeiten und Messungen auseinanderliegen und was die Laufzeitnorm ANSI FL1 dazu festlegt, steht im Ratgeber Lumen, Lux und Laufzeit bei Campinglampen.

Daraus folgt eine Faustregel, die sich aus den Zahlen und nicht aus einer Schätzung ergibt: Im Sommer deckt eine kleine Solarlaterne den Abend auf niedriger oder mittlerer Stufe aus der Sonne des Tages. Im Winter deckt die Sonne eines Tages bei den gerechneten Lampen höchstens wenige Stunden auf kleinster Stufe. Wer im Winter mehr Licht braucht, entnimmt dem Akku mehr, als die Sonne nachliefert, und der Akku wird über die Tage leerer statt voller.

Zwei Lampen durch zwölf Monate

Die beiden Lampen, für die Panel, Akku und Laufzeiten vollständig vorliegen, lassen sich durch das ganze Jahr rechnen. Die Tabelle zeigt für die BioLite SunLight (0,45 Watt, 2,8 Wattstunden) den Tagesertrag im Monatsmittel, die Tage bis zur Vollladung und die Stunden Licht auf niedriger Stufe, die ein Tag Sonne nachliefert. Für die Goal Zero Crush Light (0,12 Watt, 1,85 Wattstunden) stehen die Tage bis zur Vollladung daneben. Alle Werte sind eigene Rechnungen aus den Herstellerangaben und den DWD-Monatsmitteln, ohne Verluste.

MonatSunLight: Ertrag je Tag (Wh)SunLight: Tage bis vollSunLight: Stunden niedrig aus einem TagCrush Light: Tage bis voll
Januar0,338,46,020,8
Februar0,644,411,510,8
März1,162,420,76,0
April1,841,532,93,8
Mai2,281,240,73,0
Juni2,481,144,22,8
Juli2,381,242,52,9
August2,051,436,53,4
September1,432,025,44,9
Oktober0,813,414,58,5
November0,397,27,017,8
Dezember0,2511,34,428,1

Auffällig ist die Form der Kurve. Von April bis August ändert sich wenig: Die SunLight ist in 1,1 bis 1,5 Tagen voll, die Crush Light in knapp 3 bis knapp 4 Tagen. Im Herbst fällt der Ertrag dagegen schnell. Zwischen September und November sinkt er bei beiden Lampen auf gut ein Viertel, und die Ladezeit wächst entsprechend. Wer im September eine Solarlampe ausprobiert und zufrieden ist, kann daraus nicht auf den November schließen.

Eine zweite Rechnung zeigt, wie es um eine Lampe steht, die jeden Abend dieselbe Last trägt. Angenommen, die SunLight leuchtet an jedem Abend zwei Stunden auf hoher Stufe; das kostet rechnerisch rund 1,87 Wattstunden. Von Mai bis August liefert das Panel im Mittel mehr, als der Abend verbraucht, und der Akku bleibt voll. Im April gleichen sich Ertrag und Verbrauch fast genau aus. Von September bis März reicht der Ertrag nicht: Ein voller Akku ist dann je nach Monat nach 1,7 Tagen (Dezember) bis 6,3 Tagen (September) leer. Wer dieselben zwei Stunden auf niedriger Stufe brennen lässt, verbraucht rund 0,11 Wattstunden und kommt in jedem Monatsmittel aus dem Panel aus.

Wolken, Winkel und Wärme: was keine Ladezeit enthält

Die Monatsmittel enthalten bereits das Wetter: Bewölkte Tage sind darin ebenso eingerechnet wie sonnige. Wer in einer trüben Woche zeltet, liegt unter dem Mittel, wer in einer klaren darüber. Wie stark sich das Licht bei Bewölkung zusammensetzt, beschreibt der Wetterdienst im „Thema des Tages“: Bei einer Sonnenhöhe über 50 Grad und wolkenlosem Himmel macht die direkte Strahlung etwa 75 Prozent der Globalstrahlung aus, bei etwa 10 Grad Sonnenhöhe nur 33 Prozent. Im Winter, wenn die Sonne niedrig steht, kommt also der größere Teil der ohnehin geringen Einstrahlung als Streulicht aus dem ganzen Himmel.

Der Winkel wirkt in beide Richtungen. Weil die DWD-Werte für die waagerechte Fläche gelten, erhält ein Panel, das bei niedriger Wintersonne zur Sonne geneigt ist, mehr direkte Strahlung als ein flach liegendes. Ein Panel, das im Schatten eines Zeltes, eines Baumes oder eines Wohnmobils liegt, erhält dagegen nur noch Streulicht. Wie groß diese Unterschiede in Prozent sind, beziffert keine der ausgewerteten Quellen für Campingpanels. PVEducation verweist für geneigte Module nur darauf, dass eine Winkelabhängigkeit einzurechnen ist.

Wärme ist der dritte Faktor, und hier gibt es klare Herstellergrenzen. Goal Zero nennt für die Lighthouse 600 einen Betriebstemperaturbereich von 0 bis 40 Grad. Die Stiftung Warentest schreibt zu Powerbanks mit Solarmodul, man solle eine Powerbank nicht in die pralle Sonne legen. Bei einer Laterne mit eingebautem Panel liegt der Akku zwangsläufig dort, wo die Sonne hinfällt. Welche Temperaturgrenzen beim Laden für Lithium-Akkus gelten und was Kälte mit der Kapazität macht, gehört zur Akkutechnik und steht im Ratgeber Akku, Batterie und Lagerung von Campinglampen.

Ungeklärt bleibt eine Frage, die in den Suchanfragen auftaucht: ob eine Solarlampe auch hinter einer Fensterscheibe, im Auto oder unter dem Zeltstoff lädt. Für keine dieser Lagen fand sich eine Messung an einer Campingleuchte oder eine Herstellerangabe zur Ladeleistung. Sicher ist nur, was die Rechnung hergibt: Jede Schicht zwischen Sonne und Panel kann den Ertrag nur verringern, nicht erhöhen. Um wie viel, bleibt offen.

Was die Stiftung Warentest über kleine Solarmodule schreibt

Einen Test der Stiftung Warentest zu Campinglampen fand sich bis zum 1. November 2026 nicht. Zu Solarmodulen an Akkus hat sich die Redaktion aber geäußert, und zwar am 9. Februar 2026 in einer Antwort auf eine Leserfrage unter ihrem Powerbank-Test. Dort heißt es: „Die Solarmodule der Powerbanks haben nur eine sehr kleine Oberfläche und können nicht sinnvoll zum Laden verwendet werden.“ Sie könnten allenfalls die Selbstentladung etwas verringern.

Statt eingebauter Module empfiehlt die Redaktion faltbare Camping-Solarmodule mit USB-Anschlüssen. Mit einem ausreichend langen Kabel könne die Powerbank im Schatten liegen, während das Modul die Sonne einfängt. Die Aussage bezieht sich auf Powerbanks, nicht auf Laternen. Übertragbar ist sie, weil die Bauart dieselbe ist: ein Akku mit einem kleinen Panel auf dem Gehäuse. Die Zahlen oben stützen die Einschätzung. Ein Panel von 0,12 Watt braucht im Juni knapp drei Tage für 1,85 Wattstunden; eine Powerbank hat ein Vielfaches davon.

Für die Laterne heißt das: Das eingebaute Panel ist sinnvoll, wenn der Akku klein ist und die Lampe sparsam leuchtet. Je größer der Akku, desto weniger trägt das Panel. Die Luci Charge 360 mit 14,8 Wattstunden zeigt das an der eigenen Angabe: 28 Stunden Solarladung stehen 5 bis 6 Stunden über USB-C gegenüber. Bei einer Laterne mit Powerbank-Funktion, die nebenbei ein Telefon laden soll, ist ein eingebautes Panel deshalb eher eine Notreserve. Wie viel eine solche Laterne als Ladegerät überhaupt hergibt, rechnet der Vergleich Campinglampen mit Powerbank-Funktion mit Wattstunden statt Milliamperestunden vor.

Der Weg über ein separates Modul ist bei Goal Zero vorgesehen. Die Lighthouse 600 lässt sich laut Hersteller mit dem Solarpanel Nomad 10 „in as little as 6 hours of sunlight“ voll laden, bei einem Akku von 18,98 Wattstunden. Die Leistung des Nomad 10 nennt die Laternenseite nicht. Die Angabe zeigt aber die Größenordnung: Wer eine große Laterne mit Sonne laden will, braucht ein Panel, das um ein Vielfaches größer ist als das, was auf einen Laternendeckel passt.

Kurbel und Dynamo: Muskelkraft in Wattstunden

Unter den 421 themenrelevanten Suchvorschlägen zu Campinglampen, die für diesen Cluster ausgewertet wurden, gehören 45 zur Gruppe Solar, Kurbel und Dynamo, darunter „campinglampe kurbel“, „campinglampe solar kurbel“ und „campinglaterne mit kurbel“. Die Frage dahinter lautet, wie lange man kurbeln muss.

Eine Herstellerangabe dazu gibt es bei der Goal Zero Lighthouse 600. Die Handkurbel liefert laut Datenblatt 1 Watt bei 120 Umdrehungen pro Minute; eine Minute Kurbeln ergibt 10 Minuten Licht auf niedriger Stufe. Die Drehrichtung ist laut Hersteller egal. Das lässt sich nachrechnen. Eine Minute mit 1 Watt sind rund 0,017 Wattstunden. Die Laterne hält laut Hersteller mit einer Seite auf niedriger Stufe 320 Stunden, mit beiden Seiten 180 Stunden; bei 18,98 Wattstunden entspricht das rund 0,06 beziehungsweise 0,11 Watt. Zehn Minuten Licht verbrauchen damit rund 0,010 beziehungsweise 0,018 Wattstunden. Für eine leuchtende Seite geht die Angabe „1 Minute = 10 Minuten“ mit Reserve auf; für beide Seiten bräuchte sie etwas mehr, als die Kurbel in einer Minute liefert. Welche der beiden niedrigen Stufen gemeint ist, sagt die Seite nicht. Das Outdoor-Portal GearJunkie berichtet, die Zehn-zu-eins-Angabe im Feld nachgeprüft und als weitgehend zutreffend befunden zu haben; Messwerte oder ein Protokoll nennt der Bericht nicht.

Für eine Vollladung reicht die Kurbel nicht. 18,98 Wattstunden bei 1 Watt sind rechnerisch rund 1.140 Minuten, also etwa 19 Stunden ununterbrochenes Kurbeln mit 120 Umdrehungen pro Minute, noch ohne Ladeverluste. Die Kurbel ist damit ein Werkzeug für die nächste halbe Stunde Licht, nicht für den nächsten Abend. Im Vergleich zur Sonne zeigt sich das deutlich: Eine Minute Kurbeln bringt so viel wie ein 0,45-Watt-Panel in gut zwei Minuten voller Sonne.

Zu anderen Kurbel- und Dynamolampen liegen keine Herstellerdaten vor, mit denen sich rechnen ließe. Auch die in den Suchvorschlägen genannte Quechua-Lampe mit USB-C und Dynamo wurde für diesen Cluster nicht belegt; zu ihr fehlen Leistung und Akkuinhalt in einer abrufbaren Herstellerquelle.

Für wen sich Solar lohnt: fünf Situationen

Ob eine Solar-Campinglampe die richtige Wahl ist, hängt weniger an der Lampe als an Monat, Ort und Lichtbedarf. Fünf Situationen, die sich aus den Suchanfragen und Forenfragen ergeben, lassen sich mit den Zahlen dieser Seite beantworten.

Wochenende im Sommer mit voller Ladung von zu Hause. Wer mit vollem Akku anreist und zwei, drei Nächte bleibt, braucht das Panel nicht. Es schadet nicht, aber eine Akku-Laterne ohne Panel, die über USB voll geladen wurde, deckt so eine Tour aus dem Speicher. Ein Panel bringt hier keinen Vorteil, für den man beim Kauf auf andere Merkmale verzichten sollte.

Mehrere Wochen im Sommer ohne Strom. Das ist der Fall, für den Solar gebaut ist. Zwischen Mai und August liegt das Deutschlandmittel über 4,5 Volllaststunden am Tag. Eine kleine Laterne wie die SunLight holt dann rechnerisch täglich mehr als zwei Drittel ihres Akkus nach, wenn sie tagsüber unbeschattet liegt. Wer abends sparsam leuchtet, kommt aus dem Panel aus.

Camping von Oktober bis Februar. In diesen fünf Monaten liegt das Mittel unter 2 Volllaststunden, im Dezember bei 0,55. Hier ist das Panel bestenfalls eine Reserve. Die Lampe muss mit dem Akku über die Tour kommen, und wer länger unterwegs ist, braucht eine zweite Lademöglichkeit: Steckdose am Platz, USB im Auto oder eine Powerbank.

Lichterkette für Vorzelt oder Markise. Die Frage „Lichterkette mit Solar oder Batterie?“ taucht in den Foren auf. Für die Solar-Variante gilt dieselbe Rechnung wie für die Laterne: Panelleistung mal Volllaststunden gegen den Verbrauch des Abends. Welche Lichterketten welche Energieversorgung haben und wie man sie an Markise oder Kederschiene befestigt, steht im Vergleich Lichterketten für Camping, Vorzelt und Markise.

Licht im Notfallvorrat zu Hause. Eine Solarlaterne im Schrank ist nur dann voll, wenn sie regelmäßig nachgeladen wird. Goal Zero empfiehlt für die Lighthouse 600, sie alle drei Monate zu laden. Ein Panel kann diese Pflege übernehmen, wenn die Lampe in der Sonne liegt. Was für Akkus bei langer Lagerung gilt und welche Lichtquellen sich für Stromausfälle eignen, ist im Ratgeber zu Energie und Lagerung zusammengefasst.

Die Kippfrage: Tagesertrag gegen Abendverbrauch

Über die Frage, ob Solar trägt, entscheidet die Frage, ob der Tagesertrag größer ist als der Verbrauch am Abend. Beide Seiten lassen sich aus Herstellerangaben rechnen. Der Tagesertrag ist Panelleistung mal Volllaststunden des Monats. Der Abendverbrauch ist die Leistungsaufnahme der genutzten Stufe, also Akkuinhalt durch Laufzeit, mal die Stunden, die die Lampe brennt.

Ein Beispiel mit der SunLight zeigt, wo die Empfehlung umschlägt. Vier Stunden auf niedriger Stufe verbrauchen rechnerisch rund 0,22 Wattstunden. Im Dezember liefert das Panel im Mittel rund 0,25, im November rund 0,39. Bis hierher trägt sich die Lampe. Vier Stunden auf hoher Stufe verbrauchen dagegen rund 3,7 Wattstunden, mehr als der ganze Akku hat und mehr als ein mittlerer Junitag mit rund 2,5 Wattstunden liefert. Die Stufe entscheidet also stärker als der Monat: Auf niedriger Stufe kippt die Rechnung erst im Winter an der Küste, auf hoher Stufe trägt das Panel in keinem Monat.

Für die Auswahl folgt daraus: Wer viel Licht braucht, etwa für ein Vorzelt oder einen Gruppentisch, sollte die Lampe nach Akkugröße und Ladeweg auswählen und das Panel als Beigabe sehen. Akku-Laternen ohne Panel mit größerem Speicher zeigt der Vergleich Akku-Campinglampen im Vergleich. Wer wenig Licht über lange Zeit braucht, etwa im Zelt zum Lesen oder als Orientierungslicht, ist der Nutzer, für den kleine Solarlaternen gebaut sind.

Woran eine Solarlampe vor dem Kauf ausscheidet

Einige Merkmale lassen sich am Datenblatt prüfen, bevor man eine Lampe bestellt. Sie entscheiden nicht über die Qualität des Lichts, aber darüber, ob die Solarfunktion überhaupt bewertbar ist.

  • Keine Panelleistung angegeben. Ohne Watt lässt sich die Ladezeit nicht nachrechnen. Bei vier der sieben ausgewerteten Solar-Modelle fehlt die Angabe.
  • Akku nur in mAh ohne Spannung. Ohne Volt gibt es keine Wattstunden und damit keinen Vergleich mit dem Panel.
  • Ladezeit ohne Bedingung. Steht nur „Solar 7 h“ da, ist das ein Bestwert. Ungeeignet ist eine solche Lampe, wenn man sich im Herbst oder Winter auf die Solarladung verlassen muss.
  • Großer Akku, kleines Panel. Je größer das Verhältnis aus Wattstunden zu Watt, desto länger die Ladung. Ab etwa 15 Volllaststunden (Crush Light) braucht die Lampe selbst im Juni rechnerisch fast drei Tage.
  • Kein USB-Eingang. Alle sieben ausgewerteten Solar-Modelle laden laut Hersteller zusätzlich über USB. Eine Lampe ohne zweiten Ladeweg scheidet für jede Tour außerhalb des Sommers aus.

Wer alle fünf Punkte geprüft hat, kennt die Grenzen seiner Lampe vor der ersten Nacht. Wer eine Lampe nur für den Garten oder Balkon sucht, ist mit diesen Datenblättern ohnehin falsch. Die Suchvorschläge mischen beide Welten: „solarlaterne garten“, „solarlaterne balkon“ und „solarlaterne mit flammeneffekt“ stehen neben den Campinganfragen. Gartenleuchten sind fest aufgestellte Dekoleuchten, keine tragbaren Campinglampen, und werden hier nicht betrachtet.

Aufblasbare und faltbare Solarlaternen

Fünf der sieben Solar-Modelle sind keine klassischen Laternen, sondern flache, aufblasbare oder zusammenfaltbare Körper mit Panel auf der Oberseite. Die Bauform hat einen praktischen Grund: Das Panel liegt beim Laden flach in der Sonne, die Lampe nimmt im Gepäck kaum Raum ein.

Die Luci Original Clear misst laut BioLite aufgeblasen 108 mal 127 Millimeter und flach rund einen Zoll, wiegt 125 Gramm und hat Schutzart IP67, mit 10 kaltweißen LED und 75 Lumen. Die Luci Charge 360 misst 137 mal 152 Millimeter, wiegt 286 Gramm, hat ebenfalls IP67, 31 warmweiße LED und 360 Lumen, dazu einen USB-C- und einen USB-A-Ausgang. Beide tragen Gurte zum Aufhängen. Die Goal Zero Crush Light lässt sich laut Hersteller auf 15 Millimeter zusammendrücken und misst offen 125 mal 125 mal 100 Millimeter bei 91 Gramm. Die LuminAID PackLite Max wird als wasserdicht und schwimmfähig beschrieben und misst flach 6 mal 6 mal 1 Zoll.

Die Ziffer 7 in IP67 steht nach den Prüfanforderungen, die Prüflabore zur Norm IEC 60529 wiedergeben, für Schutz beim Untertauchen in 1 Meter Tiefe für 30 Minuten. Für eine Lampe, die tagelang ungeschützt in der Sonne liegt und dabei Regen abbekommt, ist das eine sinnvolle Eigenschaft. Ob sie auch nach Jahren UV-Belastung dicht bleibt, prüft kein ausgewerteter Test. Für kleine Zelte und Rucksacktouren, bei denen jedes Gramm zählt, vergleicht der Vergleich Zeltlampen: leicht, hängend, mit Rotlicht auch Modelle ohne Panel.

Herstellerdaten mit offenen Widersprüchen

Die Datenblätter der Solar-Modelle sind nicht durchgehend stimmig. LuminAID nennt auf derselben Seite 150 und 200 Lumen sowie 8,5 und 12,5 Unzen. Bei der Crush Light Chroma steht neben 125 Millimetern an anderer Stelle 3,6 Zoll. Die BioLite SunLight war nur über einen Händler belegbar, weil die Herstellerseite beim Abruf nicht antwortete. Alle Zahlen auf dieser Seite sind deshalb Herstellerangaben, nicht geprüfte Werte.

Nach dem Kauf: Laden, Pflegen, Entsorgen

Vor der ersten Tour lohnt eine volle Ladung über USB. Das Panel ist dafür der langsamste Weg, und eine leere Lampe bei der Anreise im Herbst wird auf dem Platz nicht mehr voll. Danach gilt für das Laden mit Sonne: flach und unbeschattet hinlegen, möglichst den ganzen Tag. Das entspricht der Bezugsfläche der DWD-Werte, mit denen der Rechner arbeitet. Wer das Panel zur Mittagssonne hin neigen kann, erhält bei niedrigem Sonnenstand mehr direkte Strahlung, wie viel, ist für Campingpanels nicht beziffert.

Auf die Oberfläche lohnt ein Blick. Staub und Schmutz auf dem Panel können den Ertrag nur verringern. Zur Reinigung von Laternenpanels gibt keine der abgerufenen Herstellerseiten eine Anleitung; im Zweifel gilt die Anleitung des jeweiligen Modells.

Bei langer Lagerung ist das Panel keine Garantie für einen vollen Akku. Die Stiftung Warentest schreibt kleinen Solarmodulen zu, die Selbstentladung allenfalls etwas zu verringern. Goal Zero nennt für die Lighthouse 600 „Charge every 3-6 months“ und an anderer Stelle alle drei Monate. Bei welcher Temperatur und welchem Ladestand Lithium-Akkus am besten überwintern, empfiehlt das Umweltbundesamt mit konkreten Werten; die Einzelheiten stehen im Energie-Ratgeber dieses Clusters.

Auch Solarleuchten mit Akku sind schon zurückgerufen worden. Health Canada meldete im Oktober 2018 einen Rückruf von Solar-Akku-Außenleuchten der Marken All-Pro und Defiant, bei denen die Akkus überhitzen und das Gehäuse schmelzen konnte; betroffen waren in Kanada rund 12.000 und in den USA rund 350.000 Stück, in den USA lagen sieben Meldungen über Überhitzung und Sachschaden vor. Das waren fest montierte Außenleuchten und keine Campinglampen. Es zeigt aber, dass auch ein Akku, der von einer kleinen Solarzelle geladen wird, ein Akku bleibt.

Am Ende des Lebens gehört eine Solarlampe nicht in den Hausmüll. Das Batterierecht-Durchführungsgesetz verpflichtet Endnutzer in § 6, Altbatterien getrennt vom Siedlungsabfall zu erfassen; Geräte-Altbatterien gehen an angeschlossene Rücknahme- oder Sammelstellen. Für die Leuchte selbst verweist Brennenstuhl in der Anleitung der GL 400 AS auf das Elektro- und Elektronikgerätegesetz.

Zeitpunkt und Abbruch: wann Solar nichts bringt

Stärker als das Modell bestimmt die Saison den Nutzen. Wer eine Solarlampe für die Sommertour kauft, sollte sie im Frühjahr kaufen und mit ihr im April oder Mai einen Probetag machen: morgens leer, abends den Ladestand ablesen. Dann zeigt sich, ob der Rechner für die eigene Lampe ungefähr stimmt. Ein Probetag im Dezember sagt über den Sommer nichts und umgekehrt.

Gar nicht kaufen sollte eine Solarlampe, wer seine Lampe ohnehin jeden Abend an einer Steckdose, am Auto oder an einer Powerbank laden kann. Er braucht kein Panel; ein größerer Akku bringt ihm mehr. Ebenso erübrigt sich ein Panel für Touren im Winterhalbjahr, wenn die Lampe nur wenige Tage unterwegs ist. Der Akku muss die Tour dann sowieso allein tragen. Und wer große Laternen oder mehrere Geräte mit Sonne versorgen will, ist mit einem separaten faltbaren Modul besser bedient, so wie es die Stiftung Warentest für Powerbanks vorschlägt.

Diese Rechnung ist keine Besonderheit von Lampen. Wer eine Kompressor-Kühlbox mit Solar betreiben will, steht vor derselben Gegenüberstellung von Panelertrag und Tagesverbrauch, nur in größeren Zahlen; der Ratgeber Stromverbrauch von Kühlboxen rechnet sie für Kühlboxen durch.

Offene Punkte, die keine Quelle beantwortet

Mehrere Fragen ließen sich mit den abgerufenen Quellen nicht beantworten. Sie stehen hier, damit niemand sie für geklärt hält.

  • Eine unabhängige Messung der Solar-Ladezeit einer Campingleuchte wurde nicht gefunden. Kein ausgewerteter Test hat die Ladezeit gemessen, weder über USB noch über Solar.
  • Wie viel Ladeleistung hinter Fensterglas, unter Zeltstoff oder im geparkten Auto ankommt, ist für Campingleuchten nicht belegt.
  • Lade-, Winkel- und Temperaturverluste kleiner Laternenpanels nennt keine Herstellerseite und keine abgerufene Studie in Prozent.
  • Die Panelleistung der Luci-Laternen, der LuminAID PackLite Max, der Brennenstuhl GL 400 AS und des Goal-Zero-Moduls Nomad 10 steht auf den abgerufenen Produktseiten nicht.
  • Unter welchen Bedingungen die Herstellerladezeiten gelten, nennt kein Hersteller.
  • Für den Januar liegt das Monatsmittel nur als „langjähriges Mittel“ ohne Zeitraum bzw. für 1981 bis 2020 vor, nicht ausdrücklich für 1991 bis 2020.
  • Ein älterer Warentest zu Solar-Powerbanks ist nur aus Zweitquellen bekannt und auf test.de nicht auffindbar; er wurde nicht verwendet.
  • Zu Kurbel- und Dynamolampen außer der Goal Zero Lighthouse 600 fehlen abrufbare Herstellerdaten zu Leistung und Akku.

Belege zu Einstrahlung, Herstellerdaten und Warentest

Alle Quellen wurden am 1. November 2026 abgerufen. Die Monatswerte der Einstrahlung stammen vom Deutschen Wetterdienst, für alle zwölf Monate in der Wiedergabe von Solarserver (Monatsberichte aus den Jahren 2022 bis 2026); die Volllaststunden, Tageserträge, Ladezeiten, Leistungsaufnahmen und die Kurbelbilanz sind eigene Rechnungen aus diesen Werten und den Herstellerangaben. Der Feldbericht von GearJunkie (Best Camping Lanterns, 02.09.2026) zur Kurbel ist im Text genannt, hier aber nicht verlinkt. Ein eigener Test fand nicht statt.

FAQ

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Solar-Campinglampe?

Im Sommer ja, wenn die Lampe sparsam leuchtet: Zwischen Mai und August liegt die Einstrahlung in Deutschland im Mittel über 4,5 Volllaststunden am Tag, eine kleine Laterne mit 0,45 Watt Panel und 2,8 Wattstunden Akku ist dann rechnerisch in gut einem Tag voll. Von Oktober bis Februar sind es unter 2 Volllaststunden, das Panel ist dann nur eine Reserve. Wer jeden Abend an Steckdose, Auto oder Powerbank laden kann, braucht kein Panel.

Wie lange dauert es, eine Solar-Campinglampe mit Sonne aufzuladen?

Die Ladezeit ergibt sich aus Akkuinhalt in Wattstunden geteilt durch Panelleistung mal Volllaststunden des Monats. Für die BioLite SunLight ergibt das rechnerisch rund 1,1 Tage im Juni und rund 11 Tage im Dezember, für die Goal Zero Crush Light knapp 3 und rund 28 Tage. Herstellerangaben wie „7 Stunden Solar“ gelten unter Bedingungen, die der Hersteller nicht nennt.

Lädt eine Solarlampe auch im Zelt oder hinter dem Fenster?

Dazu gibt es weder eine Messung an einer Campingleuchte noch eine Herstellerangabe. Sicher ist nur, dass jede Schicht zwischen Sonne und Panel den Ertrag verringert. Um wie viel, ist nicht belegt; die Rechnungen gehen von einem unbeschatteten, flach liegenden Panel aus.

Wie lange muss man eine Kurbellampe kurbeln?

Bei der Goal Zero Lighthouse 600 liefert die Kurbel laut Hersteller 1 Watt bei 120 Umdrehungen pro Minute, eine Minute ergibt laut Goal Zero 10 Minuten Licht auf niedriger Stufe. Für eine Vollladung der 18,98 Wattstunden wären rechnerisch rund 19 Stunden Kurbeln nötig. Die Kurbel ist damit Notlicht für kurze Zeit, kein Ersatz fürs Laden.

Gibt es einen Test zu Solar-Campinglampen?

Einen Test der Stiftung Warentest zu Campinglampen fand sich bis zum 1. November 2026 nicht, und keiner der ausgewerteten Tests hat eine Solar-Ladezeit gemessen. Die Stiftung Warentest schrieb im Februar 2026 zu Powerbanks, eingebaute Solarmodule seien zu klein, um sinnvoll zu laden, und empfahl faltbare Module mit Kabel.

Braucht eine Solar-Campinglampe zusätzlich einen USB-Anschluss?

Für alle Touren außerhalb des Sommers ja. Alle sieben ausgewerteten Solar-Modelle laden laut Hersteller auch über USB, und dieser Weg ist deutlich schneller: Die Luci Charge 360 braucht laut BioLite 5 bis 6 Stunden über USB-C gegenüber 28 Stunden Solar.