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Ratgeber

Campinglampe warmweiß oder kaltweiß: Kelvin, CRI, Insekten

Kelvin, Farbwiedergabe und Rotlicht bei Campinglampen erklärt: was Studien zu Licht und Insekten zeigen, was UV-Fallen leisten und was 31 Hersteller angeben.

Um 91 Prozent sanken die Fänge von Insekten und anderen Gliederfüßern an LED-Straßenleuchten, wenn das Licht ausgeschaltet blieb. Wurde es nur um die Hälfte gedimmt, waren es 22 Prozent weniger, mit fokussierten Leuchten 42 Prozent. Die Lichtfarbe beeinflusste die Fänge in diesem Schweizer Feldversuch über drei Sommer nur zusammen mit dem Dimmen. Das ist der Befund, an dem sich die Frage nach warmweiß oder kaltweiß am Campingplatz messen lassen muss. Diese Seite erklärt, was die Kelvinzahl einer Laterne aussagt, warum der Farbwiedergabeindex fast nirgends steht, wofür Rotlicht gebaut ist, was Studien zu Licht und Insekten tatsächlich zeigen und was der Gesetzgeber zur Lichtverschmutzung bisher geregelt hat. Einen Überblick über alle Bauarten von Campingleuchten gibt der Wegweiser zu Campinglampen.

Was die Kelvinzahl über eine Campinglampe verrät

Lichtfarbe wird in Kelvin angegeben. Die Zahl beschreibt das farbliche Aussehen des Lichts, nicht seine Menge. Niedrige Werte stehen für gelbliches, warmes Licht, hohe Werte für bläulich-kühles. Das Fachportal BauNetz Wissen teilt die Skala in drei Bereiche: Warmweiß liegt unter 3.300 Kelvin, Neutralweiß zwischen 3.300 und 5.000 Kelvin, Tageslichtweiß darüber. promobil verwendet in seinem Campinglampen-Test dieselbe Grenze von rund 3.300 Kelvin für warmweiß und ordnet eine Kerzenflamme bei etwa 1.500 Kelvin ein.

Mit der Helligkeit hat die Kelvinzahl nichts zu tun. Eine Laterne mit 3.000 Kelvin kann sehr hell sein, eine mit 6.000 Kelvin sehr schwach. Wie viel Licht eine Leuchte abgibt, steht in Lumen, und wie viel davon am Tisch ankommt, in Lux; beides ist auf der Seite über Lumen, Lux und Laufzeitangaben bei Campinglampen erklärt. Hier geht es nur um die Farbe dieses Lichts und um das, was sie bewirkt.

Wahrnehmung und Lichtmenge hängen trotzdem zusammen. BauNetz Wissen formuliert die Wechselwirkung so: Je wärmer die Lichtfarbe ist, desto geringer darf die Beleuchtungsstärke sein, damit sich Menschen in einem Raum wohlfühlen. Tageslichtweißes Licht eignet sich in Innenräumen nach derselben Quelle erst ab etwa 1.000 Lux; bei geringeren Beleuchtungsstärken wirke die Atmosphäre „eher fahl und langweilig“. Diese Einordnung stammt aus der Architekturbeleuchtung, nicht vom Campingplatz. Sie erklärt aber gut, warum eine kühle LED-Laterne in einem dunklen Vorzelt schnell ungemütlich wirkt: Eine Campinglampe erreicht die Beleuchtungsstärken eines hellen Büros nur aus kurzer Entfernung.

Im Forum outdoorseiten.net beschreiben mehrere Nutzer LED-Laternen als „kalt“ und beklagen, dass Hersteller selten eine Kelvinzahl nennen. Das ist eine Meinungsäußerung, keine Messung, deckt sich aber mit dem Befund aus den Herstellerdaten, der im nächsten Abschnitt steht. AUTO BILD fasst die Begriffe in seinem Glossar zum Test von Akku-Campingleuchten ähnlich zusammen: Niedrige Kelvinwerte stehen dort für warmes, gemütliches Licht, hohe für kühles, sachliches.

Wichtig für das Lesen eines Datenblatts ist eine zweite Unterscheidung. „Warmweiß“ ist ein Bereich, keine Zahl. Ein Hersteller, der 3.000 Kelvin angibt, und einer, der „warm“ schreibt, sagen nicht dasselbe. Der erste legt sich fest, der zweite beschreibt einen Eindruck. Wer eine bestimmte Lichtstimmung sucht, kann nur bei der ersten Variante vor dem Kauf vergleichen.

14 von 31 Herstellerseiten nennen eine Kelvinzahl

Für diesen Cluster wurden die Herstellerseiten und Datenblätter von 31 Campinglaternen ausgewertet, von Goal Zero, BioLite, Black Diamond, Fenix, Nitecore, Barebones, LuminAID, Outwell, Vango, VARTA, ANSMANN und Brennenstuhl. Eine Kelvinzahl steht bei 14 davon (eigene Zählung), bei vier allerdings nur in den häufigen Fragen am Ende der Produktseite, nicht in den technischen Daten. Zwölf beschreiben die Lichtfarbe nur mit Worten wie „warm“, „warmweiß“, „Weiß“ oder „Farbmodi“. Bei fünf steht gar nichts zur Lichtfarbe: Black Diamond Moji, Fenix CL30R, VARTA L10, VARTA L20R und Brennenstuhl GL 400 AS. Dass die Brennenstuhl-Leuchte nur kaltweiß leuchtet, weiß man aus dem promobil-Test, nicht vom Hersteller.

Mit einer festen Lichtfarbe liegen fünf Modelle im warmweißen Bereich nach der BauNetz-Einteilung: Goal Zero Crush Light und Crush Light Chroma, die Barebones Railroad Lantern sowie ANSMANN CL200B und CL600B, alle mit 3.000 Kelvin. Vier liegen knapp im neutralweißen Bereich: Goal Zero Lighthouse 600, Lighthouse Core und Lighthouse Mini Core mit 3.500 Kelvin, die Lighthouse Micro Charge mit 3.800 Kelvin im Laternenbetrieb. Eine gibt tageslichtweißes Licht an, die LuminAID PackLite Max 2-in-1 mit 5.900 bis 6.500 Kelvin. Die übrigen vier lassen die Lichtfarbe wechseln und nennen dafür Werte in den häufigen Fragen: BioLite für die AlpenGlow 500 und 250 je 2.700 Kelvin (warm) und 5.700 Kelvin (kalt), Fenix für die CL28R 2.700 bis 6.000 Kelvin und für die CL26R Pro „around 4000K-6800K“.

ModellLichtfarbe laut HerstellerBereich nach BauNetzAnmerkung
Goal Zero Crush Light / Chroma3.000 Kwarmweißfaltbar, mit kleinem Solarpanel
Barebones Railroad Lantern3.000 KwarmweißEdison-Filament mit 3,2 W
ANSMANN CL200B / CL600B3.000 KwarmweißCL600B zusätzlich mit Rotlicht
Goal Zero Lighthouse 600 / Core / Mini Core3.500 Kneutralweiß, knapp über der Grenzeein Wert für alle Stufen genannt
Goal Zero Lighthouse Micro Charge3.800 K (Laterne), 3.000 K (Taschenlampe)neutral- bzw. warmweißzwei Lichtquellen, zwei Farben
LuminAID PackLite Max 2-in-15.900–6.500 Ktageslichtweißaufblasbar
BioLite AlpenGlow 500kalt- und warmweiß: 5.700 K und 2.700 K (nur in den FAQ)tageslicht- bzw. warmweißim Feld nur hier eine CRI-Angabe (90)
Fenix CL20Rneutralweiß und Rot, ohne Kelvinzahlnach Wortlaut neutralweißRotlicht in zwei Stufen
Fenix CL26R ProCOB-Fläche plus kaltweiße LED, Rot; laut FAQ etwa 4.000–6.800 Kneutral- bis tageslichtweißzwei weiße Lichtquellen
Fenix CL28R2.700–6.000 K (nur in den FAQ), Rotwarm- bis tageslichtweißLichtfarbe stufenlos per Drehschalter
Outwell Aurelia Lwarmgelb und weißnicht zuordenbarumschaltbar
BioLite Luci Original Clearkaltweiße LEDnach Wortlaut kühlaufblasbar
Black Diamond Moji, Fenix CL30R, VARTA L10 und L20Rkeine Angabe–Lichtfarbe vor dem Kauf nicht prüfbar

Zwei Dinge fallen an dieser Liste auf. Erstens nennt Goal Zero für seine großen Lighthouse-Laternen 3.500 Kelvin, einen Wert, der nach BauNetz gerade schon neutralweiß ist, im Alltag aber noch als warm empfunden werden kann; die Grenze bei 3.300 Kelvin ist eine Einteilung, keine Wahrnehmungsschwelle. Zweitens stehen die Werte für umschaltbare Laternen gerade nicht dort, wo man sie sucht: BioLite und Fenix nennen sie nur in den häufigen Fragen, nicht in den technischen Daten. Andere Laternen, die zwischen warm und weiß wählen lassen, etwa die Outwell Aurelia L oder die Nitecore LR40, nennen gar keine Kelvinwerte.

Die Ledlenser-Laternen, die in beiden deutschen Tests vorkommen, konnten nicht über die Herstellerseite geprüft werden; sie war bei der Recherche gesperrt. promobil gibt für die ML6 Connect Warm Light rund 2.500 Kelvin laut Hersteller an und erwähnt eine kühlere Version mit etwa 3.700 Kelvin. Diese Werte stammen damit aus zweiter Hand. Welche Generation einer Laterne man im Handel bekommt, lässt sich ohne Herstellerangabe am Produkt nicht sicher sagen.

Warmweiß, neutral, kalt: Lichteindruck in zwei deutschen Tests

Weder Stiftung Warentest noch ÖKO-TEST haben Campinglampen geprüft. Die beiden deutschen Messtests, die es gibt, beschreiben die Lichtfarbe aber ausführlich. promobil hat zehn Akku-LED-Leuchten im abgedunkelten Raum verglichen und neben der Beleuchtungsstärke auch Blendung und Gleichmäßigkeit beurteilt. Ausschließlich warmweißes Licht gab dort die Ledlenser ML6 Connect Warm Light ab. Die Nebo Galileo Air 500 und die Brennenstuhl GL 400 AS tauchten die Umgebung laut promobil „in kühles Weiß“. Die anderen Leuchten hatten mehrere Modi.

AUTO BILD hat 13 Akku-Campingleuchten geprüft und für elf davon die Leuchtmodi in einer Tabelle aufgeführt. Zählt man diese Tabelle aus, bieten acht der elf benoteten Leuchten einen warmen Modus (eigene Zählung): Eventek, Clemas, YFW, Naturbummler, Campo Libre, Sigor Lunari, Skandika Nordsol und Uraqt. Fünf davon lassen zwischen warm, neutral und kalt wählen. Nur neutral beziehungsweise kalt leuchten drei: die Ledlenser ML4 mit Boost, Neutral und Rot, die Mostop mit einem neutralen Modus und die Globalink, deren Licht die Tester „technisch unterkühlt“ nennen. Für die Naturbummler nennt AUTO BILD zwei Werte, 2.200 und 5.700 Kelvin.

Das Ergebnis dieser Auszählung lässt sich nicht auf den Markt hochrechnen. AUTO BILD hat seine Auswahl nicht als repräsentativ beschrieben, und promobil hat andere Modelle geprüft. Es zeigt aber, dass umschaltbare Lichtfarben in den Testfeldern keine Ausnahme sind, während die großen Outdoor-Marken auf ihren eigenen Seiten vergleichsweise selten eine Kelvinzahl angeben. Für den Käufer heißt das: Eine Wahl zwischen warm und kalt bekommt man leicht, eine belastbare Angabe, was „warm“ bedeutet, dagegen kaum.

Die Wortwahl der Tester gibt einen Eindruck, was die Lichtfarbe im Gebrauch bewirkt. AUTO BILD beschreibt das Licht der Clemas als „sachlich und kühl“, das der Sigor Lunari als wohnlich, das der Campo Libre als „angenehm warm und wohnlich“, aber „farblich etwas flau“. Diese Urteile beruhen auf Augenschein und sind keine Messwerte. Sie decken sich aber mit der Einordnung aus der Architekturbeleuchtung, nach der warmes Licht gemütlich und neutralweißes eher sachlich wirkt.

Leuchte (AUTO BILD 2026)Leuchtmodi laut TesttabelleLichteindruck laut Testtext
Eventekwarm, neutral, kalt, dimmbar„von warm bis kalt abstufbarer Lichtfarbe“, angenehm nur über Reflexion
Clemaswarm, neutral, kalt, 4-stufig dimmbar„sachlich und kühl“
YFWwarm, neutral, kalt, dimmbar„sachlich und klar“
Naturbummlerwarm und kalt (2.200 und 5.700 K), dimmbar„atmosphärisches Licht“ mit „praxisnaher Orientierung“
Campo Libre LENIwarm, neutral, kalt, dimmbar„angenehm warm und wohnlich“, aber „farblich etwas flau“
Ledlenser ML4Boost, neutral, rot„neutral bis leicht blass“
Sigor Lunarisehr warm und warm, dimmbarwohnlich
Mostopneutral–
Skandika Nordsolwarm, neutral, RGB„warmes, gleichmäßiges Licht“
Uraqtwarm, neutral, kalt, dimmbar, dazu Rotdirekt „schnell blendend“
Globalinkkalt„technisch unterkühlt“

Aus der Tabelle lässt sich eine zweite Beobachtung ablesen, wenn auch keine eindeutige. Die Sigor Lunari und die Skandika Nordsol, die AUTO BILD als wohnlich bzw. warm beschreibt, haben keinen kalten Modus. Von den fünf Leuchten mit drei Stufen von warm bis kalt beschreibt der Test vier als sachlich, klar oder kühl, als nur indirekt angenehm oder als direkt blendend, obwohl sie auch warm leuchten können; die Campo Libre nennt er dagegen „angenehm warm und wohnlich“. Ob die Urteile an der Grundeinstellung liegen, in der die Tester das Licht beurteilt haben, oder an der Qualität des warmen Modus, sagt der Testtext nicht. Für den Kauf bedeutet es: Ein umschaltbares Modell ist kein Versprechen, dass jeder Modus gleich gut gelingt.

Blendung hängt an Lichtfarbe und Schirm, nicht nur an der Helligkeit

promobil formuliert einen Satz, der für die Wahl der Lichtfarbe wichtiger ist als jede Lumenangabe: „Grundsätzlich gilt, je kälter das Licht, desto stärker die Blendwirkung.“ Als Grund nennt die Redaktion den höheren Blauanteil. Im selben Test leuchteten die beiden hellsten Lampen im Kaltweiß-Modus und blendeten stark, während der blendarme Testsieger, die BioLite AlpenGlow 500, zwar weniger hell, aber angenehmer war. Die gemessene Beleuchtungsstärke sagt nach promobil also nichts darüber aus, wie stark eine Leuchte blendet.

Der zweite Faktor ist der Schirm. „Dank milchigem Schirm blendet die Berger auch im Kaltweißmodus nicht“, schreibt promobil über die Berger Hopuni Pro. Die Sigor Nuindie strahlt ihr Licht nur nach oben und unten ab. AUTO BILD beschreibt bei der Uraqt, dass sie als direktes Raumlicht „schnell blendend“ wirke und über die Reflexion an Decke oder Wand angenehmer werde; bei der Eventek steht in der Kontra-Liste, das Licht sei „nur über Reflektion wirklich angenehm“. Ein kaltes Licht hinter einem matten Diffusor kann also weniger stören als ein warmes hinter klarem Glas.

Bei der Ledlenser ML6 Connect Warm Light hebt promobil eine Mikroprismen-Technik hervor, die für blendfreies Licht sorge. Ob diese Bauweise auch bei anderen Lichtfarben derselben Laterne so wirkt, lässt sich aus dem Test nicht ablesen, weil promobil nur die warmweiße Version geprüft hat. Das Beispiel zeigt aber, dass Hersteller die Blendung über die Optik angehen können, unabhängig davon, welche Kelvinzahl die LED hat.

Für die Augen gibt es eine sicherheitstechnische Seite. Die Deutsche Lichttechnische Gesellschaft (LiTG) erläutert in ihrer Publikation zur photobiologischen Sicherheit, dass die Norm DIN EN 62471 Lampen in die Risikogruppen 0 bis 3 einteilt. Einige leistungsstarke LED-Taschenleuchten sowie kaltweiße Einzel-LEDs können danach in Risikogruppe 2 fallen. Schäden bei bestimmungsgemäßer Anwendung erwartet die LiTG nicht, weil der Lidschlussreflex vorher schützt. Ihre Empfehlung lautet, Leuchten zu entblenden und den direkten Blick aus kurzer Entfernung zu vermeiden.

Hinter der Risikogruppe 2 stehen Zeitgrenzen. Nach der LiTG umfasst sie Expositionsgrenzen zwischen 0,25 und 100 Sekunden; für LED nennt die Publikation einen Bereich von 50 bis 100 Sekunden. Gemessen wird in einem Abstand, bei dem die Leuchte 500 Lux erzeugt, mindestens aber 200 Millimeter, oder fest in 200 Millimetern. Übersetzt in den Alltag heißt das: Ein kurzer Blick in eine helle kaltweiße LED ist nach dieser Einordnung kein Schaden, ein längeres Hineinstarren aus kurzer Entfernung soll man vermeiden. Bei einer Campinglaterne, die man auf dem Tisch oder im Zelt in Augennähe hat, ist dieser Abstand schneller erreicht als bei einer Deckenleuchte.

Für die Campinglampe heißt das zweierlei. Eine kaltweiße Laterne mit einzelnen, sichtbaren LED-Punkten gehört nicht auf Augenhöhe in ein enges Zelt, in das Kinder hineinschauen. Und ein Diffusor ist keine Geschmacksfrage, sondern die einfachste Form der Entblendung. Wer Beschwerden an den Augen bemerkt, klärt das mit einer Augenärztin oder einem Augenarzt; diese Seite kann nur die Einordnung der Normen wiedergeben.

Eine Risikogruppe nach DIN EN 62471 nennt keiner der Hersteller im ausgewerteten Feld auf seiner Produktseite. Ob eine bestimmte Laterne in Gruppe 0, 1 oder 2 fällt, lässt sich vor dem Kauf deshalb nicht prüfen. Es bleibt der Blick auf die Bauart: verdeckte LEDs hinter einem opalen Schirm, Abstrahlung nach oben oder unten, Dimmbarkeit in kleinen Stufen.

Punkt, Fläche, Filament: wie die Bauart die Lichtfarbe erlebbar macht

Zwei Laternen mit derselben Kelvinzahl können sich sehr unterschiedlich anfühlen, weil das Licht auf verschiedene Weise aus dem Gehäuse kommt. Im ausgewerteten Feld lassen sich nach den Herstellerangaben vier Bauprinzipien unterscheiden. Das erste sind einzelne LEDs, die hinter einem Schirm sitzen oder sichtbar sind. BioLite gibt für die Luci Charge 360 31 warmweiße LEDs an, für die Luci Original Clear zehn kaltweiße. Wie viel man von den einzelnen Punkten sieht, hängt am Schirm, und genau dort setzt die Empfehlung der LiTG an, kaltweiße Einzel-LEDs zu entblenden.

Das zweite Prinzip ist die LED-Fläche. Fenix kombiniert bei der CL26R Pro eine COB-Fläche mit einer zusätzlichen kaltweißen LED; die Herstellerseite nennt beide als getrennte Lichtquellen. Wofür welche gedacht ist, steht dort nicht ausdrücklich. In den häufigen Fragen nennt Fenix für die Laterne „around 4000K-6800K“, ohne die Werte den beiden Lichtquellen zuzuordnen.

Das dritte ist das Filament. Barebones baut in die Railroad Lantern ein Edison-Filament mit 3,2 Watt und gibt 3.000 Kelvin an. Optisch erinnert das an eine Glühlampe; betrieben wird die Laterne laut Hersteller mit zwei wechselbaren 18650-Akkus. Für Käufer, die eine Laterne vor allem wegen der Optik wählen, ist das die Bauform, bei der Erscheinung und Lichtfarbe am engsten zusammenhängen.

Das vierte Prinzip ist die Abstrahlrichtung. Die Sigor Nuindie gibt ihr Licht laut promobil nur nach oben und unten ab; Laternen mit Schirm oben strahlen weniger in den Himmel. Die Abstrahlrichtung hat mit der Lichtfarbe nichts zu tun, entscheidet aber mit darüber, wie stark eine Leuchte blendet und wie viel Licht in die Umgebung fällt. Für den Insektenteil dieser Seite ist sie wichtiger als die Farbe.

Brennstofflaternen fallen aus dieser Einteilung heraus. Ihr Licht entsteht an einem glühenden Strumpf, und für keine Gas- oder Petroleumlaterne liegt in den Quellen dieses Clusters eine Kelvinzahl vor. Wer eine Flammenlaterne wegen ihres warmen Lichts erwägt, findet auf dieser Seite deshalb keine Zahl zum Vergleich.

Farbwiedergabe: der Ra-Wert, den fast niemand angibt

Neben der Lichtfarbe gibt es eine zweite Kennzahl, die beschreibt, wie sich Farben unter einer Lampe zeigen: den Farbwiedergabeindex, abgekürzt Ra oder CRI. BauNetz Wissen definiert ihn als Maß dafür, „wie natürlich die Farben unter deren Licht wirken“. Berechnet wird er, indem man die Lampe mit einer Referenzlichtquelle gleicher Farbtemperatur vergleicht. Grundlage sind acht pastellige, ungesättigte Referenzfarben. Die Skala reicht bis 100; Werte ab 80 gelten als gut, 90 bis 100 als sehr gut.

Lichtfarbe und Farbwiedergabe sind unabhängig voneinander. Eine Laterne kann warmweiß leuchten und Farben trotzdem verfälschen. BauNetz nennt das Beispiel einer neutralweißen Lampe, deren Spektrum wenig Rot enthält: Rote Gegenstände erscheinen darunter schlecht wiedergegeben, obwohl die Lichtfarbe stimmt. Für LED gibt BauNetz eine Spanne von 75 bis 97 an, für Glüh- und Halogenlampen bis 100.

Unter den 31 ausgewerteten Laternen nennt nur eine einen Farbwiedergabewert: BioLite gibt für die AlpenGlow 500 einen CRI von 90 an und vermarktet das als „ChromaReal“. Alle anderen Hersteller schweigen dazu. AUTO BILD hat die Farbwiedergabe nicht gemessen, sondern an drei Paprikaschoten per Sichtprüfung beurteilt: Daran zeige sich, „ob das Licht Farben lebendig oder blass erscheinen lässt“. Das ist eine anschauliche Methode, ersetzt aber keine Zahl, und AUTO BILD veröffentlicht für die einzelnen Leuchten keinen CRI.

BauNetz weist selbst auf eine Schwäche des Ra-Werts hin. Weil LEDs sehr unterschiedliche Spektren haben, gilt er für deren Beurteilung als unzureichend. Die nordamerikanische Illuminating Engineering Society (IES) hat deshalb 2015 das Verfahren TM-30-15 vorgeschlagen, das mit 99 Referenzfarben arbeitet und zwei Werte liefert: Rf für die Farbtreue von 0 bis 100 und Rg für die Sättigung, der über 100 liegen kann. Ra und Rf lassen sich laut BauNetz nicht direkt vergleichen. Ein TM-30-Wert taucht auf keiner der ausgewerteten Herstellerseiten auf.

Wie viel Farbwiedergabe man braucht, regelt für Campingplätze niemand. Die Arbeitsstättenregel ASR A3.4 nennt für Arbeitsstätten Mindestwerte, die sich höchstens als Größenordnung eignen: Ra 80 für Pausen- und Aufenthaltsräume, Ra 40 für Verkehrsflächen und Flure, Ra 25 für Fußwege im Freien. Übertragen auf das Zelt bedeutet das nur, dass für einen Weg zum Waschhaus fast jede Leuchte genügt, während für einen Ort, an dem man sitzt und isst, die Arbeitsschützer einen deutlich höheren Wert ansetzen. Eine Pflicht für Campingleuchten folgt daraus nicht.

Wann gute Farbwiedergabe am Platz eine Rolle spielt

Viele Abende am Zelt verlangen keine naturgetreuen Farben. Es gibt aber Situationen, in denen eine Lampe mit schlechter Farbwiedergabe stört, und sie lassen sich ohne Messgerät erkennen. Der erste Anwendungsfall ist das Kochen: Ob Gemüse gar, Fleisch durchgebraten oder Brot angebrannt ist, beurteilt man an der Farbe. Unter einer Leuchte, die Rot schlecht wiedergibt, wirkt beides blasser. Die Paprikaprobe von AUTO BILD bildet genau diesen Fall ab.

Der zweite ist die Versorgung kleiner Verletzungen. Eine Rötung, ein Splitter oder ein Zeckenstich ist unter fahlem Licht schwerer zu sehen. Diese Seite ersetzt keine medizinische Einschätzung; wer nach einem Stich unsicher ist, fragt eine Ärztin oder einen Arzt. Für das Hinsehen selbst hilft aber ein Licht, das Hauttöne nicht ins Graue zieht. Der dritte Fall sind Kabel und Stecker: Wer am Stellplatz eine Verbindung herstellt, unterscheidet Aderfarben, und das gelingt unter neutralem Licht leichter als unter einem stark gelben.

Ein vierter Fall ist das Lesen von Karten und Beschriftungen. Topografische Karten arbeiten mit Farbflächen für Wald, Wasser und Höhenstufen. Unter einem sehr warmen oder roten Licht verschwimmen einige davon. Rotlicht ist für diese Aufgabe die schlechteste Wahl, auch wenn es die Nachbarn am wenigsten stört.

Für alle anderen Abende, an denen die Lampe vor allem Stimmung macht, spielt die Farbwiedergabe kaum eine Rolle. Wer seine Leuchte nur zum Sitzen, Reden und Kartenspielen nutzt, braucht kein Modell mit CRI-Angabe, und eine fehlende Zahl ist dann kein Grund, eine Laterne abzulehnen.

Rotlicht und Farbmodi: wofür sie gebaut sind

Sechs der 31 Laternen nennen auf der Herstellerseite ausdrücklich ein Rotlicht: Fenix CL20R, CL26R, CL26R Pro und CL28R, die ANSMANN CL600B und die BioLite AlpenGlow 500 mit einem roten Nachtmodus („Red Night Mode“). Bei AUTO BILD haben die Ledlenser ML4 und die Uraqt einen roten Modus. Farbmodi im Sinne von bunten Lichtfarben bieten die BioLite AlpenGlow Mini, die Black Diamond Moji+ und Moji R+ sowie die Orbiter 450 und 650; die Moji+ und die beiden Orbiter haben einen Modus namens „Campfire“. Bei AUTO BILD hat die Skandika Nordsol einen RGB-Modus.

Warum ein Rotlicht an einer Campinglampe sinnvoll sein kann, wird in Foren vor allem mit der Dunkeladaption begründet: Rotes Licht störe das an die Dunkelheit gewöhnte Auge weniger als weißes. In der Recherche zu diesem Cluster fand sich dafür keine physiologische Primärquelle, die für Campingleuchten gilt; die Aussage bleibt hier deshalb eine verbreitete Erfahrung, kein belegter Messwert. Unstrittig ist der zweite Zweck, die Rücksicht: Wer nachts im Zelt etwas sucht, weckt mit schwachem rotem Licht andere weniger als mit einer weißen Laterne.

Wie man das Rotlicht erreicht, ist dabei wichtiger als ob es eines gibt. Muss man erst durch alle weißen Stufen schalten, ist das Zelt schon hell, bevor es rot wird. Dieser Gedanke ist ausführlicher im Ratgeber Stirnlampe kaufen mit dem Abschnitt zum Rotlicht beschrieben, er gilt für Laternen genauso. Ob ein Modell Rot direkt aufrufen lässt, steht auf keiner der ausgewerteten Herstellerseiten ausdrücklich; man erfährt es aus der Bedienungsanleitung oder beim ersten Ausprobieren.

Bunte Farbmodi haben einen anderen Zweck. Sie sind Stimmungslicht, und als solches sind sie legitim. Für die Frage nach Insekten geben sie wenig her: Keine der ausgewerteten Studien hat Campingleuchten mit RGB-Modi untersucht. Was sich aus der Forschung ableiten lässt, betrifft langwelliges Licht im Allgemeinen und steht in den folgenden Abschnitten. Ein Hinweis zur Recherchequalität: Das Outdoor-Magazin macht in einer Kaufberatung eine Rotlicht-Angabe in Newtonmeter, einer Einheit für Drehmoment. Solche Fehler zeigen, wie wenig belastbar viele Angaben zum Rotlicht sind.

Was der Name einer Lichtfarbe nicht verrät

„Warmweiß“, „warmgelb“, „Campfire“ oder „Kerze“ sind Produktnamen, keine Messgrößen. Nur eine Kelvinzahl lässt sich mit einem anderen Modell vergleichen, und nur ein Ra- oder CRI-Wert sagt etwas über die Farbwiedergabe. Im ausgewerteten Feld nennen 14 von 31 Laternen eine Kelvinzahl, vier davon nur in den FAQ, und eine einen CRI.

Warum Insekten um die Laterne kreisen

Lange galt die Vorstellung, Insekten würden vom Licht angezogen und flögen gezielt darauf zu. Eine Arbeit von Fabian, Sondhi, Allen, Theobald und Lin, im Januar 2024 in Nature Communications erschienen, beschreibt einen anderen Mechanismus. Die Forschenden haben die Flugbahnen von Insekten um künstliche Lichtquellen dreidimensional rekonstruiert, im Labor mit hochauflösender Bewegungserfassung und im Freiland mit Stereo-Videoaufnahmen.

Das Ergebnis: Die Tiere steuern nicht auf die Lampe zu, sondern kippen ihren Rücken zum Licht. Unter natürlichem Himmel hilft ihnen diese Reaktion, die Fluglage zu halten, weil der hellste Teil des Himmels oben liegt. Nahe an einer künstlichen Lichtquelle führt dieselbe Reaktion dazu, dass sie dauernd um das Licht herum steuern und wie gefangen kreisen. Ein Steuerungsmodell der Autoren zeigt, dass die Rückenneigung allein ausreicht, um die scheinbar chaotischen Flugbahnen zu erklären.

Für die Campinglampe ist diese Erklärung nützlich, weil sie einen praktischen Unterschied macht. Wenn die Insekten nicht vom Licht angezogen werden, sondern in seiner Nähe die Orientierung verlieren, dann zählt, wie viel Licht in den Himmel und in die Umgebung strahlt und wie lange es brennt. Eine Laterne, die nach oben offen strahlt und hoch im Baum hängt, wirkt anders als eine gedimmte Tischleuchte mit Schirm. Die Studie selbst hat keine Campingleuchten untersucht; Artenzahl und Stichprobengröße stehen nur im Volltext, der für diese Seite nicht gelesen wurde.

Aus dem Mechanismus folgt auch, warum eine Laterne über dem Kopf mehr Insekten um sich sammeln kann als eine auf dem Boden. Wer im Licht die Orientierung am hellsten Punkt sucht, findet ihn unter freiem Himmel oben. Eine Lampe, die hoch hängt und nach allen Seiten strahlt, ersetzt diesen Punkt. Das ist eine Folgerung aus der Studie, keine Messung an Campinglampen, und die Autoren haben sie so nicht formuliert.

LED gegen Natriumdampf: der Befund von 48 Prozent

Wie stark weißes LED-Licht Insekten beeinflusst, haben Pawson und Bader 2014 in der Zeitschrift Ecological Applications untersucht. Sie verglichen Lichtfallen mit weißen LEDs und Fallen mit gelben Natriumdampf-Hochdrucklampen, wie sie in der Straßenbeleuchtung verwendet wurden. Erfasst wurden nachtaktive Wirbellose. Die Zahl der Fallen, Standorte und Nächte nennt die Zusammenfassung nicht.

Das Ergebnis: Die LED-Fallen fingen im Mittel 48 Prozent mehr Insekten als die Natriumdampffallen. Der Effekt hing von der Lufttemperatur ab; die Wechselwirkung zwischen Lichtart und Temperatur war statistisch bedeutsam. Für die Frage dieser Seite entscheidend ist ein Satz der Zusammenfassung: Die Autoren fanden keinen Beleg dafür, dass eine Änderung der Farbtemperatur weißer LEDs die ökologischen Auswirkungen verringern würde.

Das widerspricht einer Aussage, die man in Kaufberatungen oft liest und die auch promobil in seinem Test macht. Dort heißt es über warmweißes Licht: „Es lockt weniger Insekten an als kaltweißes.“ Eine Quelle nennt promobil dafür nicht. Pawson und Bader fanden dagegen nach Titel und Zusammenfassung keinen Beleg, dass eine andere Farbtemperatur weißer LEDs die Wirkung mindert; welche Farbtemperaturen sie geprüft haben, nennt die Zusammenfassung nicht. Beide Aussagen stehen sich gegenüber; die Studie hat gemessen, die Testredaktion hat eine Einschätzung formuliert.

Der Vergleich in der Studie lief zwischen LED und Natriumdampf, also zwischen zwei Lichtquellen, die es an der Campinglampe so nicht gibt. Natriumdampflampen findet man nicht in Laternen. Übertragbar ist der Befund trotzdem in einer Richtung: Ein weißes LED-Licht wird durch eine etwas wärmere Farbtemperatur nach dieser Studie nicht zu einem insektenfreundlichen Licht.

Drei Studien zur Lichtfarbe, drei verschiedene Antworten

Die Forschung zur Lichtfarbe ist nicht einheitlich, und das gehört offen auf den Tisch. Neben Pawson und Bader gibt es drei weitere Arbeiten, die für diese Frage zitiert werden. Sie arbeiten mit verschiedenen Methoden, untersuchen verschiedene Tiergruppen und kommen zu Ergebnissen, die nur teilweise zusammenpassen.

Longcore und Kollegen haben 2018 im Journal of Experimental Zoology ein Rechenverfahren vorgestellt, das für jede Lampe aus ihrem Spektrum und den bekannten Lichtempfindlichkeiten von Tiergruppen einen Index berechnet. Es ist ein Modell, kein Freilandversuch. Danach haben gefilterte gelbgrüne und Amber-LEDs eine geringere vorhergesagte Wirkung auf Wildtiere als Natriumdampflampen, blaureiches Licht ab einer Farbtemperatur von 2.200 Kelvin eine größere. Die Autoren empfehlen, die Spektrumwahl mit der Kontrolle von Stärke, Richtung und Dauer zu verbinden.

Bemerkenswert an der Arbeit von Longcore ist die Breite des Ansatzes. Die Indizes wurden nicht nur für ökologische, sondern auch für physiologische und astronomische Wirkungen berechnet, also auch für die Aufhellung des Nachthimmels. Die Zusammenfassung nennt als Ergebnis nur, dass blaureiches Licht größere Wirkungen hätte; Werte je Kategorie stehen dort nicht. Für eine einzelne Campinglampe ist der Beitrag zur Himmelsaufhellung klein; auf einem Platz mit vielen hellen Laternen summiert er sich. Eine Zahl dazu liefert die Studie für Campingplätze nicht.

Van Langevelde und Kollegen haben 2011 in Biological Conservation Fallen mit Lampen unterschiedlicher Wellenlänge auf Nachtfalter verglichen. Lampen mit kürzerer Wellenlänge fingen mehr Arten und mehr Individuen, und zwar im Mittel schwerere Falter mit größeren Flügeln und Augen. Die Autoren folgern, dass Lampen mit längerer Wellenlänge die negativen Folgen für Nachtfalter mildern könnten. Standort, Lampentypen und Fangzahlen stehen im Volltext, der nicht frei zugänglich ist.

Van Koppenhagen, Gossner, Haller und Bolliger haben 2026 in Conservation Biology einen Feldversuch an drei Waldstandorten in der Schweiz über drei Sommer veröffentlicht. Mit standardisierten LED-Straßenleuchten prüften sie Farbtemperatur, Lichtstärke und Leuchtenform einzeln und in Kombination und erfassten fliegende Insekten mit Flugfallen und bodenlebende Gliederfüßer mit Bodenfallen. Die Lichtfarbe wirkte dort nur in Kombination mit dem Dimmen. Welche Farbtemperaturen genau geprüft wurden und wie viele Tiere gefangen wurden, nennt die Zusammenfassung nicht.

Zusammengenommen ergibt das kein „warmweiß ist insektenfreundlich“. Die Modellrechnung von Longcore und die Nachtfalterstudie sprechen für langwelligeres Licht. Die Fallenstudie von Pawson und Bader findet innerhalb weißer LEDs keinen Unterschied durch die Farbtemperatur. Der Schweizer Feldversuch findet einen Effekt der Farbe nur im Zusammenspiel mit weniger Licht. Wahrscheinlich hilft eine wärmere oder amberfarbene Lichtquelle etwas, belegt ist das für Campingleuchten nicht, und entscheidend sind nach allen vier Arbeiten andere Dinge. Alle vier betreffen Straßen- oder Fallenlicht, keine eine Campinglaterne.

StudieMethodeBefund zur Lichtfarbe
Pawson & Bader 2014, Ecological ApplicationsLichtfallen, weiße LED gegen NatriumdampfLED +48 % Fang; kein Beleg, dass die Farbtemperatur weißer LED die Wirkung mindert
Longcore et al. 2018, J. Exp. Zool. AModell aus Lampenspektrum und LichtempfindlichkeitAmber und gefiltertes Gelbgrün geringer, blaureiches Licht ab 2.200 K stärker
van Langevelde et al. 2011, Biological ConservationFallen mit Lampen verschiedener Wellenlänge, Nachtfalterkürzere Wellenlänge: mehr Arten und Individuen
van Koppenhagen et al. 2026, Conservation BiologyFeldversuch, 3 Waldstandorte, 3 Sommer, LED-StraßenleuchtenFarbe nur zusammen mit Dimmen wirksam

Warum Testmagazine und Studien sich bei Insekten widersprechen

Wer Kaufberatungen zu Campinglampen liest, stößt auf die Aussage, warmweißes Licht locke weniger Insekten an. promobil schreibt es in seinem Test, ohne Quelle. AUTO BILD erwähnt Insekten in seinem Test von Akku- Campingleuchten überhaupt nicht. Das Outdoor-Magazin gibt für seine Liste keine Methodik an. Keine der drei Redaktionen hat Insekten gezählt, und keine hat dazu eine Studie zitiert.

Die Forschung, die es gibt, misst an Straßenleuchten und Lichtfallen. Sie arbeitet mit Lampen, die für Straßen und Fallen gebaut sind, nicht für den Campingtisch. Ihre Ergebnisse zur Lichtfarbe sind, wie oben beschrieben, nicht einheitlich: Die Modellrechnung und die Nachtfalterstudie sprechen für langwelliges Licht, die Fallenstudie mit weißen LEDs findet keinen Effekt der Farbtemperatur, der Feldversuch einen Effekt nur zusammen mit dem Dimmen.

Der Widerspruch entsteht also nicht, weil eine Seite falsch misst, sondern weil die eine Seite gar nicht misst und die andere etwas anderes misst als die Campinglampe. Die Aussage der Testredaktion ist als Vereinfachung nicht abwegig, denn sie deckt sich mit der Richtung zweier Studien. Als Kaufargument trägt sie nicht weit, weil die Wirkung von Ausschalten, Dimmen und Abschirmen in derselben Forschung deutlich größer ausfällt als jede Wirkung der Farbe allein.

Für die Entscheidung heißt das: Eine warmweiße Laterne zu wählen, schadet nicht und hilft nach den Studien wahrscheinlich etwas. Eine kaltweiße Laterne deshalb auszusortieren, obwohl man ihre Farbwiedergabe zum Kochen braucht, wäre nach der vorliegenden Datenlage eine Überschätzung der Lichtfarbe. Wichtiger ist, dass sich die Lampe weit herunterdimmen lässt.

Ausschalten, dimmen, abschirmen: die Rangfolge aus dem Feldversuch

Der Schweizer Feldversuch liefert eine Rangfolge, die sich auf den Campingabend übertragen lässt, wenn man die Grenzen der Übertragung im Blick behält. Am stärksten wirkte das Ausschalten: minus 91 Prozent Fänge gegenüber eingeschaltetem Licht. Danach kam die Leuchtenform: Fokussierte Leuchten senkten die Fänge um 42 Prozent. Dimmen um die Hälfte brachte minus 22 Prozent. Die Autoren betonen den Nutzen der Dunkelheit und empfehlen, wo Licht nötig ist, gut fokussierte und gedimmte Leuchten zu kombinieren.

Auf den Stellplatz übertragen heißt das: Eine Laterne, die nur brennt, solange man sie braucht, ist der größte Hebel. Wer nach dem Essen noch zwei Stunden am Tisch sitzt, aber nur fünf Minuten etwas sucht, kann die Lampe die übrige Zeit ausschalten oder auf die kleinste Stufe stellen. Dimmbarkeit in mehreren Stufen ist deshalb für die Insektenfrage wichtiger als die Lichtfarbe. Welche Stufen einzelne Modelle laut Hersteller haben, ist auf der Vergleichsseite zu Akku-Campinglampen nach Modellen aufgeschlüsselt.

Fokussiertes Licht ist bei einer Laterne schwerer umzusetzen, weil sie für Rundumlicht gebaut ist. Einige Bauformen kommen dem nahe: Die Sigor Nuindie strahlt nach den Beobachtungen von promobil nur nach oben und unten, und eine Laterne, die tief über dem Tisch hängt, beleuchtet vor allem die Tischfläche statt die Bäume. Ein Schirm, der Licht nach oben abhält, entspricht am ehesten dem, was der Feldversuch fokussiert nennt. Belegt ist diese Übertragung nicht; sie folgt aus dem Prinzip, nicht aus einer Messung an Laternen.

Die Grenzen sind deutlich. Gemessen wurde an Straßenleuchten im Wald, nicht an einer Akku-Laterne mit einem Bruchteil der Lichtmenge auf einem Campingplatz zwischen Wohnwagen. Die Prozentwerte lassen sich deshalb nicht eins zu eins auf das Vorzelt übertragen. Die Richtung der Ergebnisse ist aber eindeutig: Weniger Licht und weniger Streulicht helfen stärker als jede Wahl zwischen warm und kalt.

Stechmücken und Licht: wofür es keinen Beleg gibt

Viele Fragen zu Licht und Insekten am Zelt betreffen nicht Nachtfalter, sondern Stechmücken. In den Google-Vorschlägen zu Campinglampen tauchen „gegen Mücken“, „mit Mückenschutz“ und „mit Insektenschutz“ auf, und in den ausgewerteten Forenthreads sind Insekten und Licht ein eigenes Thema mit sieben Diskussionen. Die Antwort aus der Forschungslage ist ernüchternd: Eine Studie, die zeigt, dass Stechmücken von Campingleuchten einer bestimmten Lichtfarbe stärker oder schwächer angelockt werden, wurde für diese Seite nicht gefunden.

Was es gibt, ist ein Hinweis aus der Universität Delaware. Im Universitätsmagazin UD Messenger von 1996 heißt es zur Untersuchung von Insektenfallen, die Mehrzahl der Stechmückenarten reagiere nicht auf Schwarzlicht, und einige stächen nur am Tag. Das ist eine Aussage über UV-Licht in Fallen, nicht über weißes LED-Licht, und sie stammt aus dem Magazinbericht, nicht aus einer eigenen Mückenstudie. Sie passt aber zu dem, was die Fangzahlen der Fallen zeigen, die im nächsten Abschnitt stehen.

Damit ist eine „Anti-Mücken-Lichtfarbe“ unbelegt. Ein warmweißes oder gelbes Licht kann nach den Studien zu Nachtfaltern und dem Modell von Longcore weniger andere Insekten anziehen, die um die Lampe kreisen. Dass es Stechmücken fernhält, folgt daraus nicht. Wer Campinglampen mit dem Versprechen „Mückenschutz“ findet, liest ein Herstellerversprechen. Prüfbare Herstellerangaben zu Campinglampen mit eingebautem Mückenschutz lagen in der Recherche zu diesem Cluster nicht vor.

Praktisch bedeutet das: Gegen Mückenstiche entscheidet nicht die Lampe. Fliegengitter am Zelt, geschlossene Eingänge und Kleidung sind die Mittel, über die man nachdenken sollte, bevor man eine Lampe nach diesem Kriterium kauft. Wer nach Stichen starke Schwellungen oder Allgemeinbeschwerden bekommt, lässt das ärztlich abklären.

UV-Insektenvernichter am Stellplatz: 31 Stechinsekten unter 14.000

Unter den Google-Vorschlägen zu Campinglampen steht auch „insektenvernichter“. Die Untersuchung, auf die sich die Kritik an elektrischen UV-Fallen stützt, ist alt, aber aussagekräftig. Der Insektenkundler Douglas Tallamy und der Schüler Tim Frick haben im Sommer 1994 an sechs Standorten in Vororten von Newark im US-Bundesstaat Delaware die Insekten gesammelt und bestimmt, die elektrische Fallen getötet hatten. Veröffentlicht wurde die Arbeit 1996 in der Zeitschrift Entomological News.

Knapp 14.000 Insekten kamen in den Fallen um. Darunter waren nur 31 stechende Fliegen („biting flies“), weniger als ein Viertel Prozent. Fast die Hälfte der getöteten Tiere waren harmlose Wasserinsekten wie Köcherfliegen und Zuckmücken, insgesamt fanden sich Vertreter von mehr als 104 Familien, die nicht Ziel der Fallen waren. Tallamy betont im Bericht der Universität, dass Zuckmücken kein Blut von Säugetieren saugen und keine Krankheiten übertragen, als Larven aber ein wichtiger Teil der Nahrungskette im Wasser sind.

Das Fazit der Untersuchung ist deutlich: Die Fallen nützen wenig gegen stechende Insekten und können den Ökosystemen in ihrer Umgebung schaden. In den ausgewerteten Forenthreads berichten Camper Ähnliches, allerdings gemischt: UV-Fallen fingen eher Motten als Stechmücken, schreiben einige. Das sind Erfahrungen, keine Zählungen, aber sie widersprechen den Fangzahlen nicht.

Eine Campinglampe mit eingebautem UV-Vernichter verbindet damit zwei Funktionen, von denen die eine unbelegt ist und die andere Insekten tötet, die man nicht loswerden wollte. Wer eine Laterne vor allem aus diesem Grund kaufen will, sollte die Kaufentscheidung abbrechen; ein UV-Gerät erübrigt sich nach dieser Datenlage. Ob der Gesetzgeber solche Fallen draußen künftig beschränkt, steht im nächsten Abschnitt.

Lichtverschmutzung und Recht: was gilt und was noch nicht

Das Bundesnaturschutzgesetz enthält seit dem Insektenschutzgesetz von 2021 Regelungen zu Licht. Sie werden oft so zitiert, als gälten sie bereits. Das stimmt nur zum Teil. Diese Seite gibt die Rechtslage mit dem Wortlaut der Quelle wieder und ersetzt keine Rechtsberatung.

In Kraft ist § 23 Absatz 4 BNatSchG. Der Wortlaut: „In Naturschutzgebieten ist im Außenbereich nach § 35 des Baugesetzbuches die Neuerrichtung von Beleuchtungen an Straßen und Wegen sowie von beleuchteten oder lichtemittierenden Werbeanlagen verboten.“ Ausnahmen sind auf Antrag möglich, wenn der Schutzzweck nicht beeinträchtigt werden kann oder Gründe der Verkehrssicherheit oder anderer Interessen der öffentlichen Sicherheit es erfordern. Die Vorschrift betrifft fest errichtete Beleuchtung, keine mobile Laterne am Zelt.

Nicht in Kraft ist § 41a BNatSchG, auf den sich die geplanten Regeln für Beleuchtungen beziehen. Im amtlichen Gesetzestext auf gesetze-im-internet.de, zuletzt geändert durch Artikel 2 des Gesetzes vom 30. September 2026, steht er als „zukünftig in Kraft“. Die Fußnote verweist darauf, dass er gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Gesetzes vom 18. August 2021 erst später in Kraft tritt. Gekoppelt ist das an eine Rechtsverordnung nach § 54 Absatz 4d, die Grenzwerte für Lichtemissionen, technische Anforderungen an Beleuchtungen und eine Um- und Nachrüstungspflicht für Beleuchtungen an öffentlichen Straßen und Wegen regeln soll. Eine solche Verordnung wurde in der Recherche nicht gefunden.

Für Insektenfallen gibt es eine Ermächtigung, aber noch keine Regel. Nach § 54 Absatz 6a kann das Bundesumweltministerium mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung „die Verwendung von Insektenfallen außerhalb geschlossener Räume zu beschränken oder zu verbieten“. Die Verordnung kann auch Hinweispflichten für Verkäufer solcher Fallen vorsehen. Eine erlassene Verordnung dazu wurde nicht gefunden; eine Beschränkung nach § 54 Absatz 6a besteht damit nach dem Stand dieser Recherche nicht. Landesrecht und Platzordnungen wurden nicht ausgewertet.

Ob Campingplätze in ihrer Platzordnung Licht nach einer bestimmten Uhrzeit einschränken, regelt jeder Betreiber selbst. Eine Auswertung solcher Platzordnungen liegt nicht vor. Wer auf einem Platz mit Nachtruhe ankommt, findet die Regeln dort an der Rezeption oder im Aushang.

Lichtfarbe im Datenblatt lesen: sieben Prüfpunkte

Aus den Abschnitten oben ergibt sich eine Reihenfolge, in der man die Angaben einer Laterne zur Lichtfarbe prüfen kann, bevor man sie kauft. Sie ersetzt keinen Test, macht aber sichtbar, welche Fragen der Hersteller beantwortet und welche nicht.

Erstens die Kelvinzahl. Steht eine Zahl da, lässt sie sich nach der BauNetz-Einteilung einordnen: unter 3.300 Kelvin warmweiß, bis 5.000 neutralweiß, darüber tageslichtweiß. Steht nur ein Wort, bleibt offen, was der Hersteller darunter versteht. Zweitens die Zahl der Lichtfarben. Eine Laterne, die nur eine Farbe hat, legt sich auf einen Zweck fest; eine umschaltbare deckt mehrere Situationen ab, wobei der AUTO-BILD-Test zeigt, dass nicht jeder Modus gleich überzeugt.

Drittens die Farbwiedergabe. Ein Ra- oder CRI-Wert ab 80 gilt nach BauNetz als gut, ab 90 als sehr gut. Fehlt er, was im ausgewerteten Feld bei 30 von 31 Laternen der Fall ist, hilft nur die eigene Probe nach dem Kauf. Viertens der Schirm. Produktfotos zeigen, ob die LEDs sichtbar sind oder hinter einer opalen Fläche liegen. Nach promobil entscheidet der Schirm mit darüber, ob ein kaltes Licht blendet.

Fünftens die Dimmung. Für die Insektenfrage zählt, ob sich das Licht weit herunterregeln lässt; für die Stimmung, ob die niedrigste Stufe noch warm wirkt. Sechstens das Rotlicht und der Weg dorthin: Wird es direkt aufgerufen oder nur über die weißen Stufen erreicht? Diese Angabe steht, wenn überhaupt, in der Bedienungsanleitung. Siebtens die Versprechen: „Mückenschutz“, „insektenabweisend“ oder ein UV-Modus sind nach der vorliegenden Forschung kein Kaufargument, und eine Laterne mit diesen Begriffen sollte man an den übrigen sechs Punkten messen, nicht an diesem.

Wer diese Punkte für zwei oder drei Kandidaten nebeneinanderlegt, sieht schnell, dass die Unterschiede weniger in der Lichtfarbe selbst liegen als darin, wie offen der Hersteller über sie spricht. Eine Laterne mit Kelvinzahl, mattem Schirm und feiner Dimmung ist für die Fragen dieser Seite besser beschrieben als eine mit hoher Lumenzahl und dem Wort „warm“.

Die Kippfrage: Wofür brennt die Lampe nach Einbruch der Dunkelheit?

Aus Lichtfarbe, Farbwiedergabe, Blendung und Insekten lässt sich keine Rangliste bauen, die für alle gilt. Die Empfehlung kippt an einer Frage: Wofür brennt die Lampe den größten Teil des Abends? Wer die Antwort kennt, kann die übrigen Kriterien sortieren. Fünf Anwendungsfälle zeigen, wie verschieden die Antwort ausfällt.

Wer abends vor allem im Vorzelt oder unter der Markise sitzt, redet und isst, sucht Stimmungslicht. Hier spricht alles für warmweiß unter 3.300 Kelvin, einen matten Schirm und eine niedrige Dauerstufe. Die Farbwiedergabe ist zweitrangig, solange beim Kochen eine hellere oder neutrale Stufe verfügbar ist. Lichterketten erfüllen diese Aufgabe oft besser als eine einzelne Laterne; welche sich an Markise und Keder befestigen lassen, zeigt der Vergleich von Campinglichterketten.

Wer am Stellplatz kocht, Kabel verbindet oder kleine Verletzungen versorgt, braucht Farbwiedergabe. In dieser Situation ist eine Laterne mit umschaltbarer Lichtfarbe oder neutralweißem Modus die bessere Wahl, und eine CRI-Angabe ist ein Pluspunkt, auch wenn sie im Feld nur ein Modell trägt. Wer im Zelt liest und schläft, sucht vor allem eine Leuchte, die nicht blendet, sich weit herunterdimmen lässt und im Idealfall ein direkt erreichbares Rotlicht hat; welche Bauformen dafür taugen, behandelt der Vergleich von Zeltlampen.

Wer auf einem Naturplatz oder in Gewässernähe zeltet und dort möglichst wenig stören will, gewichtet anders: Hier entscheiden Ausschalten und Dimmen, dann die Abschirmung nach oben, zuletzt die Lichtfarbe. Wer eine Leuchte sucht, die Stechmücken fernhält, findet nach der Studienlage keine. Für diesen Wunsch braucht es keine neue Lampe, sondern ein Fliegengitter.

Diese fünf Fälle schließen sich nicht aus. Wer mehrere davon abdecken muss, kann zwei Lichtquellen kombinieren: eine warme Laterne für den Tisch und eine Stirnlampe für Wege und Handgriffe. Das kann sinnvoller sein als eine Laterne, die alle Aufgaben halb erfüllt.

AnwendungsfallWas zuerst zählt
Sitzen, Reden, Essen im Vorzeltwarmweiß unter 3.300 K, matter Schirm, niedrige Dauerstufe
Kochen, Kabel, kleine Verletzungenneutraler Modus, Farbwiedergabe, CRI-Angabe als Pluspunkt
Lesen und Schlafen im Zeltkeine Blendung, weite Dimmung, direkt erreichbares Rotlicht
Naturplatz, Gewässernäheausschalten, dimmen, nach oben abschirmen, dann Lichtfarbe
Schutz vor Stechmückenkeine Lampe belegt wirksam; Fliegengitter und geschlossene Eingänge

Woran eine Laterne beim Lichtfarben-Check ausscheidet

Einige Merkmale lassen sich vor dem Kauf am Datenblatt oder an den Produktfotos des Herstellers prüfen. Sie reichen, um eine Laterne für bestimmte Zwecke auszusortieren. Für das Zelt scheidet eine Leuchte aus, die nur kaltweiß leuchtet, ihre LEDs offen zeigt und sich nicht in mehreren Stufen dimmen lässt. Das ist genau die Kombination, die promobil als stark blendend beschreibt, und sie widerspricht der Empfehlung der LiTG, Leuchten zu entblenden.

Ungeeignet, wenn man Farben unterscheiden muss, ist eine Laterne, die nur ein sehr warmes oder farbiges Licht bietet. Eine Leuchte ausschließlich mit „Kerzen“- oder „Campfire“-Modus taugt als Stimmungslicht, nicht zum Kochen oder Lesen von Karten. Wer nur eine Lampe mitnimmt, sollte darauf achten, dass sie einen neutralen oder hellweißen Modus hat.

Nicht infrage kommt eine Laterne, deren Hauptargument ein Mückenschutz durch Licht oder ein UV-Vernichter ist. Die Fangzahlen aus Delaware zeigen, dass diese Technik Stechinsekten kaum erfasst, und für eine mückenabweisende Lichtfarbe gibt es keinen Beleg. Bezahlt wird dann eine Funktion, die nach der vorliegenden Forschung nicht hält, was sie verspricht.

Bei Gasleuchten stellt sich die Lichtfarbenfrage anders. Für Glühstrumpf-Laternen nennt keine der ausgewerteten Quellen eine Kelvinzahl oder einen Farbwiedergabewert. Wichtiger als die Farbe ist dort ohnehin die Sicherheit: Brennstofflaternen gehören wegen Kohlenmonoxid nicht ins Zelt. Was dazu gilt, steht auf der Seite über Gaslaternen, Glühstrumpf und Kohlenmonoxid.

Kelvin, CRI und Insektenangabe zusammen: bei keiner Laterne im Feld

Wer die Kriterien dieser Seite zusammennimmt, sucht eine Laterne mit angegebener Kelvinzahl, angegebenem Farbwiedergabeindex, umschaltbarer Lichtfarbe, feiner Dimmung und Rotlicht. Auf dem Papier erfüllt das im ausgewerteten Feld nur die BioLite AlpenGlow 500: CRI 90, kalt- und warmweiß mit 5.700 und 2.700 Kelvin, eine niedrigste Stufe von 5 Lumen und ein roter Nachtmodus. Die Kelvinwerte stehen allerdings nur in den häufigen Fragen, und ob sich das Rotlicht direkt aufrufen lässt, sagt die Seite nicht. Die Goal-Zero-Laternen nennen Kelvin, aber keinen CRI und keine umschaltbare Lichtfarbe der Laterne. Die Fenix CL28R hat Rotlicht und nennt in den FAQ eine Kelvinspanne, aber keinen CRI. Was allen fehlt, steht in den nächsten beiden Absätzen.

Die zweite Lücke betrifft die Insekten. Keine der 31 Herstellerseiten macht eine Aussage dazu, wie stark ihre Laterne Insekten anzieht, und keine Studie hat Campinglaternen auf diese Frage hin verglichen. Eine Laterne mit belegt geringer Wirkung auf Insekten liefert der Markt nach der vorliegenden Recherche nicht, weder als Herstellerangabe noch als Testergebnis.

Die dritte Lücke ist die photobiologische Einstufung. Eine Risikogruppe nach DIN EN 62471 steht auf keiner der ausgewerteten Produktseiten. Für Eltern, die eine Laterne fürs Kinderzelt suchen, wäre gerade diese Angabe nützlich.

Lichtfarbe bei Händlern erfragen

Fehlt die Kelvinzahl in den technischen Daten, steht sie manchmal in den häufigen Fragen der Produktseite (so bei BioLite und Fenix), in der Bedienungsanleitung oder auf der Verpackung. ANSMANN etwa nennt 3.000 Kelvin im Produktdatenblatt. Eine Anfrage beim Kundendienst des Herstellers ist der verlässlichere Weg als eine Händlerbeschreibung.

Nach dem Kauf: Lichtfarbe am ersten Abend prüfen

Vieles, was kein Datenblatt verrät, zeigt sich in den ersten zehn Minuten im Dunkeln. Die erste Kontrolle gilt der Blendung: Laterne auf Augenhöhe hängen, aus einem Meter Abstand hinsehen und dann den Blick abwenden. Bleibt ein deutliches Nachbild, ist die Leuchte für diese Position zu grell; tiefer hängen, gegen eine Zeltwand richten oder dimmen.

Danach die Lichtfarben durchschalten und auf etwas Buntes richten, etwa eine Packung im Proviantbeutel oder eine Karte. Die Paprikaprobe von AUTO BILD lässt sich mit jedem roten Gegenstand nachstellen. Wirkt Rot unter dem warmen Modus braun, ist das ein Hinweis auf eine schwache Farbwiedergabe in diesem Modus; für das Kochen nimmt man dann den neutralen.

Drittens prüfen, wie man vom ausgeschalteten Zustand ins Rotlicht oder in die niedrigste Stufe kommt. Muss man durch die hellste Stufe schalten, merkt man sich das und schaltet die Lampe nachts nicht im Zelt ein, sondern davor.

Viertens die Lampe einen Abend lang draußen beobachten. Kreisen viele Insekten um sie, hilft die Rangfolge aus dem Feldversuch: zuerst ausschalten, wenn sie nicht gebraucht wird, dann dimmen, dann tiefer hängen und nach oben abschirmen. Eine wärmere Lichtfarbe kann man zusätzlich wählen. Wie lange die Laterne auf der gewählten Stufe durchhält und wie man ihren Akku über den Winter bringt, behandelt die Seite über Akku, Batterie und Lagerung von Campinglampen.

Offene Punkte zu Lichtfarbe und Insekten

  • Kelvinzahlen für 17 der 31 ausgewerteten Laternen, darunter alle Modelle von Black Diamond und VARTA; bei BioLite und Fenix stehen sie für einzelne Modelle nur in den FAQ.
  • Farbwiedergabewerte (Ra/CRI oder TM-30) für alle Laternen außer der BioLite AlpenGlow 500.
  • Herstellerangaben zu Ledlenser-Laternen: Die Herstellerseite war gesperrt, die Kelvinwerte stammen nur aus der Wiedergabe von promobil.
  • Eine Risikogruppe nach DIN EN 62471 für eine der ausgewerteten Campinglaternen.
  • Eine Studie, die Campingleuchten auf ihre Wirkung auf Insekten vergleicht; alle zitierten Arbeiten betreffen Straßen- oder Fallenlicht.
  • Eine Studie zu Stechmücken und der Lichtfarbe weißer LED-Leuchten; eine mückenabweisende Lichtfarbe ist unbelegt.
  • Prüfbare Herstellerangaben zu Campinglampen mit eingebautem UV-Insektenvernichter oder Mückenschutz.
  • Eine physiologische Primärquelle zu Rotlicht und Dunkeladaption, die sich auf Campingleuchten anwenden lässt.
  • Fallzahlen, Standorte und geprüfte Farbtemperaturen der Studien von Pawson & Bader, van Langevelde und van Koppenhagen; gelesen wurden nur die Zusammenfassungen.
  • Kelvin- und Farbwiedergabewerte von Gas- und Petroleumlaternen mit Glühstrumpf.
  • Eine Verordnung nach § 54 Absatz 4d oder 6a BNatSchG; bis zum Gesetzesstand vom 30.09.2026 ist § 41a nicht in Kraft.
  • Eine Auswertung von Campingplatzordnungen zu Licht und Nachtruhe.
  • Eine Prüfung der Farbwiedergabe durch Stiftung Warentest oder ÖKO-TEST; beide haben Campinglampen nicht getestet.

Studien, Gesetzestexte und Herstellerdaten zu dieser Seite

Alle Quellen wurden am 01.11.2026 abgerufen. Die Zusammenfassungen der Studien von Longcore, van Langevelde, van Koppenhagen und Fabian wurden über Europe PMC gelesen und sind im Text mit Zeitschrift und Jahr genannt. Die Modellzählung stützt sich auf die Herstellerseiten und Datenblätter von 31 Laternen.

FAQ

Häufige Fragen

Wie viel Kelvin hat eine warmweiße Campinglampe?

Warmweiß liegt nach der Einteilung von BauNetz Wissen unter 3.300 Kelvin, Neutralweiß zwischen 3.300 und 5.000 Kelvin, Tageslichtweiß darüber. Von 31 ausgewerteten Campinglaternen nennen 14 eine Kelvinzahl, vier davon nur in den häufigen Fragen; fünf Modelle mit fester Lichtfarbe liegen bei 3.000 Kelvin. Steht nur „warm“ im Datenblatt, lässt sich die Lichtfarbe nicht genau vergleichen.

Warmweiß oder kaltweiß – welche Lichtfarbe ist fürs Camping besser?

Für Stimmungslicht im Vorzelt und im Zelt spricht viel für warmweiß, auch weil kaltes Licht nach promobil stärker blendet. Zum Kochen, für Kabel oder kleine Verletzungen ist ein neutraler Modus mit guter Farbwiedergabe hilfreicher. Eine umschaltbare Laterne deckt beides ab, nicht jeder Modus gelingt aber gleich gut.

Welches Licht zieht keine Mücken an?

Eine Studie, die zeigt, dass eine bestimmte Lichtfarbe von Campingleuchten Stechmücken fernhält, wurde nicht gefunden. Laut University of Delaware reagiert die Mehrzahl der Stechmückenarten nicht auf Schwarzlicht. Gegen Stiche helfen eher Fliegengitter und geschlossene Zelteingänge als die Wahl der Lampe.

Hilft eine Campinglampe mit UV-Insektenvernichter gegen Mücken?

Nach einer Untersuchung an sechs Standorten in Delaware waren unter knapp 14.000 getöteten Insekten nur 31 stechende Fliegen, weniger als 0,25 Prozent. Fast die Hälfte waren harmlose Wasserinsekten. Als Mückenschutz ist ein UV-Vernichter nach dieser Datenlage ungeeignet.

Lockt warmweißes Licht weniger Insekten an als kaltweißes?

Die Studien sind uneinheitlich: Ein Modell und eine Nachtfalterstudie sprechen für langwelliges Licht, eine Fallenstudie fand bei weißen LEDs keinen Effekt der Farbtemperatur. Im Schweizer Feldversuch wirkte die Lichtfarbe nur zusammen mit Dimmen, Ausschalten senkte die Fänge um 91 Prozent. Dimmen und Abschirmen zählen deshalb mehr als die Farbe.

Wofür ist das Rotlicht an der Campinglampe?

Rotlicht dient vor allem der Rücksicht: Schwaches rotes Licht weckt andere im Zelt weniger als eine weiße Laterne. Dass es die Dunkeladaption erhält, wird in Foren berichtet, eine Primärquelle für Campingleuchten fand sich nicht. Wichtig ist, ob man das Rotlicht direkt aufrufen kann, ohne durch die weißen Stufen zu schalten.

Was bedeutet der CRI-Wert bei einer Campinglampe?

Der Farbwiedergabeindex Ra oder CRI beschreibt, wie natürlich Farben unter einer Lampe wirken; ab 80 gilt er als gut, ab 90 als sehr gut. Unter 31 ausgewerteten Laternen nennt nur die BioLite AlpenGlow 500 einen Wert, nämlich CRI 90. Wer einen Wert vermisst, kann die Farbwiedergabe nach dem Kauf mit einem roten Gegenstand selbst prüfen.