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Ratgeber

Satteltasche wasserdicht: IP-Code, Tests, Material, Pflege

Was „wasserdicht“ bei Fahrradtaschen heißt: IP-Code, Wassersäule, Warentest 2019, Nähte und Verschluss, PVC, PFHxA, Siegel, Pflege, Reparatur, Garantie.

Auf Amazon heißt die Vaude Aqua Back Plus Single in den Stichpunkten „wasserdicht“. Im Datenfeld „Wasserbeständigkeit“ derselben Produktseite steht „Nicht wasserfest“. Das ist kein Ausrutscher: Von 117 Angeboten für Fahrradtaschen, die für diesen Cluster am 13. Oktober 2026 einzeln abgerufen wurden, versprechen 70 in Titel oder Stichpunkten Dichtheit, bei 21 davon sagt das Datenfeld etwas anderes oder nichts, und nur zwei nennen eine IP-Schutzart. Der letzte große Labortest mit Regenprüfung in Deutschland stammt von der Stiftung Warentest aus dem Juni 2019, eingekauft wurde im Dezember 2018, und damals ließen sieben von 20 Taschen Wasser hinein. Diese Seite erklärt, was hinter dem Wort steckt, wie die Tests gemessen haben, welche Materialien und welches Chemikalienrecht dazugehören, was Siegel prüfen und wie es um Pflege, Reparatur und Garantie bei den einzelnen Marken steht. Am Ende steht eine Prüfliste für die eigene Tasche. Getestet hat diese Seite nichts; sie ordnet Tests, Normen und Herstellerangaben.

Drei Messarten hinter einem Wort

Eine Norm für Fahrradtaschen gibt es nicht. Die Gepäckträgernorm DIN EN ISO 11243 nimmt abnehmbare Taschen ausdrücklich aus ihrem Anwendungsbereich heraus, und eine eigene Taschennorm fand sich weder bei DIN noch in den Tests. Wer auf einer Tasche eine Angabe zur Dichtheit liest, liest deshalb eine von drei Messarten, die aus anderen Bereichen geborgt sind: eine IP-Schutzart nach DIN EN 60529, geschrieben für Gehäuse elektrischer Geräte; eine Wassersäule nach DIN EN ISO 811, mit der ein Gewebe unter Wasserdruck geprüft wird; oder eine Beregnung im Labor, wie sie die Stiftung Warentest 2019 „in Anlehnung an“ die IP-Norm durchgeführt hat. Daneben stehen Wörter ohne jede Messung: wasserfest, wasserabweisend, regendicht, spritzwassergeschützt.

Jede dieser Messarten beschreibt etwas anderes. Eine Wassersäule gilt für den Stoff und im besten Fall für die Naht, nie für den Verschluss. Eine IP-Ziffer beschreibt die fertige Tasche, aber nur in dem Zustand, den der Hersteller vorgibt; Ortlieb etwa gibt IP64 nur für einen Rollverschluss an, der drei- bis viermal eingerollt und nach unten abgespannt ist. Eine Beregnung zeigt, ob Wasser hineinkommt, aber nur für die Exemplare, die im Labor lagen, und nur unter dessen Bedingungen.

Daraus ergeben sich drei Fragen, die sich an jede Tasche stellen lassen, bevor man sie kauft. Nennt der Hersteller eine Schutzart, und unter welcher Bedingung gilt sie? Ist die Tasche verschweißt oder genäht, und wenn genäht, sind die Nähte abgedichtet? Schließt sie mit Rollverschluss, Deckel oder Reißverschluss? Wo alle drei Antworten fehlen, bleibt „wasserdicht“ eine Behauptung. Welche Bauformen sich hinter dem Wort „Satteltasche“ verbergen, von der kleinen Tasche unter dem Sattel bis zur Packtasche am Träger, ordnet die Übersicht über Satteltaschen und Fahrradtaschen.

Die Tests, die diese Fragen am Objekt beantworten könnten, sind alt und betreffen fast nur Gepäckträgertaschen. Für Bikepacking-Taschen und kleine Taschen unter dem Sattel fehlt eine Laborprüfung der Dichtheit ganz.

Was Suchende zur dichten Fahrradtasche wissen wollen

Für diesen Cluster wurden die Suchvorschläge einer Suchmaschine zu 51 Startbegriffen gesammelt, jeweils mit den Buchstaben a bis z, den Umlauten und Fragewörtern; übrig blieben 5.205 verschiedene Vorschläge. Das Thema Dichtheit tauchte darin 273-mal auf, 149-mal bei Startbegriffen, die das Wort selbst nicht enthielten, verteilt über 36 Startbegriffe. Allein „fahrradtasche wasserdicht“ brachte 132 Vorschläge, „satteltasche wasserdicht“ 50, darunter Größenangaben wie „satteltasche wasserdicht 15l“. Über Suchmengen sagen Suchvorschläge nichts, wohl aber darüber, dass Dichtheit mitgedacht wird.

Nach Pflege fragen dagegen nur drei Vorschläge, etwa „vaude fahrradtasche waschmaschine“, nach Reparatur, Ersatzteilen und Haken 39. In den Fragenblöcken der bestplatzierten Seiten stehen vier Fragen, die hierher gehören: ob Satteltaschen wasserdicht sind, ob alle es sind, ob wasserdichte Fahrradtaschen unbedingt notwendig sind und wie eine Satteltasche gepflegt wird. Aus den Foren kommt die alte Abwägung zwischen Rollverschluss und Deckel, etwa in einem Thread des Radreise-Forums von 2015. Unter den 127 verifizierten Forenthreads ist Dichtheit sonst selten Kernfrage, nur einmal, mit den gesperrten Titeln von gutefrage.net dreimal; als Nebenthema tragen drei weitere Threads das Stichwort „wasserdicht“.

Was die gut platzierten Seiten darauf antworten, hält nicht immer stand. Ein Affiliate-Vergleich schreibt, die meisten Gepäckträgertaschen mit Rollverschluss seien „selbst bei starkem Regen wasserdicht“; seine eigenen Probefahrten fanden laut Seite bei trockenem Wetter statt, und als Belege dienen nur die Tests von 2015 und 2019. Ein Fachhändler nennt pauschal alle Ortlieb-Satteltaschen wasserdicht, während Ortlieb selbst das Material für dicht erklärt und die Schutzart je Bauart unterscheidet. Eine dritte Seite gibt die Wasserdruckprüfung von Öko-Test wieder, ohne Jahr und ohne zu sagen, dass sie an Gepäckträgertaschen stattfand und nicht an den Taschen unter dem Sattel, die dieselbe Seite listet.

Auch Datumsangaben führen in die Irre: Ein Magazinbeitrag über den Warentest-Befund von 2019 trägt ein Änderungsdatum aus dem August 2026. Wer liest, eine Tasche sei „im Test“ dicht gewesen, sollte nach dem Jahr der Prüfung suchen und danach, ob genau dieses Modell im Labor lag.

Der IP-Code nach DIN EN 60529, Ziffer für Ziffer

Der IP-Code steht in DIN EN 60529, aktuell in der Ausgabe 2014-09, zugleich VDE 0470-1, Titel „Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)“. Laut DIN hat diese Neuausgabe eine Schutzstufe IPX9 ergänzt, an den übrigen Graden aber nichts verändert. Geschrieben ist die Norm für elektrische Betriebsmittel; auch Ortlieb schreibt auf seiner Seite zur Wasserdichtheit, die IP-Codes „stammen ursprünglich aus der Elektrotechnik“. Dass Taschenhersteller sie übernehmen, ist Praxis einzelner Firmen und keine Vorschrift.

Der Code besteht aus zwei Ziffern hinter den Buchstaben IP. Die erste steht für den Schutz gegen Fremdkörper und Staub, die zweite für den Schutz gegen Wasser. Wird eine der beiden nicht angegeben, steht an ihrer Stelle ein X. IPX4 heißt also Wasserschutz nach Stufe 4 ohne Aussage über Staub, IP64 heißt staubdicht und gegen Spritzwasser geschützt. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe hat die Stufen nach DIN EN 60529 in einer frei lesbaren Tabelle zusammengefasst; die für Taschen relevanten Ziffern lauten so:

IP-Ziffern nach DIN EN 60529 (Wortlaut der BGN-Tabelle) und wo sie bei Fahrradtaschen auftauchen
ZifferBedeutungBei Fahrradtaschen genannt
1. Ziffer 5staubgeschütztOrtlieb Commuter-Bag Urban und Velo-Shopper (IP53)
1. Ziffer 6staubdichtOrtlieb Back-Roller, Vario, Seat-Pack, Saddle-Bag (IP64)
2. Ziffer 3Sprühwasser bis zu 60° WinkelBasil Navigator (IPX3), Ortlieb IP53; Prüfstufe der Citytaschen bei Warentest 2019
2. Ziffer 4Spritzwasser, winkelunabhängigOrtlieb IP64, Thule Shield, Deuter Cabezon (IPX4); Prüfstufe der Tourentaschen 2019
2. Ziffer 5Strahlwasserin den ausgewerteten Unterlagen bei keiner Tasche
2. Ziffer 6sehr starkes StrahlwasserCycling Weekly für Altura und Chrome, dort teils „not officially tested“
2. Ziffer 7kurzzeitiges EintauchenROCKBROS nur im Amazon-Titel, ohne Nachweis
2. Ziffer 8dauerhaftes Untertauchenbei keiner Tasche

Für den Alltag zählt vor allem der Schritt von 3 auf 4. Bei Stufe 3 kommt das Wasser von oben, bis zu einem Winkel von 60 Grad zur Senkrechten; bei Stufe 4 aus jeder Richtung. Ortlieb erklärt IP64 auf jeder Produktseite als „staubdicht und gegen Spritzwasser aus allen Richtungen geschützt“. Genau an dieser Stelle trennt Ortlieb seine Bauarten: Die Modelle Commuter-Bag Urban und Velo-Shopper tragen IP53, die Back-Roller-Familie und die Bikepacking-Taschen IP64.

Stufe 7 beschreibt das zeitweilige Untertauchen. Ortlieb beschreibt sie auf seiner Seite zu den Schutzarten mit einem Meter Tiefe ab Produktunterkante und 30 Minuten Dauer und beruft sich dabei auf DIN VDE 0470-1 bzw. EN 60529 mit dem Zusatz „herausgegeben vom TÜV Rheinland“. Ob ein Prüfinstitut die einzelnen Taschen geprüft hat, geht aus dem Wortlaut nicht hervor. In den ausgewerteten Datenblättern seiner Fahrradtaschen nennt Ortlieb höchstens IP64 und warnt selbst, bei vollständigem Eintauchen könne über den Verschluss Wasser eindringen.

Was der Code nicht sagt: wie lange eine Tasche im Regen dicht bleibt, ob sie es nach drei Jahren Gebrauch noch ist und ob ein unabhängiges Labor die Ziffer bestätigt hat. Basil schreibt auf einer Kategorieseite, IPX3 erlaube „bis zu 24 Stunden in einem normalen Regenschauer“. Eine solche Zeitangabe steht in der Ziffernbeschreibung der Norm nicht; sie ist eine Formulierung des Herstellers, keine Prüfaussage.

Welche Hersteller überhaupt eine Schutzart nennen

Auf den Herstellerseiten, die für diesen Cluster ausgewertet wurden, steht eine IP-Angabe nur bei wenigen Marken. Ortlieb nennt sie in jedem Datenblatt einer Fahrradtasche, Thule beim Shield, Basil beim Navigator, Deuter beim Cabezon SB 16 und Restrap bei seinen Satteltaschen. Vaude, das seine Aqua-Serie nach eigener Angabe in Deutschland fertigt, schreibt dort „wasserdicht verschweißt“ und nennt keine Schutzart. Ohne IP-Angabe sind auch Haberland, KLICKfix, AGU, New Looxs, Topeak, Apidura, Evoc, Acepac und Revelate.

IP-Angaben auf Herstellerseiten, abgerufen am 13.10.2026
HerstellerModelleAngabeBedingung oder Einschränkung
OrtliebBack-Roller in allen Materialien, Back-Roller Plus, Core und XL, Sport-Roller, Vario, Gravel-Pack, Seat-Pack, Saddle-BagIP64Rollverschluss drei- bis viermal eingerollt und nach unten abgespannt
OrtliebCommuter-Bag Urban, Velo-ShopperIP53Sprühwasser bis 60° zur Senkrechten
ThuleShield Pannier 25 L und 13 L, Shield 22 L InLockIPX4InLock mit geschweißten Nähten; Seite nur per Rendering lesbar
DeuterCabezon SB 16IPX 4dieselbe Seite nennt „100% wasserdicht“
BasilNavigator Storm und WaterproofIPX3dieselbe Seite nennt „100% wasserdicht“
RestrapSatteltaschenIP6K6Prüfverfahren nicht genannt
VaudeAqua Back, Aqua Back Plus, Comyou Prokeine„wasserdicht verschweißt“

Auffällig ist, wie schlecht Werbewort und Ziffer zusammenpassen. Deuter nennt beim Cabezon „100% wasserdicht“ und zugleich „IPX 4“, also Schutz gegen Spritzwasser, nicht gegen Untertauchen. Basil schreibt beim Navigator „100% wasserdicht“ mit dem Zusatz „(IPX3)“, das ist noch eine Stufe darunter. In beiden Fällen ist die Ziffer die genauere Angabe und das Wort die weitere; wer kaufen will, sollte der Ziffer glauben.

Bei Thule ließ sich die Produktseite nur über ein Rendering-Werkzeug lesen, weil der Server direkte Abrufe abwies. Die IPX4-Angabe deckt sich mit dem Amazon-Angebot der Shield 25 L, das die Tasche „nach Schutzart IPX4 zertifiziert“ nennt; eine Prüfstelle steht dort nicht. Restrap verwendet mit IP6K6 eine Schreibweise mit Buchstaben, die in der Ziffernübersicht zu DIN EN 60529 nicht vorkommt. Welche Prüfung dahinter steht, ließ sich aus den Unterlagen nicht klären.

In den ausgewerteten Unterlagen ist Ortlieb der einzige Hersteller, der die Bedingung seiner Angabe ausdrücklich mitliefert. Für Gewebe und Schweißnähte nennt das Unternehmen eine Wassersäule von 100.000 Millimetern, für die fertige Tasche aber nur IP64. Die Lücke zwischen beiden Zahlen ist der Verschluss.

IP-Werte aus der Fachpresse sind teils übernommen, teils ausdrücklich ungeprüft. Cycling Weekly nennt in seiner im August 2026 aktualisierten Übersicht für die Ortlieb Back Roller Free „IP rating: 64“, was zur Herstellerangabe passt, für die Altura Thunderstorm City 20 IPX6, für die Brooks Scape IPX4 und für die Chrome Urban Ex 2.0 „IPX rating: 6 (not officially tested)“. Für die New Looxs Varo gibt das Magazin „IP rating: 3“ an, während New Looxs in seiner FAQ alle Varo-Taschen „100% wasserdicht“ nennt. Diesen Widerspruch zwischen Magazin und Hersteller löst keine der Quellen auf.

Verschlüsse: wo das Wasser zuerst hineinkommt

AGU zählt auf der Seite seiner Shelter-Taschen vier Wege auf, auf denen Wasser in eine Tasche gelangt: durch den Stoff, durch den Verschluss, durch einen Reißverschluss und durch die Naht. Bei beschichteten Taschen war der Stoff in den Labortests selten das Problem. Über die drei anderen Wege entscheidet die Bauart, und der erste davon ist die Öffnung.

Ortlieb unterscheidet seine Verschlussarten nach dem Schutz, den sie bieten. Der Rollverschluss sei „komplett staubdicht“ und halte Spritzwasser aus allen Richtungen ab. Ein Deckelverschluss schütze vor Staub und Spritzwasser nur aus einem Winkel bis 60 Grad zur Senkrechten, was der zweiten Ziffer 3 entspricht. Ein Dichtlippenverschluss schütze ebenfalls vor Staub und Spritzwasser, funktioniere unter minus fünf Grad aber nur begrenzt. Den eigenen Reißverschluss TIZIP beschreibt Ortlieb als dicht bei zeitweisem Eintauchen in einem Meter Tiefe für 30 Minuten.

Der ADFC hält Rollverschlüsse für „leicht zu bedienen, zuverlässig wasserdicht und wenig schadensanfällig“; Kapuzen- und Reißverschlüsse seien etwas schwerer und hätten mehr Teile, die kaputtgehen können. Er schränkt selbst ein, eine prall gefüllte Tasche lasse sich „vielleicht nicht mehr wasserdicht aufrollen“. Die Zeitschrift Radfahren kam nach ihrem Test von 15 Packtaschen 2023 zu einem Satz, der quer dazu liegt: Sie nennt den Rollverschluss die klassische Schwachstelle. Beide Aussagen lassen sich vereinbaren, wenn man sie auf den Umgang bezieht. Der Verschluss ist robust, dicht ist er aber nur, wenn genug Material zum Einrollen übrig bleibt und die Schnallen richtig sitzen.

Daraus folgt eine Bemessungsregel für die Größe. Ortlieb verlangt für IP64 drei bis vier Umdrehungen; wer eine Rolltasche regelmäßig bis zum Rand füllt, hat diese Umdrehungen nicht mehr. Die nächste Volumenstufe ist dann keine Bequemlichkeit, sondern die Voraussetzung dafür, dass die angegebene Schutzart überhaupt gilt. Gerechnet wird also nicht vom Inhalt aus, sondern vom Inhalt plus dem Rand, der zum Rollen frei bleiben muss.

Für Reißverschlüsse gibt es einen Testbefund: Auto Bild fand 2025 bei wasserabweisenden kleinen Satteltaschen leichte Feuchte, die durch die Reißverschlüsse gedrungen war. Deuter schreibt in seiner FAQ selbst, Nähte und Reißverschlüsse könnten bei Dauerregen undicht werden. Wer eine Tasche mit Reißverschluss braucht und zugleich Dichtheit, sollte eine Schutzart verlangen, die der Hersteller für die ganze Tasche angibt, und nicht nur für das Gewebe.

Geschweißt, getapt oder genäht

Kassensturz und Velojournal haben 2021 acht Hinterradtaschen im Labor besprüht und daraus einen klaren Satz gezogen: „Der Schwachpunkt bei diesen Taschen sind die Nähte.“ Taschen mit geschweißten Nähten blieben dicht. Öko-Test hatte 2015 dasselbe Muster gemessen, nur mit einem anderen Verfahren: Fünf von zehn Taschen versagten an den Nähten schon bei 100 bis 220 Millimetern Wassersäule.

Bei einer verschweißten Tasche werden die Stoffbahnen nicht vernäht, sondern miteinander verbunden, ohne dass Stichlöcher entstehen. Ortlieb nennt sein Verfahren Hochfrequenz-Verschweißung, Topeak schreibt bei der Pannier DryBag „sonically welded and seam sealed“, Thule bei der Shield InLock „geschweißte Nähte“. Haberland wirbt bei der Einzeltasche H2O mit „alle Nähte sind verschweißt“, New Looxs bei der Varo-Serie mit „keine Nähte“.

Zwischen verschweißt und einfach genäht liegen Nähte, die nachträglich abgedichtet werden; die Hersteller nennen das getapt oder versiegelt. Hier wird es unscharf. Deuter beschreibt die Nähte des Cabezon SB 16 auf derselben Seite einmal als „getapt“ und einmal als „im Heißpressverfahren … versiegelt“. Haberland, das verschweißte und genähte Taschen baut, schreibt auf seiner Materialseite, bei genähten Taschen „können wir keine 100-prozentige Garantie für eine Wasserdichtigkeit geben“. Die Aussage deckt sich mit dem, was die Labore gefunden haben.

Bei Vaude lässt sich die Bauart am Wortlaut ablesen. Die Aqua-Serie und die Comyou Pro sind „wasserdicht verschweißt“, die Cycle 28 II ist genäht und kommt mit einer Regenhülle, die „inklusive“ ist. Bei der Bikepacking-Tasche Trailsaddle Cage steckt ein „wasserdichter Packsack“ in einem genähten Halter, Tragteil und dichte Hülle sind also getrennt. Ähnlich baut Topeak den BackLoader, dessen Außenstoff der Hersteller „highly water resistant“ nennt, während der Innensack mit 10.000 Millimetern Wassersäule angegeben ist.

Eine Kehrseite hat die verschweißte Bauweise auch. Vaude führt unter den Schäden, die sich nicht reparieren lassen, ausdrücklich „aufgehende Schweißverbindungen“ an Radtaschen der Aqua-Serie auf. Eine geschweißte Tasche ist dicht, solange die Schweißung hält; geht sie auf, ist das bei diesem Hersteller kein Reparaturfall mehr. Wer eine solche Tasche besitzt, sollte die Schweißkanten innerhalb der Garantiezeit regelmäßig ansehen. Der Handgriff steht in der Prüfliste weiter unten.

Wassersäule: Millimeter am Stoff und an der Naht

Die Wassersäule wird nach DIN EN ISO 811:2018-08 bestimmt, einem hydrostatischen Druckverfahren für textile Flächen, „die wasserabweisend sein sollen“. Ein Stoffstück wird mit steigendem Wasserdruck belastet, gemessen wird, bei welchem Druck Wasser durchtritt; Öko-Test hat 2015 den Druck so lange erhöht, bis drei Tropfen durchgedrungen waren. Ortlieb übersetzt die Einheit anschaulich: „Eine 4000 mm Wassersäule entspricht … dem Druck, der in vier Meter Wassertiefe herrscht.“

Über zwei Größenordnungen streuen die Herstellerangaben. Ortlieb nennt für Gewebe einschließlich Schweißnähten 100.000 Millimeter, Topeak für den Innensack des BackLoader 10.000, Deuter für das PU-Material der Mondego SB 16 1.500. In seiner FAQ schreibt Deuter allgemein, außen imprägniertes Gewebe mit innerer PU-Schicht liege unter 1.400 Millimetern, grobe Stoffe unter 1.000. Bei Amazon nennen nur zwei von 117 Angeboten überhaupt eine Wassersäule: otinga für das TPU-beschichtete Gewebe der Flip V3 20.000 Millimeter, Rhinowalk für den Innensack einer Bikepacking-Tasche 3.000 Millimeter, beide ohne Prüfnorm.

Öko-Test ist in den Unterlagen der einzige Test, der Fläche und Naht getrennt gemessen hat. Vier von zehn Gepäckträgertaschen hielten an Fläche und Nähten 7.000 Millimeter und mehr, fünf versagten an den Nähten bei 100 bis 220 Millimetern. Zwischen guter und schlechter Tasche lag also nicht der Stoff, sondern die Verbindung. Welche Tasche welchen Wert erreichte, steht hinter der Bezahlschranke; frei genannt sind die zehn Modelle, darunter Ortlieb Back-Roller Classic QL2.1, Vaude Aqua Deluxe Back, Thule Pack'n Pedal Commuter Pannier, Carradice Bike Bureau, Basil Bloom Shopper und Brooks Land's End Rear Travel Pannier. Eingekauft wurde im Dezember 2014.

An zwei Stellen ist die Öko-Test-Seite fehlerhaft. Die Prüfnorm steht dort als „DIN EN 210811“, vermutlich ein Tippfehler für DIN EN 20811; geklärt ist das nicht. In einem Absatz folgen auf „4000 mm“ unmittelbar „1.000 bis 3.000 cm“, die Einheit ist dort vermutlich vertauscht.

Eine Millimeterzahl sagt deshalb nur etwas, wenn klar ist, ob sie für Stoff, Naht oder Innensack gilt. Für die fertige Tasche mit Verschluss ist die Wassersäule nicht definiert; dafür gibt es die IP-Angabe oder die Beregnung.

Die Beregnung der Stiftung Warentest 2019

Für das Juniheft 2019 hat die Stiftung Warentest zwanzig Gepäckträgertaschen geprüft, zehn Touren- und zehn Citytaschen, eingekauft im Dezember 2018, online gestellt am 29. Mai 2019. Die Beregnung erfolgte „in Anlehnung an DIN EN 60529“: Tourentaschen nach IPX4, mit Spritzwasser aus allen Richtungen, Citytaschen nach IPX3, mit Sprühwasser bis 60 Grad. Für Citytaschen war die Hürde damit von vornherein niedriger.

Haltbarkeit und Wasserdichtheit machten zusammen 40 Prozent des Urteils aus, Handhabung 50, Sicherheit und Schadstoffe je 5 Prozent. War die Dichtheit einer Tourentasche mangelhaft, konnte der ganze Prüfpunkt nicht besser ausfallen; das Wasser wirkte als Sperre. Zur Haltbarkeit gehörten ein Falltest, zwölfmal aus einem Meter bei 23 und bei minus 10 Grad, ein Trommelprüfstand „in Anlehnung an DIN EN ISO 11243“ mit 300.000 Stößen, ein Abriebtest nach Martindale mit 20.000 Touren und ein Salzsprühnebeltest nach ISO 9227, nach dem eine Haberland-Citytasche Rotrost angesetzt hatte.

Sieben der 20 Taschen ließen Wasser ins Innere, eine Tourentasche und sechs Citytaschen. Alle sechs undichten Citytaschen wurden mit Regenhülle verkauft, und das Wasser kam am Gummizug der Hülle herein. Die Stiftung schrieb dazu: „Wirbt der Anbieter mit Begriffen wie ‚waterproof‘, stimmte das im Test nicht immer.“ Bei den Tourentaschen wurde im Prüfpunkt Haltbarkeit und Wasserdichtheit ausgerechnet die ConTec Travel Waterproof als einzige mangelhaft (5,0); die Prophete Seitenpacktasche Wasserdicht kam auf ausreichend (3,6). Bei den Citytaschen stehen sechs Modelle in diesem Prüfpunkt bei ausreichend (4,5), darunter eine Ledertasche von Gusti und die Brooks New Street Briefcase.

Die dichten Tourentaschen kamen aus ganz verschiedenen Marktsegmenten. Neben den beiden Ortlieb Back-Roller erreichten im selben Prüfpunkt auch Vaude Aqua Back, eine Decathlon-Tasche, Messingschlager M-Wave Alberta, Thule Shield und Norco „sehr gut“. Bei den Citytaschen schafften das Vaude Augsburg III L, eine Norco-Tasche und die Basil Urban Dry Business Bag; die Basil-Tasche wurde trotzdem insgesamt mangelhaft, wegen Schadstoffen. Alle Gesamturteile und was davon auf heutige Modelle übertragbar ist, stehen im Vergleich der Packtaschen für den Gepäckträger.

Was ein Urteil von 2019 heute noch trägt

Die Noten gelten für Exemplare, die im Dezember 2018 gekauft wurden. Einige Artikelnummern führt Ortlieb 2026 weiter, etwa F5301 und F5505, inzwischen als Materialvarianten des Back-Roller. Einen neueren Fahrradtaschen-Test hat die Stiftung Warentest nicht veröffentlicht; die Suche auf test.de liefert für „fahrradtaschen“ 30 Treffer, alle zum Test von 2019. Belastbar bleibt vor allem der Befund über Bauarten: Tourentaschen bestanden fast alle, Citytaschen mit Regenhülle fielen auf.

Schweizer Labore und Fachmagazine nach 2019

Der gründlichste jüngere Test kommt aus der Schweiz. Kassensturz und Velojournal ließen 2021 acht Hinterradtaschen im Labor der Qualitech in Winterthur prüfen: Sprühwasser, 100.000 Lastzyklen bis 30 Kilogramm, Reißfestigkeit. Das Labor zählte 50 Prozent, fünf Testfahrende 40 und ein Experte, der Haken und die Verträglichkeit mit sechs Trägern bewertete, 10 Prozent. Mit „sehr gut“ schnitten Ortlieb Back-Roller Urban QL2.1, Vaude Augsburg III L und Basil Urban Dry Business ab; „ungenügend“ war eine Tasche von Tectake, deren Aufhängung riss. Die Racktime Mia wurde im Sprühtest nass, und Racktime nennt sie selbst nur „wasserabweisend“.

Der K-Tipp berichtete im Mai 2021 unter der Überschrift „Nur drei getestete Velotaschen blieben bei Regen trocken“; die Einzelwerte liegen dort hinter einer Bezahlschranke. Die Basil Urban Dry Business zeigt, wie verschieden Urteile ausfallen können, ohne dass sich die Messungen widersprechen. 2019 war sie bei der Stiftung Warentest in Haltbarkeit und Wasserdichtheit „sehr gut“ (1,3) und insgesamt mangelhaft wegen Schadstoffen, 2021 beim Kassensturz „sehr gut“, dort ohne Schadstoffprüfung. Welche Charge jeweils im Labor lag, ist nicht bekannt.

Wie jüngere Tests die Dichtheit geprüft haben
TestJahrVerfahrenBefund zur Dichtheit
Kassensturz, Velojournal2021Sprühwasser im LaborNähte als Schwachpunkt, verschweißte Taschen dicht
TCS, Velojournal2024„Regentest“, nicht beschriebenDecathlon Elops trotz Regenhülle mit viel Wasser
Radfahren (15 Packtaschen)2023, Update 2025mehrstündiger Regen, kein Hochdruckalle dicht, keine Noten
TOUR (Bikepacking)202010 Minuten starker SprühstrahlTopeak BackLoader außen nicht dicht, Innensack dicht
OutdoorGearLab2025Nachtregen, Schlauch, Eintauchen in einen BachThule Shield 15 Sekunden getaucht; Gesamtwertung Ortlieb Back Roller Classic 85, Thule Shield 80 von 100
Auto Bild (kleine Satteltaschen)2025Dusche, Papiertücher im InnerenFeuchte durch Reißverschlüsse wasserabweisender Modelle
BIKE, MYBIKE; RennRad; Radfahren Kombitaschen2023; 2024; 2026nicht geprüft bzw. nicht beschriebenkeine Aussage

Andere Tests nennen ihr Verfahren nur grob. Radfahren setzte 2023 fünfzehn Packtaschen mehrstündigem Regen aus, und alle hielten. Die TOUR gab 2020 dem Set mit der Topeak BackLoader, deren Außenstoff im Sprühtest nicht dicht war, dieselbe Note 1,7 wie dem Set mit Ortliebs Seat-Pack; die Satteltasche zählte dort zur Hälfte ins Set-Urteil. Für die Kombitaschen, die zugleich Rucksack sind, beschreibt der Radfahren-Test von 2026 gar kein Wasserverfahren; diese Bauform behandelt der Vergleich der Pendler- und Rucksacktaschen.

Zusammengenommen ergibt sich aus den Labortests von 2015, 2019 und 2021 ein Muster: Wasser kam an Nähten und an Regenhüllen herein, verschweißte Taschen blieben 2021 dicht. Für Reißverschlüsse kommt der Duschtest von Auto Bild 2025 zum selben Ergebnis. Belastbare Laborzahlen mit veröffentlichter Methode reichen allerdings nur bis 2021. Was seither neu auf den Markt kam, hat kein unabhängiges Labor nachvollziehbar beregnet.

Die Regenhülle als Schwachstelle

Die Regenhülle taucht in zwei Tests als Schwachstelle auf, bei den Citytaschen der Stiftung Warentest 2019 ebenso wie 2024 beim TCS. Eine Hülle schützt die Fläche, aber dort, wo sie endet, beginnt der Weg ins Innere.

Hersteller setzen die Hülle trotzdem als Dichtung ein, oft offen ausgewiesen. Basil nennt die Discovery 365D „Spritzwassergeschützt“, wasserdicht sei sie nur „dank der mitgelieferten Regenhülle“. Vaude legt der genähten Cycle 28 II eine Hülle bei, Deuter der Hinterradtasche Valbona 20+5, KLICKfix der Classic eine Regenhaube. Bei Amazon empfiehlt das Angebot eines New-Looxs-Shoppers die Hülle zum wasserabweisenden Stoff, und die Vaude Karakorum Pro wird in den Stichpunkten als wasserabweisend mit Regenhülle beschrieben, im Datenfeld aber als „Wasserdicht“.

Für Einkäufe in Verpackung und kurze Wege kann eine Tasche mit Hülle genügen. Für Elektronik, Papiere oder die Kleidung einer mehrtägigen Tour zeigt die Testlage aber, dass eine Hülle nicht dasselbe leistet wie eine verschweißte Tasche. Wer mit Hülle fährt, sollte ihren Rand bei jedem Regen ansehen: Sitzt der Gummizug straff rundum, und bleibt keine Kante der Tasche frei?

Ein Grenzfall sind Taschen mit Innensack. Topeak und Vaude trennen beim BackLoader und beim Trailsaddle Cage die tragende Außenhülle vom dichten Packsack. Hier liegt die Dichtung innen und ist rundum geschlossen; TOUR fand beim BackLoader genau diese Verteilung, außen nass, innen trocken. Für Packtaschen am Gepäckträger ist diese Bauweise in den ausgewerteten Unterlagen nicht belegt.

„Wasserdicht“ im Titel, „nicht wasserfest“ im Datenfeld

Für diesen Cluster wurden am 13. Oktober 2026 insgesamt 117 Amazon-Angebote von Fahrradtaschen einzeln abgerufen, von der Packtasche über Doppel-, Pendler- und E-Bike-Taschen bis zur Bikepacking-Satteltasche. In 70 davon steht „wasserdicht“ im Titel oder in den Stichpunkten. Bei 21 dieser 70 sagt das Datenfeld „Wasserbeständigkeit“ etwas anderes oder ist leer. Eine IP-Schutzart nennen zwei Angebote, eine Wassersäule ebenfalls zwei, eine Prüfnorm oder ein Prüfzeichen, die IP-Angaben eingerechnet, auch nur zwei. Eine Bikepacking-Tasche wirbt mit „GETESTET BEI STARKREGEN“, ohne ein Verfahren zu nennen. Die Summen sind aus den neun Segmenten der Erhebung zusammengezählt.

Die Widersprüche betreffen Markenware genauso wie Direktmarken. Die Vaude Aqua Back Plus Single, eine verschweißte Rolltasche, steht im Datenfeld als „Nicht wasserfest“, ebenso die Vaude Recycle Pro, deren Stichpunkte immerhin vorsichtig formulieren, sie halte Schauer ab. Die Dunlop-Doppeltasche heißt im Titel „Wasserdicht“, im Datenfeld „Wasserfest“. Bei der Vaude Trailsaddle M steht im Titel „wasserdicht verschweißt“, im Datenfeld „Wasserabweisend“. Eine kleine Satteltasche von Fischer nennt sich im Titel wasserabweisend, im Datenfeld wasserdicht und in den Stichpunkten wasserfest, drei Stufen auf einer Seite. Eine Hartschalentasche von ROCKBROS nennt sich wasserdicht und rät im selben Text, sie nicht längere Zeit starkem Regen auszusetzen.

Die beiden IP-Angaben zeigen den Abstand zwischen geprüfter und behaupteter Schutzart. Die Thule Shield 25 L nennt in Stichpunkt und Beschreibung IPX4, das Datenfeld sagt weitergehend „Wasserdicht“. Eine Bikepacking-Tasche von ROCKBROS trägt „100% Wasserdicht IPX7“ im Titel, ohne Stichpunkte und ohne Nachweis. Unter den zwölf Doppeltaschen nennt keine eine IP-Klasse; nur vier nennen sich in Titel oder Stichpunkten wasserdicht, im Datenfeld steht bei acht „Wasserfest“ oder „Wasserabweisend“. Wie diese Taschen über den Träger gelegt werden und was sie sonst unterscheidet, zeigt der Vergleich der Doppeltaschen.

Das Datenfeld ist keine verlässlichere Quelle als der Titel. Bei der Aqua Back Plus ist es falsch, gemessen an der Bauart, die Vaude beschreibt; bei der Karakorum Pro steht dort „Wasserdicht“, obwohl die Stichpunkte nur wasserabweisend sagen. Wer das Feld befüllt und ob jemand es kontrolliert, ist auf der Seite nicht erkennbar. Brauchbar ist nur, was sich auf der Herstellerseite gegenlesen lässt: eine IP-Ziffer, eine Wassersäule mit Bezug, die Bauart der Naht.

Auch Herstellerseiten sind nicht frei von solchen Brüchen. KLICKfix beschreibt seine Waterproof-Modelle im Text als „wasserdicht verschweißt“, das Merkmal darunter sagt nur „Regendicht“. New Looxs nennt die Sports-Tasche im Text wasserabweisend und im Datenblatt wasserdicht, und schreibt in der FAQ, nur die Varo-Serie sei „100% wasserdicht“, alle anderen Taschen seien wasserabweisend. Basil beschreibt seine Beschichtung in der FAQ als „water-repellent“, den Navigator auf der Produktseite als „100% wasserdicht“. AGU nennt die Shelter-Linie „100% wasserdichtes recyceltes Polyester“ und gibt keine Schutzart an.

Welche Dichtheit für welchen Einsatz

Aus Testlage und Herstellerangaben lässt sich für typische Situationen ableiten, worauf es ankommt. Die Antworten nennen Bauarten und Angaben, keine Testsieger. Der Anwendungsfall entscheidet, ob Spritzwasser von unten eine Rolle spielt und ob ein nasser Inhalt ärgerlich oder teuer wäre.

Pendeln mit Laptop und Papieren. Laut Fahrrad-Monitor 2025 fahren 22 Prozent der Berufstätigen regelmäßig mit dem Rad zur Arbeit, und für sie ist die Testlage am schlechtesten, wie der Befund zu den Citytaschen zeigt. Wer Elektronik transportiert, braucht eine Tasche, deren Schutzart für die ganze Tasche gilt, oder eine verschweißte Rolltasche. Ortlieb gibt der Commuter-Bag Urban nur IP53, Sprühwasser von oben; eine Rolltasche derselben Marke trägt IP64.

Einkauf und Erledigungen. 55 Prozent der Radfahrenden nutzen das Rad laut Fahrrad-Monitor mindestens ein paarmal im Monat für kurze Erledigungen oder den Einkauf. Shopper sind in der Amazon-Erhebung meist nur wasserabweisend, oft mit Regenhülle als Zubehör, und Ortlieb gibt seinem Velo-Shopper IP53. Für verpackte Lebensmittel reicht das; wer dieselbe Tasche auch fürs Büro nimmt, landet bei der Frage des Pendlers.

Mehrtägige Radreise. Laut ADFC-Radreiseanalyse 2025 war eine Radreise für 29 Prozent der Reisenden ein Anlass für neue Ausrüstung, und weiter heißt es: „An erster Stelle stand die Fahrradtasche“. Im Schnitt dauerte eine Radreise 7,6 Übernachtungen. Für dieses Segment ist die Testlage am besten: 2019 war nur eine von zehn Tourentaschen undicht, 2023 hielten bei Radfahren alle 15 Packtaschen mehrstündigen Regen. Wer eine solche Tasche sucht, sollte auf Rollverschluss, verschweißte Nähte und genug Volumen achten, um auch voll gepackt dreimal einzurollen.

Bikepacking-Satteltasche an der Sattelstütze. Ortlieb gibt dem Seat-Pack IP64 unter derselben Rollbedingung wie bei den Packtaschen, Deuter dem Cabezon SB 16 IPX4, Vaude setzt beim Trailsaddle Cage auf einen dichten Packsack im genähten Halter, Topeak beim BackLoader auf einen Innensack. Wer eine solche Tasche sucht, findet Volumen, Reifenfreiheit und Herstellergrenzen im Vergleich der Bikepacking-Satteltaschen.

Kleine Tasche unter dem Sattel. Hier ist Dichtheit am seltensten angegeben. Die Vaude Race Light steht bei Amazon im Datenfeld als „Nicht wasserfest“, Auto Bild fand Feuchte an den Reißverschlüssen wasserabweisender Modelle, Ortlieb gibt der Saddle-Bag mit Rollverschluss IP64. Wer dort mehr als Schlauch und Werkzeug unterbringt, etwa ein Telefon, sollte nach dem Verschluss wählen; die Auswahl steht im Vergleich der kleinen Satteltaschen.

Die Kippfrage und was eine Tasche ausschließt

Die Empfehlung kippt an einer einzigen Angabe: ob die Tasche Wasser aus allen Richtungen abhalten muss oder nur von oben. Das ist der Unterschied zwischen der zweiten Ziffer 3 und 4, zwischen Deckel und Rollverschluss und in der Testlage von 2019 der zwischen Citytaschen und Tourentaschen. Wer kurze Wege bei gemischtem Wetter fährt und nichts Empfindliches transportiert, kommt mit Stufe 3 oder einer Deckeltasche aus. Wer länger im Regen fährt, mit Spritzwasser von der Fahrbahn, für den schlägt die Wahl zur verschweißten Rolltasche mit IPX4 oder IP64 um.

Für trockenen Transport scheidet eine Tasche aus, wenn der Hersteller nur von „wasserabweisend“, „spritzwassergeschützt“ oder vom Abhalten von Schauern spricht; der ADFC nennt einfache Kunstfasertaschen „bestenfalls wasserabweisend“. Sie scheidet ebenso aus, wenn die Dichtheit allein an einer Regenhülle hängt, wenn sie genäht ist und der Hersteller nichts zur Abdichtung der Nähte sagt, wenn Titel und Datenfeld sich widersprechen und die Herstellerseite keine Ziffer liefert, oder wenn eine Rolltasche für das eigene Gepäck so knapp bemessen ist, dass kein Rand zum Einrollen bleibt. Für das Untertauchen, etwa beim Durchqueren eines Bachs, ist jede Tasche ungeeignet, wenn keine Schutzart mit zweiter Ziffer 7 nachgewiesen ist.

Was der Sprung zwischen den Marktsegmenten bringt, lässt sich ohne Preise beschreiben. Die Direktmarken auf Amazon nennen ihr Material oft in Denier und schreiben „HF-verschweißt“, geben aber selten Gewicht oder Rohrmaß an; ihre einzige IP-Angabe ist das unbelegte IPX7 von ROCKBROS, und für Büchel, Radgeist, Nextcover, Kemimoto und Rhinowalk fand sich kein unabhängiger Test. Markenware bringt eine Herstellerseite mit Garantie und Ersatzteilen, eine Schutzart nur bei einigen Marken. Wo der Sprung nichts mehr bringt, zeigt der Test von 2019: Bei den Tourentaschen waren Decathlon, Haberland, M-Wave, Norco, Thule, Vaude und Ortlieb in Haltbarkeit und Wasserdichtheit gleichermaßen sehr gut. Die Unterschiede lagen bei Handhabung, Sicherheit und Schadstoffen, nicht beim Wasser.

Wann sich die dichte Tasche erübrigt und was es nicht gibt

„Sind wasserdichte Fahrradtaschen unbedingt notwendig?“, fragt eine der bestplatzierten Seiten. Nicht für jeden. Wer bei trockenem Wetter einkauft, Verpackungen transportiert oder bei Regen ohnehin nicht fährt, braucht kein IP64 und keine verschweißte Plane. Basil schreibt in seiner FAQ offen, die Beschichtung seiner Taschen sei wasserabweisend. Ob für die eigenen Wege überhaupt eine Tasche am Rad die beste Lösung ist oder eher Korb, Rucksack oder Bikepacking-Tasche, wägt die Seite Satteltasche oder Gepäckträger ab.

Auch wer schon eine Tasche hat, die nicht dicht ist, muss nicht neu kaufen. Dichte Packsäcke gibt es als Zubehör, Restrap führt Dry Bags in seinem Ersatzteilsortiment, Acepac einen Drybag, Topeak Innensäcke im Service-Kit. Dann übernimmt der Sack die Dichtung und die Tasche nur das Tragen, nach demselben Prinzip, mit dem Topeak und Vaude ihre Bikepacking-Taschen bauen. Ein neuer Kauf erübrigt sich in diesem Fall.

Einiges liefert der Markt nicht, so sehr man danach sucht. Eine Fahrradtasche mit unabhängig belegter Schutzart IPX7 gibt es in den ausgewerteten Unterlagen nicht: Ortlieb geht in den ausgewerteten Datenblättern nicht über IP64 hinaus und warnt vor dem Untertauchen, das IPX7 von ROCKBROS steht nur im Titel. Einen Labortest mit veröffentlichtem Regenverfahren nach 2021 gibt es im deutschsprachigen Raum ebenfalls nicht, und von Vaude, dessen Aqua-Serie in mehreren Tests vorkommt, gibt es keine einzige IP-Angabe.

Ebenso fehlen eine unabhängige Prüfung, welche Taschen tatsächlich frei von PFAS sind, eine neutrale Vergleichsquelle zur Haltbarkeit von PVC, PU und TPU und eine Prüfnorm oder Messreihe zur UV-Beständigkeit von Taschenstoffen. Kein Modell im Feld lässt sich in diesen Punkten anders als über die Herstellerangabe beurteilen; wer darauf Wert legt, kauft eine Aussage, keine Messung.

PVC-Plane, PU-Beschichtung, TPU und Cordura

Dichte Fahrradtaschen bestehen fast immer aus einem Trägergewebe, das beschichtet ist. Ortlieb beschreibt seine Materialien als Polyester-, Nylon- und Cordura-Gewebe, ein- oder doppelseitig mit thermoplastischen Kunststoffen beschichtet und hochfrequenzverschweißt. Dicht macht die Beschichtung, das Gewebe trägt sie. Beim Back-Roller, den Stiftung Warentest, Öko-Test, Kassensturz und OutdoorGearLab geprüft haben, sind die früheren Modelle Classic, Free, High-Vis, Urban und Plus inzwischen Materialvarianten desselben Produkts, und an ihnen lässt sich ablesen, was die Wahl der Beschichtung bedeutet:

Ortlieb Back-Roller und Vario: Material und Gewicht laut Datenblatt, 13.10.2026
Variante (Art.-Nr.)GewebeBeschichtungGewicht
Back-Roller Pair, Classic (F5301)PolyesterPVC950 g
Back-Roller Core (F5005)PolyesterPVC820 g
Back-Roller Pair, Free (F5103)Nylon und PolyesterPU, „komplett PVC-frei“925 g
Back-Roller Pair, Plus (F5204)CorduraPU840 g
Back-Roller, Urban (F5508)CorduraPU840 g
Back-Roller, High-Vis (F5505)CorduraPU840 g
Vario 26L (F7712)NylonPU1.550 g

Auch die Paar-Seiten nennen nur einen Gewichtswert, und ob er für eine Tasche oder das Paar gilt, sagt Ortlieb nicht. OutdoorGearLab nennt für das Classic-Paar 1,91 Kilogramm, was für die Lesart „je Tasche“ spricht. Aus der Tabelle folgt außerdem, dass PVC nicht automatisch schwerer ist: Der Back-Roller Core mit PVC-Beschichtung wiegt laut Datenblatt weniger als die PVC-freie Free-Variante. Alle Varianten tragen dieselbe Schutzart IP64.

Nach eigener Angabe ist bei Ortlieb „bereits jetzt“ über 70 Prozent der Kollektion PVC-frei, und PVC kauft das Unternehmen ausschließlich in Deutschland ein. Das neuere Material TIDURA besteht aus einem Trägergewebe aus dem Benelux-Raum, beschichtet wird es mit PU in Heilsbronn von der Schwesterfirma GDS. Vaude setzt bei der Aqua-Serie auf recyceltes Polyester mit PU-Beschichtung, „Robust ohne PVC“, bei der Aqua Back Plus auf recyceltes Polyester und Polyamid, bei der Comyou Pro auf Polyamid mit PU, „komplett PVC-frei“. Für seine erste Fahrradtasche aus Recyclingmaterial nannte Vaude eine Rückenplatte aus dem Post-Consumer-Kunststoff „Procyclen“ und Haken aus Polyamid-6-Rezyklat; die ReCycle-Serie gibt es seit Oktober 2021.

Bei anderen Marken ist die Beschreibung knapper. Thule nennt für die Shield InLock „420D Nylon mit phthalatfreier Laminierung“, Basil für den Navigator Tarpaulin und 600D Polyester, Deuter für den Cabezon TPU. Auf Amazon führt die Büchel-Tasche mit der größten Bewertungsbasis PVC als Material, GUOOTU eine HF-verschweißte PVC-Plane, otinga ein recyceltes Polyester mit TPU-Beschichtung. Valkental beschreibt die ValkPro im Titel als „Hochwertiges Nylon“, in den Stichpunkten als „robustes TPU“.

Einen neutralen Vergleich der drei Beschichtungen liefert keine Quelle; was über Haltbarkeit oder Kälte von PVC, PU und TPU zu lesen ist, schreiben die Hersteller über ihre eigenen Stoffe. Belastbar unterscheiden lässt sich nur PVC ja oder nein, und diese Angabe machen Ortlieb und Vaude für jedes Modell.

Imprägnieren, UV und Alterung

Bei beschichteten, verschweißten Taschen schreibt Ortlieb: „Eine Imprägnierung ist nicht erforderlich.“ Die Gewebe würden „nicht zusätzlich chemisch behandelt“. Racktime dagegen empfiehlt in seiner FAQ, Nähte und Gewebe mit einem Mittel zu imprägnieren, das „also serves as UV protection“. Deuter schreibt, das Gewebe seiner Taschen sei außen imprägniert und innen mit PU beschichtet. Diese Aussagen widersprechen sich nicht, sie gelten für verschiedene Konstruktionen.

Eine Rolltasche aus Plane ist nach Ortliebs Angabe durch die Beschichtung dicht. Racktime, das die Imprägnierung empfiehlt, nennt seine Tasche MIA selbst nur „wasserabweisend“. Vaude bezeichnet die Ausrüstung vieler eigener Taschen als „No-PFAS-Finish“, also als wasserabweisende Ausrüstung ohne den absichtlichen Einsatz von PFAS. Den Unterschied zwischen Beschichtung und Ausrüstung erklärt der Ratgeber Zelt imprägnieren am Beispiel des Zeltstoffs.

Zur UV-Beständigkeit gibt es nur Pflegehinweise. Ortlieb schreibt auf mehreren Produktseiten: „Vor UV-Strahlung geschützt lagern, um ein Ausbleichen des Materials zu verhindern.“ Eine Prüfnorm für die UV-Beständigkeit von Taschen oder Messwerte dazu fanden sich nicht. Zur Kälte gibt es zwei Angaben: Ortlieb nennt den Dichtlippenverschluss unter minus fünf Grad nur begrenzt funktionstüchtig, und die Stiftung Warentest ließ ihre Taschen 2019 auch bei minus 10 Grad fallen und Funktionsteile 600-mal betätigen.

Messwerte zum Abrieb einzelner Taschen weisen die frei lesbaren Testteile nicht aus. Dass Abrieb vorkommt, zeigen die Hersteller selbst: Ortlieb verkauft Scheuerschutz als Ersatzteil und schließt Scheuerstellen aus Eigenverschulden aus der Garantie aus, tubus nennt den Abrieb durch Taschen am Träger ohne Schutz unvermeidlich.

Weichmacher und Schadstoffe: Testbefunde und REACH-Eintrag 51

Schadstoffe zählten bei der Stiftung Warentest 2019 nur 5 Prozent, wirkten aber hart: Vier der fünf insgesamt mangelhaften Taschen wurden es wegen Schadstoffen, nämlich die Haberland HaZwoO, die Haberland Office, die New Looxs Sports Messenger Bag und die Basil Urban Dry Business Bag; im Prüfpunkt Schadstoffe kamen sechs der 20 Modelle nur auf ausreichend oder mangelhaft. Geprüft wurde auf Phthalate und PAK in Griffen, Trageriemen und Hauptobermaterial, bei Leder auf Chrom VI und Chlorphenole. Im Schulterpad der HaZwoO fanden sich PAK und Phthalate über den Grenzwerten, im Tragegriff der M-Wave Alberta „hohe Mengen des Phthalat-Weichmachers DINP“. Die Schweizer Zeitschrift saldo überschrieb ihren Nachdruck mit dem Befund, sechs Modelle hätten viele Schadstoffe enthalten.

Öko-Test fand 2015 bei „etlichen Modellen“ erhöhte Phthalatwerte, phosphororganische Verbindungen in sieben von zehn Taschen und zinnorganische Verbindungen, die als Stabilisatoren in PVC dienen. Eine Tasche lag über dem REACH-Grenzwert für Cadmium und wurde um vier Noten abgewertet. Nur eine Tasche erhielt „sehr gut“, nur eine „gut“.

Seither hat sich die Rechtslage geändert. Mit der Verordnung (EU) 2018/2005 vom 17. Dezember 2018 wurde der Eintrag 51 in Anhang XVII der REACH-Verordnung neu gefasst: Die vier Phthalate DEHP, DBP, BBP und DIBP dürfen nach dem 7. Juli 2020 nicht mehr in Erzeugnissen in Verkehr gebracht werden, wenn ihre Konzentration mindestens 0,1 Gewichtsprozent des weichmacherhaltigen Materials ausmacht. Ausgenommen sind unter anderem Erzeugnisse ausschließlich für die Verwendung im Freien, sofern kein weichmacherhaltiges Material mit Schleimhäuten oder für längere Zeit mit der Haut in Berührung kommt, und Erzeugnisse, die vor dem Stichtag in Verkehr gebracht wurden.

Ob Fahrradtaschen unter die Freiluft-Ausnahme fallen, ist offen, denn Griffe und Tragegurte berühren die Haut. DINP, der Stoff im M-Wave-Griff, ist in Eintrag 52 nach der Verordnung (EG) 552/2009 geregelt, und zwar nur für Spielzeug und Babyartikel; für eine Tasche greift diese Beschränkung nicht. Erfasst sind also vier Phthalate, andere Weichmacher nicht. Beide Tests liegen vor dem Stichtag von 2020, und einen neueren unabhängigen Schadstofftest an Fahrradtaschen fand sich nicht.

Für den Kauf bleibt damit nur die Herstellerangabe. Wer PVC meiden will, findet bei Ortlieb die PU-Varianten Free, Plus, Urban und High-Vis und bei Vaude die Aqua-Serie; Thule nennt für die InLock eine phthalatfreie Laminierung. „PVC-frei“ ist allerdings keine Schadstoffprüfung. Es sagt, welches Material fehlt, nicht, was im Griff, im Gurt oder im Reflexband steckt.

PFHxA und PFAS: die Stichtage im Oktober 2026 und 2027

Die Verordnung (EU) 2024/2462 vom 19. September 2024 hat als Eintrag 79 in Anhang XVII der REACH-Verordnung die Perfluorhexansäure PFHxA beschränkt. Ab dem 10. Oktober 2026 dürfen Textilien, Leder, Pelze und Häute in Kleidung und damit in Bezug stehendem Zubehör für die breite Öffentlichkeit PFHxA nicht mehr in Konzentrationen ab 25 ppb für die Summe aus PFHxA und ihren Salzen oder ab 1.000 ppb für die Summe der verwandten Stoffe enthalten. Ab dem 10. Oktober 2027 gilt das auch für Textilien außerhalb von Kleidung und Zubehör. Als Zubehör nennt ein Erwägungsgrund beispielhaft Handtaschen; Erzeugnisse, die vor dem jeweiligen Stichtag in Verkehr gebracht wurden, sind ausgenommen.

Erfasst ist nur PFHxA, also einen Teil der C6-Chemie, nicht alle PFAS. Ob eine Fahrradtasche Zubehör zur Kleidung ist und damit unter den Stichtag 2026 fällt oder ein sonstiges Textil mit Stichtag 2027, lässt der Text offen. Am Stand dieser Seite, dem 13. Oktober 2026, ist der erste Stichtag drei Tage alt. Die EU-Kommission nannte bei der Verabschiedung Übergangsfristen „between 18 months and 5 years“.

Frankreich ist weiter gegangen. Nach dem Gesetz Nr. 2025-188 vom 27. Februar 2025 und dem Dekret 2025-1376 vom 28. Dezember 2025 gilt dort seit dem 1. Januar 2026 ein PFAS-Verbot für Bekleidungstextilien für Verbraucher. Die Erläuterungen des französischen Umweltministeriums vom Mai 2026 rechnen Lederwaren wie Handtaschen ausdrücklich nicht zur Bekleidung. Ab dem 1. Januar 2030 soll das Verbot für alle textilen Produkte gelten, mit Ausnahmen etwa für technische Industrietextilien. Die EU zählt Handtaschen also zum Zubehör, Frankreich nimmt sie aus; für Fahrradtaschen bleibt die Einordnung in beiden Rechtsrahmen ungeklärt.

Uneinheitlich sind die Herstelleraussagen. Vaude schreibt, viele seiner Fahrradtaschen hätten ein „No-PFAS-Finish“, und seit 2010 verwende das Unternehmen keine PFC in wasserdichten Membranen, was sich auf Membranen bezieht und nicht ausdrücklich auf Taschen. Deuter nennt beim Cabezon „ohne bewusst zugesetzte PFAS“ und beim Valbona PFAS-frei, Apidura „PFA & PFC-free“. Von Ortlieb fand sich keine ausdrückliche PFAS-Aussage, nur der Satz, die Gewebe würden nicht zusätzlich chemisch behandelt; Thule nennt bei der InLock nur die phthalatfreie Laminierung. Die übrigen Marken sagen nichts. Der Stand der geplanten EU-weiten Beschränkung aller PFAS, die fünf Staaten vorgeschlagen haben, ließ sich bei der Chemikalienagentur ECHA nicht abrufen.

Zum Zeitpunkt des Kaufs heißt das: Warten auf den nächsten Stichtag bringt keine Gewissheit. Ware, die vorher in Verkehr gebracht wurde, bleibt verkäuflich, und eine Tasche fällt womöglich erst 2027 unter die Regel. Wer sicher sein will, sollte sich an eine schriftliche Herstelleraussage halten und den Wortlaut genau lesen: „ohne bewusst zugesetzte PFAS“ ist etwas anderes als eine Laborprüfung.

Siegel und Herkunft

Fünf Zeichen tauchen im Umfeld von Fahrradtaschen auf. Keines davon prüft die Dichtheit; sie betreffen Rohstoffe, Chemikalien in der Produktion, Sozialstandards oder Schadstoffe im fertigen Artikel. Welches Zeichen was aussagt und auf welchen Taschen es belegt ist:

Siegel nach Angaben der Siegelträger und Hersteller, abgerufen am 13.10.2026
ZeichenWas geprüft wirdAuf Fahrradtaschen belegt
Green ShapeProdukt über den Lebenszyklus; über 50 Prozent nach Gewicht recycelte oder erneuerbare Rohstoffe; Audit nach ISO/IEC 17065; Zertifikat drei JahreVaude Aqua Back, Aqua Back Plus, Cycle 28 II, Trailsaddle Cage
bluesign, ab 2026 bluepassProduktionsprozesse, nicht Betriebe oder fertige Produkte als solcheSystempartner Vaude, Deuter, Thule
Grüner Knopf 2.0Sorgfaltsprozesse des Unternehmens und Produktion des Artikels; Lizenz drei JahreVaude (wie bei Green Shape), Deuter Valbona 20+5
Fair WearBewertung der Marke, keine ProduktzertifizierungVaude und Deuter, beide „Leader“
OEKO-TEX Standard 100Schadstoffe am Artikel, über 1.000 Stoffe; Zertifikat ein Jahrfür keine der ausgewerteten Taschen belegt

Green Shape gehört seit dem 1. Januar 2026 einem Verein mit Sitz in Tettnang, vorher war Vaude Inhaber. Die Produktanforderungen in der Fassung 1.2, gültig ab 15. Februar 2026, verlangen über 50 Prozent recycelte oder erneuerbare Rohstoffe und vertraglich die Einhaltung der Stoffliste von bluesign; in den Warenklassen sind „Fahrradtaschen“ und „Satteltaschen“ ausdrücklich genannt. Eine Sekundärquelle schreibt dem Siegel ein Verbot von PVC und Fluorcarbonen zu. In den Primärkriterien V1.2 steht das nicht. Wer PVC-frei kaufen will, sollte das Siegel also nicht als Beleg nehmen, sondern die Materialangabe des Herstellers.

bluesign zertifiziert nach eigener Aussage Produktionsprozesse, „not facilities as entities or finished products themselves“; 2026 wurden die Produktzeichen in „bluepass“ umbenannt, die alten Zeichen bleiben gültig. Der Grüne Knopf 2.0 des Entwicklungsministeriums ist ein Metasiegel, das Unternehmen und Produkt prüft; seine Warengruppe heißt „Taschen und Rucksäcke“, Fahrradtaschen sind nicht eigens genannt, Leder ist ausgeschlossen. Fair Wear schreibt selbst: „Fair Wear does not certify products“. Vaude erhielt im Brand Performance Check vom 23. Juli 2026 78 Punkte, Deuter am 8. Januar 2026 95. Ortlieb, Basil und Topeak stehen in keiner der drei Listen von bluesign, Grünem Knopf und Fair Wear; Thule ist nur bluesign-Partner.

Zur Herkunft machen nur einige Hersteller Angaben. Ortlieb fertigt „alle wasserdichten Produkte“ im fränkischen Heilsbronn, das Rohmaterial kommt laut Unternehmen „zum großen Teil“ aus Deutschland. Vaude nennt die Aqua-Serie „Made in Germany“ und die Comyou Pro gefertigt in Obereisenbach, Haberland eine Manufaktur im niedersächsischen Brillit. KLICKfix schreibt „Made in Germany“ nur für die Kunststoffteile aus Solingen. Thule nennt für die Shield die Philippinen und für die InLock Indonesien, Restrap Yorkshire, Revelate für die Terrapin die USA. Basil, AGU, New Looxs, Racktime, Topeak, Deuter, Apidura, Evoc und Acepac nennen kein Herkunftsland.

Für die Dichtheit einer Tasche sagt keines der Zeichen etwas: Die Taschen mit den meisten Siegeln, die von Vaude, tragen keine IP-Angabe, und Ortlieb, der Hersteller mit den meisten IP-Angaben, führt keines.

Reinigen: Seifenlauge bei Ortlieb, keine Seife bei Basil

Die beiden Hersteller, die sich zur Reinigung äußern, widersprechen sich. Ortlieb empfiehlt in seiner FAQ warmes Wasser und eine milde Seifenlauge, ausdrücklich ohne Lösungsmittel. Basil rät zu einem feuchten Tuch und zu textilverträglichen Reinigern, ausdrücklich ohne Seife und ohne Waschmaschine. Die Pflegeseite von Vaude ließ sich bei der Recherche nicht abrufen, und die häufigste Pflegefrage aus den Suchvorschlägen, ob eine Vaude-Tasche in die Waschmaschine darf, bleibt damit ohne belegte Antwort.

Der Widerspruch hat vermutlich mit dem Material zu tun. Ortlieb beschreibt beschichtete, verschweißte Gewebe ohne Imprägnierung, Basil beschichtete Taschen, die es selbst wasserabweisend nennt. Warum Seife einer Basil-Tasche schaden soll, erklärt Basil nicht; ob sie die Beschichtung angreift oder Rückstände hinterlässt, steht in keiner Quelle. Sicher ist nur, dass die Pflegehinweise markengebunden sind und nicht von einer Tasche auf die andere übertragen werden sollten.

Was beide gemeinsam haben, ist eine Grenze: Eine Waschmaschine empfiehlt keiner der beiden, und Lösungsmittel schließt Ortlieb aus, während Basil nur textilverträgliche Reiniger nennt. Wer keine Herstellerangabe zur eigenen Tasche findet, bleibt mit einem feuchten Tuch auf der Seite, die keiner der beiden ausschließt. Vor einer Reparatur ist Reinigung Pflicht: Deuter nimmt Taschen zur Reparatur nur gereinigt an.

Nach dem Reinigen gehört die Tasche nach Ortliebs Hinweis geschützt vor UV-Strahlung gelagert. Für Ledertaschen, die 2019 bei Warentest mit einer Tasche von Gusti im Feld waren, fand sich in den Unterlagen keine Pflegeanleitung eines Taschenherstellers.

Reparatur: was die Hersteller selbst flicken

Ortlieb repariert Taschen per Einsendung mit einem Formular oder über geschulte Servicehändler und stellt Anleitungen als Videos bereit. Laut Unternehmen lassen sich Taschen „in rund 70% der Fälle“ reparieren. Auch Umrüstungen bietet Ortlieb an, etwa einen Wechsel des Halterungssystems; der Umbau von QL1 auf QL2 geht laut FAQ nur im Werk, QL3.1 lässt sich nicht nachrüsten. Was das für die Hakenleiste im Einzelnen bedeutet, steht auf der Seite zur Befestigung von Fahrradtaschen und Hakensystemen.

Vaude betreibt einen Reparaturservice für Deutschland und Österreich, arbeitet mit Partnerwerkstätten, stellt Anleitungen bei iFixit bereit und veranstaltet ein Repair Café in Obereisenbach; repariert wird auch nach Ablauf der Garantie. Für Planentaschen verkauft Vaude ein „Repair Set TPU II“. Die Grenze nennt Vaude selbst: Aufgehende Schweißverbindungen an Radtaschen der Aqua-Serie gelten als nicht reparierbar.

Deuter bietet einen „lebenslangen Reparaturservice“, nach der Garantiezeit „gegen eine geringe Gebühr“, mit Kostenvoranschlag über den Händler. Acepac repariert auch nach der Garantie in Náchod, Revelate betreibt mit „Revelate Repairs“ eine eigene Werkstatt, Evoc einen Reparaturservice. Apidura stellt Reparaturanleitungen bereit und verschickt Ersatzteile auf Anfrage per E-Mail. Haberland repariert über den Händler, bei Basil läuft die Abwicklung über die Verkaufsstelle.

Für Topeak, KLICKfix, New Looxs und Racktime fand sich kein Reparaturservice für Taschen. AGU repariert im Garantiefall oder ersetzt nach eigener Wahl, Thule wickelt Garantiefälle über Händler mit Kaufbeleg ab.

Garantie je Marke: Dauer und Ausschlüsse

Zwischen den Marken unterscheidet sich die Garantie stärker als die Dichtheit. Die Tabelle nennt, was die Hersteller selbst schreiben:

Garantie und Bedingungen laut Hersteller, 13.10.2026
MarkeDauerBedingungen und Ausschlüsse
Ortlieb5 Jahre ab Erstkauffreiwillig, nur Erstkäufer, nicht übertragbar; ausgeschlossen üblicher Verschleiß, Überlastung, Scheuerstellen, Löcher und Risse aus Eigenverschulden; in der EU trägt Ortlieb angemessene Versandkosten
Vaude5 Jahreauf den Produktseiten ohne Bedingungen; Reparaturblog: für in Deutschland gefertigte Radtaschen
Thule2 Jahre plus 3 JahreVerlängerung nach Produktregistrierung, gilt auch für Fahrradtaschen; in den USA „Limited Lifetime“
AGUmindestens 3 Jahrebei Produktionsfehlern; eigene Seite „Lebenslange Garantie“ ohne Bedingungen
Apidura3 Jahreausgeschlossen Schäden durch Überladung
Acepac3 JahreReparatur auch danach
Restraplebenslang auf TaschenBeschläge 2 Jahre; nicht gedeckt Risse, Abschürfungen, Ablösungen
Deuter2 Jahredanach lebenslanger Reparaturservice gegen Gebühr
Topeak2 Jahrenur Erstkäufer mit Beleg eines autorisierten Händlers
Evoc2 JahreReparaturservice
Basil2 Jahre „gesetzliche Garantie“gemeint ist die Gewährleistung; Linie Kavan Eco 10 Jahre
Haberland2 Jahre GewährleistungReparatur über den Händler
Racktimekeine Angabe für Taschen10 Jahre nur auf Standardträger, Körbe und Bootbag ab Produktionsjahr 2022
KLICKfix, New Looxskeine Angabe gefunden–
RevelateDauer nicht genanntMaterial- und Verarbeitungsfehler, Erstbesitzer

Bei zwei Marken widersprechen sich die Quellen. Radfahren schrieb im März 2026 zu seinem Kombitaschen-Test, nur Ortlieb und Red Rebane gäben fünf Jahre Garantie, alle anderen zwei. Die Produktseiten von Vaude zeigen aber „5 Jahre Garantie“, und AGU nennt mindestens drei. Bei Thule unterscheidet sich die Garantie nach Land: In Deutschland gibt es zwei Jahre und drei weitere nach Registrierung, auf der US-Seite heißt es für „Bike Bags & Racks“ „Limited Lifetime“; den deutschen Wortlaut ließ der Server nur über ein Rendering-Werkzeug lesen.

Wichtiger als die Jahreszahl sind die Ausschlüsse, denn sie treffen genau die Schäden, die eine dichte Tasche undicht machen. Ortlieb schließt Scheuerstellen, Löcher und Risse aus, die durch Eigenverschulden entstanden sind, Restrap „rips, scuffs, peels“, Apidura Schäden durch Überladung. Eine lange Garantie deckt also Material- und Verarbeitungsfehler, nicht aber den Riss nach einem Sturz oder das Loch, das am Träger durchgescheuert ist.

Gebraucht gekauft heißt oft: ohne Herstellergarantie

Ortlieb gewährt seine fünf Jahre nur dem Erstkäufer und schließt die Übertragung aus, Topeak verlangt den Erstkauf mit Beleg eines autorisierten Händlers, Revelate deckt nur den Erstbesitzer. Wer eine Tasche gebraucht kauft, sollte bei diesen Marken nicht mit der Herstellergarantie rechnen, wohl aber mit Reparatur und Ersatzteilen.

Ersatzteile, Auslaufmodelle und alte Testurteile

Der ADFC nennt beim Kauf eine Frage, die bei dichten Taschen über die Lebensdauer entscheidet: „Sind die stark belasteten Haken als Ersatzteile erhältlich?“ Ortlieb verkauft im eigenen Shop QL-Haken, Halbellipsen, Schienen, Hilfsverschlüsse, Tragegurte, Scheuerschutz und Diebstahlsicherungen und gibt eine „10-jährige Ersatzteilgarantie nach Auslauf eines Produktes“, auf den Produktseiten „mindestens zehn Jahre“. Für dickere Gepäckträgerrohre von 17 bis 20 Millimetern, wie sie an manchen Pedelecs verbaut sind, gibt es eigene Haken; was am E-Bike mit Gepäckträgerakku und dicken Rohren sonst zu beachten ist, steht auf der Nachbarseite.

Vaude führt als Ersatzteile den QMR-Haken 2.0 mit Griff, Reduzierstücke, den „Haifischzahn“-Haken für die Schiene und das TPU-Reparaturset für Planenmaterial. Basil verkauft Hook-On-Haken, MIK-Hooks mit Schloss, MIK-Studs, eine MIK-Adapterplatte und eine Universal Bridge; Schultergurt oder Rollverschluss fanden sich dort nicht als Ersatzteil. KLICKfix hat einen eigenen Ersatzteilshop, Racktime liefert Schultergurt, Hakeneinlagen für 10 und 12 Millimeter und Schienensets über den Fachhandel, Haberland Ersatzschienen und Haken. Topeak bietet Service-Kits mit Innensäcken, Haken und Abstandhaltern, Restrap Schaumstoff-Abstandhalter, Dry Bags und Gurte.

Die Folgekosten einer dichten Tasche entstehen also an den Verschleißteilen um die dichte Hülle herum: Haken, Schiene, Gurt, Scheuerschutz, bei Bikepacking-Taschen der Innensack. Wer zwischen zwei gleich dichten Taschen wählt, sollte die mit der belegten Ersatzteillage nehmen. Ein Nachkauf der Haken hält eine Tasche in Betrieb; ein fehlender Haken legt sie still, auch wenn der Stoff noch hält.

Viele Modelle aus den Tests gibt es nicht mehr. Ortliebs Back-Roller City und Bike-Shopper fehlen in der Produktliste des Herstellers, Deuters Weybridge 20+5 und Mainhattan 17+10, beide 2023 bei Radfahren im Test, sind auf deuter.com nicht mehr zu finden. Vaudes eBack ist nicht mehr gelistet, Thules Pack 'n Pedal-Taschen haben keine Produktseite mehr, Basils Bloom-Taschen aus dem Öko-Test 2015 ebenfalls nicht. Bei Haberland heißt die Serie heute H2O; die Warentest-Tasche HaZwoO mit der Artikelnummer HZO151 00 entspricht vermutlich der heutigen H2O151-00, bestätigt ist das nicht.

Ein Testurteil gilt deshalb für das geprüfte Exemplar, nicht für den Namen. Hinweise auf einen neuen Test der Stiftung Warentest oder von Öko-Test fanden sich nicht; Warten auf frischere Daten hat derzeit keinen absehbaren Endpunkt.

Dichtheit und Zustand prüfen

Die folgenden Handgriffe bündeln, was die Abschnitte oben begründen: die Rollregel, den Blick auf Nähte und Schweißkanten, die Regenhülle, den Duschtest nach dem Vorbild von Auto Bild, die Pflege nach Herstellerangabe und die Unterlagen für einen Garantiefall. Sie ersetzen keine Laborprüfung, aber sie zeigen, ob die eigene Tasche unter Alltagsbedingungen hält, was sie verspricht. Am sinnvollsten ist die erste Kontrolle direkt nach dem Kauf, solange ein Umtausch noch möglich ist, und danach vor jeder längeren Tour.

Dichtheit und Zustand einer Fahrradtasche prüfen

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Grundlage: Ortlieb Produktseiten und FAQ (Rollregel, Schrauben, UV, Reinigung) · ADFC Kaufhinweise · Stiftung Warentest 06/2019 (Regenhülle, Gummizug) · Kassensturz 2021 und Öko-Test 2015 (Nähte) · Vaude Reparaturseite (Schweißverbindungen) · Auto Bild 2025 (Duschtest mit Papiertüchern) · Basil FAQ · Thule und Topeak Garantiebedingungen, alle abgerufen am 13.10.2026 · Der Haken bleibt in deinem Browser und wird nicht gespeichert.

Was nach dem Kauf sonst kommt, ist wenig: ein erster Duschtest zu Hause, bevor die Tasche auf einer Tour dicht sein muss, ein zweiter nach einer Saison und bei Thule die Registrierung, ohne die es bei zwei Jahren Garantie bleibt.

Zur Entsorgung einer ausgedienten Tasche, zu Rücknahmeprogrammen oder zur Trennung von Plane, Kunststoffhaken und Metallteilen fand sich bei keinem der ausgewerteten Hersteller eine Angabe.

Wofür sich bei dichten Taschen kein Beleg fand

  • Eine Norm für Fahrradtaschen oder für deren Dichtheit; ISO 11243 schließt abnehmbare Taschen aus.
  • Ein Labortest mit veröffentlichtem Regenverfahren im deutschsprachigen Raum nach 2021; die Stiftung Warentest prüfte zuletzt 2019, Öko-Test 2015.
  • Die Zuordnung der Öko-Test-Werte zu den einzelnen Taschen und die Einzelnoten; sie liegen hinter der Bezahlschranke.
  • Ob die bei Öko-Test genannte Norm „DIN EN 210811“ ein Tippfehler für DIN EN 20811 ist.
  • Welche Prüfung hinter Restraps Angabe IP6K6 steht und wer die IPX4-Angabe von Thule zertifiziert hat.
  • IP-Angaben für Taschen von Vaude, Haberland, KLICKfix, AGU, New Looxs, Topeak, Apidura, Evoc, Acepac und Revelate.
  • Eine Fahrradtasche mit unabhängig belegter Schutzart IPX7 oder IPX8.
  • Ein neutraler Vergleich von PVC, PU und TPU zu Haltbarkeit, Kälteverhalten oder Gewicht.
  • Eine Prüfnorm oder Messwerte zur UV-Beständigkeit von Taschenstoffen.
  • Ein unabhängiger Schadstofftest an Fahrradtaschen nach dem Phthalat-Stichtag vom 7. Juli 2020.
  • Eine unabhängige PFAS-Messung an Fahrradtaschen, eine ausdrückliche PFAS-Aussage von Ortlieb und der aktuelle Stand der EU-weiten PFAS-Beschränkung bei ECHA.
  • Ob Fahrradtaschen nach der PFHxA-Verordnung als Kleidungszubehör (Stichtag 2026) oder als sonstiges Textil (2027) gelten.
  • Die Pflegehinweise von Vaude; die Hilfeseite war nicht erreichbar.
  • Eine Begründung, warum Basil von Seife abrät.
  • Garantieangaben von KLICKfix und New Looxs sowie die Garantiedauer bei Revelate.
  • Rücknahme- oder Entsorgungsangaben der Hersteller.
  • Ob die Haberland H2O dasselbe Modell ist wie die 2019 geprüfte HaZwoO.

Quellen zu Dichtheit, Material und Garantie

Alle Quellen wurden am 13. Oktober 2026 abgerufen und im Original gelesen; die Seiten von Thule ließen sich nur über ein Rendering-Werkzeug lesen. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet, Amazon-Angaben sind eine Momentaufnahme vom selben Tag. Testergebnisse stammen von den genannten Instituten und Magazinen, diese Seite hat nichts selbst geprüft und nennt keine Preise.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Satteltaschen wasserdicht?

Nicht alle, und „wasserdicht“ ist keine geschützte Angabe. Bei der Stiftung Warentest ließen 2019 sieben von 20 Gepäckträgertaschen Wasser hinein, darunter sechs von zehn Citytaschen. Belastbar ist nur eine IP-Schutzart des Herstellers mit ihrer Bedingung, etwa IP64 bei Ortlieb für einen drei- bis viermal eingerollten Rollverschluss.

Was bedeutet IPX4 oder IP64 bei einer Fahrradtasche?

Der IP-Code stammt aus DIN EN 60529 für elektrische Geräte. Die erste Ziffer steht für Staubschutz, die zweite für Wasserschutz; 4 heißt Spritzwasser aus allen Richtungen, 3 nur Sprühwasser bis 60 Grad zur Senkrechten. Ein X bedeutet, dass zum Staub nichts angegeben ist; IP64 heißt staubdicht und spritzwassergeschützt, nicht untertauchbar.

Gibt es einen aktuellen Test von Stiftung Warentest oder Öko-Test zu Fahrradtaschen?

Nein. Der letzte Test der Stiftung Warentest erschien im Juni 2019 mit Taschen, die im Dezember 2018 gekauft wurden, der letzte von Öko-Test im April 2015. Jüngere Laborwerte stammen aus der Schweiz von Kassensturz und Velojournal 2021.

Rollverschluss oder Deckel: Was hält dichter?

Ortlieb gibt Rolltaschen IP64, Deckel- und Shoppermodellen wie Commuter-Bag Urban und Velo-Shopper IP53. Der ADFC nennt Rollverschlüsse zuverlässig wasserdicht, warnt aber, dass sich eine prall gefüllte Tasche vielleicht nicht mehr dicht aufrollen lässt. Radfahren nannte den Rollverschluss 2023 dennoch die klassische Schwachstelle; Ortlieb gibt IP64 nur für einen drei- bis viermal eingerollten, nach unten abgespannten Verschluss an.

Sind wasserdichte Fahrradtaschen unbedingt notwendig?

Für Einkäufe bei trockenem Wetter oder verpackte Ware reicht oft eine wasserabweisende Tasche. Für Laptop, Papiere oder eine mehrtägige Radreise spricht die Testlage für eine verschweißte Rolltasche, weil genähte Taschen und solche mit Regenhülle in den Tests von 2015, 2019 und 2021 auffielen.

Darf eine Fahrradtasche in die Waschmaschine?

Keiner der beiden Hersteller, die sich zur Reinigung äußern, empfiehlt das. Basil schließt die Waschmaschine und Seife ausdrücklich aus und rät zu einem feuchten Tuch, Ortlieb empfiehlt warmes Wasser mit milder Seifenlauge und keine Lösungsmittel. Die Pflegeseite von Vaude ließ sich nicht abrufen.

Lässt sich eine undichte Fahrradtasche reparieren?

Oft ja: Ortlieb nennt eine Reparaturquote von rund 70 Prozent, Vaude und Deuter reparieren auch nach Ablauf der Garantie, Vaude verkauft ein TPU-Reparaturset für Planentaschen. Aufgehende Schweißverbindungen an der Vaude Aqua-Serie gelten laut Vaude allerdings als nicht reparierbar.