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Vergleich

Schlösser fürs E-Bike: sechs Modelle mit Zertifikatsfrage

E-Bike-Schlösser im Vergleich: warum hier ART-Angaben auftauchen, was die Sternestufen bedeuten und wie sich eine Zertifikatsangabe überhaupt prüfen lässt.

Profilbild von Kathrin VoßVon Kathrin VoßAktualisiert: 06. September 2026Aggregierte Einordnung – kein Eigentest

1.270 Euro — so hoch war 2025 der durchschnittliche versicherte Schaden je gestohlenem Fahrrad, ein Höchststand nach Angaben der Versicherungswirtschaft. Bei E-Bikes liegt der Wiederbeschaffungswert regelmäßig weit darüber, und genau das verschiebt die Rechnung: Nach der Faustregel, die GDV, VdS und Polizei übereinstimmend nennen, gehören fünf bis zehn Prozent des Radpreises ins Schloss. Sechs Modelle stehen hier, alle am 6. September 2026 einzeln geprüft. Vier davon schließen an, zwei tun etwas anderes.

Block 1

Schlösser, die das Rad an einen festen Punkt binden

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Das spricht dafür: ART-2-Angabe — die von Fahrradversicherern geforderte Mindeststufe.

Fazit: Führt ein ART-2-Zertifikat im Titel — die Stufe, die niederländische Fahrradversicherer als Mindestanforderung nennen. 8,3 Millimeter Kette bei 2,5 Kilogramm.

Kernfakten

Bauart
Kettenschloss
Kettenstärke
8,3 mm
Gewicht
2,5 kg (Herstellerangabe)
Zertifikat
ART 2 laut Herstellerangabe

Am besten für: E-Bike-Besitzer, denen eine unabhängige Zertifizierungsstufe wichtig ist

Weniger geeignet für: Wer einen langen Erfahrungsstamm sehen will

Pro

  • Nennt eine unabhängige Zertifizierungsstufe statt einer Hausskala
  • 8,3 Millimeter Kettenstärke

Contra

  • Nur 13 Bewertungen — statistisch noch keine Aussage
  • ART-Zulassungsnummer wird im Angebot nicht genannt
  • 2,5 Kilogramm

Ausstattung

  • ART-2-Angabe
  • 8,3 mm Kette
  • 2,5 kg
  • Für E-Bikes ausgelegt
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2Radwerk Secure Fold, ART-zertifiziert

2Radwerk

Das spricht dafür: 100 Zentimeter Umgriff bei 6 Millimeter Stabstärke.

Fazit: Faltschloss mit ART-Angabe und 100 Zentimeter Umgriff — genug, um Rahmen und Laufrad zugleich an einen Ständer zu legen. Die Stabstärke von 6 Millimetern liegt über den gängigen 5-Millimeter-Faltschlössern.

Kernfakten

Bauart
Faltschloss
Länge
100 cm
Stabstärke
6 mm
Zertifikat
ART laut Herstellerangabe

Am besten für: E-Bikes, die an unterschiedlichen Punkten angeschlossen werden

Weniger geeignet für: Wer eine belegte ART-Sternezahl sehen will

Pro

  • Längster Umgriff im Faltbereich dieses Clusters
  • 6 Millimeter statt der üblichen 5
  • ART-Angabe statt Hausskala

Contra

  • 64 Bewertungen sind ein schmaler Erfahrungsstamm
  • Sternewert im unteren Bereich des Clusters
  • Sternezahl der ART-Einstufung wird nicht genannt

Ausstattung

  • 100 cm Umgriff
  • 6 mm Stäbe
  • ART-Angabe
  • Faltbar
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Das spricht dafür: 125 Zentimeter — lang genug für zwei Räder an einem Schloss.

Fazit: 125 Zentimeter bei 8,3 Millimeter Kettenstärke — die Kombination, mit der sich zwei Räder oder Rahmen und beide Laufräder gemeinsam anschließen lassen. 2,5 Kilogramm sind der Preis dafür.

Kernfakten

Bauart
Kettenschloss
Kettenstärke
8,3 mm
Länge
125 cm
Gewicht
2,5 kg (Herstellerangabe)

Am besten für: Zwei Räder gemeinsam oder Rahmen samt beiden Laufrädern

Weniger geeignet für: Den täglichen Transport im Rucksack

Pro

  • Längstes Schloss im Cluster
  • 8,3 Millimeter Kettenstärke
  • Breiter Erfahrungsstamm für die Preisklasse

Contra

  • 2,5 Kilogramm
  • Mehr Länge heißt mehr Kette, die am Boden aufliegen kann

Ausstattung

  • 125 cm Länge
  • 8,3 mm Kette
  • 2,5 kg
  • Über 1.200 Bewertungen
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TECHCYC ART Faltschloss 120 cm

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Das spricht dafür: 120 Zentimeter Umgriff mit integriertem Versteck für einen Tracker.

Fazit: 120 Zentimeter Umgriff und ein Versteck für einen Bluetooth-Tracker im Schlosskörper — eine Antwort auf die niedrige Aufklärungsquote, nicht auf den Aufbruch selbst.

Kernfakten

Bauart
Faltschloss
Länge
120 cm
Besonderheit
Versteck für Bluetooth-Tracker
Zertifikat
ART 2 laut Herstellerangabe

Am besten für: Wer Sicherung und Wiederfinden kombinieren will

Weniger geeignet für: Wer sich auf den Tracker statt auf das Schloss verlässt

Pro

  • Größter Umgriff aller Faltschlösser im Cluster
  • Trackerfach adressiert die Wiederbeschaffung

Contra

  • Nur 10 Bewertungen
  • Ein Tracker verhindert keinen Diebstahl
  • Sehr lange Faltschlösser bauen im Paket sperrig

Ausstattung

  • 120 cm Umgriff
  • Tracker-Versteck
  • ART-2-Angabe
  • Faltbar

Warum bei E-Bikes ein Zertifikat mehr wert ist als eine Levelzahl

In den Vergleichen zu Bügelschlössern und Faltschlössern trägt kein einziges Modell eine unabhängige Prüfangabe — dort steht ausschließlich, was der jeweilige Hersteller auf seiner eigenen Skala vergibt. In diesem Feld ist das anders: Vier von sechs Modellen nennen eine ART-Angabe. Das ist der einzige Teil des deutschen Schlossmarkts, in dem unabhängige Zertifikate sichtbar beworben werden.

Der Unterschied ist grundsätzlich. Eine Levelzahl vergibt der Hersteller sich selbst, und ABUS legt in der eigenen Dokumentation offen, dass die Skala zu 75 Prozent Sicherheit, zu 20 Prozent Komfort und zu 5 Prozent Design abbildet. Ein ART-Stern dagegen wird von der Stiftung ART vergeben, deren Vorstand aus Branchenverband, Automobilclub, Prüfinstitut und Versicherern besteht, und beruht auf Prüfungen durch das Institut SKG-IKOB — nach Angaben der Stiftung über zwanzig Einzeltests, darunter Frost-, Staub-, Korrosions-, Dauer-, Knips-, Zugfestigkeits- und Angriffstest.

Es gibt allerdings einen Haken, und der betrifft ausgerechnet die Angebote in diesem Feld. ART-zugelassene Schlösser tragen nach Angaben der Stiftung eine vierstellige Zulassungsnummer. Keines der Angebote nennt sie. Ohne diese Nummer ist eine Formulierung wie „ART-zertifiziert" eine Behauptung im Angebotstext, keine überprüfbare Angabe. Wer auf Nummer sicher gehen will, fragt beim Händler danach.

Was die ART-Stufen tatsächlich bedeuten

Das Sternesystem reicht von eins bis fünf, und die Zuordnung ist an Fahrzeugklassen gekoppelt statt an abstrakte Sicherheitsgrade. ART 1 bezeichnet ein Zweitschloss mit Mitnahmesicherung. ART 2 ist ein Schloss mit gutem Diebstahlschutz für Fahrräder — und die Stufe, die Fahrradversicherer nach Angaben der Stiftung als Minimum verlangen.

Darüber wird es interessant für E-Bike-Besitzer. Versicherer von Mofas und Rollern fordern mindestens drei Sterne, Motorradversicherer mindestens vier. Ein schnelles S-Pedelec, das rechtlich als Kleinkraftrad gilt, liegt damit näher an der Drei-Sterne-Anforderung als am Fahrrad-Minimum. Wer ein solches Rad fährt, sollte die Bedingungen des eigenen Vertrags lesen, statt sich auf die Fahrradregel zu verlassen.

Zur Prüfschärfe nennt die Stiftung selbst nur ungefähre Angaben: Angriffstest 1 für ein oder zwei Sterne verlangt, dass das Schloss „ein paar Minuten" mehreren Öffnungsversuchen mit einfachem Werkzeug standhält; Angriffstest 2 für drei oder vier Sterne dasselbe mit spezifischem Werkzeug. Exakte Zeiten in Minuten veröffentlicht ART nicht — wer solche Zahlen in einem Angebotstext liest, sollte nach der Quelle fragen.

ART-StufeWofür laut Zertifizierer gedachtVon welchen Versicherern gefordert
ART 1Zweitschloss mit Mitnahmesicherungkeine Mindestanforderung
ART 2guter Diebstahlschutz für FahrräderFahrradversicherer, mindestens
ART 3Fahrräder mit hohem Risiko, Mofas und RollerBrom- und Snorfiets-Versicherer, mindestens
ART 4 und 5Motorräder unterwegs beziehungsweise zu HauseMotorradversicherer, mindestens vier

Der Angriff, der bei E-Bikes den Unterschied macht

Bei einem Rad im vierstelligen Wiederbeschaffungsbereich lohnt sich für einen Dieb ein Werkzeug, das sich bei einem Alltagsrad nicht lohnt: der Akku-Winkelschleifer. Er durchtrennt gehärteten Stahl unabhängig von der Materialstärke; die Frage ist nur, wie lange es dauert und wie viel Aufmerksamkeit es erregt.

Bei den unabhängigen Prüfstellen taucht dieses Werkzeug erst ganz oben auf. Sold Secure beschreibt die eigene Diamond-Stufe als höchste Widerstandsklasse einschließlich Spezialwerkzeugen, ausgerichtet darauf, die zerstörerischsten Angriffe zu verhindern, zu denen Winkelschleifer gehören können. Ein Detail für alle, die Siegel vergleichen: Der Zertifizierer merkt selbst an, dass Pedal Cycle Diamond und Powered Cycle Gold dasselbe Sicherheitsniveau bezeichnen, weil dieselben Werkzeuge, Angriffsmethoden und Zeitlimits verwendet werden.

Im deutschen Handel adressiert ein Modell dieses Szenario ausdrücklich — das Bügelschloss im Feld, das der Hersteller gegen Sägeangriffe mit Winkelschleifern bewirbt und der eigenen Höchststufe zuordnet. Ob und wie lange es standhält, ist aus den Herstellerangaben nicht ablesbar; diese Seite gibt daher keine Zeitangabe wieder.

Was ein Schloss am E-Bike nicht abdeckt

Der Akku ist häufig das eigentliche Ziel, und kein Rahmenschloss und keine Kette schützt ihn. Wer den Akku abnehmen kann, sollte das bei längeren Standzeiten tun. Zweitens: Die Aufklärungsquote beim Fahrraddiebstahl lag 2024 bei 9,7 Prozent gegenüber 58 Prozent bei der Gesamtkriminalität. Ein gestohlenes Rad kommt statistisch fast nie zurück — die Sicherung vorher ist der einzige verlässliche Hebel.

Gewicht ist bei dieser Radklasse das schwächste Gegenargument

Bei einem Rad ohne Motor entscheidet ein Kilogramm mehr Schloss darüber, ob es mitgenommen wird. Bei einem E-Bike mit 22 bis 28 Kilogramm Systemgewicht fällt derselbe Zuschlag kaum ins Gewicht — weder beim Fahren noch beim Rangieren.

Das verschiebt die übliche Abwägung deutlich. Die Modelle in diesem Feld liegen zwischen zwei und zweieinhalb Kilogramm, und das ist bei dieser Radklasse die richtige Größenordnung. Wer beim E-Bike zum leichtesten Schloss greift, spart an der falschen Stelle: Der Motor macht das Rad wertvoller und das Zusatzgewicht gleichzeitig unwichtiger.

Ein praktisches Problem bleibt trotzdem: die Unterbringung. Der Akku sitzt bei vielen E-Bikes genau dort, wo sonst der Flaschenhalter wäre — also dort, wo Falt- und Bügelschlösser ihre Halterung befestigen. Wer ein Schloss mit Rahmenhalterung will, sollte vor dem Kauf prüfen, ob am eigenen Rahmen überhaupt Platz dafür ist.

Wo das nicht geht, bleiben zwei Wege. Entweder wandert das Schloss in eine Gepäcktasche oder einen Korb, was bei einem E-Bike wegen des ohnehin vorhandenen Gepäckträgers oft der bequemste Weg ist. Oder das Schloss bleibt am Zielort — beim Kettenschloss die Regel, beim Faltschloss die Ausnahme. Beide Varianten sind besser als die dritte, die in der Praxis am häufigsten vorkommt: das Schloss bleibt zu Hause, weil es nirgends hinpasst.

Block 2

Was ergänzt, aber nicht anschließt

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Das spricht dafür: Blockiert das Hinterrad — als alleinige Sicherung ausdrücklich nicht geeignet.

Fazit: Ein Rahmenschloss blockiert das Hinterrad, es schließt das Rad an nichts an. Der GDV zählt Rahmenschlösser ausdrücklich zu den Bauarten, die einen Diebstahl meist nicht verhindern — dieses Modell ist als Ergänzung zu verstehen, nicht als Sicherung.

Kernfakten

Bauart
Rahmenschloss
Bolzenstärke
9 mm
Zertifikat
ART-Angabe des Herstellers
Funktion
blockiert das Hinterrad, kein Anschließen

Am besten für: Zweite Bauart neben einem Ketten- oder Faltschloss

Weniger geeignet für: Die alleinige Sicherung eines Rads im öffentlichen Raum

Pro

  • Immer am Rad, nichts zu vergessen
  • Sinnvoll als zweite Bauart neben einem Anschließschloss

Contra

  • Schließt das Rad an keinen festen Gegenstand an
  • Der GDV zählt Rahmenschlösser zu den unzureichenden Bauarten
  • Versicherer erkennen fest verbaute Rahmenschlösser nicht immer als eigenständiges Schloss an

Ausstattung

  • Rahmenschloss
  • 9 mm Bolzen
  • ART-Angabe
  • Zwei Schlüssel
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Das spricht dafür: Vom Hersteller ausdrücklich gegen Winkelschleifer-Angriffe ausgelegt.

Fazit: Das einzige Schloss im Feld, das der Hersteller ausdrücklich gegen Sägeangriffe mit Winkelschleifern bewirbt. ABUS ordnet es dem eigenen Level 15 zu — der höchsten Stufe der herstellereigenen Skala.

Kernfakten

Bauart
Bügelschloss
Herstellerlevel
ABUS-Level 15 (eigene Skala 1–15)
Ausrichtung
gegen Sägeangriffe mit Winkelschleifer
Bügelform
165HB230, langer Bügel

Am besten für: Teure E-Bikes an belebten Abstellorten

Weniger geeignet für: Kurze Wege mit häufigem Auf- und Abschließen

Pro

  • Adressiert das Angriffsszenario, an dem übliche Schlösser scheitern
  • Langer Bügel für dicke Anschließpunkte

Contra

  • Hohes Gewicht
  • Nur 228 Bewertungen
  • ABUS-Level ist keine unabhängige Prüfung
  • Sperrig am Rad zu transportieren

Ausstattung

  • ABUS-Level 15
  • Gegen Winkelschleifer ausgelegt
  • Langer Bügel 230 mm
  • Oberes Marktsegment

Warum ein Rahmenschloss allein nicht reicht

Ein Rahmenschloss blockiert das Hinterrad. Es verhindert, dass jemand aufsteigt und wegfährt — es verhindert nicht, dass jemand das Rad anhebt und wegträgt. Die Polizeiliche Kriminalprävention formuliert das eindeutig: Nur Vorder- und Hinterrad zu blockieren reiche als Schutz vor Dieben nicht aus, weil blockierte Fahrräder mühelos weggetragen oder verladen werden könnten.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft ist noch direkter und zählt Rahmen- und Spiralkabelschlösser zu den Bauarten, die Diebstähle meist nicht verhindern; für Fahrraddiebe seien sie ein zu leichtes Hindernis. Als qualitativ hochwertig nennt der GDV Falt-, Ketten- und Bügelschlösser.

Es gibt noch eine versicherungsrechtliche Ebene. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Versicherer ein eigenständiges Fahrradschloss verlangen und fest am Rad verbaute Rahmenschlösser nicht immer als eigenständiges Schloss gelten. Wer sich auf das mitgelieferte Rahmenschloss verlässt, kann im Schadensfall vor einem Problem stehen. Was dazu belegt ist, steht im Beitrag zur Versicherungslage.

Ein Tracker ist keine Sicherung

Ein Modell im Feld bietet ein Versteck für einen Bluetooth-Tracker im Schlosskörper. Das ist eine nachvollziehbare Reaktion auf die Aufklärungsquote von 9,7 Prozent — aber es adressiert die Wiederbeschaffung, nicht den Diebstahl.

Für die Einordnung hilft die Unterscheidung zwischen drei Ebenen: Abschreckung vor dem Zugriff, Widerstand während des Zugriffs und Wiederfinden danach. Ein Schloss wirkt auf den ersten beiden Ebenen, ein Tracker nur auf der dritten. Beide zusammen ergeben Sinn, ersetzen können sie einander nicht. Wer den Tracker als Argument für ein schwächeres Schloss nimmt, hat die Reihenfolge vertauscht.

Ergänzend empfiehlt die Polizeiliche Kriminalprävention einen Fahrradpass mit Rahmennummer, Codierung, Halterdaten und einem Foto des Rads. Die frühere Fahrradpass-App für iOS und Android wurde eingestellt — der Pass in Papier- oder Dateiform bleibt.

Zwei Bauarten statt eines starken Schlosses

Der ADFC empfiehlt, das Rad zusätzlich mit einem zweiten Schlosstyp an- und abzuschließen, weil sich Fahrraddiebe oft auf eine Bauart spezialisieren. Bei E-Bikes ist das die praktikabelste Strategie: ein Ketten- oder Faltschloss für den Rahmen an einen festen Punkt, dazu das ohnehin verbaute Rahmenschloss fürs Hinterrad.

Der Effekt ist konkret. Ein Angreifer, der mit einem Bolzenschneider kommt, hat für einen gehärteten Ringbolzen das falsche Werkzeug; einer mit einem Winkelschleifer braucht für zwei Schlösser doppelt so lange und macht doppelt so viel Lärm. Und Zeit ist die Größe, um die es geht: Der ADFC nennt drei Minuten als Faustregel — halte ein Schloss länger stand, bekämen meist auch professionelle Täter Angst, erwischt zu werden.

Praktisch heißt das nicht, zweimal dasselbe zu kaufen. Zwei Bügelschlösser sind ein Werkzeug und zwei Arbeitsschritte, ein Bügel- plus ein Kettenschloss sind zwei Werkzeuge und zwei Arbeitsschritte. Der Unterschied ist erheblich, und er kostet weniger als der Sprung zur nächsthöheren Klasse eines einzelnen Schlosses.

Warum bei E-Bikes die Versicherungsfrage vor der Schlossfrage steht

Bei einem Rad in dieser Wertklasse entscheidet nicht nur das Schloss über den Schaden, sondern auch, ob überhaupt jemand zahlt. Der GDV beziffert, wie verbreitet der Schutz ist: Von rund 27 Millionen Hausratversicherungen in Deutschland hätten knapp die Hälfte die Fahrradklausel eingeschlossen. Ohne diese Klausel greift die Hausratversicherung bei einem Diebstahl auf der Straße nicht.

Hinzu kommt eine Bedingung, die viele überrascht. Der GDV formuliert, dass die Hausratversicherung für den Fahrraddiebstahl aufkommt, wenn das Fahrrad durch ein verkehrsübliches Schloss gesichert war. Was „verkehrsüblich" im Einzelfall bedeutet, definiert der Verband nicht — und genau diese Unschärfe ist der Grund, die eigenen Vertragsbedingungen zu lesen statt sich auf eine Faustregel zu verlassen.

Für hochwertige E-Bikes gibt es außerdem eigenständige Fahrradversicherungen mit anderen Anforderungen. Diese Seite gibt dazu keine Empfehlung ab und keine versicherungsrechtliche Auskunft; was sich aus öffentlichen Quellen belegen lässt, steht im Beitrag zur Versicherungslage.

Die Anschließregel, an der die meisten scheitern

Die Polizei formuliert sie knapp: Das Fahrrad immer mit dem Rahmen an einen festen Fahrradständer oder einen anderen fest verankerten Gegenstand anschließen. Beim E-Bike kommt eine zweite Empfehlung dazu, die genau auf das häufigste Angriffswerkzeug zielt: Das Schloss möglichst weit vom Boden entfernt anbringen, damit Diebe den Bolzenschneider nicht auf dem Boden absetzen und mit ihrem Körpergewicht arbeiten können.

Beides zusammen ergibt eine einfache Prüfung am Abstellort: Sitzt das Schloss am Rahmen, nicht nur am Laufrad? Hängt es hoch genug, dass niemand es auf den Boden legen kann? Ist der Anschließpunkt tatsächlich verankert und nicht nur schwer? Die vollständige Schrittfolge samt der typischen Fehler steht im Beitrag zum richtigen Anschließen.

Welche Bauart zu welchem E-Bike-Alltag passt

Die Bauartenfrage lässt sich bei E-Bikes an einer einzigen Größe festmachen: Wo steht das Rad, wenn niemand daneben ist? Wer eine abschließbare Garage oder einen Kellerraum hat, braucht ein anderes Schloss als jemand, der jeden Tag am Bahnhof parkt.

Für den festen Stellplatz mit gutem Anschließpunkt ist ein schweres Kettenschloss die zweckmäßigste Lösung, weil es dort dauerhaft liegen bleiben kann. Für den Pendelalltag mit wechselnden Zielen ist ein Faltschloss die realistischere Wahl, weil es tatsächlich mitgenommen wird. Für Räder, die nur kurz und bei Tageslicht abgestellt werden, reicht die Kombination aus einem mittleren Anschließschloss und dem verbauten Rahmenschloss.

Was in keinem dieser Fälle funktioniert: die Sicherung allein über das, was beim Radkauf mitgeliefert wurde. Ein Rahmenschloss ist eine Ergänzung, kein Anschließschloss — dazu unten mehr. Die Bauarten im Einzelnen stehen im Kettenvergleich und im Faltvergleich.

Was bei den Bewertungszahlen zu beachten ist

Die Spanne in diesem Feld ist ungewöhnlich groß: von 10 bis über 1.200 Bewertungen. Ein Sternewert von 4,9 auf 13 Stimmen ist statistisch keine Aussage, sondern eine Momentaufnahme. Gerade bei den Anbietern, die mit ART-Angaben werben, sind die Bewertungsstämme durchweg klein — es handelt sich um jüngere Marken im deutschen Markt.

Hinzu kommt die grundsätzliche Einschränkung dieser Produktkategorie: Amazon-Bewertungen messen Handhabung, Verarbeitung und Lieferung. Ob ein Schloss einem Angriff standhält, weiß der Käufer im Idealfall nie. Aufbruchsicherheit lässt sich aus Rückmeldungen nicht ablesen — dafür gibt es Zertifizierer und den Test der Stiftung Warentest, dessen Einzelergebnisse allerdings kostenpflichtig sind.

Alle sechs Modelle nebeneinander

VINZ Tibba Kettenschloss ART 2
1

VINZ Tibba Kettenschloss ART 2

Mid-Tier
4.9(13)
Ansehen
2Radwerk Secure Fold, ART-zertifiziert
2

2Radwerk Secure Fold, ART-zertifiziert

Mid-Tier
4.2(64)
Ansehen
KOHLBURG Sicherheits-Kettenschloss 125 cm
3

KOHLBURG Sicherheits-Kettenschloss 125 cm

Mid-Tier
4.5(1.219)
Ansehen
TECHCYC ART Faltschloss 120 cm
4

TECHCYC ART Faltschloss 120 cm

Mid-Tier
4.3(10)
Ansehen
Prophete Rahmenschloss mit ART-Angabe
5

Prophete Rahmenschloss mit ART-Angabe

Einsteiger
4.0(56)
Ansehen
ABUS Granit Super Extreme 2500
6

ABUS Granit Super Extreme 2500

Premium
4.3(228)
Ansehen

Weil in diesem Feld vier von sechs Angeboten mit ART werben, lohnt sich eine kurze Anleitung. Erstens: Nach der vierstelligen Zulassungsnummer suchen. Die Stiftung ART hält fest, dass zugelassene Schlösser eine solche Nummer tragen — steht sie weder im Angebot noch auf dem Schloss, ist die Angabe nicht nachvollziehbar.

Zweitens: Auf die Sternezahl achten. „ART-zertifiziert" ohne Zahl sagt nichts darüber, ob es sich um die Zweitschloss-Stufe ART 1 oder um ART 2 handelt, die Fahrradversicherer nach Angaben der Stiftung als Minimum verlangen. Ein Angebot, das mit dem Siegel wirbt, aber die Stufe verschweigt, wirbt möglicherweise mit der niedrigsten.

Drittens: Auf die Produktvariante achten. Zertifikate gelten für ein geprüftes Modell in einer bestimmten Ausführung, nicht für eine Produktfamilie. Ein Schloss derselben Reihe in anderer Länge oder mit anderem Verschluss kann eine andere oder gar keine Zulassung haben. Wer das nicht prüfen kann, sollte die Angabe als Herstellerangabe behandeln — so wie diese Seite es tut.

Was hier nicht behauptet wird

Keine Aussage darüber, welches Schloss einem Angriff wie lange standhält — dazu gibt es keinen Eigentest und keine frei zugänglichen Prüfzeiten. Keine Bestätigung der ART-Angaben, weil die Zulassungsnummern in den Angeboten fehlen. Und keine Wiedergabe der Warentest-Einzelergebnisse, die hinter einer Bezahlschranke liegen.

Was hier steht, sind gemessene Produktdaten vom Erhebungstag, gekennzeichnete Herstellerangaben und die Aussagen von Behörden, Zertifizierern und Verbänden im Wortlaut ihrer Quellen. Alles andere wäre geraten.

Woher die Angaben stammen

Produktdaten am 06.09.2026 einzeln auf den Amazon-Produktseiten abgelesen: Titel, Kaufbarkeit, Sternewert, Bewertungszahl und Bild-Kennung. Maße, Gewichte und Zertifikatsangaben sind Herstellerangaben. Kein Eigentest, keine Preise.

FAQ

Häufige Fragen

Welches Schloss braucht ein E-Bike?

Bei einem Systemgewicht von 22 bis 28 Kilogramm faellt Zusatzgewicht kaum ins Gewicht, der Wiederbeschaffungswert liegt dagegen regelmaessig ueber dem Schadendurchschnitt von 1.270 Euro, den der GDV fuer 2025 ausweist. Beides spricht fuer die schwereren Bauarten und fuer ein unabhaengiges Zertifikat statt einer Herstellerstufe.

Was bedeutet ART 2?

ART arbeitet mit einem Sternesystem von eins bis fuenf. ART 1 bezeichnet ein Zweitschloss mit Mitnahmesicherung, ART 2 ein Schloss mit gutem Diebstahlschutz fuer Fahrraeder — nach Angaben der Stiftung die Stufe, die Fahrradversicherer als Minimum verlangen. Fuer Mofas und Roller sind es mindestens drei Sterne.

Wie prüfe ich, ob ein Schloss wirklich ART-zertifiziert ist?

Ueber die vierstellige Zulassungsnummer, die zugelassene Schloesser nach Angaben der Stiftung tragen. Fehlt sie im Angebot und auf dem Schloss, ist die Angabe nicht nachvollziehbar. Ebenso wichtig ist die Sternezahl: Eine Angabe ohne Zahl laesst offen, ob es sich um ART 1 oder ART 2 handelt.

Reicht das Rahmenschloss am E-Bike?

Nein. Es blockiert das Hinterrad, schliesst das Rad aber an nichts an. Die Polizei haelt fest, dass blockierte Fahrraeder muehelos weggetragen oder verladen werden koennen. Zudem gelten fest verbaute Rahmenschloesser laut Verbraucherzentrale nicht immer als eigenstaendiges Schloss im Sinne der Versicherungsbedingungen.

Schützt ein Tracker im Schloss?

Er adressiert die Wiederbeschaffung, nicht den Diebstahl. Bei einer Aufklaerungsquote von 9,7 Prozent ist das nachvollziehbar, ersetzt aber kein Schloss: Abschreckung und Widerstand wirken vor und waehrend des Zugriffs, ein Tracker erst danach.

Wohin mit dem Schloss, wenn der Akku den Flaschenhalter belegt?

Entweder in eine Gepaecktasche — bei E-Bikes mit Gepaecktraeger oft der bequemste Weg — oder das Schloss bleibt am Zielort. Beides ist besser als die haeufigste Variante, dass das Schloss mangels Platz zu Hause bleibt.