kaufebesser.deBesser kaufen
Ratgeber

Sicherheitsstufen bei Fahrradschlössern richtig lesen

Fünf Bewertungssysteme, kein gemeinsamer Maßstab: was ABUS-Level, Kryptonite-Punkte, ART-Sterne, Sold Secure und VdS-Klassen bedeuten — und was eben nicht.

Profilbild von Kathrin VoßVon Kathrin VoßAktualisiert: 06. September 2026Aggregierte Einordnung – kein Eigentest

„Für Fahrradschlösser gibt es im Handel keine verbindlichen Sicherungsklassen, an denen sich Verbraucher orientieren können." Dieser Satz stammt nicht von einem Verbraucherportal, sondern von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes. Er ist der Ausgangspunkt dieser Seite — denn er erklärt, warum ein Schloss mit „Level 15" und eines mit „10 von 10" beide die Spitze bezeichnen und sich trotzdem nicht vergleichen lassen.

Fünf Skalen, die nebeneinander existieren

Wer ein Fahrradschloss kauft, begegnet mindestens fünf verschiedenen Bewertungssystemen. Zwei davon vergeben Hersteller sich selbst, drei kommen von unabhängigen Stellen. Sie messen Unterschiedliches, sie benutzen unterschiedliche Zahlenräume, und keine ist in eine andere umrechenbar.

Die beiden Herstellerskalen sind die sichtbarsten, weil sie auf der Verpackung stehen. ABUS ordnet Produkte nach eigener Darstellung auf einer Skala von 1 bis 15 ein, wobei Level 15 die höchste Stufe für maximalen Schutz markiert. Kryptonite arbeitet mit einem Zehn-Punkte-System, bei dem 10 für höchste und 1 für abschreckende Sicherheit steht. Trelock verwendet eine weitere, eigene Zählung.

Die drei unabhängigen Systeme sind ART aus den Niederlanden, Sold Secure aus Großbritannien und die VdS Schadenverhütung in Deutschland. Sie prüfen Schlösser gegen definierte Angriffe und vergeben danach Stufen — ART in Sternen von eins bis fünf, Sold Secure in Bronze, Silver, Gold und Diamond, VdS in Klassen.

SystemHerausgeberSkalaWer bewertet
ABUS Security LevelABUS1 bis 15, dazu 15+der Hersteller selbst
Kryptonite RatingKryptonite1 bis 10der Hersteller selbst
ART-KeurmerkStichting ART, Niederlande1 bis 5 SternePrüfinstitut SKG-IKOB
Sold SecureMaster Locksmiths Association, UKBronze, Silver, Gold, DiamondSold Secure
VdS-KlassenVdS Schadenverhütung, DeutschlandKlassen, teils mit PluszeichenVdS

Was in einer Herstellerskala sonst noch steckt

Der wichtigste Befund dieser Seite steht in der eigenen Dokumentation eines Herstellers. ABUS beschreibt das Level-System im firmeneigenen Glossar als Bewertung einzelner Produkte nach Sicherheit mit 75 Prozent, Komfort mit 20 Prozent und Design mit 5 Prozent.

Ein Viertel der Bewertung hat also mit Diebstahlschutz nichts zu tun. Ein Schloss kann eine Stufe höher stehen, weil es sich angenehmer bedienen lässt oder besser aussieht. Für die Kaufentscheidung heißt das: Eine Levelzahl beantwortet die Frage „Wie gut ist dieses Produkt insgesamt?", nicht die Frage „Wie lange hält es einem Angriff stand?".

Dasselbe Unternehmen unterteilt sein Sicherheitsprogramm zusätzlich in drei Klassen — Maximum, Extra und Standard. Zwei Systeme desselben Herstellers nebeneinander, mit unterschiedlicher Granularität. Wer Produkte innerhalb einer Marke vergleicht, kann sich an einer solchen Skala orientieren. Wer zwischen Marken vergleicht, kann es nicht.

Was die Skalen leisten und was nicht

Innerhalb einer Marke ordnen sie zuverlässig: Level 10 ist beim selben Hersteller sicherer als Level 7. Zwischen Marken sagen sie nichts. Und keine der beiden Herstellerskalen enthält eine Zeitangabe, gegen welches Werkzeug wie lange geprüft wurde — dafür braucht es die unabhängigen Systeme.

ART: Sterne, die an Fahrzeugklassen hängen

Das niederländische ART-Keurmerk ist im europäischen Fahrradmarkt das bekannteste unabhängige Siegel. Die Stiftung beschreibt das System selbst so: Es arbeitet mit einem Sternesystem — je mehr Sterne, desto besser schützt das Schloss gegen Diebstahl. Zugelassene Schlösser tragen eine vierstellige Zulassungsnummer.

Die Besonderheit liegt in der Zuordnung. Die Stufen sind nicht abstrakt definiert, sondern an Fahrzeugklassen und Versicherungsanforderungen gekoppelt. ART 1 bezeichnet ein Zweitschloss mit Mitnahmesicherung. ART 2 ist ein Schloss mit gutem Diebstahlschutz für Fahrräder — und nach Angaben der Stiftung die Stufe, die Fahrradversicherer als Minimum verlangen. Für Mofas und Roller fordern Versicherer mindestens drei Sterne, für Motorräder mindestens vier.

Geprüft wird durch das Institut SKG-IKOB Certificatie BV in nach Angaben der Stiftung über zwanzig Einzeltests — genannt werden unter anderem Frosttest, Staubtest, Korrosionstest, Dauertest, Knipstest, Zugfestigkeitstest und Angriffstest. Die Sternezahl selbst ergibt sich aus abgestuften Angriffstests: Für ein oder zwei Sterne muss das Schloss nach Beschreibung der Stiftung „ein paar Minuten" mehreren Öffnungsversuchen mit einfachem Werkzeug standhalten, für drei oder vier Sterne dasselbe mit spezifischem Werkzeug.

Exakte Zeiten veröffentlicht ART nicht. Wer in einem Angebotstext liest, ein Schloss halte „X Minuten stand", sollte nach der Quelle fragen — bei der Zertifizierungsstelle steht diese Zahl nicht. Die Stiftung besteht seit 1982; im Vorstand sitzen nach eigener Darstellung der Branchenverband RAI Vereniging, der Automobilclub ANWB, das Prüfinstitut SKG-IKOB sowie Versicherer.

Sold Secure: von einem Handwerkzeug bis zum Winkelschleifer

Die britische Stelle wurde nach eigenen Angaben 1992 von der Northumbria und der Essex Police mit Unterstützung des Home Office gegründet und wird heute von der Master Locksmiths Association betrieben, einem gemeinnützigen Branchenverband. Geprüft wird in vier Stufen, die sich nach Darstellung der Stelle in Angriffsart, verwendeten Werkzeugen und Angriffsdauer unterscheiden.

Die unterste Stufe für Fahrradschlösser ist besonders anschaulich beschrieben: Bronze wird gegen einen kurzen Angriff mit einem einzigen, leicht zu verbergenden Handwerkzeug geprüft. Das ist das Szenario Gelegenheitsdiebstahl. Am oberen Ende steht Diamond als höchste Widerstandsklasse einschließlich Spezialwerkzeugen, ausgerichtet darauf, die zerstörerischsten Angriffe zu verhindern, zu denen Winkelschleifer gehören können.

Ein Detail für alle, die zwei Siegel nebeneinander sehen: Sold Secure weist selbst darauf hin, dass Pedal Cycle Diamond und Powered Cycle Gold dasselbe Sicherheitsniveau bezeichnen, weil dieselben Werkzeuge, Angriffsmethoden und Zeitlimits verwendet werden. Zwei verschieden klingende Bezeichnungen, eine Prüfschärfe. Konkrete Zeitwerte in Minuten veröffentlicht auch Sold Secure nicht.

VdS: die deutsche Stelle — und eine Unstimmigkeit

In Deutschland prüft die VdS Schadenverhütung GmbH Zweiradschlösser. Nach eigener Darstellung gibt es drei Klassen von VdS-Schlössern: N, A und B, wobei die höhere Klasse für das sicherere Schloss steht. Manche Schlösser tragen zusätzlich ein Pluszeichen — es bedeutet, dass sich das Zweirad damit an einem festen Gegenstand befestigen lässt.

Genau hier gibt es einen Widerspruch zwischen zwei seriösen Quellen. Die Polizeiliche Kriminalprävention beschreibt VdS-geprüfte Zweiradschlösser mit den Klassen A für Fahrräder und B für Motorräder; die Klasse N taucht dort nicht auf. Welche Darstellung aktuell ist, lässt sich von außen nicht entscheiden. Diese Seite gibt beide wieder, statt eine auszuwählen.

Zum Prüfumfang äußert sich der VdS konkret: Die Prüfung umfasst je nach Konstruktion des Schlosses meist Sägen, Bohren, Kneifen und gezielte Angriffe auf den Schließzylinder. Und für den Bolzenschneider gibt es eine klare Bestehensregel — kann das Schloss ihm nicht lange genug standhalten und wird schnell durchtrennt, gilt die Prüfung als nicht bestanden.

Warum es trotzdem eine Norm gibt

Die Aussage der Polizei, es gebe keine verbindlichen Sicherungsklassen, wird gelegentlich als „es gibt keine Norm" missverstanden. Das ist nicht dasselbe. Eine europäische Norm für Fahrradschlösser existiert: DIN EN 15496 mit dem Titel „Fahrräder — Anforderungen und Prüfverfahren für Fahrradschlösser", veröffentlicht im April 2008.

Sie beschreibt Anforderungen und Prüfverfahren — keine Klassifizierung, an der sich Käufer orientieren könnten. Beide Aussagen sind also zutreffend und widersprechen sich nicht: Es gibt ein Prüfverfahren, aber keine daraus abgeleitete verbindliche Klassenskala. Was in der Norm steht und warum ihr Überarbeitungsentwurf zurückgezogen wurde, steht im Beitrag zur Norm.

Was ein unabhängiger Test dazu sagt

Stiftung Warentest greift das Thema im Fahrradschloss-Test 3/25 selbst auf. Im frei zugänglichen Teil kündigt die Redaktion an, zu erklären, was die Sicherheitsstufen der Anbieter bedeuten, warum sie sich nur bedingt vergleichen lassen — und wie die Schlösser der jeweiligen Sicherheitsklasse im Test abgeschnitten haben.

Damit bestätigt eine dritte unabhängige Stelle, was Polizei und Herstellerdokumentation nahelegen. Die Prüfmethodik des Instituts ist ebenfalls frei einsehbar: Aufbruchsicherheit 70 Prozent, Handhabung 20 Prozent, Haltbarkeit 10 Prozent. Drei Fachleute setzten Werkzeug an, ein vierter versuchte das gewaltfreie Öffnen etwa durch Picking, jeweils mit bis zu drei Minuten Zeit. Zusätzlich wurden Schneid-, Zug- und Schlagfestigkeit in Anlehnung an DIN EN 15496:2008 geprüft.

Die Datenbank umfasst nach Angaben des Instituts 89 Fahrradschlösser seit 2017; im Test 3/25 kamen 19 hinzu, eingekauft von September 2024 bis Januar 2025. Die Einzelergebnisse liegen hinter einer Bezahlschranke und werden hier nicht wiedergegeben.

Warum die Stufen nicht ineinander umrechenbar sind

Die naheliegende Frage lautet: Wenn ABUS bis 15 zählt und Kryptonite bis 10, entspricht dann Level 12 etwa einer 8? Die Antwort ist nein, und der Grund liegt tiefer als bei unterschiedlichen Zahlenräumen.

Erstens messen die Systeme Unterschiedliches. Die eine Skala bezieht Komfort und Design mit ein, die andere beschreibt nach Herstellerangabe eine Sicherheitseinstufung von abschreckend bis höchstmöglich. Zweitens fehlt eine gemeinsame Bezugsgröße: Es gibt keinen definierten Angriff, gegen den beide Hersteller prüfen, und keine veröffentlichte Prüfvorschrift, an der sich die Stufen ausrichten.

Drittens sind die Skalen produktübergreifend gedacht. ABUS ordnet nach eigener Darstellung „unsere Produkte" ein — also nicht nur Fahrradschlösser, sondern das gesamte Sortiment. Eine Skala, die vom Vorhängeschloss bis zum Motorradschloss reicht, verteilt ihre Stufen anders als eine, die nur Fahrradschlösser abbildet.

Was tatsächlich zwischen Marken vergleichbar ist, sind physische Maße: Bügelstärke in Millimetern, Kettengliedstärke, Stabstärke beim Faltschloss, Umgrifflänge und Gewicht. Diese Zahlen bedeuten überall dasselbe. Sie stehen in den Produktvergleichen dieses Clusters jeweils in der Vergleichstabelle.

Die drei Minuten, die überall auftauchen

Eine Zahl zieht sich durch das ganze Thema. Der ADFC nennt als Faustregel, dass ein Fahrradschloss drei Minuten gewaltsamen Aufbruchsversuchen standhalten muss; dauere es länger, bekämen meist auch professionelle Fahrraddiebe Angst, erwischt zu werden. Stiftung Warentest gibt den eigenen Prüfern jeweils bis zu drei Minuten.

Damit ist die Logik dieser Produktkategorie beschrieben: Es geht nicht um Unknackbarkeit, sondern um Zeit und Auffälligkeit. Ein Schloss verschiebt die Rechnung des Angreifers — mehr Zeit am Objekt, mehr Lärm, höheres Entdeckungsrisiko. Diese Formulierung findet sich sinngemäß bei mehreren Stellen, als wörtliches Zitat einer Zertifizierungsstelle ließ sie sich in dieser Recherche allerdings nicht belegen.

Wie man eine Angabe im Angebot prüft

Drei Fragen genügen. Erstens: Stammt die Stufe vom Hersteller oder von einer unabhängigen Stelle? Steht „Level" oder „Sicherheitsstufe" dabei, ist es fast immer eine Hausskala. Steht ART, Sold Secure oder VdS dabei, ist es eine Prüfung.

Zweitens: Wird die konkrete Stufe genannt? „ART-zertifiziert" ohne Sternezahl lässt offen, ob es sich um die Zweitschloss-Stufe ART 1 handelt oder um ART 2, die Fahrradversicherer als Minimum verlangen. Drittens: Gibt es eine Nummer? ART-zugelassene Schlösser tragen eine vierstellige Zulassungsnummer, an der sich die Angabe überprüfen lässt.

In den Produktvergleichen dieses Clusters ist das Ergebnis ernüchternd: In den Feldern zu Bügelschlössern, Faltschlössern und Kettenschlössern weist fast kein Modell eine unabhängige Prüfstufe aus. Nur im E-Bike-Feld werben mehrere Anbieter mit ART — dort allerdings ohne Zulassungsnummer.

Wie oft die Stufe im Handel überhaupt genannt wird

Für diesen Cluster wurden zwanzig Schlösser einzeln auf ihrer Produktseite geprüft. Das Ergebnis zur Kennzeichnung ist aufschlussreich. Eine Herstellerlevel-Angabe findet sich bei etwa der Hälfte der Modelle, überwiegend bei den beiden großen Marken. Eine unabhängige Zertifikatsangabe findet sich bei fünf Modellen — und alle fünf stammen aus dem E-Bike-Segment.

Ein Modell mit über 8.000 Bewertungen, das meistbewertete im gesamten Cluster, nennt weder eine Levelzahl noch ein Zertifikat. Beworben wird es mit „gehärtetem Spezialstahl" — eine Materialangabe ohne Prüfbezug. Wer nach Sicherheitsstufen sucht, wird bei den meistverkauften Modellen also gar nicht fündig.

Daraus folgt eine praktische Konsequenz: Die Abwesenheit einer Stufenangabe sagt nichts über die Qualität eines Schlosses. Sie sagt nur, dass der Hersteller sich für dieses Marketingelement nicht entschieden hat. Umgekehrt gilt dasselbe — eine hohe Hausskala-Zahl ist kein Prüfergebnis.

Was sich aus keiner Skala ablesen lässt

Keine der fünf Skalen beantwortet, welches Schloss zu welchem Abstellort passt. Sie sagen etwas über Widerstandsfähigkeit, nichts über Umgrifflänge, Gewicht, Transportierbarkeit oder die Frage, ob das Schloss an den eigenen Rahmen passt. Genau diese Punkte entscheiden aber darüber, ob ein Schloss benutzt wird — und ein nicht benutztes Schloss hat keine Sicherheitsstufe.

Zweitens sagt keine Skala etwas über die Kombination. Der ADFC empfiehlt, das Rad zusätzlich mit einem zweiten Schlosstyp zu sichern, weil sich Diebe oft auf eine Bauart spezialisieren. Zwei Schlösser mittlerer Stufen unterschiedlicher Bauart können praktisch mehr leisten als ein einzelnes der höchsten Stufe — bewerten lässt sich das mit keinem der Systeme.

Und drittens sagt keine Skala etwas über die Anwendung. Ein Schloss der höchsten Stufe, das nur ums Vorderrad gelegt wird, schützt das Vorderrad. Die Polizeiliche Kriminalprävention hält fest, dass es nicht ausreicht, nur Vorder- und Hinterrad zu blockieren, weil blockierte Fahrräder mühelos weggetragen oder verladen werden könnten. Wie man es stattdessen macht, steht im Beitrag zum richtigen Anschließen.

Nicht belegbar

Zwei verbreitete Angaben ließen sich in dieser Recherche nicht auf eine Primärquelle zurückführen und fehlen deshalb auf dieser Seite. Erstens die verkürzte Faustregel „zehn Prozent des Fahrradwerts fürs Schloss": GDV, VdS und Polizeiliche Kriminalprävention nennen übereinstimmend eine Spanne von fünf bis zehn Prozent, nicht den Einzelwert.

Zweitens konkrete Widerstandszeiten je Zertifikatsstufe. Weder ART noch Sold Secure veröffentlichen Minutenwerte für ihre Stufen. Wo solche Zahlen in Angeboten auftauchen, stammen sie nicht von den Zertifizierern.

Was passiert, wenn die Quellen sich widersprechen

Diese Seite gibt an zwei Stellen widersprüchliche Angaben wieder, statt eine davon auszuwählen. Das ist Absicht. Bei den VdS-Klassen nennt der Zertifizierer selbst drei Klassen, die Polizeiliche Kriminalprävention zwei. Bei den Diebstahlzahlen nennt der VdS in seiner Darstellung deutlich über 265.000 gestohlene Räder in den vergangenen Jahren, während das Bundeskriminalamt für 2024 245.868 Fälle ausweist und die Polizeiliche Kriminalprävention für 2025 214.264.

Im zweiten Fall lässt sich der Widerspruch erklären: Die VdS-Angabe ist offenbar nicht fortgeschrieben und beschreibt ein früheres Niveau. Im ersten Fall lässt er sich von außen nicht auflösen. Für Käufer heißt das: Eine Klassenangabe im Handel gehört beim Zertifizierer gegengeprüft, nicht bei einem Zwischenhändler.

Der allgemeine Punkt dahinter ist wichtiger als die beiden Einzelfälle. In einem Feld ohne verbindliche Klassifizierung kursieren Angaben unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft nebeneinander. Wer eine Zahl liest, sollte fragen, wer sie erhoben hat und wann — bei Prüfstufen genau wie bei Statistiken.

Wie die Stufenangaben zustande kommen

Alle Angaben zu Skalen und Prüfstufen stammen aus den Veröffentlichungen der jeweiligen Stelle beziehungsweise des jeweiligen Herstellers, abgerufen am 06.09.2026. Kein Eigentest, keine eigenen Aufbruchversuche, keine Preise.

FAQ

Häufige Fragen

Sind Sicherheitsstufen verschiedener Hersteller vergleichbar?

Nein. Die Polizeiliche Kriminalpraevention haelt fest, dass es im Handel keine verbindlichen Sicherungsklassen gibt und dass sich die Kennzeichnungen von Hersteller zu Hersteller unterscheiden. Stiftung Warentest schreibt, die Sicherheitsstufen der Anbieter liessen sich nur bedingt vergleichen.

Was misst die ABUS-Skala von 1 bis 15?

Nach Angaben des Herstellers im eigenen Glossar bewertet das Level-System einzelne Produkte nach Sicherheit mit 75 Prozent, Komfort mit 20 Prozent und Design mit 5 Prozent. Ein Viertel der Bewertung hat also mit Diebstahlschutz nichts zu tun.

Welches unabhängige Siegel ist relevant?

Drei sind es: ART aus den Niederlanden mit Sternen von eins bis fuenf, Sold Secure aus Grossbritannien mit Bronze bis Diamond und die deutsche VdS Schadenverhuetung mit Klassen. Alle drei pruefen gegen definierte Angriffe — anders als die Herstellerskalen.

Wie lange hält ein Schloss der jeweiligen Stufe?

Konkrete Widerstandszeiten veroeffentlichen weder ART noch Sold Secure. ART nennt fuer die unteren Angriffstests lediglich ein paar Minuten, Sold Secure spricht allgemein von der beim Angriff aufgewendeten Zeit. Wo in Angeboten Minutenangaben stehen, stammen sie nicht von den Zertifizierern.