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Ratgeber

Campingkocher im Notfall: Stromausfall, Balkon, Lagerung

Campingkocher bei Stromausfall: was BBK, Schleswig-Holstein und Hersteller zu Wohnung und Balkon sagen, wie Kartuschen lagern, wie viel Vorrat sinnvoll ist.

Wer einen Campingkocher sucht, um bei einem Stromausfall in der Küche weiterzukochen wie sonst am Herd, ist auf dieser Seite falsch, und zwar nicht aus Vorsicht der Redaktion. Das Innenministerium Schleswig-Holstein führt den Campingkocher mit Gaskartusche unter „Nur im Freien verwenden“, Campingaz schließt Wohnbereiche ausdrücklich aus, und MSR nennt in seiner Gebrauchsanleitung das Zuhause als einen der Orte, an denen der Kocher nie brennen darf. Richtig ist diese Seite für Haushalte, die einen Platz im Freien haben, an dem sie kochen können, für alle, die Kartuschen für den Ernstfall zu Hause lagern wollen, und für alle, die wissen möchten, warum das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auf zwei eigenen Seiten zwei verschiedene Dinge sagt. Die Seite stellt Behörden, Hersteller und Normtexte nebeneinander, mit Quellen vom 14. Oktober 2026, und sagt, wo keine Quelle eine Antwort gibt.

Was hier steht und was auf den Nachbarseiten

Hier geht es um den Haushalt im Stromausfall: wo gekocht werden darf, welches Gerät zu welcher Wohnung passt, wie Kartuschen zu Hause liegen sollen. Warum Kohlenmonoxid im Zelt gefährlich ist und was die Studien dazu messen, behandelt der Ratgeber zur Sicherheit von Campingkochern. Wie viel Gas ein Vorrat für eine bestimmte Zahl von Tagen und Personen braucht, rechnet der Gasbedarfsrechner auf der Verbrauchsseite, auf den der Abschnitt zum Vorrat verweist. Getestet hat diese Seite nichts, Preise nennt sie nicht.

Was Haushalte zum Kochen ohne Strom fragen

Für den Cluster wurden am 14. Oktober 2026 die Suchvorschläge einer Suchmaschine zu 60 Startbegriffen gesammelt, jeweils mit den Buchstaben a bis z und den Umlauten, zusammen 9.191 verschiedene Vorschläge. Zum Thema Notfall, Stromausfall und Vorsorge gehören 272 davon, die meisten unter den beiden Startbegriffen „gaskocher notfall“ (127) und „gaskocher stromausfall“ (123). Belastbarer als diese Breite ist eine zweite Zahl: 26 Vorschläge zum Notfall tauchten unter Startbegriffen auf, die das Wort gar nicht enthielten, etwa „campingkocher für den notfall“ oder „camping kocher ohne strom“. Die Suchmaschine hat sie also von sich aus angeboten. Ein Suchvolumen ist das nicht, Zahlen dazu liegen nicht vor.

Noch breiter ist die Frage nach dem Innenraum. 268 Vorschläge drehen sich um Innenraum, Wohnung oder Haus, 47 davon kamen unter fremden Startbegriffen. Eine eigene Auszählung der Rohdaten findet 20 Vorschläge mit „zugelassen“ oder „Zulassung“, zehn davon meinen den Innenraum: „gaskocher für innenraum zugelassen“, „gaskocher mit innenraum zulassung“, „kartuschenkocher mit innenraum zulassung“, „spirituskocher innenraum zulassung“. Sieben der übrigen fragen nach dem Wohnmobil. Wer so sucht, geht davon aus, dass es eine solche Zulassung gibt und man sie nur finden muss. Was die Quellen dazu sagen, steht weiter unten, und es ist weniger, als die Suchanfrage voraussetzt.

Zur Lagerung gehören 156 Vorschläge, darunter „gaskartusche zu hause lagern“, „gaskartusche keller lagern“, „gaskartusche in garage lagern“, „gaskartusche lagern balkon“ und „gaskartusche lagern mieter“. Ausgerechnet der Vorschlag „gaskartusche nicht im keller lagern“ steht ebenfalls darin; eine solche Regel nennt Bergzeit, dazu unten mehr. Nach der Haltbarkeit fragen zehn Vorschläge, etwa „wie lange ist eine gaskartusche haltbar“ und „gaskartusche lagern jahre“. Zum Balkon gibt es 114 Vorschläge, aber nur sechs unter fremden Startbegriffen; von sich aus bietet die Suchmaschine den Balkon also kaum an.

Ein Teil der Vorschläge unter „gaskocher stromausfall“ meint gar keinen Campingkocher. „kein warmes wasser“, „hausanschluss“, „lüfter“ und „zähler“ gehören zu fest installierten Gasgeräten im Haus, um die es hier nicht geht. Andere tragen Ortsnamen wie „spanien“, „portugal“ oder „spanien heute“ und folgen offenbar Nachrichten über Stromausfälle. Der ADAC nennt in seinem Blackout-Ratgeber vom 5. Januar 2026 ausdrücklich Schlagzeilen über Stromausfälle in Spanien, Portugal und Berlin als Grund, warum die Sorge vor einem großflächigen Ausfall gestiegen sei.

In den Foren ist die Frage seltener, aber deutlicher gestellt. In einem Reddit-Faden vom Mai 2026 mit 22 Kommentaren fragt jemand, warum auf seinem Gaskocher „Nur für außen“ steht, wenn ein Gasherd mit vier Flammen doch dasselbe sei. Ein Grazer Reddit-Beitrag von 2022 fragt, ob man mit den zwei, drei Gaskartuschen daheim Brot backen oder den Kugelgriller in der Wohnung aufstellen solle. Im Forum ultraleicht-trekking.com gibt es einen eigenen Faden zum Notfallkochbuch des BBK.

Die Seiten, die bei der Suche oben stehen, beantworten diese Fragen nur zum Teil. Ein Nachrichtenportal empfahl 2022 beim Blackout den Campingkocher nur im Freien, nannte daneben den Holzkohlegrill und sagte kein Wort zu Kohlenmonoxid, zu Kartuschenmengen oder zum Balkon. Die BBK-Seite „Kochen ohne Strom“ stellt nur das Notfallkochbuch vor, ohne Gerätehinweise und ohne Brennstoffmengen. Diese Lücke ist der Grund für die vorliegende Seite.

Drei Behördenseiten und ein Automobilclub

Wer wissen will, ob ein Campingkocher bei Stromausfall in die Wohnung darf, findet bei deutschen Stellen vier Texte, und sie sagen nicht dasselbe. Am weitesten geht die Hauptseite des BBK „Vorsorge und Handeln bei Stromausfall“. Dort steht: „Kleinere Mahlzeiten können Sie auf einem Campingkocher zubereiten.“ Ein Ort ist nicht genannt. Im nächsten Satz folgt der Garten- oder Tischgrill mit Holzkohle oder Gas, aber nur für Haushalte mit Garten oder Balkon, und dazu der Hinweis „Nicht in der Wohnung oder im Haus grillen – es besteht Erstickungsgefahr!“ Für den Grill zieht die Seite also eine klare Grenze, für den Campingkocher nicht.

Dieselbe Behörde formuliert es in Leichter Sprache anders. Die Seite „Kochen ohne Strom“ teilt in drinnen und draußen. Drinnen nennt sie ein Stövchen mit Teelicht, das Essen aufwärmen kann, und ein Fondue-Set mit Brennpaste. Draußen nennt sie Camping-Kocher, Grill und Gaskocher, und dazu den Satz: „Mit einem Camping-Kocher oder Grill dürfen Sie nur draußen kochen.“ Die Fassung für Menschen, die einfache Sprache brauchen, ist damit die strengere. Wer beide Seiten liest, bekommt vom selben Amt zwei Antworten.

Schleswig-Holstein ist noch genauer. Das Landesportal des Innenministeriums, zuletzt aktualisiert am 17. März 2026, führt unter „Lebensmittel und Kochen ohne Strom“ drei Möglichkeiten für Innenräume, jeweils nur, wenn sie ausdrücklich dafür zugelassen sind: das Stövchen mit Teelicht für kleine Portionen, das Fondue-Set mit Brennpaste für kleine Mengen und den Gaskocher, „nur wenn er für Innenräume zugelassen ist“, mit dem Zusatz „Herstellerangaben beachten“. Darunter steht ein eigener Kasten: „Achtung! Nur im Freien verwenden“, und darin der Campingkocher mit Gaskartusche, der Gasgrill und der Holzkohlegrill. Geräte für Innenräume verfügten über entsprechende Sicherheitsmechanismen, offenes Feuer und schlechte Belüftung könnten zur Bildung von Kohlenmonoxid führen.

Der ADAC schließlich, keine Behörde, sondern ein Verband, lobt in seinem Blackout-Ratgeber den Campingkocher mit Gaskartuschen als „einfach zu bedienen, sauber und sicher“ und rät, einen Vorrat an Kartuschen anzulegen. Einen Ort nennt er für den Kocher nicht. Für Kohle- und Gasgrills dagegen schreibt er ausdrücklich, sie gehörten auf keinen Fall in geschlossene Räume, es bestehe Lebensgefahr durch Kohlenmonoxid. Damit wiederholt sich das Muster der BBK-Hauptseite: Beim Grill ist die Warnung eindeutig, beim Campingkocher fehlt sie.

Was vier deutsche Ratgeber zum Kochen im Stromausfall sagen (abgerufen am 14.10.2026)
Herausgeber, SeiteStandFür drinnen genanntAusdrücklich nur draußen
BBK, Vorsorge und Handeln bei Stromausfallohne DatumCampingkocher für kleinere Mahlzeiten, ohne OrtsangabeGarten- oder Tischgrill, nur bei Garten oder Balkon
BBK, Kochen ohne Strom in Leichter Spracheohne DatumStövchen mit Teelicht, Fondue-Set mit BrennpasteCamping-Kocher, Grill, Gaskocher
Innenministerium Schleswig-Holstein, Alltag im Ernstfall17.03.2026Stövchen, Fondue mit Brennpaste, Gaskocher nur mit Zulassung für InnenräumeCampingkocher mit Gaskartusche, Gasgrill, Holzkohlegrill
ADAC, Tipps für den Blackout05.01.2026Campingkocher mit Gaskartuschen, ohne OrtsangabeKohle- und Gasgrills

Wie liest man das? Die strengere Lesart ist belegt, die großzügigere nur durch Schweigen. Keiner der vier Texte sagt, dass ein Campingkocher mit Gaskartusche in der Wohnung betrieben werden darf. Zwei von ihnen sagen ausdrücklich, dass er nur draußen betrieben werden darf. Die beiden übrigen nennen keinen Ort und warnen beim Grill vor dem Ersticken. Für eine Entscheidung im eigenen Haushalt bleibt damit die Linie aus Schleswig-Holstein und der Leichten Sprache des BBK, ergänzt um das, was der Hersteller des eigenen Geräts schreibt. Dass beide BBK-Seiten nebeneinander online stehen, ist ein Befund dieser Recherche und keine Auslegung.

Was die Hersteller zum Kochen drinnen schreiben

Die Hersteller sind sich ebenso wenig einig wie die Behörden, aber die Mehrheit der ausgewerteten Unterlagen zieht die Grenze an der Haustür. MSR schreibt in der Gebrauchsanleitung des WhisperLite Universal: „Never use this stove in an enclosed space such as a camper, tent, car, or home.“ Das Zuhause steht dort in einer Reihe mit Zelt, Auto und Wohnmobil. Campingaz antwortet in seiner deutschen FAQ auf die Frage nach Zelt und Vorzelt mit „Nein!“ und erweitert sie selbst: Gasgeräte dürften niemals in geschlossenen Räumen, Zelten oder Wohnbereichen betrieben werden, weil bei der Verbrennung Kohlenmonoxid entstehe, die Nutzung sei nur im Freien und in gut belüfteter Umgebung erlaubt.

Esbit, Hersteller von Trockenbrennstoff, schreibt in der Anleitung zum Kochset CS1000HA, der Kocher dürfe nicht „in einem Zelt oder in engen Räumen“ verwendet werden. Eine Wohnung ist damit nicht ausdrücklich genannt, ein enger Raum kann sie aber sein. Was als eng gilt, sagt die Anleitung nicht.

Einen anderen Weg geht Trangia. Das Handbuch von 2021 hat ein eigenes Kapitel „Indoor use – your back up stove“, also Innennutzung als Reservekocher. Es beginnt mit dem Satz, Campingkocher seien für den Gebrauch im Freien gebaut. Wer den Kocher aber drinnen benutzen müsse, etwa bei einem Stromausfall, solle sieben Punkte beachten: die Anleitung lesen und den Kocher draußen beherrschen, vorher draußen eine ganze Mahlzeit damit kochen, auf gute Luftzirkulation achten und kleine, schlecht belüftete Räume meiden, wobei in einer Wohnung ein gekipptes Fenster genüge, den Kocher auf eine feuerfeste Unterlage wie ein Backblech stellen, über und neben dem Kocher Platz lassen, den brennenden Kocher nie unbeaufsichtigt lassen und Topfträger und Teile nach dem Anzünden nur mit dem Griff bewegen.

In der schwedischen FAQ antwortet Trangia auf die Frage nach der Innennutzung knapp mit „Ja, det kan du“, ja, das kannst du, ebenfalls mit guter Belüftung, feuerfester Unterlage und Aufsicht. Trangia baut Sturmkocher, die mit einem Spiritusbrenner, einem Gasbrenner oder einem Multifuel-Brenner betrieben werden. Das Indoor-Kapitel unterscheidet nicht zwischen diesen Brennern. Ob die Freigabe für den Gasbrenner genauso gemeint ist wie für den Spiritusbrenner, lässt sich aus dem Handbuch nicht ablesen.

Herstelleraussagen zur Nutzung in Innenräumen (Wortlaut gekürzt)
HerstellerDokumentAussage
MSRGebrauchsanleitung WhisperLite Universalnie in Wohnmobil, Zelt, Auto oder Wohnung
CampingazFAQ Hilfe und Fragennie in geschlossenen Räumen, Zelten oder Wohnbereichen
EsbitAnleitung Kochset CS1000HAnicht im Zelt oder in engen Räumen
TrangiaHandbook 2021, Kapitel Indoor usefür draußen gebaut; im Stromausfall drinnen unter sieben Bedingungen, gekipptes Fenster genügt in der Wohnung
TrangiaFAQ (schwedisch)ja, mit Belüftung, feuerfester Unterlage, Aufsicht

Gegen die Linie der Behörde in Schleswig-Holstein steht damit ein einziger Hersteller, und auch der beginnt sein Kapitel mit dem Hinweis, dass Campingkocher für draußen gedacht sind. Zusammenfassen lässt sich das nicht zu einer Regel, die für alle Geräte gilt. Belastbar ist nur: Für das konkrete Gerät gilt, was in dessen Anleitung steht, und wo die Anleitung den Innenraum ausschließt, ist die Frage beantwortet. Wo sie ihn unter Bedingungen erlaubt, bleibt die Behördenlinie aus Kiel, nach der Campingkocher mit Gaskartusche nur ins Freie gehören. Wer einen Trangia-Gasbrenner besitzt, steht genau zwischen beiden Aussagen und muss selbst entscheiden, welcher er folgt.

Was auf Gerät und Verpackung stehen muss

Die Anleitung ist kein freiwilliger Zettel. Gaskocher fallen unter die Gasgeräteverordnung (EU) 2016/426, die seit dem 21. April 2018 gilt. Sie verlangt, dass der Hersteller eine Gebrauchsanleitung und Sicherheitsinformationen in einer Sprache beilegt, die Verbraucher leicht verstehen, und dass Händler CE-Kennzeichnung und Anleitung vor dem Verkauf prüfen. Auf Gerät und Verpackung müssen nach Anhang I Warnhinweise stehen: Gasart, Anschlussdruck, Gerätekategorie und Nutzungsbeschränkungen, insbesondere die Beschränkung, dass ein Gerät nur in ausreichend belüfteten Räumen installiert werden darf.

Für flache Gaskofferkocher mit waagerecht eingesetzter Kartusche gibt es die Norm EN 17476. Sie gilt nach ihrem Anwendungsbereich nur für Geräte „für die Verwendung im Freien oder in gut belüfteten Bereichen“. Die Aufschriften, die sie verlangt, zitiert der Marktüberwachungsbericht des Regierungspräsidiums Kassel: bei Gasgrills „nur im Freien verwenden“, bei anderen Geräten „Nur in gut belüfteten Räumen betreiben“, dazu die Warnung, dass zugängliche Teile sehr heiß werden können. Ein Gaskofferkocher, der normgerecht beschriftet ist, kann also einen Hinweis auf gut belüftete Räume tragen, während das Innenministerium in Kiel denselben Gerätetyp nur im Freien sieht.

Was „gut belüftet“ in einer Wohnung bei Stromausfall bedeutet, definiert keine der ausgewerteten Quellen. Trangia hält ein gekipptes Fenster für genug, Schleswig-Holstein empfiehlt für die Raumluft beim Heizen das Stoßlüften, also das Fenster für wenige Minuten weit zu öffnen. Eine Mindestöffnung in Quadratzentimetern oder eine Luftwechselrate für einen Kartuschenkocher in einem Wohnraum steht nirgends.

Hinzu kommt, dass die Beschriftung oft unvollständig ist. In der hessischen Marktüberwachung 2024/25 waren Gerät und Verpackung nur bei 3 von 13 Gaskofferkochern vollständig beschriftet, die CE-Kennzeichnung war bei 4 von 13 mangelhaft. Wer sich im Ernstfall auf die Aufschrift verlassen will, sollte sie deshalb vorher lesen und, wenn sie fehlt oder nur fremdsprachig vorliegt, das als Ausschlusskriterium nehmen. Was bei der Kennzeichnung im Einzelnen vorgeschrieben ist, zeigt die Prüfliste im Ratgeber zum Kauf eines Campingkochers.

Eine Grenze der Verordnung ist für den Notfall wichtig. Sie verlangt in Anhang I, dass bei vorschriftsmäßiger Verwendung keine Kohlenmonoxidkonzentration entsteht, die die Gesundheit gefährdet. Risiken aus unsachgemäßer Verwendung deckt sie nach Erwägungsgrund 19 nicht ab, die Mitgliedstaaten sollen die Öffentlichkeit über Kohlenmonoxid aufklären. Wer einen Kocher entgegen der Aufschrift in die Küche stellt, verlässt also genau den Rahmen, für den die Sicherheitsanforderungen gelten.

„Für Innenräume zugelassen“: was dahintersteht

Die Suchanfrage nach dem „gaskocher mit innenraum zulassung“ setzt voraus, dass es ein Zeichen oder ein Register gibt, an dem man eine solche Zulassung erkennt. In den ausgewerteten Rechtstexten findet sich das nicht. Die Gasgeräteverordnung kennt die CE-Kennzeichnung mit der Kennnummer der notifizierten Stelle und den letzten zwei Ziffern des Anbringungsjahres, dazu die Warnhinweise zu Belüftung und Nutzungsbeschränkungen. Eine eigene Kategorie „für Innenräume zugelassen“ nennt sie in den ausgewerteten Teilen nicht.

Schleswig-Holstein verweist für die Frage auf die Herstellerangaben. Das ist die praktische Antwort: Ob ein Gaskocher für Innenräume gedacht ist, steht in der Anleitung und auf der Verpackung, und wer dort „Nur im Freien verwenden“ liest, hat die Antwort. Steht dort ein Hinweis auf belüftete Räume, liegt die Entscheidung beim Nutzer, und die Behördenlinie für Campingkocher mit Gaskartusche bleibt dieselbe.

Auf dem Markt werben einzelne Angebote mit dem Innenraum. Die Produktrecherche für diesen Cluster fand auf Amazon ein zweiflammiges Gerät von Klarstein mit dem Titelzusatz „für Innenbereich“. Es wiegt laut Angebot 9 Kilogramm, läuft mit Propan oder Erdgas über Schlauch und Druckminderer und steht in der Kategorie Kochfelder, ist also eher ein Tisch- oder Einbaukochfeld als ein Campingkocher. Ein Spirituskocher von onlyfire trägt „für Innenraum“ im Titel, mit einem Belüftungshinweis. Eine Norm oder Prüfstelle für die Innenraumeignung nennt keines der beiden Angebote. Das Angebot des Campingaz Twister Connect schreibt dagegen ausdrücklich „Nicht für Innenräume geeignet“.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein Titel im Onlinehandel ist keine Zulassung. Wer ein Gerät für drinnen sucht, liest die Anleitung des Herstellers vor dem Kauf, sofern sie online steht, und prüft, ob sie den Innenraum zulässt und unter welchen Bedingungen. Findet sich dort nichts, scheidet das Gerät für diesen Zweck aus.

Warum der Gasherd in der Küche kein Maßstab ist

Die Frage aus dem Reddit-Faden ist berechtigt: Ein Gasherd brennt ebenfalls mit offener Flamme in der Küche, warum dann nicht der Campingkocher? Die ausgewerteten Quellen beschreiben den Gasherd selbst nicht, eine direkte Antwort geben sie deshalb nicht. Sie beschreiben aber, was bei tragbaren Gaskochern fehlen kann. Deutschland hat am 13. März 2023 einen formellen Einwand gegen die Norm EN 17476 für Gaskofferkocher erhoben. Bemängelt wurde unter anderem, dass die Norm keine Flammenüberwachung verlangt, dass Teile nach der Reinigung falsch eingesetzt werden können und dass Brenner und Kartuschenraum nicht gegen Strahlungswärme abgedeckt sein müssen. Die EU-Kommission hat die Fundstelle der Norm mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1750 vom Juli 2026 nicht veröffentlicht.

Das BBK nennt für gasbetriebene Heizquellen im Haus ausdrücklich eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung als Voraussetzung, Schleswig-Holstein sagt über Innenraumgeräte, sie verfügten über entsprechende Sicherheitsmechanismen. Beides bezieht sich auf Geräte für drinnen. Für den Gaskofferkocher folgt daraus nur, dass die Norm EN 17476 nach dem deutschen Einwand keine Flammenüberwachung verlangt. Ob ein bestimmtes Modell trotzdem eine Zündsicherung hat, steht im Datenblatt; in der Produktrecherche nannten nur vier Angebote, darunter zwei von Enders, eine Zündsicherung.

Dazu kommt die Kohlenmonoxidmenge. Die EU-Schnellwarnplattform Safety Gate führt Meldungen zu Kochern, bei denen Behörden zu hohe Kohlenmonoxidwerte im Abgas gemessen haben, 0,26 und 0,32 Prozent, in einem Fall 0,4 Prozent bei einem Grenzwert von 0,2 Prozent. Eine dieser Meldungen nennt Lebensgefahr bei Nutzung ohne Belüftung. Das norwegische Forschungsinstitut FFI hat 2010 vier Campingkocher gemessen: ohne Topf unter 5 Milliliter Kohlenmonoxid pro Minute, mit Wassertopf 20 bis 140 Milliliter pro Minute. Gekocht wird aber immer mit Topf.

Kohlenmonoxid in Wohnungen: die Beleglage

Für Deutschland gibt es keine frei abrufbare Zahl zu Kohlenmonoxidvergiftungen durch Campingkocher in Wohnungen. Das Giftinformationszentrum Mainz schlüsselt Kohlenmonoxid in seinem Jahresbericht 2024 nicht auf, die Todesursachenstatistik ist ohne Zugang zur Datenbank nicht abrufbar. Was vorliegt, betrifft Nachbargeräte. Das Bundesinstitut für Risikobewertung meldete für 2009 und 2010 sechzehn schwere Vergiftungen durch Holzkohlegrills in Innenräumen, dreizehn davon tödlich, und überschrieb die Mitteilung mit „Holzkohlegrills gehören nicht in die Wohnung“.

Eine britisch-irische Auswertung von Medienberichten aus den Jahren 1986 bis 2011 zählte 348 Vorfälle mit Kohlenmonoxid im häuslichen Umfeld ohne Brand und 298 Tote. Wohnwagen, Zelte und Schuppen hatten dort eine deutlich höhere Todesrate, Grills in Zelten werden eigens genannt. Die Freiburger Rechtsmedizin beschrieb im Jahr 2000 Spiritus- und Gaskocher in geschlossenen Campern und Wohnwagen als Kohlenmonoxidquelle durch unvollständige Verbrennung. Der Deutsche Feuerwehrverband warnte im August 2025 mit der Initiative „CO macht KO“, Ferienwohnungen und Campingfahrzeuge, in denen Gasthermen oder Gaskocher betrieben werden, könnten ein Risiko sein, oft ohne Kohlenmonoxidmelder.

In den USA zählte die Verbraucherschutzbehörde CPSC von 2006 bis 2010 mindestens 26 Tote durch Kohlenmonoxid mit Campingausrüstung, also Grills, Laternen und Kocher. Sie weist darauf hin, dass die Symptome einer Erkältung oder Grippe ähneln und oft zu spät erkannt werden. Gemessen wurden Konzentrationen bisher in Zelten und Boxen, mit Petroleum, Benzin oder ohne genannten Brennstoff; einen Kartuschen-Gaskocher hat keine der Studien gemessen, eine Wohnung auch nicht.

Ein Kohlenmonoxidmelder ist die eine technische Maßnahme, die beide Behörden nennen. Das BBK sagt, ein Kohlenmonoxid-Warnmelder erhöhe die Sicherheit, Schleswig-Holstein hält geprüfte und zugelassene Melder für sinnvoll, die bei kritischen Konzentrationen Alarm geben. Ein Melder ändert aber nichts an der Frage, wo der Kocher stehen darf, und er schlägt nach der Beschreibung aus Kiel erst bei kritischen Konzentrationen an.

Kochen auf dem Balkon

Für Haushalte ohne Garten ist der Balkon der naheliegende Ausweichort, und hier wird die Quellenlage dünn. Das BBK nennt den Balkon ausdrücklich, aber nur für den Garten- oder Tischgrill mit Holzkohle oder Gas. Schleswig-Holstein sagt „Nur im Freien verwenden“, ohne zu sagen, ob ein Balkon im Sinne dieses Satzes als Freien gilt. Eine Quelle, die das Kochen mit einem Kartuschenkocher auf dem Balkon behandelt, fand sich nicht, auch keine Aussage aus dem Mietrecht und kein Text zur Frage, ob Abgase vom Balkon in die eigene oder die Nachbarwohnung ziehen.

Belegt sind dafür Abstände, die ein Hersteller vorschreibt. MSR verlangt für den WhisperLite Universal 1,2 Meter Abstand zu brennbaren Stoffen und 7,6 Meter zu entzündbaren Flüssigkeiten und Dämpfen. Das ist eine Angabe für dieses eine Gerät, keine allgemeine Regel, aber sie zeigt die Größenordnung, die ein Hersteller für nötig hält. Wer den Balkon als Kochplatz einplant, kann diese Abstände dort vorher mit dem Zollstock nachmessen. Trangia verlangt freien Raum über und neben dem Kocher und eine feuerfeste Unterlage, das gilt draußen genauso.

Der Balkon bringt außerdem Wind, und Wind kostet Gas und Zeit; ein Messbeispiel dazu steht im Abschnitt zum Vorrat. Wie stark Wind einzelne Kocher bremst, haben Fachtests mit mehreren Geräten gemessen; der Vergleich der Trekking-Gaskocher stellt diese Messungen zusammen.

Kälte, Wind und Dunkelheit am Ausweichplatz

Ein Stromausfall im Winter trifft den Kocher an seiner schwächsten Stelle. Nach den Referenzdaten des US-Instituts NIST siedet n-Butan bei normalem Luftdruck bei −0,49 °C, Isobutan bei −11,75 °C, Propan bei −42,11 °C. Unterhalb dieser Temperaturen baut das jeweilige Gas keinen Überdruck mehr auf, die Kartusche gibt dann kaum noch Gas ab. Eine Kartusche mit viel Butan, die auf einem kalten Balkon steht, liefert genau dann am wenigsten, wenn die Heizung ausgefallen ist. MSR rät für Touren in der Kälte, Kartuschen außerhalb des Gebrauchs im Rucksack oder Schlafsack aufzubewahren, damit der Druck erhalten bleibt, nie aber in der Nähe offener Flammen. Auf die Wohnung übertragen, und das ist eine Übertragung dieser Seite: Die Kartusche bleibt bis zum Kochen am kühlen Lagerort in der Wohnung und kommt erst zum Kochen auf den Balkon. Welche Mischung in welcher Kartusche steckt und was dagegen hilft, erklärt der Ratgeber zum Campingkocher im Winter.

Zur Dunkelheit sagen die Quellen nur, was beim Licht zu beachten ist: Schleswig-Holstein empfiehlt batterie- oder akkubetriebene Taschenlampen und bei Kerzen einen sicheren Stand und Abstand zu brennbaren Materialien. Trangia verlangt, dass ein brennender Kocher nie unbeaufsichtigt bleibt. Wer abends auf dem Balkon kocht, braucht also Licht, das nicht neben der Flamme steht, und eine Person, die bis zum Löschen dabeibleibt.

Welcher Haushalt welche Lösung braucht

Aus den Quellen lassen sich fünf Situationen ableiten, in denen die Antwort jeweils anders ausfällt. Die Tabelle fasst sie zusammen; die Begründung steht in den Abschnitten darüber und darunter.

Situationen im Stromausfall und was die Quellen dafür hergeben
SituationWas belegt istWas daraus folgtOffen
Wohnung ohne Balkondrinnen nur Stövchen und Fondue mit Brennpaste (BBK Leichte Sprache, Schleswig-Holstein)Gas-Campingkocher scheidet aus, kalte Vorräte und kleine WärmequellenTrangia-Ausnahme mit gekipptem Fenster gegen Behördenlinie
Wohnung mit BalkonGrill auf dem Balkon vom BBK genannt; Abstände laut MSR 1,2 und 7,6 mKocher nur, wenn der Platz die Abstände der Anleitung erfülltob der Balkon als „im Freien“ gilt; Mietrecht
Haus mit Garten oder Hof„Nur im Freien“ ist erfüllbarGerät nach Personenzahl wählen, Vorrat nach Rechnerkeine
Stromausfall im WinterButan ohne Überdruck unter etwa 0 °C (NIST)Kartuschenmischung und Lagerort vorher prüfenLeistung je Kartusche bei Frost nur als Herstellerangabe
Wohnmobil vor der TürMSR: nie im Wohnmobil; Gasanlagen im Fahrzeug mit PrüfpflichtKartuschenkocher nicht im Fahrzeug; eingebaute Anlage nach PrüfungKartuschenkocher im Vorzelt

Für die Wohnung ohne Balkon ist die Lage am klarsten und für viele am unbequemsten. Kein Behördentext lässt dort einen Gas-Campingkocher zu, und die Hersteller MSR, Campingaz und Esbit schließen ihn aus. Wer in einer solchen Wohnung lebt, braucht nach den Quellen keinen Gaskocher für den Notfall, sondern Lebensmittel, die kalt gegessen werden können, und für Warmes ein Stövchen oder ein Fondue-Set mit Brennpaste. Das BBK schreibt ausdrücklich, wer an haltbare Lebensmittel gedacht habe, die kalt verzehrt werden können, sei im Stromausfall im Vorteil.

Für die Wohnung mit Balkon hängt alles am Platz. Wer die Abstände aus der Anleitung des eigenen Geräts einhalten kann und eine feste, nicht brennbare Unterlage hat, kann den Balkon als Kochplatz einplanen, mit der Unsicherheit, dass keine Quelle ihn als „Freien“ ausdrücklich bestätigt. Wer zwischen Wäscheständer, Pflanzkübeln und Holzmöbeln keine 1,2 Meter freien Raum findet, wie MSR sie für sein Gerät verlangt, hat die Frage für sich beantwortet.

Im Haus mit Garten fällt die Ortsfrage weg, und die Wahl wird zur normalen Kaufentscheidung. Campingaz selbst rät Alleinreisenden und Paaren zu einem kompakten Kocher mit einer Flamme und Familien zu mehrflammigen Geräten; der Vergleich der zweiflammigen Campingkocher ordnet Flaschen- und Kartuschengeräte ein. Wer ohnehin einen Trekkingkocher besitzt, prüft in dessen Anleitung, wie groß der Topf sein darf: MSR begrenzt ihn beim WhisperLite Universal auf 25 Zentimeter Durchmesser, 15 Zentimeter Höhe und 4,5 Kilogramm, weil zu große Töpfe Brennstoffflasche oder Kartusche überhitzen können. Der große Suppentopf aus der Küche passt dazu nicht.

Die Kippfrage: ein Platz im Freien

Die Empfehlung kippt an einer einzigen Stelle: Gibt es einen Platz im Freien, an dem die Bedingungen der Anleitung erfüllbar sind? Mit einem solchen Platz ist ein Gas-Campingkocher nach allen Quellen eine taugliche Notküche, und es geht nur noch um Gerät, Kartuschen und Vorrat. Ohne einen solchen Platz ist er nach Schleswig-Holstein, nach der Leichten Sprache des BBK und nach MSR und Campingaz keine Lösung, gleich wie gut das Gerät ist.

Die Frage lässt sich vor dem Kauf in drei Schritten beantworten. Erstens den Platz bestimmen, Garten, Hof, Terrasse oder Balkon, und dort die Abstände nachmessen, die in der Anleitung des Wunschgeräts stehen. Zweitens prüfen, ob der Platz bei Wind und Regen nutzbar ist und ob eine feuerfeste Unterlage hinpasst. Drittens die Anleitung lesen und nachsehen, ob sie für diesen Ort etwas ausschließt. Ist einer der drei Schritte nicht erfüllbar, scheidet der Gaskocher als Notküche aus.

Eine zweite, kleinere Kippfrage betrifft Haushalte, die bereits einen Trangia besitzen. Sie haben einen Hersteller, der die Innennutzung unter Bedingungen beschreibt, und eine Behörde, die Campingkocher mit Gaskartusche nur draußen sieht. Mit dem Gasbrenner fällt der Trangia in Kiel der Sache nach unter den Kasten „Nur im Freien verwenden“. Einen Spirituskocher nennt das Landesportal weder drinnen noch draußen; für Innenräume gilt dort allgemein, dass nur dafür zugelassene Geräte benutzt werden dürfen, und eine solche Zulassung nennt Trangia nicht. Freigegeben hat den Spiritusbrenner für die Wohnung damit nur der Hersteller selbst.

Wann sich ein Notfallkocher erübrigt

Nicht jeder Haushalt braucht einen Campingkocher für den Ernstfall. Wer keinen Platz im Freien hat, kann nach den Behördentexten ohnehin nur Stövchen und Fondue-Set verwenden, und beides gibt es ohne Campingkocher. Wer einen Platz im Freien hat, aber nur für kurze Ausfälle vorsorgt, kommt nach dem BBK mit Lebensmitteln aus, die keine Zubereitung brauchen. Das BBK schreibt, Stromausfälle würden in der Regel in wenigen Stunden behoben, in Notsituationen mit großflächigen Schäden könne es auch Tage dauern. Für die Stunden reicht der kalte Vorrat.

Für die ersten Tage eines längeren Ausfalls gibt Schleswig-Holstein einen Hinweis, der die Reihenfolge bestimmt: Ohne Strom verweigere der Kühlschrank den Dienst, Lebensmittel, die gekühlt werden müssen, sollten möglichst schnell verbraucht werden. Wer einen Kochplatz im Freien hat, setzt den Kocher deshalb zuerst für Frisches aus dem Kühlschrank ein, das sich nicht kalt essen lässt, und erst später für Konserven und Trockenvorrat. Das ist eine Reihenfolge, die aus dem Hinweis folgt, keine eigene Empfehlung der Behörde.

Bei mehrtägigen Ausfällen lohnt der Blick ins Notfallkochbuch des BBK. Es enthält 50 Rezepte, ausgewählt aus 522 Einsendungen eines bundesweiten Wettbewerbs, entwickelt mit der Bonner Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk und den Bonner Hilfsorganisationen, und ist seit dem 27. September 2021 im Buchhandel. Gerätehinweise oder Brennstoffmengen enthält die Projektseite nicht. Wer Rezepte ohne langes Köcheln wählt, braucht weniger Gas und muss weniger lange draußen stehen, das folgt aus der Rechnung, nicht aus einer Quelle.

Wer gar nicht kaufen sollte: Haushalte, die den Kocher nur als Herdersatz in der Küche einplanen. Nach den Quellen gibt es dafür kein passendes Gerät unter den Campingkochern mit Gaskartusche, und ein Kauf auf diese Annahme hin führt im Ernstfall entweder zum Verzicht auf das Gerät oder zu einem Betrieb, den Behörde und Hersteller ausschließen.

Spiritus, Brennpaste und Esbit als Ersatz

Spiritus ist die Alternative, die bei Behörden und Herstellern am wenigsten eindeutig geregelt ist. Der ADAC nennt den Spirituskocher für den Blackout „günstig und kompakt, aber weniger Heizleistung“. Trangia gibt für seinen Spiritusbrenner rund zehn Minuten für einen Liter Wasser an, je nach Wetter und Brennstoff, und für den Gasbrenner im selben Kochersystem etwa dreieinhalb Minuten. Eine Füllung von rund 100 Millilitern, höchstens zu zwei Dritteln, brennt nach Trangia etwa 25 Minuten. Wer im Stromausfall eine Mahlzeit für mehrere Personen auf Spiritus kochen will, muss also mehrmals nachfüllen.

Genau das Nachfüllen ist der heikle Teil. Trangia schreibt in Großbuchstaben, der Brenner dürfe nie nachgefüllt werden, bevor er ganz erloschen und abgekühlt sei. Die Anleitung des HPV-Spirituskochers sagt dasselbe und ergänzt, dass ausgelaufener Spiritus mit fast unsichtbarer Flamme brennt, und verlangt 25 Zentimeter Abstand zu brennbaren Stoffen. Der Verein Paulinchen beschreibt mit einem Zitat des Präsidenten der Brandschutzvereinigung vfdb, wie beim Ausgießen von Spiritus eine Dampfwolke entsteht, schwerer als Luft, die an einer Zündquelle explosionsartig verpufft. Die Aussage stammt aus dem Grillkontext; dass sie auf das Nachfüllen eines heißen Brenners übertragbar ist, ist eine Schlussfolgerung dieser Seite. Brennspiritus ist nach dem Sicherheitsdatenblatt als Flüssigkeit und Dampf leicht entzündbar eingestuft, mit dem Signalwort „Gefahr“, und gehört dort zur Lagerklasse 3 nach den Technischen Regeln für Gefahrstoffe, den entzündbaren Flüssigkeiten.

Beim Vorrat zählt auch der Energieinhalt. Ethanol hat nach der Erneuerbare-Energien-Richtlinie der EU einen unteren Heizwert von 27 Megajoule je Kilogramm, Propan nach dem Regelwerk der Unfallversicherung 46,3 und n-Butan 45,7 Megajoule je Kilogramm. Eine eigene Rechnung aus diesen Werten: Ein Kilogramm reines Ethanol enthält knapp 60 Prozent der Energie eines Kilogramms Flüssiggas. Für vergällten Brennspiritus fand sich kein eigener Heizwert, und wie viel davon im Topf ankommt, hängt vom Brenner ab; die Rechnung zeigt nur, dass ein Spiritusvorrat für dieselbe Energiemenge mehr Gewicht braucht als ein Gasvorrat.

Die Brennpaste für das Fondue-Set ist das einzige Brennmittel, das beide Behördenseiten für drinnen nennen. Ein Sicherheitsdatenblatt oder eine Anleitung zu Brennpaste lag für diese Recherche nicht vor; was beim Gebrauch zu beachten ist, sagt das BBK nur allgemein: „Informieren Sie sich“, wie das Fondue-Set mit Brennpaste verwendet wird. Schleswig-Holstein nennt das Fondue-Set für kleine Mengen.

Esbit-Trockenbrennstoff verbietet der Hersteller selbst für Zelt und enge Räume. Nach der Anleitung zum Kochset reicht eine 27-Gramm-Tablette, um 900 Milliliter Wasser zu erhitzen, bei 12 bis 15 Minuten Brenndauer. Das Sicherheitsdatenblatt nennt für den Brandfall Zersetzungsprodukte wie Formaldehyd und Blausäure; das ist eine Angabe für den Brand, keine Messung im normalen Kochbetrieb. Welche Stoffe beim Kochen mit Esbit entstehen, ist nicht belegt. Mehr zu Spiritus, Trockenbrennstoff und Holz bietet der Vergleich der Spiritus-, Esbit- und Hobokocher.

Gaskofferkocher aus dem Supermarkt

Der flache Gaskofferkocher mit waagerecht eingesetzter 227-Gramm-Kartusche ist ein Gerät, das ohne Fachhandel zu bekommen ist. Die hessische Marktüberwachung hat 2024/25 dreizehn solche Kocher geprüft, gekauft in Supermärkten, Baumärkten, Onlinekaufhäusern und im Sonderpostenhandel. Die Gesamtmängelquote lag bei 100 Prozent, nur 2 von 13 bestanden die Prüfung bei hoher Temperatur, bei der die Kartusche nach einer Stunde Volllast bei 35 °C Raumtemperatur unter einer großen Stahlplatte nicht über 50 °C warm werden darf. Gemessen wurden über 90 °C, an diesem Punkt brach die Behörde aus Sicherheitsgründen ab.

Die übrigen Befunde betreffen das, was im Ernstfall in der Hand liegt. Nur 3 von 13 Geräten hatten normgerechte Bedienelemente, 10 von 13 scharfe Kanten. Den Hintergrund nennt der Bericht selbst: Die niederländische Behörde begann 2013 ein Projekt zu diesen Kochern, nachdem es Unfälle mit schweren Verbrennungen gegeben hatte, die Gefahr ist das Zerbersten der überhitzten Kartusche.

Für den Notfall ist das ein eigener Befund, wenn auf dem Kocher die Töpfe und Pfannen aus der Küche stehen sollen. Das Regierungspräsidium wertet das Abdecken durch große Töpfe oder Grillplatten ausdrücklich als vorhersehbaren Gebrauch, also als etwas, das ein Gerät aushalten muss. Was das für die Auswahl unter den Tischkochern bedeutet, steht im Vergleich der zweiflammigen Kocher und auf der Sicherheitsseite des Clusters.

Woran ein Gerät für den Haushalt scheitert

Aus den Abschnitten oben ergeben sich Ausschlusskriterien, an denen ein Gerät für den Notfall im Haushalt vor dem Kauf scheitert, unabhängig von Marke und Leistung. Erstens die fehlende deutsche Anleitung: Die Gasgeräteverordnung verlangt sie, und ohne sie lässt sich weder die Ortsfrage noch die Topfgröße klären. Ein Angebot, bei dem sich die Anleitung nicht vorab einsehen lässt oder das nur fremdsprachige Unterlagen hat, ist für diesen Zweck ungeeignet, wenn man die Frage vor dem Ernstfall klären will.

Zweitens eine unvollständige Kennzeichnung. Fehlen auf Gerät oder Verpackung Gasart, Anschlussdruck, Kategorie oder der Hinweis zur Belüftung, oder fehlt bei der CE-Kennzeichnung die Kennnummer der notifizierten Stelle, entspricht das Gerät nicht dem, was die Verordnung verlangt. Die hessische Marktüberwachung hat genau diese Mängel bei der Mehrheit der Proben gefunden.

Drittens ein Kartuschensystem, das sich nicht mit dem Vorrat verträgt. Ein Kocher, der nur Stechkartuschen nimmt, bindet jede angestochene Kartusche bis zum Leerbrennen an das Gerät. Ein Kocher, der nur die Kartuschen eines einzigen Herstellers annimmt, macht den Vorrat von dessen Angebot abhängig. Beides ist kein Sicherheitsmangel, aber ein Grund, für den Notfall ein anderes Gerät zu nehmen.

Viertens die Topfgröße. Wer für mehrere Personen kochen will, braucht ein Gerät, dessen Anleitung den Topf erlaubt, der im Haushalt vorhanden ist. Nennt die Anleitung eine Grenze, die darunter liegt, oder nennt sie gar keine, fehlt eine Angabe, die beim Gaskofferkocher nach den Messungen aus Hessen über die Kartuschentemperatur entscheidet. Fünftens der Ort: Wer keinen Platz im Freien hat, für den scheidet jeder Gas-Campingkocher aus, bevor die übrigen vier Kriterien eine Rolle spielen.

Wasser ist der zweite Engpass

Ein Kocher ohne Wasser kocht nichts. Das BBK beschreibt die Folgen eines Stromausfalls mit dem Satz, es komme kein Wasser mehr aus der Leitung, und nennt das in einem Atemzug mit Kühlschrank, Herd, Licht und Heizung. Der ADAC rät, zwei Liter pro Person und Tag einzuplanen, für zehn Tage also 20 Liter pro Person, in verschlossenen Flaschen oder Kanistern. Ob das Kochwasser darin enthalten ist, sagt er nicht. Jeder Liter, der für Nudeln, Reis oder Suppe in den Topf geht, kommt aus demselben Vorrat, sofern keine andere Wasserquelle da ist.

Bei der Vorratsplanung hängen Gas und Wasser deshalb zusammen. Die Zahl der Liter, die im Gasbedarfsrechner je Tag einzutragen ist, kann nicht größer sein als das, was der Wasservorrat neben dem Trinken hergibt. Eine eigene Rechnung aus den ADAC-Angaben: Ein Haushalt mit drei Personen kommt für zehn Tage auf 60 Liter; wer pro Tag einen Liter zum Kochen erhitzen und das Trinkwasser nicht schmälern will, legt zehn Liter dazu. Wie viel Gas diese zehn Liter kosten, rechnet die Verbrauchsseite.

Der ADAC empfiehlt außerdem Lebensmittel mit langer Haltbarkeit, die möglichst ohne Kühlung und ohne Kochen verzehrt werden können, und nennt Konserven mit Gemüse, Obst, Fertiggerichten, Fisch und Fleisch, dazu den Hinweis, den Dosenöffner nicht zu vergessen. Wer so einkauft, braucht den Kocher vor allem zum Aufwärmen und für heiße Getränke. Das senkt Gas- und Wasserbedarf zugleich und verkürzt die Zeit, die jemand draußen am Kocher stehen muss.

Wie viel Gas der Vorrat braucht

Wie lange ein Vorrat reichen soll, beantwortet der ADAC mit Verweis auf das BBK: für möglichst zehn Tage, mindestens drei. Die BBK-Seite zur Vorratshaltung selbst ließ sich für diese Recherche nicht abrufen, die Angabe stammt also aus zweiter Hand. Eine Brennstoffmenge nennt keine der Behördenseiten, auch nicht das Notfallkochbuch. Diese Lücke füllt der Rechner für den Gasbedarf, der aus Personen, Tagen und Litern je Tag eine Spanne ableitet, die auf belegten Gramm-pro-Liter-Werten beruht. Auf dieser Seite wird die Menge deshalb nicht noch einmal gerechnet.

Ein Beispielwert zeigt, wovon die Spanne abhängt. Bergzeit hat für einen Liter Wasser von 21 °C in einem 1,5-Liter-Topf mit Deckel windgeschützt rund 18 Gramm Gas gemessen, bei leichtem Wind rund 31 Gramm. Dasselbe Wasser kann also fast doppelt so viel Gas kosten, je nachdem, ob der Kochplatz im Windschatten liegt, und die Kochzeit stieg im selben Versuch von 4:40 auf 6:09 Minuten. Wer draußen ohne Windschutz kocht, plant im Rechner besser mit dem oberen Ende der Spanne; das ist eine Folgerung aus diesem einen Versuch, kein eigener Messwert. Kochen, Köcheln und Braten sind in solchen Messungen nicht erfasst; sie messen das Erhitzen von Wasser.

Beim Vorrat zählt außerdem die Kartuschengröße, die zum Gerät passt. Die Hersteller bieten Schraubkartuschen in Größen von 100 bis 450 Gramm an, Campingaz Ventilkartuschen mit 240, 425 und 450 Gramm, Gaskofferkocher laufen mit 227-Gramm-Kartuschen. Wer das Ergebnis des Rechners hat, teilt es durch den Inhalt der Kartusche, die zum eigenen Kocher passt, und rundet auf. Folgekosten entstehen nur durch diesen Nachkauf; Kartuschen sind nach der Norm EN 417 Einwegbehälter und nach Campingaz und MSR nicht zum Nachfüllen vorgesehen.

Ventil- oder Stechkartusche für den Vorrat

Für einen Vorrat ist das Kartuschensystem nicht gleichgültig. Campingaz nennt den Vorteil seiner Ventilkartuschen selbst: Sie lassen sich auch teilgefüllt vom Gerät trennen, mehrere Geräte können dieselbe Kartusche nutzen, und die Kartusche lässt sich einfacher transportieren und lagern. Stechkartuschen wie die C 206 GLS dürfen dagegen nur restlos entleert vom Gerät abgenommen werden. Wer im Stromausfall einmal kocht und danach den Kocher wegräumen will, hat bei der Stechkartusche eine angestochene Kartusche am Gerät, die bis zum nächsten Gebrauch dort bleibt.

Die Kartuschennorm EN 417 von 2012 schreibt für Stechkartuschen eine innere Einrichtung vor, die den Gasaustritt begrenzt. Das ändert nichts daran, dass das Gerät mit der Kartusche verbunden bleibt. Für den Vorrat heißt das: Wer die Wahl hat, lagert Ventil- oder Schraubkartuschen, die erst beim Kochen angeschlossen werden.

Ebenso wichtig ist, dass Vorrat und Kocher zueinander passen. Coleman-Kartuschen mit Schraubventil passen nach den Angaben auf campingaz.de nicht auf Campingaz-Kocher, die CP-250-Kartusche hat einen eigenen Bajonettanschluss, und mehrere Hersteller warnen in ihren Anleitungen vor fremden Kartuschen oder Adaptern. Welches System zu welchem Gerät gehört, erklärt der Ratgeber zu den Arten von Gaskartuschen. Wer den Vorrat kauft, nimmt das Gerät oder seine Anleitung mit, nicht die Erinnerung.

Kartuschen zu Hause lagern

Zur Lagerung von Kartuschen im Haushalt gibt es in den ausgewerteten Quellen keine Rechtsvorschrift, wohl aber ausführliche Herstellerangaben. Am genauesten ist MSR mit einem eigenen Supportartikel, aktualisiert am 15. Dezember 2025. Kartuschen sollen kühl und trocken liegen, ohne direkte Sonne und fern von Wärmequellen, nicht durchstochen, gequetscht oder verändert, wenn möglich aufrecht und außer Reichweite von Kindern und Haustieren. Zu Hause soll die Temperatur unter 49 °C bleiben, der Ort gut belüftet sein. Große Mengen sollen nie in geschlossenen, unbelüfteten Räumen liegen.

Campingaz sagt es kürzer: Gas immer an einem gut belüfteten Ort lagern, geschützt vor direkter Sonneneinstrahlung und fern von Wärmequellen, und Gasbehälter nie in Fahrzeugen zurücklassen. Das Sicherheitsblatt zu den Kartuschen bittet, auch leere Kartuschen an einem sicheren Ort zu lagern. Die Sicherheitsdatenblätter nennen eine Grenze von 50 °C: bei einer Kartusche von Kerbl der Satz, sie vor Sonnenbestrahlung zu schützen und nicht Temperaturen über 50 °C auszusetzen, bei Primus ebenfalls „nicht über 50 °C“. Ein Datenblatt von Camper Gaz stuft die Kartusche anders ein, nennt die 50 °C bei der Handhabung und als maximale Lagertemperatur 30 °C.

MSR empfiehlt außerdem, angebrochene Kartuschen zu beschriften, damit man vor dem Gebrauch weiß, wie viel noch drin ist, und sie entfernt von scharfen Werkzeugen und schweren Gegenständen zu lagern, die sie verbeulen könnten. Für einen Notfallvorrat ist das Beschriften der einfachste Schritt nach dem Kauf. Wie man den Füllstand einer Kartusche ohne Beschriftung bestimmt, behandelt die Verbrauchsseite.

Keller, Garage, Dachboden, Auto

Gefragt wird in den Suchvorschlägen nach konkreten Orten. Die Quellen antworten darauf ungleich genau, für den Keller nur aus zweiter Hand. Die Tabelle stellt zusammen, was zu jedem Ort belegt ist.

Lagerorte für Gaskartuschen und die Aussagen der Quellen
OrtWas die Quellen sagen
Abstellraum, Schrank in der Wohnungkühl, trocken, gut belüftet, ohne Sonne, fern von Heizung und Wärmequellen (MSR, Campingaz)
KellerBergzeit: Lagerung unter Erdgleiche verboten (nicht im Original geprüft); MSR: große Mengen nie in geschlossenen, unbelüfteten Räumen
Garagenach MSR in Ordnung, solange sie kühl und gut belüftet bleibt
Dachbodennach MSR meiden, weil die Temperatur dort stark steigen kann
Autonicht länger im geparkten Fahrzeug lassen (MSR); nie in Fahrzeugen zurücklassen (Campingaz)
Neben Heizung, Elektrogeräten, Zündflammenmeiden: keine Lagerung nahe Funken, Zündflammen oder elektrischen Geräten (MSR)
Balkonkein Ort ausdrücklich genannt; ohne direkte Sonne (MSR, Campingaz)

Zum Keller kursieren Regeln, die sich nicht prüfen ließen. Bergzeit schreibt, Kartuschen dürften nicht in Schlafraum, Treppenhaus, Flur oder unter Erdgleiche lagern, höchstens zwei in getrennten Räumen, und verweist auf DVGW G 612. Das Regelwerk selbst lag nicht vor, und Quellen aus zweiter Hand formulieren die Zwei-Kartuschen-Regel abweichend. Die Technischen Regeln Flüssiggas, die oft für die Lagerung in Wohnungen zitiert werden, betreffen Flaschen, nicht Kartuschen, und wurden ebenfalls nicht im Original gelesen. Eine Mengenobergrenze für Kartuschen in Wohnung oder Keller lässt sich deshalb hier nicht nennen. Ebenso fehlt jede mietrechtliche Aussage zur Lagerung in Mietwohnungen.

Wer daraus eine Regel für den eigenen Haushalt machen will, kann sich an den Herstellern ausrichten: wenige Kartuschen, kühl, belüftet, ohne Sonne und fern von Zündquellen, und den Vorrat nicht an einem Ort sammeln, an dem auch die Heizung oder der Stromkasten steht. Das ist die strengere Lesart der Herstellerangaben, keine Rechtsvorschrift.

Hitze ist das Risiko, das am besten belegt ist. Die 50-°C-Grenze der Datenblätter ist dieselbe, die die Norm bei der Prüfung der Gaskofferkocher ansetzt, und die hessische Marktüberwachung hat 2018 an allen 15 geprüften Kochern Kartuschentemperaturen über dieser Grenze gemessen, von 57,9 bis 151,1 °C. Ein Kartuschenvorrat im Kofferraum oder auf einem Dachboden im Sommer liegt im falschen Temperaturbereich, bevor überhaupt jemand kocht.

Wie lange Kartuschen halten

Eine Zahl für die Haltbarkeit einer Gaskartusche nennt keine der ausgewerteten Quellen. MSR schreibt, die Kartuschen hätten bei richtiger Lagerung eine lange Haltbarkeit, und rät, sie regelmäßig auf Rost, Beulen und Schäden am Ventil zu prüfen. Leichter Oberflächenrost sei nach MSR in der Regel nur kosmetisch, tiefe Korrosion ein Grund, die Kartusche zu entsorgen. Vor der Lagerung müsse eine Kartusche nicht geleert werden, solange sie unbeschädigt ist. Bergzeit antwortet auf die Frage nach einem Mindesthaltbarkeitsdatum, das Gas zerfalle nicht, und nennt die Lagerung theoretisch unbegrenzt, ohne Jahreszahl.

Für einen Notfallvorrat ergibt sich daraus ein Rhythmus ohne feste Frist: Kartuschen beim Einlagern beschriften, bei jeder Kontrolle des übrigen Vorrats mit ansehen und eine Kartusche mit tiefem Rost oder beschädigtem Ventil aussortieren. Wann der richtige Zeitpunkt für die Kontrolle ist, gibt keine Quelle vor. Ein Vorschlag dieser Seite, keine Quellenangabe: der Saisonbeginn, wenn ohnehin gecampt wird. Wer den Vorrat dann auf Touren aufbraucht und neu kauft, wechselt ihn regelmäßig aus, ohne auf ein Verfallsdatum zu warten, das es nicht gibt.

Was mit einer angebrochenen oder aussortierten Kartusche geschieht, regeln die Kommunen unterschiedlich. In München gehören leere Kartuschen in die Wertstoffinseln, volle oder angebrochene an die Problemstoffannahme des Wertstoffhofs. Andere Entsorger formulieren es anders, eine bundesweite Regel gibt es in den Quellen nicht. Den Ablauf beschreibt die Kartuschenseite des Clusters.

Heizen mit dem Campingkocher

Unter den Suchvorschlägen fragen 65 nach dem Heizen, darunter „campingkocher heizaufsatz“, „campingkocher gas heizung“ und „gaskocher notfall heizung“. In einem Stromausfall im Winter liegt der Gedanke nahe. Die Quellen geben dafür keinen Spielraum. Schleswig-Holstein führt den Campingkocher mit Gaskartusche im Abschnitt „Kochen und Heizen ohne Strom“ unter „Nur im Freien verwenden“ und nennt für die Wärme in Innenräumen ausschließlich Geräte, die dafür zugelassen sind, etwa Gasheizer, Ethanolkamine oder Petroleumöfen, jeweils mit ausreichender Belüftung.

Das BBK verlangt für gasbetriebene Heizquellen eine Sauerstoffmangel- und Zündsicherung und empfiehlt einen Kohlenmonoxid-Warnmelder. Ein Campingkocher erfüllt diese Anforderung nach der Norm nicht zwingend, Deutschland hat gerade das Fehlen der Flammenüberwachung in der Norm für Gaskofferkocher beanstandet. Was mit Heizaufsätzen im Zelt passiert, behandelt die Sicherheitsseite des Clusters.

Beide Behörden nennen statt eines Heizgeräts das Naheliegende. Das BBK rät zu warmer Kleidung und Decken, zu einem einzigen Aufenthaltsraum mit geschlossenen Türen und trotzdem zu regelmäßigem Lüften. Schleswig-Holstein nennt warme Kleidung, Decken und Schlafsäcke, um eine kühle Phase zu überbrücken. Wer für den Notfall vorsorgt, ist beim Überblick über Schlafsäcke mit dem Komfortbereich besser beraten als mit einem Heizaufsatz.

Wohnmobil und Wohnwagen als Notküche

Unter den Suchvorschlägen stehen „gaskocher notfall wohnmobil“ und „gaskocher notfall wohnwagen“. Wer ein Fahrzeug mit eingebauter Gasanlage vor der Tür hat, besitzt eine Küche, die nicht vom Stromnetz abhängt. Für Flüssiggasanlagen im Fahrzeug bis 1,5 Kilogramm pro Stunde, die nicht dem Antrieb dienen, schreibt Paragraf 60 der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung eine Prüfung nach dem Regelwerk DVGW G 607 vor, wiederkehrend alle 24 Monate. Ein loser Kartuschenkocher gehört nicht in diese Anlage: MSR nennt den Camper ausdrücklich als Ort, an dem der Kocher nie brennen darf, und die Freiburger Rechtsmedizin hat Kocher in geschlossenen Campern als Kohlenmonoxidquelle beschrieben. Anschlüsse, Drücke und Vorzelt behandelt der Ratgeber zum Campingkocher im Wohnmobil.

Der Probelauf vor dem Ernstfall

Was nach dem Kauf kommt, entscheidet, ob der Kocher im Ernstfall funktioniert. Trangia nennt als ersten Schritt, die Anleitung zu lesen und den Kocher draußen zu beherrschen, als zweiten, draußen eine ganze Mahlzeit damit zu kochen, damit man weiß, wie Brenner und Brennstoff zu handhaben sind. Trangia nennt das für den Gebrauch drinnen; auf jeden Kocher übertragen ist es eine Folgerung dieser Seite. Suchvorschläge wie „gaskocher stromausfall heute“ oder „gaskocher stromausfall jetzt“ zeigen, dass manche erst während des Ausfalls suchen; dann ist für diesen Schritt keine Zeit mehr.

Zum Probelauf gehören fünf Prüfungen, die sich aus den Quellen ergeben. Die Aufschrift auf Gerät und Verpackung lesen und prüfen, ob sie vollständig und auf Deutsch ist. Die passende Kartusche anschließen und nachsehen, ob sie dicht sitzt; Campingaz rät, Anschlüsse regelmäßig auf Dichtheit zu prüfen, und warnt beim Schraubventil vor Gewindeschäden, die Kartusche solle nur handfest bis zum Anschlag eingeschraubt werden. Den Platz im Freien ausprobieren, mit dem Topf, der im Ernstfall benutzt wird. Die Kochzeit für einen Liter notieren. Die Kartusche danach abnehmen, beschriften und zurück in den Vorrat legen.

Zur Dichtheit gibt es einen Forenbefund, der zeigt, warum der Probelauf nicht übersprungen werden sollte. Ein Reddit-Faden aus dem Jahr 2022 mit 66 Kommentaren trägt den Titel, vier von vier neu gekauften Campinggaskartuschen seien undicht gewesen. Wie häufig das vorkommt, lässt sich daraus nicht ablesen; eine Statistik dazu fand sich nicht. Für den Fall einer Undichtigkeit verlangt das Datenblatt von Camper Gaz, alle Zündquellen zu entfernen. Trangia beschreibt für seinen Gasbrenner ein kurzes Zischen beim Anschließen allerdings als normal.

Ersatzteile sind für einen Kocher, der jahrelang im Schrank liegt, eine eigene Frage. Primus, MSR, Optimus, Trangia und Campingaz führen Listen konkreter Ersatzteile, Trangia gibt für seinen Gasbrenner Storm an, alle Ersatzteile seien verfügbar. Esbit führt keine Kocher-Ersatzteile. Für ein Notfallgerät, das selten benutzt wird, ist eine Dichtung oder ein O-Ring als Ersatz im Vorrat sinnvoller als die Hoffnung, ihn im Ernstfall zu bekommen.

Ein Gaskocher mit Innenraumfreigabe fand sich nicht

Die Anforderung, die viele Suchanfragen stellen, erfüllt kein Gerät im Feld der ausgewerteten Unterlagen: ein Campingkocher mit Gaskartusche, den sein Hersteller ohne Einschränkung für die Wohnung freigibt und den eine Behörde für den Stromausfall drinnen empfiehlt. Trangia kommt dem am nächsten, beschränkt das aber auf Bedingungen und beginnt mit dem Hinweis, Campingkocher seien für draußen gebaut. Die Angebote, die im Onlinehandel mit dem Innenraum werben, nennen keine Norm und keine Prüfstelle für diese Eignung, und eines davon ist ein Kochfeld für Flasche und Erdgas, kein Campingkocher.

Das ist kein Mangel einer einzelnen Marke, sondern die Lage, in der die Norm für Gaskofferkocher von der EU-Kommission gerade abgelehnt wurde und für tragbare Flüssiggaskocher derzeit keine harmonisierte Norm im Amtsblatt steht. Wer drinnen etwas Warmes braucht, bekommt von den Behörden das Stövchen und das Fondue-Set mit Brennpaste genannt, für kleine Mengen. Wer mehr will, braucht einen Platz im Freien. Einen Überblick über alle Bauarten und die übrigen Seiten dieses Themas gibt die Übersicht zu Campingkochern.

Wofür die Quellen keine Antwort haben

  • Eine Definition, ab wann ein Balkon als „im Freien“ gilt, und eine Quelle zum Kochen mit Kartuschenkochern auf dem Balkon.
  • Mietrechtliche Aussagen zum Kochen auf dem Balkon und zur Lagerung von Kartuschen in Mietwohnungen.
  • Eine Mengenobergrenze für Kartuschen in Wohnung, Keller oder Garage; die Regeln „höchstens zwei Kartuschen in getrennten Räumen“ und „nicht unter Erdgleiche“ nach DVGW G 612 ließen sich nicht im Original prüfen, die Technischen Regeln Flüssiggas betreffen Flaschen.
  • Ein Haltbarkeitsdatum oder eine Lagerdauer in Jahren für Gaskartuschen.
  • Ein Zeichen, Register oder eine Rechtskategorie „für Innenräume zugelassen“ für Gaskocher.
  • Was „gut belüftet“ für einen Kartuschenkocher in einer Wohnung bedeutet, etwa als Fensteröffnung oder Luftwechsel.
  • Kohlenmonoxidmessungen mit Kartuschen-Gaskochern in Wohnräumen; die Studien betreffen Zelte und Boxen mit Petroleum, Benzin oder ohne genannten Brennstoff.
  • Deutsche Fallzahlen zu Kohlenmonoxidvergiftungen durch Campingkocher; belegt sind nur ältere Meldezahlen zu Holzkohlegrills.
  • Die BBK-Seite zur Vorratshaltung im Original; die Empfehlung von zehn, mindestens drei Tagen stammt aus dem ADAC-Ratgeber.
  • Eine Brennstoffmenge für den Notfallvorrat von einer Behörde.
  • Ein Sicherheitsdatenblatt oder eine Gebrauchsanweisung für Fondue-Brennpaste und Messungen der Verbrennungsprodukte von Esbit im Kochbetrieb.
  • Ob die Innenraumfreigabe im Trangia-Handbuch für den Gasbrenner ebenso gilt wie für den Spiritusbrenner.
  • Eine Aussage zur Lagerung von Kartuschen bei Frost und ob Kälte die Kartusche beim Lagern schädigt.
  • Wie häufig neue Gaskartuschen undicht sind; vorhanden ist nur ein Forenbeitrag.
  • Flammenlose Kochpads mit chemischem Prinzip, auf die die Produktrecherche stieß; sie wurden nicht ausgewertet.
  • Ein Heizwert für vergällten Brennspiritus.

Quellen zum Kochen bei Stromausfall

Alle Quellen wurden am 14. Oktober 2026 abgerufen. Herstellerangaben sind als solche gekennzeichnet, Behördentexte im Wortlaut zitiert, Übertragungen aus anderen Zusammenhängen ausdrücklich markiert. Die Seite entsteht ohne Eigentest und nennt keine Preise.

FAQ

Häufige Fragen

Darf man einen Campingkocher bei Stromausfall in der Wohnung benutzen?

Das Innenministerium Schleswig-Holstein führt den Campingkocher mit Gaskartusche unter „Nur im Freien verwenden“, die BBK-Seite in Leichter Sprache erlaubt Camping-Kocher nur draußen. MSR und Campingaz schließen Wohnräume ausdrücklich aus. Nur Trangia beschreibt eine Innennutzung im Stromausfall unter Bedingungen, beginnt aber mit dem Hinweis, Campingkocher seien für draußen gebaut.

Gibt es Gaskocher mit Zulassung für Innenräume?

Eine eigene Kategorie „für Innenräume zugelassen“ findet sich in der Gasgeräteverordnung 2016/426 nicht; maßgeblich sind Anleitung und Warnhinweise auf Gerät und Verpackung. Schleswig-Holstein verweist dafür auf die Herstellerangaben. Ein Campingkocher mit Gaskartusche, den sein Hersteller ohne Einschränkung für die Wohnung freigibt, fand sich in den ausgewerteten Unterlagen nicht.

Darf ich mit dem Campingkocher auf dem Balkon kochen?

Das BBK nennt den Balkon nur für den Garten- oder Tischgrill, Schleswig-Holstein sagt „Nur im Freien“, ohne den Balkon einzuordnen. Mietrechtliche Aussagen dazu fanden sich nicht. Belegt sind Herstellerabstände, bei MSR etwa 1,2 Meter zu brennbaren Stoffen und 7,6 Meter zu entzündbaren Flüssigkeiten.

Wie lagert man Gaskartuschen zu Hause richtig?

MSR und Campingaz raten zu einem kühlen, trockenen, gut belüfteten Ort ohne direkte Sonne und fern von Wärmequellen; Kartuschen gehören nicht in Fahrzeuge. Die Sicherheitsdatenblätter nennen 50 °C als Grenze, MSR 49 °C. Eine gesetzliche Mengenobergrenze für Kartuschen in Wohnung oder Keller ließ sich nicht belegen.

Wie lange ist eine Gaskartusche haltbar?

Ein Haltbarkeitsdatum in Jahren nennt keine der ausgewerteten Quellen. MSR spricht von einer langen Haltbarkeit bei richtiger Lagerung und rät, Kartuschen regelmäßig auf Rost, Beulen und Ventilschäden zu prüfen. Kartuschen mit tiefer Korrosion sollen entsorgt werden.

Wie viele Gaskartuschen braucht man für den Notfall?

Der ADAC nennt mit Verweis auf das BBK einen Vorrat für möglichst zehn, mindestens drei Tage; eine Brennstoffmenge nennt keine Behörde. Die Menge hängt von Personen, Tagen und Litern je Tag ab und lässt sich mit dem Gasbedarfsrechner auf der Verbrauchsseite als Spanne bestimmen. Bei Wind stieg der Gasbedarf in einer Messung von Bergzeit von rund 18 auf rund 31 Gramm je Liter.