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Ratgeber

Rudergerät oder Crosstrainer: was die Studien sagen

Rudergerät oder Crosstrainer: Die einzige Direktmessung widerspricht dem Verkaufsargument. Was Studien, Normen und Prüfberichte wirklich hergeben.

Die Frage wird fast immer als Verbrauchsfrage gestellt: Welches der beiden Geräte verbrennt mehr? Die einzige Messung, die Rudergerät und Ellipsentrainer bei gleicher wahrgenommener Anstrengung nebeneinander stellt, beantwortet sie — und zwar gegen die Erwartung. Der Ellipsentrainer lag höher, nicht das Rudergerät. Das ist kein Argument für den Crosstrainer, sondern ein Hinweis darauf, dass die Frage falsch gestellt ist. Auseinander gehen die beiden Gattungen woanders: in der Haltung, im Technikeinstieg, in der Normlage und in dem, was sich über sie öffentlich belegen lässt. Darum geht es auf dieser Seite.

Was diese Seite nicht wiederholt

Kalorienrechnung, Muskelbeteiligung, Widerstandsarten und Gelenkkräfte sind in der Übersicht zu Rudergeräten und im Crosstrainer-Cluster mit Zahlen und Vorbehalten abgehandelt. Diese Seite verweist darauf und behandelt das, was in keinem der beiden Cluster steht, weil es erst im Vergleich sichtbar wird: die Asymmetrie der Belege.

Die Frage nach dem Verbrauch — und was gemessen wurde

Wer die beiden Gattungen gegeneinander abwägt, beginnt fast immer bei der Verbrennung. Das liegt an der Marktkommunikation: Das Rudergerät wird seit Jahrzehnten als das Ganzkörpergerät verkauft, das mehr beansprucht und deshalb mehr verbraucht. Diese Erzählung ist so eingeführt, dass sie kaum noch geprüft wird.

Es gibt eine Arbeit, die sie prüfbar macht. Prieto-González und Yagin haben 2024 in Frontiers in Sports and Active Living sieben Cardiogeräte nebeneinander vermessen: Liegerad, Standrad, Spinningrad, Rudergerät, Ellipsentrainer, Stairclimber und Laufband. Dreißig freizeitsportlich aktive Männer im Mittel von 41,7 Jahren absolvierten an jedem Gerät zwölfminütige Belastungen, einmal bei selbstgewählter Intensität auf der Stufe 17 der Borg-Skala und einmal maximal. Gemessen wurden Herzfrequenz und Sauerstoffaufnahme, der Energieumsatz wurde indirekt berechnet.

Der Aufbau ist der entscheidende Punkt: Nicht die Wattzahl war vorgegeben, sondern die gefühlte Anstrengung. Genau so entscheidet jemand zu Hause. Man stellt sich nicht auf 140 Watt ein, man trainiert, bis es sich nach etwas anfühlt. Was dabei an Energie umgesetzt wird, ist die Zahl, die im Alltag zählt.

Messwerte

Energieumsatz bei gleicher wahrgenommener Anstrengung (Borg 17)

Angaben in Kilokalorien pro Minute

Laufband15.18Ellipsentrainer12.82Rudergerät11.45
  • Laufband: Tabelle 6, 15,18 plus minus 1,32
  • Ellipsentrainer: Tabelle 6, 12,82 plus minus 0,95
  • Rudergerät: Tabelle 6, 11,45 plus minus 0,94

Grundlage: Prieto-González und Yagin 2024, Frontiers in Sports and Active Living, 30 Männer, zwölfminütige Belastungen. Mittelwerte der Tabelle 6.

Der Abstand beträgt rund 1,4 Kilokalorien pro Minute zugunsten des Ellipsentrainers. Bei einer halben Stunde sind das etwa vierzig Kilokalorien — eine Größenordnung, die keine Kaufentscheidung trägt, aber eben auch nicht in die Richtung zeigt, in die der Markt zeigt. Bei maximaler Intensität blieb die Reihenfolge gleich: 14,67 gegen 13,46 Kilokalorien pro Minute.

Dasselbe Muster findet sich bei den zugrundeliegenden Größen. Die Sauerstoffaufnahme lag bei Borg 17 am Ellipsentrainer bei 36,15 Millilitern pro Kilogramm und Minute, am Rudergerät bei 32,28. Die Herzfrequenz lag bei 142 gegen 132 Schlägen. Die Autoren begründen den Rückstand des Rudergeräts nicht mit der Muskelbeteiligung, sondern mit der Körperposition: Wer sitzt, hält weniger Masse gegen die Schwerkraft als wer steht.

Die Rangfolge aller sieben Geräte ordnet den Befund zusätzlich ein. An der Spitze stand das Laufband mit 15,18 Kilokalorien pro Minute bei Borg 17, dahinter der Stairclimber, dann der Ellipsentrainer, dann die drei Fahrradvarianten und das Rudergerät. Auffällig ist das Muster: Oben stehen die Geräte, an denen der Nutzer steht, unten die, an denen er sitzt. Das ist konsistenter als jede Erklärung über die Muskelbeteiligung und spricht dafür, dass die Körperposition hier der bestimmende Faktor ist.

Die Unterschiede zwischen allen Modalitäten waren nach Angabe der Autoren statistisch signifikant. Das ist bei dreißig Probanden und sieben Bedingungen zu erwarten und sagt nichts über die praktische Bedeutung: Ein signifikanter Unterschied von 1,4 Kilokalorien pro Minute bleibt ein Unterschied von 1,4 Kilokalorien pro Minute. Wer aus dieser Studie eine Kaufempfehlung für den Ellipsentrainer ableitet, macht denselben Fehler wie der Markt, nur in die andere Richtung.

Warum ein einzelner Messwert die Frage nicht entscheidet

Bevor daraus ein Argument wird, gehören die Grenzen der Arbeit dazu. Dreißig Männer eines Altersjahrzehnts sind keine Bevölkerung. Die Belastungen dauerten zwölf Minuten, nicht dreißig oder sechzig. Und vor allem: Die Borg-Skala misst, was jemand fühlt, und das Gefühl hängt an der Technik. Wer nie gerudert ist, empfindet am Rudergerät früher Anstrengung, weil die Bewegung ungewohnt ist und weil der Griff, nicht das Herz, das erste Warnsignal sendet.

Genau dieser Einwand ist keine Ausrede, sondern die eigentliche Erkenntnis. Die Studie misst nicht, was ein Rudergerät leisten kann, sondern was ungeübte Nutzer an ihm abrufen. Für eine Kaufberatung ist das die realistischere Zahl, weil die meisten Käufer genau diese ungeübten Nutzer sind. Wer die Technik beherrscht, verschiebt das Ergebnis; wie weit, ist nicht gemessen.

Was sich daraus ableiten lässt, ist deshalb schmal und trotzdem brauchbar: Die verbreitete Aussage, das Rudergerät verbrauche mehr, ist durch die einzige verfügbare Direktmessung nicht gedeckt. Wer wegen der Verbrennung kauft, kauft auf einer Grundlage, die es nicht gibt. Die ausführliche Rechnung für die jeweilige Gattung steht im Beitrag zum Kalorienverbrauch am Rudergerät und im Beitrag zum Kalorienverbrauch am Crosstrainer; beide nennen ihre Annahmen offen.

Die zweite Arbeit: gleiche Spitze, gleiche Fettverbrennung

Eine zweite Untersuchung stützt die Einordnung von einer anderen Seite. Filipovic, Munten, Herzig und Gagnon verglichen 2021 im Journal of Sports Science and Medicine Laufband, Ellipsentrainer und ein Concept2 Model D an neun gesunden Männern. Jeder absolvierte an allen drei Geräten einen Stufentest bis zur Ausbelastung, gemessen wurde per indirekter Kalorimetrie, dazu venöse Blutgase und Laktat.

Die maximale Sauerstoffaufnahme unterschied sich nicht: 57,9 Milliliter pro Kilogramm und Minute am Ellipsentrainer, 57,6 am Ruderergometer. Auch bei der maximalen Fettoxidationsrate lagen beide gleichauf, 0,41 gegen 0,40 Gramm pro Minute, mit einem p-Wert von 1,000 — statistisch ununterscheidbar. Die Intensität, bei der die Fettverbrennung ihr Maximum erreicht, lag am Ellipsentrainer bei 36,8 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme, am Rudergerät bei 31,6; auch dieser Unterschied war nicht signifikant.

Beide Geräte lagen dabei unter dem Laufband, und das mit Abstand. Wer allein nach der höchsten erreichbaren Spitze und der höchsten Fettoxidation sucht, landet nach dieser Arbeit bei keinem der beiden hier verglichenen Geräte. Auffällig war ein einziger Unterschied: Das Laktat nach Belastung fiel beim Rudern höher aus als beim Laufen. Die Autoren führen das auf die Beteiligung der Armmuskulatur und auf die geringe Rudererfahrung ihrer Probanden zurück.

Neun Probanden sind wenig, und die Autoren sagen das selbst. Was die Arbeit trotzdem trägt: Sie findet keinen Unterschied, wo einer erwartet wurde. Zwei unabhängige Arbeiten mit unterschiedlichem Design kommen damit zum selben Ergebnis — auf der Stoffwechselebene geben sich die beiden Gattungen nichts.

Was die MET-Tabelle sagt und was sie nicht sagt

Wer nachrechnen will, landet früher oder später beim Compendium of Physical Activities, der Referenzliste für den metabolischen Äquivalenzwert. In der Ausgabe von 2024 steht der Ellipsentrainer mit zwei Werten: 5,0 MET bei moderater und 9,0 MET bei intensiver Ausführung. Das Rudern am stationären Ergometer hat dagegen eine nach Watt gestaffelte Reihe: 5,0 MET unter 100 Watt, 7,5 zwischen 100 und 149 Watt, 11,0 zwischen 150 und 199 Watt und 14,0 ab 200 Watt.

Aus dieser Liste lässt sich nicht ableiten, dass Rudern mehr verbraucht. Im moderaten Bereich stehen beide bei exakt 5,0. Was die Liste zeigt, ist etwas anderes: Das Rudergerät ist in der Tabelle feiner aufgelöst, weil es eine belastbare Wattmessung hat. Der Ellipsentrainer hat sie in dieser Form nicht, deshalb steht er mit zwei pauschalen Stufen da.

Das ist kein Nachteil des Geräts, sondern eine Eigenschaft seiner Bauart, und es erklärt, warum die Compendium-Werte hier so unterschiedlich aussehen. Wichtig für die Nutzung der Tabelle: Die Herausgeber kennzeichnen geschätzte Werte farblich. Alle hier genannten Codes sind nicht gekennzeichnet, also literaturgestützt. Wie man aus einem MET-Wert eine Verbrauchszahl macht und wo dabei die Fehler entstehen, steht im Rechenteil des Rudergeräte-Clusters.

Sitzen gegen Stehen — der Unterschied, der wirklich trägt

Wenn die Stoffwechselzahlen nichts hergeben, bleibt die Mechanik. Und die unterscheidet die beiden Gattungen fundamental: Am Rudergerät sitzt man, am Ellipsentrainer steht man. Das klingt banal und entscheidet mehr als jede Verbrauchsangabe.

Im Stehen trägt der Körper sein eigenes Gewicht. Hüfte, Knie und Sprunggelenk arbeiten gegen die Schwerkraft, die Rumpfmuskulatur hält den Oberkörper aufrecht, und die Herzfrequenz liegt bei gleicher gefühlter Anstrengung höher, weil mehr Masse bewegt und stabilisiert wird. Genau das ist die Erklärung, die Prieto-González und Yagin für ihre Rangfolge geben. Der Ellipsentrainer profitiert nicht von einer besseren Muskelbeteiligung, sondern schlicht davon, dass der Nutzer steht.

Im Sitzen fällt diese Grundlast weg. Das Rudergerät nimmt dem Körper das Tragen ab und gibt ihm dafür eine andere Aufgabe: Die gesamte Kraft muss über eine Kette aus Beinen, Rumpf und Armen an einen einzelnen Griff übertragen werden, und zwar in einer festgelegten Reihenfolge. Das ist anspruchsvoller zu koordinieren, aber es belastet die Gelenke der unteren Extremität anders — sie führen, statt zu tragen.

Für die Kaufentscheidung heißt das: Wer Probleme mit dem Tragen hat — Übergewicht mit Knie- oder Hüftbeschwerden, Sprunggelenksarthrose, Standunsicherheit — findet am Rudergerät die entlastendere Position. Wer dagegen Probleme mit dem Sitzen hat, und das ist bei Rückenbeschwerden der Regelfall, findet sie am Ellipsentrainer. Diese Zuordnung ist keine Studienaussage, sondern eine mechanische Ableitung, und sie ist als solche gekennzeichnet.

Ein zweiter Unterschied folgt aus derselben Geometrie und wird selten genannt: der Bewegungsumfang der Hüfte. Am Ellipsentrainer läuft der Fuß auf einer festen elliptischen Bahn, die Hüfte bewegt sich in einem vom Gerät vorgegebenen Winkelbereich, und dieser Bereich ist bei vielen Heimgeräten kleiner als der natürliche Schritt. Wer lange Beine hat, merkt das als unnatürlich kurzen Schritt. Am Rudergerät bestimmt der Nutzer den Auszug selbst; die Schiene begrenzt ihn erst am Ende.

Daraus ergibt sich ein Prüfpunkt, der sich nur am Gerät selbst klären lässt: Die Schrittlänge des Ellipsentrainers muss zur Körpergröße passen. Ist sie zu kurz, wird die Bewegung über Wochen unangenehm, und zwar ohne dass ein Datenblatt darauf hinweist. Die geprüfte Herstellerseite nennt für ihr Gerät eine zulässige Körpergröße von 140 bis 205 Zentimetern — eine Angabe, die man bei jedem Kandidaten suchen sollte, weil nicht jeder Hersteller sie macht.

Rücken: was beim Rudern belegt ist

Weil das Sitzen am Rudergerät mit einer ausgeprägten Rumpfbewegung verbunden ist, ist der untere Rücken die am häufigsten gestellte Frage. Hier liegt tatsächlich Evidenz vor, und zwar mehr als für die meisten anderen Punkte dieses Vergleichs.

Zhou und Kollegen haben 2025 in BMC Sports Science, Medicine and Rehabilitation eine systematische Übersicht mit Metaanalyse zu Risikofaktoren für Rückenschmerzen bei Ruderern vorgelegt. Aus 2.081 gesichteten Arbeiten blieben zehn Studien mit insgesamt 2.082 Athleten: sieben Querschnitts-, drei Kohortenstudien, Publikationsjahre 2004 bis 2020, mittlerer Qualitätswert 7,4.

Das Ergebnis ist in seiner Klarheit unbequem für beide Lager. Der Trainingsumfang war kein signifikanter Risikofaktor: Odds Ratio 1,26 bei einem Konfidenzintervall von 0,83 bis 1,91, das also die 1 einschließt. Ebenfalls nicht signifikant waren Alter, Geschlecht, Körpermasseindex, Leistungsniveau, Ruderart und die Zahl der Rudererfahrungsjahre. Signifikant war ein einziger Faktor: eine frühere Rückenschmerzepisode, mit einem Odds Ratio von 2,65 bei einem Intervall von 1,86 bis 3,78.

Wer also schon einmal Rückenschmerzen hatte, hat beim Rudern ein rund zweieinhalbfach erhöhtes Risiko, wieder welche zu bekommen. Wer noch nie welche hatte, bekommt sie nicht dadurch, dass er viel rudert. Das ist die brauchbarste Einzelaussage dieses gesamten Vergleichs, und sie betrifft nur eine der beiden Gattungen.

Zur Häufigkeit selbst geben die Autoren eine Spanne an, die zeigt, wie schwer das Feld zu fassen ist: In den Querschnittsstudien reichte die berichtete Häufigkeit von 12,04 bis 94 Prozent. Die Autoren führen das auf unterschiedliche Athletenauswahl, unterschiedliche Definitionen von Rückenschmerz und unterschiedliche Wettkampfniveaus zurück. Eine einzelne Prozentzahl aus diesem Feld zu zitieren, wäre irreführend. Was die Studienlage im Detail für das Training bedeutet, steht im Beitrag zum Rudern bei Rückenschmerzen.

Was für den Ellipsentrainer an derselben Stelle fehlt

Für den Ellipsentrainer existiert keine vergleichbare Auswertung. Es gibt keine Metaanalyse zu Rückenschmerz-Risikofaktoren bei Ellipsentrainer-Nutzern, weil es die Athletenpopulation nicht gibt, die man dafür auswerten könnte. Rudern ist ein Wettkampfsport mit organisierten Kadern, die man über Jahre befragen kann. Den Ellipsentrainer benutzt niemand im Wettkampf.

Diese Asymmetrie ist die wichtigste Eigenschaft der Quellenlage in diesem Vergleich, und sie wird regelmäßig falsch herum gelesen. Wenn für das Rudergerät eine Metaanalyse zu Rückenschmerzen existiert und für den Ellipsentrainer nicht, dann heißt das nicht, dass das Rudergerät gefährlicher wäre. Es heißt, dass eine Gattung erforscht ist und die andere nicht.

Dasselbe gilt in die andere Richtung. Für den Ellipsentrainer gibt es eine Messung der Gelenkbelastung, für das Rudergerät nicht. Auch daraus folgt keine Rangfolge. Wer aus dem Vorhandensein einer Studie einen Vorteil oder Nachteil ableitet, liest Forschungsförderung als Produkteigenschaft.

Gelenkbelastung: eine Messung, die nur eine Seite abdeckt

Für den Ellipsentrainer liegt eine saubere biomechanische Messung vor. Lu, Chien und Chen haben 2007 in Medicine and Science in Sports and Exercise fünfzehn männliche Erwachsene mit dreidimensionaler Bewegungsanalyse, instrumentiertem Pedal und Kraftmessplatten untersucht und den Ellipsentrainer ohne Widerstand bei etwa fünfzig Umdrehungen pro Minute mit normalem Gehen verglichen.

Die vertikale Kraft in der frühen Standphase lag am Ellipsentrainer bei 94,44 Prozent des Körpergewichts, beim Gehen bei 103,05 Prozent. Der eigentliche Befund steckt aber nicht in der Kraft, sondern in ihrer Anstiegsrate: 3,78 Körpergewichte pro Sekunde am Ellipsentrainer gegen 48,78 beim Gehen. Das ist rund ein Dreizehntel. Genau dieser sanfte Kraftanstieg ist der Grund, warum Ellipsentrainer bei Gelenkbeschwerden empfohlen werden.

Die Arbeit nennt jedoch auch einen Preis. Das Kniestreckmoment war am Ellipsentrainer in der Standphase und vor allem in der Schwungphase deutlich höher als beim Gehen, das Plantarflexionsmoment im Sprunggelenk dagegen deutlich niedriger. Die Autoren fassen das selbst als Handel zusammen: Die geringeren vertikalen Kräfte und Anstiegsraten werden mit höheren Momenten an Hüftbeugern und Kniestreckern erkauft.

Für den Vergleich mit dem Rudergerät hilft diese Messung nur begrenzt, denn sie vergleicht mit Gehen, nicht mit Rudern. Eine analoge Messung für das Rudergerät gibt es nicht, und sie ist methodisch auch nicht sinnvoll herstellbar: Rudern ist nicht gewichtstragend, eine Bodenreaktionskraft im üblichen Sinn existiert dort nicht. Die vollständige Einordnung der Ellipsen-Messung mit allen Vorbehalten steht im Beitrag zur Gelenkbelastung am Crosstrainer.

Der Technikeinstieg — die Hürde, die nur eine Gattung hat

Auf den Ellipsentrainer stellt man sich und geht los. Die Bewegung ist geführt, die Pedale laufen auf einer festen Bahn, die Griffe folgen der Beinbewegung. Man kann an diesem Gerät ungeschickt trainieren, aber man kann kaum etwas grundsätzlich falsch machen. Die Bewegung, die es vorgibt, ist dem Gehen nah genug, dass jeder sie ohne Erklärung ausführt.

Am Rudergerät ist das anders, und zwar in einem Maß, das Kaufentscheidungen umwirft. Der Ruderzug hat eine Reihenfolge: Beine, Rumpf, Arme beim Durchzug, Arme, Rumpf, Beine bei der Rückführung. Wer diese Reihenfolge nicht einhält, zieht mit dem Rücken statt mit den Beinen. Das ist nicht nur ineffizient, es ist die Bewegung, aus der die Rückenbeschwerden entstehen, um die es im vorigen Abschnitt ging.

Die Folge ist eine Ungleichheit, die in keiner Studie steht und trotzdem die realistischste Vorhersage über den späteren Nutzen erlaubt: Das Rudergerät liefert seinen Wert erst, wenn die Technik sitzt. Bis dahin ist es ein anstrengendes Gerät mit mäßigem Ertrag und einem erhöhten Risiko, genau den Körperteil zu belasten, der ohnehin der empfindlichste ist. Der Ellipsentrainer liefert seinen Wert ab der ersten Minute, aber sein Maximum ist niedriger angesetzt.

Wer jemanden hat, der die Technik zeigt, oder wer bereit ist, ein paar Wochen bewusst langsam zu üben, bekommt am Rudergerät mehr. Wer das Gerät kauft, um nach Feierabend ohne Nachdenken dreißig Minuten zu bewegen, bekommt am Ellipsentrainer mehr. Das ist die ehrlichste Trennlinie dieses Vergleichs. Die Bewegungsabfolge im Einzelnen steht im Beitrag zur Rudertechnik.

Praktisch sichtbar wird der Unterschied an einem einzigen Merkmal: Wo beginnt die Bewegung? Wer am Rudergerät zuerst die Arme anzieht und erst dann die Beine streckt, hat die Reihenfolge umgedreht und zieht den Widerstand über den Rücken. Das lässt sich ohne Fachwissen erkennen, auch an einer Handyaufnahme von der Seite, und es ist die einzige Technikprüfung, die wirklich jeder durchführen kann.

Am Ellipsentrainer gibt es kein Äquivalent dazu, weil das Gerät die Reihenfolge erzwingt. Die verbreitetsten Fehler dort sind anderer Art und deutlich harmloser: zu viel Gewicht auf den Händen statt auf den Füßen und ein zu hoher Widerstand, der die Bewegung ins Stampfen bringt. Beides korrigiert sich meist von selbst, sobald es unangenehm wird.

Zwei Teile derselben Normenreihe, zwei Generationen

Beide Gattungen werden nach derselben internationalen Reihe gebaut: DIN EN ISO 20957, Stationäre Trainingsgeräte. Teil 1 enthält die allgemeinen Anforderungen, die gerätespezifischen Teile ergänzen sie. Für Rudergeräte gilt Teil 7, für Ellipsentrainer Teil 9. So weit ist die Lage symmetrisch — und genau das unterscheidet diesen Vergleich vom Vergleich zwischen Laufband und Crosstrainer, wo das Laufband noch in der älteren EN-957-Reihe steht.

Unterschiedlich ist der Ausgabestand. Für Ellipsentrainer gilt DIN EN ISO 20957-9:2019-11, deutsche Fassung der EN ISO 20957-9:2016 einschließlich Änderung 1 von 2019. Die internationale Grundlage, ISO 20957-9:2016 in zweiter Ausgabe, umfasst vierzehn Seiten und wurde zuletzt 2022 im Status bestätigt. Der deutsche Ausgabestand ist damit knapp sieben Jahre alt.

Für Rudergeräte ist DIN EN ISO 20957-7 deutlich jünger. Die Fassung 2021-09 wurde zurückgezogen; geltend ist seit Dezember 2024 die Fassung 2024-12 mit 23 Seiten. Laut Änderungsvermerk wurden gegenüber 2021 die verwiesenen Normen aktualisiert, Abschnitt 4 konkretisiert und neu strukturiert, die Annahmekriterien in den Abschnitten 5.6 bis 5.8 aktualisiert, ein Abschnitt zu zusätzlichen klassifizierten Anforderungen ergänzt und Abschnitt 7 neu gegliedert.

Für den Käufer ist daraus nur eine vorsichtige Folgerung zulässig: Der Rudergeräte-Teil ist inhaltlich näher am aktuellen Stand der Technik als der Ellipsentrainer-Teil. Ob ein konkretes Gerät nach der neuen oder der alten Fassung geprüft wurde, steht auf keiner Verpackung, und eine Übergangsfrist ist öffentlich nicht dokumentiert. Wer ein Rudergerät im Jahr 2026 kauft, kann nicht davon ausgehen, dass die Fassung 2024-12 zugrunde lag.

Was in den Normen steht, lässt sich nicht nachlesen

An dieser Stelle endet die Prüfbarkeit, und das ist ein Befund, der auf diese Seite gehört. Weder für Teil 7 noch für Teil 9 gibt es eine öffentlich einsehbare Inhaltsvorschau. Die Normenportale zeigen Titelangaben, Seitenzahlen, Ausgabestände und Änderungsvermerke; der normative Text selbst liegt hinter einer Bezahlschranke, die Vorschaufunktionen sind Anwendungen, die ohne aktives Konto keinen Inhalt ausliefern.

Das bedeutet konkret: Wie viele Lastzyklen ein Rudergerät überstehen muss, mit welcher Kraft in Newton der Sitz geprüft wird, welche Toleranz die Genauigkeitsklassen A, B und C für die Leistungsanzeige erlauben — all das ist für keine der beiden Gattungen aus einer freien Quelle belegbar. Wir nennen deshalb keine solchen Werte. Zahlen, die im Netz zu diesen Punkten kursieren, sind in aller Regel aus Herstellerunterlagen übernommen und nicht am Normtext geprüft.

Es gibt genau eine Ausnahme, und die kommt nicht aus der Norm selbst, sondern aus einem Prüfbericht, der sie zitiert. Die Stiftung Warentest gibt für die Klasse HA an, dass die angezeigte Leistung bis fünfzig Watt um höchstens fünf Watt abweichen darf und oberhalb davon um höchstens zehn Prozent. Das ist eine Sekundärwiedergabe und wird hier als solche behandelt — aber es ist der einzige konkrete Toleranzwert, der in diesem Vergleich frei belegbar ist.

Ein Nebenbefund derselben Art: Concept2 gibt für das RowErg ein maximales Nutzergewicht von 135 Kilogramm an und nennt dabei ausdrücklich die Prüfung nach EN 20957-7, während das Gerät im eigenen, nicht genormten Test 227 Kilogramm trägt. Zwei Zahlen für dasselbe Gerät, eine davon normbezogen — das zeigt, wofür die Norm gut ist und was sie nicht abbildet. Beides sind Herstellerangaben.

Die Prüfberichte: zwei Tests, die man nicht verrechnen darf

Für beide Gattungen liegen Untersuchungen der Stiftung Warentest vor, und die Versuchung, daraus ein Ergebnis zu bauen, ist groß. Sie ist auch falsch, und der Grund steht im Datum.

Die Rudergeräte wurden am 10. Dezember 2024 veröffentlicht, Heft 1/25. Acht Maschinen wurden geprüft, darunter Modelle mit Wasser- und mit Magnetwiderstand. Geprüft wurde nach eigener Beschreibung, wie gut Hobbysportler mit den Maschinen trainieren können, ob sich die Geräte leicht bedienen lassen und wie robust und haltbar sie sind. Ein Befund ist frei einsehbar und für Haushalte mit Kindern relevant: Einige Rudermaschinen kippen im aufrecht abgestellten Zustand zu schnell um.

Die Crosstrainer stammen aus Heft 2/2022, veröffentlicht am 26. Januar 2022. Ebenfalls acht Geräte, alle der Qualitätsklasse HA. Das Gesamturteil ist deutlich: Kein Crosstrainer aus dem Test konnte insgesamt überzeugen. Frei einsehbar sind mehrere Einzelbefunde — bei der Leistungsanzeige traten Abweichungen von bis zu fünfzig Prozent zwischen eingestellter und tatsächlich verlangter Leistung auf, im Handlauf-Zugtest bestand nur ein einziges Gerät befriedigend, und bei sechs von acht Modellen fanden sich krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Phthalat-Weichmacher, bei fünf davon in einem Ausmaß, das mit mangelhaft bewertet wurde.

Vier Jahre Abstand, unterschiedliche Prüfprogramme, unterschiedliche Schwerpunkte. Daraus lässt sich kein Satz der Form Gattung A schneidet besser ab als Gattung B ableiten. Was sich ableiten lässt, ist schmaler und trotzdem nützlich: Für Crosstrainer existiert ein dokumentierter Schadstoffbefund an Griffen und Bezügen, für Rudergeräte existiert ein dokumentierter Befund zur Kippsicherheit im abgestellten Zustand. Beides sind Punkte, die man am konkreten Gerät prüfen kann, bevor man kauft.

Ein Nachtrag zur Aktualität: Auf die Leserfrage nach einem neuen Crosstrainer-Test antwortete die Redaktion im Mai 2026, der Testwunsch sei an das zuständige Planungsgremium weitergeleitet worden. Einen neueren Crosstrainer-Test gibt es also nicht. Wer heute einen Crosstrainer kauft, hat als unabhängige Prüfung einen Bericht aus 2022 zur Verfügung.

Rückrufe: ein dokumentierter Fall und eine Lücke

Rückrufe sind die härteste Form der Produktinformation, weil hinter ihnen eine Behörde steht und meist ein konkreter Schaden. Für diesen Vergleich ergibt die Suche ein unbefriedigendes, aber ehrliches Bild.

Dokumentiert ist ein aktueller Fall für Rudergeräte. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC veröffentlichte am 16. Oktober 2025 unter der Nummer 26-025 einen Rückruf von NordicTrack-Rudergeräten des Herstellers iFIT. Betroffen sind rund 44.800 Geräte in den Vereinigten Staaten und etwa 700 in Kanada. Die Gefahr liegt nicht im Bewegungssystem, sondern im Bildschirm: Die Konsole kann überhitzen und sich entzünden. Gemeldet wurden acht Vorfälle, darunter zwei Brände und sechs Fälle von Rauchentwicklung oder Schmelzen, mit einem Sachschaden von mindestens 6.000 US-Dollar. Verletzte gab es nicht.

Dieser Fall ist für die Gattungsfrage weniger aussagekräftig, als er wirkt. Er betrifft die Elektronik eines vernetzten Geräts, nicht das Rudern. Ein Ellipsentrainer mit derselben Konsole hätte dasselbe Problem. Was er zeigt, ist ein anderer Punkt: Je mehr Bildschirm und Abonnement in einem Heimgerät stecken, desto mehr Fehlerquellen hat es, die mit der eigentlichen Bewegung nichts zu tun haben.

Für Ellipsentrainer ließ sich bei derselben Behörde in den zurückliegenden Jahren kein Rückruf finden. Ältere Fälle aus 2009 und 2011 tauchen in Suchergebnissen auf, wurden hier aber nicht einzeln geprüft und werden deshalb nicht zitiert.

Und hier folgt der Teil, den man normalerweise weglässt: Die europäische Datenbank Safety Gate konnte für diese Seite nicht ausgewertet werden. Die Suche unter ec.europa.eu ist eine Anwendung, die ihre Inhalte erst nach dem Laden im Browser nachzieht; ein regulärer Abruf liefert eine leere Seite. Wir können deshalb weder sagen, dass es europäische Rückrufe zu diesen Gerätegattungen gibt, noch, dass es keine gibt. Ein Satz wie In Europa gab es keine Rückrufe wäre an dieser Stelle eine Erfindung, und er steht hier nicht.

Was Käufer stattdessen tun können, ist wenig und immerhin etwas: die Modellbezeichnung samt Seriennummer notieren und sie bei einer Sicherheitsmeldung zur Hand haben. Bei vernetzten Geräten lohnt sich zusätzlich ein Blick darauf, ob der Hersteller Rückrufe überhaupt über die Konsole meldet. Der genannte Fall wurde über die Behörde bekannt, nicht über das Gerät.

Platz: Grundfläche gegen Grundfläche

Der Platzbedarf ist der Punkt, an dem die meisten Kaufentscheidungen tatsächlich fallen, und zugleich der, bei dem am unsaubersten verglichen wird. Der Grund ist, dass die Hersteller unterschiedliche Bezugsgrößen angeben und die Zahlen dann nebeneinandergestellt werden, als wären sie dasselbe.

Concept2 gibt für das RowErg als Herstellerangabe eine Gesamtlänge von 244 Zentimetern bei 61 Zentimetern Breite an, das sind rund 1,49 Quadratmeter aufgestellte Grundfläche. Für die Nutzung empfiehlt der Hersteller zusätzlich Bewegungsfreiheit und nennt dafür 274 mal 122 Zentimeter, also rund 3,34 Quadratmeter. Technogym gibt für seinen Elliptical 162 mal 65 Zentimeter an, rund 1,05 Quadratmeter, und nennt als Stellfläche einen Quadratmeter beim Training und einen halben zusammengeklappt.

Die beiden Zahlen 3,34 und 1,0 gegeneinanderzustellen, wäre unredlich, weil die eine Bewegungsfreiheit einschließt und die andere nicht. Redlich ist der Vergleich Grundfläche gegen Grundfläche: rund 1,49 gegen rund 1,05 Quadratmeter. Das Rudergerät ist also länger und schmaler, der Ellipsentrainer kürzer und breiter, und der Unterschied in der Fläche ist kleiner, als die Marktkommunikation nahelegt.

Der praktisch wichtigere Unterschied steckt in der Form. 244 Zentimeter am Stück sind in vielen Wohnungen schwerer unterzubringen als 162, selbst wenn die Fläche ähnlich ist, weil eine Länge von zwei Metern vierzig eine gerade Wand ohne Heizkörper, Tür oder Fenstersims verlangt. Umgekehrt braucht der Ellipsentrainer Höhe: Das genannte Gerät ist 160 Zentimeter hoch, dazu kommt der aufrecht stehende Nutzer. Unter einer Dachschräge ist das die kritischere Größe.

Beides sind Herstellerangaben einzelner Modelle und keine Gattungswerte. Der genannte Ellipsentrainer wird vom Hersteller ausdrücklich als Kompaktgerät vermarktet; übliche Heimgeräte liegen eher bei 170 bis 200 Zentimetern Länge. Wer die Fläche wirklich braucht, misst am konkreten Modell nach. Worauf man bei den Maßen sonst noch achten sollte, steht im Beitrag zu Crosstrainern für zuhause und im Beitrag zu klappbaren Rudergeräten.

Wegräumen: zerlegen gegen klappen

Wer das Gerät nicht dauerhaft stehen lassen kann, sollte den Unterschied im Wegräumen kennen, denn er entscheidet darüber, ob das Gerät nach drei Monaten noch benutzt wird.

Das genannte Rudergerät lässt sich nach Herstellerangabe werkzeuglos in zwei Teile zerlegen: Vorderteil und Monorail. Die Lagermaße betragen dann rund 64 mal 84 mal 137 Zentimeter, das Gesamtgewicht liegt bei 26 Kilogramm, verteilt auf 18 Kilogramm Vorderteil und 7,7 Kilogramm Schiene. Zwei Teile à unter zwanzig Kilogramm kann eine Person allein bewegen und hinter eine Tür oder unter ein Bett stellen.

Der genannte Ellipsentrainer klappt stattdessen zusammen und schrumpft dabei von 162 auf 75 Zentimeter Länge. Das ist bequemer, weil nichts auseinandergenommen wird. Aber das Gerät wiegt 100 Kilogramm, also knapp das Vierfache. Zusammengeklappt steht es dort, wo es steht; es wird nicht in einen anderen Raum getragen.

Daraus folgt eine klare Zuordnung. Wer das Gerät wirklich wegschaffen muss, weil der Raum anders genutzt wird, ist mit dem zerlegbaren Rudergerät besser bedient. Wer nur Platz schaffen will, ohne das Gerät zu bewegen, fährt mit dem klappbaren Ellipsentrainer gut. Auch hier gilt: Das sind Angaben zu zwei konkreten Modellen, und das Gewicht schwankt zwischen Ellipsentrainern erheblich, weil die Schwungmasse gewollt hoch ist.

Lautstärke: die Frage, auf die niemand eine Zahl hat

Bei Geräten, die in Wohnungen stehen, ist die Lautstärke oft der entscheidende Punkt — vor allem in Mehrfamilienhäusern und bei Trainingszeiten am Abend. Für diesen Vergleich ist sie der am schlechtesten belegte Punkt überhaupt, und das gehört ausgesprochen.

Im Netz kursieren scheinbar präzise Angaben: Luftwiderstand bei 70 bis 80 Dezibel, Magnetbremse bei 40 bis 55. Diese Zahlen stammen aus Hersteller- und Händlerbeiträgen. Keine der geprüften Quellen nennt einen Messabstand, ein Messgerät, eine Leistungsstufe oder eine Schlagfrequenz. Ohne diese Angaben ist ein Dezibelwert ohne Bedeutung, weil der Schalldruck mit dem Abstand fällt und mit der Drehzahl steigt.

Es gibt peer-reviewte Arbeiten zum Schalldruck in Fitnessstudios, die Werte zwischen 80 und 100 Dezibel berichten. Die messen aber den Raumpegel einschließlich Musik und Kursbetrieb, nicht das einzelne Gerät. Für die Frage, ob der Nachbar das Training hört, taugen sie nicht.

Was sich qualitativ sagen lässt, ohne zu erfinden: Bei beiden Gattungen hängt die Lautstärke an der Widerstandsart, nicht an der Gattung. Ein Rudergerät mit Luftbremse ist hörbar lauter als eines mit Magnetbremse, weil das Geräusch dieselbe Ursache hat wie der Widerstand — die Drehzahl des Schaufelrads. Ein Ellipsentrainer mit Induktionsbremse erzeugt kaum Luftgeräusch, dafür ist bei ihm das Lager- und Riemengeräusch die Hauptquelle. Wer leise trainieren muss, wählt in beiden Gattungen die magnetische Variante und achtet auf Schwungmasse und Lagerqualität. Die Bauarten im Einzelnen stehen im Beitrag zu den Widerstandsarten beim Rudergerät und im Beitrag zu Antrieb und Widerstand beim Crosstrainer.

Ein zweiter Punkt, der oft übersehen wird: Der Boden ist bei beiden Geräten ein größerer Faktor als die Maschine. Ein Gerät auf Estrich ohne Matte überträgt Körperschall in die Decke darunter, und das ist das, was der Nachbar tatsächlich hört. Eine dämpfende Unterlage bringt in der Regel mehr als die Wahl zwischen den Gattungen.

Die Prozentzahl, die der Hersteller selbst zweimal anders nennt

Kaum ein Argument wird beim Rudergerät so zuverlässig vorgebracht wie dieses: Rudern beanspruche 85 Prozent der Muskulatur. Die Zahl steht in Produktbeschreibungen, in Ratgebern und in Videos. Sie ist prüfbar, und das Ergebnis der Prüfung ist eindeutig.

Die Zahl stammt aus Herstellermarketing. Auf der niederländischen Länderseite von Concept2 steht in der Seitenbeschreibung, die Rudergeräte böten ein Ganzkörpertraining, das 86 Prozent der Muskeln des Körpers nutze. Auf der US-Seite desselben Herstellers steht zum exakt gleichen Inhalt, Rudern nutze 80 Prozent der Muskulatur. Im Fließtext beider Seiten steht überhaupt keine Prozentzahl, sondern nur die Formulierung, Rudern sei eine koordinierte Muskelaktion, die jede große Muskelgruppe des Körpers einbeziehe.

Ein Hersteller, der für denselben Text auf zwei Länderseiten zwei verschiedene Zahlen nennt, hat keine Messung hinter der Zahl. Das von Concept2 verlinkte Dokument zur Biomechanik des Ruderns enthält keinen maschinenlesbaren Text, die Herkunft ist auch dort nicht prüfbar. Eine wissenschaftliche Quelle für 85 Prozent existiert nach dieser Recherche nicht.

Methodisch ist die Aussage ohnehin schwer zu definieren. Die Elektromyographie misst, wie stark einzelne Muskeln aktiviert werden, nicht welcher Anteil der Gesamtmuskulatur beteiligt ist. Es gibt keine etablierte Methode, aus Aktivierungsgraden einen Prozentsatz der Körpermuskulatur zu bilden. Welche Muskeln beim Rudern in welcher Phase arbeiten, ist dagegen gut beschreibbar und steht im Beitrag zu den Muskeln beim Rudern.

Für den Vergleich folgt daraus: Das Ganzkörperargument hält, aber nicht in Zahlenform. Rudern bezieht Beine, Rumpf und Arme in einer Bewegung ein. Der Ellipsentrainer tut das ebenfalls, und bei ihm ist die Oberkörperbeteiligung sogar messbar untersucht worden. Wer eine Gattung mit einer Prozentzahl gegen die andere ausspielt, arbeitet mit Marketing, nicht mit Evidenz.

Was beide Geräte mit dem Oberkörper machen

Der praktisch relevante Unterschied am Oberkörper ist nicht der Anteil, sondern die Art der Beanspruchung. Am Rudergerät zieht der Oberkörper aktiv: Der Latissimus, die Rhomboiden und der hintere Anteil des Deltamuskels arbeiten gegen den Widerstand, die Bizepsmuskulatur führt den Griff zum Körper. Die Kraft, die dort entsteht, muss vorher von den Beinen erzeugt und über einen stabilen Rumpf übertragen worden sein.

Am Ellipsentrainer mit beweglichen Griffen ist die Bewegung des Oberkörpers an die der Beine gekoppelt. Die Arme drücken und ziehen wechselseitig, und der Widerstand, gegen den sie arbeiten, ist derselbe, gegen den die Beine arbeiten. Das ergibt eine gleichmäßigere, aber weniger gezielte Beanspruchung.

Daraus folgt eine Zuordnung, die ohne Prozentzahlen auskommt: Wer Zugkraft im Rücken aufbauen und dabei ausdauernd trainieren will, hat am Rudergerät das passendere Werkzeug. Wer den Oberkörper mitbewegen, aber nicht gezielt belasten will — etwa weil Schulter oder Ellenbogen empfindlich sind — hat am Ellipsentrainer das ruhigere Gerät, zumal sich dort die Griffe loslassen und die Arme auf die feststehenden Haltegriffe legen lassen.

Ein letzter Punkt zur Ehrlichkeit: Beide Geräte sind Ausdauergeräte. Weder das eine noch das andere baut nennenswert Masse auf, weil die Last pro Wiederholung dafür zu gering und die Wiederholungszahl zu hoch ist. Wer Muskeln aufbauen will, braucht Widerstandstraining, und das steht in einem anderen Bereich des Portals.

Verschleiß und Pflege: wo die Geräte altern

Über die Lebensdauer entscheidet bei beiden Gattungen nicht die Bremse, sondern die Führung. Das ist ein Punkt, der in Produktbeschreibungen praktisch nie steht und nach zwei Jahren zum Hauptärgernis wird.

Am Rudergerät ist es die Schiene. Der Sitz läuft auf Rollen über eine Monorail oder zwei Holme, und dieser Lauf ist die Bewegung, die bei jedem Zug zweimal stattfindet. Staub, Hautschuppen und Schweiß setzen sich auf der Lauffläche ab, die Rollen laufen unrund, und das Gerät bekommt ein Rumpeln, das sich nicht wegölen lässt, wenn man zu lange wartet. Ein feuchtes Tuch über die Schiene nach jeder Einheit ist die gesamte Pflege, die nötig ist, und sie wird fast nie gemacht.

Am Ellipsentrainer sind es die Gelenke der Pedalarme und die Lager der Führungsrollen. Sie sitzen in der Regel gekapselt, sind also wartungsfrei, aber auch nicht nachstellbar. Wenn dort Spiel entsteht, zeigt es sich als Knacken im Umkehrpunkt, und die Reparatur bedeutet in vielen Fällen einen Austausch der Baugruppe. Dass der Ellipsentrainer weniger Pflege braucht, stimmt; dass er dafür weniger reparierbar ist, stimmt auch.

Ein dritter Verschleißpunkt betrifft beide gleichermaßen und ist der wahrscheinlichste Grund, warum ein Heimgerät ausgemustert wird: die Elektronik. Konsolen fallen aus, Displays verlieren Pixel, Apps werden nicht mehr gepflegt, Bluetooth-Standards veralten. Ein Gerät, dessen Bedienung ohne funktionierende Konsole unmöglich ist, hat die Lebensdauer seiner Konsole. Geräte, die auch ohne Display benutzbar bleiben, halten länger, und das ist beim Kauf erkennbar: Lässt sich der Widerstand mechanisch verstellen oder nur über das Menü?

Ein vierter Punkt betrifft nur das Rudergerät und wird beim Gebrauchtkauf regelmäßig übersehen: das Zugmittel. Je nach Bauart ist das ein Gurt, ein Seil oder eine Kette, und es ist das Teil, das die gesamte Zugkraft überträgt. Ausfransungen am Gurt, Knicke im Seil oder trockene, rostige Kettenglieder sind sichtbar, wenn man das Zugmittel einmal vollständig auszieht und dabei hinsieht. Bei verbreiteten Modellen ist es ein Ersatzteil, bei No-Name-Geräten oft nicht.

Wofür das Rudergerät die bessere Wahl ist

Aus allem Vorhergehenden lässt sich eine Zuordnung bilden, und sie folgt nicht dem Verbrauch, sondern den belegten Unterschieden.

Das Rudergerät ist die bessere Wahl, wenn die Beine nicht tragen sollen. Bei starkem Übergewicht mit Knie- oder Hüftbeschwerden, bei Sprunggelenksproblemen, bei Standunsicherheit oder nach Operationen an der unteren Extremität nimmt die sitzende Position eine Last weg, die der Ellipsentrainer nicht wegnimmt — dort steht der Nutzer, auch wenn die Stoßbelastung gering ist.

Es ist die bessere Wahl, wenn die Zahl stimmen soll. Die Wattmessung am Rudergerät ist der Grund, warum die MET-Tabelle dort fünf Intensitätsstufen kennt und beim Ellipsentrainer zwei. Wer nach Plan trainiert, Fortschritt über Monate verfolgen und Einheiten wiederholbar machen will, bekommt hier die belastbarere Skala.

Es ist die bessere Wahl, wenn Zugkraft im Rücken aufgebaut werden soll, und es ist die bessere Wahl, wenn das Gerät wirklich weggeräumt werden muss: Zwei Teile unter zwanzig Kilogramm trägt eine Person, hundert Kilogramm am Stück nicht.

Und es ist die bessere Wahl für Menschen, die Technik als Teil des Trainings mögen. Wer Freude daran hat, eine Bewegung über Wochen zu verfeinern und den Effekt in der Wattzahl zu sehen, bleibt an diesem Gerät. Das ist kein messbares Argument, aber es ist der Grund, warum Rudergeräte in vielen Haushalten stehen, in denen andere Geräte längst verkauft wurden.

Wofür der Crosstrainer die bessere Wahl ist

Der Ellipsentrainer ist die bessere Wahl, wenn der Rücken das Thema ist. Das ist der am besten belegte Punkt in dieser Richtung: Wer schon einmal Rückenschmerzen hatte, hat beim Rudern nach der Metaanalyse von 2025 ein rund zweieinhalbfach erhöhtes Risiko für eine neue Episode. Für den Ellipsentrainer existiert kein vergleichbarer Befund — und zwar deshalb, weil sein Bewegungsmuster den Rumpf kaum beugt und streckt.

Er ist die bessere Wahl, wenn der Einstieg ohne Anleitung stattfinden soll. Die geführte Bewegung verzeiht Unaufmerksamkeit, es gibt keine Reihenfolge, die man verletzen kann, und die erste Einheit ist so gut wie die hundertste. Wer nach Feierabend ohne Kopfarbeit dreißig Minuten bewegen will, bekommt hier verlässlicher, was er sucht.

Er ist die bessere Wahl bei niedriger Stoßbelastung mit gleichzeitigem Wunsch nach aufrechter Haltung — etwa bei Beckenboden- oder Prostatabeschwerden, bei denen längeres Sitzen unangenehm ist, oder bei Menschen, die beruflich ohnehin acht Stunden sitzen und das Training nicht im Sitzen verbringen wollen.

Und er ist die bessere Wahl, wenn die Grundfläche knapp ist und keine gerade Wand von zwei Metern vierzig zur Verfügung steht. Die Fläche unterscheidet sich weniger als gedacht, die Form erheblich.

Eine Einschränkung, die zu dieser Empfehlung gehört: Der einzige unabhängige Test dieser Gattung stammt aus dem Jahr 2022 und fiel schlecht aus, mit Schadstofffunden bei sechs von acht Geräten. Wer einen Crosstrainer kauft, sollte auf Griffmaterial und Bezüge achten und sich nicht darauf verlassen, dass die Prüflage inzwischen besser ist — belegt ist das nicht.

Vier Fragen, nach Beleglage geordnet

Die folgenden Fragen bündeln, was oben begründet wurde. Sie sind nach Gewicht geordnet: Die erste Frage hat die stärkste Evidenz hinter sich, die letzte die schwächste. Wer schon bei der ersten eine klare Antwort hat, braucht die übrigen nicht.

Entscheidungshilfe

Rudergerät oder Crosstrainer — die Entscheidung in vier Fragen

Hatten Sie schon einmal länger anhaltende Rückenschmerzen?

Grundlage: Zuordnung aus den auf dieser Seite belegten Unterschieden: Metaanalyse zu Rückenschmerz-Risikofaktoren bei Ruderern (Zhou u. a. 2025), Körperposition als Erklärung der Verbrauchsmessung (Prieto-González und Yagin 2024), Herstellerangaben zu Maßen und Gewicht, MET-Auflösung im Compendium 2024.

Was in diesem Baum bewusst nicht vorkommt, ist der Kalorienverbrauch. Er steht nicht darin, weil die einzige Direktmessung ihn nicht als Unterscheidungsmerkmal hergibt: Der Unterschied lag bei rund 1,4 Kilokalorien pro Minute, und er lag in der Richtung, die dem Verkaufsargument widerspricht.

Zwei Fälle, in denen beide Geräte die falsche Antwort sind

Eine Vergleichsseite, die immer eines der beiden verglichenen Dinge empfiehlt, ist keine Beratung. Es gibt zwei Situationen, in denen die Antwort außerhalb dieser Seite liegt.

Der erste Fall ist das Ziel der maximalen Ausdauerleistung. Filipovic und Kollegen fanden für Rudern und Ellipsentrainer vergleichbare Spitzenwerte der Sauerstoffaufnahme — beide lagen aber unter dem Laufband, und dort auch bei der maximalen Fettoxidation deutlich darunter. Wer gesundheitlich laufen kann und die höchste erreichbare Belastung sucht, hat mit einem Laufband oder mit dem Laufen im Freien das wirksamere Werkzeug.

Der zweite Fall ist der Wunsch nach Muskelaufbau. Beide Geräte sind Ausdauergeräte mit hoher Wiederholungszahl und geringer Last pro Wiederholung. Sie erhalten Muskulatur und verbessern die Kraftausdauer, aber sie bauen keine nennenswerte Masse auf. Wer das will, braucht Widerstandstraining mit steigender Last. Das Rudergerät ist dabei das Gerät, das dieser Anforderung noch am nächsten kommt, aber die Differenz ist groß genug, dass man sie nicht wegreden sollte.

Ein dritter, halber Fall gehört dazu: Wer das Gerät nur kauft, weil eine Anschaffung sich wie ein Anfang anfühlt, hat mit beiden Gattungen dasselbe Problem. Die belastbarste Vorhersage über den Nutzen eines Heimgeräts ist nicht die Bauart, sondern ob es an einem Ort steht, an dem man ohne Umbau loslegen kann. Ein Gerät im Keller wird seltener benutzt als eines im Wohnzimmer, unabhängig davon, was es kostet und wie es heißt.

Wenn beides passt: was vor dem Kauf zu prüfen ist

Bei vielen Menschen fällt die Entscheidung nicht durch einen gesundheitlichen Grund, sondern bleibt offen. Für diesen Fall hilft eine Reihenfolge, die von den harten zu den weichen Kriterien geht — und zwar an dem konkreten Gerät, nicht an der Gattung.

Zuerst die Maße, und zwar mit dem Zollstock am vorgesehenen Platz, nicht im Kopf. Beim Rudergerät ist die Länge das Problem: Eine Schiene von zwei Metern vierzig braucht eine freie Gerade, und sie braucht am hinteren Ende Raum, weil der Sitz dort ankommt. Beim Ellipsentrainer ist es die Höhe: Gerätehöhe plus Schrittlänge plus Körpergröße muss unter die Decke passen, und unter Dachschrägen scheitert das häufiger als die Fläche.

Dann die Kippsicherheit im abgestellten Zustand, sofern das Gerät aufrecht verstaut werden soll. Die Stiftung Warentest fand 2024 bei mehreren Rudermaschinen, dass sie in dieser Stellung zu schnell umkippen. In einem Haushalt mit Kindern ist das kein Randthema: Ein aufrecht stehendes Rudergerät ist zwei Meter hoch und schwer genug, um ein Kind zu verletzen. Wer aufrecht verstauen will, probiert das im Laden aus und schiebt selbst dagegen.

Dann die Materialien an den Kontaktstellen. Der Crosstrainer-Test von 2022 fand bei sechs von acht Geräten krebserregende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe oder Phthalat-Weichmacher, bei fünf davon in mangelhafter Ausprägung. Betroffen sind Griffe, Bezüge und weiche Kunststoffe — genau die Teile, die man über Stunden in der Hand hat. Ein starker Geruch nach Gummi oder Weichmacher beim Auspacken ist ein Hinweis, den man ernst nehmen sollte.

Dann die Widerstandsverstellung. Prüfen Sie, ob sich der Widerstand ohne funktionierendes Display verändern lässt. Bei Geräten, bei denen das nur über ein Menü geht, endet die Nutzbarkeit mit der Elektronik, und die ist bei Heimgeräten der wahrscheinlichste Ausfallpunkt. Beim Rudergerät mit Luftbremse ist die Verstellung mechanisch und wird deshalb gar nicht erst zum Problem; wie sie dort funktioniert, steht im Vergleich der Rudergeräte mit Luftwiderstand.

Dann die Anzeige. Der Crosstrainer-Test fand Abweichungen von bis zu fünfzig Prozent zwischen der eingestellten und der tatsächlich verlangten Leistung, obwohl die Norm für die Klasse HA bis fünfzig Watt nur fünf Watt und darüber zehn Prozent erlaubt. Wer nach Wattzahlen trainieren will, sollte wissen, dass diese Zahl bei Heimgeräten nicht ohne Weiteres stimmt. Ein Gerät, das die Klasse angibt und nicht nur mit Wattzahlen wirbt, ist an dieser Stelle die bessere Wahl.

Zuletzt der Gebrauchtkauf, der die Rechnung in beide Richtungen verändert. Rudergeräte altern sichtbar: Schienenzustand, Laufruhe des Sitzes und Zustand des Zugbands lassen sich in zwei Minuten prüfen, und die Verschleißteile sind bei verbreiteten Modellen einzeln nachkaufbar. Ellipsentrainer altern unsichtbar, weil die kritischen Lager gekapselt sind; das einzige verlässliche Prüfzeichen ist das Knacken im Umkehrpunkt unter Last, und dafür muss man das Gerät im Betrieb erleben, nicht nur im Stand. Beim Gebrauchtkauf beider Gattungen gilt außerdem: Ein Gerät mit veralteter oder defekter Konsole ist nur dann ein Fund, wenn der Widerstand mechanisch verstellbar bleibt.

Die Asymmetrie der Belege — und was sie nicht bedeutet

Wer diese Seite von oben nach unten liest, bemerkt ein Muster: Für die beiden Gattungen liegen unterschiedliche Dinge vor, und fast nie dasselbe für beide. Das ist der wichtigste methodische Befund dieses Vergleichs, und er wird in Kaufberatungen regelmäßig zu einem Qualitätsurteil umgedeutet.

Für das Rudergerät existiert eine Metaanalyse zu Rückenschmerzen mit 2.082 Athleten, eine fein abgestufte MET-Reihe, ein aktueller Ausgabestand der Gerätenorm, ein unabhängiger Test von Ende 2024 und ein dokumentierter Rückruf. Für den Ellipsentrainer existiert eine biomechanische Messung der Gelenkbelastung, ein älterer Ausgabestand der Norm, ein unabhängiger Test von Anfang 2022 und kein auffindbarer aktueller Rückruf.

Keine dieser Asymmetrien ist eine Produkteigenschaft. Die Metaanalyse zum Rudern existiert, weil Rudern ein Wettkampfsport mit organisierten Kadern ist, die man über Jahre befragen kann; den Ellipsentrainer benutzt niemand im Wettkampf. Der aktuellere Normstand beim Rudergerät sagt nichts darüber, ob das Gerät im Laden danach geprüft wurde. Und der fehlende Rückruf für Ellipsentrainer ist kein Sicherheitszeugnis, sondern das Ergebnis einer Suche in einer einzigen nationalen Datenbank.

Die europäische Datenbank Safety Gate konnte für diese Seite gar nicht ausgewertet werden, weil sie ihre Inhalte erst im Browser nachlädt. Das ist ein Abrufhindernis, kein Nullbefund, und es ist der ehrlichste Satz, den diese Seite zum Thema Rückrufe schreiben kann. Wer anderswo liest, es gebe in Europa keine Rückrufe zu diesen Geräten, sollte fragen, woher diese Information stammt.

Praktisch folgt daraus eine Lesehilfe für jede Kaufberatung zu diesen beiden Gattungen: Wenn ein Text für eine Seite Zahlen hat und für die andere nicht, prüfen Sie, ob die fehlenden Zahlen fehlen, weil das Gerät besser ist — oder weil niemand gemessen hat. In diesem Vergleich ist fast immer das Zweite der Fall.

Was diese Seite nicht leisten kann

Diese Seite entsteht ohne Eigentest. Es wurde kein Rudergerät und kein Ellipsentrainer unter kontrollierten Bedingungen benutzt, gemessen oder über Monate beobachtet. Was hier steht, ist aus veröffentlichten Arbeiten, Normbeschreibungen, Prüfberichten, Behördenmeldungen und gekennzeichneten Herstellerangaben zusammengesetzt und auf Widersprüche geprüft.

Drei Größen, die Leser erwarten, fehlen deshalb bewusst. Es steht kein Dezibelwert auf dieser Seite, weil keine Quelle eine Messbedingung nennt. Es stehen keine Prüfzyklen, Prüfkräfte oder Toleranzen aus den Gerätenormen darin, weil der normative Text nicht frei zugänglich ist. Und es steht keine Prozentzahl zur beanspruchten Muskulatur darin, weil der Hersteller selbst zwei verschiedene nennt.

Außerdem fehlt die individuelle Ebene, und das ist die wichtigste Einschränkung. Ob eine Vorerkrankung eher für das Sitzen oder eher für das Stehen spricht, entscheidet nicht eine Metaanalyse, sondern die Person, die den Befund kennt. Die Zuordnungen auf dieser Seite sind mechanische Ableitungen aus belegten Unterschieden, keine medizinischen Empfehlungen; bei bestehenden Beschwerden an Rücken, Knie, Hüfte oder Schulter gehört die Frage in eine ärztliche oder physiotherapeutische Beratung, und zwar vor dem Kauf.

Schließlich: Die zitierten Studien haben kleine Stichproben von dreißig und neun Personen, und beide untersuchten ausschließlich Männer. Für Frauen, für ältere Menschen und für Personen mit Vorerkrankungen liegen keine vergleichbaren Direktmessungen vor. Die Richtung der Befunde ist deshalb belastbarer als ihre Zahlenwerte.

Die Buchstaben im Datenblatt: was Klassen anzeigen und was nicht

Wer Datenblätter beider Gattungen nebeneinanderlegt, stößt auf Buchstabenkürzel, die wie eine Qualitätsangabe aussehen. Sie sind wichtiger als die meisten anderen Angaben und werden trotzdem fast nie erklärt — auch deshalb, weil sich ihre Bedeutung nicht frei nachlesen lässt.

Die Normenreihe kennt zwei voneinander unabhängige Einteilungen. Die eine betrifft den Einsatzbereich: Der Anwendungsbereich von DIN EN ISO 20957-7 nennt stationäre Trainingsgeräte mit Ruderfunktion in den Klassen H, S und I. Die andere betrifft die Genauigkeit der Anzeige und läuft über die Buchstaben A, B und C. Ein Gerät trägt deshalb zwei Buchstaben, und die Stiftung Warentest verwendet in ihrem Crosstrainer-Bericht genau diese Kombination, wenn sie von der Klasse HA spricht.

Der erste Buchstabe sagt, für welche Nutzungsintensität das Gerät ausgelegt ist. Ein Gerät für den Heimbereich muss andere Dauerbelastungen aushalten als eines, das in einem Studio zwölf Stunden am Tag läuft. Welche Zyklenzahlen und Kräfte dahinterstehen, steht im normativen Text, der hinter einer Bezahlschranke liegt; wir nennen deshalb keine Zahlen dazu. Was sich sagen lässt: Ein Heimgerät ist nicht dasselbe wie ein preiswertes Studiogerät, und die Angabe der Klasse ist der einzige normbezogene Hinweis darauf, den ein Datenblatt überhaupt geben kann.

Der zweite Buchstabe ist für die Trainingssteuerung der wichtigere, und zu ihm gibt es dank des Prüfberichts eine belegbare Zahl. Für die Klasse A gibt die Stiftung Warentest an, dass die angezeigte Leistung bis fünfzig Watt um höchstens fünf Watt und oberhalb davon um höchstens zehn Prozent abweichen darf. Wer auf hundertfünfzig Watt trainiert, muss also mit fünfzehn Watt Unschärfe rechnen — bei einem Gerät, das die Klasse überhaupt einhält.

Genau daran scheiterte der Crosstrainer-Test von 2022. Er fand Abweichungen von bis zu fünfzig Prozent zwischen der am Display eingestellten und der vom Gerät tatsächlich verlangten Leistung, also ein Vielfaches dessen, was die Klasse erlaubt. Für den Nutzer heißt das: Die Wattzahl auf dem Display eines Heim-Crosstrainers ist ohne Prüfnachweis eine Hausnummer, und zwei Geräte lassen sich über sie nicht vergleichen.

Beim Rudergerät ist die Lage aus einem baulichen Grund günstiger, aber nicht automatisch besser. Geräte mit Luftbremse ermitteln ihren Widerstand aus der Verzögerung des Schwungrads zwischen zwei Zügen und kalibrieren sich damit selbst; die Wattanzeige ist dort ein Rechenergebnis aus einer gemessenen Größe und nicht aus einer eingestellten Stufe. Bei magnetisch gebremsten Rudergeräten gilt dagegen dieselbe Einschränkung wie beim Crosstrainer. Die Unterschiede zwischen den Bauarten stehen im Leitfaden zum Rudergerätekauf.

Für den Vergleich folgt daraus ein konkreter Rat, der unabhängig von der Gattung gilt: Suchen Sie im Datenblatt nach der Klassenangabe. Steht dort eine, ist das ein Hinweis darauf, dass das Gerät nach der Norm geprüft wurde. Steht dort keine und wirbt der Hersteller stattdessen mit Wattzahlen, Widerstandsstufen und Schwungmassen, dann sind das Zahlen ohne Prüfbezug. Das ist kein Beweis für ein schlechtes Gerät, aber es ist der Unterschied zwischen einer geprüften und einer behaupteten Angabe.

Eine letzte Einschränkung, die zu diesem Abschnitt gehört: Auch eine vorhandene Klassenangabe sagt nicht, nach welchem Ausgabestand geprüft wurde. Für Rudergeräte hat sich der Stand im Dezember 2024 geändert, für Ellipsentrainer zuletzt 2019. Ein Gerät, das heute im Handel ist, kann nach einer älteren Fassung geprüft worden sein, und eine Übergangsfrist ist öffentlich nicht dokumentiert. Die Klassenangabe ist also ein Anhaltspunkt, kein Datum.

Woher die Angaben auf dieser Seite stammen

Alle unten genannten Quellen wurden am 28.09.2026 abgerufen. Wo eine Angabe vom Hersteller stammt, steht das im Text an der jeweiligen Stelle. Nicht belegbare Punkte — Dezibelwerte, Normprüfwerte, die Prozentzahl zur Muskelbeteiligung und die europäische Rückrufdatenbank — sind im Text als solche gekennzeichnet und nicht durch Schätzungen ersetzt worden.

FAQ

Häufige Fragen

Was verbrennt mehr — Rudergeraet oder Crosstrainer?

Nach der einzigen Messung, die beide Geraete bei gleicher wahrgenommener Anstrengung nebeneinanderstellt, der Crosstrainer. Prieto-Gonzalez und Yagin kamen 2024 bei Borg 17 auf 12,82 Kilokalorien pro Minute am Ellipsentrainer und 11,45 am Rudergeraet. Die Autoren erklaeren das mit der Koerperposition: Wer steht, haelt mehr Masse gegen die Schwerkraft als wer sitzt. Der Abstand von rund 1,4 Kilokalorien pro Minute traegt allerdings keine Kaufentscheidung.

Welches Geraet ist besser bei Rueckenschmerzen?

Die Evidenz liegt nur fuer das Rudern vor, und sie ist eindeutig in einem Punkt: Die Metaanalyse von Zhou und Kollegen aus dem Jahr 2025 fand ueber zehn Studien mit 2.082 Athleten eine frueher durchgemachte Rueckenschmerzepisode als einzigen signifikanten Risikofaktor, Odds Ratio 2,65. Trainingsumfang, Alter, Geschlecht und Rudererfahrung waren nicht signifikant. Wer schon einmal Rueckenschmerzen hatte, faehrt mit dem Crosstrainer vorsichtiger.

Stimmt es, dass Rudern 85 Prozent der Muskulatur beansprucht?

Die Zahl ist Herstellermarketing und hat keine wissenschaftliche Grundlage. Concept2 nennt auf der niederlaendischen Laenderseite 86 Prozent und auf der US-Seite 80 Prozent fuer denselben Text, in dem selbst gar keine Prozentzahl steht. Methodisch ist die Aussage auch schwer definierbar, weil die Elektromyographie Aktivierungsgrade einzelner Muskeln misst und keinen Anteil an der Gesamtmuskulatur.

Welches Geraet braucht weniger Platz?

Der Unterschied ist kleiner als gedacht, die Form dagegen deutlich verschieden. Nach Herstellerangaben belegt ein Concept2 RowErg 244 mal 61 Zentimeter, also rund 1,49 Quadratmeter, ein kompakter Ellipsentrainer 162 mal 65 Zentimeter, rund 1,05 Quadratmeter. Kritisch ist beim Rudergeraet die Laenge von zwei Metern vierzig am Stueck, beim Crosstrainer die Bauhoehe von 160 Zentimetern plus stehendem Nutzer.

Gibt es einen Normunterschied zwischen den beiden Geraeten?

Beide stehen in derselben Reihe, aber in unterschiedlichen Ausgabestaenden. Fuer Rudergeraete gilt DIN EN ISO 20957-7:2024-12 mit 23 Seiten, die die Fassung 2021-09 ersetzt hat. Fuer Ellipsentrainer gilt DIN EN ISO 20957-9:2019-11. Welche Pruefwerte dahinterstehen, laesst sich nicht nachlesen: Der normative Text beider Teile ist nicht frei zugaenglich.

Wie laut sind die beiden Geraete?

Belastbare Dezibelwerte gibt es fuer keine der beiden Gattungen. Alle kursierenden Zahlen stammen aus Hersteller- und Haendlerbeitraegen ohne Messabstand, Messgeraet oder Leistungsangabe. Qualitativ gilt: Die Lautstaerke haengt an der Widerstandsart, nicht an der Gattung. Luftgebremste Geraete sind hoerbar lauter als magnetisch gebremste, und der Bodenbelag ist oft der groeszere Faktor als die Maschine.