Crosstrainer und Gelenke: was wirklich gemessen wurde
73 Prozent des Körpergewichts auf dem Fuß, weniger als beim Gehen — und eine S3-Leitlinie, die Ausdauertraining empfiehlt, den Crosstrainer aber nicht nennt.
Die deutsche S3-Leitlinie zur Kniearthrose empfiehlt Ausdauertraining und nennt dafür Beispiele: Laufen, Radfahren, Kraulschwimmen, Wassergymnastik, Training im Liegen. Der Crosstrainer steht nicht darunter — obwohl er die Bewegungsform mit der niedrigsten gemessenen Fußlast ist. Diese Lücke zwischen Messdaten und Leitlinientext ist der eigentliche Gegenstand dieser Seite.
Was „gelenkschonend“ tatsächlich belegt
Das Wort steht auf fast jeder Produktseite dieser Warengruppe, und dahinter steht tatsächlich eine Messung. Kaplan und Kollegen untersuchten 2014, wie viel Körpergewicht bei verschiedenen Bewegungsformen auf den Fuß wirkt, und verglichen dabei vier Bedingungen mit derselben Methodik.
Das Ergebnis ist deutlicher, als die Werbung es formuliert — und zugleich schmaler. Es handelt sich um eine einzelne, gut gemachte Kraftmessung mit vier Vergleichsbedingungen, nicht um eine Studienlage. Das ist mehr, als die meisten Werbeaussagen in dieser Warengruppe hinter sich haben, und weniger, als der Begriff suggeriert.
Wichtig für alles Weitere: Gemessen wurde die Kraft am Fuß, nicht die Belastung eines einzelnen Gelenks. Wie sich diese Kraft auf Knie, Hüfte und Sprunggelenk verteilt, hängt von Beinachse, Fußstellung und Muskelführung ab und ist in dieser Arbeit nicht erhoben. Wer aus 73 Prozent Fußlast auf 73 Prozent Knielast schließt, zieht einen Schluss, den die Daten nicht tragen.
Die Arbeit erschien in der Fachzeitschrift Gait & Posture, die sich mit Gang und Haltung befasst — also in genau dem Feld, in dem solche Kraftmessungen zu Hause sind. Das ist erwähnenswert, weil viele im Netz kursierende Entlastungszahlen aus Herstellerbroschüren stammen und keine Fundstelle nennen. Hier gibt es eine, und sie ist über Europe PMC frei auffindbar.
Dass es überhaupt nur eine solche Arbeit gibt, ist die zweite Seite derselben Medaille. Vier Bedingungen, eine Stichprobe, ein Messaufbau — daraus wird in der Werbung ein Attribut, das seit Jahren auf jeder Produktseite steht. Diese Seite zitiert die Zahl trotzdem, weil sie die beste verfügbare ist, und nennt im selben Atemzug, worauf sie sich stützt.
Wer den Unterschied zwischen einer Messung und einer Behauptung an einem Beispiel sehen will, hat ihn damit: Auf der einen Seite eine Zahl mit Fundstelle, Methode und benannten Grenzen. Auf der anderen ein Adjektiv ohne beides. Der ganze restliche Text dieser Seite besteht im Wesentlichen darin, diesen Unterschied für jede einzelne Frage durchzuhalten — auch dort, wo die Antwort am Ende lautet, dass es keine Messung gibt.
Der zweite Grund, warum der Begriff vorsichtig gelesen werden sollte: Er wird in der Werbung als Eigenschaft des Geräts verwendet, gemessen wurde aber die Bewegungsform. Zwischen zwei Crosstrainern unterschiedlicher Preisklasse gibt es keine veröffentlichte Lastdifferenz — und es kann keine geben, weil niemand sie erhebt.
Die Zahl, um die es geht
Messwerte
Anteil des Körpergewichts, der auf den Fuß wirkt
Angaben in % des Körpergewichts
- Crosstrainer: Kaplan et al. 2014
- Gehen: Kaplan et al. 2014
- Joggen auf dem Laufband: Kaplan et al. 2014
- Joggen im Freien: Kaplan et al. 2014
- Crosstrainer, Spitzenwert: keine Angabe — die Studie weist Mittelwerte aus
Grundlage: Kaplan et al., Gait & Posture (2014). Mittelwerte über den Bewegungszyklus, nicht Spitzenwerte. Die Studie misst die Kraft am Fuß, nicht die Belastung einzelner Gelenke.
Der Crosstrainer liegt unter dem Gehen. Das ist der bemerkenswerte Teil: Nicht „weniger als Joggen“, sondern weniger als die Bewegung, die fast jeder täglich macht. Die Ursache ist mechanisch — der Fuß verlässt das Pedal nicht, es gibt keinen Aufprall, und ein Teil des Gewichts ruht dauerhaft auf der Trittfläche.
Der Unterschied zwischen den beiden Jogging-Bedingungen ist die zweite Beobachtung, die selten zitiert wird: 175 Prozent auf dem Laufband gegenüber 201 Prozent im Freien. Das Laufband dämpft also messbar, aber es dämpft nicht annähernd so stark, wie der Crosstrainer entlastet.
Interessant ist auch der Wert für das Gehen. Mit 112 Prozent liegt er über dem Körpergewicht — was zunächst überrascht, sich aber aus der Dynamik erklärt: Beim Abrollen wirkt kurzzeitig mehr als das statische Gewicht. Der Crosstrainer bleibt mit 73 Prozent darunter, weil der Fuß die Trittfläche nie verlässt und es deshalb keinen Aufsetzmoment gibt.
Daraus ergibt sich nebenbei ein Vergleich, der im Alltag mehr sagt als der mit dem Joggen: Eine halbe Stunde auf dem Crosstrainer erzeugt weniger Fußlast als eine halbe Stunde Spazierengehen. Wer Kniebeschwerden hat und trotzdem in Bewegung bleiben will, hat damit eine Option, die unterhalb der alltäglichsten aller Belastungen liegt.
Was 73 Prozent im Alltag bedeuten
Prozentwerte lassen sich schwer fühlen, Kilogramm schon. Bei einer Person mit 80 Kilogramm entsprechen die gemessenen Anteile rund 58 Kilogramm auf dem Crosstrainer, 90 beim Gehen, 140 beim Joggen auf dem Laufband und 161 beim Joggen im Freien.
Die Spanne zwischen der niedrigsten und der höchsten Bewegungsform beträgt damit mehr als ein volles Körpergewicht. Bei 100 Kilogramm sind es 73 gegenüber 201 Kilogramm — ein Unterschied von 128 Kilogramm bei jedem einzelnen Schritt, und ein Läufer macht in einer halben Stunde leicht 3.000 davon.
Zwei Einschränkungen gehören sofort dazu. Erstens ist das eine Umrechnung der Mittelwerte, keine zusätzliche Messung — die Genauigkeit bleibt die der Ausgangsstudie. Zweitens sagt die Kraft am Fuß nichts darüber, wie sich die Last im Kniegelenk verteilt; dafür wären Gelenkmomente nötig, und die hat diese Studie nicht erhoben.
Trotzdem ist die Umrechnung nützlich, weil sie die Größenordnung greifbar macht. Der Unterschied zwischen Crosstrainer und Joggen im Freien ist nicht ein paar Prozent Komfort, sondern die Differenz zwischen etwa einem Dreiviertel- und einem Doppelkörpergewicht bei jedem Schritt.
Warum ein Durchschnitt kein Maximum ist
Die Zahlen sind Mittelwerte über den Bewegungszyklus. Innerhalb eines Tritts schwankt die Kraft, und die Studie weist für den Crosstrainer keinen Spitzenwert aus — deshalb steht in der Grafik oben an dieser Stelle „keine Angabe“ statt einer geschätzten Zahl.
Für den Vergleich mit dem Joggen ist das trotzdem aussagekräftig, weil dort dieselbe Methode angewandt wurde. Wenn alle vier Bedingungen als Mittelwert vorliegen, ist der Vergleich zwischen ihnen belastbar, auch wenn die Spitzenwerte fehlen.
Was man daraus nicht ableiten kann, ist die Belastung in einem einzelnen Moment. Beim Joggen entsteht die Spitze beim Aufsetzen und fällt danach ab; auf dem Crosstrainer gibt es diesen Aufprall nicht, die Kraft verläuft gleichmäßiger. Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist der Unterschied bei den Spitzenwerten also größer als bei den Mittelwerten — belegbar ist das mit dieser Arbeit aber nicht, und deshalb steht es hier als Vermutung und nicht als Befund.
Was eine MRT-Kohorte über vier Jahre fand
Die zweite tragende Arbeit schaut nicht auf Kräfte, sondern auf Gelenke. Schirò und Kollegen werteten 2021 MRT-Daten von 415 übergewichtigen und adipösen Personen über 48 Monate aus und fanden bei Crosstrainer-Nutzern die geringste Zunahme struktureller Kniegelenkschäden im Vergleich der untersuchten Aktivitäten.
Das ist eine Beobachtung, kein Experiment. Wer sich für den Crosstrainer entscheidet, unterscheidet sich möglicherweise schon vorher von denen, die laufen — im Gewicht, in der Vorgeschichte, in der Beschwerdelage. Eine Beobachtungsstudie kann das rechnerisch teilweise berücksichtigen, aber nicht ausschließen.
Was sie trotzdem wertvoll macht: Die Richtung passt zur Kraftmessung, und beide stammen aus unabhängigen Ansätzen. Eine Kraftmessung im Labor und eine bildgebende Langzeitbeobachtung an Patienten sind so verschieden, wie zwei Methoden nur sein können — dass sie zum selben Ergebnis kommen, ist stärker als jede der beiden allein.
Bemerkenswert ist die untersuchte Gruppe: übergewichtige und adipöse Personen über vier Jahre. Das ist genau die Gruppe, für die die Leitlinie Übergewicht als Risikofaktor führt — und die mit der Frage konfrontiert ist, wie sie sich bewegen soll, ohne das Gelenk weiter zu belasten. Für sie ist der Befund unmittelbar einschlägig, für schlanke Läufer mit Knieproblemen nur mittelbar.
Was die Arbeit außerdem nicht sagt: wie viel die Teilnehmer trainiert haben, in welcher Intensität und wie lange je Einheit. Eine Beobachtungsstudie erfasst, was Menschen tun, nicht was sie tun sollen. Wer aus ihr eine Dosierung ableiten will, findet keine — und genau deshalb steht weiter unten eine eigene Überlegung zu Dauer und Häufigkeit, die sich auf Leitlinien stützt und nicht auf diese Kohorte.
Crosstrainer bei Kniearthrose: was die Leitlinie sagt
Für Kniearthrose gibt es in Deutschland eine S3-Leitlinie, die höchste Stufe im Leitlinienwesen: „Prävention und Therapie der Gonarthrose“, Registernummer 187-050, Version 5.0 vom 12. Juli 2024, federführend die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie, gültig bis Juli 2029. An ihrer Erstellung waren gut zwanzig Fachgesellschaften beteiligt, von der Allgemeinmedizin über die Physiotherapie bis zur Deutschen Rheuma-Liga.
Sie ist in der Sache deutlich: Betroffene sollen zu lebenslanger aktiver Bewegung innerhalb der Grenzen der Erkrankung motiviert werden — ausdrücklich ohne Überbelastung. Empfohlen wird eine individuell angepasste Bewegungstherapie, genannt werden Wassergymnastik, Trockengymnastik, Krafttraining und Ausdauertraining, am besten unter Aufsicht, etwa im Rahmen von Physiotherapie und Rehabilitationssport.
Sie nennt außerdem, was die Wirkung verbessert: Die langfristige Einhaltung eines Trainingsplans verbessert das Behandlungsergebnis der Bewegungstherapie. Und sie nennt die Grenze: Bei akuten Gelenkschmerzen und Schwellungen sollte die sportliche Aktivität an die individuelle Situation angepasst werden.
Zur Einordnung der Häufigkeit nennt die Patientenversion eine Zahl: Fast jeder fünfte Erwachsene ab 18 Jahren leidet unter Arthrose, und bei mehr als der Hälfte der Betroffenen ist das Knie betroffen. Die Kniearthrose ist damit eine der häufigsten Erkrankungen des Bewegungsapparats.
Die Leitlinie beschreibt auch den Krankheitsmechanismus, und das hilft beim Einordnen der Messwerte: Die Knorpelschicht wird fortlaufend dünner, bis unter Umständen Knochen auf Knochen reibt; dabei werden Botenstoffe frei, die auch andere Strukturen des Gelenks entzünden können. Last ist in diesem Bild ein Faktor unter mehreren — was erklärt, warum eine Entlastung um 39 Prozentpunkte gegenüber dem Gehen nicht automatisch eine Verbesserung um 39 Prozent bedeutet.
Was die Leitlinie nicht sagt — und warum das wichtig ist
Zur Vorbeugung nennt sie Beispiele: Sport ohne deutliche Kniebelastung, Kräftigungsübungen und Beweglichkeitstraining, alles „in Maßen“ durchgeführt. Konkret aufgezählt werden Laufen, Radfahren, Kraulschwimmen, Wassergymnastik und Training im Liegen. Der Crosstrainer steht nicht darunter.
Das ist keine Ablehnung. Die Aufzählung ist mit „zum Beispiel“ eingeleitet, und ein Gerät, das unter die Kategorie Ausdauertraining fällt, ist damit nicht ausgeschlossen. Aber wer behauptet, der Crosstrainer sei leitlinienempfohlen, überdehnt den Text — und solche Behauptungen finden sich reichlich.
Bemerkenswert ist die Auswahl der genannten Beispiele. Laufen steht darunter, obwohl es nach der Messung von Kaplan und Kollegen die höchste Fußlast aller verglichenen Bewegungsformen erzeugt. Der Crosstrainer mit der niedrigsten steht nicht darunter. Aus den Messdaten allein ließe sich diese Reihenfolge nicht begründen.
Die plausibelste Erklärung ist banal: Leitlinien nennen Aktivitäten, zu denen Studien vorliegen, und für Laufen, Radfahren und Wassergymnastik gibt es davon deutlich mehr als für Training auf einem bestimmten Gerätetyp. Eine Leitlinie bildet die Studienlage ab, nicht den Gerätemarkt — was für den Leser bedeutet, dass das Fehlen eines Geräts keine Aussage über das Gerät ist.
Die Leitlinie nennt dafür eine eigene Kategorie: Bewegungstherapie, ausdrücklich mit Beispielen wie Wassergymnastik, Trockengymnastik, Krafttraining und Ausdauertraining. Ein Crosstrainer ist ein Gerät für Ausdauertraining. Wer die Kategorie ernst nimmt statt die Beispielliste, findet ihn darin wieder — nur eben nicht namentlich, und das ist ein Unterschied, den eine Produktseite nicht verwischen sollte.
Woran die Leitlinie das Arthroserisiko festmacht
Als Risikofaktoren für Kniearthrose nennt sie Verletzungen und Entzündungen des Kniegelenks, höheres Alter, Fehlstellungen der Beinachse und Übergewicht; den Genen wird ebenfalls eine Rolle zugeschrieben. Das komplexe Zusammenspiel dieser Ursachen sei noch nicht vollständig geklärt.
Dazu kommen schwere und unnatürliche Belastungen wie langes Knien oder Hocken sowie Sportarten mit erhöhter Verletzungsgefahr — genannt werden unter anderem Gewichtheben, Ringen, Eishockey, Handball, American Football, Fußball und Hockey.
Diese Liste ist für die Gerätewahl aufschlussreich, weil keiner ihrer Punkte auf den Crosstrainer zutrifft: keine Stoßbelastung, keine Richtungswechsel, kein Gegnerkontakt, keine tiefe Kniebeugung, kein Verletzungsrisiko durch Fremdeinwirkung. Die Bewegung findet in einer festgelegten Bahn statt, und der Fuß verlässt das Pedal nicht.
Zwei Punkte aus der Risikoliste verdienen trotzdem einen zweiten Blick, weil sie den Crosstrainer mittelbar betreffen. Langes Knien und Hocken steht dort als unnatürliche Belastung — beides kommt beim Aufbau des Geräts vor, der bei großen Modellen eine Stunde und länger dauern kann. Und Verletzungen des Kniegelenks stehen an erster Stelle der Risikofaktoren; ein Sturz vom Gerät wäre genau das. Beides sind Randrisiken, aber sie sind die einzigen, die dieses Gerät überhaupt mitbringt.
Was der Crosstrainer dagegen nicht auflöst, ist der Risikofaktor Übergewicht. Dazu sagt die Leitlinie einen Satz, der die Rangfolge klarstellt: Jede Abnahme in Richtung Normalgewicht bedeutet weniger Schmerzen, bessere Beweglichkeit und ein langsameres Voranschreiten der Arthrose. Was ein Training dazu beiträgt und was nicht, steht im Beitrag zum Kalorienverbrauch.
Und sie nennt die Grenze dessen, was Behandlung überhaupt leisten kann: Nach heutigem Kenntnisstand gibt es keine Möglichkeit, den Verlauf vollständig aufzuhalten oder entstandene Schäden rückgängig zu machen. Behandelt wird, um den Verlauf zu verlangsamen, Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit zu erhalten.
Die Leitlinie führt daneben eine Liste von Behandlungen, die nicht empfohlen werden sollten. Genannt werden unter anderem Glucosamin, Arnica, Beinwell, Blutegel, Hyaluronsäure-Injektionen ins Kniegelenk, transkutane elektrische Nervenstimulation, Ultraschalltherapie, Interferenzstrom, Lasertherapie, gepulste Kurzwellentherapie, Massagetherapie und Vibrationstherapie. Auch vom routinemäßigen Einsatz kinesiologischen Tapes wird abgeraten.
Crosstrainer bei Knieschmerzen: die Unterscheidung, die zählt
Die Suchanfragen unterscheiden nicht zwischen Arthrose, Schmerzen und Problemen, die Sache selbst schon. Für die Gerätefrage kommt es auf eine einzige Unterscheidung an: Sind die Beschwerden belastungsabhängig oder bewegungsabhängig?
Wer Schmerzen bekommt, wenn Last auf das Gelenk kommt — beim Treppabgehen, beim Joggen, beim Springen —, profitiert von der Messlage oben: Der Crosstrainer nimmt genau diese Last weg, und zwar auf ein Niveau unterhalb des normalen Gehens.
Wer dagegen Schmerzen bei der Bewegung selbst hat, unabhängig von der Last, dem nimmt ein Gerät mit 73 statt 112 Prozent nichts ab. Die Bewegung findet trotzdem statt, über denselben Bewegungsumfang, bei jedem Tritt — und auf dem Crosstrainer ist dieser Umfang durch die Bahnkurve des Pedals sogar festgelegt und nicht frei wählbar.
Die Unterscheidung lässt sich zu Hause grob prüfen, ohne Gerät: Tut das Treppabgehen mehr weh als das Treppaufgehen, spricht das für den belastungsabhängigen Fall — bergab wirken höhere Kräfte bei ähnlichem Bewegungsumfang. Diese Beobachtung ersetzt keine Diagnose, aber sie ordnet die eigene Ausgangslage, bevor über ein Gerät gesprochen wird.
Die Leitlinie selbst verweist für Detailfragen ausdrücklich auf das Gespräch mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt. Das ist kein Formelsatz: Bei unklarer Ursache ein Gerät zu kaufen, um das Problem zu umgehen, verschiebt die Abklärung nach hinten — und Kniebeschwerden haben Ursachen, bei denen Training das Falsche ist.
Die Leitlinie beschreibt dafür ein Vorgehen, das über die reine Diagnose hinausgeht: Betroffene sollen über das Krankheitsbild aufgeklärt und informiert werden, damit sie die therapeutischen Möglichkeiten einordnen können — und es soll auch vor nutzlosen, überflüssigen und schädlichen Maßnahmen gewarnt werden. Die Entscheidung soll gemeinsam getroffen werden, im Sinne einer partizipativen Entscheidungsfindung.
Crosstrainer nach einer Knieprothese
Die Frage taucht in der Autovervollständigung mit dem Kürzel TEP auf, Totalendoprothese. Sie lässt sich hier nicht beantworten, und der Grund gehört dazugesagt.
Die Leitlinie behandelt den Gelenkersatz als eigenen Abschnitt mit eigener Vorbereitung und eigener Nachbehandlung. Sie hält fest, dass Bewegung und Kräftigungsübungen auch nach einem Kniegelenksersatz eine wichtige Rolle spielen — zur Schmerzbehandlung und zur Verbesserung der Beweglichkeit. Welche Bewegungsform wann freigegeben ist, hängt allerdings vom Eingriff, vom Implantat und vom Heilungsverlauf ab.
Für die Indikationsstellung verweist die Gonarthrose-Leitlinie auf eine eigene Leitlinie zur Knieendoprothese, zu der ebenfalls eine Patientenversion vorliegt. Das zeigt, wie eng der Sachverhalt geführt wird: Schon die Frage, wann operiert wird, hat ein eigenes Leitliniendokument.
Was sich allgemein sagen lässt: Nach einer Operation entscheidet die Nachbehandlung, nicht die Messlage aus einer Kraftstudie. Wer ein Gerät für die Zeit nach einem Eingriff anschafft, sollte die Freigabe vorher einholen — schon weil die Anschaffung sonst monatelang ungenutzt bleibt. Zur Vorbereitung nennt die Leitlinie übrigens konkrete Faktoren, die vor einer geplanten Operation verbessert werden sollen, darunter der Verzicht auf das Rauchen mindestens vier Wochen vorher und eine bestmögliche Einstellung der Blutzuckerwerte bei Diabetes.
Die Leitlinie nennt für die Zeit vor einem geplanten Eingriff auch Risikofaktoren, die vorher behandelt werden sollen, und einer davon betrifft die Erwartungshaltung: Betroffene mit bekannter Depression oder depressiven Phasen sollen über ein höheres Risiko für ein schlechteres Operationsergebnis hinsichtlich Schmerz und Funktion aufgeklärt werden. Das ist kein Randthema, sondern ein Hinweis darauf, wie viel an einer Behandlung nicht mechanisch ist.
Für die Zeit nach dem Eingriff nennt die Leitlinie außerdem eine Vorbereitung, die mit dem Gerät selbst nichts zu tun hat: Betroffene sollen darüber informiert werden, wie sie sich auf die Zeit danach vorbereiten können — Anpassungen im Wohnumfeld, Anschaffung von Hilfsmitteln, geeignetes Schuhwerk, Möglichkeiten der Anschlussbehandlung. Ein Trainingsgerät gehört in diese Reihe nur dann, wenn die Nachbehandlung es vorsieht.
Zwei Aussagen der Leitlinie zum operativen Vorgehen sind auch für jemanden interessant, der noch gar nicht so weit ist. Erstens: Eine Operation soll erst erwogen werden, wenn eine längere konservative Therapie keine ausreichende Verbesserung erbracht hat. Zweitens: Die alleinige Gelenkspiegelung mit Spülung und Glättung des Knorpels soll Betroffenen mit Kniegelenksarthrose nicht empfohlen werden.
Beide Sätze verschieben das Gewicht in Richtung der konservativen Behandlung, zu der die Bewegungstherapie gehört — und damit in Richtung der Frage, die diese Seite behandelt. Die Leitlinie hält dazu ausdrücklich fest, dass die allermeisten Betroffenen mit konservativen Maßnahmen und einer Verhaltensanpassung auch ohne Operation zurechtkommen.
Crosstrainer bei Hüftarthrose: eine abgelaufene Leitlinie
Für die Hüfte gibt es ein Gegenstück, und sein Zustand ist bemerkenswert. Die S2k-Leitlinie Koxarthrose trägt die Registernummer 187-049, liegt in Version 4.0 mit Stand 31. März 2019 vor und war gültig bis zum 31. Dezember 2023.
Das AWMF-Register vermerkt dazu ausdrücklich: seit mehr als fünf Jahren nicht aktualisiert, Leitlinie wird zur Zeit überarbeitet. Wer sich also auf eine deutsche Leitlinie zur Hüftarthrose beruft, beruft sich auf ein Dokument, dessen Gültigkeit abgelaufen ist.
Das ist kein Grund, ihre Inhalte für falsch zu halten — es ist ein Grund, sie als das zu kennzeichnen, was sie ist. Diese Seite zitiert sie deshalb nicht inhaltlich. Sie verweist auf ihren Status, weil Ratgeberseiten sie regelmäßig zitieren, ohne den Ablauf zu erwähnen.
Was sich unabhängig davon sagen lässt: Die Kraftmessung von Kaplan und Kollegen betrifft den Fuß, nicht die Hüfte. Für das Hüftgelenk liegt in den durchsuchten Quellen keine vergleichbare Messung vor. Wer die niedrige Fußlast auf die Hüfte überträgt, überträgt eine Zahl auf ein Gelenk, für das sie nicht erhoben wurde — das ist die zweite häufige Übertragung, die diese Seite nicht mitmacht.
Bemerkenswert ist, dass die abgelaufene Leitlinie im Register ausdrücklich mit einer themenverwandten Leitlinie zur Endoprothese bei Koxarthrose verknüpft ist — die Frage, wann operiert wird, ist also aktueller dokumentiert als die Frage, wie konservativ behandelt wird. Für jemanden, der ein Trainingsgerät erwägt, ist das die ungünstigere von beiden Antworten.
Crosstrainer bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall
Diese Fragen gehören zu den häufigsten in der Autovervollständigung — Rückenschmerzen, Bandscheibenvorfall der Lenden- und der Halswirbelsäule, Ischiasschmerzen, Spinalkanalstenose. Für keine davon liegt in den durchsuchten Quellen eine crosstrainerbezogene Untersuchung vor, und diese Seite erfindet keine.
Was sich belegen lässt, ist ein Randbefund aus einer anderen Fragestellung. Rogatzki und Kollegen maßen 2012 die Muskelaktivierung auf Crosstrainer und Stepper und fanden auf dem Crosstrainer mehr Aktivierung des geraden Oberschenkelmuskels und der Rückenstrecker. Das ist eine Aussage über Muskelaktivität, nicht über Bandscheibenbelastung, und sie betrifft den Vergleich zweier Geräte, nicht die Frage nach Beschwerden.
Zwei Eigenschaften der Bewegungsform lassen sich beschreiben, ohne etwas zu behaupten. Erstens fehlt die Stoßbelastung, die beim Laufen über die Wirbelsäule läuft. Zweitens findet die Bewegung aufrecht und in einer festgelegten Bahn statt, ohne Rotation und ohne Richtungswechsel. Ob das im Einzelfall günstig ist, entscheidet nicht die Bauart, sondern die Diagnose.
Eine Sache spricht dabei praktisch gegen den Crosstrainer, und sie hat nichts mit der Wirbelsäule zu tun: Wer sich an den Armstangen aufstützt, verändert die Haltung erheblich — und genau das tun viele, wenn die Beine müde werden. Eine aufrechte Position, die in der zweiten Hälfte der Einheit zusammensackt, ist keine aufrechte Position mehr.
Für Menschen mit Rückenbeschwerden gilt deshalb dasselbe wie für das Knie, nur mit noch weniger Datengrundlage: Die Frage gehört zur behandelnden Ärztin, nicht auf eine Produktseite. Was diese Seite beisteuern kann, ist die Feststellung, dass es zu dieser Kombination schlicht keine belastbaren Zahlen gibt — und dass jede Seite, die welche nennt, nach ihrer Quelle gefragt werden sollte.
Was die Gonarthrose-Leitlinie an dieser Stelle beisteuert, ist ein Hinweis auf die Versorgungsform statt auf das Gerät: Sie nennt das ärztlich verordnete und von den Krankenkassen finanzierte Funktionstraining, etwa bei Selbsthilfeverbänden wie der Deutschen Rheuma-Liga, mit positiven Effekten auf Erhalt und Verbesserung der Gelenkfunktion. Wer eine angeleitete Alternative zum Alleintraining sucht, findet sie dort eher als im Gerätehandel.
Crosstrainer bei Osteoporose: der umgekehrte Fall
Hier dreht sich das Argument um, und das ist der wichtigste Abschnitt dieser Seite für alle, die „gelenkschonend“ für ein uneingeschränktes Gütesiegel halten. Wenig Last auf den Knochen ist nicht in jeder Situation gut.
Die Leitlinie des Dachverbands Osteologie zur Osteoporose von 2023 enthält dazu genau eine formale Empfehlung, und sie ist hoch eingestuft: „Ein Programm zur Verbesserung von Kraft, Balance und Koordination soll im Rahmen der Osteoporose-Therapie durchgeführt werden.“ Empfehlungsgrad A, Evidenzgrad 1, starker Konsens mit 17 von 17 Stimmen.
Dazu kommt eine Wirksamkeitsaussage: Es bestehe Evidenz der höchsten Stufe, dass die Knochendichte bei postmenopausalen Frauen durch körperliches Training verbessert werden kann. Für ältere Männer sei die Evidenzlage dagegen nicht eindeutig.
Und jetzt die Lücke, die für diese Seite entscheidend ist: Das Leitlinienkapitel nennt keine einzige Trainingsform und kein einziges Gerät. Weder Vibrationstraining noch Ergometer, weder Laufen noch Schwimmen, weder Frequenz noch Dauer noch Intensität. Die drei Zielgrößen heißen Kraft, Balance und Koordination — Ausdauertraining kommt in der Empfehlung nicht vor. Für Konkretisierungen verweist die Leitlinie auf eine eigene, damals noch nicht fertiggestellte Leitlinie zum körperlichen Training in der Frakturprophylaxe.
Was daraus folgt, ist eine ehrliche Einschränkung statt einer Empfehlung: Ein Crosstrainer trainiert Ausdauer bei geringer Stoßbelastung. Kraft, Balance und Koordination — also genau die drei Größen, die die Osteoporose-Leitlinie nennt — trainiert er nicht oder nur am Rande, weil die Bewegung in einer geführten Bahn stattfindet und das Gleichgewicht über die Handläufe gesichert ist.
Wer also wegen Osteoporose ein Gerät sucht, sucht in dieser Warengruppe möglicherweise falsch. Das ist eine Aussage gegen den Verkauf und gleichzeitig die einzige, die sich aus der Leitlinienlage ableiten lässt.
Die Belege hinter der Empfehlung führen in dieselbe Richtung. Die DVO-Leitlinie stützt ihre Aussage auf eine Metaanalyse zu Bewegungsinterventionen und sturzbedingten Frakturen bei älteren Menschen sowie auf eine systematische Übersichtsarbeit zu dynamischem Krafttraining und Knochendichte bei postmenopausalen Frauen. Beide untersuchen Krafttraining und Sturzprävention, nicht Ausdauertraining auf Ergometern.
Die DVO-Leitlinie verweist für alles Konkretere auf eine eigene, zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung noch nicht fertiggestellte Leitlinie zum körperlichen Training in der Frakturprophylaxe. Solange die nicht vorliegt, gibt es für die Frage, welche Trainingsform bei Osteoporose wie wirkt, keine deutsche Leitlinienantwort — nur die drei Zielgrößen Kraft, Balance und Koordination.
Das ist für eine Kaufentscheidung wenig, und es soll hier nicht besser aussehen, als es ist. Wer mit der Diagnose Osteoporose vor einem Gerätekauf steht, findet in der deutschen Leitlinienlage schlicht keine Antwort auf die Frage, ob ein Ausdauergerät etwas beiträgt. Was er findet, ist eine klare Empfehlung für etwas anderes.
Und sie formuliert eine Einschränkung, die zu jedem Gerätekauf gehört: Wichtig sei eine Anpassung an den funktionellen Status, um potenzielle Risiken durch Bewegungsprogramme zu vermeiden. Für ein Gerät, das man allein zu Hause benutzt, heißt das: Die Anpassung muss vorher stattfinden, weil während des Trainings niemand danebensteht.
Der Preis der Entlastung
Weniger Last heißt auch weniger Reiz, und das gilt nicht nur für den Knochen. Eken und Kollegen maßen 2022 auf dem Crosstrainer eine bis zu 60 Prozent geringere Muskelaktivität als beim Laufen.
Für jemanden, der Gelenke schonen will, ist das der gewünschte Effekt — die niedrigere Muskelaktivität ist die Kehrseite derselben Medaille wie die niedrigere Fußlast. Für jemanden, der Muskulatur aufbauen oder Knochendichte erhalten will, ist es ein Nachteil, den man kennen sollte.
Daraus folgt kein Widerspruch, sondern eine Arbeitsteilung: Der Crosstrainer liefert Ausdauerreiz bei geringer Stoßbelastung. Den Kraftreiz liefert er nicht mit, und beide einschlägigen Leitlinien — die zur Gonarthrose wie die zur Osteoporose — führen Krafttraining als eigenen Punkt. Auch die WHO nennt in ihrer Bewegungsempfehlung von 2020 muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen pro Woche als eigenen Bestandteil neben der Ausdauer.
Eine dritte Arbeit rundet das Bild. Morio und Kollegen maßen 2016 eine maximale aerobe Leistung von 151 ± 51 Watt auf dem Crosstrainer gegenüber 237 ± 88 Watt auf dem Fahrradergometer — dieselben Probanden brachten auf dem Crosstrainer also deutlich weniger mechanische Leistung zustande. Was das für die Energierechnung bedeutet, steht im Beitrag zum Kalorienverbrauch.
Für die Gelenkfrage heißt es: Die Bewegungsform begrenzt nicht nur die Last, sondern auch die erreichbare Intensität. Wer einen hohen Trainingsreiz sucht, stößt auf diesem Gerät früher an eine Grenze als auf anderen — und das ist für manche genau der Punkt, für andere ein Ausschlusskriterium.
Eine vierte Arbeit ergänzt das um die subjektive Seite. Green und Kollegen fanden 2004 auf dem Crosstrainer ein höheres Anstrengungsempfinden in den Beinen als auf einem Vergleichsgerät. Die Bewegung fühlt sich in den Beinen also schwerer an, als die Gesamtbelastung vermuten lässt — was zu der niedrigeren erreichbaren Leistung passt und im Training als frühzeitige lokale Ermüdung auftaucht.
Wo die Belastung trotzdem ankommt
Die Gesamtlast sinkt, ihre Verteilung bleibt beeinflussbar. Paquette und Kollegen untersuchten 2015 den Einfluss der Fußstellung auf dem Pedal und fanden Unterschiede in der Knieadduktion und in der Aktivierung der Gesäßmuskulatur.
Die Knieadduktion ist genau die Größe, die bei einer Fehlstellung der Beinachse zählt — jenem Risikofaktor, den die Gonarthrose-Leitlinie ausdrücklich aufführt. Wer eine bekannte O- oder X-Bein-Stellung hat, trainiert also nicht automatisch neutral, nur weil die Gesamtlast niedrig ist.
Praktisch heißt das: Die Fußstellung ist die einzige Stellschraube an diesem Gerät, die die Lastverteilung im Knie verändert und nichts kostet. Sie lässt sich bei jedem Training ausprobieren, und sie ist der Grund, warum eine Einschätzung durch eine Fachperson hier mehr wert ist als jede Produktbeschreibung — sie sieht, was von außen passiert, und man selbst sieht es nicht.
Wer keine Fachperson danebenhat, kann sich behelfen: eine Aufnahme mit dem Telefon von vorn, auf Kniehöhe, während der Bewegung. Ob das Knie nach innen fällt oder in der Bahn bleibt, ist darauf besser zu sehen als im Spiegel — und es ist die einzige Selbstkontrolle, die diese Seite überhaupt anbieten kann.
Zwei Dinge sind dabei leicht zu verwechseln. Ein Knie, das während der Bewegung nach innen fällt, ist etwas anderes als eine dauerhafte Achsfehlstellung — das eine ist eine Bewegungsgewohnheit, oft mit müder Gesäßmuskulatur verbunden, das andere eine anatomische Gegebenheit. Paquette und Kollegen fanden für die Fußstellung Unterschiede in beiden Größen gleichzeitig, in der Knieadduktion und in der Aktivierung der Gesäßmuskulatur. Was davon im Einzelfall vorliegt, sieht eine Fachperson und kein Video.
Eine zweite Stellgröße ist der Griff. Wer sich an den Armstangen aufstützt, verlagert Gewicht von den Beinen auf die Arme und senkt damit die Fußlast weiter — allerdings um den Preis einer veränderten Haltung. Wer die Stangen loslässt, erhöht die Anforderung an das Gleichgewicht, was im Sinne der Osteoporose-Leitlinie erwünscht sein kann und bei Sturzgefahr das Gegenteil ist.
Die dritte und wichtigste Größe steht beim Kauf fest und lässt sich danach nicht mehr ändern: die Schrittlänge des Geräts. Ein zu kurzes Oval erzwingt eine engere Bewegung, als der eigene Schritt sie vorgibt. Welche Werte in welchem Bereich liegen und woran sich das messen lässt, steht in der Kaufberatung.
Rückwärtstreten: nicht dasselbe rückwärts
Die Möglichkeit, rückwärts zu treten, gilt als Vorzug des Geräts und wird oft als Abwechslung beschrieben. Biomechanisch ist sie mehr als das: Hummer und Kollegen untersuchten 2021 das Rückwärtstreten und fanden Unterschiede im Knievalgus und in der Kniebeugung gegenüber der Vorwärtsbewegung.
Rückwärts ist also nicht einfach dieselbe Bewegung in umgekehrter Richtung, sondern eine andere Beanspruchung des Kniegelenks. Für jemanden ohne Beschwerden ist das eine willkommene Variation. Für jemanden mit einer bekannten Achsfehlstellung ist es eine Änderung, die man nicht nebenbei einführt.
Die Studie sagt nicht, welche Richtung besser ist — sie sagt, dass sie sich unterscheiden. Das ist ein wichtiger Unterschied, weil im Netz beide Behauptungen zu finden sind: Rückwärtstreten sei gelenkschonender, und Rückwärtstreten sei belastender. Belegt ist keine von beiden, belegt ist nur, dass die Kniemechanik eine andere ist.
Wie sich beides im Training einsetzen lässt, steht im Trainingsleitfaden. Für die Gelenkfrage bleibt der praktische Hinweis, die Richtung nicht mitten in einer Einheit zu wechseln, wenn das Knie ohnehin meldet — eine neue Beanspruchung auf ein bereits belastetes Gelenk zu legen, ist der ungünstigste Zeitpunkt für einen Versuch.
Ein praktischer Hinweis zur Umsetzung: Rückwärtstreten verlangt am Anfang mehr Aufmerksamkeit als die gewohnte Richtung, und viele halten sich dabei fester an den Stangen. Damit verschiebt sich unbemerkt Gewicht auf die Arme, was die Beinlast senkt und die Vergleichbarkeit mit der Vorwärtsbewegung zunichtemacht. Wer beide Richtungen gegeneinander bewerten will, sollte in beiden gleich greifen.
Wenn das Knie beim Training knackt
Auch das steht in der Autovervollständigung, und die ehrliche Antwort ist kurz: Dazu liegt in den durchsuchten Quellen nichts vor, weder für den Crosstrainer noch für andere Ergometer. Weder die Gonarthrose-Leitlinie noch eine der zitierten Studien behandelt Gelenkgeräusche.
Was die Leitlinie stattdessen für den Verlauf beschreibt, ist etwas anderes: Typisch für die Kniearthrose seien wechselnde Phasen mit mehr und weniger Entzündungsaktivität, und im Verlauf könne es zur Neubildung von Knochen kommen, die die Beweglichkeit mechanisch einschränkt. Diese Neubildungen seien äußerlich nicht zu erkennen.
Das beantwortet die Geräuschfrage nicht, ordnet sie aber ein: Was im Knie passiert, ist von außen weder zu sehen noch zu hören. Ein Geräusch ohne Schmerz ist kein Befund, ein Schmerz ohne Geräusch sehr wohl einer — und die Reihenfolge der Aufmerksamkeit sollte dieser Logik folgen.
Für das Gerät selbst gibt es dagegen eine banale Erklärung, die oft übersehen wird: Auch Crosstrainer knacken. Lager, Gelenke der Pedalarme und Verschraubungen erzeugen Geräusche, und im Stehen auf dem Gerät ist die Quelle schwer zu orten. Bevor das Knie verdächtigt wird, lohnt der Test ohne Belastung — und was die Mechanik dabei hergibt, behandelt der Technikteil.
Ein dritter Punkt betrifft die Wahrnehmung selbst. Auf einem Gerät, das gleichmäßig läuft, hört man das eigene Knie besser als beim Laufen im Freien — schlicht, weil weniger andere Geräusche da sind. Manches, was auf dem Crosstrainer zum ersten Mal auffällt, war vorher schon da. Das ist keine Entwarnung, sondern eine Einordnung: Der Zeitpunkt des Auffallens ist nicht der Zeitpunkt des Entstehens.
Und eine Beobachtung, die viele machen und die nichts mit dem Gelenk zu tun hat: Auf einem neuen Gerät knackt in den ersten Wochen oft etwas, das sich später gibt — Verschraubungen setzen sich. Wer die erste Wartung nach Herstellervorgabe macht und danach neu hinhört, trennt diese Geräuschquelle von allen anderen.
Die Leitlinie nennt für die Verlaufsbeobachtung übrigens ein anderes Instrument als das eigene Ohr: Es sei hilfreich, Lebensqualität, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen mit Fragebögen im Verlauf der Erkrankung festzuhalten. Röntgenaufnahmen seien nur notwendig, wenn sie für Diagnose oder Behandlung wichtig sind. Wer also etwas dokumentieren möchte, dokumentiert Schmerz und Funktion — nicht Geräusche.
Für die eigene Verlaufsdokumentation reicht dafür ein einfaches Schema: Datum, Dauer, Widerstandsstufe, Schmerz während und Schmerz am Tag danach. Wer das über acht Wochen führt, sieht Zusammenhänge, die im Nachhinein niemand aus der Erinnerung rekonstruiert — und hat für das nächste Arztgespräch etwas Belastbareres als ein Gefühl.
Crosstrainer oder Fahrrad bei Knieproblemen?
Diese Gegenüberstellung taucht in der Autovervollständigung wörtlich auf, und sie ist die sinnvollste Frage des ganzen Themenfelds — weil beide Geräte stoßarm sind und die Entscheidung deshalb an anderen Kriterien hängt als an der Fußlast.
Der erste Unterschied ist die Position. Auf dem Fahrradergometer sitzt man; das Körpergewicht ruht überwiegend auf dem Sattel und wirkt gar nicht erst auf den Fuß. Gemessen an der reinen Fußlast ist das Ergometer damit nicht schlechter gestellt als der Crosstrainer, sondern besser. Wer ausschließlich entlasten will, sitzt richtig.
Der zweite Unterschied ist der Bewegungsumfang im Knie. Auf dem Fahrrad bestimmt die Sattelhöhe, wie weit das Knie gebeugt wird, und sie lässt sich in Zentimetern einstellen. Auf dem Crosstrainer bestimmt die Bahnkurve des Pedals den Umfang, und sie steht fest. Wer einen begrenzten Beugewinkel einhalten muss, hat auf dem Fahrrad den verstellbaren Parameter und auf dem Crosstrainer nicht.
Der dritte Unterschied spricht für den Crosstrainer: die aufrechte Position mit Belastung der Beine — also eine Bewegung, die dem Gehen näher ist als dem Sitzen. Für den Erhalt von Alltagsfunktionen ist das ein Argument, das sich mit Kraftmessungen allein nicht abbilden lässt und das die Leitlinie nicht gerätebezogen behandelt.
Der vierte ist der Einstieg, und er wird unterschätzt. Auf ein Fahrradergometer setzt man sich, auf einen Crosstrainer steigt man hinauf — dazu weiter unten mehr. Für Menschen mit eingeschränkter Beweglichkeit im Knie oder in der Hüfte kann dieser eine Schritt entscheidender sein als jede Messung zur Bewegung danach.
Eine allgemeine Antwort gibt es also nicht, und die durchsuchten Quellen liefern auch keine. Was sie liefern, sind die vier Kriterien oben — und die Feststellung, dass die Entscheidung zwischen zwei stoßarmen Geräten fast nie an der Stoßbelastung hängt.
Ein fünftes Kriterium kommt hinzu, wenn Beschwerden schwanken: die Möglichkeit, die Einheit abzubrechen. Vom Fahrradergometer steigt man ab, indem man aufhört zu treten. Vom Crosstrainer steigt man ab, indem man von einer erhöhten Fläche heruntergeht — bei bereits gereiztem Gelenk ist das der unangenehmere Weg. Wer weiß, dass er Einheiten gelegentlich vorzeitig beenden muss, sollte das mitbedenken.
Crosstrainer gegen Laufband und Rudergerät aus Gelenksicht
Der Vergleich mit dem Laufband ist der einzige, für den eine direkte Messung vorliegt, und er fällt eindeutig aus: 73 Prozent gegenüber 175 Prozent Fußlast beim Joggen auf dem Laufband, gemessen mit derselben Methode in derselben Arbeit. Das Laufband dämpft gegenüber dem Joggen im Freien, aber es liegt trotzdem beim Zweieinhalbfachen des Crosstrainers.
Für das Rudergerät liegt keine vergleichbare Kraftmessung vor. Was sich sagen lässt, ergibt sich aus der Position: Auch dort sitzt man, das Körpergewicht wirkt nicht auf den Fuß, und die Beinarbeit findet gegen einen Widerstand statt, nicht gegen das eigene Gewicht. Für das Kniegelenk bedeutet das eine andere Belastung als auf dem Crosstrainer, nicht zwangsläufig eine höhere oder niedrigere.
Der Vergleich mit dem Stepper hat eine eigene Datenbasis. Rogatzki und Kollegen fanden 2012 auf dem Crosstrainer mehr Aktivierung des geraden Oberschenkelmuskels und der Rückenstrecker als auf dem Stepper. Und Bosch und Kollegen fanden 2021 bei identischer vorgegebener Belastung keinen Unterschied im Energieumsatz zwischen Laufband, Crosstrainer und Stepper — gleiche Energie also, unterschiedliche Gelenklast.
Genau diese Kombination ist das stärkste Argument für die Bewegungsform, und sie wird selten so klar ausgesprochen: Bei gleichem Energieumsatz erzeugt der Crosstrainer weniger Fußlast als das Laufband. Man bekommt dieselbe Trainingswirkung bei geringerer mechanischer Beanspruchung.
Was dieser Satz nicht enthält, ist eine Aussage über die Muskulatur — dort liegt der Crosstrainer nach Eken und Kollegen deutlich unter dem Laufen. Und er enthält keine Aussage über den Knochen, wo die Entlastung nach der Osteoporose-Leitlinie eher ein Nachteil sein dürfte. Die Rechnung geht also nur auf, wenn man sie auf das Gelenk beschränkt.
Diese Beschränkung ist kein Kleingedrucktes, sondern der Kern der Sache. „Gelenkschonend“ ist eine Aussage über eine von drei Achsen. Auf den beiden anderen — Muskulatur und Knochen — ist dieselbe Eigenschaft ein Nachteil. Ein Werbetext, der nur die erste Achse nennt, sagt nichts Falsches und trotzdem nicht die Wahrheit.
Dieselbe Doppeldeutigkeit steckt im Wort „schonend“ selbst. Schonen heißt entlasten, und Entlastung ist bei einem gereizten Gelenk erwünscht und bei einem trainierbaren Gewebe das Gegenteil. Knorpel, Knochen und Muskel brauchen Belastung, um sich zu erhalten — nur eben nicht jede Art und nicht jede Menge. Genau diese Abwägung überlässt die Werbung dem Leser, ohne sie zu benennen.
Was beim Aufsteigen passiert
Der unangenehmste Moment des ganzen Trainings ist der erste Schritt. Die Trittflächen eines Crosstrainers stehen erhöht, und das Pedal steigt im Betrieb noch weiter — für den Einstieg heißt das, das eigene Körpergewicht einmal auf eine Stufe zu heben, deren Höhe kein Angebot nennt.
Diese Bewegung ist genau die, die bei belastungsabhängigen Kniebeschwerden weh tut: ein einzelner Schritt hinauf, mit vollem Körpergewicht auf einem Bein, gegen die Schwerkraft. Sie ist damit anspruchsvoller als alles, was danach kommt — und sie steht in keiner Messung, weil die Studien die Bewegung im Betrieb untersuchen, nicht den Einstieg.
Praktisch folgt daraus eine Prüfung, die vor dem Kauf stattfinden sollte und nicht danach: einmal aufsteigen, einmal absteigen, und zwar ohne sich an den Armstangen hochzuziehen. Wer dabei Mühe hat, wird das Gerät seltener benutzen, egal wie günstig die Messlage im Betrieb ist.
Die Bauhöhe der Trittfläche ist dabei die Kenngröße, die selten angegeben wird. Manche Hersteller nennen eine Schritthöhe — also wie weit das Pedal im Betrieb steigt —, die Einstiegshöhe im Stillstand steht praktisch nie im Datenblatt. Was sich daraus für Raumhöhe und Aufstellort ableiten lässt, steht im Vergleich der Heimgeräte.
Für Menschen mit höherem Körpergewicht kommt ein zweiter Punkt hinzu. Der Einstieg erfolgt auf ein Gerät, das in diesem Moment nur an einem Punkt belastet wird — eine andere Lastsituation als im Betrieb, wo sich das Gewicht auf beide Pedale verteilt. Welche Geräte dafür ausgelegt sind, steht im Vergleich der Geräte für höhere Belastungen.
Und ein Detail, das erst im Alltag auffällt: Auch das Absteigen ist ein Einzelschritt, und er findet nach der Einheit statt — also mit müder Muskulatur und oft mit einem Puls, der noch hoch ist. Wer den Einstieg im Laden probiert, sollte deshalb auch den Ausstieg probieren, und zwar nicht als Erstes, sondern nach ein paar Minuten Bewegung.
Wie lange und wie oft bei Gelenkbeschwerden
Eine gerätebezogene Dosierung gibt es nicht, und die Leitlinie nennt bewusst keine Minutenzahlen — sie schreibt stattdessen von einer individuell angepassten Bewegungstherapie, am besten unter Aufsicht. Das ist keine Ausweichformulierung, sondern die sachgerechte Antwort auf eine Frage, deren Antwort vom Befund abhängt.
Als allgemeine Bewegungsempfehlung für Erwachsene gilt die WHO-Leitlinie von 2020: mindestens 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdaueraktivität pro Woche, dazu muskelkräftigende Aktivitäten an mindestens zwei Tagen. Beide Empfehlungen sind als starke Empfehlung mit moderater Evidenzsicherheit eingestuft.
Zwischen diesen beiden Ebenen liegt die eigentliche Entscheidung, und die Gonarthrose-Leitlinie gibt dafür einen Rahmen: lebenslange aktive Bewegung innerhalb der Grenzen der Erkrankung, ausdrücklich ohne Überbelastung. Der bestimmende Satz ist der mit den Grenzen — nicht der mit der Bewegung.
Wer eine Zahl braucht, um überhaupt anzufangen, kann sich an der unteren WHO-Grenze orientieren und sie aufteilen: fünf Einheiten zu dreißig Minuten moderat ergeben die 150 Minuten. Das ist keine gelenkbezogene Empfehlung, sondern eine allgemeine — und sie hat den Vorteil, dass sie nicht von einer Diagnose abhängt, die diese Seite nicht kennt.
Zwei Hinweise zur Aufteilung: Die WHO nennt ausdrücklich auch eine gleichwertige Kombination aus moderater und intensiver Aktivität, und sie stellt fest, dass mehr als 300 Minuten moderat zusätzlichen Nutzen bringen. Eine Obergrenze nennt sie nicht. Für ein Gelenk mit Beschwerden ist die relevante Grenze ohnehin eine andere, und sie steht in der Leitlinie: innerhalb der Grenzen der Erkrankung, ohne Überbelastung.
Was die Leitlinie zusätzlich nennt und was in der Gerätediskussion untergeht: Die langfristige Einhaltung eines Trainingsplans verbessert das Behandlungsergebnis. Regelmäßigkeit schlägt also Intensität — was für die Gerätewahl bedeutet, dass ein Gerät, das täglich genutzt wird, mehr wert ist als eines mit besseren Messwerten, das im Keller steht.
Und sie nennt den Abbruchpunkt in eigener Formulierung: Bei akuten Gelenkschmerzen und Schwellungen soll die sportliche Aktivität an die individuelle Situation angepasst werden. Das ist die einzige Dosierungsaussage, die diese Seite guten Gewissens wiedergeben kann — und sie ist eine über das Aufhören, nicht über das Weitermachen.
Zur Einordnung der WHO-Zahlen gehört ihre Reichweite: Sie gelten für Erwachsene allgemein, nicht für Menschen mit einer bestimmten Erkrankung. Die WHO beziffert im zugehörigen Informationsblatt, dass rund 31 Prozent der Erwachsenen — etwa 1,8 Milliarden Menschen — diese Empfehlung nicht erreichen, und nennt für körperlich Inaktive ein um 20 bis 30 Prozent erhöhtes Sterberisiko. Das ist der Maßstab, an dem die Gerätefrage gemessen werden sollte: Jede regelmäßig genutzte Bewegungsform schlägt die Alternative, gar nicht zu trainieren.
Für die Umsetzung zu Hause nennt die Gonarthrose-Leitlinie einen weiteren Punkt, der die Gerätefrage relativiert: Bei der Kniearthrose sei die Motivierung der Betroffenen, sich an der Behandlung zu beteiligen und eigene Verantwortung zu übernehmen, mitentscheidend für den Beschwerde- und Krankheitsverlauf. Selbsthilfegruppen böten Informationen, Beratung und Austausch und stärkten dadurch das Selbstmanagement nachhaltig.
Zur digitalen Unterstützung hält dieselbe Quelle einen Stand fest, der sich geändert haben kann: Mit Stand Juni 2024 sei keine Gesundheits-App als verordnungsfähige digitale Gesundheitsanwendung für die Diagnose Kniegelenksarthrose verfügbar gewesen. Eine Übersichtsarbeit von 2023 habe allerdings für sechs untersuchte Apps Vorteile bei Schmerzverringerung, Lebensqualität und Beweglichkeit gezeigt.
Die Kippfrage
Sie lautet nicht „ist der Crosstrainer gelenkschonend“ — das ist gemessen und beantwortet. Sie lautet: Welche der drei Größen ist in Ihrem Fall die knappe — Gelenklast, Muskelreiz oder Knochenreiz?
Wer Gelenklast sparen muss, weil Last der Auslöser der Beschwerden ist, bekommt auf diesem Gerät die niedrigste gemessene Fußlast aller verglichenen Bewegungsformen. Für diesen Fall ist die Entscheidung durch die Messlage gestützt, und zwar durch zwei unabhängige Methoden.
Wer Muskelreiz braucht, bekommt nach Eken und Kollegen bis zu 60 Prozent weniger davon als beim Laufen. Für diesen Fall ist der Crosstrainer die falsche Antwort, und zwar aus demselben Grund, aus dem er im ersten Fall die richtige ist.
Wer Knochenreiz braucht — also bei Osteoporose oder verminderter Knochendichte —, findet in der DVO-Leitlinie eine Empfehlung zu Kraft, Balance und Koordination und keine zum Ausdauertraining. Auch hier zeigt die Entscheidung vom Gerät weg.
Der Punkt, an dem die Empfehlung umschlägt, ist damit klar benennbar: Sobald nicht die Gelenklast die knappe Größe ist, verliert das Hauptargument dieser Gerätegattung seine Kraft. Und weil viele Menschen mehr als eine dieser drei Baustellen haben, ist die häufigste richtige Antwort nicht „Crosstrainer statt“, sondern „Crosstrainer und“ — die Ausdauer auf dem Gerät, die Kraft daneben.
Praktisch heißt das für die meisten: Das Gerät ersetzt das Laufen, nicht das Krafttraining. Wer beides ersetzen will, hat nach zwei Leitlinien und einer WHO-Empfehlung eine Lücke — und sie ist bei Osteoporose größer als bei Kniearthrose, weil dort das Krafttraining nicht die Ergänzung, sondern die Hauptempfehlung ist.
Für die Praxis heißt das nicht, dass man zwei Geräte braucht. Krafttraining im Sinne beider Leitlinien meint Übungen für die großen Muskelgruppen, und die lassen sich mit dem eigenen Körpergewicht oder einfachen Hilfsmitteln durchführen. Die WHO formuliert es entsprechend offen: muskelkräftigende Aktivitäten moderater oder höherer Intensität, die alle großen Muskelgruppen einbeziehen, an zwei oder mehr Tagen pro Woche.
Wer beides unter einem Dach will, findet in der Gonarthrose-Leitlinie den Hinweis auf angeleitete Formen: Bewegungstherapie am besten unter Aufsicht, etwa im Rahmen von Physiotherapie und Rehabilitationssport, ergänzt um manuelle Therapie — allerdings ausdrücklich nur in Kombination mit Bewegungstherapie, nicht allein.
Genau das ist auch die Struktur beider Leitlinien. Die Gonarthrose-Leitlinie nennt Wassergymnastik, Trockengymnastik, Krafttraining und Ausdauertraining nebeneinander, nicht alternativ. Die Osteoporose-Leitlinie nennt Kraft, Balance und Koordination als gemeinsames Programm. Keine der beiden empfiehlt ein einzelnes Gerät, und keine ersetzt eine Komponente durch eine andere.
Ausschlusskriterien
Vier Situationen sprechen gegen ein Training auf dem Gerät oder zumindest gegen eine Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt. Drei davon stehen so oder sinngemäß in der Leitlinie, die vierte ergibt sich aus der Bauform.
Erstens akute Gelenkschmerzen und Schwellungen. Dann soll die sportliche Aktivität an die individuelle Situation angepasst werden — eine Entscheidung, die niemand über eine Produktseite trifft. Die Leitlinie beschreibt ausdrücklich, dass sich Phasen mit mehr und weniger Entzündungsaktivität abwechseln; eine Anschaffung mitten in einer aktivierten Phase misst also die falsche Ausgangslage.
Zweitens die Zeit nach einer Operation am Kniegelenk. Die Leitlinie behandelt das Vorgehen nach einem Gelenkersatz als eigenen Fall mit eigener Nachbehandlung und verweist für die Indikationsstellung auf eine eigene Leitlinie. Was wann freigegeben ist, entscheidet die Nachbehandlung.
Drittens jede Situation, in der die Diagnose nicht feststeht. Ein Gerät zu kaufen, um ein unklares Knieproblem zu umgehen, verschiebt die Abklärung nach hinten. Die Leitlinie nennt dafür den Regelweg: Anamnese, körperliche Untersuchung und Bildgebung mittels Röntgen — und sie hält fest, dass bei festgestellter Kniearthrose ein möglicher Zusammenhang mit einer früheren Verletzung untersucht werden sollte, weil daraus Ansprüche entstehen können.
Viertens der Einstieg. Wer die Stufe nicht sicher hinaufkommt, für den ist die Messlage im Betrieb ohne Bedeutung. Das ist der einzige Ausschlussgrund, der sich in fünf Minuten im Laden prüfen lässt, und der einzige, den eine Produktseite überhaupt beeinflussen kann — indem sie darauf hinweist.
Ein fünfter Punkt ist kein Ausschluss, sondern eine Warnung vor einer Erwartung: Die Leitlinie führt eine Reihe von Behandlungen auf, die nicht empfohlen werden sollten, weil sie mehr schaden als nutzen, kein Nutzen gezeigt wurde oder die Studienlage nicht ausreicht. Darunter steht auch die Vibrationstherapie. Wer ein Gerät mit Vibrationsfunktion für die Gelenke erwägt, sollte das wissen.
Der Zeitpunkt
Die Leitlinie legt ihn nahe, ohne ihn zu nennen: Sie behandelt Bewegung sowohl unter Vorbeugung als auch unter Therapie. Der günstigere Zeitpunkt ist der frühere — solange Bewegung noch ohne Anpassung möglich ist und nicht erst eine Schmerzsituation umgangen werden muss.
Für ein Gerät heißt das etwas Konkretes: Wer es kauft, weil das Knie bereits schmerzt, kauft unter Druck und richtet die Auswahl an einer Beschwerde aus, deren Ursache er womöglich nicht kennt. Wer es kauft, weil ihm Laufen zu stoßbelastend geworden ist, trifft dieselbe Kaufentscheidung mit mehr Spielraum — und kann in Ruhe ausprobieren, statt zu hoffen.
Für die Vorbeugung gilt derselbe Gedanke eine Stufe früher. Die Leitlinie zählt Bewegung ohne deutliche Kniebelastung ausdrücklich unter den vorbeugenden Maßnahmen auf, zusammen mit Kräftigungsübungen und Beweglichkeitstraining, und stellt sie unter die Bedingung „in Maßen“. Der Crosstrainer erfüllt die erste Hälfte dieser Beschreibung nach der Messlage; die zweite Hälfte ist eine Frage der Dosierung und nicht des Geräts.
Es gibt einen zweiten Zeitpunkt, der leicht übersehen wird: der Wechsel der Bewegungsform, bevor ein Problem entsteht. Wer über Jahre gelaufen ist und merkt, dass die Regeneration länger dauert, hat die Wahl zwischen weniger laufen und anders trainieren. Die Messlage oben beschreibt, was die zweite Option mechanisch bedeutet — sie sagt nicht, dass sie die bessere ist.
Und ein dritter, der gegen die Anschaffung spricht: mitten in einer Phase mit starken Beschwerden. Die Leitlinie empfiehlt in solchen Situationen unter anderem Hilfsmittel zur Entlastung des Gelenks, etwa Gehhilfen. Ein Trainingsgerät ist in dieser Lage keine Antwort auf die gestellte Frage.
Die Leitlinie nennt für solche Phasen auch, was sonst noch infrage kommt: Versorgung mit Hilfsmitteln zur Entlastung bei starken Schmerzen, orthopädische Schuhtechnik und Kniebandagen allerdings nur in besonderen Situationen — etwa um Sport überhaupt zu ermöglichen oder bei starker Gelenkinstabilität. Und sie nennt kombinierte, multimodale Behandlungsprogramme, die Physiotherapie, Schmerzbehandlung, Schulungen und Entspannungstechniken verbinden.
Was ein teureres Gerät für die Gelenke bringt
An der Messlage nichts. Die 73 Prozent gelten für die Bewegungsform, nicht für ein Modell, und kein Hersteller weist gerätebezogene Lastwerte aus. Wer ein Gerät kauft, weil es besonders gelenkschonend sein soll, kauft eine Eigenschaft der Gattung als Eigenschaft des Produkts.
Was mit dem Preis steigen kann, ist die Passung. Die Schrittlänge bestimmt, ob die Bewegung zum eigenen Schritt passt, und sie ist bei günstigen Geräten oft kürzer. Eine zu kurze Bahnkurve erzwingt eine engere Bewegung — genau das, was bei eingeschränkter Beweglichkeit stört. Bei manchen Geräten ist die Schrittlänge verstellbar, was den Parameter beweglich macht, der sonst feststeht.
Zweitens die Laufruhe. Ein Gerät, das ruckelt, erzeugt Beschleunigungsspitzen, die in der Messung von Kaplan und Kollegen nicht vorkommen — dort wurde auf einem funktionierenden Gerät gemessen. Wie sich Laufruhe technisch erklärt und woran sie hängt, steht im Technikteil.
Drittens die Stabilität. Ein Gerät, das sich unter Last verwindet, zwingt zu Ausgleichsbewegungen, und die finden in Hüfte und Knie statt. Das ist keine gemessene Größe, aber eine plausible, und sie taucht in Testberichten als Wackeln oder mangelnde Verwindungssteifheit auf — was der Warentest dazu fand, steht im Überblick der Testergebnisse.
Viertens, und das ist der einzige Punkt mit direkter Wirkung auf die Gelenkbilanz: Ein Gerät, auf dem man gern trainiert, wird häufiger benutzt. Die Leitlinie hält fest, dass die langfristige Einhaltung eines Trainingsplans das Behandlungsergebnis verbessert. Ein Gerät mit hervorragenden Eigenschaften, das nach drei Wochen stillsteht, hat eine Gelenkwirkung von null.
Wer das ernst nimmt, dreht die Reihenfolge der Kaufkriterien um. Nicht zuerst die Messwerte, dann der Komfort — sondern zuerst die Frage, ob das Gerät an einem Ort steht, an dem man es dreimal pro Woche benutzt, und ob der Einstieg jeden Tag funktioniert. Die Messlage entscheidet zwischen Bewegungsformen. Alles danach entscheidet darüber, ob überhaupt etwas davon stattfindet.
Fünftens, und das ist der einzige technische Punkt, an dem sich Geld direkt in Gelenkentlastung übersetzen lässt: die Verstellbarkeit. Ein Gerät mit einstellbarer Schrittlänge oder verstellbarem Pedalwinkel gibt dem Nutzer einen Parameter in die Hand, den die Messlage als relevant ausweist. Ob ein konkretes Gerät das bietet, steht im Datenblatt; ob es die Gelenklast tatsächlich verändert, hat niemand gemessen.
Welche Angabe der Markt schuldig bleibt
Eine gerätebezogene Angabe zur Gelenklast. Die Messwerte oben gelten für die Bewegungsform, nicht für ein Modell. Kein Hersteller weist aus, wie viel Last auf seinem Gerät auf den Fuß wirkt, und keine Norm verlangt eine solche Angabe. Wer „besonders gelenkschonend“ auf einer Produktseite liest, liest eine Aussage über die Gattung, die als Aussage über das Produkt formuliert wurde.
Zweitens fehlt jede Angabe zur Bewegungsgeometrie. Die Bahnkurve des Pedals — wie flach oder wie steil das Oval ist, wie weit es sich nach hinten öffnet — bestimmt mit, wie das Knie geführt wird. In den Datenblättern steht dazu die Schrittlänge und gelegentlich die Schritthöhe, mehr nicht. Zwei Geräte mit identischer Schrittlänge können sich in der Bahnform deutlich unterscheiden, ohne dass es irgendwo steht.
Diese Lücke ist besonders ärgerlich, weil sie sich leicht schließen ließe. Eine einzige Maßangabe — wie weit das Pedal in der Waagerechten und wie weit es in der Senkrechten ausschlägt — würde die Bahnform beschreiben und wäre für jeden Hersteller in einer Zeile anzugeben. Stattdessen steht dort die Schwungmasse, für die es keine belegte Wirkungsaussage gibt.
Achtens fehlt eine Angabe zur Verstellbarkeit in vergleichbarer Form. Manche Geräte erlauben es, die Schrittlänge zu verändern, andere nicht; in welchem Bereich und in welchen Schritten, steht selten nebeneinander. Für jemanden, der einen bestimmten Beugewinkel einhalten muss, ist genau das die entscheidende Zeile — und sie fehlt in den meisten Datenblättern.
Drittens gibt es keine Studie, die verschiedene Crosstrainer-Bauarten gegeneinander auf die Gelenklast untersucht hätte. Front- oder Heckantrieb, langes oder kurzes Oval, fest oder verstellbar — dazu liegt nichts vor. Wer eine solche Aussage findet, sollte nach der Primärquelle fragen.
Viertens fehlt die Einstiegshöhe im Datenblatt. Sie ist die Angabe, die für Menschen mit Bewegungseinschränkung über die Brauchbarkeit des ganzen Geräts entscheidet, und sie steht praktisch nirgends. Manche Hersteller nennen eine Schritthöhe für den Betrieb, was etwas anderes ist.
Fünftens, und das ist die größte Lücke: eine Untersuchung, die Menschen mit Kniearthrose über Jahre auf dem Crosstrainer begleitet und mit einer Kontrollgruppe vergleicht. Die MRT-Kohorte kommt dem am nächsten, ist aber eine Beobachtung an übergewichtigen Personen und kein Therapieversuch. Eine solche Studie würde die Leitlinie brauchen, um das Gerät beim Namen zu nennen — und solange sie fehlt, bleibt die Aufzählung in der Leitlinie so, wie sie ist.
Sechstens fehlt für die Hüfte überhaupt eine Messung. Die Kraftmessung betrifft den Fuß; für das Hüftgelenk liegt nichts Vergleichbares vor, und die deutsche Leitlinie zur Hüftarthrose ist seit Ende 2023 abgelaufen. Wer zu dieser Frage eine belastbare Auskunft sucht, findet sie derzeit nicht — weder hier noch anderswo.
Siebtens fehlt jede Angabe dazu, wie sich die Last bei Menschen mit deutlich höherem Körpergewicht verhält. Die Kraftmessung wurde an einer normalgewichtigen Stichprobe durchgeführt; ob der prozentuale Anteil bei 120 Kilogramm derselbe ist, ist nicht untersucht. Die MRT-Kohorte deckt zwar Übergewicht ab, misst aber keine Kräfte. An dieser Stelle treffen sich die beiden tragenden Arbeiten gerade nicht.
Plausibel ist beides: Der Anteil könnte gleich bleiben, dann steigt die absolute Last proportional. Oder er könnte sich verschieben, weil sich Gangbild und Gewichtsverlagerung mit dem Körpergewicht ändern. Welche der beiden Möglichkeiten zutrifft, entscheidet über die praktische Bedeutung der ganzen Messung für genau die Gruppe, die am meisten von Entlastung profitieren würde.
Was diese Seite ausdrücklich nicht ist
Sie ist keine Behandlungsempfehlung. Sie gibt wieder, was gemessen wurde und was zwei ärztliche Leitlinien schreiben. Ob ein Training auf dem Crosstrainer im konkreten Fall sinnvoll ist, mit welcher Dauer und welcher Intensität, entscheidet die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt — die Gonarthrose-Leitlinie verweist für Detailfragen ausdrücklich auf dieses Gespräch.
Sie ist auch keine Diagnosehilfe. Die Unterscheidung zwischen belastungs- und bewegungsabhängigen Beschwerden weiter oben ist eine Ordnungshilfe für das eigene Denken, keine Abklärung. Kniebeschwerden haben Ursachen, bei denen Training kontraindiziert ist, und keine Produktseite kann sie ausschließen.
Die Leitlinie beschreibt den Weg zur Diagnose in drei Schritten: systematische Befragung zu Beschwerden und Vorgeschichte, körperliche Untersuchung und Bildgebung mittels Röntgen. Keiner dieser Schritte lässt sich durch eine Selbstbeobachtung auf einem Trainingsgerät ersetzen, und keiner davon findet zu Hause statt. Sie nennt außerdem einen Punkt, der leicht übersehen wird: Ist eine frühere Kniegelenksverletzung im Spiel, sollte geprüft werden, ob es sich um einen Arbeits- oder Wegeunfall gehandelt hat — daraus können Versicherungsansprüche folgen.
Sie ist keine Aussage über andere Gelenke als das, was gemessen wurde. Erhoben wurde die Kraft am Fuß; Hüfte, Rücken und Schulter sind davon nicht abgedeckt. Für die Schulter kommt sogar eine Besonderheit des Geräts hinzu: Die Armstangen bringen eine Bewegung über Kopfhöhe hinaus ins Spiel, für die keine vergleichbare Messung vorliegt.
Und sie ist keine Produktempfehlung. Auf dieser Seite steht bewusst kein Gerät, weil die Messlage keines auszeichnet. Wer nach der Lektüre ein Gerät sucht, findet die Auswahlkriterien in der Kaufberatung — und die Kriterien, die dort zählen, sind andere als die auf dieser Seite.
Sie ist schließlich keine Aussage über den Nutzen von Bewegung überhaupt. Dass Bewegung bei Kniearthrose hilft, ist in beiden zitierten Leitlinien unstrittig und in einer davon mit dem höchsten Empfehlungsgrad hinterlegt. Strittig ist ausschließlich, mit welchem Gerät — und diese Frage beantwortet keine Leitlinie, weil sie keine Gerätefrage ist.
Und sie ist keine vollständige Darstellung der Leitlinien. Beide Dokumente behandeln weit mehr, als hier wiedergegeben ist — von der medikamentösen Therapie über operative Verfahren bis zur Schmerzbehandlung. Wiedergegeben ist ausschließlich, was Bewegung, Belastung und die Frage nach einem Trainingsgerät betrifft. Wer mehr braucht, findet beide Leitlinien frei zugänglich über die unten verlinkten Registereinträge.
Ein Wort zur Auswahl der Studien. Alle hier zitierten Arbeiten waren bereits Grundlage dieses Clusters oder wurden für diese Seite neu geprüft; ausgewählt wurden sie danach, ob sie eine Zahl oder einen Vergleich liefern, nicht danach, ob sie zum Gerät passen. Zwei von ihnen — die zur Muskelaktivität und die zur maximalen Leistung — sprechen gegen die naheliegende Erzählung, und sie stehen trotzdem hier.
Was kein Gerät leistet
Belege und ihre Grenzen
Die Kraftwerte stammen aus der Messung von Kaplan und Kollegen, die Langzeitbeobachtung von Schirò und Kollegen, die Befunde zu Muskelaktivität, Fußstellung und Trittrichtung aus den jeweils genannten Arbeiten — alle über Europe PMC erreichbar. Empfehlungen, Risikofaktoren und die Häufigkeitsangabe stammen aus der S3-Leitlinie Gonarthrose und ihrer Patientenversion, die Aussagen zu Knochendichte und Trainingsempfehlung aus dem Therapiekapitel der DVO-Leitlinie Osteoporose 2023, die Bewegungsempfehlung aus der WHO-Leitlinie 2020. Alle Seiten am 19.09.2026 abgerufen.
Fünf Dinge blieben offen, und sie stehen hier, statt überspielt zu werden. Erstens der Spitzenwert der Fußlast auf dem Crosstrainer — die Studie weist Mittelwerte aus, und in der Grafik oben steht dafür ausdrücklich „keine Angabe“. Zweitens jede Aussage zur Hüfte: keine Messung, keine gültige Leitlinie. Drittens Rücken und Bandscheibe: keine crosstrainerbezogene Untersuchung. Viertens Gelenkgeräusche: nicht behandelt. Fünftens ein Vergleich der Bauarten untereinander: existiert nicht.
Eigene Messungen oder Untersuchungen gibt es hier nicht — dieses Portal testet nicht selbst. Alle Umrechnungen in Kilogramm auf dieser Seite sind Multiplikationen der veröffentlichten Prozentwerte und fügen den Daten keine Genauigkeit hinzu, die sie nicht haben.
- Kaplan et al., Gait & Posture (2014): 73 Prozent Körpergewicht auf dem Crosstrainer, Vergleichswerte für Gehen und Joggen
- Schirò et al., Skeletal Radiology (2021): MRT-Daten von 415 Personen über 48 Monate
- S3-Leitlinie „Prävention und Therapie der Gonarthrose“, AWMF 187-050, Version 5.0 vom 12.07.2024, gültig bis 11.07.2029
- Patientenversion derselben Leitlinie: Risikofaktoren, empfohlene Sportarten, Häufigkeit, nicht empfohlene Therapien
- S2k-Leitlinie Koxarthrose, AWMF 187-049: Stand 31.03.2019, gültig bis 31.12.2023, in Überarbeitung
- DVO-Leitlinie Osteoporose 2023, Kapitel 9: Empfehlung zu Kraft, Balance und Koordination, Empfehlungsgrad A
- Eken et al., J. Strength Cond. Res. (2022): bis zu 60 Prozent geringere Muskelaktivität als beim Laufen
- Paquette et al., J. Appl. Biomech. (2015): Fußstellung, Knieadduktion und Gesäßmuskelaktivierung
- Hummer et al., The Knee (2021): Knievalgus und Kniebeugung beim Rückwärtstreten
- Rogatzki et al., Res. Q. Exerc. Sport (2012): Aktivierung im Vergleich zum Stepper
- Morio et al., J. Sports Med. Phys. Fitness (2016): maximale aerobe Leistung 151 ± 51 Watt gegenüber 237 ± 88 Watt
- Bosch et al., IJSNEM (2021): gleicher Energieumsatz auf Laufband, Crosstrainer und Stepper
- WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour (2020): Ausdauer und Krafttraining
FAQ
Häufige Fragen
Ist der Crosstrainer wirklich gelenkschonend?
Gemessen ja: Kaplan und Kollegen fanden 2014 im Mittel 73 Prozent des Körpergewichts auf dem Fuß, gegenüber 112 Prozent beim Gehen, 175 beim Joggen auf dem Laufband und 201 beim Joggen im Freien. Es handelt sich um Mittelwerte über den Bewegungszyklus, nicht um Spitzenwerte.
Empfiehlt die Leitlinie zur Kniearthrose den Crosstrainer?
Sie empfiehlt Ausdauertraining und nennt als Beispiele Laufen, Radfahren, Kraulschwimmen, Wassergymnastik und Training im Liegen. Der Crosstrainer steht nicht darunter. Da die Aufzählung mit „zum Beispiel“ eingeleitet ist, schließt sie ihn nicht aus — leitlinienempfohlen ist er aber nicht.
Ist Crosstrainer bei Knieproblemen geeignet?
Das hängt davon ab, ob die Beschwerden belastungsabhängig oder bewegungsabhängig sind. Bei Schmerzen unter Last nimmt das Gerät genau diese Last weg; bei Schmerzen durch die Bewegung selbst ändert es wenig. Die Einschätzung im Einzelfall gehört zur behandelnden Ärztin.
Was sagt die Langzeitbeobachtung?
Schirò und Kollegen werteten 2021 MRT-Daten von 415 übergewichtigen und adipösen Personen über 48 Monate aus und fanden bei Crosstrainer-Nutzern die geringste Zunahme struktureller Kniegelenkschäden. Das ist eine Beobachtung, kein Experiment.
Hat die geringe Belastung einen Preis?
Ja. Eken und Kollegen maßen 2022 eine bis zu 60 Prozent geringere Muskelaktivität als beim Laufen. Weniger Last bedeutet auch weniger Reiz für Muskulatur und Knochen; die Leitlinie führt Krafttraining deshalb als eigenen Punkt neben dem Ausdauertraining.
Macht die Fußstellung einen Unterschied?
Paquette und Kollegen fanden 2015 messbare Unterschiede in der Knieadduktion und in der Aktivierung der Gesäßmuskulatur je nach Fußstellung auf dem Pedal. Auch die Trittrichtung wirkt sich aus: Hummer und Kollegen fanden 2021 Unterschiede im Knievalgus beim Rückwärtstreten.
Gibt es Unterschiede zwischen Crosstrainer-Modellen?
Dazu liegt nichts vor. Keine Studie hat Bauarten gegeneinander auf die Gelenklast untersucht, und kein Hersteller weist gerätebezogene Werte aus. Die Messwerte gelten für die Bewegungsform, nicht für ein Modell.