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Rudergeräte mit Luftwiderstand: vier Modelle im Vergleich

Luftwiderstand beim Rudergerät: warum der Hebel keine Widerstandsstufe ist, was der Drag Factor misst und welche vier Modelle mit dieser Bauart am Markt sind.

Beim Luftruderer stellt man den Widerstand nicht ein — man erzeugt ihn. Der Hebel an der Seite regelt nur, wie viel Luft ins Schwungradgehäuse strömt; wie schwer sich der Zug anfühlt, entscheidet die eigene Geschwindigkeit. Das macht diese Bauart für Leute interessant, die mit Zahlen trainieren, und für alle anderen erklärungsbedürftig. Drei Geräte im Feld arbeiten mit reiner Luftbremse, eines kombiniert sie laut Titel mit Magneten. Diese Seite entsteht ohne Eigentest und ohne Preisangaben.

Block 1

Die drei Geräte mit reiner Luftbremse

Top-Empfehlung
Concept2 RowErg (Modell D)
1
Premium
4.8(10.938)Bei Amazon ansehenAnzeige · Preis & Verfügbarkeit bei Amazon

Concept2 RowErg (Modell D)

Concept2

Referenzgerät· laut Weit verbreitetes Standardmodell in Ruderclubs & Studios

Das spricht dafür: Praktisch unverwüstlich, mit dem präzisesten Monitor – ein Gerät, das Jahre hält.

Fazit: Das langlebige Referenzgerät für alle, die dauerhaft und ambitioniert rudern wollen – premiumpreisig und hörbar, aber praktisch unverwüstlich und mit dem präzisesten Monitor im Feld.

Kernfakten

Widerstand
Luft (dynamisch)
Monitor
PM5, sehr präzise
Belastbarkeit
bis 227 kg
Aufbau
klapp- & trennbar
Lautstärke
hörbares Luftrauschen
Zielgruppe
ambitioniert / langfristig

Am besten für: Ambitionierte, die ein Gerät fürs Leben wollen

Weniger geeignet für: Wer es leise mag oder wenig Stellfläche hat

Pro

  • De-facto-Standard in Studios & Ruderclubs
  • Präziser PM5-Monitor
  • Riesige Community & Ersatzteilversorgung
  • Hoher Wiederverkaufswert

Contra

  • Hoher Anschaffungspreis
  • Deutliches Luftrauschen
  • Große Stellfläche

Ausstattung

  • Luftwiderstand
  • PM5-Leistungsmonitor
  • Klapp- & trennbar
  • Belastbar bis 227 kg
  • Sehr langlebig
Merach Rudergeraet Luftwiderstand
2
Mid-Tier
4.5(301)Bei Amazon ansehenAnzeige · Preis & Verfügbarkeit bei Amazon

Merach Rudergeraet Luftwiderstand

Merach

Das spricht dafür: Der breiteste Bewertungsstamm im Luftfeld unterhalb des Referenzgeraets.

Fazit: Das Luftgeraet mit dem groessten Erfahrungsstamm unterhalb des Referenzmodells. Der Hersteller nennt zehn Klappenstufen und 50 Kilogramm Spitzenwiderstand — eine Angabe, die sich zwischen Marken nicht vergleichen laesst, weil keine Norm dahintersteht.

Kernfakten

Widerstand
Luft, 10 Klappenstufen
Belastbarkeit
bis 158 kg
Rahmen
Stahl, verlaengerte Schiene
Aufbau
vertikal klappbar, 90 % vormontiert
Monitor
Wettkampfmonitor, App-Anbindung

Am besten für: Wer die Luftcharakteristik will, ohne ins Referenzsegment zu gehen

Weniger geeignet für: Wohnungen, in denen Laufgeraeusch stoert

Pro

  • Groesster Bewertungsstamm im Luftfeld nach Concept2
  • Verlaengerte Schiene
  • Vertikal verstaubar

Contra

  • Spitzenwiderstand-Angabe ohne Normbezug
  • Herstellerangabe 86 Prozent Muskulatur ohne Quelle
  • Luftgeraete rauschen bauartbedingt

Ausstattung

  • Luftwiderstand
  • 10 Klappenstufen
  • Bis 158 kg
  • Vertikal klappbar
  • Bluetooth-App
PASYOU Rudergeraet Luftwiderstand
3
Mid-Tier
4.2(205)Bei Amazon ansehenAnzeige · Preis & Verfügbarkeit bei Amazon

PASYOU Rudergeraet Luftwiderstand

PASYOU

Das spricht dafür: Aluminiumschiene und 160 Kilogramm Tragkraft bei gleichem Bauprinzip.

Fazit: Technisch nahe am Merach, mit Aluminiumschiene statt Stahl und zehn Kilogramm mehr angegebener Tragkraft. Die Bewertungslage ist duenner und der Sternewert niedriger — bei gleichem Bauprinzip.

Kernfakten

Widerstand
Luft, 10 Klappenstufen
Belastbarkeit
bis 160 kg
Rahmen
Aluminium, verlaengerte Schiene
Aufbau
vertikal klappbar, 90 % vormontiert
Monitor
Display mit App- und Kinomap-Anbindung

Am besten für: Schwerere Nutzer, denen die angegebene Tragkraft wichtig ist

Weniger geeignet für: Wer einen langen Erfahrungsstamm sehen will

Pro

  • Hoechste angegebene Tragkraft im Luftfeld nach Concept2
  • Aluminiumschiene
  • Kinomap-Anbindung

Contra

  • Niedrigster Sternewert im Luftfeld
  • Marke im Rudersegment wenig etabliert
  • Dieselbe unbelegte 86-Prozent-Angabe wie beim Merach

Ausstattung

  • Luftwiderstand
  • 10 Klappenstufen
  • Aluminiumschiene
  • Bis 160 kg
  • Kinomap-faehig

Warum der Widerstand mit der eigenen Geschwindigkeit steigt

Ein Luftruderer bremst über ein Schwungrad mit Schaufeln, das Luft bewegt. Concept2 beschreibt den Zusammenhang in der eigenen Dokumentation so, dass mit der Drehzahl des Schwungrads auch der Widerstand steigt — je schneller man es in Bewegung bringt, desto mehr Gegenkraft entsteht. Physikalisch steckt dahinter eine quadratische Beziehung: Das Bremsmoment am Schwungrad wächst mit dem Quadrat der Winkelgeschwindigkeit, die abgegebene Leistung mit deren dritter Potenz. So beschreibt es die Darstellung der Universität Oxford zur Physik von Ruderergometern.

Praktisch heißt das: Ein sanfter Zug ist leicht, ein schneller Zug ist schwer, und zwar unabhängig davon, wie der Hebel steht. Wer bei einer Magnetbremse Stufe 8 einstellt, bekommt bei jedem Zug denselben Gegendruck. Beim Luftgerät bekommt man den Gegendruck, den man sich selbst erarbeitet. Das ist der Grund, warum Luftgeräte in Ruderclubs und Studios verbreitet sind — die Charakteristik kommt dem Wasserwiderstand im Boot näher als eine feste Bremse.

Der Hebel an der Seite ist keine Widerstandsstufe

Die häufigste Fehlvorstellung bei dieser Bauart betrifft den Dämpferhebel mit der Skala von 1 bis 10. Er sieht aus wie eine Intensitätsregelung, ist aber keine. Concept2 formuliert es in der Herstellerdokumentation ausdrücklich: Die Einstellung sei mit der Gangschaltung am Fahrrad vergleichbar, sie verändere das Gefühl, aber nicht direkt den Widerstand. Der Hebel steuert lediglich, wie viel Luft pro Zug in das Gehäuse gelangt.

Der Hersteller empfiehlt für den Einstieg die Stufen 3 bis 5 und rät davon ab, den Hebel dauerhaft hoch zu stellen — das ermüde die Muskulatur, bevor der Kreislaufeffekt eintritt. Wer also glaubt, auf Stufe 10 härter zu trainieren, trainiert vor allem anders: mit schwererem Einzelzug und niedrigerer Frequenz. Die Zahl der Stufen ist bei den drei Luftgeräten im Feld ohnehin nicht vergleichbar. Merach und PASYOU geben je zehn Klappenstufen an, Concept2 ebenfalls zehn Positionen — was auf den Skalen jeweils passiert, ist damit noch nicht gesagt.

Drag Factor: die Zahl, die den Hebel ersetzt

Weil die Hebelstellung nichts Vergleichbares aussagt, misst der Monitor beim Referenzgerät etwas anderes. Zwischen zwei Zügen erfasst er, wie stark das Schwungrad abbremst. Diese Verzögerungsrate nennt Concept2 den Drag Factor. Der Hersteller beschreibt, dass sich das Gerät darüber selbst kalibriert und Ergebnisse zwischen verschiedenen Maschinen vergleichbar werden.

Für ein fabrikneues RowErg nennt Concept2 einen Wertebereich von 90 oder weniger bei Hebelstellung 1 und 200 oder mehr bei Stellung 10. Wichtig ist der Zusatz des Herstellers: Diese Spanne gilt auf Meereshöhe. In der Höhe ist die Luft dünner, der Drag Factor verschiebt sich, und der Monitor gleicht das rechnerisch aus. Das erklärt auch, warum derselbe Hebelstand in einem staubigen Gerät einen anderen Wert erzeugt als in einem frisch gereinigten.

In der Sportwissenschaft ist der Drag Factor eine physikalische Größe mit Einheit. Eine Untersuchung von Held und Kollegen führt ihn in Ws³/m³ und arbeitet im Bereich zwischen 100 und 180. Der britische Ruderverband schreibt für Ergometertests einen festen Wert vor: In einer EMG-Untersuchung an gut trainierten Ruderern wurde der Drag Factor entsprechend dieser Vorgabe auf 140 fixiert.

Was der Drag Factor nicht ist

Er ist keine Trainingsintensität und kein Schwierigkeitsgrad. Zwei Untersuchungen derselben Arbeitsgruppe kommen hier zu unterschiedlich starken Befunden: 2008 fanden Kane und Kollegen über sechs submaximale Belastungsstufen keinen signifikanten Unterschied zwischen Drag Factor 100 und 150. Eine spätere Untersuchung derselben Gruppe an einer anderen Kohorte fand bei niedrigem Wert höhere Schlag- und Herzfrequenzen, bei hohem Wert die bessere Ruderökonomie. Wer auf eine eindeutige Empfehlung hofft, findet sie in der Literatur nicht.

Watt, Split und Kalorien — die Rechnungen dahinter

Der zweite Grund, warum Luftgeräte bei ambitionierten Nutzern beliebt sind, ist die Leistungsanzeige. Concept2 veröffentlicht die verwendete Formel: Watt ergeben sich aus 2,80 geteilt durch die dritte Potenz der Pace, wobei die Pace als Zeit in Sekunden pro Meter eingesetzt wird. Der Hersteller rechnet das Beispiel selbst vor: Eine 500-Meter-Zeit von 2:05 entspricht 179,2 Watt.

Diese kubische Beziehung hat eine unangenehme Konsequenz für alle, die sich verbessern wollen. Wer die 500-Meter-Zeit um zehn Prozent senken will, muss die Leistung um rund ein Drittel steigern. Genau deshalb wirken die letzten Sekunden auf einer Bestzeit so unverhältnismäßig schwer.

Ganz sauber ist die Sache nicht. Die Oxford-Darstellung referiert eine abweichende Anpassung von Marinus van Holst, nach der eine 2:00er-Pace rund 218 Watt entspricht, während die reine Kubikformel etwa 203 Watt ergibt. Das sind rund sieben Prozent Unterschied. Welche Rechnung im Monitor tatsächlich läuft, ist von außen nicht prüfbar — die Zahlen sind also innerhalb eines Geräts vergleichbar, nicht zwingend gegenüber jeder Berechnung von außerhalb.

Auch die zweite prominente Zahl im Display hat eine Annahme im Rücken. Concept2 legt offen, dass die Kalorienanzeige auf einer Person von 79,5 Kilogramm beruht, und gibt eine Korrekturformel für abweichendes Körpergewicht an. Die Oxford-Darstellung zeigt dieselbe Rechnung von der physikalischen Seite: Sie unterstellt einen Wirkungsgrad von 25 Prozent und einen Grundumsatz von 300 Kilokalorien pro Stunde, der pauschal aufgeschlagen wird.

Wer die Größenordnung unabhängig einordnen will, findet sie im Adult Compendium of Physical Activities 2024. Dort liegen die MET-Werte fürs Rudern am Ergometer zwischen 5,0 bei unter 100 Watt und 14,0 ab 200 Watt. Wie sich das auf einzelne Personen umrechnet, steht ausführlicher im Beitrag zum Kalorienverbrauch.

Was Luft physikalisch anders macht als Magnet

Der Unterschied zwischen den Bauarten lässt sich exakt benennen — allerdings nicht als Studienergebnis, sondern als physikalische Ableitung. Die Oxford-Darstellung hält fest, dass die quadratische Beziehung nur für fluide Dämpfung gilt, also für Luft und Wasser. Elektromagnetische Bremsen und Reibungsbremsen folgen einer linearen Beziehung. Und weil ein linearer Anstieg langsamer wächst als ein quadratischer, fühlt sich der Endzug bei einer Magnetbremse leichter an.

Das ist ein belegbarer Unterschied im Kraftverlauf innerhalb eines Zuges — nicht mehr und nicht weniger. Einen peer-reviewten Direktvergleich der drei Widerstandsarten hinsichtlich Physiologie, Kraftkurve oder Bewegungsmuster gibt es nach der hier durchgeführten Recherche nicht. Wer eine Aussage liest, Luft trainiere „effektiver" als Magnet, sollte nach der Studie fragen. Die Bauarten im Überblick stehen im Beitrag zu den Widerstandsarten, die Produktseiten zu den Alternativen im Magnetvergleich und im Wasservergleich.

Die vier Geräte nebeneinander

Concept2 RowErg (Modell D)
1

Concept2 RowErg (Modell D)

Premium
4.8(10.938)
Ansehen
Merach Rudergeraet Luftwiderstand
2

Merach Rudergeraet Luftwiderstand

Mid-Tier
4.5(301)
Ansehen
PASYOU Rudergeraet Luftwiderstand
3

PASYOU Rudergeraet Luftwiderstand

Mid-Tier
4.2(205)
Ansehen
Cecotec klappbares Rudergeraet Luft und Magnet
4

Cecotec klappbares Rudergeraet Luft und Magnet

Einsteiger
4.2(28)
Ansehen

Der Hybrid — und was Hersteller darunter verstehen

Neben den reinen Luftgeräten gibt es Modelle, die beide Prinzipien kombinieren sollen: ein Schwungrad mit Schaufeln, zusätzlich gebremst durch Magnete. Die Idee ist plausibel, weil sie die geschwindigkeitsabhängige Charakteristik um eine feste Grundlast ergänzt. Nur ist die Angabe im Handel unzuverlässig. Das vierte Gerät im Feld führt Luft- und Magnetwiderstand im Titel, beschreibt in den Produktmerkmalen auf derselben Seite aber ausschließlich ein magnetisches Widerstandssystem.

Das ist kein Einzelfall, sondern ein Muster. Wer gezielt die Luftcharakteristik sucht, sollte deshalb nicht dem Titel folgen, sondern nach zwei Hinweisen suchen: einem sichtbaren Schaufelrad hinter einem Gitter und einer Angabe zum Betriebsgeräusch. Fehlt beides und ist von Stufen die Rede, arbeitet das Gerät im Zweifel magnetisch.

Block 2

Das Hybridgerät im selben Feld

Cecotec klappbares Rudergeraet Luft und Magnet
4
Einsteiger
4.2(28)Bei Amazon ansehenAnzeige · Preis & Verfügbarkeit bei Amazon

Cecotec klappbares Rudergeraet Luft und Magnet

Cecotec

Das spricht dafür: 24 Stufen und Klappfunktion — mit widerspruechlicher Bauartangabe des Herstellers.

Fazit: Der Hybrid im Feld — und ein Lehrstueck in Sachen Herstellerangaben: Der Titel nennt Luft- und Magnetwiderstand, die Produktbeschreibung auf derselben Seite spricht ausschliesslich vom Magnetsystem. Wer die Luftcharakteristik sucht, sollte das vor dem Kauf klaeren.

Kernfakten

Widerstand
laut Titel Luft und Magnet
Stufen
24
Rahmen
Schienenlaenge 90 cm
Aufbau
klappbar, Transportrollen
Monitor
LCD ohne Wattanzeige

Am besten für: Knappes Budget bei gewuenschter Klappfunktion

Weniger geeignet für: Wer den Drag Factor oder Wattwerte auslesen will

Pro

  • Feinste Stufenteilung im Feld
  • Klappbar mit Transportrollen
  • Guenstigstes Geraet im Vergleich

Contra

  • Bauartangabe des Herstellers widerspricht sich
  • Nur 28 Bewertungen
  • Kurze Schiene von 90 cm
  • Kein Wattwert im Display

Ausstattung

  • Hybridangabe Luft und Magnet
  • 24 Stufen
  • 5,5 kg Schwungrad
  • Klappbar
  • Transportrollen

„Spitzenwiderstand 50 kg" — eine Angabe ohne Bezugsgröße

Zwei der drei Luftgeräte werben mit einem Spitzenwiderstand von 50 Kilogramm. Die Zahl klingt konkret, hat aber keine Norm hinter sich. Es ist nicht angegeben, bei welcher Zugfrequenz, bei welcher Hebelstellung und an welchem Punkt des Zuges gemessen wurde. Ein Vergleich zwischen zwei Marken ist mit dieser Angabe deshalb nicht möglich, und ein Vergleich mit dem Drag Factor erst recht nicht — der eine Wert ist eine Kraft, der andere eine Verzögerungsrate.

Interessanter ist, was sich prüfen lässt. Die Belastbarkeit ist bei allen drei Luftgeräten angegeben und liegt zwischen 158 und 227 Kilogramm. Die Schienenlänge ist bei zwei Geräten als „verlängert" beschrieben, ohne Maß. Beim Hybridgerät ist sie mit 90 Zentimetern beziffert — das ist im Feld der kürzeste Wert und für große Nutzer die relevantere Zahl als jeder Spitzenwiderstand.

Die 86-Prozent-Angabe und woher sie nicht kommt

Zwei der vier Produktseiten behaupten wortgleich, 20 Minuten Rudern beanspruchten über 86 Prozent der Hauptmuskelgruppen. Diese Zahl ließ sich nicht auf eine Primärquelle zurückführen. Concept2 selbst nennt auf der eigenen Seite zum Muskeleinsatz 80 Prozent — ebenfalls ohne Methodik. Eine anerkannte Messmethode dafür, welcher Anteil der Muskulatur „trainiert" wird, existiert nicht.

Belegbar ist etwas anderes: Wie sich die Leistung auf die Körperabschnitte verteilt, hat Valery Kleshnev an 88 Elite-Ruderern gemessen. Die Beine liefern demnach 45,2 Prozent der Ruderleistung, der Rumpf 32,2 Prozent und die Arme 22,6 Prozent. Die im Handel verbreitete Faustformel „60 Prozent Beine" überschätzt den Beinanteil damit deutlich. Was beim Rudern tatsächlich arbeitet, steht ausführlich im Beitrag zur Muskelbeteiligung.

Was geprüft wurde, was die Norm regelt — und was fehlt

Für Rudergeräte gibt es einen aktuellen Test aus test 01/2025. Für diesen Vergleich ist vor allem eine Randnotiz relevant: In einem Kommentar der Redaktion vom April 2025 wird begründet, warum kein Luftgerät im Prüffeld war. Recherche im Handel und eine Anbieterbefragung hätten ergeben, dass sich Magnet-, Wasser- und Hybridgeräte am häufigsten verkaufen; Luftwiderstand folge erst auf Rang vier.

Für die Bauart heißt das: Ein unabhängiges Testergebnis zu genau diesen Geräten existiert nicht. Was aus dem frei zugänglichen Teil des Tests übernommen werden kann, ist die Methodik. Das Prüfinstitut gewichtete das Trainieren mit 50 Prozent, die Handhabung mit 20 Prozent sowie Sicherheit, Haltbarkeit und Schadstoffe mit je 10 Prozent. Die Dauerbelastbarkeit wurde in Anlehnung an DIN EN ISO 20957-7:2021 mit 100.000 Zyklen beim jeweils angegebenen Maximalgewicht geprüft — so viel, wie die Norm für Studiogeräte vorsieht. Die Einzelergebnisse liegen hinter einer Bezahlschranke und werden hier nicht wiedergegeben.

DIN EN ISO 20957-7 gilt speziell für Rudergeräte mit beweglichem Sitz. Nach Angaben des Normenausschusses Sport wurde in der Fassung von 2021 die Prüfung der Dauerbelastung des Widerstandssystems separat behandelt; zusätzlich kamen Anforderungen an die Genauigkeit der Leistungsanzeige hinzu. Der zweite Punkt ist für Luftgeräte der interessantere, weil die Wattanzeige hier der eigentliche Kaufgrund ist.

Aus der Norm folgt allerdings keine Vergleichbarkeit zwischen Geräten unterschiedlicher Hersteller. Sie stellt Anforderungen an die Prüfung, nicht an eine einheitliche Skala. Dass zwei Concept2-Modelle bei standardisiertem Drag Factor nahezu identische physiologische Antworten liefern, hat eine Untersuchung von Vogler und Kollegen gezeigt — für Leistungswerte, Sauerstoffaufnahme, Herzfrequenz, Laktat und Schlagfrequenz. Diese Aussage gilt für Modelle eines Herstellers, nicht für das ganze Feld.

Lautstärke ist der Preis dieser Bauart

Ein Luftruderer bewegt Luft, und das hört man. Anders als bei einer Magnetbremse lässt sich das Geräusch nicht wegregeln, weil es dieselbe Ursache hat wie der Widerstand selbst: die Drehzahl des Schwungrads. Wer schneller rudert, macht mehr Lärm. Belastbare Dezibelmessungen für die hier verglichenen Geräte liegen nicht vor — Herstellerangaben zur Lautstärke sind bei keinem der vier Modelle mit einer Messbedingung versehen.

Praktisch entscheidet das häufiger über die Kaufentscheidung als jede technische Kennzahl. In Mehrfamilienhäusern und bei Nutzung am Abend ist eine Magnetbremse die pragmatischere Wahl. Wer zwischen den Prinzipien noch schwankt, findet die Kaufkriterien im Kaufratgeber.

Wofür die Bauart taugt — und wofür nicht

Für ein Luftgerät spricht, wenn Trainingsdaten der Grund fürs Rudern sind: Watt, Split, Drag Factor, Vergleichbarkeit mit anderen Maschinen und mit den eigenen Werten von vor einem Jahr. Dafür ist die Bauart gebaut, und dafür hat sie sich in Clubs und Studios durchgesetzt.

Dagegen spricht dreierlei: das Geräusch, die Stellfläche und die Tatsache, dass die Vorteile nur zieht, wer die Zahlen auch nutzt. Wer dreimal die Woche 20 Minuten locker rudern will, hat von einer Wattanzeige nichts und von einer leisen Magnetbremse mehr. Die Technik der Bewegung ändert sich durch die Bauart übrigens nicht — sie steht im Technikbeitrag.

Was diese Seite nicht leisten kann

Es gibt keinen Eigentest. Die vier Datensätze wurden am 5. September 2026 einzeln auf der jeweiligen Produktseite abgelesen: Titel, Kaufbarkeit, Sternewert, Bewertungszahl und Bild-Kennung. Sternewerte und Bewertungszahlen ändern sich täglich und sind zwischen Produkten mit 28 und mit über 10.000 Stimmen nicht sinnvoll vergleichbar. Ein Gerät mit 4,2 Sternen auf 28 Bewertungen ist statistisch keine Aussage, sondern ein Anfangsverdacht.

Nicht belegt und deshalb hier nicht behauptet: dass Luft „gelenkschonender" sei als Magnet, dass eine bestimmte Hebelstellung „richtig" ist, und dass sich der Spitzenwiderstand zwischen Marken vergleichen lässt. Wo Herstellerangaben zitiert werden, sind sie als solche gekennzeichnet.

Woher die Angaben auf dieser Seite stammen

Produktdaten am 05.09.2026 einzeln auf den Amazon-Produktseiten abgelesen. Keine Preise, kein Eigentest. Fachliche Grundlagen:

Zwei Zahlen, denen die Grundlage fehlt

Die auf zwei Produktseiten genannten „über 86 Prozent der Hauptmuskelgruppen" ließen sich auf keine Primärquelle zurückführen; der Hersteller des Referenzgeräts nennt 80 Prozent, ebenfalls ohne Methodik. Und der beworbene „Spitzenwiderstand von 50 kg" ist ohne Angabe von Zugfrequenz, Hebelstellung und Messpunkt zwischen Marken nicht vergleichbar. Beide Angaben sind hier bewusst nicht als Kaufargument geführt.

FAQ

Häufige Fragen

Was macht der Hebel mit der Skala von 1 bis 10?

Er regelt nur, wie viel Luft in das Schwungradgehaeuse stroemt. Concept2 vergleicht die Einstellung in der eigenen Dokumentation mit einer Gangschaltung: Sie veraendert das Gefuehl, aber nicht direkt den Widerstand. Empfohlen wird der Einstieg auf Stufe 3 bis 5.

Was ist der Drag Factor und wozu braucht man ihn?

Der Monitor misst zwischen zwei Zuegen, wie stark das Schwungrad abbremst. Diese Verzoegerungsrate ist der Drag Factor. Ueber ihn kalibriert sich das Geraet selbst, sodass Ergebnisse zwischen verschiedenen Maschinen vergleichbar werden. Ein neues RowErg liegt laut Hersteller bei 90 oder weniger auf Stufe 1 und bei 200 oder mehr auf Stufe 10.

Ist Luftwiderstand besser als eine Magnetbremse?

Belegbar ist nur ein Unterschied im Kraftverlauf: Fluide Daempfung waechst mit dem Quadrat der Geschwindigkeit, magnetische Bremsen und Reibungsbremsen wachsen linear, weshalb sich der Endzug dort leichter anfuehlt. Einen peer-reviewten Direktvergleich der Widerstandsarten gibt es nach dieser Recherche nicht.

Wie laut ist ein Rudergeraet mit Luftwiderstand?

Deutlich lauter als eine Magnetbremse, und das Geraeusch laesst sich nicht regeln, weil es dieselbe Ursache hat wie der Widerstand: die Drehzahl des Schwungrads. Belastbare Dezibelmessungen fuer die hier verglichenen Geraete liegen nicht vor; keine der Herstellerangaben nennt eine Messbedingung.

Was sagt die Angabe zum Spitzenwiderstand von 50 kg aus?

Wenig. Es fehlt die Angabe, bei welcher Zugfrequenz, welcher Hebelstellung und an welchem Punkt des Zuges gemessen wurde. Eine Norm steht nicht dahinter. Zwischen Marken ist der Wert deshalb nicht vergleichbar, und mit dem Drag Factor erst recht nicht — der eine Wert ist eine Kraft, der andere eine Verzoegerungsrate.

Hat Stiftung Warentest Luftgeraete geprueft?

Nein. Im Test 01/2025 war kein Geraet mit Luftwiderstand im Prueffeld. Die Redaktion begruendete das im April 2025 damit, dass sich Magnet-, Wasser- und Hybridgeraete am haeufigsten verkaufen und Luftwiderstand erst auf Rang vier folge. Ein unabhaengiges Testergebnis zu dieser Bauart existiert damit nicht.