EMS-Bauchtrainer im Vergleich: 7 Gürtel, Recht und Risiken
EMS-Bauchtrainer im Vergleich: sieben Gürtel mit Programmen, Gelpads, Medizinprodukt-Status je Hersteller und fehlenden Gegenanzeigen, dazu FTC und MDR.
Am 8. Mai 2002 gab die US-Handelsbehörde FTC bekannt, dass sie gegen die Anbieter der drei damals meistverkauften elektrischen Bauchgürtel Klage erhoben hatte: AB Energizer, AbTronic und Fast Abs. Die Aktion lief unter dem Namen „Project ABSurd“. Beanstandet waren Versprechen wie ein Waschbrettbauch ohne Training, Fett- und Zentimeterverlust, die Gleichsetzung mit Sit-ups und die Behauptung, die Gürtel seien für jeden sicher. Gut zwanzig Jahre später stehen auf Amazon.de wieder EMS-Bauchgürtel mit Tausenden von Bewertungen. Dieser Vergleich stellt sieben davon vor, die am 17. Oktober 2026 lieferbar waren, und ordnet jeden nach fünf Fragen ein: Programme, Elektroden und Folgematerial, Stromversorgung, Medizinprodukt-Status und Gegenanzeigen. Bei der letzten Frage fällt das Ergebnis einheitlich aus. Keines der sieben Angebote nennt die Gegenanzeigen im Angebotstext, keines eine CE-Kennnummer oder einen Medizinprodukt-Status. Getestet hat diese Seite keinen Gürtel, einen vergleichenden Produkttest von EMS-Bauchgürteln hat auch keine der ausgewerteten Prüforganisationen veröffentlicht. Preise nennt die Seite nicht.

Slendertone Abs7

Slendertone Evolve Abs

Beurer Corefit I (Antelope), Modell 88105

Beurer Corefit II (Antelope), Modell 88106

TESMED Absolute EMS-Bauchgürtel

Bodify EMS Bauchtrainer Pro

Bodify EMS Bauchtrainer (Basismodell)
| Produkt | Segment | Bewertung | Aktion |
|---|---|---|---|
![]() | Premium | 4.2(3.844) | Ansehen |
![]() | Premium | 4.1(216) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 3.9(570) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.0(251) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.2(1.687) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.0(1.076) | Ansehen |
![]() | Einsteiger | 3.8(824) | Ansehen |
Sieben Gürtel aus dreizehn: wie das Feld zustande kam
In der Produkterhebung vom 17. Oktober 2026 tauchten unter den Suchbegriffen „ems bauchgürtel“, „ems bauchtrainer“, „slendertone“ und „beurer em 39“ dreizehn EMS-Geräte für den Bauch auf, dazu zwei Zubehörangebote, die Original-Gelpads von Slendertone und ein Beurer-Elektrodenset. Aufgenommen wurde ein Gürtel, wenn er beim zweiten Abruf am selben Tag einen Einkaufswagen-Button hatte und sich mit Herstellerangaben oder einem nennenswerten Bewertungszähler einordnen ließ. Sieben blieben übrig: zwei Slendertone-Gürtel, zwei Beurer-Gürtel aus der Corefit-Reihe, der TESMED Absolute und zwei Pads von Bodify.
Nicht als Karte erscheinen sechs weitere Geräte. Der TERVON-Gürtel steht mit 83 Bewertungen im Kategoriefeld „Unisex – Babys“, einem offensichtlichen Feldfehler. Der TESMED Absolute Pro hat ein eigenes Listing mit 73 Bewertungen und fünf Programmen mehr als das Basismodell, das in der Auswahl steht. Ein Slendertone-Set aus Abs7 und Bauchmuskel-Shorts trägt den Hinweis, es handle sich um international aus dem Ausland verkaufte Ware, und im Text einen „5000-mAh-Akku“, der nach Wortlaut und Ausstattung zu einem anderen Produkt gehört. Der Bodify Max, die Unegnel- und die Relassy-Gürtel arbeiten wie der Bodify Pro ohne Gelpads; der Unegnel kommt auf 4,9 Sterne bei 33 Bewertungen, ein Zähler, der für eine Einordnung zu klein ist.
Zwei bekannte Namen fehlen ganz. Der Beurer EM 39 ist auf Amazon.de nicht mehr als Gerät gelistet, nur sein Zubehörset, und auf der Beurer-Seite liefert seine alte Produktadresse einen Fehler. Den Sanitas SEM 32 fand die Erhebung nicht als Amazon-Angebot, nur seine Konformitätserklärung. Bewusst nicht im Feld stehen Reizstromgeräte wie TENS zur Schmerztherapie, die teils als Medizinprodukte für einen anderen Zweck zugelassen sind, und die sogenannten Bauchweggürtel ohne Strom. Unter diesem Wort laufen im Suchvorschlag zwei verschiedene Produkte: der elektrische Gürtel und der Schwitz- oder Neoprengürtel, zu dessen Wirkung die Recherche keine Quelle gefunden hat.
Die Grenze zu TENS verdient einen zweiten Blick, weil die Suche sie verwischt. Wer bei Amazon nach Beurer-EMS sucht, bekommt neben den Corefit-Gürteln die Reizstromgeräte EM 49, EM 56, EM 59 und EM 89 angezeigt, die zur Schmerztherapie gedacht sind. Bei Sanitas führt der Shop unter „EMS/TENS“ den SEM 43, bezeichnet als Medizinprodukt, und in Kanada wurde 2023 ein kombiniertes TENS/EMS-Gerät als Medizinprodukt der Klasse II zurückgerufen, weil seine Lizenz abgelaufen war. Ein Gerät mit Klebeelektroden und dem Wort EMS im Namen ist also nicht automatisch ein Bauchgürtel zum Muskeltraining. Die Anleitung des Beurer EM 37 untersagt zudem, den Gürtel gleichzeitig mit einem TENS-Gerät zu benutzen.
Die Nachfrage ist groß, auch im Verhältnis zum übrigen Cluster. Von den 4.398 Suchvorschlägen der Erhebung entfallen 1.047 auf EMS, Bauchmuskel- und Bauchweggürtel, dazu kommen 82 Forenthreads zu EMS. Die Vorschläge zum nackten Begriff „ems bauchtrainer“ heißen unter anderem „test“, „erfahrungen“, „testsieger“, „bringt das was“ und „vorher nachher“. Wer die Übersicht über alle Gerätearten sucht, vom Bauchrad bis zum Rückentrainer, findet sie auf der Bauchtrainer-Übersicht mit Entscheidungsbaum für jeden Gerätetyp; hier geht es nur um Gürtel mit Strom.
Fünf Angaben, die ein EMS-Angebot tragen müsste
Ein Bauchgürtel mit Strom ist kein Gerät, an dem man vor dem Kauf etwas ausprobieren kann. Was ihn unterscheidet, steht nur auf dem Papier: wie viele Programme und Stufen er hat, ob er Gelpads braucht, wie er mit Strom versorgt wird, wie ihn der Hersteller rechtlich einordnet und für wen er nicht gedacht ist. Die Tabelle zeigt, was davon im Amazon-Angebot steht und was nur beim Hersteller zu finden ist.
| Gürtel | Medizinprodukt laut Hersteller | Gegenanzeigen im Angebot | Gegenanzeigen beim Hersteller | Folgematerial |
|---|---|---|---|---|
| Slendertone Abs7 | EU-Status nicht genannt | keine | auf den EU-Seiten nicht gefunden | Gelpads |
| Slendertone Evolve Abs | EU-Status nicht genannt; USA: 510(k), Klasse II | keine | auf den EU-Seiten nicht gefunden | Gelpads |
| Beurer Corefit I | „Medizinprodukt Europa: Nein“ | keine | Produktseite und Anleitung | keines, Klebeelektroden optional |
| Beurer Corefit II | „Medizinprodukt Europa: Nein“ | keine | Produktseite | keines, Klebeelektroden optional |
| TESMED Absolute | nicht genannt | Pauschalverweis ohne Liste | nicht erhoben | keines laut Angebot |
| Bodify Pro | nicht genannt | keine | nicht erhoben | keines laut Angebot |
| Bodify Basis | nicht genannt | keine | nicht erhoben | Gelpad, bis zu 8 Wochen |
Eine Spalte ist für das ganze Feld gleich gefüllt, und das ist der eigentliche Befund. In der Spalte „Gegenanzeigen im Angebot“ steht siebenmal nichts Verwertbares; der TESMED-Text bittet zwar, „die Warnhinweise und Kontraindikationen“ zu beachten, nennt sie aber nicht. Eine CE-Kennnummer mit benannter Stelle, eine Medizinprodukt-Klasse oder einen Verweis auf die Medizinprodukte-Verordnung nennt keines der dreizehn erhobenen EMS-Angebote. „Nicht erhoben“ heißt bei TESMED und Bodify: Eine Herstellerseite mit Gebrauchsanweisung wurde in der Recherche nicht ausgewertet, über ihren Inhalt sagt diese Seite deshalb nichts.
Bei den beiden Herstellern, deren Seiten ausgewertet sind, könnte der Unterschied kaum größer sein. Beurer schreibt die Einordnung als Nicht-Medizinprodukt ausdrücklich hin und führt die Gegenanzeigen auf der Produktseite, die Anleitung des Corefit I listet sie ausführlich. Slendertone nennt auf den europäischen Seiten weder einen Status noch Gegenanzeigen; eine Liste gibt es aus erster Hand nur in der US-Anleitung des Vorgängermodells CoreFit Abs 8. Gleichzeitig spricht Slendertone von „medical-grade“ beziehungsweise medizinisch entwickelten Gelpads, das Evolve-Angebot von „zertifiziert nach medizinischen Sicherheitsstandards“, ohne Norm oder Nummer. Wer aus solchen Wörtern auf einen Medizinprodukt-Status schließt, schließt auf etwas, das kein Dokument in den Unterlagen bestätigt.
Stufen, Programme, Minuten: Skalen ohne gemeinsame Einheit
Auf den ersten Blick lassen sich die Gürtel gut über Zahlen vergleichen: 9 bis 15 Programme, 15 bis 150 Intensitätsstufen. Bei genauerem Hinsehen trägt keine dieser Zahlen einen Vergleich. Slendertone zählt beim Abs7 bis 150, beim Evolve bis 100, Beurer bis 40, TESMED bis 99, Bodify 15 Stufen. Was eine Stufe bedeutet, sagt kein Angebot. Stromstärke in Milliampere oder Frequenz in Hertz nennt keine der dreizehn erhobenen Seiten, und damit lässt sich weder sagen, ob Stufe 40 bei Beurer stärker ist als Stufe 99 bei TESMED, noch, ob 150 Stufen feiner abgestuft sind als 15.
Mit den Programmen ist es nicht anders. Slendertone gliedert die zwölf Programme des Evolve in fünf Gruppen, zwei Classic, drei Progressive, drei Abs Blitz, zwei Active und zwei Abs Optimiser; der Abs7 hat sieben Programme für das Tragen in Ruhe und drei für den Aktivmodus beim Sport, darunter eines namens „Sports Pro Crunch“. Beurer gibt für beide Corefit-Gürtel neun Programme mit 20 bis 30 Minuten an. TESMED nennt 15 Programme, getrennt einstellbar für die geraden und die seitlichen Bauchmuskeln. Bodify nennt für Pro und Basis nur Stufen, keine Programmzahl; beim nicht ausgewählten Max steht eine Dauer von 25 Minuten im Text.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Eine höhere Zahl ist kein Merkmal, sondern eine Zählweise. Belastbar vergleichen lassen sich nur Angaben mit Einheit, und davon gibt es drei: die Programmdauer in Minuten bei Beurer, die Empfehlung von Slendertone für fünf Tage pro Woche je 30 Minuten und der Bauchumfang, für den ein Gürtel ausgelegt ist. Der Bauchumfang ist zugleich die Angabe, an der ein Gürtel ganz praktisch scheitern kann. Er steht weiter unten in einer eigenen Rechnung.
Vor dem ersten Einschalten
Wer einen Herzschrittmacher, einen Defibrillator oder ein anderes elektronisches Implantat trägt, wer Herzrhythmusstörungen oder Epilepsie hat oder schwanger ist, legt den Gürtel nicht an, bevor eine Ärztin oder ein Arzt zugestimmt hat. Das gilt auch nach einem Kaiserschnitt oder einer anderen Bauchoperation. Zu EMS bei einer Rektusdiastase fehlt in den ausgewerteten Quellen eine Studie; dort sind Hebamme, Frauenarztpraxis oder Physiotherapie die erste Adresse. Die Ausschlüsse stammen aus der Beurer-Anleitung, der US-Anleitung von Slendertone und der FTC-Mitteilung von 2002, nicht aus den Amazon-Angeboten.
Slendertone Abs7
Slendertone
Das spricht dafür: Größter Bewertungszähler unter den EMS-Gürteln, Aktivmodus für den Sport.
Fazit: Der Abs7 ist der meistbewertete EMS-Gürtel im Feld: 10 Programme, davon 3 für den Aktivmodus beim Sport, 150 Intensitätsstufen. Das Angebot schreibt „Wirksamkeit klinisch bewiesen“ und nennt dafür keine Studie. Eine FDA-510(k)-Freigabe unter dem Namen Abs7 hat die Recherche nicht gefunden, anders als beim Evolve Abs (H53). Den Medizinprodukt-Status in der EU nennen weder Angebot noch Slendertone-Seite, Kontraindikationen listet das Angebot nicht auf. Der Gürtel arbeitet mit Gelpads, die laut Slendertone alle 20 bis 30 Anwendungen getauscht werden sollen und von der Garantie ausgenommen sind. Datenfeld „1 AAA Batterien erforderlich“ gegen „wiederaufladbare Steuereinheit“ im Text.
Kernfakten
- Programme / Stufen
- 10 Programme (3 Aktivmodus), 150 Stufen (Angebot)
- Elektroden
- Gelpads, Tausch alle 20–30 Anwendungen (Slendertone, H51); Folgekosten
- Medizinprodukt
- EU-Status nicht angegeben; kein FDA-510(k) unter diesem Namen gefunden
- Kontraindikationen
- im Angebot nicht genannt
- Garantie
- 2 Jahre, Gelpads ausgenommen (Slendertone, H52)
- Stromversorgung
- widersprüchlich: wiederaufladbar (Text) gegen 1 × AAA (Datenfeld)
Am besten für: Wer EMS ergänzend zum Training ausprobieren will und Pad-Wechsel einplant
Weniger geeignet für: Menschen mit Herzschrittmacher oder anderem elektronischem Implantat und Schwangere; so schließt sie die US-Anleitung des Slendertone CoreFit aus, für den Abs7 fehlt eine eigene Liste
Pro
- Rund 3.800 Bewertungen
- Pad-Wechselintervall vom Hersteller genannt
- Verkauf direkt durch Slendertone
Contra
- „Klinisch bewiesen“ ohne Quellenangabe
- Keine Kontraindikationen im Angebot
- Gelpads als laufende Folgekosten
- EU-Medizinprodukt-Status offen
Ausstattung
- Original-Gelpads (B01HSZRC7S) passen laut deren Angebot zu allen Slendertone-Gürteln außer „Active“
- Unter der Kleidung tragbar (Angebot)
Slendertone Evolve Abs
Slendertone
Das spricht dafür: Einziger Gürtel der Auswahl mit FDA-510(k)-Eintrag (nur USA), Gürtel 61–107 cm.
Fazit: Der Evolve Abs (Type 735) ist in den USA als Muskelstimulator der Klasse II per FDA 510(k) K203513 gelistet, Entscheidung vom 10.02.2021 (H53). Das ist eine US-Freigabe, kein EU-Status; den nennt Slendertone auf seinen Seiten nicht. Das Angebot schreibt „Klinisch nachgewiesene Ergebnisse nach 4 Wochen“ und „zertifiziert nach medizinischen Sicherheitsstandards“, beides ohne Studie oder Norm. Eine Studie zum älteren Slendertone FLEX (Porcari 2005, 24 Personen gegen 16 ohne Training, von Compex finanziert, ohne Schein-Stimulation) fand mehr Bauchkraft und 3,5 cm weniger Taille, aber keine Änderung bei Gewicht und Hautfalten (H06). 12 Programme, Intensität bis 100, Bauchumfang 61 bis 107 cm. Kontraindikationen fehlen im Angebot.
Kernfakten
- Programme / Stufen
- 12 Programme, 0–100 (Slendertone, Angebot)
- Elektroden
- 3 Gelpads, Tausch alle 20–30 Anwendungen (Slendertone, H51); Folgekosten
- Medizinprodukt
- USA: FDA 510(k) K203513, Klasse II (H53); EU-Status nicht angegeben
- Bauchumfang
- 61–107 cm, Verlängerung erhältlich (Slendertone)
- Kontraindikationen
- im Angebot nicht genannt
- Garantie
- 2 Jahre, Gelpads, Batterien und Kabel ausgenommen (Slendertone, H52)
Am besten für: Wer ein dokumentiertes Gerät zum Straffen ergänzend zum Training sucht
Weniger geeignet für: Wer Fettabbau erwartet; Menschen mit Implantaten oder in der Schwangerschaft
Pro
- US-Freigabe als Muskelstimulator dokumentiert
- Bauchumfang und Pad-Wechsel vom Hersteller genannt
- Verkauf direkt durch Slendertone
Contra
- „Klinisch nachgewiesen“ ohne Quellenangabe
- Keine Kontraindikationen im Angebot
- Gelpads als laufende Folgekosten
- Nur rund 200 Bewertungen
Ausstattung
- Programme Classic, Progressive, Abs Blitz, Active und Abs Optimiser (Slendertone)
- 6-Wochen-Plan (Angebot)
- Material Neopren (Amazon-Datenfeld)
Beurer Corefit I (Antelope), Modell 88105
Beurer
Das spricht dafür: Kein Medizinprodukt laut Beurer, Elektroden mit Wasser statt Gelpads, 3 Jahre Garantie.
Fazit: Beurer stuft den Corefit I selbst als „Medizinprodukt Europa: Nein“ ein (H55). Die vier Kontaktelektroden sind laut Beurer verschleißfrei und werden mit Wasser befeuchtet, Gelpads fallen damit nicht an; optionale Klebeelektroden gibt es als Zubehör. Die Kontraindikationen nennt Beurer auf der eigenen Seite und in der Anleitung, darunter Herzschrittmacher, Epilepsie, Schwangerschaft, Herzrhythmusstörungen, Metallimplantate und Krebs, im Amazon-Angebot stehen sie nicht. 9 Programme von 20 bis 30 Minuten, Intensität 0 bis 40, Bauchumfang ca. 70 bis 140 cm, 3 Jahre Garantie. Das Gewicht nennt Beurer an drei Stellen verschieden (371 g, 350 g, rund 330 g).
Kernfakten
- Programme / Stufen
- 9 Programme à 20–30 min, Intensität 0–40 (Beurer)
- Elektroden
- 4 verschleißfreie Kontaktelektroden, mit Wasser befeuchten; Klebeelektroden optional (Beurer)
- Medizinprodukt
- „Medizinprodukt Europa: Nein“ (Beurer, H55)
- Bauchumfang
- ca. 70–140 cm (Beurer)
- Kontraindikationen
- bei Beurer genannt, im Amazon-Angebot nicht
- Garantie
- 3 Jahre (Beurer)
Am besten für: Wer einen EMS-Gürtel ohne Pad-Nachkauf mit dokumentierten Sicherheitshinweisen sucht
Weniger geeignet für: Menschen mit Herzschrittmacher, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen oder in der Schwangerschaft
Pro
- Klare Einordnung als Nicht-Medizinprodukt
- Keine Gelpads als Folgekosten
- Kontraindikationen beim Hersteller vollständig gelistet
- 3 Jahre Garantie, gleichauf mit dem Corefit II die längste genannte der EMS-Auswahl
Contra
- Kontraindikationen fehlen im Amazon-Angebot
- 3,9 Sterne
- Gewichtsangaben von Beurer uneinheitlich
Ausstattung
- Stimuliert gerade und seitliche Bauchmuskeln (Angebot)
- Klettverschluss (Angebot)
- Verkauf durch Amazon
Beurer Corefit II (Antelope), Modell 88106
Beurer
Das spricht dafür: Vier Kontaktelektroden auf Bauch und Rücken, 3 Jahre Garantie.
Fazit: Der Corefit II setzt je zwei Elektroden auf Bauch und unteren Rücken. Auch hier gilt laut Beurer „Medizinprodukt Europa: Nein“, es sind Kontaktelektroden mit optionalen Klebeelektroden, die Garantie beträgt 3 Jahre (H55). Der Bauchumfang ist mit ca. 75 bis 130 cm etwas enger gefasst als beim Corefit I. Der Amazon-Titel wirbt mit „Fettverbrennung“; dafür nennt das Angebot keinen Beleg, und laut FDA ist kein Muskelstimulator für Gewichts- oder Umfangsreduktion freigegeben (H97). Kontraindikationen nennt Beurer auf der eigenen Produktseite, das Amazon-Angebot nicht. Datenfeld 350 g gegen 720 g in den Produktabmessungen.
Kernfakten
- Programme / Stufen
- 9 Programme à 20–30 min, Intensität 0–40 (Beurer)
- Elektroden
- 4 Kontaktelektroden, 2 Bauch, 2 Rücken; Klebeelektroden optional (Beurer)
- Medizinprodukt
- „Medizinprodukt Europa: Nein“ (Beurer, H55)
- Bauchumfang
- ca. 75–130 cm (Beurer)
- Garantie
- 3 Jahre (Beurer)
Am besten für: Wer Bauch und unteren Rücken zugleich stimulieren will
Weniger geeignet für: Wer Fettabbau erwartet; laut Beurer Menschen mit Herzschrittmacher, Epilepsie, Herzrhythmusstörungen oder in der Schwangerschaft
Pro
- Kontaktelektroden, Klebeelektroden nur optional (Beurer)
- Rücken einbezogen
- 3 Jahre Garantie
Contra
- Titel wirbt mit „Fettverbrennung“ ohne Beleg
- Kontraindikationen fehlen im Amazon-Angebot
- Nur rund 250 Bewertungen
- Gewichtsangaben im Angebot widersprüchlich
Ausstattung
- Countdown-Timer (Angebot)
- Ergonomisch geformter Gurt (Angebot)
- Verkauf durch Amazon
TESMED Absolute EMS-Bauchgürtel
TESMED
Das spricht dafür: Ohne Gelpads, Mitte und Seiten getrennt regelbar.
Fazit: Der TESMED Absolute arbeitet laut Angebot ohne Gel und ohne Elektrodenwechsel, mit 15 Programmen und 99 Stufen, getrennt einstellbar für die geraden und die seitlichen Bauchmuskeln. Der Gurt reicht bis 120 cm, laut Angebot „hergestellt in Italien“. Zu Kontraindikationen steht nur der Pauschalsatz, man möge „die Warnhinweise und Kontraindikationen“ beachten, ohne sie zu nennen. Gleichzeitig bewirbt das Angebot die Nutzung nach der Schwangerschaft. Einen Medizinprodukt-Status nennt die Seite nicht.
Kernfakten
- Programme / Stufen
- 15 Programme, 99 Stufen, Mitte und Seiten getrennt (Angebot)
- Elektroden
- ohne Gel, kein Elektrodenwechsel (Angebot)
- Gurtlänge
- bis 120 cm (Angebot)
- Akku
- Lithium-Polymer, per USB (Amazon-Datenfeld); keine Laufzeit angegeben
- Medizinprodukt
- nicht angegeben
Am besten für: Wer einen gelfreien Gürtel mit fein abgestufter Intensität sucht
Weniger geeignet für: Wer die Kontraindikationen vor dem Kauf im Angebot nachlesen will
Pro
- Keine Gelpads als Folgekosten
- Über 1.600 Bewertungen
- Getrennte Intensität für Mitte und Seiten
Contra
- Kontraindikationen nur als Pauschalverweis
- Bewirbt die Nutzung nach der Schwangerschaft, nennt aber keine Kontraindikationen
- Kein Medizinprodukt-Status genannt
Ausstattung
- Kabellos (Angebot)
- Herstellung in Italien laut Angebot
Bodify EMS Bauchtrainer Pro
Bodify
Das spricht dafür: Kompaktes Pad ohne Gel, deutscher Anbieter.
Fazit: Der Bodify Pro ist ein Pad ohne Gel, dessen Elektroden laut Angebot mit Wasser befeuchtet werden, mit 15 Intensitätsstufen. Der Akku hält laut Angebot „bis zu 30 % länger“ mit einer Ladung, ohne Bezugsgröße und ohne Laufzeit. Das Datenfeld „Batterien inbegriffen: Nein“ widerspricht dem eingebauten Akku. Kontraindikationen und Medizinprodukt-Status nennt das Angebot nicht. Konsument (VKI) ließ 2023 einen Sportmediziner Bodify-EMS kommentieren, ohne eigene Messung: Das Abnehmversprechen sei „nicht richtig“ (H17). Verkäufer ist die Fassmer GmbH, laut Angebot ein Familienunternehmen aus Düsseldorf.
Kernfakten
- Stufen
- 15 Intensitätsstufen (Angebot)
- Elektroden
- ohne Gelpads, mit Wasser befeuchten (Angebot)
- Akku
- per USB-C ladbar, keine Laufzeit angegeben (Angebot)
- Lieferumfang
- Controller, EMS-Trainer, Ladekabel, Anleitung, Verlängerungsgurt (Amazon-Datenfeld)
- Medizinprodukt
- nicht angegeben
Am besten für: Wer ein kleines Pad ohne Gürtelgestell ausprobieren will
Weniger geeignet für: Wer Abnehmen erwartet oder die Kontraindikationen vor dem Kauf im Angebot nachlesen will
Pro
- Keine Gelpads als Folgekosten
- Über 1.000 Bewertungen
- Kompakt unter der Kleidung
Contra
- Keine Kontraindikationen im Angebot
- Akku-Angabe nur relativ, Datenfeld widerspricht
- Expertenkommentar bei Konsument kritisch zum Abnehmversprechen
Ausstattung
- Seit 17.09.2021 auf Amazon.de (Amazon-Datenfeld)
- Support des Anbieters aus Düsseldorf (Angebot)
Bodify EMS Bauchtrainer (Basismodell)
Bodify
Das spricht dafür: Einziges Angebot mit Pad-Haltbarkeit in Wochen.
Fazit: Das Bodify-Basismodell (JP-EMS-1) braucht anders als der Pro ein Gelpad. Das Angebot nennt die Haltbarkeit ausdrücklich: „bis zu 8 Wochen“ bei zwei bis drei Anwendungen pro Woche, danach ist ein Ersatzpad fällig. Das ist die einzige Pad-Haltbarkeit in Wochen im ganzen EMS-Feld. Mit 3,8 Sternen ist es der am schwächsten bewertete Gürtel der Auswahl. Kontraindikationen, Medizinprodukt-Status und eine Akkulaufzeit nennt das Angebot nicht; „Batterien inbegriffen: Nein“ widerspricht dem eingebauten Akku.
Kernfakten
- Stufen
- 15 Intensitätsstufen (Angebot)
- Elektroden
- Gelpad, hält laut Angebot bis zu 8 Wochen bei 2–3 Anwendungen pro Woche; Folgekosten
- Akku
- per USB-C ladbar, keine Laufzeit (Angebot); Datenfeld „Batterien inbegriffen: Nein“
- Medizinprodukt
- nicht angegeben
Am besten für: Wer EMS mit kalkulierbarem Pad-Wechsel testen will
Weniger geeignet für: Wer ohne Verbrauchsmaterial auskommen will oder die Kontraindikationen vor dem Kauf im Angebot nachlesen will
Pro
- Pad-Wechselintervall offen genannt
- Über 800 Bewertungen
Contra
- 3,8 Sterne, schwächster Wert der EMS-Auswahl
- Gelpads als laufende Folgekosten
- Keine Kontraindikationen im Angebot
Ausstattung
- Modell JP-EMS-1, Hersteller Fassmer GmbH (Amazon-Datenfeld)
- Seit 17.02.2019 auf Amazon.de (Amazon-Datenfeld)
Die sieben Gürtel mit ihren Datenlücken
Slendertone Abs7: der größte Zähler, zwei Stromangaben
Mit 3.844 Bewertungen hat der Abs7 den größten Zähler im Feld, und er ist schon lange auf dem Markt: Das Datenfeld „Im Angebot von Amazon.de seit“ nennt den 5. September 2015. Verkauft wird er direkt von Slendertone. Bei der Stromversorgung widerspricht sich das Angebot: Der Text spricht von einer wiederaufladbaren Steuereinheit, das Datenfeld verlangt „1 AAA Batterien“. Das Feld für die Modellnummer enthält die EAN, also die Strichcodenummer. Eine Bauchumfangsangabe fehlt im Angebot wie auf der europäischen Herstellerseite.
Die Werbung arbeitet mit „klinisch bewiesen“ und „unabhängige Studien“, ohne eine Studie zu nennen. Für den Abs7 fand die Recherche keinen 510(k)-Eintrag bei der FDA, anders als beim Evolve; geprüft wurde das nur über Spiegelseiten der Datenbank. Am Rand steht der Satz, die Benutzung solle unter unmittelbarer Aufsicht von Erwachsenen erfolgen. Ungereimt ist auch die Vertriebsangabe: Ein Text im deutschen Slendertone-Shop sagt, der Abs7 sei nur noch im Bundle auf der eigenen Website erhältlich, während derselbe Shop ihn als Einzelprodukt führt und Amazon ihn einzeln verkauft.
Eine Eigenheit des Abs7 ist der Aktivmodus: drei der zehn Programme sind für das Tragen beim Sport gedacht. Ob Strom während einer willkürlichen Anspannung mehr bringt als Strom in Ruhe, haben zwei kleine Studien berührt, ohne den Abs7 zu untersuchen. Hwang 2020 verglich bei 50 Personen EMS allein mit EMS plus Anspannung und fand im MRT keinen Unterschied im Muskelquerschnitt. Yoo 2023 ließ 41 Personen acht Wochen Krafttraining mit oder ohne EMS machen; die Muskeldicke unter Anspannung war mit EMS höher, Leistung und Körperzusammensetzung unterschieden sich nicht. Der Aktivmodus ist damit ein Ausstattungsmerkmal, kein belegter Vorteil. Die Steuereinheit verkauft Slendertone auch einzeln, was bei einem Defekt nach Ablauf der Garantie den Neukauf des ganzen Gürtels ersparen kann.
Slendertone Evolve Abs: eine Nummer aus den USA
Der Evolve Abs, Modell 0735-2000, ist laut Slendertone die Weiterentwicklung des Abs8, der wie der Connect Abs nicht mehr im europäischen Shop steht. Der Gürtel passt laut Hersteller an einen Bauchumfang von 61 bis 107 Zentimetern, eine Verlängerung um 17 bis 22 Zentimeter gibt es als Zubehör. Im Lieferumfang ist ein Pad-Satz mit drei Gelpads. Das Amazon-Angebot verspricht „klinisch nachgewiesene Ergebnisse nach 4 Wochen“ und einen 6-Wochen-Plan; welche Studie die vier Wochen trägt, steht nicht dabei. Material laut Datenfeld Neopren, Stofftyp „ABS-Kunststoff“.
Mit 216 Bewertungen ist der Zähler klein für einen Gürtel dieser Marke. Was den Evolve von allen anderen im Feld trennt, ist ein Eintrag in der Datenbank der US-Arzneimittelbehörde: Er ist dort unter K203513 als Muskelstimulator der Klasse II gelistet. Was dieser Eintrag abdeckt und was nicht, steht im Abschnitt zur FDA weiter unten. Für den europäischen Käufer ändert er am rechtlichen Status nichts, und Gegenanzeigen sind weder im Angebot noch auf der EU-Seite zu finden.
Beurer Corefit I: die klarste Einordnung
Der Corefit I, Modell 88105, läuft auf Amazon unter der Marke Antelope by Beurer und ist dort seit dem 17. April 2024 im Angebot, verkauft von Amazon selbst. Er hat die höchste Obergrenze beim Bauchumfang im Feld, ca. 70 bis 140 Zentimeter, und einer der beiden Beurer-Gürtel, bei denen der Hersteller den Status in einem Satz klärt: „Medizinprodukt Europa: Nein“. Die vier Kontaktelektroden werden mit Wasser befeuchtet und gelten laut Beurer als verschleißfrei. Das Amazon-Angebot sagt zum Pad- oder Gelbedarf nichts, man erfährt es nur beim Hersteller.
Die Datenlücke liegt hier woanders. Das Gewicht nennt Beurer an drei Stellen verschieden, 371 Gramm auf der Produktseite, ca. 350 Gramm für die Steuereinheit ohne Batterien und rund 330 Gramm in der Anleitung. Für die Nutzung ist das unerheblich, es zeigt aber, dass selbst die sorgfältigste Herstellerseite im Feld ihre Zahlen nicht aus einer Quelle zieht. Die Gegenanzeigen stehen bei Beurer vollständig, im Amazon-Angebot fehlen sie. Mit 3,9 Sternen liegt der Corefit I knapp unter dem Mittel der sieben Gürtel, das nach eigener Rechnung bei 4,0 liegt.
Beurer Corefit II: Bauch und Rücken, ein Wort im Titel
Der Corefit II, Modell 88106, seit dem 24. April 2024 im Angebot, setzt je zwei Elektroden auf Bauch und unteren Rücken. Der Bauchumfang ist mit ca. 75 bis 130 Zentimetern enger gefasst als beim Schwestermodell. Programme, Stufen, Status und Garantie entsprechen dem Corefit I. Das Datenfeld nennt 350 Gramm Gewicht, die Produktabmessungen 720 Gramm.
Auffällig ist der Amazon-Titel, der mit „Fettverbrennung“ wirbt. Einen Beleg dafür nennt das Angebot nicht, und die US-Behörde FDA hält in ihrem Import Alert fest, dass sie keinen Muskelstimulator zur Umfangs- oder Gewichtsabnahme freigegeben hat. Ausgerechnet der Gürtel mit der saubersten rechtlichen Einordnung trägt damit ein Werbewort, das in den Verfahren der FTC eine zentrale Rolle spielte.
TESMED Absolute: gelfrei, mit einem Hinweis ohne Inhalt
Der TESMED Absolute ist seit dem 22. April 2022 auf Amazon.de, laut Angebotstext „hergestellt in Italien“, und kommt auf 1.687 Bewertungen. Er arbeitet ohne Gel und ohne Elektrodenwechsel, mit Lithium-Polymer-Akku und USB-Ladung, der Gurt reicht bis 120 Zentimeter. Eine Untergrenze für den Bauchumfang nennt das Angebot nicht.
Die Schwäche liegt im Sicherheitsteil. Das Angebot verweist auf „die Warnhinweise und Kontraindikationen“, ohne sie aufzuzählen, und bewirbt zugleich die Nutzung nach der Schwangerschaft. Genau diese Kombination ist heikel: Die Beurer-Anleitung schließt Strom am Bauch nach Operationen aus, wenn verstärkte Muskelkontraktionen die Heilung stören könnten, und Porcari 2005, die Studie mit dem Slendertone FLEX, deren Werte die Slendertone-Werbung nennt, hat Frauen bis drei Monate nach einer Schwangerschaft gar nicht aufgenommen. Einen Medizinprodukt-Status nennt TESMED nicht.
Bodify Pro: ein Pad mit deutschem Anbieter
Hinter Bodify steht die Fassmer GmbH aus Düsseldorf, die den Pro seit dem 17. September 2021 auf Amazon anbietet. Er ist ein kompaktes Pad ohne Gel mit 15 Stufen, im Lieferumfang laut Datenfeld ein Verlängerungsgurt, aber ohne Längenangabe. Der Akku hält laut Angebot „bis zu 30 % länger“ als beim Basismodell; wie lange das ist, steht nirgends, und das Datenfeld „Batterien inbegriffen: Nein“ widerspricht dem eingebauten Akku.
Zu Bodify gibt es als einziger Marke im Feld eine Stellungnahme aus einem Verbrauchermagazin. Das österreichische Magazin Konsument ließ im August 2023 einen Sportmediziner die Bodify-Werbung kommentieren, ohne eigene Messung. Das Abnehmversprechen sei „nicht richtig“, urteilte er. Ein Produkttest ist das nicht, aber ein Hinweis darauf, dass die Werbung schon auf Widerspruch gestoßen ist.
Neben dem Pro führt Bodify inzwischen einen Max, seit dem 19. März 2024 auf Amazon und mit 4,3 Sternen bei 257 Bewertungen. Er arbeitet laut Angebot mit Elektroden, die mit Wasser befeuchtet werden, nennt eine Dauer von 25 Minuten und einen „A4-Chip“, wo beim Pro von einem „A3-Chip“ die Rede ist. Die Marke hat damit in fünf Jahren drei Modelle auf den Markt gebracht, das Basismodell mit Gelpad 2019, den gelfreien Pro 2021 und den Max 2024. Kontraindikationen nennt auch der Max nicht; sein einziger Sicherheitssatz lautet „Nur für den Hausgebrauch“.
Bodify Basis: die offenste Pad-Angabe, die schwächsten Sterne
Das Basismodell, laut Datenfeld JP-EMS-1, ist seit dem 17. Februar 2019 im Angebot und damit unter den sechs Gürteln mit Datumsangabe nach dem Abs7 das älteste. Anders als der Pro braucht es ein Gelpad, und das Angebot nennt dessen Haltbarkeit so genau wie kein zweites im Feld: „bis zu 8 Wochen“ bei zwei bis drei Anwendungen pro Woche. Von den dreizehn erhobenen EMS-Angeboten ist es das einzige mit einer Pad-Haltbarkeit in Wochen.
Mit 3,8 Sternen bei 824 Bewertungen ist es der am schwächsten bewertete Gürtel der Auswahl. Akkulaufzeit, Status und Gegenanzeigen fehlen wie beim Pro, und auch hier steht „Batterien inbegriffen: Nein“ neben einem eingebauten Akku. Eine Ersatzpad-Nummer für Bodify wurde in der Erhebung nicht erfasst, im Angebot steht nur, dass es Ersatzpads gibt.
Testsieger, Erfahrungen, Forenfragen: was es zu EMS-Gürteln gibt
„test“ und „testsieger“ stehen unter den ersten zehn Vorschlägen zu „ems bauchtrainer“, „test stiftung warentest“ unter denen zu „bauchmuskeltrainer“. Die Antwort ist kurz: Einen vergleichenden Test von EMS-Bauchgürteln haben weder Stiftung Warentest noch Öko-Test, Konsument, K-Tipp, Which?, Consumentenbond oder Test Achats online veröffentlicht. Die test.de-Suche nach „Bauchtrainer“, „Bauchweg“ und „Bauchmuskelgürtel“ liefert keine Ergebnisse. Was Stiftung Warentest 2020 getestet hat, waren sechs Ketten von EMS-Studios, von denen eine mit „gut“ abschnitt; die Noten stehen hinter der Bezahlschranke. Ein Heimgerät war nicht darunter. Der begleitende Ratgeber vom 22. September 2020 hält fest, dass ein flacher Bauch durch EMS allein nicht zu erreichen sei.
Die Seiten, die in der Suche oben stehen, sind Vergleichsportale. Mehrere schreiben selbst, dass kein Warentest-Urteil vorliegt. Eines führt einen EMS-Gürtel unter einem Produktnamen mit dem Zusatz „Unisex Babys“, ein anderes mischt EMS-Gürtel, Bauchroller und Schwitzgürtel in einer Liste, und zwei Portale zeigen dieselben Produkte mit demselben Änderungszeitpunkt auf die Sekunde. Wer auf einer Seite liest, ein EMS-Gürtel sei Testsieger, sollte fragen, wer ihn wie geprüft hat. In den ausgewerteten Quellen hat das niemand getan. Die Sterne auf den Karten dieser Seite sind deshalb das, was sie sind: der Durchschnitt der Amazon-Bewertungen, abgelesen am 17. Oktober 2026.
Was in Suchvorschlägen und Foren gefragt wird
Hinter dem Wort „erfahrungen“ steht eine Nachfrage, die sich in den Forentiteln genauer ablesen lässt. Im Juli 2026 fragte jemand in einem Forum, was aus „diesen Elektroschock Gürteln“ geworden sei, mit denen man ein Sixpack bekomme. Auf Reddit lautete 2023 die Frage, ob ein EMS-Bauchtrainer eine sinnvolle Ergänzung zum Training oder Quatsch sei, auf urbia 2024 schlicht nach Erfahrungen mit EMS-Gürteln. Die Zählung der Erhebung setzt dem eine Grenze: Etwa die Hälfte der 82 EMS-Threads betrifft das Ganzkörpertraining im Studio, nicht den Gürtel, und im Titel ist das oft nicht zu erkennen. Wer Erfahrungsberichte liest, sollte deshalb zuerst klären, welches Verfahren gemeint ist.
Einige Fragen aus den Suchvorschlägen beantwortet dieser Vergleich direkt. Auf „welcher ems gürtel ist der beste“ gibt es keine Antwort aus einem Test, wohl aber eine nach Kriterien: Bauchumfang, Pad-Bauart, Dokumentation der Gegenanzeigen und Garantie, wie weiter unten gerechnet. „beurer ems-gürtel corefit ii“ steht als eigener Vorschlag in der Markengruppe, ebenso Slendertone mit 226 Vorschlägen und „beurer ems“ mit 177. Dass der Bauchumfang eine echte Kaufhürde ist, zeigt ein älterer Thread, in dem 2015 nach dem Bauchumfang des Beurer EM 30 gefragt wurde, eines älteren Gürtels derselben Marke. Elf Vorschläge betreffen Herzschrittmacher, Nebenwirkungen und Gefahr, darunter „ems gerät herzrhythmusstörungen“; fünfzehn verbinden EMS mit Kaiserschnitt oder Rektusdiastase.
Eine Frage lässt sich nicht beantworten: „ems bauchgürtel kalorienverbrauch“. Im Feld wirbt der TERVON-Gürtel sogar mit einer Kalorienanzeige. Einen Wert für den Energieverbrauch beim Tragen eines Bauchgürtels enthalten die Unterlagen nicht, auch keinen MET-Wert, aus dem sich ein solcher Wert ableiten ließe. Was eine Kalorienanzeige am Steuergerät berechnet und woraus, sagt das Angebot nicht. Sie bleibt eine Zahl ohne belegte Grundlage, und für den Fettabbau ist sie nach der Studienlage ohnehin nicht der richtige Maßstab.
Was Studien am Gürtel messen, in Kürze
Die Studie, deren Werte von 3,5 Zentimetern und 58 Prozent Slendertone bewirbt, ist Porcari 2005. Porcari und Kollegen ließen 2005 24 Personen acht Wochen lang fünfmal pro Woche einen Slendertone FLEX tragen, 16 weitere dienten als Kontrolle ohne Gerät. Die Bauchkraft stieg um 58 Prozent, der Taillenumfang sank um 3,5 Zentimeter, Gewicht, BMI und Hautfalten blieben unverändert. Die Studie wurde vom Gürtelhersteller Compex finanziert und verzichtete auf eine Schein-Stimulation; eine frühere Studie desselben Erstautors von 2002 mit 27 Personen, einem anderen Gerät und Schein-Stimulation fand keinen Effekt. Wie die beiden Ergebnisse zusammenpassen, warum die Werbezahl von 58 Prozent nach vier Wochen nicht mit der Studie übereinstimmt und was die übrigen Studien messen, erklärt die Seite EMS-Bauchtrainer und ihre Wirkung, Studie für Studie.
Für diesen Vergleich genügt die Folge daraus: Keiner der sieben Gürtel ist selbst in einer Studie untersucht, die Unterlagen nennen keines der Modelle. Ein Gürtel kann nach dem Stand der Studien die Bauchmuskeln kräftigen, einen Fettverlust durch den Gürtel hat keine der ausgewerteten Studien gemessen. Wer mit dem Ziel kauft, Bauchfett loszuwerden, findet auf der Seite zu Bauchtrainern und Abnehmen mit den Studien zum lokalen Fettabbau die Gegenrechnung.
Medizinprodukt oder nicht: die Einordnung je Hersteller
Ob ein Gerät in der EU ein Medizinprodukt ist, entscheidet nicht die Technik, sondern die Zweckbestimmung des Herstellers. So steht es in Artikel 2 Nummer 1 der Medizinprodukte-Verordnung (EU) 2017/745, kurz MDR: Medizinprodukt ist, was der Hersteller für einen medizinischen Zweck bestimmt, etwa zur Diagnose oder Behandlung. Ein Gürtel, der Bauchmuskeln „straffen“ oder „trainieren“ soll, hat keinen solchen Zweck, solange sein Hersteller ihm keinen gibt.
Daneben kennt die MDR in Anhang XVI Produkte ohne medizinischen Zweck, die trotzdem unter die Verordnung fallen. Die Liste hat sechs Nummern: Kontaktlinsen, Implantate zur Veränderung der Anatomie, Filler, Geräte zur Reduzierung, Entfernung oder Zersetzung von Fettgewebe, Geräte mit hochintensiver elektromagnetischer Strahlung wie Laser und IPL und schließlich Geräte zur Hirnstimulation durch den Schädel. Muskelstimulation ohne medizinischen Zweck steht nicht darauf. Ein EMS-Bauchgürtel, der nur zum Muskeltraining angeboten wird, ist nach diesem Text weder Medizinprodukt noch Anhang-XVI-Produkt.
Beurer zieht daraus die Folgerung schriftlich. Bei beiden Corefit-Gürteln steht „Medizinprodukt Europa: Nein“, die Anleitung des älteren EM 37 nennt als Zweck die „Eigenanwendung, nicht für den medizinischen oder kommerziellen Gebrauch“ und trägt ein CE-Zeichen; nach welcher Richtlinie, geht aus dem ausgewerteten Auszug nicht hervor. Die Konformitätserklärung des Sanitas SEM 32, eines Bauchgürtels, den der Sanitas-Shop nicht führt, nennt als Produktkategorie „Abdominal toning belt“ und als Rechtsgrundlagen nur die Richtlinien zur elektromagnetischen Verträglichkeit und zur Beschränkung gefährlicher Stoffe, keine MDR. Zum Vergleich: Das TENS-Gerät SEM 39 desselben Anbieters ist ein Medizinprodukt der Klasse IIa mit benannter Stelle 0483 und einem Zertifikat, das bis zum 21. November 2030 gilt. So sieht ein Gerät aus, das einen medizinischen Zweck hat.
Slendertone schweigt auf den europäischen Seiten zu beidem, spricht auf der deutschen Seite aber von „medizinisch-zertifizierten Produkten“ und davon, der Evolve sei durch die FDA freigegeben. Bei TESMED und Bodify sagt das Angebot nichts. Das ist kein Vorwurf, eine Pflicht zur Angabe „kein Medizinprodukt“ belegen die Unterlagen nicht. Für den Käufer hat es aber eine praktische Folge. Ein Gürtel ohne medizinischen Zweck durchläuft kein Konformitätsverfahren für Medizinprodukte; die Sanitas-Erklärung zeigt, welche Regeln stattdessen in einer solchen Erklärung stehen, nämlich elektromagnetische Verträglichkeit und Stoffbeschränkungen. Dass die elektrische Sicherheit nicht bei jedem Gürtel stimmt, zeigt das europäische Warnsystem Safety Gate: Irland meldete 2022 einen Schlankheitsgürtel, dessen Netzteil zu einem Stromschlag führen konnte.
FDA-Eintrag beim Evolve Abs: eine US-Angabe
Der Badge auf der Karte des Evolve Abs nennt eine Zahl, die in Europa leicht falsch gelesen wird. Die 510(k)-Datenbank der FDA führt den Gürtel als „SLENDERTONE Evolve Abs, Type 735“ unter K203513, entschieden am 10. Februar 2021, Produktcode NGX, eingeordnet nach 21 CFR 890.5850 als Muskelstimulator der Klasse II. Zwei Vorgänger haben eigene Einträge: der Connect Abs unter K161974 vom 1. November 2016 und der CoreFit Abs 8 unter K180688 vom 25. Oktober 2018. Für den Abs7 fand sich kein Eintrag.
Ein solcher Eintrag ist eine Marktfreigabe für die USA. Die FDA beschreibt den Zweck, für den ein Bauchgürtel dort freigegeben wird, auf ihrer Verbraucherseite als Kräftigen und Straffen der Muskeln. Im Import Alert 89-01 in der Fassung vom 25. Oktober 2024 hält sie fest, dass es derzeit keinen freigegebenen oder zugelassenen Muskelstimulator für Umfangs- oder Gewichtsreduktion und Body Shaping gibt; falsch gekennzeichnete Geräte dürfen bei der Einfuhr ohne Prüfung festgehalten werden. In der EU gibt es zu dieser US-Einstufung kein Gegenstück, das sich aus den Unterlagen belegen ließe. Wer den Evolve wegen der FDA-Nummer kauft, kauft ein Gerät mit dokumentierter US-Freigabe für einen eng umrissenen Zweck, nicht ein europäisches Medizinprodukt.
Durchführungsverordnung 2022/2346: Fettabbau als Grenzlinie
Für die Anhang-XVI-Produkte hat die EU-Kommission mit der Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346 gemeinsame Spezifikationen erlassen. Sie gilt seit dem 22. Juni 2023, mit Übergangsfristen bis zum 22. Juni 2025 oder bis zum 22. Juni 2028, je nachdem, ob eine benannte Stelle mitwirken muss. Ihre Anhänge behandeln die einzelnen Produktgruppen. Anhang VII betrifft die Stimulation durch den Schädel, nicht die Muskeln. Das Wort „Muskel“ kommt im Text der Verordnung nach der Auswertung nicht vor.
Interessant für EMS-Gürtel ist Anhang V. Er definiert Lipolyse als „örtlich begrenzte Zersetzung von Fettdepots“, und Geräte zur Reduzierung oder Zersetzung von Fettgewebe stehen in Anhang XVI Nummer 4 der MDR. Daraus ergibt sich eine offene Frage, keine Antwort: Könnte ein Gürtel, dessen Werbung örtlichen Fettabbau verspricht, über seine Werbung zum Anhang-XVI-Produkt werden? Eine Behörden- oder Gerichtsaussage dazu hat die Recherche nicht gefunden. Belegt ist nur, dass die Verordnung eine Grenzlinie beim Fettgewebe zieht und dass ein Gürtel diesseits davon bleibt, solange er Muskeln trainieren und kein Fett zersetzen soll.
Für die sieben Angebote hat die Frage eine konkrete Seite. Der Corefit II trägt „Fettverbrennung“ im Amazon-Titel, sein Hersteller stuft ihn als Nicht-Medizinprodukt ein. Ob das zusammenpasst, kann diese Seite nicht entscheiden. Sie kann nur festhalten, dass Werbung und Einstufung hier in verschiedene Richtungen zeigen und dass keine Studie in den Unterlagen einen Fettabbau durch einen Bauchgürtel gemessen hat.
Die NiSV gilt im Studio, nicht im Wohnzimmer
Die Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen, kurz NiSV, nennt die elektrische Muskelstimulation ausdrücklich. Paragraf 2 Nummer 7 definiert sie als Stromimpulse über am Körper angebrachte Elektroden. Paragraf 7 Absatz 1 verlangt für die Muskelstimulation zum Muskelaufbau und zur Muskelstraffung eine Fachkunde: eine Schulung nach Anlage 3, eine Ausbildung in der Physiotherapie oder eine ärztliche Fortbildung. Anlage 3 setzt für die Fachkundegruppe „EMF-Muskelstimulation“ 23 Lerneinheiten für den Erwerb und 6 für die Aktualisierung an.
Den Gürtel zu Hause berührt das nicht. Paragraf 1 Absatz 1 beschränkt die Verordnung auf den Betrieb von Anlagen, der „gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen“ erfolgt. Wer sich selbst einen Gürtel umlegt, betreibt nichts davon. Anders wäre es, wenn ein Kosmetikstudio oder ein Fitnessbetrieb einen solchen Gürtel an Kundinnen und Kunden einsetzt. Ein Normentwurf, E DIN 31069 mit dem Titel „Fitness-Studio – Anforderungen an Studioausstattung und -betrieb EMS-Training“, ist am 18. September 2026 erschienen und trägt die Ausgabe Oktober 2026. Sein Abschnitt 5.1 behandelt Gegenanzeigen; eingesehen war nur das Inhaltsverzeichnis, und auch dieser Entwurf gilt nur für das Studio. Der private Käufer ist damit auf sich gestellt: keine Fachkunde, keine Anamnese, keine Aufsicht. Was er über Gegenanzeigen weiß, weiß er aus der Gebrauchsanweisung oder gar nicht.
Heilmittelwerbegesetz, UWG und das Düsseldorfer Urteil
Für Werbung mit Gesundheitsbezug gibt es in Deutschland das Heilmittelwerbegesetz. Nach seinem Paragrafen 1 Absatz 1 gilt es für Medizinprodukte und für andere Gegenstände nur dann, wenn sich die Werbung auf das Erkennen, Beseitigen oder Lindern von Krankheiten bezieht. Paragraf 3 verbietet irreführende Werbung, ausdrücklich auch dann, wenn einem Produkt Wirkungen beigelegt werden, die es nicht hat. Ein Fitnessgürtel, der ohne Krankheitsbezug beworben wird, fällt nach dieser Lesart eher unter das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb als unter das Heilmittelwerbegesetz; das ist eine Einordnung aus dem Gesetzestext, keine Gerichtsaussage. Umgekehrt gilt: Wäre einer der Slendertone-Gürtel in der EU ein Medizinprodukt, fiele seine Werbung nach Paragraf 1 Absatz 1 Nummer 1a ohne Weiteres unter das Gesetz. Weil der EU-Status nicht angegeben ist, lässt sich auch das nicht beurteilen, und darin liegt eine praktische Folge der fehlenden Einordnung.
Ein Urteil gibt es trotzdem, allerdings nur aus zweiter Hand. Das Landgericht Düsseldorf hat am 21. Juni 2023 unter dem Aktenzeichen 12 O 115/22 Werbung für ein EMS-Trainingsgerät als irreführend beurteilt. Beanstandet waren laut den Berichten Sätze wie „Traumkörper ganz ohne Sport!“ und „mühelos definierte Muskeln“, dazu Aussagen zur Reduktion von Körperfett, jeweils ohne gesicherte wissenschaftliche Belege. Geklagt hatte ein Wirtschaftsverband gegen einen Anbieter, dessen Name in den Berichten abgekürzt ist; ein Kanzleibericht beschreibt ihn als Online-Händler kosmetischer und medizinischer Geräte, ein anderer erwähnt eine Anzeige in einer Fachzeitschrift. Als Rechtsgrundlagen nennt der Kanzleibericht vom 17. Oktober 2023 die Paragrafen 3, 3a und 5 UWG in Verbindung mit Paragraf 3 HWG und Artikel 7 MDR.
Drei Einschränkungen gehören zu diesem Urteil. Der Urteilstext selbst war in der Datenbank der nordrhein-westfälischen Justiz nicht abrufbar, die Angaben stammen aus drei Berichten, zwei von Kanzleien, einer vom Händlerbund. Ob das Urteil rechtskräftig ist, steht in keinem davon. Und in einer Suchzusammenfassung war vom Oberlandesgericht die Rede; das Aktenzeichen mit „O“ und die Berichte weisen auf das Landgericht. Wie das Gericht die MDR auf ein Gerät angewendet hat, das sein Anbieter vielleicht gar nicht als Medizinprodukt führte, lässt sich ohne Urteilstext nicht sagen.
Ein zweiter deutscher Fall betrifft Studios, nicht Gürtel. Die Wettbewerbszentrale meldete am 7. August 2024, sie habe Werbung für „Abnehmen im Liegen“ mit Strom und Ultraschall bei elf Anbietern beanstandet, zehn gaben eine Unterlassungserklärung ab, gegen einen ging sie vor Gericht. Ein Beispiel für die beanstandeten Sätze: 2 bis 5 Zentimeter weniger Umfang nach der ersten Behandlung. Ein Urteil oder Verfahren zu „Sixpack in x Tagen“ bei Heim-Bauchtrainern in Deutschland hat die Recherche nicht gefunden, auch in den Jahresberichten 2022 und 2024 der Wettbewerbszentrale nicht.
Zwei Jahrzehnte Verfahren gegen Bauchgürtel-Werbung
Der Zeitstrahl ordnet die Verfahren und Rechtsakte, die für EMS-Bauchgürtel in den Unterlagen belegt sind. Hervorgehoben sind der Auftakt in den USA und die beiden Daten aus dem Juni 2023, an denen Düsseldorf und Brüssel um einen Tag auseinanderliegen. Geldbeträge aus den Vergleichen sind bewusst weggelassen. Aufgenommen sind neben den Werbeverfahren zwei Rechtsakte, die für das heutige Angebot gelten: der Import Alert der FDA, weil er die US-Grenze zwischen Straffen und Abnehmen festschreibt, und die europäische Produktsicherheitsverordnung, weil sie regelt, was in einem Online-Angebot stehen muss.
Zeitachse
Verfahren und Rechtsakte zu Bauchgürteln mit Strom, 2002 bis 2024
Grundlage: FTC-Pressemitteilungen vom 08.05.2002, 23.07.2003, 01.10.2003, 26.04.2005, 14.01.2009, 23.08.2012 und 16.07.2014; Federal Court of Australia, ACCC v Danoz Direct [2003] FCA 881; LG Düsseldorf 12 O 115/22 nur nach Berichten von lhr-law.de (17.10.2023), wbs.legal und Händlerbund, Urteilstext nicht gefunden; Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346 und Verordnung (EU) 2023/988 über das Amt für Veröffentlichungen der EU; FDA Import Alert 89-01. Alle Quellen abgerufen am 17.10.2026, ohne Geldbeträge.
Das „Project ABSurd“ richtete sich gegen drei Gürtel und mehrere Firmen. Die Klage zum AB Energizer lief vor dem Bezirksgericht im Süden Kaliforniens unter 02CV888H(AJB), die zu AbTronic unter CVS 020649-PMP und die zu Fast Abs unter CVS 020648-KJD, beide in Nevada. Die Aktenzeichen helfen, die Verfahren in den Gerichtsakten wiederzufinden; eingereicht waren die Klagen am 7. Mai, einen Tag vor der Mitteilung. Die FTC wies in ihrer Mitteilung vom Mai 2002 ausdrücklich darauf hin, dass eine Klage keine Feststellung eines Rechtsverstoßes ist. Bemerkenswert ist ein Nebensatz: Die FDA und Lehrbücher zur Elektrostimulation schlössen die Anwendung bei implantierten Herzschrittmachern und anderen elektronischen Implantaten aus, die Sicherheit in der Schwangerschaft sei nicht nachgewiesen. Die Warnung, die heute in keinem der sieben Angebote steht, stand damit schon in der Pressemitteilung einer Behörde. Einen Tag nach der FTC veröffentlichte der US-Verband ACE eine Mitteilung zu seiner EMS-Studie aus dem Jahr 2000.
Im Juli 2003 kamen die ersten Ergebnisse. Die Anbieter von Fast Abs schlossen einen Vergleich, ohne Schuld einzugestehen, und verpflichteten sich dauerhaft, keine Fett- oder Zentimeterverluste und keine Gleichwertigkeit mit Sit-ups mehr zu behaupten; beworben worden war der Gürtel unter anderem mit der Gleichsetzung mit 600 Sit-ups. Außerdem durften sie nicht mehr behaupten, EMS über der Brust sei sicher. Gegen fünf von sieben Beklagten im AbTronic-Verfahren erging am 1. Juli 2003 in Nevada ein teilweises Summary Judgment zugunsten der FTC. Der AB Energizer folgte im April 2005 mit Vergleichen, an denen auch der Bundesstaat Kalifornien beteiligt war und die Erstattungen an Käufer vorsahen.
Am längsten dauerte der Fall Ab Force. Die FTC leitete im Oktober 2003 ein Verwaltungsverfahren gegen Telebrands ein, wegen Aussagen zu Gewichts-, Umfangs- und Fettverlust, zu definierten Bauchmuskeln und zum Ersatz für Training. Ein Verwaltungsrichter gab der FTC 2004 recht, die Kommission bestätigte 2005, das Berufungsgericht des Vierten Bezirks 2006. Der Vergleich über die Erstattungen folgte im Januar 2009; nach Angaben der FTC waren mehr als 700.000 Gürtel und Zubehörteile verkauft worden. In Australien kam der Federal Court im August 2003 im Verfahren der Wettbewerbsbehörde ACCC gegen Danoz Direct zu dem Schluss, dass es für die Aussagen zu Cellulite und Fett beim AbTronic keine vernünftige Grundlage gab. Eine Erstattung ordnete das Gericht nicht an; die endgültigen Anordnungen wurden nicht geprüft.
Der Ab Circle Pro gehört nur mit einem Bein in diese Reihe, denn er ist kein EMS-Gerät, sondern ein Übungsgerät; das Ab-Circle-Gerät wurde auch in EMG-Studien gemessen. Er zeigt aber, wie hartnäckig ein Versprechen ist. Die FTC beanstandete 2012 die Aussagen, man verliere Gewicht und Fett an bestimmten Körperstellen, drei Minuten auf dem Gerät entsprächen 100 Sit-ups und man könne zehn Pfund in zwei Wochen abnehmen. Der Vergleich kam ohne Schuldeingeständnis zustande und verbot solche Aussagen ohne kompetente wissenschaftliche Stütze. Im Juli 2014 verschickte die FTC 196.969 Erstattungsschecks. Verfahren gegen fünf Geräte in zwölf Jahren, mit unterschiedlicher Technik und wiederkehrenden Versprechen: Fettverlust an einer Stelle, Ergebnis ohne Mühe, Gleichwertigkeit mit einer Übung.
In den Fallakten steckt mehr als die Schlagzeile. Beim AB Energizer ging es neben den Wirkungsversprechen um eine Geld-zurück-Garantie und die Mail Order Rule, die US-Regel für Versandbestellungen; die Urteile wurden teilweise ausgesetzt. Im Fall Ab Circle Pro führte die FTC acht Firmen und mehrere Einzelpersonen als Beklagte, dazu den Verlag Reader's Digest als sogenannten Relief Defendant, also als Partei, die ohne eigenen Vorwurf Mittel herausgeben soll; Aktenzeichen 1:12-cv-23065-CMA beim Bezirksgericht in Südflorida. Einer der Vorwürfe betraf eine falsche Aussage über die Gewichtsabnahme einer Moderatorin im Werbefilm. Die tatsächlich ausgezahlte Erstattung lag laut FTC unter der im Vergleich zugesagten Mindestsumme; was mit dem Rest geschah, wurde nicht geprüft. Im australischen AbTronic-Verfahren hielt das Gericht fest, es treffe keine Anordnung zu Erstattungen, und vertagte die Festlegung der Rechtsfolgen.
Drei Rechtsräume nebeneinander
Wer die Verfahren liest, sollte nicht übersehen, dass sie aus drei Rechtsordnungen stammen, die verschieden ansetzen. Die Tabelle fasst zusammen, was die Unterlagen je Rechtsraum hergeben.
| Rechtsraum | Wer handelt | Was belegt ist | Bedeutung für Käufer in Deutschland |
|---|---|---|---|
| USA | FTC gegen Werbung, FDA bei Zulassung und Einfuhr | Verfahren gegen fünf Geräte 2002 bis 2014; 510(k)-Einträge für Slendertone-Modelle; Import Alert 89-01 | Maßstab für Werbeaussagen; die Einträge gelten nicht in der EU |
| Australien | Wettbewerbsbehörde ACCC vor dem Federal Court | AbTronic 2003: keine vernünftige Grundlage für Fett- und Cellulite-Aussagen | bestätigt die US-Linie aus einem zweiten Rechtsraum |
| EU und Deutschland | Hersteller über die Zweckbestimmung, Gerichte auf Klage von Verbänden, Marktüberwachung über Safety Gate | MDR ohne Muskelstimulation in Anhang XVI; DVO 2022/2346; NiSV nur gewerblich; LG Düsseldorf 2023 nur laut Bericht | kein Zulassungsregister für Fitnessgürtel; Einordnung und Gegenanzeigen hängen am Hersteller |
Der Unterschied ist für den Käufer greifbar. In den USA gibt es eine Datenbank, in der sich die Freigabe eines bestimmten Gürtels nachschlagen lässt, und eine Behörde, die Werbung über Jahre verfolgt hat. In der EU gibt es für einen Gürtel ohne medizinischen Zweck kein solches Register; ob er als Medizinprodukt gilt, legt der Hersteller über seine Zweckbestimmung fest, und Werbung wird vor allem dann geprüft, wenn ein Verband klagt. Ein deutscher Käufer kann deshalb weniger nachschlagen und muss mehr selbst lesen.
Beanstandete Sätze von damals, Angebotstexte von heute
Legt man die beanstandeten Aussagen neben die Texte der sieben Angebote, ergibt sich ein gemischtes Bild. Die Tabelle stellt nur nebeneinander, was in den Unterlagen steht. Sie stellt keinen Rechtsverstoß fest, denn über die heutigen Texte hat keine Behörde und kein Gericht entschieden.
| Aussagetyp in den Verfahren | Formulierung im Feld am 17.10.2026 |
|---|---|
| Fett- und Umfangsverlust (FTC 2002, Ab Force, LG Düsseldorf) | „Fettverbrennung“ im Titel des Beurer Corefit II |
| Wirksamkeit ohne Beleg (LG Düsseldorf) | „klinisch bewiesen“ und „unabhängige Studien“ beim Abs7, „klinisch nachgewiesene Ergebnisse nach 4 Wochen“ beim Evolve, jeweils ohne Studienangabe |
| Sicherheit für alle Nutzer (FTC 2002) | keine Aussage dieser Art erhoben, aber auch keine Gegenanzeigen im Angebot; TESMED bewirbt die Nutzung nach der Schwangerschaft |
| Medizinische Qualität ohne Nachweis | „zertifiziert nach medizinischen Sicherheitsstandards“ beim Evolve, „medizinisch geprüfte Gelpads“ im A+-Teil des Abs7, ohne Norm oder Nummer |
| Gleichwertigkeit mit Sit-ups (Fast Abs, Ab Circle Pro) | in den erhobenen Angebotstexten nicht gefunden |
| Ersatz für Training (Ab Force) | nicht als Angebotsaussage erhoben; die Beurer-Anleitung schreibt umgekehrt, der Gürtel könne aktives Training nicht vollständig ersetzen |
Die Werbesprache ist also vorsichtiger geworden, aber nicht verschwunden. Sixpack-Versprechen und Sit-up-Vergleiche stehen in den Daten der sieben Angebote nicht, dafür Wirksamkeitsaussagen ohne Quelle und ein Fettwort im Titel. Wer diese Sätze liest, kann sie an einem Maßstab messen, den die Verfahren geliefert haben: Steht dabei, wie viele Personen wie lange womit verglichen wurden? Bei keinem der zitierten Sätze ist das der Fall. Zu den beiden Slendertone-Zahlen, die auf eine Studie zurückgehen, steht die Gegenprobe auf der Seite zur Wirkung.
Bemerkenswert ist die letzte Zeile der Tabelle. Der Vorwurf, ein Gürtel werde als Ersatz für Training verkauft, stand 2003 im Ab-Force-Verfahren. Heute schreibt ein Hersteller das Gegenteil in die eigene Anleitung: Der Gürtel könne aktives Training nicht vollständig ersetzen. Das ist kein Werbesatz, sondern eine Zweckbeschreibung, und sie passt zu dem, was die Studienlage hergibt. Wer zwischen zwei Gürteln schwankt, kann diesen Satz als Prüfstein nehmen: Ein Anbieter, der ihn sinngemäß selbst aufschreibt, verspricht weniger als einer, der mit Fettverbrennung wirbt.
Gegenanzeigen: im Angebot leer, beim Hersteller verstreut
Seit dem 13. Dezember 2024 gilt die EU-Produktsicherheitsverordnung 2023/988. Ihr Artikel 19 regelt Online-Angebote: Name und Anschrift des Herstellers, gegebenenfalls die verantwortliche Person in der EU, die Produktidentifikation mit Abbildung sowie Warnhinweise und Sicherheitsinformationen müssen im Angebot stehen. Artikel 9 Absatz 7 verlangt klare Anweisungen und Sicherheitsinformationen in einer Sprache, die die Verbraucher leicht verstehen. Ob die sieben Angebote damit gegen die Verordnung verstoßen, entscheidet diese Seite nicht; ob die Verordnung für jeden dieser Gürtel neben anderen Vorschriften greift, ist in den Unterlagen nicht geprüft. Festhalten lässt sich, dass die Angaben, die der Artikel nennt, bei Gegenanzeigen im Feld fehlen.
Bei den übrigen Pflichtangaben sieht das Feld besser aus, soweit die Datenfelder sie zeigen. Für die beiden Bodify-Pads steht die Fassmer GmbH als Hersteller und Verkäufer im Angebot, TESMED verkauft selbst, die Beurer-Gürtel verkauft Amazon, die Slendertone-Gürtel Slendertone. Beim nicht ausgewählten Unegnel heißt die Marke anders als der Hersteller und dieser anders als der Verkäufer, drei Namen für ein Gerät. Wer im Schadensfall einen Ansprechpartner sucht, findet ihn bei den sieben ausgewählten Gürteln, bei manchem No-Name-Gürtel erst nach einigem Suchen.
Was der Käufer findet, hängt vom Hersteller ab. Beurer nennt auf der Produktseite der Corefit-Gürtel vier Ausschlüsse, nämlich Herzschrittmacher, Epilepsie, Schwangerschaft und Herzrhythmusstörungen, und die Anleitung des Corefit I eine lange Liste, die bis zu Krebs, Metallimplantaten, Blutungsneigung und der Zeit nach Operationen reicht. Slendertone hat in Europa keine Liste veröffentlicht, die die Recherche gefunden hätte; die US-Anleitung des CoreFit Abs 8 ist die nächstliegende Quelle. Bei TESMED steht nur der Pauschalsatz. Beim Abs7 findet sich der Hinweis auf die Aufsicht von Erwachsenen, beim Bodify Max „Nur für den Hausgebrauch“, und beim Unegnel stammt der Satz zu Herzschrittmacher, Schwangerschaft und Epilepsie aus einem Kundentext, nicht vom Anbieter.
Auch beim Hersteller ist die Suche nicht immer einfach. Die Beurer-Anleitung des Corefit I liegt als PDF öffentlich auf dem Server des Herstellers und lässt sich vor dem Kauf lesen. Bei Slendertone lieferte die FAQ-Seite in der Recherche einen Fehler, das Hilfe-Center lädt seine Inhalte erst per Skript nach, und das Programmheft zum Evolve Abs, das sich abrufen ließ, enthält keine Sicherheitshinweise. Die einzige Slendertone-Liste mit Ausschlüssen in den Unterlagen ist eine US-Anleitung, die über einen Amazon-Server verbreitet wird. Wer einen Slendertone-Gürtel in Erwägung zieht und eine der Gegenanzeigen haben könnte, fragt deshalb vor der Bestellung beim Hersteller nach der europäischen Anleitung.
Dass eine fehlende Anleitung kein Formfehler ist, zeigt der älteste EMS-Fall im Safety Gate. Bulgarien meldete am 12. Juni 2008 einen „Schlankheitsgürtel“ der Marke ABGIMNIC, verkauft ohne bulgarische Gebrauchsanweisung. Die Behörde sah ein Verletzungs- und Gesundheitsrisiko unter anderem für Menschen mit Epilepsie, Herzkranke und Schwangere und ordnete eine verpflichtende Maßnahme an. Die vollständige Liste der Gegenanzeigen aus den Anleitungen, dazu die Fragen nach dem Kaiserschnitt und nach Nebenwirkungen, ordnet die Seite zur Wirkung ein; hier geht es um die Frage, ob man sie vor dem Kauf zu sehen bekommt.
Wer nach der Geburt wegen einer Rektusdiastase nach einem Gürtel sucht, steht vor einer doppelten Lücke: Eine Studie zu EMS bei Rektusdiastase gibt es in den Unterlagen nicht, und ob Training den Abstand der geraden Bauchmuskeln überhaupt verkleinert, beurteilen die Meta-Analysen unterschiedlich. Den Stand dieser Studien und die Frage, wann nach der Geburt welche Übung infrage kommt, behandelt der Ratgeber Training bei Rektusdiastase mit den widersprüchlichen Meta-Analysen.
Rückrufe und Meldungen: was die Datenbanken zu Bauchgürteln führen
Zu Beurer, Sanitas und Slendertone fand die Recherche keinen Rückruf und keine Behördenwarnung, und auch die allgemeinen Suchen nach EMS-Gürteln ergaben nichts zu TESMED oder Bodify. Durchsucht wurden die Rückrufdatenbank der US-Verbraucherschutzbehörde CPSC, Health Canada, die australische ACCC, das europäische Safety Gate, produktwarnung.eu und die Seiten des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Die Suche nach „muscle stimulator“ ergab bei CPSC und Health Canada keinen Treffer, und beim BfArM fand sich keine Kundeninformation zu einem EMS-Gürtel. Auch einen Warnbrief der FDA zu EMS-Bauchgürteln aus den Jahren 2025 oder 2026 hat die Recherche nicht gefunden. Das ist ein Befund dieser Datenbanken, keine Aussage, dass die Geräte unbedenklich wären.
Was es gibt, betrifft namenlose oder fremde Geräte, und die Gründe sind aufschlussreich, weil sie nichts mit der Muskelwirkung zu tun haben. Die Tabelle ordnet die EMS-nahen Einträge nach dem Mangel.
| Meldung | Gerät | Mangel | Rechtsgrundlage laut Meldung |
|---|---|---|---|
| Safety Gate 0611/08, Bulgarien, 2008 | Schlankheitsgürtel ABGIMNIC | keine Anleitung in Landessprache, Risiken für Epilepsie, Herzkranke, Schwangere | verpflichtende Maßnahme; Rechtsgrundlage nicht erhoben |
| Safety Gate A12/01848/22, Irland, 2022 | Schlankheitsgürtel L(A)B mit Netzteil | Netzstecker zu klein, Isolierung unzureichend, Stromschlag | Niederspannungsrichtlinie, EN 60335-1 |
| Safety Gate A12/02887/23, Schweden, 2023 | elektrischer Hüfttrainer, Marke „EMS“ | Blei in Lötstellen, Weichmacher | RoHS |
| Safety Gate A12/00712/24, Schweden, 2024 | Muskelstimulator XTK058 | Weichmacher, Cadmium, kurzkettige Chlorparaffine | RoHS 2, POP-Verordnung |
| Health Canada RA-72556, 2023 | TENS/EMS-Gerät EV-906, an Fachkreise | Verkauf nach Ablauf der Gerätelizenz | Medizinprodukte-Lizenz, Klasse II |
Drei der fünf Meldungen betreffen Strom und Stoffe, also Netzteil, Lötzinn und Kunststoff, eine die fehlende Anleitung und eine eine Zulassungsfrage in Kanada. Für die sieben Gürtel heißt das: Die Fragen nach Ladegerät, Lötstellen und Weichmachern beantwortet keines der Angebote. Eine Konformitätserklärung, in der die Stoffbeschränkungen genannt wären, liegt in den Unterlagen nur für den Sanitas SEM 32 vor, der nicht im Feld steht; für die sieben Gürtel wurde keine erhoben. Wer sicher gehen will, fragt beim Hersteller nach der Erklärung, bevor der Gürtel zum ersten Mal am Ladekabel hängt.
Gelpads, Wasserelektroden, Akku und Garantie
Die Elektrode entscheidet über die laufenden Kosten, und im Feld gibt es drei Bauarten. Slendertone und das Bodify-Basismodell arbeiten mit Gelpads, die verbraucht werden. Beurer setzt auf Kontaktelektroden, die mit Wasser befeuchtet werden und laut Hersteller verschleißfrei sind. TESMED und der Bodify Pro kommen laut Angebot ganz ohne Gel und ohne Elektrodenwechsel aus. Preise für Pads nennt diese Seite nicht; was zählt, ist, wie oft nachgekauft werden muss.
Slendertone gibt den Wechsel mit 20 bis 30 Straffungseinheiten an, auf der englischen Seite heißt es, drei Packungen sollten drei Monate halten. Die Original-Gelpads haben ein eigenes Amazon-Angebot mit 6.440 Bewertungen und passen laut Angebot zu allen Slendertone-Gürteln außer dem Modell „Active“. Wie viele Pads in einer Packung stecken, sagt das Angebot nicht eindeutig: Der Titel nennt ein „9er Set“, eine Aufzählung ein „3er-Set“, das Datenfeld drei. Für den Evolve führt Slendertone Gelpads als Einer- und als Dreierpackung unter eigenen Artikelnummern. Bodify nennt für das Basismodell bis zu acht Wochen je Pad bei zwei bis drei Anwendungen pro Woche, eine Ersatzpad-Nummer wurde nicht erhoben.
Beim Akku gibt es keine Zahl im ganzen Feld. Keines der dreizehn Angebote nennt eine Laufzeit in Stunden, eine Ladezeit oder eine Kapazität; der einzige Kapazitätswert, die 5.000 Milliamperestunden im Slendertone-Set, stammt aus einem fremden Text. TESMED nennt einen Lithium-Polymer-Akku mit USB-Ladung, Bodify USB-C. Beurer nennt im Amazon-Angebot des Corefit II nur einen Hinweis zur Herstellerverantwortung für Batterien und Akkus, beim Corefit I nichts. Dazu kommen drei Widersprüche zwischen Text und Datenfeld, beim Abs7 und bei beiden Bodify-Pads.
Bei der Garantie trennen sich die Marken deutlich. Slendertone gibt zwei Jahre mit Reparatur oder Ersatz, nimmt aber Gelpads, Batterien und USB-Kabel aus. Beurer gibt drei Jahre auf die Corefit-Gürtel. Für TESMED und Bodify ist in den Unterlagen keine Herstellergarantie belegt; dort bleibt die gesetzliche Gewährleistung gegenüber dem Verkäufer, also bei den Beurer-Gürteln gegenüber Amazon, bei TESMED, Bodify und Slendertone gegenüber dem Anbieter selbst. Die Garantien von Beurer und Slendertone kommen hinzu; die gesetzlichen Rechte bleiben laut Slendertone davon unberührt. Die Gewährleistung verjährt bei beweglichen Sachen nach Paragraf 438 BGB in zwei Jahren ab Ablieferung, und zeigt sich ein Mangel innerhalb eines Jahres, wird nach Paragraf 477 BGB vermutet, dass er schon bei der Übergabe bestand. Für die Ersatzteillage über Jahre ist eine Beobachtung nützlich: Das Beurer-Zubehörset 647.05 mit zwei Klebeelektroden von 45 mal 45 Millimetern, Kabel und Kurzanleitung ist auf Amazon seit dem 14. August 2017 gelistet und gehört laut Beurer auch zur Corefit-Reihe, hat also mindestens einen Modellwechsel überdauert.
Wie gut sich ein Gürtel über Jahre am Laufen halten lässt, hängt davon ab, ob es neben den Pads auch andere Teile einzeln gibt. Die Tabelle führt auf, was in den Unterlagen als Einzelteil belegt ist.
| Marke | Belegtes Ersatzteil oder Zubehör | Was fehlt |
|---|---|---|
| Slendertone | Gelpads, beim Evolve als Einer- und Dreierpackung; Gürtelverlängerung um 17 bis 22 cm; Steuereinheit des Abs7 einzeln | Angabe zu Akkutausch |
| Beurer | Zubehörset 647.05 mit zwei Klebeelektroden, Kabel und Kurzanleitung | Steuereinheit oder Gurt einzeln |
| Bodify | Ersatzpads laut Angebot des Basismodells; Verlängerungsgurt im Lieferumfang des Pro | Artikelnummer der Pads, Länge des Gurts |
| TESMED | in den Unterlagen kein Einzelteil belegt | alles außer dem Gerät |
Für Slendertone ist die Lage am besten dokumentiert, was zur Bauart passt: Ein Gürtel, der Verbrauchsmaterial braucht, muss es auch liefern. Bei den gelfreien Gürteln ist die Frage weniger drängend, weil kein Teil planmäßig verschleißt. Ein Akkutausch ist bei keiner Marke beschrieben; wie lange ein eingebauter Akku hält und ob er sich ersetzen lässt, bleibt damit bei allen sieben offen. Das ist der Punkt, an dem die Nutzungsdauer eines gelfreien Gürtels nach den vorliegenden Daten am ehesten endet, belegen lässt es sich nicht.
Bauchumfang messen, Pad-Bedarf rechnen
Die erste Rechnung vor dem Kauf ist die einfachste: Passt der Gürtel um den Bauch? Der Rechenweg besteht aus einem Maßband und den Herstellerangaben. Vier Gürtel nennen einen Bereich: Evolve 61 bis 107 Zentimeter, mit Verlängerung nach eigener Rechnung bis 124 oder 129, Corefit I ca. 70 bis 140, Corefit II ca. 75 bis 130, TESMED bis 120 ohne Untergrenze. Der Abs7 und das Bodify-Basismodell nennen keinen Bereich, der Bodify Pro liefert einen Verlängerungsgurt ohne Maß. Wer 115 Zentimeter misst, hat nach diesen Angaben vier Kandidaten: Corefit I, Corefit II, TESMED und den Evolve mit Verlängerung. Wer 65 Zentimeter misst, kommt beim Evolve und, mangels Untergrenze, vielleicht beim TESMED unter, aber nicht bei Beurer.
Wo gemessen werden soll, sagt keiner der Hersteller in den Unterlagen. Beurer verlangt in der Anleitung des EM 37 nur, dass der Bauchnabel mittig abgedeckt ist; Porcari 2005 hat den Umfang unter anderem auf Nabelhöhe gemessen. Auf Höhe des Nabels zu messen, ist damit naheliegend, aber nicht vorgeschrieben.
Die zweite Rechnung betrifft den Nachkauf über ein Jahr. Wer die Empfehlung von Slendertone, fünf Tage pro Woche, über 52 Wochen einhält, kommt auf 260 Sitzungen. Geteilt durch 20 bis 30 Sitzungen je Pad-Satz ergibt das 9 bis 13 Pad-Sätze pro Jahr, eigene Rechnung; die englische Angabe von drei Packungen für drei Monate liegt mit zwölf im Jahr am oberen Ende. Beim Bodify-Basismodell mit acht Wochen je Pad bei zwei bis drei Anwendungen pro Woche sind es nach eigener Rechnung sechs bis sieben Pads im Jahr, bei häufigerer Nutzung mehr, wie viele genau, sagt das Angebot nicht. Bei Beurer, TESMED und dem Bodify Pro fällt nach Herstellerangabe kein Pad an. Die Rechnung ersetzt keine Preisangabe, zeigt aber, dass der Unterschied zwischen den Bauarten nicht in Einzelstücken, sondern in Dutzenden Pad-Sätzen über die Nutzungsdauer liegt.
Sechs Situationen und der passende Gürtel
Aus Tabelle, Karten und Rechnung lassen sich sechs Ausgangslagen beantworten. Ausgewählt sind sie nach den Suchvorschlägen und Forentiteln der Erhebung, nicht nach einer Zählung von Käufern.
Wer ohne Nachkauf von Verbrauchsmaterial auskommen will
Beurer Corefit I und II, TESMED Absolute und Bodify Pro brauchen nach Angabe der Anbieter keine Gelpads. Von diesen vier ist nur Beurer mit Herstellerangaben zu Status, Gegenanzeigen und Garantie dokumentiert. Wer Verbrauchsfreiheit und Dokumentation zugleich will, landet beim Corefit I.
Wer einen Gürtel mit behördlich dokumentiertem Zweck sucht
Das ist der Evolve Abs, mit der Einschränkung, dass die Dokumentation aus den USA stammt und das Straffen und Kräftigen betrifft. Wer das als Qualitätsmerkmal schätzt, muss die Gelpads und das Fehlen europäischer Gegenanzeigen in Kauf nehmen.
Wer Bauch und unteren Rücken zugleich ansprechen will
Im Feld setzt nur der Corefit II Elektroden auf den Rücken. Ob das dem Rücken etwas bringt, belegt keine Quelle in den Unterlagen. Wer wegen Rückenschmerzen über einen solchen Gürtel nachdenkt, findet die Studien zu Bauchtraining und Rücken im Ratgeber Bauchtrainer bei Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfall und sollte die Beschwerden zuerst ärztlich oder physiotherapeutisch abklären lassen.
Wer einen großen Bauchumfang hat
Über 130 Zentimeter bleibt nach den Herstellerangaben nur der Corefit I mit bis zu ca. 140 Zentimetern. Der Evolve reicht mit Verlängerung nach eigener Rechnung bis höchstens 129, der TESMED bis 120.
Wer kurz nach einer Geburt den Bauch kräftigen will
Hier ist zuerst kein Gürtel die Antwort. Die Hersteller- und Studienausschlüsse betreffen die Schwangerschaft und die Zeit nach Operationen, die Studie mit Effekt hat Frauen in den ersten drei Monaten nach einer Schwangerschaft ausgeschlossen. Dass TESMED gerade diese Nutzung bewirbt, macht den Gürtel nicht geeigneter. Hebamme oder Physiotherapie klären, was in dieser Phase passt.
Wer schon trainiert und den Gürtel zusätzlich tragen will
Für diese Gruppe hat Slendertone den Aktivmodus des Abs7 gebaut. Belegt ist der Zusatznutzen nicht: In Yoo 2023 unterschieden sich Leistung und Körperzusammensetzung nach acht Wochen Krafttraining mit und ohne EMS nicht, nur die Muskeldicke unter Anspannung war mit Strom höher. Wer den Gürtel trotzdem zusätzlich nutzen will, wählt nach Bauchumfang und Pad-Bauart wie alle anderen; einen Gürtel, der für diesen Zweck besser belegt wäre, gibt es im Feld nicht.
Die Kippfrage: Liegt die Liste der Gegenanzeigen vor dem Kauf vor?
Wenn eine einzelne Angabe die Empfehlung umwirft, ist es diese. Solange der Käufer gesund ist und keine Gegenanzeige hat, entscheiden Bauchumfang, Pad-Bauart und Garantie. Sobald eine Vorerkrankung, ein Implantat oder eine Schwangerschaft im Spiel ist, kippt der Vergleich: Dann zählt nur noch, ob der Hersteller die Gegenanzeigen zugänglich macht, damit Ärztin oder Arzt sie prüfen können. Nach den Unterlagen leistet das im Feld nur Beurer. Bei allen anderen muss der Käufer die Anleitung nach dem Kauf auspacken, um zu erfahren, ob er das Gerät überhaupt benutzen darf.
Ein Beispiel zeigt, wie stark die Frage umschlägt. Eine Käuferin mit Bluthochdruck, die einen gelfreien Gürtel bis 120 Zentimeter sucht, landet nach Bauchumfang und Pad-Bauart beim TESMED oder beim Corefit I. Die Beurer-Anleitung nennt hohen und niedrigen Blutdruck ausdrücklich unter den Ausschlüssen; das Angebot von TESMED nennt gar keine Gegenanzeigen. Sie kann also nur beim Beurer-Gürtel vor dem Kauf erfahren, dass ihr Fall in der Anleitung steht, und mit dieser Liste in die Praxis gehen. Beim TESMED erfährt sie, ob die Anleitung ihren Fall nennt, frühestens mit dem Paket.
Woran ein EMS-Gürtel vor dem Kauf ausscheidet
Fünf Prüfungen lassen sich vor der Bestellung erledigen, und jede kann einen Gürtel aus dem Rennen nehmen. Erstens der Bauchumfang: Ein Gürtel scheidet aus, wenn das eigene Maß außerhalb des genannten Bereichs liegt, und ein Gürtel ohne Bereichsangabe ist für sehr schmale oder sehr breite Bäuche ein Risiko. Zweitens die Gegenanzeigen: Wer eine der in der Beurer-Liste genannten Erkrankungen hat, für den kommt ohne ärztliche Freigabe keiner der sieben infrage, und ein Angebot ohne zugängliche Liste ist ungeeignet, wenn die Frage offen ist.
Drittens das Ziel. Wer Fett verlieren will, für den scheidet die ganze Gerätegruppe aus, nicht ein einzelner Gürtel; keine Studie in den Unterlagen hat einen Fettverlust durch einen Bauchgürtel gemessen, und die FDA hat kein Gerät dafür freigegeben. Viertens das Verbrauchsmaterial: Wer keine Pads nachkaufen will, streicht die beiden Slendertone-Gürtel und das Bodify-Basismodell. Fünftens die Stromversorgung: Wer wissen will, ob ein Gürtel Batterien oder einen Akku braucht, kann sich beim Abs7 und bei den beiden Bodify-Pads nicht auf das Angebot verlassen, weil Text und Datenfeld sich widersprechen; ein Gürtel scheidet hier nicht aus, aber die Frage gehört vor dem Kauf an den Verkäufer. Was danach übrig bleibt, lässt sich an den Datenlücken der Karten entscheiden.
Premium, Mittelklasse, Einstieg: was die Segmente trennt
Die Segmente auf den Karten ordnen nach Marktposition, Marke und Dokumentation, nicht nach Preis. Premium sind die beiden Slendertone-Gürtel: die Marke mit dem größten Bewertungszähler im Feld beim Abs7, Studienbezügen in der Werbung, US-Einträgen für drei Modelle der Marke und einem Programmsystem mit Aktivmodus. Mittelklasse sind die beiden Beurer, der TESMED und der Bodify Pro, alle ohne Gelpads. Einstieg ist das Bodify-Basismodell mit Pad und den schwächsten Sternen. Es ist zugleich das Modell, dessen Pad-Bedarf sich am genauesten vorab rechnen lässt, weil nur sein Angebot eine Haltbarkeit in Wochen nennt; der Einstieg ist hier also nicht das am schlechtesten dokumentierte Gerät, sondern das mit der knappsten Ausstattung.
Der Sprung vom Einstieg in die Mittelklasse bringt das Wegfallen des Pad-Nachkaufs und bei Beurer die vollständigste Dokumentation im Feld. Der Sprung von der Mittelklasse zu Premium bringt eine US-Freigabe beim Evolve, festgelegte Pad-Intervalle und den Direktvertrieb durch den Hersteller, aber wieder Gelpads, eine kürzere Garantie als Beurer und keine europäischen Gegenanzeigen. Ab der Mittelklasse bringt der Aufstieg für die beiden Angaben, die im ganzen Feld fehlen, nichts mehr: Stromstärke und Gegenanzeigen im Angebot fehlen auch im Premium-Segment.
Was keiner der sieben Gürtel mitliefert
Manche Anforderung erfüllt kein Gerät im Feld, und das liefert der Markt nicht, gleich in welchem Segment. Keines der sieben Angebote nennt die Gegenanzeigen im Text. Keines nennt Stromstärke oder Frequenz, eine CE-Kennnummer mit benannter Stelle, eine Akkulaufzeit oder eine Ladezeit. Keines ist in einer Studie untersucht, die das Modell beim Namen nennt, und keines hat einen unabhängigen Produkttest hinter sich.
Für einen Käufer, der einen Gürtel nach Wirkung, Sicherheit und Haltbarkeit auswählen möchte, ist das eine ernüchternde Liste. Die beste verfügbare Annäherung bleibt, den Hersteller zu wählen, der am meisten offenlegt, und die Anleitung vor dem Kauf herunterzuladen. Bei Beurer geht das. Für Slendertone fand die Recherche keine europäische Fassung mit Sicherheitsteil, für TESMED und Bodify wurde keine Anleitung ausgewertet.
Modellwechsel, Warten und der Punkt, an dem sich der Gürtel erübrigt
Eine Saison gibt es bei EMS-Gürteln nach den Unterlagen nicht, wohl aber Modellwechsel. Beurer hat die EM-Reihe durch die Corefit-Gürtel ersetzt, die seit April 2024 auf Amazon stehen; der EM 39 ist als Gerät nicht mehr gelistet, seine Produktseite liefert einen Fehler. Slendertone hat Abs8 und Connect Abs aus dem europäischen Shop genommen und den Evolve als Weiterentwicklung eingeführt, während der Abs7 seit 2015 weiterläuft. TESMED stellt seit Juni 2025 einen Absolute Pro neben das Basismodell. Warten bringt nach diesen Daten nichts Bestimmtes; wer aber einen Gürtel mit Gelpads kauft, sollte prüfen, ob die Pads markenweit passen, was Slendertone für alle Gürtel außer dem Active zusagt.
Wie schnell sich das Feld dreht, zeigt das Datenfeld „Im Angebot von Amazon.de seit“. Es steht bei elf der dreizehn EMS-Geräte, im übrigen Cluster nur noch beim Beurer-Zubehör. Sieben der elf Daten liegen im Jahr 2024 oder später.
| Gerät | im Angebot seit |
|---|---|
| Slendertone Abs7 | 05.09.2015 |
| Bodify Basis | 17.02.2019 |
| Bodify Pro | 17.09.2021 |
| TESMED Absolute | 22.04.2022 |
| Bodify Max (nicht im Feld) | 19.03.2024 |
| Beurer Corefit I | 17.04.2024 |
| Beurer Corefit II | 24.04.2024 |
| TESMED Absolute Pro (nicht im Feld) | 03.06.2025 |
| Relassy (nicht im Feld) | 27.06.2025 |
| TERVON (nicht im Feld) | 26.09.2025 |
| Unegnel (nicht im Feld) | 07.05.2026 |
Für den Käufer heißt das zweierlei. Ein Bewertungszähler wie der des Abs7 ist über elf Jahre gewachsen und sagt etwas über die Lebensdauer des Angebots, nicht über das heutige Gerät. Und ein junges Angebot mit hohen Sternen, etwa der Unegnel mit 4,9 bei 33 Bewertungen seit Mai 2026, hat noch keine Zeit gehabt, Schwächen, die sich erst nach Monaten zeigen, in den Bewertungen sichtbar zu machen. Wer warten kann, wartet bei neuen Gürteln, bis der Zähler eine Einordnung trägt.
Wichtiger ist der Punkt, an dem man den Gürtel gar nicht kaufen sollte, weil etwas anderes trägt. Wer die Bauchmuskeln kräftigen will und üben kann, braucht keinen Strom; Bauchrad, Crunch und Sit-up trainieren dieselben Muskeln mit eigener Kraft. Was die Messungen zu Bauchrad, Crunch und Sit-up zeigen, steht im Direktvergleich Bauchroller oder Sit-ups mit EMG-Werten, die Geräte selbst im Vergleich der Bauchräder mit Nutzergewicht und Radbauart. Wer Fett verlieren will, braucht ebenfalls keinen Gürtel. Und wer eine Gegenanzeige hat, braucht vor jedem Gerät das Gespräch in der Praxis. Für alle übrigen ist ein EMS-Gürtel eine Ergänzung mit begrenztem, in einer herstellerfinanzierten Studie belegtem Nutzen.
Nach dem Kauf zählen drei Dinge: die Anleitung lesen, bevor der Gürtel zum ersten Mal läuft, die Haut an den Elektroden in den ersten Tagen kontrollieren, weil die FDA Hautreizungen und Verbrennungen als gemeldete Probleme nennt, und den Kaufbeleg für die Gewährleistung aufbewahren. Zur Entsorgung findet sich in den Unterlagen außer dem Rücknahmehinweis für Batterien und Akkus im Corefit-II-Angebot nichts.
Was sich zu EMS-Gürteln im Handel nicht belegen ließ
- Ein vergleichender Labortest von EMS-Bauchgürteln durch eine Verbraucherorganisation.
- Stromstärke, Frequenz und Impulsform eines der Gürtel; ohne sie sind die Stufenzahlen nicht vergleichbar.
- Akkulaufzeit, Ladezeit und Kapazität bei allen dreizehn erhobenen Geräten.
- Der Medizinprodukt- oder CE-Status der Slendertone-Gürtel in der EU sowie von TESMED und Bodify.
- Gegenanzeigen aus erster Hand für Evolve Abs und Abs7 in einer europäischen Anleitung, für TESMED und Bodify überhaupt.
- Der Urteilstext von LG Düsseldorf 12 O 115/22 und seine Rechtskraft.
- Eine Behörden- oder Gerichtsaussage, ob ein mit Fettabbau beworbener Gürtel unter Anhang XVI Nummer 4 der MDR fällt.
- Ob Artikel 19 der Produktsicherheitsverordnung für jeden der sieben Gürtel greift und was er bei Gegenanzeigen konkret verlangt.
- Eine Herstellergarantie bei TESMED und Bodify, eine Ersatzpad-Nummer für Bodify, die Packungsgröße der Slendertone-Pads.
- Die Messstelle für den Bauchumfang bei allen Herstellern und eine Untergrenze beim TESMED.
- Hinweise zur Entsorgung über einen Rücknahmesatz hinaus.
- Eine Studie, die eines der sieben Modelle beim Namen nennt, und eine Studie zu EMS nach Kaiserschnitt oder bei Rektusdiastase.
Behörden, Gesetze, Urteilsberichte und Herstellerunterlagen
Stichtag für jede Angabe ist der 17. Oktober 2026; an diesem Tag wurden die Behörden- und Gesetzesseiten, die Kanzleiberichte und die Herstellerseiten abgerufen, die sieben Amazon-Angebote zweimal. Wo ein Wert vom Hersteller stammt, steht das beim Wert. Bauchumfang mit Verlängerung, Pad-Sätze pro Jahr und das Mittel der Sterne sind daraus selbst gerechnet. Einen eigenen Test gibt es nicht, ebenso wenig Preise oder die Geldsummen der US-Vergleiche.
- FTC: Klagen gegen drei EMS-Bauchgürtel, 08.05.2002
- FTC: Vergleich Fast Abs und Teilurteil AbTronic, 23.07.2003
- FTC: Verfahren gegen Ab Force, 01.10.2003
- FTC: Vergleiche AB Energizer, 26.04.2005
- FTC: Ab Force, Klage auf Rückzahlung, 02.08.2007
- FTC: Ab Force, Vergleich über Erstattungen, 14.01.2009
- FTC: Ab Circle Pro, Vergleich, 23.08.2012
- FTC: Ab Circle Pro, Erstattungsschecks, 16.07.2014
- Federal Court of Australia: ACCC v Danoz Direct [2003] FCA 881
- ACE: Pressemitteilung zur EMS-Studie, 09.05.2002
- FDA: Electronic Muscle Stimulators, Stand 17.12.2017
- FDA: Import Alert 89-01, Stand 25.10.2024
- FDA 510(k): K203513, Slendertone Evolve Abs
- FDA 510(k): K180688, Slendertone CoreFit Abs 8
- FDA 510(k): K161974, Slendertone Connect Abs
- Verordnung (EU) 2017/745 über Medizinprodukte, Art. 2 und Anhang XVI
- Durchführungsverordnung (EU) 2022/2346
- Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit
- NiSV § 1, Anwendungsbereich
- NiSV § 7, Fachkunde
- NiSV Anlage 3, Fachkundegruppen
- Heilmittelwerbegesetz § 3, irreführende Werbung
- LHR Rechtsanwälte: Bericht zu LG Düsseldorf 12 O 115/22, 17.10.2023
- WBS Legal: Bericht zum selben Urteil
- Händlerbund: Bericht zum selben Urteil
- Wettbewerbszentrale: Werbung für Abnehmen im Liegen, 07.08.2024
- Safety Gate: 0611/08, Schlankheitsgürtel ABGIMNIC
- Safety Gate: A12/01848/22, Schlankheitsgürtel mit Netzteil
- Beurer: Corefit I, Produktseite
- Beurer: Corefit II, Produktseite
- Beurer: Gebrauchsanweisung EM 37
- Sanitas: EU-Konformitätserklärung SEM 32
- Slendertone: Evolve Abs
- Slendertone: Abs7
- Slendertone: Garantie
- Slendertone: US-Anleitung CoreFit Abs 8
- Konsument (VKI): Bodify-EMS-Trainer, 07.08.2023
- Stiftung Warentest: EMS-Studios im Test, 22.09.2020
- Stiftung Warentest: Ratgeber EMS, 22.09.2020
- Porcari et al. 2005, J Sports Sci Med, Volltext
- Porcari et al. 2002, J Strength Cond Res, Abstract
- § 477 BGB, Beweislastumkehr
- Amazon.de-Produktseiten der sieben Gürtel und der übrigen sechs EMS-Geräte und zwei Zubehörangebote, abgelesen am 17.10.2026; Suchvorschläge und Forentitel aus der Nachfrage-Erhebung vom selben Tag.
FAQ
Häufige Fragen
Gibt es einen Test der Stiftung Warentest zu EMS-Bauchtrainern?
Nein. Stiftung Warentest hat 2020 sechs Ketten von EMS-Studios getestet, aber keinen Heimgürtel, und auch Öko-Test, Konsument oder Which? haben keinen vergleichenden Test von EMS-Bauchgürteln veröffentlicht. Testsieger-Angaben auf Vergleichsportalen beruhen damit auf keinem solchen Test.
Welcher EMS-Gürtel ist der beste?
Eine Antwort aus einem Test gibt es nicht. Nach den Unterlagen lassen sich die Gürtel nur nach Bauchumfang, Pad-Bauart, Garantie und Dokumentation vergleichen; am vollständigsten dokumentiert sind die Beurer-Corefit-Gürtel mit Gegenanzeigen beim Hersteller, wasserbefeuchteten Elektroden und drei Jahren Garantie.
Sind EMS-Gürtel gefährlich?
Die FDA nennt Meldungen über Stromschläge, Verbrennungen, Blutergüsse und Hautreizungen sowie Störungen von Herzschrittmachern. Im europäischen Safety Gate stehen einzelne EMS-Geräte, etwa ein Schlankheitsgürtel mit unsicherem Netzteil und zwei Geräte mit Schadstoffen, keine der Marken im Vergleich. Wer eine Gegenanzeige aus der Anleitung hat, nutzt den Gürtel nicht ohne ärztliche Rücksprache.
Darf man einen EMS-Gürtel mit Herzschrittmacher benutzen?
Nein, nicht ohne ärztliche Freigabe. Beurer schließt Herzschrittmacher und Herzrhythmusstörungen aus, die US-Anleitung von Slendertone elektronische Implantate wie Herzschrittmacher und Defibrillatoren, und schon die FTC-Mitteilung von 2002 nennt diesen Ausschluss. In keinem der sieben Amazon-Angebote steht der Hinweis.
Ist ein EMS-Bauchgürtel ein Medizinprodukt?
Das hängt von der Zweckbestimmung des Herstellers ab. Beurer stuft die Corefit-Gürtel ausdrücklich als „Medizinprodukt Europa: Nein“ ein, und Muskelstimulation ohne medizinischen Zweck steht nicht in Anhang XVI der MDR. Slendertone ist für den Evolve Abs in den USA per FDA 510(k) gelistet, den EU-Status nennt der Hersteller nicht.
Gilt die NiSV für EMS-Geräte zu Hause?
Nein. Die Verordnung gilt nach § 1 nur für den Betrieb „gewerblich oder im Rahmen sonstiger wirtschaftlicher Unternehmungen“, etwa im Studio. Wer einen Gürtel privat nutzt, braucht keine Fachkunde, ist aber allein auf die Gebrauchsanweisung angewiesen.
Können Bauchmuskelgürtel beim Abnehmen helfen?
Belegt ist das nicht. In der Studie mit dem Slendertone FLEX stieg die Bauchkraft, Gewicht und Hautfalten blieben unverändert, und die FDA hat keinen Muskelstimulator zur Gewichts- oder Umfangsabnahme freigegeben. Werbung mit Fettabbau war Gegenstand mehrerer FTC-Verfahren und, laut Berichten, eines Urteils des LG Düsseldorf von 2023.
Kann ein Bauchmuskelgürtel regelmäßiges Training ersetzen?
Nach Angabe von Beurer nicht: Die Gebrauchsanweisung schreibt, der Gürtel könne aktives Training nicht vollständig ersetzen. Die FTC ging 2003 gegen den Gürtel Ab Force unter anderem wegen der Behauptung vor, er ersetze Training.
Darf man nach einem Kaiserschnitt einen EMS-Gürtel nutzen?
Eine Studie dazu liegt nicht vor. Die Beurer-Anleitung schließt die Anwendung nach Operationen aus, wenn verstärkte Muskelkontraktionen die Heilung stören könnten, und die Slendertone-Studie von 2005 hat Frauen bis drei Monate nach einer Schwangerschaft nicht aufgenommen. Vor dem ersten Einsatz klären Hebamme, Frauenarztpraxis oder Physiotherapie, was passt.