Bauchtrainer zum Abnehmen: sieben Studien zum Bauchfett
Abnehmen mit dem Bauchtrainer: sieben Studien zum lokalen Fettabbau mit n, Design, Dauer und Ergebnis, dazu Kalorienlücke, Werbeverfahren und Sixpack.
Sieben Bauchübungen, je zwei Sätze mit zehn Wiederholungen, fünf Tage pro Woche, sechs Wochen lang: So trainierte die Übungsgruppe in einer randomisierten Studie, die Vispute und Kollegen 2011 im Journal of Strength and Conditioning Research veröffentlichten. Die 24 gesunden, bis dahin untrainierten Teilnehmenden, 14 Männer und 10 Frauen zwischen 18 und 40 Jahren, hielten ihre Ernährung isokalorisch, also ohne Kalorienreduktion. Am Ende hatte das Bauchtraining weder Körpergewicht noch Körperfettanteil, das Fett in der Bauchregion, den Bauchumfang oder die Hautfalten an Bauch und Beckenkamm signifikant verändert. Messbar besser war die Ausdauer der Bauchmuskeln: 47 Curl-ups schaffte die Übungsgruppe im Abschlusstest, 32 die Kontrollgruppe. Diese Datenseite stellt die Studien zum lokalen Fettabbau nebeneinander, mit Teilnehmerzahl, Design, Dauer, Messverfahren und Ergebnis. Sie benennt offen, dass zwei kleinere Studien einen lokalen Effekt finden, und rechnet aus, wie groß er dort war. Danach geht es um die Kaufseite: was ein Bauchtrainer zum Abnehmen beitragen kann, warum hier keine Kalorienzahl steht und welche Werbeversprechen Behörden schon beanstandet haben.
Wonach Menschen suchen, die am Bauch abnehmen wollen
Für den Cluster Bauchtrainer wurden am 17. Oktober 2026 die Google-Suchvorschläge zu 82 Suchbegriffen abgerufen, zusammen 4.398 eindeutige Vorschläge. Der Kategorie Abnehmen, Bauchfett und Sixpack ordnete die Auswertung 208 davon zu, mit einer engeren Regel 69. Vorschlagszahlen sind kein Suchvolumen; sie zeigen, welche Formulierungen vorkommen, nicht wie oft sie eingegeben werden. Eine eigene Auszählung derselben Liste ergibt 22 Vorschläge mit dem Wortstamm „abnehm“. Neun davon betreffen EMS-Gürtel und elektrische Bauchtrainer, etwa „ems gürtel zum abnehmen“ oder „abnehmen mit bauchmuskelgürtel“, vier betreffen Bauchweggürtel, neun mechanische Geräte wie „bauchroller zum abnehmen“, „mit bauchtrainer abnehmen“ und „fitness drehscheibe abnehmen“.
Das Wort „Bauchfett“ steht in sechs Vorschlägen, fünf davon zu EMS, etwa „hilft ems gürtel gegen bauchfett“; der sechste lautet „bauchroller gegen bauchfett“. Acht Vorschläge fragen nach Kalorien, von „bauchtrainer kalorienverbrauch“ über „bauchroller kalorienverbrauch“ bis „fitness drehscheibe kalorienverbrauch“. Vierzehn enthalten „vorher nachher“, zehn davon zu Bauchrollern, Bauchtrainern, Bauchweggürteln und EMS-Geräten, drei zur Rektusdiastase und einer zum Gesicht. Und ein Vorschlag lautet schlicht „sixpack trainer abzocke“. Wer so sucht, will wissen, ob das Gerät Fett am Bauch abbaut, wie viel Energie eine Einheit verbraucht und ob die Bilder in der Werbung stimmen.
In den Foren sieht die Lage ähnlich aus. Unter 606 ausgewerteten Threads, überwiegend von gutefrage, tragen 158 das Wort Sixpack im Titel, 115 davon aus der Zeit ab 2024. Um Bauchfett, einen flachen Bauch oder das Abnehmen geht es in 52 Titeln, um Kalorien in fünf. „Bauchfett abbauen?“ fragt ein Thread vom 3. Mai 2026, „Kleinen Bauch wegkriegen?“ einer vom 5. August 2026, „Wie viele kalorien verbrennen 200 SitUps?“ einer vom 15. Juni 2023. Die Zählung beruht auf Titeln, nicht auf der Lektüre der Antworten.
Auch die Ratgeberseiten, die in den Suchergebnissen oben stehen, stellen die Frage. In ihren FAQ-Blöcken stehen Formulierungen wie „Kann ein Bauchtrainer Bauchfett reduzieren?“, „Kann ich Bauchtrainer zur Gewichtsreduktion verwenden?“, „Können Bauchmuskelgürtel beim Abnehmen wirklich helfen?“ und „Reicht Bauchtrainer für ein Sixpack aus?“. Ausgewertet wurden 31 Seiten aus den Suchergebnissen, darunter Vergleichsportale, Shops und Ratgeber. Keine davon zitiert die Vispute-Studie, und keine stellt die Studien zum lokalen Fettabbau mit ihren Teilnehmerzahlen nebeneinander. Die Antworten lauten mal ja, mal nein. Welche Geräteart zu welchem Trainingsziel passt, ordnet der Überblick über Bauchtrainer, Bauchräder und Sit-up-Bänke; diese Seite beschränkt sich auf die Frage nach dem Fett.
Sieben Studien zum lokalen Fettabbau in einer Tabelle
Lokaler Fettabbau, in der Fachliteratur „spot reduction“ genannt, meint die Annahme, dass Training eines Körperteils das Fett genau dort stärker abbaut als anderswo. Die folgende Tabelle führt die Studien, die die Recherche für diesen Cluster in PubMed gefunden und ausgewertet hat. Alle Angaben stammen aus den Zusammenfassungen der Artikel, den Abstracts; die Volltexte lagen nicht vor. Wo das Abstract eine Angabe nicht enthält, steht das in der Tabelle. Eine systematische Übersichtsarbeit oder Meta-Analyse, die genau diese Frage zusammenfasst, fand die Titelsuche in PubMed und Europe PMC nicht.
| Studie | Teilnehmende | Design und Dauer | Messung | Ergebnis am trainierten Ort |
|---|---|---|---|---|
| Vispute 2011, J Strength Cond Res | n = 24, gesund, untrainiert, 14 Männer und 10 Frauen, 18 bis 40 Jahre | randomisiert, Bauchübungen gegen keine Intervention, isokalorische Ernährung, 6 Wochen | Körperfett, Fett der Bauchregion, Bauchumfang, Hautfalten; Gerät für die Fettmessung im Abstract nicht genannt | kein signifikanter Effekt auf Fett, Umfang und Hautfalten |
| Kordi 2015, J Manipulative Physiol Ther | n = 40 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas | randomisiert, Diät gegen Diät plus Bauchkrafttraining, 12 Wochen | Ultraschall der Fettschicht, Taillen- und Hüftumfang, Hautfalten, Bioimpedanz | beide Gruppen nahmen ab, kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen |
| Ramírez-Campillo 2013, J Strength Cond Res | n = 11 | einarmig ohne Vergleichsgruppe, Beinpresse nur mit dem nicht dominanten Bein, 12 Wochen | DXA, Fettmasse je Körperregion | Gesamtfett −5,1 %, Abnahme an Armen und Rumpf, nicht im trainierten Bein |
| Kostek 2007, Med Sci Sports Exerc | n = 104 | Training eines Arms, der andere als Vergleich, 12 Wochen | Kernspintomografie und Hautfalte | MRT: kein Unterschied zwischen den Armen; Hautfalte: lokale Abnahme nur bei Männern |
| Demont 1999, J Sports Med Phys Fitness | 32 aufgenommen, 26 beendet | zufällige Zuteilung, Ab-Flex, Ab-Roller (Crunch-Gestell) oder Crunch, 3 Wochen, 18 Einheiten | Hautfalten, dazu Kraft und EMG | keine signifikanten Unterschiede, auch nicht beim Körperfett |
| Paoli 2021, Int J Environ Res Public Health | n = 14, gesunde Erwachsene | zufällige Zuteilung, Zirkeltraining „spot reduction“ gegen klassisches Krafttraining, 8 Wochen | Bioimpedanz, Hautfalte, Ultraschall | Körpermasse und Unterhautfett am Bauch in der Zirkelgruppe signifikant gesunken |
| Brobakken 2023, Physiol Rep | n = 16 Männer mit Übergewicht, BMI 29,8 ± 3,3, Alter 43 ± 9 Jahre | randomisiert, energiegleich, Laufband plus Bauch- und Rotationsübungen gegen nur Laufband, 10 Wochen | DXA, Rumpffett | Rumpffett in der Bauchgruppe um 697 g (3 %) stärker gesunken als in der Kontrollgruppe |
Zählt man die Zeilen aus, finden fünf Studien keinen Zusatzeffekt am trainierten Ort: Vispute, Kordi, Ramírez-Campillo, Demont und Kostek, sofern man bei Kostek die Kernspintomografie zugrunde legt. Zwei finden einen: Brobakken und Paoli. Kostek steht dazwischen, weil die Hautfaltenmessung bei den Männern eine lokale Abnahme zeigte, die das MRT nicht bestätigte. In Teilnehmenden ausgedrückt, als eigene Rechnung aus den Abstracts: Die fünf Studien ohne Zusatzeffekt umfassen 205 Personen, die beiden mit Befund 30. Diese Summe gewichtet nichts und ersetzt keine Meta-Analyse; sie zeigt nur, dass die positiven Befunde aus zwei der drei kleinsten Studien der Tabelle stammen. Eine Studie mit Frauen und energiegleichem Vergleich ist nicht darunter.
Wichtig für das Lesen der Tabelle: Nur Kordi und Brobakken führen die Abstracts ausdrücklich als randomisierte kontrollierte Studie im Titel, bei Vispute steht die zufällige Zuteilung im Text. Ramírez-Campillo und Kostek vergleichen innerhalb derselben Person ein trainiertes mit einem untrainierten Körperteil. Paoli und Demont teilten zufällig zu, nennen das im Abstract aber nicht randomisierte kontrollierte Studie. Unterschiedlich sind auch die Programme: Bauchübungen mit dem eigenen Körpergewicht bei Vispute, ein Bauchkrafttraining neben einer Diät bei Kordi, Beinpresse mit sehr vielen Wiederholungen bei Ramírez-Campillo, Armtraining bei Kostek, Gerät gegen Crunch bei Demont, Zirkel bei Paoli und ein Mix aus Laufband und Crunch-Maschine bei Brobakken.
Vispute 2011: Bauchübungen ohne Diät
Die Vispute-Studie stellt die Frage am direktesten, weil sie nichts außer dem Bauchtraining verändert. Beide Gruppen hielten ihre Ernährung isokalorisch, die Kontrollgruppe bekam keine Intervention. Vorher und nachher wurden Körpermaße, Körperzusammensetzung und die Ausdauer der Bauchmuskeln bestimmt. Ausgewertet wurden Körpergewicht, Körperfettanteil, der Fettanteil und die Fettmenge der sogenannten androiden Region, also der Bauchregion, dazu der Bauchumfang sowie die Hautfalte am Bauch und oberhalb des Beckenkamms. In keinem dieser sieben Werte fand die Studie einen signifikanten Effekt des Trainings. Das Signifikanzniveau lag bei p = 0,05.
Wie viel trainiert wurde, lässt sich aus dem Abstract ausrechnen. Sieben Übungen mit je zwei Sätzen zu zehn Wiederholungen ergeben 140 Wiederholungen pro Einheit. Bei fünf Einheiten pro Woche über sechs Wochen kommen 30 Einheiten zusammen, insgesamt also 4.200 Wiederholungen, als eigene Rechnung. Welche sieben Übungen es waren und ob dabei ein Gerät zum Einsatz kam, nennt das Abstract nicht. Es nennt auch nicht, mit welchem Verfahren das Fett der Bauchregion gemessen wurde; diese Angabe stünde im Volltext.
Der Kraftausdauerbefund ist das Gegenstück. Im Abschlusstest schaffte die Übungsgruppe 47 Curl-ups mit einer Standardabweichung von 13, die Kontrollgruppe 32 mit einer Standardabweichung von 9. Das sind 15 Wiederholungen oder rund 47 Prozent mehr, als eigene Rechnung aus den beiden Mittelwerten. Weil das Abstract nur die Werte nach dem Training angibt, lässt sich der Zuwachs innerhalb jeder Gruppe nicht beziffern. Die Autoren fassen zusammen, sechs Wochen Bauchtraining allein hätten nicht ausgereicht, um Unterhautfett am Bauch zu reduzieren, die Muskelausdauer aber deutlich verbessert.
Grenzen hat die Studie mehrere. 24 Personen sind wenig, und wie sie sich auf die beiden Gruppen verteilten, steht nicht im Abstract. Sechs Wochen sind kurz. Untersucht wurden gesunde, bis dahin inaktive Erwachsene; das Ausgangsgewicht nennt das Abstract nicht. Ein fehlender Effekt in einer kleinen, kurzen Studie beweist nicht, dass es keinen gibt; er zeigt, dass er in dieser Größenordnung nicht messbar war. Für Käufer zählt trotzdem, wie nah das Programm an dem liegt, was ein Bauchtrainer zu Hause leistet: viele Wiederholungen, ohne Ernährungsumstellung, über einige Wochen.
Kordi 2015: Diät mit und ohne Bauchtraining
Kordi und Kollegen stellten eine andere Frage: Bringt Bauchtraining etwas zusätzlich, wenn ohnehin eine Diät läuft? 40 Frauen mit Übergewicht oder Adipositas wurden zufällig auf zwei Gruppen verteilt. Die eine machte nur die Diät, die andere dazu zwölf Wochen lang ein Bauchkrafttraining. Gemessen wurden zu Beginn und nach zwölf Wochen Taillen- und Hüftumfang, die Hautfalten am Bauch und, als Kern der Studie, die Dicke des Unterhautfetts am Bauch mit Ultraschall. Körperfettanteil und fettfreie Masse bestimmte ein Gerät zur bioelektrischen Impedanzanalyse.
Beide Gruppen nahmen ab. Der Unterschied im Gewicht zwischen den Gruppen war nicht signifikant, das Abstract nennt p = 0,45. Dasselbe gilt für das Unterhautfett am Bauch, den Taillenumfang, den Hüftumfang, den Body-Mass-Index, den Körperfettanteil und die Hautfaltendicke: In beiden Gruppen gingen die Werte zurück, zwischen den Gruppen fand sich kein signifikanter Unterschied. Die Autoren schließen, das Bauchtraining zusätzlich zur Diät habe die Dicke des Unterhautfetts am Bauch im Vergleich zur Diät allein nicht verringert.
Für die Kaufentscheidung ist Kordi die nützlichste Studie der Tabelle, weil sie eine naheliegende Kombination abbildet: Wer abnehmen will, ändert die Ernährung und nimmt sich zusätzlich ein Trainingsgerät vor. In dieser Anordnung kam der Rückgang am Bauch auch ohne Bauchtraining zustande. Das Gerät hätte nach diesem Befund den Bauch nicht schneller schlanker gemacht. Was das Training an Kraft gebracht hat, berichtet das Abstract nicht. Nicht im Abstract stehen außerdem die Gruppengrößen, die Art der Diät, die Übungen und die absoluten Messwerte.
Ramírez-Campillo 2013: trainiertes Bein, Fett von anderswo
Diese Studie dreht die Fragestellung um und erreicht dadurch eine klare Aussage trotz kleiner Gruppe. Elf Personen trainierten zwölf Wochen lang an der Beinpresse, aber nur mit dem nicht dominanten Bein. Das andere Bein diente als Vergleich innerhalb derselben Person. Jede Einheit umfasste 960 bis 1.200 Wiederholungen bei 10 bis 30 Prozent der Maximalkraft, also eine sehr hohe Zahl leichter Wiederholungen. Gemessen wurde mit DXA, einem Röntgenverfahren, das die Fettmasse getrennt nach Körperregionen ausweist.
Das Ergebnis: Die Gesamtfettmasse sank um 5,1 Prozent. Abgenommen hatte das Fett aber an den Armen und am Rumpf, nicht im trainierten Bein. Für die Bauchfrage ist das ein doppelter Befund. Er spricht gegen lokalen Abbau, weil der trainierte Körperteil nicht profitierte. Und er zeigt, dass Krafttraining mit vielen Wiederholungen Fett abbauen kann, nur eben nicht zwingend dort, wo die Muskeln arbeiteten. In dieser Studie verschwand Fett am Rumpf, obwohl der Rumpf gar nicht das Ziel des Trainings war.
Die Einschränkungen ergeben sich aus dem Design: Es gibt keinen randomisierten Vergleich zwischen Personen, die Gruppe ist mit elf Personen die kleinste der Tabelle, und die Ernährung wurde über ein Erinnerungsprotokoll erfasst, also über Angaben der Teilnehmenden im Nachhinein. Laut Abstract waren es sieben Männer und vier Frauen um die 23 Jahre, drei Einheiten pro Woche, also 36 Einheiten mit zusammen 34.560 bis 43.200 Wiederholungen (eigene Rechnung).
Kostek 2007: Hautfalte gegen Kernspintomografie
Mit 104 Teilnehmenden ist die Kostek-Studie die größte der Tabelle, und sie liefert den Schlüssel zu dem Widerspruch, der die ganze Debatte durchzieht. Trainiert wurde zwölf Wochen lang ein Arm, der andere blieb als Vergleich untrainiert. Das Fett an beiden Armen wurde auf zwei Arten bestimmt: mit der Hautfaltenzange, die die Dicke einer abgehobenen Hautfalte misst, und mit der Kernspintomografie, die das Gewebe in Schnittbildern darstellt.
Die beiden Verfahren kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Nach der Hautfaltenmessung nahm das Fett am trainierten Arm lokal ab, allerdings nur bei den Männern. Nach dem MRT gab es keinen Unterschied zwischen trainiertem und untrainiertem Arm. Die Autoren folgern, dass das Ergebnis von der Messmethode abhängt. Ob das auch die übrigen Widersprüche erklärt, ist offen. In der Tabelle messen Studien mit und ohne lokalen Befund gleichermaßen mit Hautfalten, und der Kostek-Befund stammt aus einem Armtraining.
Absolute Werte, also wie viele Millimeter oder Gramm sich änderten, enthält das Abstract nicht. Ob die Hautfaltenabnahme bei den Männern klein oder groß war, bleibt deshalb offen. Für die Frage am Bauch ist Kostek ein Analogieschluss: Gemessen wurde am Arm, nicht am Bauch. Wer aber zu Hause mit einem Maßband oder einer Hautfaltenzange Fortschritte prüft, sollte wissen, dass schon im Labor zwei Verfahren an denselben Armen verschiedene Antworten gaben.
Demont 1999 und die Begriffsfalle beim Ab-Roller
Demont und Kollegen verglichen an der Universität Pittsburgh zwei Bauchgeräte mit dem einfachen Crunch: das Ab-Flex und den Ab-Roller. Hier lauert eine Falle für deutsche Leser. In US-Studien dieser Zeit bezeichnet „Ab Roller“ ein Crunch-Gestell mit Nackenbügel, einen Rahmen, der beim Aufrollen den Kopf stützt. Das Bauchrad, das im deutschen Handel AB-Roller oder Bauchroller heißt, nennen die Studien Ab Wheel, Power Wheel oder Ab Slide. Demonts Ergebnis gilt also für ein Crunch-Gestell, nicht für das Rad.
32 Freiwillige begannen, 26 beendeten das Programm. Alle waren freizeitaktiv, hatten aber vorher kein Bauchtraining gemacht, und wurden zufällig einer der drei Gruppen zugeteilt. In drei Wochen absolvierten sie 18 Einheiten mit je drei Sätzen, die Wiederholungszahl stieg alle drei Einheiten um zwei, von 10 auf 20. Eigene Rechnung daraus: Je Satz summieren sich die sechs Stufen auf 90 Wiederholungen; mal drei Sätze und mal drei Einheiten je Stufe ergibt das 810 Wiederholungen in drei Wochen. Gemessen wurden Hautfalten, Muskelaktivität im EMG, die maximale Haltekraft und das Drehmoment an einem isokinetischen Gerät.
Die Studie fand keine signifikanten Unterschiede, weder in Kraft und EMG noch beim Körperfett. Die Autoren schließen, die Geräte trügen nicht nennenswert zur Kraftentwicklung oder zur Abnahme des Körperfetts bei. Drei Wochen sind für eine Fettfrage allerdings sehr kurz, und das Abstract nennt keine Fettwerte. Den Platz in der Tabelle hat Demont, weil die Studie unter den sieben diejenige ist, die ein damals verkauftes Bauchgerät mit einer Fettmessung verbindet. Wie die Geräte im EMG gegen den Crunch abschneiden, behandelt der Direktvergleich Bauchroller oder Sit-ups mit den Messwerten der ACE-Studie von 2001.
Paoli 2021: Zirkeltraining mit vierzehn Personen
Paoli und Kollegen nennen ihr Programm ausdrücklich „spot reduction“. 14 gesunde Freiwillige wurden zufällig entweder einem Zirkeltraining zugeteilt, das Ausdauer- und Kraftübungen mischt und auf lokalen Fettabbau zielt, oder einem klassischen Krafttraining. Vor und nach acht Wochen wurden die Körperzusammensetzung per Bioimpedanz und das Unterhautfett per Hautfalte und Ultraschall bestimmt. Die Zirkelgruppe verlor laut Abstract signifikant an Körpermasse und an Unterhautfett am Bauch.
So knapp wie das Abstract ist, so vorsichtig ist es zu lesen. Es meldet Veränderungen in der Zirkelgruppe, sagt aber nicht ausdrücklich, ob sich diese signifikant von der Krafttrainingsgruppe unterschieden. Es nennt keine Gruppengrößen, keine Zahlenwerte und keinen Abgleich des Energieverbrauchs zwischen den beiden Programmen. Die Schlussfolgerung der Autoren ist entsprechend zurückhaltend formuliert: Das Zirkeltraining könne eine effiziente Strategie sein, um Unterhautfett am Bauch lokal zu verringern. Gemessen wurde mit Verfahren, die auch in der Kostek-Studie die Fragen aufwarfen, nämlich Hautfalte und Bioimpedanz, dazu Ultraschall.
Brobakken 2023: der stärkste Befund für lokalen Abbau
Die jüngste Studie der Tabelle trägt ihre These im Titel: Lokaler Fettabbau existiere. Brobakken und Kollegen begründen ihr Design damit, dass bis dahin keine Studie ein Ausdauertraining mit genau abgeglichenem Energieverbrauch angewendet habe. 16 Männer mit Übergewicht, im Mittel 43 Jahre alt und mit einem BMI von 29,8, wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt. Beide trainierten zehn Wochen lang an vier Tagen pro Woche.
Die Bauchgruppe lief 27 Minuten auf dem Laufband bei 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz und absolvierte dazu viermal vier Minuten Rumpfrotation und Crunches an Geräten mit 30 bis 40 Prozent der Maximalkraft; das Abstract gibt für die Einheit zusammen 57 Minuten an. Die Kontrollgruppe lief 45 Minuten bei derselben Herzfrequenz. Über die Sauerstoffaufnahme glichen die Forscher den Energieverbrauch beider Programme ab. Das Fett wurde mit DXA gemessen, dazu die Maximalkraft.
Das Rumpffett sank in der Bauchgruppe um 1.170 Gramm, also 7 Prozent, in der Kontrollgruppe gar nicht. Der Unterschied zwischen den Gruppen betrug 697 Gramm oder 3 Prozent und war signifikant. Die Gesamtfettmasse ging in beiden Gruppen ähnlich zurück, um 1.705 Gramm (6 Prozent) in der Bauchgruppe und 1.134 Gramm (5 Prozent) in der Kontrollgruppe. Auch das Körpergewicht sank laut Abstract ähnlich, nominal minus 2,3 Kilogramm oder 3 Prozent in der Kontrollgruppe gegen minus 1,2 Kilogramm oder 1 Prozent in der Bauchgruppe. Die Kraft stieg in der Bauchgruppe deutlich, bei der Rumpfrotation um 32 Kilogramm (39 Prozent), beim Crunch um 35 Kilogramm (36 Prozent); die Kontrollgruppe legte beim Crunch 13 Kilogramm (17 Prozent) zu, bei der Rotation nichts.
Die Studie ist sorgfältiger angelegt als die Paoli-Studie, weil sie den Energieverbrauch angleicht und mit DXA misst. Ihre Grenzen sind trotzdem erheblich. 16 Teilnehmende, nur Männer, nur mittleres Alter und Übergewicht: Ob der Befund für Frauen oder schlanke Menschen gilt, sagt die Studie nicht. Das Bauchprogramm bestand nicht aus Bauchübungen allein, sondern aus Laufband plus Rotations- und Crunch-Maschine mit Zusatzlast. Und nominal nahm die Kontrollgruppe mehr Gewicht ab. Wer nur auf die Waage schaut, sieht den lokalen Befund nicht. Wie die Studie finanziert wurde und wie viele Männer in jeder Gruppe waren, steht nicht im Abstract.
Warum die Ergebnisse auseinandergehen
Die sieben Studien widersprechen sich, und die Unterlagen erlauben es nicht, den Widerspruch aufzulösen. Sie erlauben es aber, die Unterschiede zu benennen, an denen er hängen kann. Vier fallen auf, wenn man die Abstracts nebeneinanderlegt: das Messverfahren, der Abgleich des Energieverbrauchs, die Zusammensetzung der Gruppen und die Art des Programms.
| Verfahren | Eingesetzt bei | Was es erfasst | Befund in dieser Tabelle |
|---|---|---|---|
| Hautfalte | Vispute, Kordi, Kostek, Demont, Paoli | Dicke einer abgehobenen Hautfalte an einer Stelle | bei Kostek lokale Abnahme nur bei Männern, vom MRT nicht bestätigt |
| Ultraschall | Kordi, Paoli | Dicke der Fettschicht unter der Haut im Bild | Kordi: kein Unterschied zwischen den Gruppen; Paoli: Abnahme in der Zirkelgruppe |
| Bioimpedanz | Kordi, Paoli | Körperfettanteil über den elektrischen Widerstand | in beiden Studien nur für den ganzen Körper verwendet |
| DXA | Ramírez-Campillo, Brobakken | Fettmasse getrennt nach Körperregionen | Ramírez-Campillo: kein lokaler Abbau; Brobakken: mehr Rumpffett abgebaut |
| Kernspintomografie | Kostek | Gewebe in Schnittbildern | kein Unterschied zwischen trainiertem und untrainiertem Arm |
Das Messverfahren erklärt nicht alles. DXA, das Verfahren der Tabelle, das Fettmasse getrennt nach Regionen in Gramm ausweist, kommt in zwei Studien vor und führt zu entgegengesetzten Ergebnissen: kein lokaler Abbau bei Ramírez-Campillo, lokaler Abbau bei Brobakken. Zwischen diesen beiden liegt der zweite Unterschied, der Energieabgleich. Brobakken glich den Verbrauch beider Gruppen über die Sauerstoffaufnahme ab, Ramírez-Campillo verglich innerhalb derselben Person ohne Vergleichsgruppe. Vispute hielt die Ernährung isokalorisch, aber nicht den Trainingsverbrauch der Kontrollgruppe gleich, denn die trainierte gar nicht.
Der dritte Unterschied ist die Zusammensetzung. Brobakken untersuchte nur Männer, Kordi nur Frauen, Kostek fand den Hautfalteneffekt nur bei Männern, Vispute und Ramírez-Campillo mischten; Paoli und Demont nennen das Geschlecht im Abstract nicht. Ob Geschlecht oder Ausgangsgewicht den Befund verändern, lässt sich aus sieben kleinen Studien nicht ablesen. Der vierte ist das Programm. Die beiden positiven Studien kombinierten Bauch- oder Kraftübungen mit Ausdauer, Brobakken mit dem Laufband, Paoli im Zirkel. Die Studien ohne Befund prüften reines Bauchtraining, Bauchtraining neben einer Diät, reines Bein- oder Armtraining oder Gerät gegen Crunch. Daraus lässt sich die Vermutung ableiten, dass ein lokaler Effekt, wenn es ihn gibt, eher in Kombination mit Ausdauertraining auftaucht. Belegt ist diese Vermutung nicht; sie ist eine Lesart von zwei Studien mit zusammen 30 Personen.
Für die Frage, die Käufer stellen, folgt daraus eine vorsichtige Formulierung: Ein gesicherter lokaler Fettabbau durch Bauchtraining ist nicht belegt. Die beiden randomisierten Studien, die reines Bauchtraining oder Bauchtraining neben einer Diät prüften, fanden keinen Zusatzeffekt am Bauch. Ein Teil kleinerer Studien findet einen, unter Bedingungen, die ein Heimgerät nicht nachbildet.
Wie viel trainiert wurde und wie groß der Effekt war
Bevor es um Gramm geht, lohnt der Blick auf die Trainingsmenge, denn die Studien unterscheiden sich darin um ein Vielfaches. Die Tabelle stellt zusammen, was die Abstracts zur Dosis hergeben; wo sie schweigen, bleibt das Feld leer beschrieben. Die Umrechnungen sind eigene Rechnungen.
| Studie | Je Einheit | Häufigkeit und Dauer |
|---|---|---|
| Vispute 2011 | 7 Übungen, 2 × 10, also 140 Wiederholungen | 5 pro Woche, 6 Wochen, 30 Einheiten, 4.200 Wiederholungen |
| Ramírez-Campillo 2013 | 960 bis 1.200 Wiederholungen Beinpresse, 10 bis 30 % der Maximalkraft | 3 pro Woche, 12 Wochen, 36 Einheiten, 34.560 bis 43.200 Wiederholungen |
| Demont 1999 | 3 Sätze mit 10 bis 20 Wiederholungen, also 30 bis 60 | 18 Einheiten in 3 Wochen, also 6 pro Woche, 810 Wiederholungen |
| Brobakken 2023 | 57 Minuten, davon 27 Minuten Laufband und 4 × 4 Minuten Rotation und Crunch an Geräten | 4 pro Woche, 10 Wochen, 40 Einheiten |
| Kordi 2015 | Bauchkrafttraining neben Diät, Umfang nicht im Abstract | 12 Wochen |
| Paoli 2021 | Zirkel aus Ausdauer- und Kraftübungen, Umfang nicht im Abstract | 8 Wochen |
| Kostek 2007 | Training eines Arms, Umfang nicht in den Unterlagen | 12 Wochen |
Der Vergleich zeigt zweierlei. Erstens trainierte die Vispute-Gruppe mit 4.200 Wiederholungen in sechs Wochen nicht wenig, mehr als fünfmal so viele Wiederholungen wie die Demont-Gruppen in drei Wochen, und fand trotzdem keinen Effekt auf das Bauchfett. Zweitens ist das Programm der Brobakken-Studie, die einen Effekt fand, mit keinem der übrigen vergleichbar: Es war ein Ausdauer- und Gerätetraining von knapp einer Stunde, viermal pro Woche. Wer einen Bauchtrainer für zehn Minuten am Abend plant, ist von beiden Anordnungen weit entfernt.
Von den sieben Studien nennt nur Brobakken einen Unterschied in Gramm. 697 Gramm mehr Rumpffett verlor die Bauchgruppe in zehn Wochen. Bei vier Einheiten pro Woche sind das 40 Einheiten; je Einheit ergibt das rund 17 Gramm Rumpffett, als eigene Rechnung, die einen gleichmäßigen Verlauf unterstellt, den die Studie nicht gemessen hat. Gemessen wurde das Fett des Rumpfes; wie viel davon auf das Unterhautfett am Bauch entfiel, gibt das Abstract nicht an.
Eigene Rechnung, was sie zeigt und was nicht
697 Gramm geteilt durch 40 Einheiten ergibt rund 17 Gramm pro Einheit. Für diesen Wert trainierte die Bauchgruppe 57 statt 45 Minuten, also 12 Minuten länger pro Einheit als die Kontrollgruppe, und zwar mit einer Crunch- und einer Rotationsmaschine mit Zusatzlast. Die Rechnung zeigt die Größenordnung des stärksten Befunds in der Tabelle. Sie ist keine Prognose für ein Heimgerät, für Frauen oder für Training ohne Laufband.
Zum Vergleich steht in derselben Studie der Gesamtbefund: Die Gesamtfettmasse sank in beiden Gruppen ähnlich, um 1.705 und 1.134 Gramm. Ein großer Teil des Fettabbaus geschah also in beiden Programmen, ob mit Bauchübungen oder ohne. Bei Ramírez-Campillo ging die Gesamtfettmasse mit reinem Beintraining um 5,1 Prozent zurück, ein Wert in derselben Größenordnung wie die 6 und 5 Prozent bei Brobakken, wobei Gruppen, Dauer und Verfahren verschieden sind. Diese Vergleiche sind lose, aber sie zeigen die Proportionen: Der lokale Zusatzeffekt von 697 Gramm bei Brobakken war kleiner als der Fettverlust am ganzen Körper, den beide Gruppen dieser Studie hatten.
Aus Vispute und Kordi lässt sich kein Grammwert ableiten, weil beide keinen signifikanten Unterschied fanden und die Abstracts keine Mittelwerte für das Bauchfett nennen. Für Paoli fehlen Zahlen ganz. Eine Aussage wie „so viele Zentimeter weniger Bauch in so vielen Wochen“ lässt sich aus diesen Studien für Bauchtraining also nicht herleiten, und eine solche Zahl steht deshalb auch nicht auf dieser Seite.
Was Bauchtraining in denselben Studien messbar verändert hat
Die Studien sind nicht nur ein Befund gegen den Fettabbau am Bauch, sondern auch einer für etwas anderes. Bei Vispute verbesserte sich die Kraftausdauer: 47 gegen 32 Curl-ups. Bei Brobakken stieg die Maximalkraft im Crunch um 36 Prozent und in der Rumpfrotation um 39 Prozent, während die reine Laufgruppe beim Crunch nur 17 Prozent zulegte und bei der Rotation gar nicht. Wer ein Bauchgerät kauft, um die Bauchmuskeln kräftiger und ausdauernder zu machen, hat damit eine Studienlage hinter sich, die das stützt.
Demont fand in drei Wochen weder bei den Geräten noch beim Crunch einen signifikanten Kraftunterschied zwischen den Gruppen; als einzige Gruppe mit einem 95-Prozent-Konfidenzintervall über null nennt das Abstract das Ab-Flex beim isokinetischen Drehmoment, im Mittel plus 16,5 Prozent. Das ist ein schwacher Hinweis aus einer sehr kurzen Studie. Er zeigt vor allem, dass ein Gerät gegenüber dem einfachen Crunch in dieser Untersuchung keinen klaren Vorteil hatte.
Kordi berichtet im Abstract keine Kraftwerte, Ramírez-Campillo, Kostek und Paoli untersuchten andere Körperteile oder Programme. Für die Kaufseite heißt das: Ein Bauchtrainer lässt sich mit Studien als Kraft- und Ausdauergerät begründen, nicht als Abnehmgerät. Welche Geräte die Bauchmuskeln im EMG wie stark fordern und wo Hüftbeuger mitarbeiten, beantwortet der Direktvergleich; wer ein Bauchrad sucht, findet die Modelle mit ihren Herstellerangaben im Vergleich der AB-Roller und Bauchräder.
Kalorienverbrauch am Bauchtrainer: warum hier keine Zahl steht
Acht der ausgewerteten Suchvorschläge fragen nach Kalorien, und ein Forenthread will wissen, wie viel Energie 200 Sit-ups verbrauchen. Die übliche Grundlage für solche Angaben ist das Compendium of Physical Activities, eine Sammlung von MET-Werten, die den Energieumsatz einer Tätigkeit als Vielfaches des Ruheumsatzes angeben. Für Sit-ups, Crunches oder den Rollout mit dem Bauchrad lagen für diesen Cluster keine solchen Werte vor; das Compendium wurde für die Bauchübungen nicht abgerufen. Ohne diesen Wert gäbe es nur eine geschätzte Zahl, und eine geschätzte Zahl steht hier nicht.
Auch die Studien helfen nicht weiter. Brobakken hat den Energieverbrauch über die Sauerstoffaufnahme gemessen, um beide Gruppen anzugleichen, nennt im Abstract aber keine Kilokalorien. Vispute, Kordi und Demont berichten keinen Energieverbrauch. Aus dem Brobakken-Design lässt sich lediglich herauslesen, dass die Bauchgruppe für denselben Verbrauch länger trainieren musste als die reine Laufgruppe: 57 gegen 45 Minuten. Daraus folgt nur, dass die Bauchübungen in dieser Studie pro Minute weniger Energie verbrauchten als das Laufen bei 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz, als eigene Folgerung aus dem Abgleich. Eine Kalorienzahl folgt daraus nicht.
Ein relativer Maßstab lässt sich trotzdem ableiten, als eigene Rechnung mit ausdrücklichem Vorbehalt. Die Bauchgruppe lief 27 Minuten, die Kontrollgruppe 45, bei gleichem Gesamtverbrauch. Die übrigen 30 Minuten der Bauchgruppe, also Rotation, Crunches an Geräten und die Zeit dazwischen, ersetzten damit energetisch 18 Minuten Laufen bei 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz. Die Rechnung unterstellt, dass das Laufen in beiden Gruppen gleich viel Energie pro Minute kostete, und sie gilt nur für dieses Programm mit Zusatzlast, nicht für Bauchübungen mit dem eigenen Körpergewicht auf der Matte.
Ein Vergleichsportal führt Bauchtrainer mit Displays, die einen „Kalorienverbrauch“ anzeigen. Wie diese Anzeigen rechnen, ist in den ausgewerteten Herstellerunterlagen für diesen Cluster nirgends beschrieben. Eine Zahl auf dem Display ist deshalb nicht prüfbar. Fünf der acht Kalorien-Suchvorschläge betreffen EMS-Gürtel; einen Verbrauchswert für sie nennen weder die Porcari-Studien noch die ausgewerteten Herstellerangaben zu Slendertone, Beurer und Sanitas. Wer den Energieverbrauch einer Trainingseinheit mit belegtem MET-Wert sehen will, findet die Rechnung für ein Ausdauergerät auf der Seite Abnehmen mit dem Rudergerät, die mit dem Compendium-Wert für Rudern arbeitet.
Was die Studienlage je Geräteart für das Abnehmen hergibt
Die Fettstudien prüfen Programme, nicht Produkte. Für Käufer zählt aber, welches Gerät sie in die Hand nehmen. Die Tabelle ordnet die Gerätearten des Clusters den Befunden zu, die es zu ihnen gibt. Eine Fettmessung mit einer dieser Gerätearten liegt in drei Fällen vor.
| Geräteart | Studie mit Fettmessung | Was sonst belegt ist |
|---|---|---|
| Bauchrad (Ab Wheel) | keine | EMG: bei Escamilla 2006 unter den aktivsten Übungen, bei ACE 2014 im oberen geraden Bauchmuskel signifikant unter dem Crunch |
| Crunch-Gestell (US-„Ab Roller“) | Demont 1999, 3 Wochen, kein Unterschied zum Crunch | EMG: etwa auf Crunch-Niveau, nicht darüber |
| Sit-up-Bank | keine | EMG ACE 2014: Curl-up auf der Schrägbank mit mehr Aktivität in den schrägen Bauchmuskeln und im Hüftbeuger |
| Crunch- und Rotationsmaschine mit Last | Brobakken 2023, in Kombination mit Laufband | Kraft im Crunch plus 36 %, Rotation plus 39 % |
| Ab Circle und ähnliche Schwinggeräte | keine | EMG Willardson 2010: Stufe 1 unter dem Crunch; FTC-Verfahren wegen Fettabbau-Werbung |
| EMS-Gürtel | Porcari 2002 und 2005, Hautfalten unverändert | Kraft und Taillenumfang in der herstellerfinanzierten Studie verbessert |
| Drehscheibe, Twister | keine | keine Studie in den Unterlagen |
| Bauchweggürtel ohne Strom | keine | keine Studie in den Unterlagen |
Für Bauchrad und Sit-up-Bank, zwei der Geräteklassen mit eigenem Vergleich in diesem Cluster, gibt es damit keine einzige Fettmessung. Wer eines davon zum Abnehmen kauft, verlässt sich auf eine Wirkung, die in den ausgewerteten Studien niemand gemessen hat. Wer es für Kraft kauft, hat EMG-Daten zur Muskelaktivität, deren Lesart die Vergleichsseiten ausführen.
Werbung mit Fettabbau am Bauch und was Behörden dazu sagten
Die Frage, ob ein Bauchgerät Fett an einer bestimmten Stelle abbaut, war in den USA Gegenstand eines Verfahrens der Handelsbehörde FTC. Am 23. August 2012 gab die FTC einen Vergleich mit den Vermarktern des Ab Circle Pro bekannt, einem Bauchgerät, das die Firma Fitness Brands vertrieb. Beanstandet hatte die Behörde unter anderem die Behauptung, das Gerät baue Gewicht, Fett und Zentimeter an bestimmten Körperstellen ab, also genau den lokalen Fettabbau. Dazu kamen die Aussagen, drei Minuten auf dem Gerät entsprächen 100 Sit-ups, und man könne in zwei Wochen zehn Pfund abnehmen. Der Vergleich kam ohne Schuldeingeständnis zustande und untersagt solche Aussagen ohne „competent scientific support“. Im Juli 2014 meldete die FTC 196.969 verschickte Erstattungsschecks an Käufer.
Der Fall Ab Circle Pro steht nicht allein. Die folgende Übersicht nennt die Verfahren aus den ausgewerteten Behörden- und Gerichtsquellen, in denen Aussagen zu Gewicht, Fett oder Umfang beanstandet wurden. Geldbeträge aus Vergleichen und Urteilen stehen hier bewusst nicht.
| Datum | Produkt | Beanstandete Aussage | Stelle und Ausgang |
|---|---|---|---|
| 08.05.2002 | AB Energizer, AbTronic, Fast Abs (EMS-Gürtel) | Fett- und Umfangsverlust, Sixpack ohne Training, gleichwertig mit Sit-ups und Crunches | FTC, Klagen; laut FTC keine Feststellung eines Verstoßes |
| 23.07.2003 | Fast Abs | wie 2002, dazu Gleichsetzung mit 600 Sit-ups | FTC, Vergleiche mit dauerhaftem Werbeverbot, ohne Schuldeingeständnis |
| 22.08.2003 | AbTronic (EMS-Gürtel) | Gewichtsverlust, Cellulite, Fett | Federal Court of Australia: keine vernünftige Grundlage für die Cellulite- und Fettaussage |
| 01.10.2003 | Ab Force (EMS-Gürtel) | Gewichts-, Umfangs- und Fettverlust, Ersatz für Training | FTC-Verwaltungsverfahren, laut FTC 2004 für die Behörde entschieden, 2005 und 2006 bestätigt |
| 26.04.2005 | AB Energizer | Gewichts- und Umfangsverlust, Waschbrettbauch ohne Training | FTC und Kalifornien, Vergleiche |
| 23.08.2012 | Ab Circle Pro | lokaler Fettabbau, drei Minuten gleich 100 Sit-ups, zehn Pfund in zwei Wochen, falsche Angabe zur Abnahme der Moderatorin | FTC, Vergleich ohne Schuldeingeständnis |
| 21.06.2023 | EMS-Trainingsgerät | „Traumkörper ganz ohne Sport!“, „mühelos definierte Muskeln“ | LG Düsseldorf, 12 O 115/22: irreführend, nur aus Berichten bekannt |
| 07.08.2024 | „Abnehmen im Liegen“ in Studios, Strom und Ultraschall | unter anderem „2–5 cm weniger Umfang“ nach der ersten Behandlung | Wettbewerbszentrale: 11 Anbieter beanstandet, 10 Unterlassungserklärungen, 1 Klage |
Auf mechanische Heimgeräte wie Bauchrad, Sit-up-Bank oder Crunch-Gestell bezieht sich keines dieser Verfahren außer dem gegen das Ab Circle Pro; die übrigen betreffen EMS-Gürtel und Studio-Behandlungen. Gemeinsam ist ihnen das Muster der Aussagen: Abnehmen ohne Training, Zentimeter an einer bestimmten Stelle, Gleichwertigkeit mit einer Zahl von Sit-ups.
Wie das Ab Circle im EMG abschneidet, hat eine Laborstudie geprüft: Willardson und Kollegen fanden 2010 bei zwölf Personen, dass der einfache Crunch den geraden Bauchmuskel stärker aktivierte als das Ab Circle auf Stufe 1, und die Seitstütz-Übung übertraf das Gerät auf den Stufen 1 und 2. Das Gerät, für das ein Gegenwert von 100 Sit-ups beworben wurde, erzeugte auf Stufe 1 im Labor also weniger Aktivität im geraden Bauchmuskel als ein Crunch. Die Rechtslage im Einzelnen, von Project ABSurd bis zur europäischen Durchführungsverordnung, ordnet der Vergleich der EMS-Bauchtrainer auf einem Zeitstrahl.
EMS-Gürtel und Fett: der Stand in Kürze
Porcari und Kollegen fanden 2005 mit dem Slendertone FLEX bei 24 Personen gegenüber 16 Kontrollen nach acht Wochen 3,5 Zentimeter weniger Taillenumfang, aber keine Veränderung bei Gewicht, Body-Mass-Index und Hautfalten; die Studie wurde vom Hersteller Compex finanziert, hatte keine Schein-Stimulation und maß den Umfang mit dem Maßband. Eine frühere Studie desselben Erstautors mit Schein-Stimulation fand 2002 bei 27 Personen keinen Effekt auf Gewicht, Fett und Umfänge, und die US-Arzneimittelbehörde FDA führt nach ihrer Verbraucherseite, Stand 2017, kein EMS-Gerät, das für Gewichtsverlust oder Umfangsreduktion freigegeben ist. Stiftung Warentest schrieb 2020 über das Ganzkörper-EMS im Studio, es eigne sich weder zur Gewichtsabnahme noch gegen Orangenhaut. Den Unterschied zwischen beiden Porcari-Studien und die Herstellerzahlen dazu erklärt die Seite zur Wirkung von EMS-Bauchtrainern.
Wer einen EMS-Gürtel nutzen will und einen Herzschrittmacher oder ein anderes Implantat trägt, schwanger ist, Herzrhythmusstörungen oder Epilepsie hat, findet diese Punkte in der Gebrauchsanweisung des Beurer EM 37 als Gegenanzeigen. Dieselbe Anleitung schließt die Anwendung auch nach Operationen aus, wenn verstärkte Muskelkontraktionen den Heilungsprozess stören könnten; das betrifft die Frage nach dem EMS-Gürtel nach einem Kaiserschnitt, die in den Suchvorschlägen auftaucht. In diesen Fällen gehört die Frage vor der Anwendung zur Ärztin oder zum Arzt.
Bauchweggürtel ohne Strom: kein Befund in den Unterlagen
„Bauchweggürtel“ bezeichnet im Handel zwei verschiedene Produkte. Das eine ist der EMS-Gürtel mit Elektroden, das andere ein Gürtel ohne Strom, der als Schwitz-, Neopren- oder Saunagürtel angeboten wird. Die Suchvorschläge zeigen beide Bedeutungen, von „bauchweggürtel elektrisch“ bis „bauchweggürtel wie lange tragen“; zum Seed „bauchweggürtel“ allein kamen 110 Vorschläge. Vier Vorschläge verbinden ihn mit dem Abnehmen, darunter „hilft ein bauchweggürtel beim abnehmen“, und zwei nennen ein Produkt mit „Saunaeffekt“ und „Fettverbrennung“ im Namen.
Dieser Saunaeffekt-Gürtel steht bei einer Versandapotheke unter der Überschrift Bauchtrainer, ein Vergleichsportal führt einen Taillentrimmer zum Schwitzen in seiner Bauchtrainer-Liste, ein anderes mischt EMS-Gürtel, Roller und Schwitzgürtel in einem Vergleich. In den Foren drehen sich 15 Threads um solche Gürtel ohne Strom, darunter Fragen zur Shapewear nach der Geburt. Eine Studie oder Behördenaussage zu Wirkung und Risiken dieser Gürtel fand die Recherche nicht. Damit lässt sich weder sagen, dass sie beim Abnehmen helfen, noch dass sie es nicht tun; belegt ist nur, dass für die Fettverbrennungsaussage im Produktnamen keine Quelle vorliegt.
Wer nach einem Kaiserschnitt oder nach der Geburt über einen solchen Gürtel nachdenkt, sollte das mit der Hebamme oder der Frauenärztin besprechen; Suchvorschläge wie „bauchweggürtel nach kaiserschnitt“ zeigen, dass die Frage gestellt wird. Was Training nach der Geburt bei einer Rektusdiastase bewirkt, mit den widersprüchlichen Meta-Analysen dazu, steht im Ratgeber Training bei Rektusdiastase.
Was Vergleichsportale über Fettverbrennung schreiben
Die Seiten, die bei der Suche nach Bauchtrainern oben stehen, sind überwiegend Vergleichsportale, und einen Produkttest von Bauchtrainern durch Stiftung Warentest, Öko-Test oder vergleichbare Prüfer gibt es nach der Recherche nicht. Was die Portale zum Abnehmen schreiben, reicht von der Absage bis zum Versprechen. Belege stehen bei keiner der folgenden Aussagen.
| Seite | Aussage | Genannter Beleg |
|---|---|---|
| test-vergleiche.com, Bauchmuskelgürtel | EMS-Gürtel mit „unterstützende Funktion bei der Fettverbrennung“ | keine Wirkstudie |
| rtl.de, Bauchtrainer | Gerät „Aktiviert Fettverbrennung und Stoffwechsel“, dazu Prozentwerte zur Effektivität | keine Methode |
| topratgeber24.de, Bauchtrainer | Geräte „zum Muskelaufbau und zur Fettverbrennung“, Displays mit Kalorienverbrauch | keiner |
| shop-apotheke.com, Ratgeber Bauchtrainer | Bauchweggürtel mit Saunaeffekt und „Fettverbrennung“ im Produktnamen | keiner |
| testsieger.de, Bauchtrainer | Fett lasse sich nicht lokal abbauen | keine Studie |
| fitnessmensch.de, Bauchtrainer | gezielte Fettverbrennung nur am Bauch sei nicht möglich | keine Studie |
| konsument.at (VKI), EMS-Trainer | Abnehmversprechen „nicht richtig“, Expertenkommentar eines Sportmediziners | keine Messung |
Auffällig ist, dass auch die zurückhaltenden Aussagen ohne Quelle auskommen. Testsieger.de und Fitnessmensch.de sagen sinngemäß dasselbe wie Vispute und Kordi, nennen aber keine der beiden Studien. Wer sich auf eine solche Seite verlässt, kann die Aussage nicht nachprüfen und erfährt nicht, dass es Gegenbefunde gibt. Die Aussage von test-vergleiche.com zur Fettverbrennung durch EMS steht im Widerspruch zu den Porcari-Studien, die keine Veränderung der Hautfalten fanden, und zur Verbraucherseite der FDA. Bei rtl.de stehen Prozentwerte für die Effektivität einzelner Geräte, ohne dass die Seite erklärt, wie sie zustande kommen.
Sixpack: Muskel und Fettschicht sind zwei Fragen
Das Wort Sixpack steht in 158 der ausgewerteten Forentitel und in 27 Suchvorschlägen, von „ab roller six pack“ bis „elektrischer sixpack trainer“. Ein Thread vom 5. April 2026 fragt, ob eigentlich jeder ein Sixpack habe und nur der Bauchfettanteil zu hoch sei. Die Frage trennt richtig, was die Studien ebenfalls trennen: die Muskeln und das Fett darüber.
Die Muskelseite ist belegt. Bauchtraining hat in den Studien Kraft und Ausdauer der Bauchmuskeln gesteigert, bei Brobakken um mehr als ein Drittel der Maximalkraft im Crunch. Die Fettseite ist es nicht: Lokal über dem Bauch hat reines Bauchtraining in den randomisierten Studien kein zusätzliches Fett abgebaut. Ab welchem Körperfettanteil Bauchmuskeln sichtbar werden, beantworten die Unterlagen für diesen Cluster nicht; eine Zahl dazu steht deshalb nicht auf dieser Seite.
Behörden haben Sixpack-Versprechen schon beanstandet. In den Klagen von 2002 gegen drei EMS-Gürtel warf die FTC den Anbietern vor, einen Sixpack- oder Waschbrettbauch ohne Training zu versprechen. Die FDA schreibt auf ihrer Verbraucherseite zu Muskelstimulatoren, Stand Dezember 2017, solche Geräte verschafften keinen Sixpack-Bauch. Für mechanische Bauchtrainer in Deutschland fand die Recherche kein Urteil und kein Verfahren zu solchen Werbeaussagen.
Vorher und nachher: was Fotos und Selbsteinschätzung in Studien zeigten
Vierzehn der ausgewerteten Suchvorschläge enthalten „vorher nachher“, darunter „ab roller vorher nachher“, „bauchtrainer vorher nachher“ und „ems gürtel bauch vorher nachher“. Wie viel an solchen Darstellungen hängen kann, zeigt das Ab-Circle-Pro-Verfahren: Die FTC beanstandete dort auch eine falsche Angabe zur Gewichtsabnahme der Moderatorin. Ob sich das Aussehen durch ein Bauchgerät ändert, haben zwei Studien mit Fotos gemessen, beide zu EMS-Geräten; für mechanische Bauchtrainer liegt eine solche Messung in den Unterlagen nicht vor.
Porcari und Kollegen fotografierten 2002 alle 27 Teilnehmenden von vorn, von der Seite und von hinten, vor und nach dem Programm. Die Gruppe mit Stimulation nach Herstellerempfehlung unterschied sich in keinem Wert von der Gruppe mit Schein-Stimulation, auch nicht beim Aussehen. Eine Untersuchung, die der Fitnessverband ACE im Jahr 2000 veröffentlichte, ebenfalls unter Leitung von Porcari, ließ 17 Personen acht Wochen lang dreimal pro Woche ein Heim-EMS-Gerät nutzen, 12 weitere bekamen stromlose Geräte. Das Erscheinungsbild wurde mit Fotos und einer 10-Punkte-Skala bewertet; signifikante Änderungen gab es weder dort noch bei Gewicht, Körperfett und Kraft. Ob diese Untersuchung mit der Studie von 2002 identisch ist, lässt sich aus den Unterlagen nicht klären; die Teilnehmerzahlen weichen voneinander ab.
Die Studie von 2005 zeigt die andere Seite. Alle 24 Personen der Stimulationsgruppe gaben an, ihr Bauch fühle sich straffer und fester an, 13 von 24 meinten, ihre Haltung habe sich verbessert. Gleichzeitig blieben Gewicht, Body-Mass-Index und Hautfalten unverändert, nur der Taillenumfang sank um 3,5 Zentimeter. Das Gefühl, der Bauch sei straffer, und eine Messung des Fetts sind zwei verschiedene Ergebnisse. Wer Erfahrungsberichte oder Bilder vor und nach der Nutzung eines Bauchgeräts liest, sieht im besten Fall das erste, nicht das zweite.
Woran sich eine Abnehm-Studie prüfen lässt
Werbung und Ratgeber berufen sich auf „Studien“, ohne sie immer zu nennen. Ein Portal schreibt von fünf ausgewerteten Studien zum Bauchroller und nennt keine davon. Wer eine genannte Studie prüfen will, kann an den sieben Studien der Tabelle ablesen, worauf es ankommt. Die folgenden Fragen sind keine Bewertungsskala, sondern eine Lesehilfe mit Beispielen aus der Tabelle.
- Gibt es eine Vergleichsgruppe? Vispute, Kordi, Paoli, Demont und Brobakken vergleichen Gruppen. Ramírez-Campillo und Kostek vergleichen innerhalb derselben Person ein trainiertes mit einem untrainierten Körperteil. Beides ist zulässig, beantwortet aber verschiedene Fragen.
- Wurde zufällig zugeteilt? Ohne Zufall können sich die Gruppen schon vor dem Training unterscheiden. In fünf der sieben Studien stand die zufällige Zuteilung im Abstract.
- Ist der Energieverbrauch abgeglichen? Nur Brobakken hat den Verbrauch beider Gruppen über die Sauerstoffaufnahme angeglichen. Wo das fehlt, kann ein Unterschied im Fett schlicht aus einem Unterschied im Gesamtverbrauch kommen, nicht aus dem Ort des Trainings.
- Wie wurde die Ernährung erfasst? Vispute ließ isokalorisch essen, Kordi gab beiden Gruppen eine Diät, Ramírez-Campillo erfasste die Ernährung über Erinnerungsprotokolle. Je ungenauer dieser Teil, desto mehr Spielraum für andere Erklärungen.
- Womit wurde gemessen? Kostek zeigt an denselben Armen, dass Hautfalte und MRT verschiedene Antworten geben können.
- Wie viele Personen, wie lange? Die Tabelle reicht von 11 bis 104 Teilnehmenden und von drei bis zwölf Wochen. Ein kleiner Effekt bleibt in einer kleinen, kurzen Studie leicht unentdeckt.
- Signifikant oder groß? Bei Brobakken sind 697 Gramm in zehn Wochen signifikant. Bei Kordi bedeutet p = 0,45 beim Gewicht, dass sich die Gruppen statistisch nicht unterschieden. „Nicht signifikant“ heißt nicht „kein Effekt“, sondern „in dieser Studie nicht nachweisbar“.
- Wer hat bezahlt, gab es eine Schein-Behandlung? Bei Geräten mit Strom ist das entscheidend: Die vom Hersteller finanzierte Porcari-Studie von 2005 ohne Schein-Stimulation fand Effekte, die Studie von 2002 mit Schein-Stimulation keine.
- Wogegen wurde verglichen? Vispute vergleicht Bauchtraining mit gar keinem Training, Demont ein Gerät mit dem Crunch ohne Gerät. Für die Kaufentscheidung ist der zweite Vergleich der aufschlussreichere, weil er zeigt, ob das Gerät mehr leistet als die freie Übung.
- Abstract oder Volltext? Alle Trainingsstudien dieser Seite sind nur über das Abstract ausgewertet. Gruppengrößen, Finanzierung und Einzelwerte stünden im Volltext.
Acht Fragen aus Foren und Suchvorschlägen, nüchtern beantwortet
Die folgenden Fragen stammen wörtlich aus Forentiteln oder Suchvorschlägen. Die Antworten stützen sich auf die Studien und Quellen dieser Seite und gehen nicht darüber hinaus.
„Workout gegen Bauchfett?“ (gutefrage, 15.05.2026). Ein Workout nur für den Bauch hat in den beiden randomisierten Studien zu reinem Bauchtraining und zu Bauchtraining neben einer Diät das Fett am Bauch nicht stärker gesenkt als die Vergleichsbedingung. Bei Kordi nahm der Bauchumfang auch in der Gruppe ohne Training ab, bei Ramírez-Campillo ging Rumpffett mit einem Beintraining zurück.
„Für Sixpack Crunches mit Gewicht?“ (gutefrage, 14.10.2026). Mit Last trainierte die Bauchgruppe bei Brobakken: Crunches und Rotation an Geräten mit 30 bis 40 Prozent der Maximalkraft, plus 36 Prozent Kraft im Crunch nach zehn Wochen. Dass zusätzlicher Widerstand die Bauchmuskelaktivität erhöht, stützen auch die EMG-Studien von Sternlicht. Ob dadurch ein Sixpack sichtbar wird, hängt an der Fettschicht, und dazu liefern die Studien keine Schwelle.
„Wie viele kalorien verbrennen 200 SitUps?“ (gutefrage, 15.06.2023). Für Sit-ups lag für diesen Cluster kein MET-Wert vor, und die Studien nennen keinen Verbrauch in Kilokalorien. Eine Zahl wäre deshalb geraten.
„Taillenumfang und sixpack?“ (gutefrage, 24.08.2026). Der Taillenumfang ist kein reines Fettmaß. Porcari maß 2005 nach EMS 3,5 Zentimeter weniger Taille bei unveränderten Hautfalten, Vispute fand nach Bauchtraining keine Änderung des Bauchumfangs, Kordi eine Abnahme in beiden Gruppen, mit und ohne Training.
„Was ist aus diesen Elektroschock Gürteln geworden wodurch man ein Sixpack bekommt?“ (gutefrage, 06.07.2026). Die FTC ging ab 2002 gegen mehrere solcher Gürtel vor, weil sie einen Sixpack ohne Training versprachen. Verkauft werden EMS-Gürtel weiterhin; die FDA führt nach ihrer Verbraucherseite keinen, der für Umfangsreduktion freigegeben ist.
„In wie vielen Wochen oder Monaten habe ich ein Sixpack bekommen?“ (gutefrage, 12.04.2026). Eine Dauer gibt keine der Studien her. Die längsten liefen zwölf Wochen und maßen Fett und Umfang, nicht das sichtbare Ergebnis.
„hilft ein bauchweggürtel beim abnehmen“(Suchvorschlag). Für Gürtel ohne Strom fand die Recherche keine Studie, für EMS-Gürtel keine Fettabnahme. Was ein Saunaeffekt am Bauch bewirkt, ist in den Unterlagen nicht untersucht.
„sixpack trainer abzocke“ (Suchvorschlag). Ob ein bestimmtes Produkt dieses Namens hält, was es verspricht, sagen die Quellen nicht; zu Produkten unter diesem Namen liegt keine Studie vor. Belegt ist, welche Aussagen Behörden bei vergleichbaren Geräten beanstandet haben: Fettabbau ohne Training, Zentimeter an einer Stelle, Gleichwertigkeit mit Sit-ups.
Sechs Situationen und was die Studienlage dazu hergibt
Aus den Befunden lässt sich keine Pauschalantwort ableiten, wohl aber eine für konkrete Situationen. Jede der folgenden sechs Antworten stützt sich auf die Studien und Quellen weiter oben.
- Wer gezielt am Bauch Fett verlieren will, ohne sonst etwas zu ändern. Das ist die Anordnung der Vispute-Studie: Bauchübungen, gleichbleibende Ernährung. Ergebnis nach sechs Wochen: kein messbarer Effekt auf Fett und Umfang. Ein Bauchtrainer liefert nach dieser Studienlage das gesuchte Ergebnis nicht.
- Wer ohnehin die Ernährung umstellt und Bauchtraining ergänzen will. Das bildet Kordi ab. Am Bauch nahm die Diätgruppe ohne Training genauso ab wie die Gruppe mit Training. Als Kraftergänzung ist das Training vertretbar, als Beschleuniger für den Bauchumfang belegt es die Studie nicht.
- Wer Ausdauer trainiert und einen Teil der Zeit in Bauchübungen stecken möchte. Hier liegt Brobakken: Bei gleichem Energieverbrauch ging mehr Rumpffett verloren, nominal aber weniger Gewicht. Das gilt für Männer mit Übergewicht und für Crunch- und Rotationsmaschinen mit Zusatzlast. Wer Crunches an einem Heimgerät mit verstellbarer Neigung machen will, findet Bänke und Crunch-Gestelle im Vergleich der Sit-up-Bänke und Crunch-Gestelle.
- Wer stärkere, ausdauerndere Bauchmuskeln will. Das ist belegt, bei Vispute für die Ausdauer, bei Brobakken für die Maximalkraft. Ob dafür ein Gerät nötig ist, ist eine andere Frage; Sternlicht und Kollegen folgerten 2005, tragbare Bauchgeräte wirkten nur, wenn sie die Bewegung des Crunch nachbilden und Widerstand hinzufügen.
- Wer mit einem EMS-Gürtel abnehmen will. Weder die Porcari-Studien noch die FDA stützen das. Kraftzuwachs und ein kleinerer Taillenumfang in einer herstellerfinanzierten Studie, kein Fettverlust.
- Wer nach einer Geburt den Bauch zurückbilden will. Diese Frage gehört nicht zum Abnehmen, sondern zur Rückbildung, und dort zur Hebamme oder Physiotherapie. Die Studienlage zur Rektusdiastase steht auf der eigenen Seite dazu.
Die Frage, an der die Kaufentscheidung kippt
Bei allen sechs Situationen entscheidet die Frage, was am Ende anders sein soll: die Zahl der Curl-ups oder die Zentimeter am Maßband. Soll die Bauchmuskulatur kräftiger werden, hat ein Bauchtrainer eine Studienlage für sich, und die Wahl des Geräts ist eine Frage von Platz, Zusatzlast und Rücken. Sollen Fett und Bauchumfang sinken, kippt die Empfehlung: Dann gibt es keinen belastbaren Grund, ein Bauchgerät zu kaufen, weil die beiden randomisierten Studien zu reinem Bauchtraining und zu Bauchtraining neben einer Diät keinen Zusatzeffekt am Bauch fanden.
Daraus ergeben sich Ausschlusskriterien, die sich vor dem Kauf prüfen lassen. Ein Gerät scheidet aus, wenn es mit Fettabbau an einer bestimmten Körperstelle beworben wird, denn genau diese Behauptung hat die FTC beim Ab Circle Pro beanstandet und keine Studie für Bauchtraining gesichert belegt. Ein Gerät ist ungeeignet, wenn die Werbung eine Gleichwertigkeit mit einer bestimmten Zahl Sit-ups verspricht, wie die drei Minuten gleich 100 Sit-ups beim Ab Circle Pro. Und eine Kalorienanzeige auf dem Display ist kein Kaufargument, solange niemand offenlegt, wie sie rechnet.
Wer abnehmen will und keinen weiteren Grund für ein Bauchgerät hat, braucht kein Bauchgerät. Das ist keine Aussage gegen Bauchtraining, sondern eine Lesart der Studien: Den Fettverlust am Bauch erreichte bei Kordi die Diät allein, bei Ramírez-Campillo ging Rumpffett mit Beintraining zurück, und bei Brobakken verlor auch die reine Laufgruppe in zehn Wochen 1.134 Gramm Fett. In keiner dieser Studien war ein Heimgerät für den Bauch die Voraussetzung dafür, dass Fett verschwand.
Für wen sich die Anschaffung trotzdem lohnt, ist eine Frage des Trainingsziels und der Geräteart, nicht des Abnehmens. Bauchrad, Sit-up-Bank mit verstellbarer Neigung und Rückentrainer für die Rückenstrecker unterscheiden sich in Platzbedarf, Belastung und Zielmuskulatur. Diese Abwägung gehört auf die Vergleichsseiten. Diese Seite liefert für sie nur die Vorbedingung: Wer das Gerät wegen des Bauchfetts kaufen wollte, kann die Entscheidung neu aufsetzen.
Nach der Geburt, bei Rückenschmerzen, mit Herzschrittmacher
Drei Gruppen sollten die Frage nach dem Bauchtrainer nicht allein über das Abnehmen entscheiden. Nach einer Schwangerschaft kann eine Rektusdiastase vorliegen, ein Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln. Ob und wann welches Training sinnvoll ist, klären Hebamme, Frauenärztin oder Physiotherapie; die Studien dazu widersprechen sich, und eine deutsche Leitlinie fand die Recherche nicht. Auch bei Verdacht auf einen Bauchwand- oder Leistenbruch gehört die Frage zur Ärztin oder zum Arzt.
Wer Rückenschmerzen oder einen Bandscheibenvorfall hat, sollte wissen, dass Sit-ups nach einer Modellrechnung von McGill aus dem Jahr 1995 die Lendenwirbelsäule mit über 3.000 Newton belasten, bei zwölf untersuchten Männern. Welche Übungen und Geräte den Rücken wie fordern und was die abgelaufene Nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz dazu sagt, ordnet der Ratgeber Bauchtrainer bei Rückenschmerzen ein; bei anhaltenden Beschwerden ist die ärztliche oder physiotherapeutische Abklärung der erste Schritt. Für EMS-Gürtel gilt bei Herzschrittmacher, Herzrhythmusstörungen und Herzerkrankungen dasselbe, wie oben bei den Gegenanzeigen beschrieben.
Fortschritt messen, ohne sich selbst zu täuschen
Wer nach dem Kauf eines Bauchtrainers prüfen will, ob sich etwas tut, steht vor demselben Problem wie die Studien: Was gemessen wird, bestimmt das Ergebnis. Die Kostek-Studie fand mit der Hautfalte einen lokalen Effekt, den das MRT nicht bestätigte. Als eigene Folgerung daraus: Eine Messung zu Hause sagt nur dann etwas über eine Veränderung, wenn sie zu Beginn und später mit demselben Verfahren erfolgt. Ein Wechsel von der Waage zur Körperfettwaage oder vom Maßband zur Hautfaltenzange mitten im Verlauf vergleicht zwei verschiedene Dinge.
Für die Muskelseite gibt es ein einfacheres Maß, das die Studien selbst verwenden. Vispute zählte Curl-ups im Abschlusstest, Porcari nutzte in der EMS-Studie den Curl-up-Test des American College of Sports Medicine zur Ausdauer. Wer zu Beginn zählt, wie viele saubere Curl-ups gelingen, und nach einigen Wochen erneut, misst genau das, wofür Bauchtraining belegt ist. Zur Einordnung: Die zuvor untrainierten Erwachsenen bei Vispute schafften nach sechs Wochen Bauchtraining im Mittel 47 Curl-ups, die Gruppe ohne Training 32. Das Testprotokoll nennt das Abstract nicht, ein Vergleich mit einem eigenen Test zu Hause ist deshalb nur grob möglich. Eine Vorgabe, wie die Wiederholungen dabei auszuführen sind, enthalten die ausgewerteten Abstracts nicht.
Für den Bauchumfang haben Vispute, Kordi und Porcari den Umfang gemessen, Porcari ausdrücklich mit einem Stahlmaßband. Eine Anleitung, an welcher Stelle und in welcher Haltung zu messen ist, liegt für diesen Cluster nicht vor. Die Waage schließlich zeigt bei Brobakken, wie irreführend sie für die Bauchfrage sein kann: Die Gruppe mit mehr Rumpffettverlust nahm nominal weniger Gewicht ab, laut Abstract sank es in beiden Gruppen ähnlich. Den lokalen Befund hätte die Waage in dieser Studie nicht gezeigt. Aus den Mittelwerten lässt sich, als eigene Rechnung, auch ablesen, warum: In der Bauchgruppe sank das Gewicht um 1,2 Kilogramm, das Fett aber um 1,7 Kilogramm, die übrige Masse stieg also rechnerisch um etwa ein halbes Kilogramm. In der Laufgruppe sank das Gewicht um 2,3 Kilogramm bei 1,1 Kilogramm weniger Fett, rechnerisch ging dort also auch gut ein Kilogramm fettfreie Masse verloren. Werte zur fettfreien Masse nennt das Abstract nicht; die Differenzen sind Rechenwerte aus Mittelwerten mit großer Streuung.
Bleibt die Frage, wann sich ein Ergebnis zeigen müsste. Die Studien liefen drei bis zwölf Wochen, länger lief keine. Für die Kraftausdauer reichten bei Vispute sechs Wochen, um einen Unterschied zu messen. Für das Fett am Bauch gibt es keine Dauer, nach der ein Effekt durch Bauchtraining belegt einträte, auch nicht nach zwölf Wochen bei Kordi. Eine Angabe wie „nach so vielen Wochen sichtbar“ lässt sich für Bauchgeräte aus den Unterlagen nicht begründen. Was ein Gerät im Alltag braucht, vom Aufbau bis zum Platzbedarf, steht auf den Vergleichsseiten zu den einzelnen Gerätearten.
Offene Punkte, die keine Quelle klärt
- MET-Werte für Sit-ups, Crunches und den Rollout mit dem Bauchrad: Das Compendium of Physical Activities wurde für diese Übungen nicht abgerufen. Deshalb nennt diese Seite keinen Kalorienverbrauch und bietet keinen Rechner.
- Der Kalorienverbrauch einer Einheit mit einem Bauchtrainer und die Berechnungsweise von Kalorienanzeigen an Bauchtrainer-Displays.
- Eine systematische Übersichtsarbeit oder Meta-Analyse speziell zum lokalen Fettabbau; die Titelsuche in PubMed und Europe PMC fand keine.
- Die Volltexte der sieben Studien. Gruppengrößen je Arm (Vispute, Kordi, Paoli, Brobakken), absolute Fettwerte (Vispute, Kordi, Kostek, Paoli) und die Finanzierung (Vispute, Kordi, Paoli, Brobakken) stehen nicht in den Abstracts.
- Mit welchem Verfahren Vispute das Fett der Bauchregion maß und welche sieben Übungen das Programm umfasste.
- Ob Paoli einen signifikanten Unterschied zwischen Zirkel- und Krafttrainingsgruppe fand und ob der Energieverbrauch beider Programme abgeglichen war.
- Wie viele Einheiten pro Woche bei Kostek stattfanden.
- Eine Studie über mehr als zwölf Wochen und eine energiegleiche Studie mit Frauen.
- Eine Studie, die ein Bauchrad, eine Sit-up-Bank oder ein Crunch-Gestell im Heimgebrauch mit einer Fettmessung verbindet, außer Demont 1999 mit drei Wochen.
- Ab welchem Körperfettanteil Bauchmuskeln sichtbar werden.
- Wirkung und Risiken von Bauchweggürteln ohne Strom, also Schwitz- und Neoprengürteln.
- Kalorienverbrauch und Wirkung von Drehscheiben und Twistern.
- Ein deutsches Urteil oder Verfahren zu Sixpack-Versprechen für mechanische Heim-Bauchtrainer.
- Eine Messanleitung für den Bauchumfang zu Hause aus einer der ausgewerteten Quellen.
- Ob die ACE-Untersuchung von 2000 und die Porcari-Studie von 2002 dieselbe Studie beschreiben; die Teilnehmerzahlen (29 und 27) weichen ab.
- Eine Fettmessung mit einem Bauchrad oder einer Sit-up-Bank.
- Ob die beiden Studien mit lokalem Befund, Paoli 2021 und Brobakken 2023, von anderen Arbeitsgruppen wiederholt wurden.
Studien, Behördenseiten und Portale, auf die sich diese Seite stützt
Alle Quellen wurden am 17. Oktober 2026 abgerufen. Die Studienangaben stammen aus den PubMed-Abstracts; nur die EMS-Studie von Porcari 2005 lag im Volltext vor. Prozentwerte, Differenzen und Summen, die als eigene Rechnung gekennzeichnet sind, wurden aus den Abstractwerten abgeleitet. Getestet hat für diese Seite niemand ein Gerät; Preise nennt sie nicht.
- Vispute et al. 2011, J Strength Cond Res: The effect of abdominal exercise on abdominal fat
- Kordi et al. 2015, J Manipulative Physiol Ther: Bauchkrafttraining und Unterhautfett bei Frauen mit Übergewicht
- Ramírez-Campillo et al. 2013, J Strength Cond Res: Regional fat changes induced by localized muscle endurance resistance training
- Kostek et al. 2007, Med Sci Sports Exerc: einseitiges Armtraining, MRT und Hautfalte
- Demont et al. 1999, J Sports Med Phys Fitness: Ab-Flex, Ab-Roller und Crunch
- Paoli et al. 2021, Int J Environ Res Public Health: Zirkeltraining und regionales Fett
- Brobakken et al. 2023, Physiol Rep: Abdominal aerobic endurance exercise reveals spot reduction exists
- Willardson et al. 2010, J Strength Cond Res: Ab Circle gegen Crunch, Side Bridge und Vierfüßler
- Sternlicht und Rugg 2003, J Strength Cond Res: tragbare Bauchgeräte gegen den Crunch
- Sternlicht et al. 2005, J Strength Cond Res: weitere Bauchgeräte gegen den Crunch
- Escamilla et al. 2006, Phys Ther: Power Wheel, Bauchschlaufen und Reverse Crunch im EMG
- ACE ProSource April 2014: Geräte und Übungen gegen den Crunch
- ACE: Pressemitteilung zur EMS-Untersuchung von 2000
- Porcari et al. 2005, J Sports Sci Med: Slendertone FLEX, Volltext
- Porcari et al. 2002, J Strength Cond Res: EMS mit Schein-Stimulation
- McGill 1995, Clin Biomech: Kompression der Lendenwirbelsäule bei Sit-ups
- FTC: Ab Circle Pro, Pressemitteilung vom 23.08.2012
- FTC: Erstattungsschecks Ab Circle Pro, 16.07.2014
- FTC: Klagen gegen drei EMS-Bauchgürtel, 08.05.2002
- FTC: Vergleich zu Fast Abs und Teilurteil zu AbTronic, 23.07.2003
- FTC: Verfahren gegen die Anbieter des Ab Force, 01.10.2003
- FTC: Vergleiche zum AB Energizer, 26.04.2005
- Federal Court of Australia: ACCC v Danoz Direct, 2003, AbTronic
- Wettbewerbszentrale: Werbung für Abnehmen im Liegen, 07.08.2024
- FDA: Electronic Muscle Stimulators, Stand 17.12.2017
- Stiftung Warentest: Elektrische Muskelstimulation, Ratgeber vom 22.09.2020
- Beurer: Gebrauchsanweisung EM 37 mit Gegenanzeigen (PDF)
- LHR Rechtsanwälte: Bericht zu LG Düsseldorf, 12 O 115/22
- Konsument (VKI): Bodify EMS-Trainer, 07.08.2023
- test-vergleiche.com: Bauchmuskelgürtel
- rtl.de: Bauchtrainer
- topratgeber24.de: Bauchtrainer
- shop-apotheke.com: Bauchtrainer für zuhause im Überblick
- testsieger.de: Bauchtrainer
- fitnessmensch.de: Bauchtrainer
- expertentesten.de: Bauchroller, mit fünf ungenannten Studien
FAQ
Häufige Fragen
Kann ein Bauchtrainer Bauchfett gezielt reduzieren?
Gesichert ist das nicht. In den randomisierten Studien von Vispute 2011 (24 Personen, sechs Wochen) und Kordi 2015 (40 Frauen, zwölf Wochen) senkte Bauchtraining das Fett am Bauch nicht stärker als die Vergleichsbedingung. Zwei kleinere Studien, Paoli 2021 und Brobakken 2023 mit zusammen 30 Personen, fanden einen lokalen Effekt, Brobakken nur in Kombination mit Laufband und Geräten mit Zusatzlast.
Kann ich einen Bauchtrainer zur Gewichtsreduktion verwenden?
Als Kraft- und Ausdauergerät ja, als Abnehmgerät stützen ihn die Studien nicht. Bei Vispute änderte sich das Körpergewicht durch sechs Wochen Bauchtraining nicht signifikant, bei Kordi nahmen Frauen mit Diät ab, mit Bauchtraining ohne signifikanten Unterschied zur Diät allein. Verbessert hat das Training in den Studien Kraft und Kraftausdauer der Bauchmuskeln.
Reicht ein Bauchtrainer für ein Sixpack aus?
Die Muskelseite lässt sich trainieren: Bei Brobakken stieg die Maximalkraft im Crunch in zehn Wochen um 36 Prozent. Ob die Muskeln sichtbar werden, hängt an der Fettschicht darüber, und die hat reines Bauchtraining in den randomisierten Studien nicht zusätzlich verringert. Ab welchem Körperfettanteil ein Sixpack sichtbar wird, beantworten die ausgewerteten Quellen nicht.
Können Bauchmuskelgürtel mit EMS beim Abnehmen helfen?
Die Studien sprechen dagegen. Porcari 2005 fand mit dem Slendertone FLEX bei 24 Personen 3,5 Zentimeter weniger Taillenumfang, aber unveränderte Hautfalten, Gewicht und BMI; die Studie war vom Hersteller Compex finanziert und hatte keine Schein-Stimulation. Porcari 2002 fand mit Schein-Stimulation keinen Effekt, und die FDA führt kein EMS-Gerät, das für Gewichtsverlust oder Umfangsreduktion freigegeben ist.
Wie viele Kalorien verbraucht ein Training mit dem Bauchtrainer?
Eine belegte Zahl gibt es dafür nicht. MET-Werte für Sit-ups, Crunches oder den Rollout mit dem Bauchrad lagen für diese Seite nicht vor, und die Studien nennen keinen Verbrauch in Kilokalorien. Wie Kalorienanzeigen an Bauchtrainer-Displays rechnen, ist in den ausgewerteten Herstellerunterlagen nicht beschrieben.
Hilft ein Bauchweggürtel beim Abnehmen?
Für Bauchweggürtel ohne Strom, also Schwitz-, Neopren- oder Saunagürtel, fand die Recherche keine Studie und keine Behördenaussage. Für die Fettverbrennung, die manche Produktnamen versprechen, liegt damit keine Quelle vor. Ist mit Bauchweggürtel ein EMS-Gürtel gemeint, fanden die Studien Kraftzuwachs, aber keinen Fettabbau.