Seilspringen Kalorien: Verbrauch nach Tempo und Gewicht
Seilspringen Kalorien nach Compendium 2024: 8,3 bis 12,3 MET je Tempo, zwei Rechner, Messstudien, Abnehmstudien und 60 Werbeversprechen nachgerechnet.
Zwischen langsamem und schnellem Seilspringen liegen im Compendium of Physical Activities genau vier MET: 8,3 für weniger als 100 Sprünge pro Minute, 12,3 für 120 bis 160. Für einen Menschen mit 70 Kilogramm heißt das rund 10 oder rund 15 Kilokalorien pro Minute, ein Abstand von fast der Hälfte. Wer im Labor nachgemessen hat, fand diesen Tempoeffekt allerdings nicht: 1980 verbrauchten 30 Männer und Frauen bei 125, 135 und 145 Sprüngen pro Minute praktisch gleich viel Sauerstoff. Diese Datenseite legt beide Zahlenreihen nebeneinander. Sie enthält die fünf Compendium-Einträge zum Seilspringen mit Code, die Umrechnung in Kilokalorien mit jedem Rechenschritt, zwei Rechner für Minuten und Zielwerte, die Messstudien mit Puls und Sauerstoffaufnahme, die Studien zum Abnehmen und die Kalorienversprechen aus 121 Springseil-Angeboten bei Amazon, von denen 60 mit Kalorien oder Abnehmen werben. Welche Seilbauart zu welchem Ziel passt, ordnet der Überblick über Springseile und ihre Bauarten ein.
Fünf Compendium-Einträge zum Seilspringen und was sie beschreiben
Das Compendium of Physical Activities ist eine Tabelle, die körperlichen Tätigkeiten einen Energiewert zuordnet. Eine Forschergruppe um Barbara Ainsworth hat sie 1989 entwickelt und 1993, 2000, 2011 und zuletzt im Januar 2024 veröffentlicht. Die aktuelle Fassung heißt 2024 Adult Compendium und gilt für Erwachsene von 19 bis 59 Jahren. Laut der begleitenden Veröffentlichung im Journal of Sport and Health Science umfasst sie 1.114 Tätigkeiten in 22 Hauptgruppen, davon 912 mit gemessenen und 202 mit geschätzten Werten. Gegenüber 2011 kamen 303 Tätigkeiten neu hinzu, bei 176 wurden Werte oder Beschreibungen angepasst. Geschätzte Werte markiert die Webtabelle rot; keiner der Seilspring-Einträge ist so markiert, sie gelten laut Legende also als durch Veröffentlichungen gestützt.
Seilspringen taucht an zwei Stellen auf. In der Hauptgruppe „Sports“ stehen vier Einträge mit Tempoangabe, in „Conditioning Exercise“ zwei weitere. Die folgende Tabelle gibt alle sechs wieder, mit dem Code, unter dem sie im Compendium stehen, und der Beschreibung in eigener Übersetzung. Die englischen Zusätze in Anführungszeichen sind wörtlich übernommen, weil das Compendium sie nicht weiter erklärt.
| Code | Beschreibung im 2024 Adult Compendium | MET | Hauptgruppe |
|---|---|---|---|
| 15552 | langsam, unter 100 Sprünge pro Minute, beidbeinig, „rhythm bounce“ | 8,3 | Sports |
| 02069 | Sprunggerät Digi-Jump, 120 Sprünge pro Minute, ohne Seil | 9,0 | Conditioning Exercise |
| 15554 | Double Under oder mehr Umdrehungen je Sprung | 10,0 | Sports |
| 02068 | „Rope skipping exercise, general“, ohne Tempo | 11,0 | Conditioning Exercise |
| 15551 | mittel, 100 bis 120 Sprünge pro Minute, beidbeinig, „plain bounce“ | 11,8 | Sports |
| 15550 | schnell, 120 bis 160 Sprünge pro Minute | 12,3 | Sports |
Auffällig ist der Eintrag für Double Unders. Wer das Seil bei jedem Sprung zweimal unter den Füßen durchzieht, bekommt im Compendium 10,0 MET, also weniger als jemand, der in mittlerem Tempo einfach springt (11,8). Die Tabelle begründet das nicht, und eine Studie, die den Abstand erklärt, fand sich in den ausgewerteten Quellen nicht. Belegt ist nur der Wert selbst, und mit ihm rechnet der Rechner weiter unten. Wer Double Unders springt, sollte deshalb nicht annehmen, dass die schwierigere Technik automatisch mehr verbraucht.
Ebenso wenig erklärt das Compendium den Unterschied zwischen „rhythm bounce“ und „plain bounce“. Beide Einträge beschreiben beidbeiniges Springen; der langsame trägt den Zusatz „rhythm bounce“, der mittlere „plain bounce“. Eine Definition der beiden Begriffe enthält die Webtabelle nicht, deshalb übernimmt diese Seite sie im englischen Wortlaut und deutet sie nicht. Für die Rechnung entscheidend ist ohnehin die Sprungzahl pro Minute, die bei beiden Einträgen angegeben ist. Wie Grundsprung und Zwischenhüpfer technisch aussehen, zeigt die Anleitung Seilspringen lernen: Grundsprung, Fehlerbilder und Double Unders.
Für Menschen ab 60 Jahren gibt es seit 2024 ein eigenes Older Adult Compendium. Die Herausgeber haben die Daten Älterer aus der Erwachsenentabelle herausgenommen und dorthin verschoben. Im Volltext dieser Tabelle für Ältere kommt Seilspringen nicht vor. Die Werte der Fassung von 2011 waren beim Abruf nicht erreichbar; ob sich die Seilspring-Werte zwischen 2011 und 2024 verändert haben, lässt sich deshalb nicht sagen. Auf der Startseite des Compendium steht ausdrücklich die Bitte, MET-Werte nicht zu verändern und Tätigkeiten mit verschiedenen Werten nicht zu kombinieren. Diese Seite hält sich daran.
Der allgemeine Eintrag 02068 verdient eine eigene Erwähnung, weil er für alle gedacht ist, die ihr Tempo nicht kennen. Mit 11,0 MET liegt er zwischen Double Unders und mittlerem Tempo. Er steht nicht auf der Sports-Seite des Compendium, sondern unter Conditioning Exercise, und wird deshalb leicht übersehen. In den beiden Rechnern dieser Seite ist er Stufe 3, die Ausgangswahl für alle, die weder mitzählen noch ein Zählwerk haben.
Vom MET-Wert zur Kilokalorie: der Rechenweg
MET steht für metabolisches Äquivalent. Das Compendium definiert es als Verhältnis des Energieumsatzes bei einer Tätigkeit zum Ruheumsatz. Ein MET entspricht ungefähr dem, was ein Mensch beim ruhigen Sitzen verbraucht, und ist auf zwei Arten festgelegt: als 3,5 Milliliter Sauerstoff je Kilogramm Körpergewicht und Minute und als eine Kilokalorie je Kilogramm und Stunde. Seilspringen mit 11,8 MET kostet demnach das 11,8-Fache des ruhigen Sitzens.
Aus diesen Festlegungen ergibt sich die Formel, die das Compendium auf seiner Seite für Einheitenumrechnungen angibt: Kilokalorien pro Minute gleich MET mal 3,5 mal Körpergewicht in Kilogramm, geteilt durch 200. Die Zahl 200 ist kein Fitnesswert, sondern das Ergebnis zweier Umrechnungen. Erstens wird aus Millilitern Sauerstoff ein Liter (geteilt durch 1.000), zweitens wird ein Liter Sauerstoff mit 5 Kilokalorien angesetzt, so steht es ebenfalls in den Umrechnungen des Compendium. Geteilt durch 1.000 und mal 5 ergibt geteilt durch 200.
Ein Beispiel mit 70 Kilogramm und mittlerem Tempo, Schritt für Schritt: 11,8 MET mal 3,5 ergibt 41,3 Milliliter Sauerstoff je Kilogramm und Minute. Mal 70 Kilogramm sind das 2.891 Milliliter, also 2,891 Liter pro Minute. Mal 5 Kilokalorien je Liter ergibt 14,5 Kilokalorien pro Minute. Zehn Minuten in diesem Tempo kommen damit auf 145 Kilokalorien, dreißig Minuten auf 434. Alle Zahlen dieser Seite, die aus MET-Werten gewonnen sind, folgen genau diesem Weg und sind eigene Rechnung.
Die zweite Definition liefert ein leicht anderes Ergebnis. Rechnet man mit einer Kilokalorie je Kilogramm und Stunde, kostet eine Stunde mittleres Seilspringen bei 70 Kilogramm 11,8 mal 70, also 826 Kilokalorien. Über den Sauerstoffweg sind es 14,46 mal 60, also 867. Der Abstand von knapp fünf Prozent entsteht, weil 3,5 Milliliter mal 5 Kilokalorien je Liter mal 60 Minuten nicht genau 1, sondern 1,05 Kilokalorien je Kilogramm und Stunde ergeben. Beide Festlegungen stehen nebeneinander im Compendium, beide sind Konvention.
Für die Rechner und Tabellen dieser Seite gilt die Formel mit 3,5 und 200, weil das Compendium genau sie als Umrechnung von MET in Kilokalorien pro Minute nennt. Wer lieber die einfachere Kopfrechnung mit MET mal Kilogramm mal Stunden nutzt, landet knapp fünf Prozent darunter. Für jede praktische Frage, die auf dieser Seite gestellt wird, ist das kleiner als die Unsicherheit, die aus der Tempostufe und aus dem Standardwert selbst kommt. Davon handeln die übernächsten Abschnitte.
Rechner: Kilokalorien nach Gewicht, Tempostufe und Minuten
Der Rechner macht genau die beschriebene Formel bedienbar. Drei Angaben braucht er: das Körpergewicht, eine der fünf Tempostufen und die reine Sprungzeit. Die Tempostufen sind die Compendium-Einträge, nach ihrem MET-Wert sortiert. Zwischenwerte gibt es absichtlich nicht, weil das Compendium darum bittet, seine Werte nicht zu mischen. Wer nicht weiß, welche Stufe passt, nimmt Stufe 3 mit 11,0 MET; das ist der Eintrag „general“ ohne Tempoangabe.
Bei der Dauer zählt nur die Zeit, in der das Seil tatsächlich schwingt. Wer zehnmal 30 Sekunden springt und dazwischen jeweils eine Minute verschnauft, hat fünf Minuten Sprungzeit, auch wenn die Einheit fünfzehn Minuten dauert. Die Pausenminuten verbrauchen ebenfalls Energie, aber dafür gibt es keinen Seilspring-Wert, und ein Sitz- oder Stehwert aus einer anderen Rubrik des Compendium würde die Rechnung nur scheinbar genauer machen.
Wie viele Kilokalorien verbraucht Ihre Einheit?
Geht linear ein: doppeltes Gewicht, doppelter Verbrauch bei gleicher Stufe.
1 = 8,3 MET langsam (unter 100 Sprünge/min) · 2 = 10,0 MET Double Unders · 3 = 11,0 MET allgemein · 4 = 11,8 MET mittel (100 bis 120/min) · 5 = 12,3 MET schnell (120 bis 160/min). Zwischenwerte gibt es nicht.
Nur die Minuten, in denen das Seil tatsächlich schwingt. Pausen zwischen den Sätzen zählen nicht.
Ergebnis
135kcal brutto
Stufe 3 ist Code 02068 mit 11,0 MET (Seilspringen allgemein, ohne Tempoangabe), also 13,5 kcal pro Minute. Ohne den Sitzwert von 1 MET bleiben rund 123 kcal Mehrverbrauch (eigene Rechnung). Der Standardwert gilt für 19- bis 59-Jährige; bei höherem Alter und BMI liegt er laut Compendium eher zu niedrig, für Kinder gilt er nicht. Zwei Messstudien fanden zwischen 120 und 160 Sprüngen pro Minute keinen Tempoeffekt, bei Männern kosteten erst sehr hohe Raten mehr.
Grundlage: kcal pro Minute = MET × 3,5 × Körpergewicht (kg) ÷ 200, Umrechnung laut Compendium of Physical Activities (Unit Conversions). MET-Werte aus dem 2024 Adult Compendium für 19- bis 59-Jährige, Codes 15552, 15554, 02068, 15551 und 15550, abgerufen am 26.10.2026. Das Compendium bittet, MET-Werte nicht zu verändern oder zu mischen; der Rechner interpoliert deshalb nicht.
Unter dem Ergebnis steht neben dem Bruttowert auch der Mehrverbrauch gegenüber dem Sitzen. Was dieser Unterschied bedeutet und warum Fitnessuhren und Apps ihn selten offenlegen, erklärt der Abschnitt über brutto und netto. Der Hinweis im Ergebnis nennt außerdem den Code, aus dem der MET-Wert stammt. Wer das Ergebnis mit einer anderen Quelle vergleichen will, kann den Code im Compendium nachschlagen und sieht dort denselben Wert.
Das Ergebnis ist eine Schätzung für einen durchschnittlichen Menschen dieses Gewichts, nicht eine Messung an Ihnen. Wie groß der Abstand zwischen beiden werden kann, hat das Compendium selbst untersucht, und wo er besonders groß ist, steht im Abschnitt über den Standardwert. Für Kinder ist der Rechner nicht gedacht, für Menschen ab 60 Jahren gibt es keinen Seilspring-Wert, und wer ohne Seil springt, findet im Compendium keinen passenden Eintrag.
Wie lange springen für 100, 200, 500 oder 1.000 Kilokalorien?
Ein Teil der Fragen geht den umgekehrten Weg. Unter den 57 Frageformulierungen, die die Autovervollständigung einer Suchmaschine zu Springseilen am 26.10.2026 lieferte, beginnen 36 mit „wie lange“, darunter „wie lange muss man seilspringen um 500 kalorien zu verbrennen“ und „wie lange seilspringen für 100 kalorien“. Die Antwort folgt aus derselben Formel, nur nach der Zeit aufgelöst: Minuten gleich Zielwert geteilt durch Kilokalorien pro Minute.
Für 70 Kilogramm ergibt das die folgende Tabelle. Alle Werte sind eigene Rechnung aus den Compendium-Einträgen, gerundet auf eine Nachkommastelle, und meinen reine Sprungzeit ohne Pausen.
| Ziel (brutto) | langsam, 8,3 MET | Double Unders, 10,0 MET | mittel, 11,8 MET | schnell, 12,3 MET |
|---|---|---|---|---|
| 100 kcal | 9,8 min | 8,2 min | 6,9 min | 6,6 min |
| 200 kcal | 19,7 min | 16,3 min | 13,8 min | 13,3 min |
| 500 kcal | 49,2 min | 40,8 min | 34,6 min | 33,2 min |
| 1.000 kcal | 98,4 min | 81,6 min | 69,2 min | 66,4 min |
Bei anderem Körpergewicht verschieben sich die Minuten umgekehrt proportional. Mit 60 Kilogramm braucht es für 500 Kilokalorien im mittleren Tempo 40,4 Minuten, mit 80 Kilogramm 30,3, mit 90 Kilogramm 26,9 und mit 100 Kilogramm 24,2 Minuten. Im langsamen Tempo sind es bei 60 Kilogramm 57,4 Minuten, bei 100 Kilogramm 34,4. Wer 1.000 Kilokalorien anpeilt, verdoppelt diese Zeiten. Der zweite Rechner nimmt jedes Gewicht zwischen 40 und 150 Kilogramm und jeden Zielwert zwischen 50 und 1.000 Kilokalorien.
Wie lange für Ihren Zielwert?
Bruttowert, also inklusive des Verbrauchs im Sitzen.
1 = 8,3 MET langsam (unter 100 Sprünge/min) · 2 = 10,0 MET Double Unders · 3 = 11,0 MET allgemein · 4 = 11,8 MET mittel (100 bis 120/min) · 5 = 12,3 MET schnell (120 bis 160/min). Zwischenwerte gibt es nicht.
Ergebnis
37,1Minuten reine Sprungzeit
Bei 70 kg und Stufe 3 (Code 02068, 11,0 MET) sind es 13,5 kcal pro Minute brutto. Pausen verlängern die Einheit, nicht die Sprungzeit. Wie viele Kilokalorien einem Kilogramm Körperfett entsprechen, steht in keiner der ausgewerteten Quellen; das Ergebnis sagt deshalb nichts über Kilos auf der Waage.
Grundlage: kcal pro Minute = MET × 3,5 × Körpergewicht (kg) ÷ 200, Umrechnung laut Compendium of Physical Activities (Unit Conversions). MET-Werte aus dem 2024 Adult Compendium für 19- bis 59-Jährige, Codes 15552, 15554, 02068, 15551 und 15550, abgerufen am 26.10.2026. Das Compendium bittet, MET-Werte nicht zu verändern oder zu mischen; der Rechner interpoliert deshalb nicht.
Eine halbe Stunde reine Sprungzeit im mittleren Tempo ist für Ungeübte eine große Menge. In der Studie von Buyze und Kollegen von 1986 sprangen inaktive Erwachsene zehn Minuten an fünf Tagen pro Woche, und in dieser Gruppe gab es mehr Verletzungen und Abbrüche als in der Jogginggruppe. Eine Zielzeit aus dem Rechner ist deshalb kein Trainingsplan. Wie sich die Dauer schrittweise aufbauen lässt, steht in der Anleitung zum Lernen; welche Belastung die Sprünge für Füße, Knie und Beckenboden bedeuten, im Ratgeber Seilspringen und Knie: Belastung, Beckenboden und Schwangerschaft.
Eine Frage aus derselben Liste beantwortet der Rechner bewusst nicht: „wie lange muss man seilspringen um 1 kilo abzunehmen“. Dafür bräuchte es einen belegten Kilokalorienwert für ein Kilogramm Körpergewicht, und den liefert keine der ausgewerteten Quellen. Warum diese Seite die Lücke nicht mit einer verbreiteten Faustzahl füllt, erklärt der Abschnitt über das Kilo in Sprungminuten.
Pro Minute, pro Stunde, pro 100 Sprünge
Wer eine Übersicht für mehrere Körpergewichte sucht, findet sie hier. Die Tabelle zeigt den Verbrauch pro Minute für die drei Tempostufen mit Sprungzahl sowie den Wert für eine halbe Stunde im mittleren Tempo. Auch diese Zahlen sind eigene Rechnung nach der Compendium-Formel und gelten als Bruttowert für Erwachsene von 19 bis 59 Jahren.
| Körpergewicht | langsam, kcal/min | mittel, kcal/min | schnell, kcal/min | 30 min mittel |
|---|---|---|---|---|
| 50 kg | 7,3 | 10,3 | 10,8 | 310 kcal |
| 60 kg | 8,7 | 12,4 | 12,9 | 372 kcal |
| 70 kg | 10,2 | 14,5 | 15,1 | 434 kcal |
| 80 kg | 11,6 | 16,5 | 17,2 | 496 kcal |
| 90 kg | 13,1 | 18,6 | 19,4 | 558 kcal |
| 100 kg | 14,5 | 20,7 | 21,5 | 620 kcal |
| 110 kg | 16,0 | 22,7 | 23,7 | 681 kcal |
Für eine volle Stunde reicht es, den Minutenwert mit 60 zu multiplizieren: Bei 70 Kilogramm sind das im langsamen Tempo 610, im mittleren 867 und im schnellen 904 Kilokalorien. Eine Stunde Seilspringen am Stück ist allerdings eine Rechengröße und keine realistische Einheit für Freizeitspringer. Die Messstudien weiter unten liefen über fünf Minuten je Tempo, die Trainingsstudien zum Abnehmen über Intervalle oder dreißig Minuten.
Nach Kilokalorien pro Sprung oder pro 100 Sprünge wird ebenfalls gesucht, etwa als „seilspringen kalorien pro sprung“ oder „seilspringen kalorienverbrauch 100 sprünge“. Das Compendium gibt dafür keinen eigenen Wert an, aber die Rechnung ist möglich, wo es eine Spanne für die Sprungzahl nennt. Im mittleren Tempo mit 100 bis 120 Sprüngen pro Minute kosten 100 Sprünge bei 70 Kilogramm 12,0 bis 14,5 Kilokalorien, im schnellen Tempo mit 120 bis 160 Sprüngen 9,4 bis 12,6. Für das langsame Tempo fehlt die Untergrenze der Sprungzahl, deshalb lässt es sich so nicht rechnen.
Daraus folgt eine Beobachtung, die zunächst überrascht: Je schneller gesprungen wird, desto weniger kostet der einzelne Sprung. Die Messstudie von 1980 liefert dafür eine Erklärung, denn bei höherem Tempo sprangen die Teilnehmenden weniger hoch. Für die gesuchten 500 Sprünge („seilspringen 500 sprünge kalorien“) bedeutet das bei 70 Kilogramm rund 60 bis 72 Kilokalorien im mittleren und 47 bis 63 Kilokalorien im schnellen Tempo. Mit anderem Gewicht ändern sich diese Werte im selben Verhältnis wie in der Tabelle.
Brutto und netto: der Sitzwert steckt schon drin
Jede Zahl aus der Compendium-Formel ist ein Bruttowert. Sie enthält das eine MET, das der Körper auch beim ruhigen Sitzen verbraucht hätte. Wer wissen will, was die Einheit zusätzlich gekostet hat, zieht dieses eine MET ab und rechnet mit dem Rest. Bei 11,8 MET bleiben 10,8, bei 8,3 MET bleiben 7,3. Das ist eine eigene Ableitung aus der Definition des MET als Sitzwert, keine eigene Spalte des Compendium.
Für 70 Kilogramm und dreißig Minuten im mittleren Tempo heißt das: 434 Kilokalorien brutto, davon rund 397 Kilokalorien Mehrverbrauch gegenüber dem Sitzen. Beim langsamen Tempo sind es brutto 305 und netto 268. Der Abstand ist beim Seilspringen kleiner als bei ruhigen Tätigkeiten, weil das eine MET bei hohen Werten weniger ins Gewicht fällt. Bei 11,8 MET macht der Mehrverbrauch rund 92 Prozent des Bruttowerts aus, beim Jogging allgemein mit 7,5 MET rund 87 Prozent.
Gesucht wird auch nach „seilspringen kalorien grundumsatz“. Der Grundumsatz ist mit dem einen MET verwandt, aber nicht dasselbe. Laut Compendium macht der Ruheumsatz etwa 50 bis 75 Prozent des täglichen Energieverbrauchs aus und hängt von Alter, Gewicht, Größe, Geschlecht und fettfreier Masse ab. Das Compendium setzt ihn für alle Menschen auf 3,5 Milliliter je Kilogramm und Minute fest. Wie gut dieser Einheitswert auf einzelne Menschen passt, ist der Gegenstand des nächsten Abschnitts.
Für den Vergleich mit Geräten hat der Unterschied praktische Folgen. Wer die Anzeige einer Uhr oder eines Smart-Seils neben die Rechnung hält, weiß in der Regel nicht, ob das Gerät brutto oder netto zählt. In den ausgewerteten Herstellerangaben zu Smart-Seilen von Tangram, Renpho, Xiaomi, Decathlon und Crossrope ist dazu nichts genannt. Ein Abstand von acht bis zwölf Prozent (1 geteilt durch 12,3 bis 1 geteilt durch 8,3, eigene Rechnung) zwischen Gerät und Rechner kann also schon daher kommen, dass beide etwas anderes meinen.
Wo der Standardwert für Sie danebenliegen kann
Das Compendium sagt über sich selbst, wofür es nicht gebaut wurde. Es entstand Ende der 1980er-Jahre, um in epidemiologischen Studien die Intensität von Tätigkeiten einheitlich einzustufen, und es wurde nach eigener Aussage nicht dafür entwickelt, den genauen Energieverbrauch einer Einzelperson zu bestimmen. Trotzdem werde es häufig so genutzt. Für diesen Zweck beschreibt die Seite „Corrected METs“ ein Korrekturverfahren, und der Weg dorthin zeigt, wie groß der Fehler werden kann.
Der Kern des Problems ist der Ruhewert. Das Compendium rechnet für jeden Menschen mit 3,5 Millilitern Sauerstoff je Kilogramm und Minute. Gemessene Ruhewerte liegen oft darunter. Zitiert wird dort eine Arbeit von Kozey und Kollegen aus dem Jahr 2010: Mit dem Standardwert lagen die MET-Werte in 89 Prozent der Fälle unter den gemessenen, und in 12,2 Prozent der Fälle wurde die Intensität in die falsche Stufe eingeordnet, besonders oft bei Übergewichtigen, Älteren, wenig Trainierten und Frauen. Als Beispiel nennt die Seite eine Tätigkeit mit 20 Millilitern Sauerstoff: Mit dem Standardwert ergibt sie dort 5,5 MET (rechnerisch wären es 5,7), mit einem gemessenen Ruhewert von 2,5 Millilitern dagegen 8,0.
Zur Korrektur schlägt das Compendium vor, den Standardwert durch einen geschätzten Ruheumsatz nach der Harris-Benedict-Gleichung zu teilen, die Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht berücksichtigt. In einer Beispieltabelle mit sieben Tätigkeiten für Frauen und Männer mit 35 und 55 Jahren lagen die Standardwerte in allen Fällen unter den korrigierten. Je höher Alter und BMI, desto größer der Abstand. Die Korrektur ist allerdings umstritten: Der Physiologe Edward Howley hält entgegen, ein so berechneter Wert sei per Definition kein MET mehr. Das Compendium schließt mit dem Satz, weder der Standard- noch der korrigierte Wert ersetze eine direkte Messung.
Für die Seilspring-Rechnung heißt das zweierlei. Wer jung ist und Normalgewicht hat, liegt nahe am Standardwert. Wer älter ist oder einen höheren BMI hat, verbraucht nach dieser Logik eher mehr als der Rechner anzeigt, und zwar umso mehr, je weiter er vom Durchschnitt entfernt ist. Eine Seilspring-spezifische Zahl dafür gibt es nicht, weil die Beispieltabelle des Compendium kein Seilspringen enthält. Der Rechner bleibt deshalb beim Standardwert und sagt das im Ergebnis dazu.
Viele Suchanfragen kommen von Menschen, für die genau diese Abweichung gilt, etwa „seilspringen bauchfett ab 50“ oder „seilspringen senioren kalorienverbrauch“. Für Menschen zwischen 50 und 59 Jahren gilt das 2024 Adult Compendium noch, aber nach der Beispieltabelle des Compendium liegt der Standardwert bei ihnen mit höherer Wahrscheinlichkeit zu niedrig, besonders bei Übergewicht. Ab 60 Jahren gibt es für Seilspringen keinen Wert mehr, auch keinen geschätzten. Wer in diesem Alter mit einem Seilspring-Wert rechnet, verwendet eine Zahl, die für seine Altersgruppe ausdrücklich nicht gemacht ist.
Für Kinder ist die Formel nicht gemacht
Eine Messstudie mit 295 Kindern und Jugendlichen von 8 bis 18 Jahren kam 2005 zu dem Schluss, dass die MET-Definition des Compendium ohne Anpassung für die Energieschätzung bei Kindern unzureichend ist, bis die Pubertät abgeschlossen ist. Zwölfjährige in China brauchten für Seilspringen mit geringer Anstrengung 3,1 MET, gemessen in einer Stoffwechselkammer. Was über Seilspringen bei Kindern belegt ist, steht im Ratgeber Seilspringen für Kinder: Studien, Kinderseile und Prüfzeichen.
Was Messungen im Labor ergeben haben
Hinter den Compendium-Werten stehen Messungen, und einige davon zum Seilspringen sind über PubMed zugänglich. Die ausführlichste stammt von Town, Sol und Sinning aus dem Jahr 1980. Neunzehn Männer und elf Frauen sprangen je fünf Minuten bei 125, 135 und 145 Sprüngen pro Minute. Die Ausatemluft wurde durch einen hohlen Griff in Sammelbeutel geleitet, damit niemand unterbrechen musste. Gemessen wurden Sauerstoffaufnahme, Puls, Atemvolumen und Energieumsatz.
Die Ergebnisse unterschieden sich zwischen den drei Tempi kaum. Die Sauerstoffaufnahme lag bei 41,1, 42,0 und 42,5 Millilitern je Kilogramm und Minute, der Puls bei 176, 177 und 177 Schlägen, der Energieumsatz bei 58,6, 59,4 und 60,3 Kilojoule pro Minute. Statistisch war kein Unterschied zwischen den Tempi nachweisbar. Die Autoren geben die mittleren MET-Werte mit 11,7 bis 12,5 an und nennen Seilspringen eine sehr anstrengende Belastung. Frauen hatten eine niedrigere Sauerstoffaufnahme und einen höheren Puls; die Autoren vermuten, dass sie nahe an ihrer Höchstleistung arbeiteten.
Eine zweite Arbeit von Quirk und Sinning aus dem Jahr 1982 ging an die Grenzen. Sechs Männer und sechs Frauen sprangen bei 120, 140 und 160 Umdrehungen pro Minute; zum Vergleich absolvierten sie einen Maximaltest auf dem Fahrradergometer. Bei den Männern stieg die Sauerstoffaufnahme von 38,3 über 39,7 auf 44,3 Milliliter, ihr Maximum lag bei 50,2. Bei den Frauen blieb sie mit 39,8, 39,4 und 39,4 Millilitern praktisch gleich, bei einem Maximum von 42,8. Die Frauen sprangen damit bei 92 Prozent ihrer maximalen Sauerstoffaufnahme, die Männer bei 76 bis 88 Prozent.
Auch der Milchsäurespiegel zeigt, wie hart die Belastung war. Bei den Frauen erreichte er 100 bis 106 Prozent des Werts aus dem Maximaltest, bei den Männern 58 bis 72 Prozent. Die Autoren schließen für die Männer, dass der Sauerstoffbedarf über einen weiten Tempobereich nicht mit der Sprungrate steigt und erst sehr hohe Raten mehr Energie kosten. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern führen sie auf die geringere Ausdauerleistung und den höheren Körperfettanteil der Frauen in dieser kleinen Stichprobe zurück.
Zwei weitere Arbeiten ergänzen das Bild. Solis und Kollegen ließen 1988 neun geübte Springer fünf Techniken bei gleichem Tempo springen; der Wechselschritt war am sparsamsten, das Kreuzen der Arme am teuersten. Lyons und Kollegen maßen 2020 an 27 Personen fünf Minuten auf dem Sprunggerät Digi-Jump, ohne Seil, mit 120 Sprüngen pro Minute. Die Sauerstoffaufnahme lag bei 57,1 Prozent des Maximums, der Puls bei 80,9 Prozent. Für fünf ältere Studien zum Seilspringen, darunter Jetté 1979 zu den Energiekosten, Myles 1981 zum Puls und Getchell 1980 zum Vergleich mit dem Laufen, enthält PubMed keine Zusammenfassung; ihre Zahlen sind hier nicht verwendet.
Die Kippfrage: unter oder über 100 Sprünge pro Minute?
Für die Rechnung gibt es eine Angabe, an der das Ergebnis stärker kippt als an jeder anderen außer dem Körpergewicht: ob Sie unter oder über 100 Sprünge pro Minute springen. Unterhalb dieser Grenze ordnet das Compendium 8,3 MET zu, darüber 11,8. Das sind 42 Prozent mehr für einen Unterschied von wenigen Sprüngen. Der nächste Schritt von mittel auf schnell, also über 120 Sprünge, bringt nur noch 0,5 MET oder vier Prozent dazu.
Genau an dieser Stelle widersprechen sich Tabelle und Messung. Das Compendium staffelt nach Tempo, die Messstudie von 1980 fand zwischen 125 und 145 Sprüngen pro Minute keinen Unterschied, die von 1982 bei den Frauen zwischen 120 und 160 ebenfalls nicht. Bei den Männern stieg der Bedarf erst bei 160 Umdrehungen deutlich an. Town und Kollegen erklären das mit der Sprunghöhe: Zwei Teilnehmende wurden gefilmt, und bei höherem Tempo hoben sie weniger ab, sodass die Arbeit pro Minute ungefähr gleich blieb. Ob es unterhalb von 120 Sprüngen ähnlich ist, hat keine der gelesenen Studien geprüft.
Für die Praxis lässt sich daraus eine einfache Prüfung ableiten. Wer eine Minute lang mitzählt, ohne zu unterbrechen, weiß, auf welcher Seite der 100er-Grenze er liegt. Wer die 100 nicht ohne Stolpern schafft, rechnet mit 8,3 MET. Wer sicher über 100 springt, nimmt 11,8. Den Unterschied zwischen 11,8 und 12,3 sollte man nicht überbewerten; zwischen 120 und 145 Sprüngen war er in den Messungen nicht nachweisbar.
Wer ein Seil mit Zählwerk hat, kann die Sprungrate auch ablesen statt mitzuzählen. Tangram gibt für den SmartRope Rookie an, der Sensor registriere bis zu fünf Sprünge pro Sekunde, also bis zu 300 pro Minute; das Gerät kann die Grenze von 100 also abbilden. Eine unabhängige Labormessung der Zählgenauigkeit gibt es nicht; ein Testbericht fand bei 100 fehlerfreien Sprüngen keinen Zählfehler. Wer Zweifel hat, zählt eine Minute lang selbst mit und vergleicht. Liegt die eigene Zählung und die des Geräts auf derselben Seite der 100, ist die Wahl der Stufe gesichert, egal welche Zahl genauer ist.
Eine zweite, seltener bedachte Stellschraube ist die Technik. Solis und Kollegen fanden bei gleichem Tempo Unterschiede zwischen fünf Techniken, darunter Wechselschritt und Kreuzen, nannten in der Zusammenfassung aber keine Zahlen. Das Compendium bildet Techniken nicht ab, außer den Double Unders. Wer überwiegend im Wechselschritt springt, liegt nach dieser Studie eher unter dem Verbrauch anderer Techniken, wer viel kreuzt, eher darüber; wie sich das zum Tabellenwert verhält, lässt sich nicht beziffern.
Gegenprobe: Formel gegen die Messung von 1980
Weil die Studie von Town und Kollegen sowohl Liter Sauerstoff pro Minute als auch Milliliter je Kilogramm angibt, lässt sich das mittlere Körpergewicht der Teilnehmenden zurückrechnen. 2,79 Liter geteilt durch 41,1 Milliliter je Kilogramm ergibt rund 68 Kilogramm. Das ist eine eigene Rechnung, die Studie nennt das Gewicht in ihrer Zusammenfassung nicht. Für 68 Kilogramm und den mittleren Compendium-Wert von 11,8 MET liefert die Formel 14,0 Kilokalorien pro Minute.
Die Messung selbst kommt auf denselben Wert, auf zwei Wegen gerechnet. Der gemessene Energieumsatz von 58,6 Kilojoule pro Minute bei 125 Sprüngen entspricht 14,0 Kilokalorien. Rechnet man stattdessen die 2,79 Liter Sauerstoff mit dem Compendium-Faktor von 5 Kilokalorien je Liter um, sind es 13,95. Bei 145 Sprüngen ergeben die 60,3 Kilojoule 14,4 Kilokalorien. Der schnelle Compendium-Wert von 12,3 MET hätte für 68 Kilogramm 14,6 ergeben, also knapp darüber.
Bei Quirk und Sinning lässt sich dieselbe Probe nur über die MET-Werte machen, weil die Zusammenfassung kein Körpergewicht nennt. Geteilt durch 3,5 entsprechen die Werte der Männer 10,9 MET bei 120 Umdrehungen, 11,3 bei 140 und 12,7 bei 160. Die Werte der Frauen entsprechen 11,3 bis 11,4 MET über alle drei Tempi. Die Compendium-Stufen für mittleres und schnelles Tempo liegen damit mitten in der gemessenen Spanne; der Wert für 160 Umdrehungen bei den Männern liegt sogar darüber.
Die Gegenprobe zeigt also, dass Formel und Messung für junge, gesunde Erwachsene im mittleren und schnellen Tempo gut zusammenpassen. Sie zeigt nicht, dass die Formel für jeden Einzelnen stimmt, denn beide Studien sind klein, über vierzig Jahre alt und berichten Mittelwerte. Für das langsame Tempo mit 8,3 MET gibt es in den gelesenen Zusammenfassungen keine Messung, an der sich die Tabelle prüfen ließe. Genau dort liegt aber die Stufe für alle, die die 100er-Grenze nicht erreichen.
Puls beim Seilspringen: was die Studien gemessen haben
Gesucht wird auch nach dem Puls, etwa als „seilspringen abnehmen puls“. Die Messstudien geben dazu klare Zahlen, allerdings nur für ihre Stichproben. Bei Town und Kollegen lag die Herzfrequenz im Mittel bei 176 bis 177 Schlägen pro Minute, unabhängig vom Tempo. Bei Quirk und Sinning erreichten die Männer 166, 168 und 178 Schläge bei einem Maximum von 185, die Frauen 181 Schläge bei jedem Tempo, ebenfalls bei einem Maximum von 185.
Das heißt: Bei Quirk und Sinning lagen die Werte nahe am im Fahrradtest gemessenen Maximum, bei den Frauen fast genau dort; Town und Kollegen nennen keinen Maximalwert. Auch auf dem Sprunggerät ohne Seil lag der Puls bei Lyons und Kollegen bei 80,9 Prozent des Maximums. Für Ungeübte ist das eine hohe Belastung, und passend dazu arbeiten die neueren Trainingsstudien mit Intervallen oder mit festen Pulsgrenzen statt mit einer Sprungzahl.
Ein Beispiel dafür ist die Studie von Phongchin und Kollegen aus dem Jahr 2025. Eine Gruppe sprang neunmal zwei Minuten bei 80 Prozent der maximalen Herzfrequenz mit je einer Minute aktiver Pause, dreimal pro Woche; die andere sprang dreißig Minuten am Stück bei 70 Prozent, fünfmal pro Woche. Das Seilspringen wurde also über den Puls gesteuert und nicht über die Sprungzahl. Eine Kalorienangabe aus dem Puls enthält die Zusammenfassung nicht. Die Freude am Training, mit einem Fragebogen erhoben, unterschied sich zwischen beiden Gruppen nicht, obwohl die Intervallgruppe nur etwas mehr als ein Drittel der Sprungzeit absolvierte.
Wer den Puls beim Springen mit einer Uhr am Handgelenk misst, sollte deren Grenzen kennen. Huawei nennt Seilspringen ausdrücklich unter den Übungen mit gebeugtem Handgelenk, bei denen die Messung am Handgelenk an Grenzen kommt. Warum das so ist und wann ein Brustgurt die bessere Wahl ist, erklärt der Ratgeber zur Pulsmessung mit dem Brustgurt. Eine Kalorienschätzung, die auf einem gestörten Pulssignal aufsetzt, kann nicht genauer sein als dieses Signal.
130 bis 170 Kilokalorien in zehn Minuten: AOK und Barmer nachgerechnet
Zwei deutsche Krankenkassen nennen eine Zahl für den Verbrauch beim Seilspringen. Die AOK schreibt in ihrem Magazin, veröffentlicht am 28.06.2021, der Verbrauch liege „im Durchschnitt“ zwischen 130 und 170 Kalorien in zehn Minuten. Sie fügt hinzu, dass er von Gewicht, Fitness sowie Art und Intensität der Sprünge abhänge und stark schwanken könne. Die Barmer nennt in einer Presseinformation rund 150 Kalorien in zehn Minuten und beruft sich auf eine Schätzung aus der Sportmedizin, je nach Fitnesslevel und Sprungfrequenz.
Keine der beiden Seiten nennt den Rechenweg. Mit der Compendium-Formel lässt sich aber zurückrechnen, für welches Körpergewicht die Angaben passen würden. 130 bis 170 Kilokalorien in zehn Minuten sind 13 bis 17 pro Minute. Im mittleren Tempo mit 11,8 MET entspricht das einem Körpergewicht von 63 bis 82 Kilogramm, im schnellen Tempo 60 bis 79 Kilogramm. Im langsamen Tempo bräuchte es 90 bis 117 Kilogramm, um auf diese Werte zu kommen. Alle drei Spannen sind eigene Rechnung.
Möglich ist auch, dass die Angaben vom allgemeinen Eintrag 02068 mit 11,0 MET ausgehen, der kein Tempo nennt. Dann entsprächen 130 bis 170 Kilokalorien in zehn Minuten einem Körpergewicht von rund 68 bis 88 Kilogramm. Wie die Krankenkassen tatsächlich gerechnet haben, lässt sich nicht feststellen. Auffällig ist nur, dass beide Spannen eher zu einem durchschnittlichen bis schweren Erwachsenen passen als zu einer leichten Person, und dass beide Angaben ohne Körpergewicht veröffentlicht sind, obwohl dieses den Verbrauch am stärksten bestimmt.
Die Barmer-Zahl von 150 Kilokalorien passt im mittleren Tempo zu rund 73 Kilogramm. Beide Krankenkassen beschreiben damit ungefähr einen durchschnittlich schweren Erwachsenen, der über 100 Sprünge pro Minute schafft. Für eine Frau mit 55 Kilogramm wären die Angaben zu hoch, für jemanden, der langsam springt, ebenfalls. Wer 100 Kilogramm wiegt und im mittleren Tempo springt, liegt dagegen mit 207 Kilokalorien in zehn Minuten deutlich darüber.
Die Barmer schreibt außerdem, der Verbrauch sei damit „sogar noch höher als beim Joggen“. Im Compendium stimmt das für den Vergleich mit Jogging allgemein, das mit 7,5 MET eingetragen ist. Gegen schnelleres Laufen gilt es nicht durchweg, wie die Tabelle im nächsten Abschnitt zeigt. Eine weitere Zahl, 400 bis 500 Kilokalorien in dreißig Minuten aus einem Fitnessmagazin, ließ sich nicht prüfen, weil die Seite beim Abruf gesperrt war; sie ist hier nicht übernommen.
Seilspringen neben Joggen, Laufen, Crosstrainer und Boxtraining
Wer wissen will, ob Seilspringen „mehr verbrennt“ als eine andere Sportart, vergleicht am besten MET-Werte aus derselben Quelle. Die Tabelle stellt Einträge des 2024 Adult Compendium nebeneinander und rechnet sie für 70 Kilogramm und zehn Minuten um. Die Laufgeschwindigkeiten sind im Compendium in Meilen pro Stunde angegeben; die Kilometerwerte in Klammern sind eigene Umrechnung mit dem Faktor 1,62 aus derselben Quelle.
| Tätigkeit (Code) | MET | kcal in 10 min bei 70 kg |
|---|---|---|
| Boxsack (15110) | 5,8 | 71 |
| Jogging allgemein, selbst gewähltes Tempo (12020) | 7,5 | 92 |
| Seilspringen langsam (15552) | 8,3 | 102 |
| Laufen 5,0 bis 5,2 mph (rund 8,1 bis 8,4 km/h, 12030) | 8,5 | 104 |
| Laufen 6 bis 6,3 mph (rund 9,7 bis 10,2 km/h, 12050) | 9,3 | 114 |
| Laufen 7 mph (rund 11,3 km/h, 12070) | 11,0 | 135 |
| Seilspringen mittel (15551) | 11,8 | 145 |
| Seilspringen schnell (15550) | 12,3 | 151 |
| Boxen im Ring (15100) | 12,3 | 151 |
Mittleres Seilspringen liegt im Compendium um 57 Prozent über Jogging allgemein und um sieben Prozent über Laufen mit rund elf Kilometern pro Stunde. Rechnet man das in Zeit um, entsprechen zehn Minuten mittleres Seilspringen energetisch etwa sechzehn Minuten Jogging allgemein (eigene Rechnung). Die verbreitete Gleichung „zehn Minuten Seilspringen gleich dreißig Minuten Joggen“ lässt sich damit nicht stützen, und ob gleich viel Energie auch gleich viel Ausdauer bringt, ist eine andere Frage. Die Studienlage dazu, von der nicht lesbaren Arbeit von 1968 bis zur Nachprüfung von 1986, steht im Direktvergleich Seilspringen oder Joggen: was die Studien zeigen.
Beim Boxtraining ist der Vergleich zweischneidig. Boxen im Ring steht mit 12,3 MET gleichauf mit schnellem Seilspringen, das Training am Sack mit 5,8 MET deutlich darunter. Wer als Boxer das Seil zum Aufwärmen oder zwischen den Runden nutzt und nach „seilspringen boxer kalorien“ sucht, findet im Compendium keinen eigenen Eintrag; es gelten die Seilspring-Stufen. Der Wert für Boxen im Ring beschreibt den Kampf und lässt sich nicht auf das Seiltraining übertragen, auch wenn die Zahl dieselbe ist wie für schnelles Seilspringen. Wer in einer Box-Einheit Seilspringen und Sackarbeit abwechselt, rechnet beide Teile getrennt, denn das Compendium bittet ausdrücklich darum, Werte verschiedener Tätigkeiten nicht zu einem Mittelwert zu verschmelzen.
Für die Suchanfrage „kalorienverbrauch seilspringen vs joggen“ hilft eine gleich lange Einheit als Vergleich. Dreißig Minuten Jogging allgemein kosten bei 70 Kilogramm nach der Formel rund 276 Kilokalorien, dreißig Minuten Laufen mit rund elf Kilometern pro Stunde rund 404, dreißig Minuten mittleres Seilspringen rund 434. Die Frage, welche der drei Einheiten jemand eine halbe Stunde lang durchhält, beantwortet das Compendium nicht. In den Messstudien, die Tempi ab 120 Sprüngen prüften, lag der Puls bei 166 bis 181 Schlägen, und eine halbe Stunde am Stück ist deshalb nicht dasselbe wie eine halbe Stunde lockeres Joggen.
Auch für Geräte gibt es Vergleichsrechnungen mit derselben Methode. Für den Crosstrainer nennt das Compendium zwei Einträge, die Herleitung und einen eigenen Rechner enthält die Datenseite Kalorienverbrauch auf dem Crosstrainer. Beim Kettlebell-Training ist die Lage anders: Dort gibt es mehrere Laborstudien zu einzelnen Übungen, die der Ratgeber Kalorien beim Kettlebell-Training auswertet. Wer Sportarten vergleicht, sollte darauf achten, dass alle Werte aus derselben Quelle stammen und alle brutto oder alle netto gerechnet sind.
Abnehmen mit dem Seil: drei Studien mit jungen Erwachsenen
Hilft Seilspringen beim Abnehmen? Die Frage steht in mehreren Fassungen in der Autovervollständigung, und in 35 der 70 ausgewerteten deutschsprachigen Reddit-Threads geht es nach einer Stichwortzählung um Abnehmen oder Kalorien. Ein hoher Verbrauch pro Minute ist dafür eine Voraussetzung, aber noch keine Antwort. Die Antwort geben Studien, die Gewicht oder Körperfett vor und nach einem Seilspring-Programm gemessen haben. Mit Erwachsenen gibt es davon in den ausgewerteten Quellen drei.
Aus Sicht der Energiebilanz ist eine chinesische Pilotstudie von 2021 am lehrreichsten, weil sie Essen und Springen getrennt geprüft hat. Von den 40 jungen Erwachsenen, deren Daten ausgewertet wurden, verloren jene mit eingeschränkter Nahrungsaufnahme 1,1 Kilogramm, jene mit Einschränkung plus Seil 1,3 Kilogramm; beim prozentualen Fettanteil waren es minus 1,2 beziehungsweise minus 1,7 Punkte. Reines Springen ohne Ernährungsvorgabe brachte laut Abstract keine berichtete Abnahme. Nur die Kombination senkte LDL-Cholesterin und Interleukin-8, und bei der Teilgruppe mit Übergewicht schnitt sie bei Blutdruck und Insulinwerten besser ab. Beim Gewicht selbst blieb der Vergleich der drei Arme statistisch ohne Unterschied.
Daneben steht die bereits erwähnte Studie von Phongchin und Kollegen aus dem Jahr 2025. 59 gesunde junge Erwachsene, davon 29 Frauen, im Mittel 21,7 Jahre alt, sprangen acht Wochen lang entweder in Intervallen oder im Dauertempo; eine dritte Gruppe trainierte nicht. Die maximale Sauerstoffaufnahme stieg in den Seilgruppen von 43,8 auf 48,4 und von 42,2 auf 47,2 Millilitern. Die Körperzusammensetzung änderte sich dagegen weder innerhalb noch zwischen den Gruppen.
Eine weitere, von BaiQuan und Kollegen aus dem Jahr 2025, verglich bei 36 übergewichtigen jungen Erwachsenen, im Mittel 22,1 Jahre alt mit einem BMI von 25,1, acht Wochen Intervalltraining mit dem Seil, Intervalltraining ohne Gerät und eine Kontrollgruppe. Beide Trainingsgruppen sprangen beziehungsweise trainierten vier Sätze zu viermal 30 Sekunden. Gegenüber der Kontrollgruppe sanken Körpermasse und BMI in beiden Trainingsgruppen. Die Fettmasse sank in der Seilgruppe stärker, um 2,3 gegenüber 1,5, wobei die Zusammenfassung keine Einheit nennt; dafür nahm die Muskelmasse nur in der Gruppe ohne Seil zu.
Zusammen ergeben diese drei Studien ein vorsichtiges Bild. Wo die Ausdauer gemessen wurde, stieg sie nach acht Wochen deutlich, die Körperzusammensetzung änderte sich aber nicht in jeder Studie. Wo Gewicht sank, war entweder die Ernährung beteiligt oder es handelte sich um Übergewichtige mit Intervalltraining. Eine Metaanalyse von Singh und Kollegen aus dem Jahr 2022 fasst 21 Studien mit 1.021 Teilnehmenden zusammen und findet kleine bis mittlere Effekte auf BMI und Fettmasse, aber 18 dieser Studien hatten Teilnehmende mit einem Durchschnittsalter unter 18 Jahren. Die AOK formuliert es nüchtern: Sport allein reiche in der Regel nicht aus, um ein gesundes Gewicht zu erreichen oder zu halten.
Bauchfett gezielt wegspringen?
„hilft seilspringen gegen bauchfett“ und „kann man durch seilspringen bauchfett verlieren“ gehören zu den Frageformulierungen der Autovervollständigung, und der Suchbegriff „seilspringen bauchfett“ allein liefert 116 Vorschläge. Dahinter steht die Hoffnung, ein bestimmter Körperbereich werde durch eine bestimmte Übung schlanker. Für Seilspringen gibt es dafür in den ausgewerteten Studien keinen Beleg.
Zwei Befunde sprechen eher dagegen. In der Studie von BaiQuan und Kollegen änderte sich das viszerale Fett, also das Fett im Bauchraum um die Organe, in keiner der drei Gruppen, auch nicht in der Seilgruppe, deren Fettmasse insgesamt sank. Die Metaanalyse von Singh und Kollegen fand keinen Effekt des Seilspringens auf das Verhältnis von Taille zu Hüfte. Eine Studie, die gezielt das Bauchfett erwachsener Seilspringer gemessen hätte, wurde nicht gefunden.
Anders sieht es bei Jugendlichen aus. In einer Studie mit 40 Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren mit erhöhtem Blutdruck sank der Taillenumfang nach zwölf Wochen Seilspringen von 86,4 auf 83,3 Zentimeter, in einer chinesischen Schulstudie mit übergewichtigen Zehn- bis Dreizehnjährigen sanken Körpergewicht und Körperfett. Diese Ergebnisse lassen sich nicht ohne Weiteres auf Erwachsene übertragen; eingeordnet sind sie im Ratgeber für Kinder und Jugendliche.
Unter den Amazon-Angeboten fand sich ein Seil, das verspricht, Bauchfett „ohne Diät“ zu reduzieren. Das Angebot war beim Abruf am 26.10.2026 nicht lieferbar. Eine Quelle für die Aussage nennt es nicht. Nach den gelesenen Studien ist sie nicht gedeckt: Selbst in der Gruppe mit der stärksten Fettabnahme blieb das Bauchfett um die Organe unverändert, und von den drei Erwachsenenstudien sah die eine mit Ernährungsgruppe die Abnahme dort, wo weniger gegessen wurde.
Ein Kilo in Sprungminuten: warum hier keine Zahl steht
Die Frage „wie lange muss man seilspringen um 1 kilo abzunehmen“ scheint mit dem Rechner leicht zu beantworten. Man bräuchte nur die Kilokalorien, die ein Kilogramm Körpergewicht entspricht, und könnte daraus Minuten machen. Diese Seite tut das nicht, weil keine der ausgewerteten Quellen einen solchen Wert enthält oder belegt. Weder das Compendium noch die Studien oder die Krankenkassen nennen ihn.
Es gibt noch einen zweiten Grund. Was die Waage anzeigt, ist nicht nur Fett. In der Studie von BaiQuan und Kollegen sank in der Seilgruppe die Fettmasse um 2,3, die Muskelmasse um 0,8, dieser Rückgang war allerdings nicht signifikant; in der Vergleichsgruppe stieg die Muskelmasse um 1,5. Eine Einheit nennt die Zusammenfassung nicht. Zwei Gruppen, deren Körpermasse gegenüber der Kontrolle sank, hatten also eine unterschiedliche Zusammensetzung dieser Abnahme. Eine Rechnung, die ein Kilo auf der Waage in Sprungminuten übersetzt, kann diesen Unterschied nicht abbilden.
Was sich sagen lässt, kommt aus den Studien selbst. In acht Wochen verloren Studierende mit weniger Essen und Seilspringen im Mittel 1,3 Kilogramm, mit weniger Essen allein 1,1; der Unterschied war nicht signifikant. Junge Erwachsene, die acht Wochen ohne Ernährungsvorgabe sprangen, änderten ihre Körperzusammensetzung nicht. Wer abnehmen will, bekommt aus diesen Zahlen eine ehrlichere Größenordnung als aus jeder Umrechnung, und er bekommt den Hinweis, dass in der Studie mit Ernährungsarm das Gewicht nur dort sank, wo weniger gegessen wurde.
Auch die verwandte Frage „wie lange seilspringen für 10000 schritte“ lässt sich nicht beantworten. Für eine Umrechnung von Sprüngen in Schritte gibt es in den ausgewerteten Quellen keinen Wert, und Sprünge auf der Stelle sind keine Schritte. Wer seine Aktivität in Schritten führt, kann die Sprungminuten getrennt notieren und mit dem Rechner in Kilokalorien umrechnen, statt sie in eine Schrittzahl zu verwandeln.
Zehn Minuten jeden Tag: was die Woche ergibt
„10 minuten seilspringen jeden tag“ ist einer der Vorschläge, die die Autovervollständigung beim Thema Dauer liefert, und „seilspringen jeden tag kalorien“ einer beim Thema Verbrauch. Rechnerisch ist die Antwort schnell gegeben. Bei 70 Kilogramm und mittlerem Tempo kosten zehn Minuten 145 Kilokalorien, sieben Tage also rund 1.012 Kilokalorien brutto oder 926 als Mehrverbrauch gegenüber dem Sitzen. Im langsamen Tempo sind es 712 Kilokalorien brutto pro Woche.
Aufschlussreicher ist, was die Studien über Häufigkeit sagen. In der Studie von Buyze und Kollegen sprangen inaktive Erwachsene genau dieses Programm, zehn Minuten an fünf Tagen pro Woche, sechs Wochen lang. Ihre maximale Sauerstoffaufnahme stieg um 2,8 Milliliter oder sieben Prozent, die der Jogginggruppe mit dreißig Minuten um 13 Prozent. In der Seilgruppe gab es mehr Verletzungen und Abbrüche. Ob täglich zehn Minuten gesund sind, lässt sich aus den Quellen deshalb nicht pauschal mit Ja beantworten.
In den neueren Studien mit jungen Erwachsenen wurde nicht täglich gesprungen. Die Intervallgruppe bei Phongchin und Kollegen trainierte dreimal pro Woche, die Dauergruppe fünfmal. Für die Kalorienrechnung bedeutet das: Drei Einheiten mit je achtzehn Minuten reiner Sprungzeit, wie im Intervallprotokoll mit neunmal zwei Minuten, ergeben bei 70 Kilogramm und mittlerem Tempo rund 781 Kilokalorien pro Woche, also weniger als zehn Minuten täglich, bei einer belegten Verbesserung der Ausdauer.
Wer täglich springen will, sollte die Belastung im Blick behalten. Seilspringen bedeutet bei jedem Sprung eine Landung, und über eine Woche summieren sich mehrere tausend davon. Welche Kräfte dabei auf Füße und Knie wirken und worauf Frauen nach einer Geburt achten sollten, gehört nicht auf diese Datenseite, sondern in den Ratgeber zu Knie und Beckenboden, der weiter oben verlinkt ist. Wie sich die Dauer stufenweise steigern lässt, steht in der Anleitung zum Lernen.
Sätze, Pausen und Studienprotokolle in Kilokalorien
Die Trainingsstudien geben ihre Programme in Minuten und Sätzen an, nicht in Kilokalorien. Mit der Compendium-Formel lassen sich diese Programme umrechnen, und das zeigt, wie viel Energie hinter den gemessenen Effekten steckt. Weil die Zusammenfassungen kein Sprungtempo nennen, rechnet die Tabelle beispielhaft mit dem mittleren Tempo von 11,8 MET und 70 Kilogramm. Alle Werte sind eigene Rechnung und zählen nur die Sprungzeit, die aktiven Pausen nicht.
| Studie und Programm | Sprungzeit je Woche | kcal je Woche, 70 kg, 11,8 MET |
|---|---|---|
| Buyze 1986: 10 Minuten, 5 Einheiten pro Woche, 6 Wochen | 50 min | rund 723 |
| Phongchin 2025, Intervalle: 9 × 2 Minuten, 3 Einheiten pro Woche, 8 Wochen | 54 min | rund 781 |
| Phongchin 2025, Dauertempo: 30 Minuten, 5 Einheiten pro Woche, 8 Wochen | 150 min | rund 2.168 |
| BaiQuan 2025: 4 Sätze à 4 × 30 Sekunden je Einheit, 8 Wochen | 8 min je Einheit, Häufigkeit nicht angegeben | rund 116 je Einheit |
Der Vergleich der beiden Gruppen bei Phongchin und Kollegen ist dabei der aufschlussreichste. Die Dauergruppe sprang fast dreimal so viel Zeit pro Woche wie die Intervallgruppe und verbrauchte nach der Formel entsprechend mehr, nämlich rund 2.168 gegenüber 781 Kilokalorien. Die Ausdauer stieg in beiden Gruppen ähnlich, die Körperzusammensetzung änderte sich in keiner. Ein rechnerischer Wochenverbrauch von über 2.000 Kilokalorien allein aus dem Seilspringen hat also in dieser Studie über acht Wochen nicht zu messbar weniger Körperfett geführt.
Bei BaiQuan und Kollegen war die reine Sprungzeit mit acht Minuten je Einheit noch kürzer. Trotzdem sanken dort Körpermasse und Fettmasse gegenüber der Kontrollgruppe. Die beiden Studien unterscheiden sich allerdings in mehr als der Dauer: Bei BaiQuan waren die Teilnehmenden übergewichtig, bei Phongchin als gesund beschrieben, ohne dass die Zusammenfassung ein Körpergewicht nennt. Welcher Unterschied den Ausschlag gab, lässt sich aus den Zusammenfassungen nicht ableiten. Für die Frage nach Kilokalorien folgt daraus nur, dass der rechnerische Verbrauch einer Einheit allein nicht vorhersagt, was sich an der Körperzusammensetzung ändert.
Für die eigene Planung ist die Umrechnung trotzdem nützlich. Wer Intervalle springt, kann die Sätze addieren und die Summe in den ersten Rechner eingeben. Neunmal zwei Minuten sind achtzehn Minuten; viermal viermal 30 Sekunden sind acht. Die Pausen zählen nicht mit, auch wenn sie aktiv gestaltet sind, etwa als lockeres Gehen. Wer zusätzlich die Pausen berücksichtigen will, findet dafür auf dieser Seite keinen Wert, weil das Compendium Seilspringen nur als durchgehende Tätigkeit führt.
Gefragt wird auch, ob Seilspringen ein HIIT sei, also ein hochintensives Intervalltraining, und wie viel ein solches Training verbraucht. Zwei der Studien haben Seilspringen genau so eingesetzt. Eine Einheit nach dem Intervallprotokoll von Phongchin und Kollegen kommt bei 70 Kilogramm und mittlerem Tempo auf rund 260 Kilokalorien, eine nach dem Protokoll von BaiQuan und Kollegen auf rund 116. Ob Seilspringen ein Intervalltraining ist, entscheidet also nicht das Seil, sondern der Wechsel von Belastung und Pause. Im Dauertempo gesprungen, bleibt es eine Ausdauerbelastung, bei der die Messstudien Pulswerte von 166 bis 181 Schlägen fanden.
Nachbrenneffekt: was nach der Einheit passiert
Nach einer harten Einheit verbraucht der Körper für eine Weile mehr Sauerstoff als in Ruhe. In der Fachsprache heißt das überschüssiger Sauerstoffverbrauch nach der Belastung, kurz EPOC, im Deutschen oft Nachbrenneffekt. Die Compendium-Formel erfasst ihn nicht; sie rechnet nur die Minuten, in denen gesprungen wird. Für das Seilspringen gibt es in den ausgewerteten Quellen genau eine Studie, die den Verbrauch nach der Belastung gemessen hat.
Es ist die Studie von BaiQuan und Kollegen. Sie verglich die Sauerstoffaufnahme, die Atmung und den Energieverbrauch in den ersten fünf Minuten nach der Einheit zwischen dem Intervalltraining mit Seil und dem Intervalltraining ohne Gerät. Das Ergebnis: Das Training ohne Gerät, das aus Kraftübungen mit dem eigenen Körpergewicht bestand, erzeugte einen höheren Nachbrenneffekt als das Seilspringen. Wie hoch der Effekt in Kilokalorien war, nennt die Zusammenfassung nicht.
Für die Rechnung bedeutet das zweierlei. Erstens ist der Wert aus dem Rechner keine Obergrenze des gesamten Verbrauchs, denn nach der Einheit kommt etwas dazu. Zweitens lässt sich dieser Zuschlag für Seilspringen nicht beziffern, und er war in dieser Messung kleiner als bei der Vergleichsform. Wer in Online-Rechnern einen pauschalen Aufschlag für den Nachbrenneffekt sieht, sollte wissen, dass sich ein solcher Zuschlag für das Seilspringen aus den gelesenen Studien nicht ableiten lässt.
Eine verwandte Frage ist, wie viel Energie aus Fett und wie viel aus Kohlenhydraten stammt. Auch dazu hat die Studie von BaiQuan und Kollegen Unterschiede gemessen: Nach der Einheit lagen Fett- und Kohlenhydratumsatz beim Training ohne Gerät höher. Für die Seilgruppe allein nennt die Zusammenfassung keine Werte. Die Kalorienrechnung dieser Seite unterscheidet nicht nach Brennstoff, und das Compendium tut es ebenfalls nicht.
60 von 121 Seilen versprechen Kalorien oder Abnehmen
Für diese Seite wurden am 26.10.2026 die Angebotsseiten von 142 Springseil-Angeboten und Zubehör bei Amazon ausgewertet, darunter 121 Seile. 60 dieser Seile werben im Titel, in den Stichpunkten oder in der Herstellerbeschreibung mit Kalorienverbrauch oder Abnehmen. Am stärksten ist das in der Gruppe der Smart-Seile mit Zählwerk und der seillosen Seile ausgeprägt: Dort nennen 20 von 24 Angeboten Kalorien, bei Zählerseilen als Teil der Anzeige. Bei Allround-Seilen und gewichteten Seilen sind es je 13, bei Speed-Seilen 7 und bei Kinder- und Holzgriffseilen ebenfalls 7.
Nur vier Angebote nennen eine Zahl oder einen Vergleich, und alle vier lassen sich mit der Compendium-Formel prüfen. Venum verspricht für ein gewichtetes Seil eine Verbrennungsrate von „bis zu 700 Kalorien pro Stunde“ und „mindestens 0,1 Kalorien pro Sprung“. 700 Kilokalorien pro Stunde sind 11,7 pro Minute. Im schnellen Tempo erreicht ein Mensch mit 54 Kilogramm diesen Wert, im langsamen einer mit 80 Kilogramm. Für schwerere Menschen ist „bis zu“ also keine Obergrenze. Und bei 70 Kilogramm im schnellen Tempo mit 160 Sprüngen pro Minute kostet ein Sprung nach der Formel 0,094 Kilokalorien, also weniger als das versprochene Minimum.
Tangram schreibt beim SmartRope Rookie, ein „nicht intensives“ Training von fünfzehn Minuten verbrenne so viel wie dreißig Minuten Joggen, „fast 400 Kalorien“. Nach der Formel bräuchte es für 400 Kilokalorien in fünfzehn Minuten im langsamen Tempo ein Körpergewicht von rund 184 Kilogramm, im schnellen von rund 124 Kilogramm. Für das Joggen mit 7,5 MET wären es in dreißig Minuten rund 102 Kilogramm. Für das Modell PURE schreibt derselbe Hersteller, Seilspringen verbrenne „doppelt so viele Kalorien“ wie Laufen. Im Compendium liegt schnelles Seilspringen beim 1,64-Fachen von Jogging allgemein und beim 1,12-Fachen von Laufen mit 7 Meilen pro Stunde.
Wastou schreibt in der Herstellerbeschreibung eines Speed-Seils, zehn Minuten Seilspringen seien „in Bezug auf das Trainingsvolumen“ vergleichbar mit dreißig Minuten Joggen. Nach dem Compendium entsprechen zehn Minuten mittleres Seilspringen etwa sechzehn Minuten Jogging allgemein. Ähnliche Sätze stehen auf Produktseiten von Decathlon außerhalb von Amazon: fünfzehn Minuten Seilspringen entsprächen dreißig Minuten Joggen, und ein Seil ermögliche „up to 725 calories“ pro Stunde. Eine Quelle nennt keines dieser Angebote.
Zwei weitere Versprechen gehen über Kalorien hinaus. Ein Kinderseil wirbt damit, Kindern beim Abnehmen zu helfen, und ein Angebot verspricht, Bauchfett ohne Diät zu reduzieren. Wer ein Seil nach solchen Angaben auswählt, bekommt dafür keinen Gegenwert, denn das Seil hat auf den Verbrauch keinen belegten Einfluss. Eine Studie, die einen Zusammenhang zwischen Seilgewicht und Energieverbrauch gemessen hätte, wurde nicht gefunden; das gilt auch für die Seile, die der Vergleich gewichtete Springseile: Gewicht im Seil oder im Griff einordnet.
Die Kalorienanzeige im Smart-Seil
24 der ausgewerteten Angebote haben ein Zählwerk, und in der Gruppe der Smart- und seillosen Seile werben 20 von 24 mit Kalorien. Eine Formel für die Kalorienanzeige ist in den ausgewerteten Herstellerangaben nicht genannt. Sichtbar wird nur, welche Angaben sie dafür verlangen. Beim Jump Rope 800 Counter von Decathlon wird das Körpergewicht für die Kalorienanzeige eingegeben. Für die App des Tangram SmartRope Rookie sollen laut einem Testbericht von netzwelt Alter, Gewicht und Körpergröße angegeben werden, damit die App die Kalorien berechnen kann.
Ohne Körpergewicht kann eine Anzeige der Compendium-Logik nicht folgen, denn das Gewicht geht dort linear ein. Die Frage „Wie berechnet ein Springseil dein Körpergewicht?“ aus einem Reddit-Thread vom 09.11.2021 trifft damit den Kern: Es berechnet es nicht, es muss es wissen. Wer ein Seil ohne Gewichtseingabe nutzt, bekommt einen Wert, dessen Gewichtsannahme in keinem der ausgewerteten Datenblätter genannt ist.
Eine unabhängige Prüfung der Kalorienanzeige fand sich ein einziges Mal. netzwelt verglich am 06.04.2025 die Werte der Rookie-App mit einer Apple Watch Ultra; die App lag etwa zehn Prozent daneben. Die App eines anderen Smart-Seils schnitt nach diesem Bericht schlechter ab, eine Zahl dafür steht dort nicht. Dazu kommt: Auch die Uhr misst keine Kilokalorien, sondern schätzt sie, sodass der Vergleich zwei Schätzungen gegeneinanderstellt.
Die Kalorienanzeige baut außerdem auf der Sprungzahl auf. Xiaomi schreibt in einer Hilfeseite zu seinem Smart-Seil, die Zählung beginne erst nach mehr als einer Umdrehung, und Abweichungen gegenüber Uhren und Fitnessbändern seien „reasonable“. Eine Genauigkeitsangabe mit Zahl nennt keines der 24 Angebote mit Zählwerk. Wie die Zähler arbeiten und was über ihre Genauigkeit bekannt ist, vergleicht die Seite Springseile mit Zähler und seillose Seile.
Wer den Eindruck hat, dass die eigene App zu wenig oder zu viel anzeigt, kann vier Dinge nacheinander prüfen. Erstens das hinterlegte Körpergewicht, denn es geht linear ein: Zehn Kilogramm zu wenig bedeuten bei 70 Kilogramm rund 14 Prozent zu wenig. Zweitens, ob die App die Pausen mitzählt oder nur die Zeit mit drehendem Seil. Drittens, ob sie brutto oder netto rechnet; der Unterschied liegt beim Seilspringen bei acht bis zwölf Prozent. Viertens die Sprungzahl selbst, denn wenn das Zählwerk Sprünge auslässt, fehlt der Verbrauch dafür auch in der Kalorienanzeige.
Danach bleibt der Vergleich mit dem Rechner auf dieser Seite. Liegt die Anzeige innerhalb der Spanne zwischen langsamem und schnellem Tempo für das eigene Gewicht, ist sie mit dem Compendium vereinbar. Liegt sie deutlich darüber, wie in der fünften Situation weiter unten, spricht das dafür, dass eine der vier Angaben nicht stimmt. Liegt sie deutlich darunter, lohnt sich ein Blick auf das Gewicht und auf den Zähler. Eine Garantie, dass die App danach stimmt, gibt es nicht, denn ihre Formel ist nicht bekannt.
Ohne Seil springen: Digi-Jump, Schwungbälle und die Lücke im Compendium
„seilspringen ohne seil kalorien“ ist eine eigene Suchanfrage, und seillose Seile sind im Handel eine eigene Bauart. Gemeint sind Griffe mit kurzen Schnüren und Gewichten oder Bällen an den Enden, die sich drehen, ohne dass ein Seil unter den Füßen durchläuft. Crossrope bietet seillose Aufsätze für die eigenen Griffe an, Renpho wirbt mit einer seillosen, gewichteten Bauart, Xiaomi liefert Schwungbälle mit. Ein Kalorienwert speziell für diese Art des Springens ist in den ausgewerteten Angaben der drei Hersteller nicht genannt.
Das Compendium hat keinen Eintrag für seilloses Springen. Am nächsten kommt der Code 02069 für das Sprunggerät Digi-Jump, das mit 9,0 MET eingetragen ist. Dabei springt man auf einer Plattform, die eine Sprungrate von 120 pro Minute vorgibt, ohne Seil. Lyons und Kollegen haben 2020 an genau diesem Gerät gemessen: 27 Personen sprangen fünf Minuten bei 120 Sprüngen pro Minute und einer eingestellten Sprunghöhe von einem halben Zoll, also rund 1,3 Zentimetern. Die Sauerstoffaufnahme erreichte ab der dritten Minute ein stabiles Niveau.
Die Autoren schließen, dass wiederholtes Springen auf dem Gerät ähnlich anstrengend sei wie Seilspringen, auch mit frei schwingenden Armen und ohne Seil. Mit 57,1 Prozent der maximalen Sauerstoffaufnahme und 80,9 Prozent der maximalen Herzfrequenz lag die Belastung hoch, das subjektive Anstrengungsempfinden bei 75,2 Prozent des Maximums. Für das Compendium ergibt das einen Wert, der unter den Seilspring-Einträgen mit Tempo liegt: 9,0 MET gegenüber 11,8 für mittleres Seilspringen bei vergleichbarer Sprungrate.
Ob der Digi-Jump-Wert auf seillose Seile mit Schwungbällen übertragbar ist, hat niemand gemessen. Die Geräte unterscheiden sich in der Armarbeit, im Gewicht an den Händen und in der Sprunghöhe, die bei einem Gerät vorgegeben ist und beim seillosen Springen nicht. Wer trotzdem eine Größenordnung braucht, kann mit 9,0 MET rechnen und kommt bei 70 Kilogramm auf rund 11,0 Kilokalorien pro Minute; das ist eine eigene Einordnung und kein belegter Wert für diese Bauart. Der Rechner oben enthält diese Stufe bewusst nicht, weil sie kein Seilspringen beschreibt.
Bei den Smart-Seilen mit seillosem Modus kommt ein Zählproblem dazu. Xiaomi schreibt, dass im Betrieb mit Schwungbällen die Umdrehung des Balls gezählt wird und nicht der Sprung. Wer zwischendurch die Arme kreisen lässt, ohne zu springen, bekommt Umdrehungen gezählt, und auf diesen Umdrehungen baut die Kalorienanzeige auf. Die Zahl im Display sagt dann etwas über die Arme, nicht über die Beine. Für den Verbrauch zählen aber vor allem die Sprünge, denn sie heben das Körpergewicht an.
Fünf Situationen und was die Rechnung jeweils hergibt
Erste Situation, aus einem Forenbeitrag vom 17.12.2025 mit 46 Kommentaren: Jemand sucht im Hotelzimmer die Übung mit dem höchsten Verbrauch und denkt an Seilspringen. Bei 80 Kilogramm und mittlerem Tempo kosten zehn Minuten reine Sprungzeit 165 Kilokalorien. Ob die Zimmerdecke hoch genug ist, ist allerdings die erste Frage und keine Kalorienfrage; die Antwort darauf steht im Ratgeber zur Seillänge, der auch die Deckenhöhe behandelt.
Zweite Situation: Eine Einsteigerin mit 60 Kilogramm schafft Sätze von 30 Sekunden, dazwischen braucht sie eine Minute Pause, und sie springt mit Zwischenhüpfer unter 100 Sprüngen pro Minute. Zehn solcher Sätze ergeben fünf Minuten Sprungzeit bei 8,3 MET, also rund 44 Kilokalorien. Die App ihres Seils zeigt für die fünfzehn Minuten der Einheit möglicherweise mehr. Wer nachvollziehen will, woher der Abstand kommt, prüft zuerst, ob die App Pausen mitzählt und welches Gewicht eingestellt ist.
Dritte Situation: Ein Mann mit 95 Kilogramm will 500 Kilokalorien erreichen. Im mittleren Tempo verbraucht er 19,6 Kilokalorien pro Minute, braucht also gut 25 Minuten reine Sprungzeit. Für jemanden, der nach den Messstudien bei diesem Tempo nahe an seiner maximalen Herzfrequenz arbeitet, ist das eine lange Belastung. Er kann die Sprungzeit über Intervalle verteilen; die Rechnung ändert sich dadurch nicht, die Dauer der Einheit schon.
Vierte Situation: Eine Sportlerin mit 75 Kilogramm springt zehn Minuten Double Unders. Das Compendium gibt dafür 10,0 MET, das ergibt rund 131 Kilokalorien. Im einfachen mittleren Tempo wären es 155. Wer überrascht ist, dass die schwierigere Technik weniger zählt, findet die Erklärung nicht im Compendium; es bleibt beim Tabellenwert. Welche Seile für Double Unders angeboten werden und worin sie sich unterscheiden, vergleicht die Seite über Speed-Seile.
Fünfte Situation: Ein Smart-Seil zeigt nach zwanzig Minuten 300 Kilokalorien an, die Nutzerin wiegt 65 Kilogramm. Selbst im schnellsten Compendium-Tempo ergibt die Formel nur 280 Kilokalorien. Die Anzeige liegt damit über dem Höchstwert der Tabelle. Möglich ist, dass ein höheres Gewicht voreingestellt ist oder dass die App die gesamte Einheit samt Pausen mit dem Sprungwert rechnet. In beiden Fällen ist die Gewichtseingabe der erste Ort, an dem sich nachsehen lässt.
Wann ein Kalorienrechner die falsche Hilfe ist
Es gibt Fälle, in denen dieser Rechner nicht weiterhilft, und sie lassen sich vorher erkennen. Für Kinder und Jugendliche scheidet er aus, weil die MET-Definition des Compendium bei ihnen nach der erwähnten Messstudie nicht ohne Anpassung gilt. Für Menschen ab 60 Jahren ist er ungeeignet, wenn sie einen belegten Wert erwarten: Die Erwachsenentabelle gilt bis 59, und die Tabelle für Ältere enthält kein Seilspringen. Eine Studie zum Seilspringen mit älteren Erwachsenen wurde ebenfalls nicht gefunden.
Ebenfalls nicht infrage kommt die Rechnung als Entscheidungsgrundlage, wenn gesundheitliche Fragen im Raum stehen. Bei Beschwerden in Knie, Sprunggelenk oder Achillessehne, bei Beckenbodenproblemen und in der Schwangerschaft ist nicht der Kalorienverbrauch die erste Frage, sondern ob und wie gesprungen werden sollte. Das klären Ärztin oder Arzt, Physiotherapie oder Hebamme. Was Leitlinien und Studien dazu sagen, ist im Ratgeber zu Knie und Beckenboden zusammengestellt; einen Kalorienwert für die Schwangerschaft gibt es nicht.
Wer abnehmen will, braucht den Rechner im Grunde nicht, um anzufangen. In der Pilotstudie mit Ernährungsarm sank das Gewicht nur in den Gruppen mit Kalorienreduktion. Ein Rechner, der 145 Kilokalorien für zehn Minuten ausgibt, kann dazu verleiten, diese Zahl beim Essen wieder einzuplanen, obwohl sie für die einzelne Person um viele Prozent danebenliegen kann. Für diesen Zweck erübrigt sich die genaue Zahl; die Regelmäßigkeit der Einheiten zählt mehr.
Schließlich gibt es Geräte, für die keine Stufe passt. Wer seillos mit Schwungbällen springt, findet im Compendium keinen Eintrag; das Sprunggerät Digi-Jump mit 9,0 MET ist eine Maschine und kein seilloses Seil. Wer mit einem gewichteten Seil springt, rechnet mit denselben Stufen wie mit einem leichten, weil kein eigener Wert existiert. In beiden Fällen ist das Ergebnis eine grobe Orientierung und sollte so behandelt werden.
Was der Markt nicht liefert: eine überprüfbare Kalorienzahl
Eine überprüfbare Kalorienangabe hätte drei Bestandteile: ein Körpergewicht, ein Tempo oder eine Technik und eine offengelegte Rechenvorschrift. Unter den 121 ausgewerteten Seilen liefert der Markt das nicht. Die vier Angebote mit Zahl nennen in den ausgewerteten Textstellen weder Gewicht noch Tempo. Die Smart-Seile verlangen zwar ein Gewicht, aber in den ausgewerteten Herstellerangaben ist nicht genannt, wie sie daraus Kilokalorien machen, und keines nennt eine gemessene Genauigkeit, nicht einmal für die Sprungzahl.
Auch außerhalb der Angebote gibt es keine unabhängige Prüfung im Labor. Stiftung Warentest hat nach dem Abruf der Suchergebnisse keinen Springseiltest veröffentlicht, und Öko-Test ließ sich nicht auswerten. Der einzige gefundene Vergleich einer Kalorienanzeige ist der Testbericht von netzwelt, und der stellt die App einer Uhr gegenüber, nicht einer Messung des Sauerstoffverbrauchs. Für Seilspringer ohne Zugang zu einem Labor bleibt die Compendium-Formel damit die nachvollziehbarste Größe.
Was ebenfalls fehlt, ist ein Wert für die Bauarten, die im Handel inzwischen viel Platz einnehmen. Für seillose Seile mit Schwungbällen gibt es keinen Compendium-Eintrag, für gewichtete Seile keinen eigenen Wert und keine Studie, die den Verbrauch mit dem Seilgewicht in Beziehung setzt. Die Angebote dieser Bauarten werben trotzdem mit Kalorien, und zwar mit denselben Formulierungen wie die übrigen.
Für die Kaufentscheidung heißt das: Ein Kalorienversprechen ist kein Merkmal, nach dem sich ein Seil auswählen lässt. Welche Angaben in einem Angebot tatsächlich etwas über das Seil sagen, etwa Material, Länge, Lager und Prüfzeichen, behandelt die Prüfanleitung Springseil-Angebote lesen: worauf es ankommt. Den Verbrauch bestimmen Körpergewicht, Tempo und Dauer, und die lassen sich mit jedem Seil erreichen, das zur eigenen Körpergröße passt.
Offene Zahlen: gesucht und nicht gefunden
Die folgenden Punkte wurden für diese Seite gesucht und ließen sich mit den ausgewerteten Quellen nicht belegen. Sie stehen hier, damit keine Lücke mit einer Schätzung gefüllt wird.
- Wie viele Kilokalorien einem Kilogramm Körpergewicht oder Körperfett entsprechen; ein solcher Wert steht in keiner der ausgewerteten Quellen.
- Welche Messungen den einzelnen Seilspring-Codes zugrunde liegen; die abgerufene Tabelle nennt sie nicht.
- Die Seilspring-Werte der Compendium-Fassung von 2011; die Liste war beim Abruf nicht erreichbar.
- Eine Messung des Energieverbrauchs beim langsamen Tempo unter 100 Sprüngen pro Minute.
- Warum Double Unders im Compendium mit weniger MET eingetragen sind als mittleres Tempo.
- Was „rhythm bounce“ und „plain bounce“ im Compendium genau bezeichnen.
- Ein MET-Wert für Seilspringen bei Menschen ab 60 Jahren und eine Interventionsstudie mit Älteren.
- Ein MET-Wert für seilloses Springen mit Schwungbällen und für gewichtete Seile.
- Werte des Youth Compendium für Seilspringen bei Kindern und Jugendlichen; im abgerufenen Volltext waren sie nicht enthalten.
- Wie hoch der Nachbrenneffekt nach dem Seilspringen in Kilokalorien ausfällt.
- Eine Studie, die den Einfluss des Seilgewichts auf den Energieverbrauch misst.
- Die Inhalte von Jetté 1979, Myles 1981, Getchell 1980, Foster 1980 und Hortobágyi 1986; PubMed enthält keine Zusammenfassung.
- Die Arbeit von Baker aus dem Jahr 1968 im Original, auf die die Formel „zehn Minuten gleich dreißig Minuten“ zurückgeführt wird.
- Die Herkunft der Zahl „400 bis 500 Kalorien in 30 Minuten“ aus einem Fitnessmagazin, dessen Seite beim Abruf gesperrt war.
- Welches Körpergewicht Smart-Seile ohne Eingabe voreinstellen und ob sie brutto oder netto rechnen.
- Eine unabhängige Labormessung der Kalorienanzeige eines Smart-Seils.
- Eine Umrechnung von Sprüngen in Schritte.
- Ein Körpergewicht der Teilnehmenden bei Quirk und Sinning; die Zusammenfassung nennt keines.
- Ein Beleg dafür, dass Seilspringen gezielt Bauchfett abbaut.
Compendium, Messstudien und Angebotsdaten hinter den Zahlen
Alle Quellen wurden am 26.10.2026 abgerufen. Das Compendium wurde direkt auf seiner Webseite gelesen, Studien als Zusammenfassung bei PubMed oder, wo frei verfügbar, als Volltext. Rechenbeispiele, Umrechnungen und Rückrechnungen sind auf dieser Seite als eigene Rechnung bezeichnet. kaufebesser hat kein Seil gemessen und keine Kalorienanzeige geprüft. Die Zählungen zu den Angeboten beruhen auf den Angebotsseiten von 142 Springseil- und Zubehörangeboten bei amazon.de; Preise wurden nicht übernommen. Diese Seite ersetzt keine ärztliche oder ernährungsmedizinische Beratung.
- Compendium of Physical Activities: 2024 Adult Compendium, Sports, Codes 15550 bis 15554 und 15100/15110 (Referenzwerk)
- Compendium of Physical Activities: Conditioning Exercise, Codes 02068 und 02069 (Referenzwerk)
- Compendium of Physical Activities: Running, Codes 12020 bis 12070 (Referenzwerk)
- Compendium of Physical Activities: Unit Conversions, MET in Kilokalorien pro Minute (Referenzwerk)
- Compendium of Physical Activities: Corrected METs – Adults, Grenzen des Standard-MET (Referenzwerk)
- Herrmann SD et al.: 2024 Adult Compendium of Physical Activities: A third update. J Sport Health Sci 2024;13(1):6–12, Volltext (Studie)
- Town GP, Sol N, Sinning WE: The effect of rope skipping rate on energy expenditure of males and females. Med Sci Sports Exerc 1980;12(4):295–8 (Studie)
- Quirk JE, Sinning WE: Anaerobic and aerobic responses of males and females to rope skipping. Med Sci Sports Exerc 1982;14(1):26–9 (Studie)
- Solis K et al.: Aerobic Requirements for and Heart Rate Responses to Variations in Rope Jumping Techniques. Phys Sportsmed 1988;16(3):121–8 (Studie)
- Lyons TS et al.: Evaluation of Repetitive Jumping Intensity on the Digi-Jump Machine. Int J Exerc Sci 2020;13(2):818–25 (Studie)
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- Gao Y et al.: Metabolic Equivalents of Selected Sedentary and Physical Activities in Chinese Youth. J Phys Act Health 2016;13(6 Suppl 1):S48–52 (Studie)
- Buyze MT et al.: Comparative Training Responses to Rope Skipping and Jogging. Phys Sportsmed 1986;14(11):65–9 (Studie)
- Tang Z et al.: Effects of Caloric Restriction and Rope-Skipping Exercise on Cardiometabolic Health: A Pilot Randomized Controlled Trial in Young Adults. Nutrients 2021;13(9) (Studie)
- Phongchin W et al.: Effects of high-intensity interval rope-skipping on cardiorespiratory fitness, body composition, and enjoyment in young adults. Eur J Clin Nutr 2025;79(12):1227–32 (Studie)
- BaiQuan Y et al.: The effects and post-exercise energy metabolism characteristics of different high-intensity interval training in obese adults. Sci Rep 2025;15:13770 (Studie)
- Singh U et al.: Jump rope training effects on health- and sport-related physical fitness in young participants: A systematic review with meta-analysis. J Sports Sci 2022;40(16):1801–14 (Metaanalyse)
- Sung KD et al.: The effects of a 12-week jump rope exercise program on abdominal adiposity … in adolescent girls with prehypertension. Eur J Appl Physiol 2019;119(2):577–85 (Studie)
- Shao S, Cao M: Integrating interval jump rope exercise into a school setting … in adolescents with overweight and obesity. BMC Pediatr 2025;25:945 (Studie)
- AOK-Magazin: Richtig Seilspringen, das Workout zum Abnehmen, 28.06.2021 (Krankenkasse)
- Barmer: Seilspringen, mit Schwung und Rhythmus zu mehr Fitness (Krankenkasse, Presseinformation)
- netzwelt: Smartrope Rookie im Test, 06.04.2025 (Testbericht)
- Xiaomi Support: Why does the Xiaomi Smart Jump Rope have inaccurate counting? (Herstellerangabe)
- Decathlon: Jump Rope 800 Counter, Gewichtseingabe für die Kalorienanzeige (Herstellerangabe, Länderseite Zypern)
FAQ
Häufige Fragen
Wie viele Kalorien verbrennt man beim Seilspringen in 10 Minuten?
Nach der Compendium-Formel MET × 3,5 × kg ÷ 200 verbraucht ein Mensch mit 70 Kilogramm in zehn Minuten rund 102 Kilokalorien im langsamen, 145 im mittleren und 151 im schnellen Tempo. Bei 90 Kilogramm sind es 131, 186 und 194. Die AOK nennt 130 bis 170 Kilokalorien, was nachgerechnet etwa 63 bis 82 Kilogramm im mittleren Tempo entspricht.
Wie lange muss man seilspringen, um 500 Kalorien zu verbrennen?
Bei 70 Kilogramm braucht es rund 49 Minuten reine Sprungzeit im langsamen, 35 im mittleren und 33 im schnellen Tempo. Bei 90 Kilogramm sind es rund 38, 27 und 26 Minuten. Pausen zählen dabei nicht mit.
Verbrennt Seilspringen mehr Kalorien als Joggen?
Im Compendium 2024 liegt mittleres Seilspringen mit 11,8 MET um 57 Prozent über Jogging allgemein mit 7,5 MET und um sieben Prozent über Laufen mit rund 11 km/h. Energetisch entsprechen zehn Minuten Seilspringen damit etwa sechzehn Minuten Jogging, nicht dreißig. Für die Ausdauer fand eine Nachprüfung von 1986 bei zehn Minuten Seilspringen einen kleineren Zuwachs als bei dreißig Minuten Joggen.
Wie viele Kalorien verbraucht man pro 100 Sprünge?
Bei 70 Kilogramm kosten 100 Sprünge im mittleren Tempo mit 100 bis 120 Sprüngen pro Minute rund 12 bis 14,5 Kilokalorien, im schnellen Tempo mit 120 bis 160 Sprüngen rund 9,4 bis 12,6. Je schneller gesprungen wird, desto weniger kostet der einzelne Sprung, weil die Sprunghöhe sinkt.
Hilft Seilspringen beim Abnehmen?
In drei Studien mit jungen Erwachsenen stieg die Ausdauer, die Körperzusammensetzung änderte sich aber nicht immer. In einer Pilotstudie von 2021 sank das Gewicht nur in den Gruppen mit weniger Essen, in einer Studie von 2025 blieb die Körperzusammensetzung nach acht Wochen gleich. Bei übergewichtigen jungen Erwachsenen sank die Fettmasse mit Intervall-Seilspringen.
Wie genau ist die Kalorienanzeige eines Smart-Springseils?
Keines der 24 ausgewerteten Angebote mit Zählwerk nennt eine Genauigkeit mit Zahl, und eine Formel für die Kalorienanzeige ist nicht genannt. Ein Testbericht von netzwelt fand bei einem Modell etwa zehn Prozent Abweichung gegenüber einer Apple Watch Ultra. Ohne eingegebenes Körpergewicht kann die Anzeige den Verbrauch nicht sinnvoll schätzen.