Pulsuhr zum Schwimmen: Puls im Wasser, Bahnen, Wasserdichtigkeit
Pulsuhr beim Schwimmen: was Studien zur Messung im Wasser zeigen, welche Gurte unter Wasser speichern, wie genau Uhren Bahnen zählen und was 5 ATM wirklich heißt.
In einer Studie von 2022 trugen zehn erfahrene Schwimmer zwei Uhren am Handgelenk und einen Brustgurt als Referenz. An Land lag eine der Uhren bei vier Prozent Fehler. Im Wasser, nur in den Phasen, in denen tatsächlich geschwommen wurde, lag sie bei 59 Prozent und zeigte im Mittel 57 Schläge zu wenig. Eine andere Studie fand für eine Uhr eines anderen Herstellers beim Brustschwimmen über 500 Meter gut drei Prozent. Beides stimmt, und genau das macht die Frage nach der Pulsuhr zum Schwimmen schwierig. Diese Seite zeigt, was Studien und Hersteller zur Pulsmessung im Wasser sagen, welche Sensoren dort messen, wie genau Uhren Bahnen und Lagen zählen, warum der Puls beim Schwimmen niedriger liegt als beim Laufen, was Wasserdichtigkeit bei Uhren bedeutet, und wie man die eigene Uhr im Becken prüfen kann.
Was hier steht und was nicht
Hier geht es um Puls, Bahnen und Wasserdichtigkeit beim Schwimmen. Welche Gurte im Wasser speichern, beschreibt der Vergleich der Brustgurte im Einzelnen, wie genau die Messung am Handgelenk an Land ist, die Seite zur Genauigkeit. Die Studien prüfen überwiegend ältere Modelle; jede Zahl steht mit Gerät und Bedingung. Getestet hat hier niemand etwas, und Preise nennt diese Seite nicht.
Die kurze Antwort: Am Handgelenk ist das Wasser ein Glücksspiel
Wer beim Schwimmen den Puls genau wissen will, sollte sich nicht allein auf die Uhr am Handgelenk verlassen. Die Studien zeigen für die optische Messung im Wasser eine Spanne, die von brauchbar bis unbrauchbar reicht, und die Hersteller selbst sind zurückhaltend: Polar schreibt auf einer Supportseite, die eigene Messung am Handgelenk funktioniere im Wasser nicht optimal und könne für das Schwimmen nicht empfohlen werden. Suunto rät ausdrücklich zum Brustgurt, weil Wasser unter der Uhr die optische Messung störe.
Genauer messen Sensoren an der Schläfe, die unter der Badekappe oder in einer Schwimmbrille sitzen. Ein Brustgurt misst im Wasser ebenfalls, kann aber nicht senden, weil Bluetooth und ANT+ im Wasser laut Polar nicht funktionieren; er muss die Daten speichern oder über die ältere 5-Kilohertz-Technik übertragen. Und auch der Gurt hat im Becken seine Tücken: Er verrutscht beim Abstoßen von der Wand, und in einer Studie erfasste er nur gut die Hälfte der Daten.
Für die meisten Freizeitschwimmer ist der Puls beim Schwimmen ohnehin weniger wichtig als Bahnen, Strecke und Zeit, und die zählen die Uhren im Kraul recht zuverlässig, bei Lagenwechseln mitten in der Bahn aber nicht. Wer nach Puls schwimmen will, braucht den richtigen Sensor und muss wissen, dass der Puls im Wasser niedriger liegt als an Land.
Warum Wasser die Messung erschwert
Die Schwierigkeiten haben bei Uhr und Gurt verschiedene Ursachen. Die optische Messung am Handgelenk leidet vor allem darunter, dass Wasser zwischen Uhr und Haut gelangt. Suunto beschreibt es so: Wasser, das unter der Uhr hindurchfließe, beeinträchtige die Fähigkeit des optischen Sensors, die Herzfrequenz genau zu messen. Dazu kommen die Bewegungen des Arms beim Zug, der Druck des Wassers und, im kalten Freiwasser, die geringere Durchblutung der Haut, vor der mehrere Hersteller bei Kälte allgemein warnen.
Der Brustgurt misst elektrisch und hat ein anderes Problem. Polar schreibt, Meer- und Poolwasser leiteten sehr gut, die Elektroden könnten kurzschließen, und dann erfasse der Sensor die elektrischen Signale des Herzens nicht. Ein Sprung ins Wasser oder kräftige Muskelbewegungen beim Wettkampfschwimmen könnten den Gurt zudem an eine Stelle verschieben, an der er keine Signale mehr aufnimmt. Gegen beides hilft der Sitz: Garmin und Polar raten, den Gurt unter dem Badeanzug oder einem Triathlon-Top zu tragen.
Und schließlich die Übertragung. Polar schreibt, Bluetooth und ANT+ funktionierten im Wasser nicht, die ältere Übertragung über 5 Kilohertz, die Polar GymLink nennt, dagegen schon. Garmin schreibt zum HRM 600, er übertrage unter Wasser keine Herzfrequenz an gekoppelte Geräte. Warum die üblichen Funkwege unter Wasser versagen, begründet keine der gelesenen Hersteller- oder Fachquellen physikalisch; belegt ist nur die Aussage der Hersteller, dass es so ist. Eine Forschungsgruppe hat 2026 einen Prototyp vorgestellt, der den Puls unter Wasser per Schall statt per Funk überträgt; ein Marktgerät ist das nicht. In der Studie mit sechs Personen verloren die Forscher innerhalb von 25 Metern nur 1,1 Prozent der Datenpakete; zwei der Autoren arbeiten bei einem Technologieunternehmen.
Was Studien am Handgelenk im Wasser gemessen haben
Es gibt nur wenige Studien, die Uhren am Handgelenk im Wasser gegen einen Brustgurt prüfen, und sie kommen zu sehr verschiedenen Ergebnissen. Die folgende Tabelle fasst sie zusammen.
| Studie | Uhr | Bedingung | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Olstad und Zinner 2020 | Polar M600 | Kraultraining, 26 trainierte Schwimmer | Übereinstimmungsgrenzen −53,0 bis +33,9 Schläge |
| Cosoli et al. 2022 | Garmin Venu Sq | vier Lagen, zehn Schwimmer | im Wasser 29,95 % Fehler, im Mittel 44 Schläge zu tief; nur Schwimmphasen 58,94 % |
| Cosoli et al. 2022 | Polar Vantage V2 | wie oben | im Wasser 17,17 % Fehler, im Mittel 14 Schläge zu tief; nur Schwimmphasen 29,78 % |
| Budig et al. 2022 | Garmin Forerunner 945 | 500 m Brust, 50-m-Becken, 36 Personen | 3,29 % Fehler, 3,61 Schläge |
| Budig et al. 2022 | Polar Ignite | wie oben | 8,61 % Fehler, Korrelation 0,08 |
Die Spanne von gut drei bis knapp sechzig Prozent ist kein Widerspruch, den man auflösen könnte, sondern ein Befund. Die Studien unterscheiden sich in Lage, Gerät, Protokoll und Befestigung des Referenzgurts. Beim Brustschwimmen, bei dem der Arm vergleichsweise ruhig unter Wasser arbeitet, schnitt die Garmin-Uhr gut ab; bei vier Lagen mit Kraul, Schmetterling, Rücken und Brust fielen die Uhren in der anderen Studie weit zurück. Die Autoren dieser Studie schreiben, die Abweichungen seien bei höherem Puls über 110 Schlägen negativ gewesen: Die Uhren unterschätzten gerade die anstrengenden Phasen.
Bemerkenswert ist, wie stark sich dieselbe Uhr zwischen Land und Wasser verschlechtert. In der Studie von 2022 lag die Garmin-Uhr an Land bei 4,05 Prozent Fehler und im Wasser bei 29,95, die Polar-Uhr an Land bei 8,00 und im Wasser bei 17,17. Eine Uhr, die beim Laufen gute Werte liefert, liefert sie im Becken also nicht automatisch. Für die Uhren in den Vergleichen dieses Clusters gibt es keine eigene Studie zum Schwimmen; für Apple-Uhren fand sich ebenfalls keine Validierungsstudie im Wasser, und Apple selbst macht auf den gelesenen Seiten keine Aussage zur Genauigkeit der Messung im Wasser.
Der Sensor an der Schläfe: genauer, aber nicht fehlerfrei
Eine Alternative zum Handgelenk ist die Schläfe. Dort sitzt der Sensor unter der Badekappe oder im Band der Schwimmbrille, nah an einem Gefäß, und bewegt sich beim Zug kaum. Die Studie von 2020, die auch die Uhr am Handgelenk prüfte, verglich einen optischen Sensor von Polar an der Schläfe mit einem Brustgurt unter dem Badeanzug. Seine Übereinstimmungsgrenzen lagen bei −26,9 bis +24,7 Schlägen, etwa halb so weit wie die der Uhr, und die Autoren nannten ihn beim Kraulschwimmen gültig. Polar stellte die Technik für die Studie bereit. Für die Uhr am Handgelenk fanden dieselben Autoren einen signifikant niedrigeren Maximal- und Durchschnittspuls als mit dem Gurt.
Eine Pilotstudie von 2026 mit 19 College-Schwimmern kam zu einem gemischteren Bild. Geschwommen wurde in einem 25-Meter-Becken bei 26 Grad Wassertemperatur, im Kraul in drei Intensitäten und in einer Lage nach Wahl. Derselbe Sensortyp an der Schläfe zeigte im Mittel 150,7 Schläge, der Brustgurt 155,9; der Unterschied war signifikant, und auf den ersten 100 Metern einer Belastungsstufe lag er bei rund elf Schlägen. Zugleich erfasste der Sensor an der Schläfe 99,9 Prozent der Daten, der Brustgurt nur 58,98 Prozent. Die Autoren beschreiben, dass der Gurt trotz Gel häufig nachgezogen werden musste und das Signal dabei unterbrochen wurde. Die Daten ließen sich zudem erst nach dem Training ansehen, weil die Übertragung über Bluetooth unter Wasser nicht funktionierte.
Die deutlichsten Werte stammen von einer Schwimmbrille mit eingebautem Sensor. Eine Studie von 2026 mit 25 erfahrenen Freizeitschwimmern verglich sie mit einem Garmin-Gurt für das Schwimmen und fand einen mittleren prozentualen Fehler von 1,0 Prozent, eine Übereinstimmung von 0,91 bei Intervallen und 0,99 über das ganze Training. Im Mittel zeigten Brille und Gurt 136 und 135 Schläge, die mittlere Abweichung bei den Intervallen lag bei −0,23 Schlägen. Der Hersteller rät, die Brille eng an der Schläfe zu tragen, ohne Haare dazwischen. Mehrere Autoren arbeiten bei dem Hersteller der Brille, und eine frühere Studie derselben Gruppe wurde teils von ihm finanziert. Der Hersteller selbst nennt auf seiner Seite eine Abweichung von plus minus vier Schlägen gegenüber einem EKG-Brustgurt und für das Handgelenk plus minus zehn, mit Verweis auf ein eigenes Papier.
Für die Praxis heißt das: Ein Sensor an der Schläfe ist im Wasser näher am Gurt als die Uhr, aber auch er weicht ab, und die Studien mit den besten Werten stehen dem Hersteller nahe. Polar bietet für den Armsensor Verity Sense einen Clip an der Schwimmbrille an; für den Sensor nennt Polar außerdem einen Schwimmmodus, der im Becken neben dem Puls auch Distanz und Tempo erfasst; der Sensor speichert laut Polar bis zu 600 Stunden Training, der ältere OH1 bis zu 200 Stunden. Eine weitere Studie zum Verity Sense an Schläfe und Arm liegt nur als Kurzbeitrag ohne Zahlen vor.
Der Brustgurt im Wasser: Referenz mit Lücken
In fast allen Studien dient der Brustgurt als Maßstab, und gerade im Wasser ist das ein wackliger Maßstab. Die Studie zum Brustschwimmen von 2022 musste ihre Ergebnisse über 1.000 Meter verwerfen: Die Autoren schreiben, der Polar H10 habe sich ohne Badeanzug bei dieser Strecke nicht als gültige Referenz verwenden lassen, und es habe deutliche Abweichungen gegeben, wenn der Gurt ohne Badeanzug unter Wasser getragen wurde. Die Uhren lagen untereinander dagegen nah beieinander.
Die Pilotstudie von 2026 zeigt dasselbe Problem aus anderer Richtung: Der Gurt erfasste dort nur 58,98 Prozent der Daten, obwohl er mit Gel vorbereitet war. Die Studie von 2020, die bessere Werte fand, trug den Gurt unter dem Badeanzug, eine andere sicherte ihn mit Tape. Die Ergebnisse der Studien sind also nur so gut wie die Befestigung des Gurts, und die war von Studie zu Studie verschieden.
Für Schwimmer, die einen Gurt nutzen wollen, folgt daraus eine klare Regel, die auch die Hersteller nennen: Der Gurt gehört unter den Badeanzug, das Trikot oder ein enges Top. Garmin schreibt zum HRM 600, sonst könne er beim Abstoßen von der Wand von der Brust rutschen. Polar warnt, ein Sprung ins Wasser könne den Gurt verschieben. Wer ohne Oberteil schwimmt, hat damit ein Problem, für das die gelesenen Hersteller keine eigene Lösung nennen.
Welche Gurte und Sensoren im Wasser aufzeichnen
Weil der Gurt unter Wasser nicht senden kann, braucht er für das Schwimmen entweder einen Speicher oder die 5-Kilohertz-Übertragung. Nicht jeder Gurt hat eines davon, und die Hersteller unterscheiden genau.
| Sensor | Wie er im Wasser aufzeichnet | Einschränkung laut Hersteller |
|---|---|---|
| Garmin HRM 600 | speichert, sendet nach dem Auftauchen | nur einige Garmin-Geräte unterstützen das |
| Garmin HRM-Pro Plus | speichert | Kopplung über ANT+, nicht Bluetooth |
| Garmin HRM-Swim | speichert bis zu 20 Stunden je Aktivität | bei vollem Speicher werden die ältesten Daten überschrieben |
| Garmin HRM-Tri | speichert bis zu 20 Stunden je Aktivität | vorrangig für das Freiwasser |
| Garmin HRM-Dual | keine Aufzeichnung beim Schwimmen | überträgt beim Schwimmen keine Herzfrequenz |
| Polar H10 | Speicher für eine Einheit oder 5 kHz | Speicher wird über die App gestartet |
| Polar H9 | 5 kHz | kein Speicher |
| Polar Verity Sense | Speicher, Clip an der Brille | keine 5-kHz-Übertragung |
| Suunto Smart Sensor | Speicher für Schlagabstände | Speicher nicht mit Suunto Run, Suunto 7 und Kailash |
| Wahoo TRACKR | keine Speicherung | nicht für das Schwimmen gedacht |
| COROS Herzfrequenzmonitor | keine Speicherung für danach | nicht für das Schwimmen gedacht, 3 ATM |
Wie das Speichern abläuft, beschreibt Garmin genau. Der Gurt zeichnet die Herzfrequenz beim Schwimmen auf und überträgt sie nicht, solange er unter Wasser ist. Ist er in den Pausen außerhalb des Wassers, sendet er den Durchschnitt und das Maximum des vorherigen Intervalls sowie den aktuellen Wert an die Uhr. Garmin rät dazu, sich zwischen den Intervallen aufrecht hinzustellen, damit der Sensor aus dem Wasser kommt. Für das Übertragen der gespeicherten Daten am Ende muss der Gurt außerhalb des Wassers, aktiv und höchstens drei Meter von der Uhr entfernt sein. Der Speicher des HRM-Swim überschreibt laut Garmin die ältesten Daten, wenn er voll ist.
Bei Suunto gibt es eine Besonderheit, die gerade für Besitzer einer aktuellen Laufuhr wichtig ist. Suunto schreibt, die Speicherfunktion des eigenen Gurts funktioniere mit allen Bluetooth-Uhren außer der Suunto Run, der Suunto 7 und der Kailash; die Daten würden am Ende der Aktivität auf die Uhr übertragen, aber nicht, wenn Gurt oder Uhr beim Beenden noch unter Wasser seien. Eine Speicherdauer nennt Suunto auf den gelesenen Seiten nicht. Bei Polar wird die Aufzeichnung im Speicher des H10 laut Polar über die eigene App gestartet; wer mit einer älteren Polar-Uhr über 5 Kilohertz schwimmt, muss die entsprechende Option in derselben App einschalten.
Die Garmin-Gurte verlangen zudem eine passende Uhr. Garmin schreibt, nur einige der eigenen Geräte unterstützten Herzfrequenzdaten beim Schwimmen, und beim HRM-Pro Plus müsse die Kopplung über ANT+ erfolgen, während beim HRM 600 auch die gesicherte Bluetooth-Verbindung genüge. Welche Uhren im Cluster welche Gurte koppeln, steht im Vergleich der Laufuhren. Polar schreibt für die eigenen Uhren ausdrücklich, man könne beim Schwimmen keinen Polar-Brustgurt mit der Uhr nutzen, weil Bluetooth im Wasser nicht funktioniere; der Weg führt dort über den Speicher des Gurts oder die 5-Kilohertz-Übertragung an ältere Uhren. Garmin nennt für die eigene Schwimmuhr Swim 2 neben der Messung am Handgelenk die Kompatibilität mit HRM-Pro, HRM-Swim und HRM-Tri.
Batterie, Speicher und Bedienung der Schwimmgurte
Gurte für das Wasser unterscheiden sich nicht nur darin, ob sie speichern, sondern auch darin, wie lange sie halten und wie man sie bedient. Garmin nennt für den HRM-Swim eine wechselbare Knopfzelle CR2032 mit bis zu 18 Monaten bei rund drei Stunden in der Woche und 5 ATM, für den HRM-Tri bis zu zehn Monate im Triathlon-Training bei rund einer Stunde am Tag und ebenfalls 5 ATM. Beide funken laut Anleitung über ANT+ im 2,4-Gigahertz-Band, und beide speichern bis zu 20 Stunden je Aktivität.
Suunto nennt für den eigenen Smart Sensor 30 Meter und rund 500 Stunden Batterie und schreibt, die Speicherfunktion verbrauche mehr Strom. Der Gurt habe einen Speicher für die Schlagabstände, der genutzt werde, wenn die Uhr außer Reichweite sei, etwa beim Schwimmen, wenn unter Wasser nichts übertragen werde. Suunto rät, die Aufzeichnung an der Uhr zu beenden, bevor man den Gurt abnimmt. Polar nennt für den H10 eine Laufzeit von rund 400 Stunden mit Knopfzelle und einen Speicher für eine Einheit, für H10 und H9 eine Wasserdichtigkeit von 30 Metern, für den Verity Sense einen Akku für bis zu 30 Stunden Training und 50 Meter Wasserdichtigkeit.
Für Schwimmer, die regelmäßig im Becken trainieren, ergibt sich daraus eine praktische Reihenfolge. Vor dem Einstieg den Gurt mit der Uhr verbinden, bei Polar den Speicher in der App starten, bei Garmin die Kopplung über den richtigen Funkweg prüfen. Nach dem Ausstieg die Aktivität beenden, solange Gurt und Uhr nah beieinander und außerhalb des Wassers sind, und erst dann den Gurt abnehmen. Wer diese Reihenfolge vertauscht, verliert bei Suunto laut Hersteller die Daten.
Was die Hersteller zur Messung am Handgelenk im Wasser schreiben
Die Hersteller sind sich nicht einig, und Polar ist sich nicht einmal mit sich selbst einig. Auf der Supportseite zur Wasserbeständigkeit schreibt Polar, man habe in eigenen Tests festgestellt, dass die Messung am Handgelenk im Wasser nicht optimal funktioniere, und könne sie für das Schwimmen nicht empfehlen. Auf der Seite zu den Schwimmwerten heißt es dagegen, Wasser könne die Messung zwar beeinträchtigen, die Genauigkeit reiche aber aus, um durchschnittliche Herzfrequenz und Zonen beim Schwimmen zu verfolgen. Polar rät dort, die Uhr noch enger zu tragen als bei anderen Sportarten.
Garmin schaltet die Messung am Handgelenk bei Schwimmaktivitäten laut Handbuch ein, lässt sie in den Einstellungen aber abschalten, und gibt einem gekoppelten Gurt Vorrang: Sind beide Daten verfügbar, verwendet die Uhr die des Gurts. Suunto schreibt zum optischen Sensor einer eigenen Uhr, er liefere beim Schwimmen möglicherweise keine genauen Werte, und empfiehlt für das Schwimmen ausdrücklich einen Brustgurt. COROS trennt laut Supportseite alle Verbindungen zu Zubehör beim Becken- und Freiwasserschwimmen automatisch, weil ANT+ und Bluetooth unter Wasser schlecht funktionierten, und nennt vier eigene Algorithmen für die optische Messung, darunter einen für das Schwimmen, und schreibt zugleich, optische Sensoren gälten im Allgemeinen als Schätzung der Anstrengung.
Apple macht auf den gelesenen Seiten keine Aussage zur Pulsmessung im Wasser. Das Benutzerhandbuch beschreibt Becken- und Freiwasserschwimmen, das automatische Sperren des Displays beim Schwimmen und das Entfernen von Wasser aus dem Lautsprecher, nennt für den optischen Sensor einen Bereich von 30 bis 210 Schlägen pro Minute, sagt aber nichts darüber, wie genau er im Wasser misst. Auch zur Nutzung eines Brustgurts beim Schwimmen fand sich bei Apple keine Angabe.
Was ältere Pulsuhren mit Gurt im Wasser konnten
Bei klassischen Pulsuhren mit Gurt sind die Anleitungen deutlich. Beurer schreibt zu einem digitalen Modell, die Pulsmessung sei unter Wasser nicht möglich, zu einem analogen nur, Uhr und Gurt seien zum Schwimmen geeignet. Sigma nennt für einen Pulscomputer mit 5,4 Kilohertz „Schwimmen (nur Herzfrequenzmessung)“. Eine einheitliche Aussage über alle analogen Geräte gibt es nicht; Beurer nannte die analoge Uhr wasserdicht bis 30 Meter und zum Schwimmen geeignet, den Gurt des digitalen Modells zum Schwimmen geeignet, aber ohne Pulsmessung unter Wasser, und Sigma riet, den Pulscomputer nicht zum Tauchen zu verwenden; die Produktseiten dieser Modelle sind inzwischen nicht mehr erreichbar.
Bedienung im Wasser: Tasten, Touch und Sperre
Ein Touchscreen und Wasser vertragen sich schlecht, und die Hersteller reagieren darauf mit Sperren. Apple schreibt, die Uhr sperre beim Start eines Schwimmtrainings automatisch das Display mit dem Wasserschutz, um versehentliches Tippen zu verhindern; zum Entsperren und um Wasser aus dem Lautsprecher zu entfernen, hält man die Digital Crown gedrückt. Amazfit schreibt im Handbuch einer eigenen Uhr, der Touchscreen werde nach dem Start des Schwimmens automatisch abgeschaltet, um ihn vor versehentlichen Berührungen und Wasser zu schützen.
Bei den Tasten geht es um die Dichtigkeit. Garmin rät, die Tasten nach Möglichkeit nicht unter Wasser zu drücken, Polar, unter Wasser keine Tasten zu betätigen, um die Wasserbeständigkeit zu erhalten. Sigma schreibt in der Anleitung eines Pulscomputers, unter Wasser dürften keine Tasten gedrückt werden, und Beurer, die Dichtigkeit könne beim Drücken der Knöpfe im Regen und bei Sprüngen ins Wasser nicht gewährleistet werden. Wer im Becken eine Runde drücken will, tut das also am besten am Rand, mit der Hand über Wasser.
Dazu kommen Einschränkungen, die man von der Uhr an Land nicht kennt. Apple schreibt, bei Uhren ab Series 3 nehme die Genauigkeit des barometrischen Höhenmessers ab, wenn beim Schwimmen Wasser in die Öffnung eindringe. Und Garmin schreibt zur eigenen Schwimmuhr, sie sei für das Schwimmen, nicht aber für das Tauchen geeignet; für das Tauchen nennt Garmin eine eigene Klasse nach der Norm EN 13319.
Die eigene Uhr im Becken prüfen
Weil die Studien so weit auseinanderliegen, ist die eigene Prüfung der verlässlichste Weg, um zu wissen, was die eigene Uhr am eigenen Arm im Wasser leistet. Die folgende Prüfliste beschreibt Handgriffe, die jeder mit Uhr, Uhr mit Sekundenanzeige am Beckenrand und gegebenenfalls einem Gurt durchführen kann. Sie ersetzt keine Studie, aber sie zeigt, ob die Werte der Uhr plausibel sind.
Puls und Bahnen der eigenen Uhr im Becken prüfen
0 / 8Grundlage: Ablauf abgeleitet aus den Herstellerangaben von Garmin, Polar, Suunto und COROS zu Bahnlänge, Sitz und Gurt sowie der Zählmethode für den Puls von Hand (ZHAW, Paul Hartmann AG), alle am 04.10.2026 abgerufen. Kein Messverfahren nach Norm. · Der Haken bleibt in deinem Browser und wird nicht gespeichert.
Für die Pulszählung am Beckenrand gilt dieselbe Methode wie an Land. Eine Fachhochschule für Gesundheit beschreibt sie so: 15 Sekunden zählen und mal vier nehmen, bei unregelmäßigem Puls eine Minute, die Zählung beginnt bei null. Ein Ratgeber für die Pflege rät, mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger am inneren Handgelenk unterhalb des Daumens zu tasten, nicht mit dem Daumen. Der Wert am Beckenrand ist ein Wert nach der Bahn, nicht aus ihr; der Vergleich mit der Anzeige der Uhr im selben Moment zeigt trotzdem, ob sie grob stimmt.
Wer einen Gurt mit Speicher hat, kann den Vergleich gründlicher machen: eine Einheit mit Gurt und Uhr schwimmen, so dass die Uhr ihren eigenen Sensor nutzt und der Gurt separat aufzeichnet, und beide Kurven nebeneinanderlegen. Weil Garmin und COROS die Messung am Handgelenk bei gekoppeltem Gurt nicht anzeigen, braucht man dafür entweder ein zweites Gerät oder einen Gurt, der in einer eigenen App aufzeichnet.
Zeigt die Prüfung, dass der Puls der Uhr im Wasser nicht plausibel ist, gibt es drei Wege. Erstens den Sitz verbessern: Polar rät, die Uhr im Wasser noch enger zu tragen als bei anderen Sportarten. Zweitens die Messung am Handgelenk für das Schwimmen abschalten, damit keine falschen Werte in die Auswertung gelangen; Garmin bietet dafür eine eigene Einstellung für Schwimmaktivitäten. Drittens einen Sensor nutzen, der im Wasser misst und speichert. Die Bahnen und die Zeit zählt die Uhr in jedem Fall weiter.
Bahnen, Strecke und Lagen im Becken
Im Becken zählt die Uhr nicht die Strecke, sondern die Wenden, und rechnet die Strecke aus Bahnen mal Beckenlänge. Huawei beschreibt das so auf einer Supportseite, COROS schreibt, die Distanz werde mit dem Kompass der Uhr berechnet, der die Wende an der Wand erkenne. Daraus folgen die typischen Fehler: Eine Wende, die die Uhr nicht erkennt, kostet eine Bahn, und ein Lagenwechsel oder eine Pause mitten in der Bahn kann als Wende gelten.
Die gründlichste aktuelle Studie dazu stammt von 2024 und prüfte neun Uhren mit Schwimmmodus in einem 50-Meter-Becken. Bei 400 Metern Kraul maßen sieben der neun die Strecke exakt; zwei lagen bei einem Durchgang einmal bei 450 statt 400 Metern. Bei 200 Metern Lagen mit Wechsel alle 50 Meter, also an der Wand, waren sechs von neun exakt, eine Uhr lag im Mittel bei 483 Metern. Bei Lagenwechseln alle 25 Meter, also in der Mitte der Bahn, maß keine Uhr die Strecke richtig; der Fehler lag zwischen 41,7 und 91,7 Prozent. Die Autoren schreiben, der Wechsel in der Mitte sei meist als Beginn einer neuen Bahn gezählt worden.
| Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|
| 400 m Kraul | 7 von 9 Uhren exakt; Fitbit und Polar je einmal 450 m |
| 200 m Lagen, Wechsel an der Wand | 6 von 9 exakt; Amazfit 8,33 %, Fitbit 16,67 %, Polar 141,67 % Fehler |
| 200 m Lagen, Wechsel in der Bahnmitte | keine Uhr richtig; Apple, Huawei, Samsung je 50 %, zwei Garmin-Uhren und Polar je 91,67 % Fehler |
| Zugzahl bei 400 m Kraul, Video als Referenz | 0,43 % (Samsung) bis 29,45 % (Polar) Fehler |
Ältere Studien zeigen ein ähnliches Bild. Eine Studie von 2017 mit einer frühen Schwimmuhr von Garmin und 1.500 Metern in allen Lagen mit zehn nationalen Schwimmern in einem 25-Meter-Becken bei 29 Grad fand 99,5 Prozent der Strecke; es fehlten drei Bahnen, alle im Kraul. Die Lage erkannte die Uhr insgesamt zu 95,4 Prozent, bei einem Schwimmer aber auf 14 von 16 Bahnen Brust als Rücken. Die Zugzahl wich fast immer signifikant ab. Die Zeiten je Bahn waren am Anfang und am Ende eines Intervalls ungenauer als in der Mitte, also gerade dort, wo man abstößt oder anschlägt. Eine Studie zu einer Schwimmbrille mit Display fand 99,7 Prozent richtig erkannte Lagen und 99,8 Prozent richtig gezählte Bahnen, ohne Schmetterling und Übungen; sie wurde vom Hersteller mitfinanziert. Ein Sensor am Hinterkopf unterschätzte in einer anderen Studie die Strecke und erkannte Übungen nicht. Er lag dort bei der Zeit je Lage um 51 Prozent daneben. Die Studien prüfen meist erfahrene oder sogar nationale Schwimmer; wie sich die Uhren bei weniger sauberer Technik schlagen, ist kaum untersucht. Die Studie zum Brustschwimmen von 2022 fand bei einem Schwimmer mit schwacher Technik einen Ausreißer von 500 Metern zu viel, während die Garmin-Uhr bei 500 Metern im Mittel nur 0,42 Prozent danebenlag.
Die Hersteller geben dazu Hinweise, die sich mit den Studien decken. Garmin rät, jede Bahn in einer Lage zu schwimmen, sich kräftig von der Wand abzustoßen und vor dem ersten Zug kurz zu gleiten; die Lage erkennt die Uhr laut Garmin erst am Ende einer Bahn. COROS rät zu Rollwenden für eine genaue Strecke und schreibt, Übungssätze erkenne die Uhr nicht automatisch. Huawei schreibt, häufige Lagenwechsel innerhalb einer Bahn könnten zu ungenauen Daten führen, Schwimmhilfen wie Brett und Flossen würden nicht unterstützt, und empfiehlt ein Standardbecken von 25 oder 50 Metern. Auch beim Funktionsumfang gibt es Unterschiede: In der Studie von 2024 zeigte die Apple Watch den SWOLF-Wert nur als Durchschnitt und die Lage nicht je Bahn, eine Garmin-Uhr erkannte keine Lage. Amazfit nennt im Handbuch einer eigenen Uhr Freistil, Brust und Rücken als erkannte Lagen, Schmetterling nicht.
Automatische Erkennung und Echtzeit-Anzeige
Viele Uhren erkennen das Schwimmen von selbst. Apple schreibt, die Uhr erkenne bei Trainings wie Gehen, Laufen und Schwimmen, wenn man sich bewege, und fordere dazu auf, die Trainings-App zu starten. Wie zuverlässig das ist, hat eine Studie von 2019 mit Fitnessarmbändern von Fitbit und Garmin geprüft: mit drei Modellen von Fitbit und einem von Garmin, Schwimmen wurde dort in 87,5 Prozent der Fälle erkannt, die Dauer lag aber im Mittel um 26,9 Prozent daneben. Wer die Einheit vollständig erfassen will, startet das Schwimmprofil also besser selbst, mit der richtigen Bahnlänge.
Eine andere Frage ist, ob man die Werte im Wasser überhaupt sieht. Mit der Uhr am Handgelenk muss man den Arm drehen, und das stört den Zug. Eine Schwimmbrille mit Display zeigt die Werte im Brillenglas, und eine Studie von 2026 mit 57 Freizeitschwimmern über zwölf Wochen fand, dass Schwimmer mit dieser Echtzeit-Rückmeldung die geplante Trainingslänge besser einhielten; bei der Intensität der Intervalle lag die Einhaltung in einem der Trainingspläne bei 69 gegen 58 Prozent. Die Studie stammt aus derselben Arbeitsgruppe, die mit dem Hersteller der Brille zusammenarbeitet. Der Hersteller schreibt, ein Brustgurt sei genauer, habe aber keine Anzeige in Echtzeit. Teile der Funktionen der Brille setzen laut einer Antwort des Herstellers auf eine Kundenbewertung ein Abonnement voraus; den Umfang hat diese Seite nicht geprüft.
Für die meisten Freizeitschwimmer ist die Anzeige im Wasser kein Muss. Garmin beschreibt, wie der Gurt in den Pausen Durchschnitt und Maximum der letzten Bahn an die Uhr sendet, und das genügt, um zwischen den Intervallen nachzusehen. Wer nach Puls schwimmt und die Intensität während der Bahn steuern will, braucht dagegen eine Anzeige, die man ohne Unterbrechung sieht, und das leistet am ehesten eine Anzeige am Kopf; Huawei nennt für ein eigenes Fitnessband immerhin die Herzfrequenz unter den Werten, die beim Schwimmen angezeigt werden.
Bahnlänge und Übungen richtig einstellen
Die wichtigste Einstellung vor dem Schwimmen ist die Bahnlänge, und sie ist zugleich die häufigste Fehlerquelle. Garmin schreibt, die Poolgröße müsse richtig angegeben sein, damit eine genaue Distanz angezeigt werde. Amazfit rät, die Bahnlänge bei jedem Wechsel des Beckens neu einzustellen. Apple lässt die Beckenlänge vor dem Start festlegen und die Einheit ändern. Die Optionen unterscheiden sich: Polar nennt 25 und 50 Meter als Standard und 20 Meter als Mindestlänge, COROS 25, 50 und 33,3 Meter oder eine eigene Länge in Metern oder Yards, Huawei bis 60 Meter bei Uhren und 15 bis 60 Meter bei Bändern.
Übungen, also Beinschlag mit Brett, Technikübungen oder Gehen im Wasser, verwirren die Bahnzählung. Garmin bietet dafür eine manuelle Übungsaufzeichnung, die nur im Becken verfügbar ist; COROS einen manuellen Drill-Modus. Garmin schreibt außerdem, eine Pause werde automatisch erkannt, wenn man länger als 15 Sekunden stehe. Wer Übungen schwimmt, ohne den Modus zu wechseln, muss mit falschen Bahnen rechnen. Für Apple fand sich auf den gelesenen Seiten keine Angabe zu einem eigenen Übungsmodus.
Züge und SWOLF: Werte, die sich nicht vergleichen lassen
Viele Uhren zählen die Züge und berechnen daraus einen Wert, den die Hersteller SWOLF nennen. Garmin definiert ihn als Zeit für eine Bahn plus Zahl der Züge: 30 Sekunden und 15 Züge ergeben 45. Polar rechnet gleich und nennt als Beispiel 30 Sekunden und 10 Züge, also 40. Garmin zählt einen Zug laut Handbuch jedes Mal, wenn der Arm, an dem die Uhr sitzt, eine vollständige Bewegung macht; die Züge des anderen Arms zählt die Uhr nicht.
Vergleichen lassen sich die Werte trotzdem nicht. Im Freiwasser rechnet Garmin den SWOLF-Wert auf eine Strecke von 25 Metern, Amazfit auf 100 Meter; derselbe Schwimmer bekommt also bei zwei Herstellern völlig verschiedene Zahlen. Polar schreibt selbst, es ergebe keinen Sinn, den eigenen SWOLF-Wert mit dem anderer Personen zu vergleichen. Und die Zugzahl, auf der der Wert beruht, lag in der Studie von 2024 je nach Uhr zwischen 0,4 und 29,5 Prozent daneben. Garmin zählt dabei nur die Züge des Arms mit der Uhr. Huawei weist auf einer Seite zu ungenauen Schwimmwerten zudem darauf hin, die letzte Bahn habe möglicherweise weniger als drei Züge. Als Verlauf für sich selbst, mit derselben Uhr im selben Becken, kann der Wert nützen; als Vergleich mit anderen nicht.
Freiwasser: GPS bei jedem Zug verloren
Im Freiwasser misst die Uhr die Strecke mit GPS, und das stößt an eine physikalische Grenze, die die Hersteller offen nennen. COROS schreibt, die Uhr verliere jedes Mal das GPS-Signal, wenn die Hand ins Wasser eintauche, weil GPS-Signale nicht unter Wasser reichten. Suunto schreibt dasselbe, und Polar, die Route werde aus den GPS-Daten gefiltert, die entstehen, wenn die Hand außerhalb des Wassers oder knapp darunter sei, weshalb die Daten für dieselbe Route von Tag zu Tag variieren könnten.
Eine begutachtete Studie, die die Streckenmessung handelsüblicher Schwimmuhren im Freiwasser prüft, fand sich nicht. Eine Übersichtsarbeit von 2026 schreibt, die Belege zu GPS im Freiwasser stammten überwiegend aus Surfen, Segeln und Wasserski, und ihre Aussagekraft sei begrenzt. Die 20 eingeschlossenen Arbeiten betrafen vor allem Surfen, Segeln, Wasserski, Windsurfen, Kitesurfen und Stand-up-Paddling. Ein Fachblogger, der 2021 ein Dutzend Uhren über drei Wochen im Freiwasser gegen eine Uhr auf einer Boje prüfte, schrieb, viele aktuelle Uhren lägen inzwischen bei plus minus ein bis drei Prozent, früher bei 15 bis 20; nach Wassertreten fügten manche Uhren Phantomstrecken hinzu. Das ist ein Praxistest eines Einzelnen, keine Studie. Wie stark die geschwommene Strecke von der ausgeschriebenen abweichen kann, zeigt eine Studie mit Elite-Schwimmern bei einem Rennen über zehn Kilometer: Mit einem eigenen GPS-Gerät gemessen legten sie im Median 10.262 Meter zurück. Auch eine perfekt messende Uhr zeigt im Freiwasser also selten genau die Distanz der Ausschreibung.
Für Freiwasserschwimmer gibt es zwei praktische Hinweise. COROS schreibt, die Uhr unter der Badekappe oder an einer Boje liefere eine genauere GPS-Spur, dann aber womöglich keinen Puls und keine Züge. Im Freiwassermodus nennt COROS Datenfelder für den aktuellen Puls, den Durchschnitt, den Puls je Runde und den durchschnittlichen SWOLF-Wert. Und mehrere Hersteller erkennen im Freiwasser nur Freistil: COROS und Polar schreiben das ausdrücklich. Garmin nennt den HRM-Tri in der Anleitung vorrangig für das Freiwasserschwimmen vorgesehen und nur gelegentlich für das Becken. Eine Schwimmbrille mit Display liefert laut Hersteller GPS-Distanz und Tempo nur gekoppelt mit einer Apple- oder Garmin-Uhr und hat einen Kompass, der beim Geradeausschwimmen helfen soll.
Triathlon: vom Wasser auf das Rad
Für Triathleten stellt sich die Frage nach dem Puls im Wasser mit besonderem Gewicht, weil derselbe Sensor danach auf dem Rad und beim Laufen messen soll. Garmin hat dafür den HRM-Tri, den die Anleitung vorrangig für das Freiwasserschwimmen vorsieht, und der Merkmalstext des Forerunner 965 beschreibt eigene Profile für Triathlon, Duathlon und Swimrun, bei denen man mit einem Knopfdruck zwischen den Sportarten wechselt. Polar nennt für die Vantage M3 über 150 Sportprofile.
Eine Studie von 2024 hat zehn aktuelle Uhren genau unter dem Blick des Triathlons geprüft: Puls auf dem Laufband, Strecke beim Laufen und Radfahren, Bahnen und Züge im Becken. Für den Puls im Wasser liefert sie keine Daten, weil sie ihn nur auf dem Laufband maß; dort lag der mittlere Fehler der Uhren zwischen 3,1 und 8,3 Prozent. Für das Becken zeigt sie, dass die Uhren Kraul zuverlässig zählen und Lagenwechsel nicht. Für einen Triathlon, der im Freiwasser und im Kraul geschwommen wird, ist das die günstigere Situation.
Das schwierigere Problem ist die Strecke im Freiwasser. Wie oben beschrieben, verliert die Uhr bei jedem Zug das GPS-Signal, und eine begutachtete Studie zur Strecke fand sich nicht. Wer im Wettkampf auf das Tempo im Wasser achtet, kann sich deshalb eher auf die Zeit als auf die angezeigte Distanz verlassen. Welche Laufuhren im Cluster Multisport-Profile und Gurte mit Speicher unterstützen, zeigt der Vergleich der Laufuhren.
Warum der Puls beim Schwimmen niedriger liegt
Wer nach Pulszonen vom Laufen schwimmt, wird überrascht sein: Im Wasser erreicht man sie oft nicht. Mehrere Studien haben den Maximalpuls beim Schwimmen und beim Laufen verglichen, und alle fanden ihn im Wasser niedriger. Die Größe des Unterschieds schwankt aber stark.
| Studie | Teilnehmende | Befund |
|---|---|---|
| Olstad et al. 2019 | 12 Elite-Schwimmer, Stufentests | beim Schwimmen 6,7 Schläge niedriger als beim Laufen (199,9) |
| Hauber et al. 1997 | 11 Fitnessschwimmer | Spitzenpuls 174 beim Schwimmen, 183 auf dem Laufband |
| DiCarlo et al. 1991 | 34 Personen, Schwimmen am Zugseil | 11 Schläge unter dem Laufband, 13 unter 220 minus Alter |
| Meadley et al. 2021 | 14 Rettungssanitäter | 162 beim Schwimmen, 186 beim Laufen, 13 % niedriger |
| Rodríguez 2000 | Wettkampfschwimmer, 400 m maximal | höchster Puls beim Laufen, dann Rad, dann Schwimmen |
Was daraus folgt, sehen die Autoren unterschiedlich. Die Studie von 1991 empfiehlt, den Maximalpuls vom Laufband oder aus der Altersformel für das Schwimmen um 12 Schläge zu verringern. Die Studie von 1997 fand dagegen, dass der Puls bei gleicher Sauerstoffaufnahme ähnlich war, und hielt die Zielbereiche vom Land für Fitnessschwimmer für angemessen. Die Studie von 2019 mit Elite-Schwimmern empfiehlt sportartspezifische Tests; eine Ko-Autorin arbeitet bei Polar. Eine Übersichtsarbeit über den Körper im Wasser schreibt, kaltes Wasser beeinflusse den Puls, nicht aber das Herzzeitvolumen, und eine geringere Muskeldurchblutung senke die maximale Sauerstoffaufnahme.
Für die Uhr heißt das: Die Zonen, die sie nach 220 minus Alter oder nach einem Lauftest einstellt, passen im Wasser womöglich nicht. Wer nach Puls schwimmt, kann eigene Zonen für das Schwimmen anlegen, sofern die Uhr das erlaubt, oder einen Test im Wasser machen. Nach der Studie von 1991 läge die oberste Zone eines 40-Jährigen, dessen Uhr 180 als Maximum annimmt, im Wasser bei einem Maximum von 168; nach der Studie von 1997 bliebe sie, wo sie ist. Welcher Ansatz für den Einzelnen passt, lässt sich nur mit einem Test im Wasser klären. Eine Längsschnittstudie mit Wettkampfschwimmern fand zudem über sechs Monate mit zehn Schwimmern nur einen kleinen bis mäßigen Zusammenhang zwischen der Zeit in Pulszonen und der geplanten Intensität, und die Autoren schreiben, innere und geplante Intensität ließen sich nicht gleichsetzen. Die Zusammenhänge lagen dort zwischen 0,14 und 0,42. Wie die Uhren im Cluster ihre Zonen festlegen, beschreibt der Vergleich der Laufuhren.
Tauchreflex und Atemanhalten
Beim Schwimmen hält man immer wieder kurz die Luft an, und der Körper kennt darauf eine Reaktion: den Tauchreflex mit langsamerem Puls. Ob er beim gewöhnlichen Schwimmen eine Rolle spielt, ist nach den gelesenen Studien nicht eindeutig. Eine kleine Laborstudie von 1990 mit vier Personen und simuliertem Schwimmen fand, dass der Puls bei Belastung auch beim Atemanhalten weitgehend erhalten blieb. Eine Studie von 2024 fand bei Atemanhalten während einer Belastung an Land einen Tauchreflex mit verlangsamtem Puls, bei schnellen Wettkampfschwimmern aber verzögert und abgeschwächt. Der tiefste Puls lag bei den schnelleren Schwimmern im Mittel um 15,9 Schläge höher.
Eine Studie von 2026 verglich maximales Unterwasserschwimmen über 25 Meter mit Schwimmen an der Oberfläche und fand keine signifikanten Unterschiede beim Puls. Für Freizeitschwimmer mit Pulsuhr lässt sich daraus keine sichere Aussage ableiten; eine Studie, die den Tauchreflex mit Messfehlern optischer Sensoren beim Schwimmen verbindet, fand sich nicht. Wer bei langen Tauchphasen einen auffällig niedrigen Puls auf der Uhr sieht, sollte zuerst an einen Messausfall denken.
Schwimmen mit Herzerkrankung
Für Menschen mit Herzerkrankung hat das Wasser eine eigene Wirkung, die die Deutsche Herzstiftung 2025 beschrieben hat. Der Wasserdruck verteile das Blut aus Armen und Beinen in die Körpermitte, wodurch die Vorlast des Herzens steige. Die Herzstiftung rät, das Becken langsam zu betreten, auf die Reaktion des Körpers zu achten und nicht mit einem Kopfsprung zu beginnen. Beim Verlassen des Wassers reagiere der Körper mit einem Anstieg der Herzfrequenz, meist um höchstens 20 Prozent. Wer schwimmen wolle, solle das vorher mit dem Arzt besprechen. Die Aussagen stammen von PD Dr. Felix Post, den die Herzstiftung in ihrer Pressemitteilung als Experten zitiert.
Für die Pulsuhr folgt daraus vor allem Vorsicht bei der Deutung. Eine Uhr, die im Wasser in einer Studie im Mittel 57 Schläge zu niedrig anzeigte, ist kein verlässlicher Wächter für Grenzen, die ein Arzt vorgegeben hat. Wer nach ärztlichen Pulsgrenzen schwimmt, braucht einen Sensor, der im Wasser nachweislich näher misst, und sollte die Werte nach der Einheit prüfen, nicht während. Was Uhren mit EKG-Funktion leisten und was nicht, steht auf der Seite zu EKG und Herzrhythmus.
Wasserdichtigkeit: was ATM, Meter und ISO 22810 bedeuten
Fast jede Sportuhr ist laut Hersteller zum Schwimmen geeignet, aber die Angaben dafür sind uneinheitlich. Die einschlägige Norm ist ISO 22810 von 2010 für wasserdichte Uhren, die laut der Normungsorganisation ISO Uhren für den täglichen Gebrauch und das Schwimmen abdeckt und die frühere ISO 2281 ersetzt. Für Taucheruhren gilt eine eigene Norm, ISO 6425, die Uhren für Tauchgänge von mindestens 100 Metern Tiefe betrifft. Bemerkenswert ist ein Satz aus der Mitteilung der ISO zur neuen Norm: Hersteller dürften erstmals Prüfungen und Stichprobenplan selbst wählen, sofern das Endprodukt die Anforderungen erfülle.
Die Meterangabe auf einer Uhr meint keine Tauchtiefe. Polar schreibt, die Wasserdichtigkeit werde in der Uhrenindustrie als Meter Wassersäule angegeben, also als statischer Druck in dieser Tiefe, und bei Bewegung im Wasser sei der dynamische Druck größer als der statische. Garmin schreibt, auch in einer Tiefe, für die ein Gerät klassifiziert sei, könne Wasser eindringen, wenn bei einer Aktivität mehr Druck entstehe. Garmin übersetzt die Klassen deshalb in Tätigkeiten.
| Klasse | Definition laut Garmin | Geeignet für |
|---|---|---|
| IPX7 | Eindringen von Wasser in 1 m Tiefe bis zu 30 Minuten | Spritzwasser, Regen, Schnee, Duschen |
| 1 ATM | Druck wie in 10 m Tiefe | Spritzwasser, Regen, Schnee, Duschen |
| 3 ATM | Druck wie in 30 m Tiefe | zusätzlich Springen ins Wasser |
| 5 ATM, Schwimmen | Druck wie in 50 m Tiefe | zusätzlich Schwimmen, Eintauchen, Schnorcheln |
| 10 ATM | Druck wie in 100 m Tiefe | zusätzlich Wassersport mit hoher Geschwindigkeit |
| Tauchen | nach EN 13319 geprüft | Sporttauchen |
Apple schreibt zur eigenen Uhr, sie sei wassergeschützt, jedoch nicht wasserdicht. Die Apple Watch ab Series 2 sei nach ISO 22810 bis 50 Meter wassergeschützt und für Aktivitäten im flachen Wasser wie Schwimmen im Pool oder im Meer geeignet, die Ultra bis 100 Meter und für Sporttauchen bis 40 Meter. Die Ultra ist laut Apple außerdem konform mit der Norm EN 13319, die Garmin für die eigene Klasse Tauchen nennt. Die Wasserbeständigkeit sei nicht dauerhaft, könne mit der Zeit abnehmen und lasse sich nicht erneut prüfen oder wiederherstellen. Polar schreibt, jedes eigene Produkt mit Angabe der Wasserbeständigkeit werde vor der Lieferung unter hydrostatischem Druck geprüft, und rät, unter Wasser keine Tasten zu drücken. Polar ordnet die Angaben selbst in eine Tabelle: IPX7 schütze nur vor Spritzern und Regen, IPX8 sei das Minimum zum Baden und Schwimmen, 20, 30 und 50 Meter seien zum Schwimmen geeignet, und 100 Meter für häufigen Gebrauch im Wasser, aber nicht zum Gerätetauchen. Polar prüft nach eigener Angabe nach ISO 22810 oder IEC 60529. Die Begriffe sind also bei Polar und Garmin ähnlich, aber nicht gleich: Garmin führt IPX7 nur für Spritzwasser und Duschen, Polar nennt IPX8 als Minimum für das Schwimmen.
IPX7, IPX8, DIN 8310 und warum 3 ATM nicht 3 ATM ist
Neben den Uhrennormen tauchen auf Datenblättern auch die Schutzarten für elektrische Geräte auf, IPX7 und IPX8 nach der Norm IEC 60529. Nach einer Zusammenfassung eines Normteile-Herstellers bedeutet die Ziffer 7 Schutz bei zeitweiligem Eintauchen bis zu 30 Minuten in einem Meter Tiefe, die Ziffer 8 Schutz bei andauerndem Eintauchen von mindestens 30 Minuten und mindestens einem Meter, nach Vereinbarung. Anders als bei anderen Ziffern schließen 7 und 8 die niedrigeren Grade nicht automatisch ein. Den Normtext selbst konnte diese Seite nicht einsehen. Apple stufte die erste Generation der eigenen Uhr nach dieser Norm als IPX7 ein und riet vom Untertauchen ab.
Für Uhren gibt es außerdem eine deutsche Norm, DIN 8310 von 1984 zur Wasserdichtheit von Kleinuhren, die der Normenverlag DIN Media als aktuell führt. Auf sie berief sich die Anleitung eines Brustgurts, den Aldi verkauft hat: wasserdicht bis 3 bar, geprüft nach DIN 8310 mit Luftüberdruck, aber in der Tabelle derselben Anleitung „Duschen Nein“ und „Baden/Schwimmen Nein“. Sigma nennt für einen Pulscomputer dagegen 3 ATM und „zum Schwimmen geeignet“, Garmin für 3 ATM das Springen ins Wasser, aber nicht das Schwimmen, und COROS für den eigenen Armsensor mit 3 ATM Regen, aber kein Schwimmen.
Die Ziffer allein reicht also nicht. Maßgeblich ist, welche Tätigkeit der Hersteller für sein Gerät nennt, und die steht in der Anleitung, nicht auf dem Datenblatt einer Verkaufsseite. Wie unzuverlässig diese Datenblätter sind, zeigt der Vergleich der Laufuhren: Dort nennt das Datenblatt einer Uhr, die Garmin ausdrücklich für das Schwimmen freigibt, eine wasserdichte Tiefe von einem Meter. Stiftung Warentest unterzieht Uhren, die als wasserfest beworben werden, nach eigener Beschreibung einem Tauchtest; eine Prüfung der Pulsmessung im Wasser nennt die Methode nicht.
Pflege nach dem Schwimmen
Chlor und Salz setzen Uhren und Gurten zu, und die Hersteller geben genaue, aber nicht einheitliche Hinweise. Garmin rät, die Uhr nach Kontakt mit Chlor- oder Salzwasser mit klarem Wasser abzuspülen. Zum HRM-Tri schreibt Garmin, man solle den Gurt von Hand waschen, wenn er mit Chlorwasser oder anderen Schwimmbadchemikalien in Berührung gekommen sei. Apple rät, die Uhr nach dem Schwimmen vorsichtig unter leicht fließendem, warmem, sauberem Wasser abzuspülen und weder Wärme noch Druckluft oder Sprays zum Trocknen zu verwenden. Polar rät, die Uhr nach jeder Einheit mit milder Seifenlösung unter fließendem Wasser abzuwaschen, die Ladekontakte sauber zu halten und die Uhr nicht feucht zu laden.
Bei der Seife widersprechen sich die Hersteller. Polar und Suunto empfehlen eine milde Seife, Suunto für Gehäuse und Band nach dem Schwimmen mit lauwarmem Wasser. COROS rät dagegen, beim Duschen den Kontakt mit Seife und Duschgel zu meiden, weil sie die Dichtungen beschädigen könnten, und die Uhr nach jedem Schwimmen mit klarem Wasser abzuspülen; Sauna, Whirlpool und Dampfbad seien zu meiden. Apple rät ebenfalls von Seife ab. Apple nennt ausdrücklich das Duschen und Baden als Situationen, in denen die Uhr nicht mit Seife oder Seifenwasser in Kontakt kommen soll; Garmin führt das Duschen dagegen schon ab IPX7 als geeignete Tätigkeit. Wer eine Uhr hat, folgt am besten der Anleitung ihres Herstellers. Suunto rät zum Schwimmen zudem zu einem Silikonarmband.
Für Gurte gibt Garmin eine eigene Regel: Die Gurte HRM-Tri, HRM-Pro und HRM-Pro Plus sollen nach jeder siebten Nutzung und nach jeder Nutzung im Schwimmbad von Hand gewaschen werden, der HRM-Swim nach jeder siebten Nutzung, mit höchstens 40 Grad warmem Wasser. Schweiß- und Salzrückstände könnten den Sensor dauerhaft schädigen. Suunto rät, Modul und Gurt nach jeder Nutzung mit Süßwasser abzuspülen.
Was Verbrauchertests beim Schwimmen prüfen
Wer sich auf Testergebnisse verlassen will, sollte wissen, was dort tatsächlich geprüft wird. Stiftung Warentest beschreibt die Methode ihres Tests von Smartwatches und Fitnesstrackern offen: Die Pulsmessung prüft sie mit drei Hobbysportlern beim Gehen, Laufen, Radfahren und in Ruhe gegen einen präzisen Brustgurt; Modelle, die als wasserfest beworben werden, unterzieht sie zusätzlich einem Tauchtest. Eine Prüfung der Pulsmessung im Wasser nennt die Methode nicht. Ein gutes Testurteil für die Pulsmessung sagt also nichts darüber, wie die Uhr im Becken misst.
Die Stiftung schreibt in ihrem Test zudem, die meisten dieser Wearables seien wasserdicht und zum Schwimmen geeignet. Das ist eine verbreitete Formulierung, die Apple für die eigene Uhr ausdrücklich vermeidet, weil sie wassergeschützt, aber nicht wasserdicht sei. Der Begriff wird also nicht einheitlich gebraucht, und wer eine Uhr zum Schwimmen sucht, liest besser die Tätigkeiten, die der Hersteller nennt. Ein eigener Test von Schwimmuhren fand sich weder bei der Stiftung noch bei den Verbrauchermagazinen in der Schweiz und in Österreich.
Ein älterer Test zeigt, dass Störungen bei der Funkübertragung kein neues Thema sind. Der Schweizer Kassensturz prüfte 2012 zehn Pulsmesser mit Gurt und berichtete von einem Modell, das empfindlich auf andere Pulsuhren und Hochspannungsleitungen reagierte; eine Testperson empfing den Puls des Joggers nebenan. Für das Wasser spielt das keine Rolle mehr, weil dort ohnehin nur die 5-Kilohertz-Technik sendet, Beurer schrieb später zu einem digitalen Modell, die Übertragung funktioniere nahezu störungsfrei, und die Uhr empfange nur das Signal des zugehörigen Senders.
Die Uhren und Sensoren im Cluster beim Schwimmen
Alle acht Laufuhren aus dem Vergleich der Laufuhren sind laut Hersteller zum Schwimmen geeignet, mit 5 ATM oder 50 Metern. Für keine von ihnen fand sich eine Studie zur Pulsmessung im Wasser. Wer mit einer dieser Uhren nach Puls schwimmen will, braucht deshalb einen Sensor, der im Wasser misst und speichert, und eine Uhr, die die Daten übernimmt. Bei den Garmin-Uhren sind das die eigenen Gurte mit Speicher, bei Polar der H10 oder der Verity Sense mit Brillenclip.
Bei den Uhren von Suunto, COROS und Amazfit ist die Lage enger. Suunto schreibt, die Speicherfunktion des eigenen Gurts funktioniere mit der Suunto Run nicht. COROS schreibt, der eigene Armsensor sei nicht für das Schwimmen gedacht und speichere keine Daten für danach. Für Amazfit fand sich keine offizielle Aussage zur Pulsmessung im Wasser. Unter den Brustgurten im Vergleich der Brustgurte schwimmen laut Hersteller der Polar H10, der Garmin HRM 600 und der Verity Sense mit; den Wahoo TRACKR nennt Wahoo nicht zum Schwimmen geeignet.
Ob man überhaupt einen Gurt braucht, hängt am Ziel. Für Bahnen, Strecke und Zeit genügt die Uhr. Für den Puls im Wasser ist sie nach den Studien unsicher, und die Entscheidungshilfe zu Uhr und Gurt ordnet das Schwimmen deshalb dem Gurt mit Speicher oder dem Sensor an der Schläfe zu. Den Überblick über alle Fragen gibt die Übersicht zu Pulsuhren.
Welcher Sensor zu welchem Schwimmer passt
Aus den Studien und Herstellerangaben lässt sich ableiten, welcher Messweg für welche Art des Schwimmens taugt. Die Zuordnung ist eine Zusammenfassung dieser Seite, keine Empfehlung für ein Produkt.
- Bahnen zählen, Zeit und Strecke im Blick: Die Uhr allein genügt, mit richtig eingestellter Bahnlänge und Kraul oder einer Lage je Bahn. Den Puls zeigt sie, aber er ist unsicher.
- Fitnessschwimmen nach Puls: ein Gurt mit Speicher unter dem Badeanzug oder ein Sensor an der Schläfe, dazu eigene Zonen für das Wasser, weil der Maximalpuls dort niedriger liegt.
- Triathlon und Freiwasser: ein Gurt, den der Hersteller für das Freiwasser vorsieht, und eine Uhr mit Multisport-Profil; für die Strecke eher auf die Zeit als auf die GPS-Distanz achten.
- Wettkampfschwimmen mit Intervallen: ein Sensor an der Schläfe, der in der Pilotstudie fast alle Daten erfasste, oder eine Anzeige am Kopf, wenn die Werte während der Bahn sichtbar sein sollen.
- Schwimmen mit Herzerkrankung: vorher ärztlich abklären, wie die Herzstiftung rät; die Uhr am Handgelenk ist im Wasser kein verlässlicher Wächter für Pulsgrenzen.
Für alle gilt, dass die Uhr am Handgelenk im Wasser nicht wertlos ist. Sie misst Strecke, Zeit und Bahnen meist gut, und ihr Puls kann einen groben Verlauf zeigen, besonders beim Brustschwimmen, für das eine Studie brauchbare Werte fand. Wer mehr will als einen groben Verlauf, braucht mehr als die Uhr.
Wo sich die Quellen widersprechen
- Polar zur Messung am Handgelenk. Auf einer Seite nicht empfohlen, auf einer anderen ausreichend für Durchschnitt und Zonen.
- Schläfensensor genau oder zu niedrig. Eine Studie mit einer Brille fand 1,0 Prozent Fehler, eine Pilotstudie mit einem Polar-Sensor einen signifikant niedrigeren Mittelwert. Die genaueste Studie stammt aus dem Umfeld des Herstellers.
- Die Referenz versagt. Der Brustgurt erfasste in einer Studie nur 58,98 Prozent der Daten und taugte in einer anderen ohne Badeanzug nicht als Referenz.
- Lagenerkennung bei Polar. Polar nennt Tempo und Distanz nach der Lagenerkennung genau, eine Polar-Uhr lag in einer Studie bei Lagen mit Wechsel an der Wand bei 141,67 Prozent Fehler.
- SWOLF im Freiwasser. Garmin rechnet auf 25 Meter, Amazfit auf 100 Meter.
- Zonen im Wasser. Eine Studie empfiehlt, 12 Schläge abzuziehen, eine andere hält die Zonen vom Land für angemessen.
- Seife. Polar und Suunto empfehlen milde Seife, COROS und Apple raten davon ab.
- Wasserdicht oder nicht. COROS nennt die eigenen Uhren „waterproof“ zum Schwimmen, Apple die eigene Uhr wassergeschützt, aber nicht wasserdicht, bei ähnlichem Einsatzbereich.
- 3 ATM. Bei Sigma zum Schwimmen geeignet, bei Garmin nicht, beim Aldi-Gurt mit 3 bar nicht einmal zum Duschen.
Was sich zum Schwimmen nicht belegen ließ
- Eine Studie zur Pulsmessung einer Apple Watch im Wasser.
- Eine begutachtete Studie zur GPS-Strecke handelsüblicher Schwimmuhren im Freiwasser.
- Die Speicherdauer des Suunto Smart Sensor.
- Eine offizielle Produktseite von Garmin zum HRM-Swim.
- Der Wortlaut der Norm IEC 60529 zu IPX8 aus der Norm selbst.
- Eine physikalische Begründung aus Fachquellen, warum Bluetooth und ANT+ unter Wasser versagen.
- Eine Aussage von Amazfit zur Pulsmessung im Wasser.
- Eine Studie, die Tauchreflex und Messfehler optischer Sensoren beim Freizeitschwimmen verbindet.
- Eine Lösung der Hersteller für den Sitz des Gurts bei Schwimmern ohne Oberteil.
- Ob die Laufuhren im Cluster eigene Pulszonen für das Schwimmen getrennt von denen für das Laufen erlauben.
- Welche Funktionen der Schwimmbrille mit Display nur im Abonnement verfügbar sind.
- Eine Studie zur Pulsmessung einer der acht Laufuhren aus diesem Cluster im Wasser.
Die Quellen dieser Seite
Alle Quellen wurden am 4. Oktober 2026 abgerufen, Studien als Abstract über PubMed, teils mit Volltext über Europe PMC.
- Olstad und Zinner 2020, PLoS ONE: Polar OH1 und M600 beim Kraulen
- Reynolds et al. 2026, Int J Exerc Sci: Pilotstudie Schwimmen
- Kits et al. 2026, J Sports Sci: Schwimmbrille mit Pulssensor
- López-Belmonte et al. 2023, Scand J Med Sci Sports: Verity Sense beim Schwimmen
- Cosoli et al. 2022, Sensors: Wearables für Schwimmer
- Budig et al. 2022, Sensors: Puls und Strecke beim Schwimmen
- Jacko et al. 2024, Sensors: Smartwatches im Triathlontraining
- Mooney et al. 2017, PLoS ONE: Schwimmuhren gegen Video
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- Shell et al. 2021, Int J Sports Physiol Perform: Sensor am Kopf
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- Meadley et al. 2021, Ergonomics
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- Paulev et al. 1990, Jpn J Physiol: Atemanhalten beim Schwimmen
- Fujii et al. 2024, Scand J Med Sci Sports: Tauchreflex
- Pendergast et al. 2015, Compr Physiol: Physiologie im Wasser
- Segovia-SanBenito et al. 2026, Eur J Sport Sci: Unterwasserschwimmen
- Sixsmith et al. 2023, Int J Sports Physiol Perform: Pulszonen bei Schwimmern
- Huang et al. 2026, Sensors: Pulsübertragung per Schall
- Garmin HRM 600, Herzfrequenz beim Schwimmen
- Garmin HRM-Pro Plus, Herzfrequenz beim Schwimmen
- Garmin HRM-Tri, Anweisungen
- Garmin, HRM-Swim Datenspeicher
- Garmin, Pflegehinweise für Brustgurte
- Garmin Forerunner 965, Benutzerhandbuch (Schwimmen, Pflege)
- Garmin, Definitionen der Wasserdichtigkeit
- Polar, Wasserbeständigkeit
- Polar, Leistungswerte für Schwimmen
- Polar H10, Nutzung im Wasser
- Polar, Vergleich der Herzfrequenz-Sensoren
- Polar, Pflege der Uhr
- Apple, Wasserbeständigkeit der Apple Watch
- Apple, Schwimmen gehen mit der Apple Watch
- Suunto, genaueres Schwimm-Tracking im Freiwasser
- Suunto, Smart Heart Rate Belt
- Suunto, Pflege von Uhr und Armband
- COROS, Open Water Swim
- COROS, Pool Swim
- COROS, Zubehör koppeln
- COROS, Reinigung und Pflege
- COROS, Heart Rate Monitor FAQs
- Huawei, ungenaue Werte beim Schwimmen
- Amazfit, Begriffe zum Beckenschwimmen
- FORM, Pulsmessung an der Schläfe
- ISO 22810:2010, wasserdichte Uhren
- ISO, Mitteilung zur Norm ISO 22810
- ISO 6425:2018, Taucheruhren
- DIN Media, DIN 8310:1984-12
- GANTER, IP-Schutzarten nach DIN EN 60529
- Beurer PM 70, Gebrauchsanweisung
- Sigma PC 15.11, Bedienungsanleitung
- Aldi/Crane, Bedienungsanleitung Herzfrequenzgurt
- Deutsche Herzstiftung, Schwimmen und Herz (24.06.2025)
- ZHAW, Den Puls von Hand richtig messen
- Paul Hartmann AG, Kontrolle von Puls und Blutdruck
- Stiftung Warentest, Smartwatches im Test
- DC Rainmaker, Praxistest GPS im Freiwasser (2021)
FAQ
Häufige Fragen
Misst eine Pulsuhr am Handgelenk beim Schwimmen genau?
Die Studien reichen von 3,29 Prozent Fehler beim Brustschwimmen bis 58,94 Prozent in reinen Schwimmphasen mit vier Lagen. Polar empfiehlt die Messung am Handgelenk beim Schwimmen auf einer Supportseite nicht, Suunto rät zum Brustgurt.
Funktioniert ein Brustgurt im Wasser?
Er misst, kann aber nicht über Bluetooth oder ANT+ senden. Er braucht einen Speicher, wie Garmin HRM 600, HRM-Swim, HRM-Tri oder Polar H10, oder die 5-Kilohertz-Übertragung von Polar. Er gehört unter den Badeanzug, sonst verrutscht er beim Abstoßen.
Warum ist mein Puls beim Schwimmen niedriger als beim Laufen?
Mehrere Studien fanden den Maximalpuls beim Schwimmen 6,7 bis 24 Schläge niedriger als an Land. Eine Studie empfiehlt, 12 Schläge abzuziehen, eine andere hält die Zonen vom Land für angemessen; am sichersten ist ein Test im Wasser.
Wie genau zählt eine Uhr die Bahnen?
Bei 400 Metern Kraul maßen in einer Studie sieben von neun Uhren exakt. Bei Lagenwechseln in der Bahnmitte lag keine Uhr richtig, weil der Wechsel als neue Bahn gezählt wurde. Wichtig ist die richtig eingestellte Bahnlänge.
Reichen 3 ATM zum Schwimmen?
Nicht unbedingt. Garmin nennt 3 ATM geeignet für Duschen und Springen ins Wasser, zum Schwimmen erst 5 ATM. Sigma nennt einen Pulscomputer mit 3 ATM zum Schwimmen geeignet. Maßgeblich ist die Tätigkeit, die der Hersteller angibt.