kaufebesser.deBesser kaufen
Ratgeber

Schlafsack-Test: Was Kassensturz, Saldo und ÖKO-TEST fanden

Schlafsack-Tests im Überblick: kein Warentest, Saldo 2021 misst an der Puppe, fünf von acht Säcken kälter als angegeben. Dazu Promobil, ÖKO-TEST, Lin 2013.

„Schlafsack test stiftung warentest“ steht unter den Suchvorschlägen, die Google zu diesem Thema anbietet. Die Antwort ist kürzer als die Frage: Einen eigenen Schlafsacktest hat die Stiftung Warentest nicht veröffentlicht, auf test.de findet sich nur eine Meldung über einen Test des Schweizer Konsumentenmagazins Saldo. Dieser Test, im April 2021 gemeinsam mit der SRF-Sendung Kassensturz erschienen, ist unter allen hier gesammelten Prüfungen die einzige frei zugängliche Messreihe, die für jedes Modell die Abweichung der gemessenen von der angegebenen Komforttemperatur in Grad veröffentlicht; gemessen wurde an einer beheizten Puppe. Acht Kunstfaserschlafsäcke waren dabei. Bei fünf lag die gemessene Komforttemperatur ungünstiger als deklariert, beim Vaude Navajo 100 Syn um 3,4 Grad. Diese Datenseite stellt alle unabhängigen Prüfungen zusammen, die sich finden ließen: Kassensturz und Saldo 2007, 2013 und 2021, ÖKO-TEST 2012, Promobil 2025, eine Laborstudie aus dem Jahr 2013 und eine Greenpeace-Stichprobe von 2016. Zu jeder steht, was gemessen wurde, mit welchem Verfahren und wie alt die Zahlen sind. Getestet hat kaufebesser selbst nichts; alle Quellen wurden am 19. Oktober 2026 abgerufen.

Was hier steht und was auf den Nachbarseiten

Diese Seite sammelt Messwerte und Testurteile. Was Komfort, Limit und Extrem nach der Norm bedeuten und wie die Werte entstehen, erklärt der Ratgeber zur Temperaturangabe beim Schlafsack. Welche Bauart zu welcher Nacht passt, ordnet die Übersicht der Schlafsäcke. Preise aus den Testtabellen sind bewusst nicht übernommen, und Sterne aus Amazon-Angeboten spielen für Laborwerte keine Rolle.

Wer Schlafsäcke überhaupt geprüft hat: die Testlage von 2007 bis 2025

Gesucht wurde bei der Stiftung Warentest, bei ÖKO-TEST, im Archiv von Kassensturz und Saldo, bei den Verbraucherorganisationen in Österreich, den Niederlanden und Belgien, bei Which? in Großbritannien, bei den Fachmagazinen outdoor, Promobil, ALPIN und Bergsteiger sowie bei US-Portalen wie OutdoorGearLab, Switchback Travel, Wirecutter und GearJunkie. Dazu kamen PubMed für Laborstudien und die Datenbanken der Produktsicherheit. Übrig bleiben sieben Prüfungen, die Schlafsäcke selbst untersucht haben und deren Ergebnisse sich lesen lassen. Die Tabelle stellt sie nach Jahr nebeneinander.

Unabhängige Prüfungen von Schlafsäcken mit lesbarem Ergebnis (Abruf 19.10.2026)
PrüfungJahrUmfangWas gemessen wurdeZugang
Kassensturz, Labor EMPA St. Gallen200712 Drei-Saison-Schlafsäcke, davon 9 Kunstfaser und 3 DauneWärmeisolation zwischen 0 und 5 °C, vor und nach fünf Wäschen; Funktion, Reißverschlüsse, Größe, GewichtArtikeltext frei, keine Tabelle verlinkt
ÖKO-TEST201215 Schlafsäcke mit Daune oder Kunstfaser, einer davon von der Bundeswehrnur Schadstoffe, keine WärmeText frei, Einzelnoten kostenpflichtig
Kassensturz und Saldo, Labor Hohenstein201310 Schlafsäcke für Frühling bis HerbstIsolation als Note für die Abweichung von der Deklaration, Einlaufen nach fünf Wäschen, Schlafkomfort in einer 5 °C kalten KlimakammerText und Bild-PDF frei
Lin u. a., Applied Ergonomics20134 Schlafsäcke, 10 VersuchspersonenNormwerte nach EN 13537 gegen das Empfinden von Menschen in der KlimakammerAbstract frei
Greenpeace, „Leaving Traces“201640 Outdoorprodukte, darunter 2 Schlafsäckeper- und polyfluorierte ChemikalienPDF frei
Kassensturz und Saldo, Labore Hohenstein und Ipi20218 Kunstfaserschlafsäcke, deklarierter Komfort 7 bis 12 °CWärmeisolation an der Puppe, Reißfestigkeit, Praxistest mit sechs PersonenText und Bild-PDF frei, Saldo-Artikel kostenpflichtig
Promobil, eigenes Verfahren202510 Modelle in 15 VariantenWärmebildkamera und Testschläfer, eigene Temperaturgrenzenfrei

In der Tabelle fehlt die Stiftung Warentest, weil sie keinen eigenen Schlafsacktest durchgeführt hat; was auf test.de zu finden ist, steht weiter unten in einem eigenen Abschnitt. Ebenfalls fehlen ALPIN und Bergsteiger: Deren Tests aus den Jahren 2004 bis 2008 sind nur über Zusammenfassungen eines Testportals belegt, Messwerte und Methode ließen sich nicht abrufen. Bei Konsument in Österreich, beim Consumentenbond und bei Test Achats fand sich kein Schlafsacktest, Which? leitete die Artikeladresse auf eine Übersicht ohne Schlafsäcke um, und Wirecutter sowie GearJunkie sperrten den Abruf.

Auffällig ist die Verteilung über die Zeit. Drei der sieben Prüfungen stammen von Kassensturz, zwei davon gemeinsam mit Saldo, zwei messen keine Wärme, und die jüngste Wärmemessung mit Puppe ist fünfeinhalb Jahre alt. Wer heute einen Schlafsack auf Amazon kauft, findet in keiner dieser Prüfungen das Modell, das er in den Warenkorb legt: Die getesteten Säcke stammen von Marken wie Deuter, Mammut, Vaude, Jack Wolfskin oder Quechua, das Angebot mit dem größten Bewertungspool dieser Recherche, ein SWTMERRY-Deckenschlafsack mit 15.141 Bewertungen, ebenso wie die Bestandsmodelle von Sportneer und SOULOUT von Marken, die in keinem der Tests vorkommen. Diese Lücke ist der wichtigste Befund dieser Seite, noch vor jeder einzelnen Zahl.

Kassensturz und Saldo 2021: Hohenstein-Puppe, Ipi-Labor und sechs Testpersonen

Am 13. April 2021 veröffentlichten Kassensturz und Saldo den Test von acht Kunstfaserschlafsäcken für Frühling und Herbst. Die deklarierte Komforttemperatur lag bei allen zwischen 7 und 12 Grad. Gekauft wurden die Säcke laut Tabelle bei Schweizer Onlineshops. Zwei deutsche Labore teilten sich die Arbeit. Die Hohenstein-Institute in Bönnigheim maßen als einzigen Prüfpunkt die Wärmeisolation, und zwar mit einer Wärmeisolationspuppe. Die Ipi-Institute in Stuttgart prüften die Reißfestigkeit von Außenmaterial, Innenfutter und Reißverschlüssen. Sechs Labormitarbeiterinnen und -mitarbeiter des Ipi bewerteten in einem Praxistest Schlafkomfort, Passform, Öffnen und Schließen, das Einklemmen von Stoff im Reißverschluss, das Ein- und Aussteigen sowie Einpacken und Komprimieren.

Eine Normnummer nennt der Bericht nicht. Er erklärt die drei Temperaturwerte aber mit den Personen, die aus der Norm bekannt sind: Der Komfortbereich gilt für „eine Durchschnittsfrau, 60 kg“, die nicht friert, der untere Grenzbereich für „den Durchschnittsmann, 70 kg“, der bis dahin schläft, ohne zu frieren, und der Extrembereich für die Normfrau an der Grenze zur Unterkühlung. Andere Quellen nennen für den Normmann 73 Kilogramm; der Normtext selbst ist nicht frei verfügbar, die Frage bleibt offen. Für den Test ist sie zweitrangig, denn verglichen wurde die gemessene Komforttemperatur mit der deklarierten.

Auf der Testtabelle steht auch die Gewichtung. Materialqualität zählt 30 Prozent, Wärmeisolation 15 Prozent, Schlafkomfort 30 Prozent, Verpackung und Transport 10 Prozent, Ein- und Aussteigen, Öffnen und Schließen sowie das Verklemmen des Reißverschlusses je 5 Prozent. Die Wärme, um die es bei einem Schlafsack zuerst geht, trägt damit weniger als ein Sechstel zur Gesamtnote bei. Dazu passt, dass Mammut und Deuter, die rund zwei Grad kälter waren als versprochen, trotzdem ein „gut“ bekamen.

Benotet wird nach Schweizer Skala: 6 ist die beste Note. Die Tabelle gibt die Stufen an, 5,5 bis 6 „sehr gut“, 4,8 bis 5,4 „gut“, 4 bis 4,7 „genügend“, 2,5 bis 3,9 „ungenügend“ und 1 bis 2,5 „schlecht“. Testsieger wurde der Trevolution Pak 1000 Comfort mit der Gesamtnote 5,2. Nur „genügend“ erhielten der Manor Sport Yellowstone 1300 und der Vaude Navajo 100 Syn, alle anderen „gut“.

Alle Einzelwerte auf dieser Seite stammen aus der zweiseitigen Testtabelle, die SRF als PDF bereitstellt. Die Datei enthält nur Bilder, keinen Text. Die Werte wurden deshalb aus der gerenderten Seite abgelesen, für diese Seite am 19. Oktober 2026 ein zweites Mal gegen die Rohkopie gelesen und dabei bestätigt. Eine maschinelle Prüfung per Textsuche ist bei einer Bild-PDF nicht möglich; wer die Werte nachprüfen möchte, muss die Tabelle selbst öffnen. Der Originalartikel von Saldo liegt hinter einer Bezahlschranke und wurde nicht gelesen.

Angegebene gegen gemessene Komforttemperatur, Modell für Modell

Die Testtabelle nennt je Modell die deklarierten Werte für Komfort, Grenzwert und Extrem sowie eine Zeile „Differenz Komforttemperatur real zu Deklaration“. Eine gemessene Komforttemperatur in Grad veröffentlicht sie nicht. Rechnet man die Differenz von der deklarierten Komforttemperatur ab, ergibt sich die Temperatur, bei der der Sack im Labor tatsächlich den Komfort erreichte. Das ist eine eigene Rechnung aus zwei veröffentlichten Zahlen, kein Wert, den Kassensturz oder Saldo so gedruckt haben. Die Grafik zeigt beide Werte übereinander.

Messwerte

Komforttemperatur je Modell: angegeben und aus der Labordifferenz zurückgerechnet (Kassensturz/Saldo 2021)

Angaben in Grad Celsius; ein höherer Wert heißt, der Schlafsack braucht eine wärmere Nacht

Trevolution · angegeben9Trevolution · aus Differenz9.6Quechua · angegeben10Quechua · aus Differenz6.546 Nord · angegeben1046 Nord · aus Differenz10Mammut · angegeben7Mammut · aus Differenz9.2Deuter · angegeben10Deuter · aus Differenz11.9Jack Wolfskin · angegeben7Jack Wolfskin · aus Differenz7.6Manor Sport · angegeben8Manor Sport · aus Differenz8Vaude · angegeben12Vaude · aus Differenz15.4
  • Trevolution · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 9 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Trevolution · aus Differenz: eigene Rechnung: 9 °C minus Differenz −0,6 °C laut Tabelle; kein veröffentlichter Messwert
  • Quechua · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 10 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Quechua · aus Differenz: eigene Rechnung: 10 °C minus Differenz +3,5 °C laut Tabelle; positives Vorzeichen heißt wärmer als deklariert
  • 46 Nord · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 10 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • 46 Nord · aus Differenz: eigene Rechnung: Differenz 0,0 °C laut Tabelle, Angabe getroffen
  • Mammut · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 7 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Mammut · aus Differenz: eigene Rechnung: 7 °C minus Differenz −2,2 °C laut Tabelle; kein veröffentlichter Messwert
  • Deuter · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 10 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Deuter · aus Differenz: eigene Rechnung: 10 °C minus Differenz −1,9 °C laut Tabelle; kein veröffentlichter Messwert
  • Jack Wolfskin · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 7 °C (Smoozip +3 Women); Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Jack Wolfskin · aus Differenz: eigene Rechnung: 7 °C minus Differenz −0,6 °C laut Tabelle; kein veröffentlichter Messwert
  • Manor Sport · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 8 °C; Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Manor Sport · aus Differenz: eigene Rechnung: Differenz 0,0 °C laut Tabelle, Angabe getroffen
  • Vaude · angegeben: deklarierte Komforttemperatur 12 °C (Navajo 100 Syn); Testtabelle Kassensturz/Saldo vom 13.04.2021, Seite 1, aus der Bild-PDF abgelesen
  • Vaude · aus Differenz: eigene Rechnung: 12 °C minus Differenz −3,4 °C laut Tabelle; der Artikeltext nennt „um 3,5 Grad zu optimistisch“

Grundlage: Testtabelle „Schlafsäcke im Test“ von Kassensturz und Saldo vom 13.04.2021, zwei Seiten, nur als Bild-PDF veröffentlicht. Die Werte wurden aus der gerenderten Seite 1 abgelesen und am 19.10.2026 an der Rohkopie ein zweites Mal gelesen; per Textsuche prüfbar sind sie nicht. Messinstitut für die Wärmeisolation: Hohenstein-Institute, Bönnigheim, mit Wärmeisolationspuppe; eine Normnummer nennt der Test nicht. Die Balken in der Grundfarbe zeigen die deklarierte Komforttemperatur laut Tabelle. Die hervorgehobenen Balken sind eine eigene Rechnung: deklarierter Wert minus die veröffentlichte Differenz. Eine negative Differenz bedeutet laut Tabelle, dass der Sack schlechter wärmt als angegeben, eine positive, dass er besser wärmt. Promobil- und outdoor-Werte sind hier bewusst nicht enthalten, weil sie mit einem anderen Verfahren entstehen.

Am oberen Ende steht der Vaude Navajo 100 Syn. Deklariert sind 12 Grad Komfort, die Differenz liegt bei −3,4 Grad, zurückgerechnet ergibt das rund 15 Grad. Der Artikel spricht von „3,5 Grad zu optimistisch“, die Tabelle von 3,4; der Unterschied ist vermutlich eine Rundung, maßgeblich ist der Tabellenwert. In einer Nacht mit 12 Grad, für die der Sack nach Etikett gemacht ist, hätte die Normfrau nach dieser Messung nicht mehr komfortabel geschlafen. Laut SRF zeigte sich der Hersteller über das Ergebnis verwundert.

Dahinter folgen Deuter Orbit +5° mit −1,9 und Mammut Nordic OTI Spring mit −2,2 Grad. Beim Mammut wird aus 7 Grad Komfort rechnerisch eine Nacht von gut 9 Grad, beim Deuter aus 10 Grad knapp 12. Trevolution und Jack Wolfskin liegen mit −0,6 Grad nahe an der Angabe. Ob eine Abweichung von gut einem halben Grad außerhalb der Messunsicherheit liegt, sagt die Tabelle nicht; eine Toleranz ist nirgends angegeben.

Zwei Säcke trafen ihre Deklaration genau, der 46 Nord Helium Camp und der Manor Sport Yellowstone 1300, beide mit 0,0 Grad. Einer war wärmer als versprochen: Der Quechua Camping Arpenaz 10 °C erreicht laut Tabelle eine um 3,5 Grad bessere Komforttemperatur, rechnerisch 6,5 statt 10 Grad. Er ist damit das Gegenbeispiel zum Vaude, mit dem gleichen Betrag in die andere Richtung. Wer aus dem Test nur mitnimmt, dass Hersteller zu warm deklarieren, hat die Hälfte der Tabelle überlesen.

Der Grenz- und der Extremwert wurden in der Tabelle nicht nachgemessen oder jedenfalls nicht veröffentlicht. Vier Modelle deklarieren gar keinen Extremwert: Trevolution, Quechua, Mammut und Manor lassen das Feld leer. Wer einen dieser Säcke nach seinem Limit kauft, findet im Test keinen Beleg, ob dieses Limit stimmt; belegt ist nur der Komfortwert.

Fünf von acht: zwei Zählungen aus derselben Tabelle

Der SRF-Artikel fasst das Ergebnis so zusammen: Die Temperaturangaben seien „bei fünf von acht Schlafsäcken sehr gut“. Wer die Differenzen zählt, kommt ebenfalls auf fünf von acht, aber mit umgekehrter Aussage: Fünf Säcke wärmen schlechter als deklariert. Beide Zählungen stimmen, sie messen nur Verschiedenes. Die erste zählt Noten, die zweite Vorzeichen.

Auf die Abweichung bezogen ist in der Tabelle die Note für die Wärmeisolation. Sechs bekamen der Quechua, der 46 Nord und der Manor, 5,5 der Trevolution und der Jack Wolfskin. Das sind die fünf „sehr guten“ Angaben, von denen SRF spricht. Unter ihnen sind zwei Säcke, die laut Differenz um 0,6 Grad schlechter wärmen als angegeben; die Skala behandelt diese kleine Abweichung offenbar noch als Treffer. Mammut kam auf 4,0, Deuter auf 4,3, beides „genügend“. Der Vaude erhielt 2,9 und lag damit im Bereich „ungenügend“.

Für die Leserin, die nach einem Schlafsack mit verlässlicher Angabe sucht, sind beide Lesarten nützlich, aber für verschiedene Fragen. Die Note beantwortet, ob die Abweichung so groß ist, dass sie ins Gewicht fällt. Das Vorzeichen beantwortet, in welche Richtung sich die Hersteller im Zweifel irren. Im Saldo-Feld irrten sich fünf in Richtung zu warm, einer in Richtung zu kalt, und zwei gar nicht. Das ist eine Stichprobe von acht Säcken aus dem Schweizer Handel, keine Aussage über alle Schlafsäcke.

Wie viel die Wärme an der Gesamtnote ändert, lässt sich aus der Gewichtung ausrechnen. Zwischen der Note 2,9 des Vaude und der Höchstnote 6 liegen 3,1 Notenpunkte, mal 15 Prozent ergibt das knapp einen halben Punkt in der Gesamtnote (eigene Rechnung). Der Vaude kam vor der Abwertung auf 4,6 und wäre auch mit perfekter Wärme nicht an den Testsieger herangekommen. Wer seine Wahl allein nach der Gesamtnote trifft, wählt also vor allem nach Material und Praxistauglichkeit.

Fünf und sieben Grad: die test.de-Fassung zu Mammut und Deuter

Die Stiftung Warentest hat den Saldo-Test am 28. Mai 2021 frei lesbar auf test.de wiedergegeben. Dort steht über Mammut und Deuter, sie versprächen etwas zu viel: Sie sollen bis zwei beziehungsweise fünf Grad warm halten, „man friert in ihnen aber schon bei fünf beziehungsweise sieben Grad“. Diese Zahlen tauchen in der Testtabelle nicht auf. Die zwei und fünf Grad sind dort die deklarierten Grenzwerte von Mammut und Deuter, die fünf und sieben Grad stehen nirgends.

Eine mögliche Herkunft ergibt sich, wenn man die Komfortdifferenz auf den Grenzwert überträgt: 2 Grad plus 2,2 ergeben 4,2, 5 plus 1,9 ergeben 6,9, gerundet fünf und sieben (eigene Rechnung). Ob test.de so gerechnet hat, ob Saldo im kostenpflichtigen Artikel einen eigenen Grenzwert veröffentlicht hat oder ob es sich um eine Rundung aus anderer Quelle handelt, lässt sich aus den frei zugänglichen Texten nicht klären. Gemessen und veröffentlicht ist nur die Differenz der Komforttemperatur.

Für die Praxis ändert die Unklarheit wenig an der Richtung, wohl aber an der Lesart. Wer die test.de-Meldung liest, glaubt, der Grenzwert sei nachgemessen. Wer die Tabelle liest, sieht, dass nur der Komfortwert geprüft wurde. Dieser Unterschied ist für den Kauf erheblich, weil Hersteller wie Deuter, Grüezi bag und Rab den Grenzwert in den Produktnamen schreiben. Der Deuter Orbit +5° trägt die fünf Grad seines Grenzwerts im Namen, sein Komfortwert liegt bei 10 Grad. Wer nach dem Namen kauft, plant mit einer Zahl, die im Test gar nicht geprüft wurde.

Auch bei anderen Marken steckt im Namen der Grenzwert. Bei Grüezi bag entspricht die Zahl im Namen dem Limit, beim Deuter Orbit 0° auf Amazon steht der Grenzwert im Titel und der Komfortwert von 5 Grad nur im Herstellerteil der Beschreibung, und Rab schreibt laut eigener Erklärung den Limitwert in den Produktnamen. Wie man im Angebot erkennt, welcher Wert gemeint ist, führt die Prüfanleitung für den Schlafsackkauf Schritt für Schritt aus.

Was 2021 neben der Wärme zählte

Wärme ist nur einer von sieben Prüfpunkten. Die Tabelle zeigt die drei schwersten Kriterien und das Verpacken, abgelesen aus beiden Seiten der Testtabelle. Unterpunkte wie die Reißfestigkeit einzelner Stoffe stehen im Text darunter.

Kassensturz/Saldo 2021: Hauptkriterien außer der Wärme (Note 6 = beste; aus der Bild-PDF abgelesen)
ModellMaterialqualität (30 %)Schlafkomfort (30 %)Verpackung, Transport (10 %)
Trevolution Pak 1000 Comfort4,95,45,0
Quechua Camping Arpenaz 10 °C5,54,43,9
46 Nord Helium Camp4,84,45,5
Mammut Nordic OTI Spring5,55,05,3
Deuter Orbit +5°5,25,15,2
Jack Wolfskin Smoozip +3 Women4,74,75,2
Manor Sport Yellowstone 13003,65,05,0
Vaude Navajo 100 Syn4,74,94,9

Der Testsieger gewann über den Schlafkomfort. Mit 5,4 hat der Trevolution dort den besten Wert im Feld, dazu die beste Note beim Öffnen und Schließen. Der Quechua dagegen verlor seine Spitzenwerte bei Material und Wärme in der Praxisprüfung: Für Personen unterschiedlicher Anatomie gab es die Note 1,0, für die Kompression 2,7 und für den Griff zum Tragen 3,5. Die test.de-Fassung fasst das als eng und ohne Kapuze zusammen. Laut SRF reichte es trotzdem für Rang zwei, gleichauf mit 46 Nord, Mammut und Deuter.

Beim Manor Sport Yellowstone 1300 fiel das Außenmaterial durch. Die Reißfestigkeit lag bei 2,0, laut SRF mit Abstand der schlechteste Wert im Test. Manor kündigte an, mit dem Lieferanten daran zu arbeiten. Acht Jahre zuvor hatte Manor laut SRF mit einer Eigenmarke noch den Testsieger gestellt; 2013 war das der bei Manor gekaufte NRG Idahoe 1300. Die Wärme dieses Sacks traf die Deklaration genau; abgewertet wurde er wegen des Stoffs.

Die Unterpunkte zeigen, wo sich die Säcke unterschieden. Bei den Reißverschlüssen bekamen Mammut und Deuter die Höchstnote 6,0, Manor und Vaude je 4,4. Das Innenfutter des Testsiegers erhielt mit 4,0 den schwächsten Wert seiner Spalte, das Außenmaterial des Jack Wolfskin ebenfalls 4,0. Im Schlafkomfort bewerteten die sechs Testpersonen Hautgefühl, Temperaturverteilung und Belüftung, Passform und die Frage, ob der Sack Personen unterschiedlicher Anatomie passt. Bei diesem letzten Punkt fielen drei Säcke ab: der Quechua mit 1,0, der 46 Nord mit 2,0 und der Jack Wolfskin Smoozip +3 Women mit 3,0. Der Jack Wolfskin ist als Damenmodell ausgewiesen; ob der Wert damit zusammenhängt, kommentiert die Tabelle nicht.

Ein- und Aussteigen bewerteten die Tester bei allen acht Säcken zwischen 5,1 und 5,3, das Öffnen und Schließen zwischen 4,2 beim Quechua und 5,6 beim Trevolution, das Verklemmen des Reißverschlusses zwischen 4,5 beim 46 Nord und 5,3. Wer die Unterpunkte liest, sieht mehr als die Gesamtnote: Ein Sack, der nicht jedem Körperbau passt, kann trotzdem ein „gut“ tragen, wie der 46 Nord zeigt.

Beide „genügenden“ Säcke wurden um 0,5 Notenpunkte abgewertet, der Manor von 4,8 auf 4,3 und der Vaude von 4,6 auf 4,1. Eine Begründung für die Abwertung nennt die Tabelle nicht. Auffällig ist, dass beide je ein Hauptkriterium im Bereich „ungenügend“ haben, der Manor die Materialqualität mit 3,6 und der Vaude die Wärmeisolation mit 2,9. Ob das die Regel ist, geht aus den veröffentlichten Unterlagen nicht hervor; es ist eine Beobachtung, keine belegte Methode.

Für den Kauf zeigt die Tabelle, dass ein Testsieg und eine verlässliche Temperaturangabe zwei verschiedene Dinge sind. Der Testsieger lag in der Wärme 0,6 Grad unter seiner Angabe, zwei andere Säcke trafen sie genau, und einer übertraf sie. Wer vor allem wissen will, ob der Sack hält, was das Etikett verspricht, liest die Zeile mit der Differenz und nicht die Gesamtnote.

Der Vaude Navajo 100 nach dem Test: was das heutige Angebot nennt

Ein Testergebnis gilt für das Modell, das im Labor lag. Auf Amazon ist im Oktober 2026 ein Vaude Navajo 100 II SYN als Deckenschlafsack gelistet, verkauft von Amazon selbst, mit sieben Bewertungen. Ob das „II“ eine überarbeitete Fassung des 2021 getesteten Navajo 100 Syn bezeichnet und was sich dabei geändert hat, sagt das Angebot nicht. Ein aktuelles Vaude-Datenblatt zum Navajo wurde für diese Seite nicht abgerufen; ob Vaude seine Angabe seit dem Test geändert hat, bleibt deshalb offen.

Was das Angebot nennt, ist aufschlussreich. Ein Stichpunkt spricht von einem „Temperaturbereich von 13 °C bis -2 °C“, ohne Komfort, Limit oder Extrem zuzuordnen und ohne Norm. Das Temperatur-Datenfeld zeigt „Kalt oder kühl: 8 C bis 15 C“, einen Auswahlwert aus dem Amazon-Katalog, der ohne Bezug zum Produkt vergeben wird und keine Angabe des Herstellers ist. Beim Gewicht steht im Stichpunkt 1.290 Gramm, im Datenfeld 890. Der Käufer bekommt also einen Bereich ohne Zuordnung, einen Katalogbaustein und zwei Gewichte.

Gegen das Testergebnis lässt sich dieses Angebot nicht prüfen. Die 13 Grad am oberen Ende des Bereichs könnten ein Komfortwert sein, die −2 Grad ein Extremwert; ebenso gut kann der Bereich ganz anders gemeint sein. Wer den Saldo-Test kennt, weiß nur, dass der Vorgänger in der Wärme 3,4 Grad unter seiner damaligen Komfortangabe von 12 Grad lag. Der Fall zeigt, warum ein fünf Jahre alter Test ein Indiz ist und kein Datenblatt. Wie sich Deckenschlafsäcke im heutigen Angebot unterscheiden, vergleicht die Seite zu den Deckenschlafsäcken mit Temperaturangabe und Herkunft.

Für die anderen sieben Modelle des Tests fand sich im Amazon-Angebot dieser Recherche kein direkter Nachfolger. Deuter ist mit einem Orbit 0° und einem Orbit SQ −5° vertreten, beide andere Modelle als der getestete Orbit +5°. Der Orbit SQ nennt im Titel −5 Grad und im Temperaturfeld den Katalogbaustein „Deep-Freeze“; ob die −5 Grad Komfort oder Limit sind, bleibt auf der Seite offen. Mammut, Jack Wolfskin und Quechua tauchten in den ausgewerteten Trefferlisten gar nicht auf.

Kassensturz 2013: zehn Schlafsäcke, vier unter der Zusage

Acht Jahre vor dem Test mit Hohenstein und Ipi hatte Kassensturz schon einmal Schlafsäcke ins Labor gebracht, ebenfalls gemeinsam mit Saldo und ebenfalls für die Saison von Frühling bis Herbst. Zehn laut Kassensturz meistverkaufte Modelle waren dabei, gekauft im Schweizer Handel. Das Labor Hohenstein wird im Text zitiert, Silke Off kritisierte, vor allem im Extrembereich stimmten die Angaben teilweise nicht. Den Schlafkomfort bewerteten sechs Testpersonen in einer Klimakammer mit 5 Grad.

Das Ergebnis im Wortlaut: „Vier der zehn getesteten Schlafsäcke erreichen die versprochenen Werte allerdings nicht.“ Gradgenau belegt ist nur ein Fall. Der 46 Nord Mount Cook schützt laut Bericht im Extremfall nicht bis minus 21 Grad, wie angegeben, sondern nur bis minus 16. Die Tabelle zum Test, ebenfalls eine Bild-PDF, enthält keine gemessenen Temperaturen, sondern Noten für die Isolation als Abweichung von der Deklaration.

Messwerte

Isolationsnote je Modell, bezogen auf die Abweichung von der Deklaration (Kassensturz 2013)

Angaben in Schweizer Notenpunkten, 6 = beste Note

NRG Idahoe 13004.3The North Face Blue Kazoo5Vaude Cheyenne 3504.2Deuter Trek Lite 2505.9Gelert Tryfan 300 DL SQ4.1McKinley X-treme Light 10005.5Mammut Sphere Spring5.546 Nord Mount Cook3.3Exped Versa 6005.6Trevolution Polarlite 1505.6
  • NRG Idahoe 1300: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 5,1, Testsieger
  • The North Face Blue Kazoo: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 5,0
  • Vaude Cheyenne 350: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,9
  • Deuter Trek Lite 250: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,9
  • Gelert Tryfan 300 DL SQ: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,8
  • McKinley X-treme Light 1000: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,8
  • Mammut Sphere Spring: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,8
  • 46 Nord Mount Cook: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,7; laut Artikeltext Extrembereich bis −16 statt deklariert −21 Grad
  • Exped Versa 600: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,7
  • Trevolution Polarlite 150: Testtabelle Kassensturz vom 27.05.2013, Spalte „Isolation (Differenz v. Deklaration)“, aus der Bild-PDF abgelesen; Gesamtnote 4,6

Grundlage: Testtabelle „Schlafsäcke im Test“ von Kassensturz vom 27.05.2013, nur als Bild-PDF veröffentlicht, Werte visuell abgelesen und am 19.10.2026 an der Rohkopie gegengelesen. Die Spalte heißt „Isolation (Differenz v. Deklaration)“ und geht mit 15 Prozent in die Gesamtnote ein. Gemessene Temperaturen enthält die Tabelle nicht; der einzige Gradwert steht im Artikeltext (46 Nord Mount Cook, Extrem −16 statt −21 Grad). Welche vier Modelle die Werte laut Text nicht erreichten, nennen weder Text noch Tabelle.

Vier Modelle liegen bei der Isolationsnote unter 5: der 46 Nord mit 3,3, der Gelert mit 4,1, der Vaude Cheyenne mit 4,2 und der NRG Idahoe mit 4,3 (eigene Zählung). Ob das genau die vier sind, die laut Text die versprochenen Werte verfehlen, geht aus den Unterlagen nicht hervor. Die Zahl passt, ein Beleg ist sie nicht. Die beste Isolationsnote bekam der Deuter Trek Lite 250 mit 5,9.

Testsieger wurde ausgerechnet der NRG Idahoe 1300, gekauft bei Manor, mit der Gesamtnote 5,1. Seine Isolationsnote von 4,3 gehört zu den vier schwächsten im Feld. Seine Stärken lagen beim Schlafkomfort mit 5,5, beim Einlaufen nach fünf Wäschen mit der Bestnote 6 und beim Wärmekragen mit 5,7. Die Gewichtung 2013 war ähnlich wie 2021: Materialqualität 25 Prozent, Isolation 15, Einlaufen nach fünfmaligem Waschen 10, Schlafkomfort 25, Reißverschluss, Kapuze, Wärmekragen, Transportsack und Funktion je 5.

Sieben der zehn Säcke erhielten ein „gut“, drei ein „genügend“: der 46 Nord Mount Cook, der Exped Versa 600 und der Trevolution Polarlite 150. Der Exped und der Trevolution hatten mit je 5,6 zugleich die zweitbesten Isolationsnoten, verloren aber bei der Materialqualität mit je 3,7. Auch 2013 sagt die Gesamtnote also wenig darüber, ob die Temperaturangabe stimmt.

Bei den Ausstattungsnoten von 2013 liegen die Schwächen woanders als bei der Isolation. Den Reißverschluss bewerteten die Tester beim Trevolution Polarlite 150 mit 3,5 und beim Mammut Sphere Spring mit 3,8, Kapuze und Wärmekragen des Vaude Cheyenne 350 mit 3,8 und 3,7, obwohl dieser Sack bei der Materialqualität die Bestnote 6 erhielt. Der Deuter Trek Lite 250, Bester bei der Isolation, kam im Schlafkomfort nur auf 4,5. Für den Polarlite kündigte die Migros laut SRF an, den Einsatz eines Klemmschutzbandes zu prüfen, damit der Reißverschluss den Stoff nicht mehr einklemmt. Ein Fachhändler rät im selben Beitrag, eine Isolationsmatte mitzunehmen, weil man ohne sie der Bodenkälte ausgeliefert sei.

Der Artikel von 2013 enthält zwei Aussagen, die beim Lesen Vorsicht verlangen. Er schreibt, die europäische Norm EN 13537 sei 2005 eingeführt worden; die Normkataloge, die für diesen Cluster ausgewertet wurden, belegen die Fassungen von 2002 und 2012, ein Datum des Inkrafttretens ist dort nicht zu finden. Und er schreibt, der Körper verliere „rund 30 %“ seiner Wärme über den Kopf, ohne Quelle. Ein Testbericht ist für seine Messung ein Beleg, für Nebensätze dieser Art nicht.

Kassensturz 2007: Isolation nach fünf Wäschen

Der älteste lesbare Test stammt vom 5. Juni 2007. Für Kassensturz prüfte die EMPA in St. Gallen zwölf Drei-Saison-Schlafsäcke, deren deklariertes Limit um null Grad lag. Neun waren mit Kunstfaser gefüllt, drei mit Daune. Gemessen wurde die Wärmeisolation im Bereich zwischen 0 und 5 Grad, dazu Funktion, Reißverschlüsse, Größe und Gewicht. Jeder Sack wurde fünfmal gewaschen, um zu sehen, wie stark die Isolation danach nachlässt. Eine Tabelle ist nicht verlinkt, Messwerte in Grad nennt der Text nicht.

Testsieger wurde der Daunenschlafsack Highlight Tropicana. Er isolierte am besten, war der kleinste und leichteste im Test und schwächelte nur beim Waschen, wo er 8,8 von 10 Punkten erreichte. Platz zwei ging an einen zweiten Daunensack, den Exped Ibis, Platz drei an das Kunstfasermodell von Ajungilak aus dem Hause Mammut. Gut abgeschnitten haben außerdem der Black Bear Colorado und der Trevolution Summer Dream, letzterer mit sieben von zehn Punkten.

Die Waschergebnisse sind die eigentliche Nachricht dieses Tests. Beim Mammut-Daunenschlafsack ging die Isolationsfähigkeit nach dem Waschen um fast 30 Prozent zurück, er bekam deshalb nur ein „genügend“, obwohl er zuvor gut isolierte. Beim High Peak Pak 1600 sank der Wert nach fünf Wäschen um mehr als 20 Prozent, beim Vaude Snow Cloud light um fast 20 Prozent. Im Vaude friere man am schnellsten, schreibt Kassensturz. Ungenügend schützte bei 0 bis 5 Grad der Salewa Snowfox light.

Der McKinley Logan schützte laut Bericht gut vor Kälte, verlor aber einen halben Punkt, weil sein Reißverschluss in der Praxisprüfung hakte. Beim Trekking Line Dreamer funktionierte der Reißverschluss ebenfalls nur unbefriedigend, seine Isolation reichte bei 0 bis 5 Grad für ein „genügend“, ebenso die des Big Bear Island Medium. Ein Fachmann der EMPA gab im selben Beitrag allgemeine Hinweise für den Kauf: Die Öffnung um das Gesicht solle sich gut zuziehen lassen, im Halsbereich solle eine zusätzliche Wärmebarriere vorhanden sein, und Schwachstellen wie der Reißverschluss sollten mit Isoliermaterial abgedeckt sein.

Bemerkenswert sind die Antworten der Hersteller. Für den Salewa schrieb der Händler, die Wärmeleistung sei transparent und nach der allgemein akzeptierten Norm deklariert. Vaude verwies darauf, der Sack sei ein leichter Damensommerschlafsack mit dem nach Norm angegebenen Temperaturbereich, und fand die Werte nach dem Waschen nicht nachvollziehbar. Coop, Händler des High Peak, nannte es normal, dass die Wärmeisolation nach dem Waschen abnehme. Eine normgerechte Deklaration und ein gutes Laborergebnis waren 2007 also nicht dasselbe.

Fünf Wäschen sind ein hartes Prüfprogramm; wie oft ein Schlafsack im echten Gebrauch gewaschen wird, hängt von der Nutzung ab, und Deuter rät etwa, so selten wie möglich zu waschen. Die Zahlen von 2007 betreffen Modelle, die längst nicht mehr im Handel sind. Sie bleiben aber die einzige gefundene Messung, die Wäsche und Isolation verbindet. Wie man wäscht und trocknet, damit die Füllung möglichst wenig verliert, steht im Ratgeber Schlafsack waschen, trocknen und lagern.

Lin 2013: Menschen in der Klimakammer gegen den Normwert

Die Schweizer Tests prüfen Herstellerangaben. Eine Forschergruppe um L. Y. Lin, zu der auch K. Kuklane gehörte, der Erstautor der unten beschriebenen Prüfstudie von 2010, hat 2013 in der Fachzeitschrift Applied Ergonomics eine andere Frage gestellt: Stimmen die Normwerte selbst, wenn echte Menschen in den Säcken liegen? Die Studie prüfte Komfort- und Limittemperatur nach EN 13537 in der Fassung von 2002. Gelesen wurde für diese Seite nur das Abstract, nicht der Volltext.

Zehn Versuchspersonen nahmen teil, sechs Männer und vier Frauen. In 20 Durchgängen von je zwei Stunden lagen sie in vier verschiedenen Schlafsäcken bei 11,2, 3,8, 2,1 und −9,0 Grad Lufttemperatur, dazu kamen zwei Einzelversuche bei −28 und −32 Grad. Ausgewertet wurden unter anderem Hauttemperaturen. Verglichen wurde das Ergebnis mit den Temperaturen, die die Norm aus der Puppenmessung vorhersagt.

Für drei der vier Schlafsäcke lagen Komfort- und Limittemperatur nach der Norm zu vorsichtig: Die Menschen kamen mit kälteren Bedingungen zurecht, als die Normwerte erwarten ließen. Nur beim dünnsten Sack der Reihe war die Limittemperatur leicht überschätzt. In den beiden Einzelversuchen bei −28 und −32 Grad waren die Zehen kalt, obwohl die mittlere Hauttemperatur fast im neutralen Bereich lag. Das Rechenmodell IREQ aus ISO 11079 überschätzte nach Einschätzung der Autoren beide Temperaturen.

Damit zeigen die verfügbaren Daten in zwei Richtungen. Saldo fand 2021 Schlafsäcke, die kälter waren als deklariert, Kassensturz 2007 Säcke, die bei 0 bis 5 Grad schlecht isolierten. Lin fand Normwerte, die eher zu vorsichtig sind. Ein Widerspruch ist das nicht zwingend: Lin prüfte die Normwerte selbst gegen das Empfinden von Menschen, die Schweizer prüften, ob die Deklaration der Hersteller einer Nachmessung standhält.

Deutlich sind die Grenzen der Studie. Zehn Personen sind wenig, zwei Stunden sind keine Nacht, und das Labor ist kein Zelt. Ein auf Wunsch des Autors zurückgezogener Kommentar zur Studie ist inhaltlich nicht verwertbar. Wie die Normrechnung im Einzelnen funktioniert und warum die drei Werte aus einer Puppe entstehen, beschreibt der oben verlinkte Ratgeber zur Temperaturangabe.

Warum Puppe, Etikett und Nacht auseinanderliegen

Weitere Laborstudien zeigen, an welchen Stellschrauben eine Messung hängt. K. Kuklane und V. Dejke haben 2010 untersucht, wie stark der Prüfaufbau nach EN 13537 das Ergebnis verändert. Luftgeschwindigkeit in der Kammer, Isolation der Matte unter der Puppe und die Zeit zwischen Auspacken und Messung beeinflussten zusammen die gemessene Wärmeisolation deutlich: Zwischen minimal und maximal erlaubten Parametern lagen bis zu 5 bis 15 Prozent. Einen Wert für die Matte allein nennt das Abstract nicht. Gewicht der Puppe, Dicke der künstlichen Unterlage und Gesichtsmaske spielten dagegen kaum eine Rolle.

Für den Leser heißt das: Zwei Labore, die beide normgerecht arbeiten, können für denselben Sack verschiedene Werte ermitteln, ohne dass eines von beiden falsch misst. Die Matte ist dabei ein Punkt, an dem Laborwert und eigene Nacht auseinanderliegen können, denn im Labor liegt eine definierte, gut isolierende Matte unter der Puppe, im Zelt die eigene. Was ein R-Wert über eine Isomatte aussagt, erklärt die Seite zum R-Wert der Isomatte; warum man trotz passender Angabe friert, sortiert die Fehlerseite Schlafsack zu kalt nach Ursachen.

J. Huang hat 2008 sechs Rechenmodelle verglichen, mit denen sich aus der Isolation eines Schlafsacks die passende Lufttemperatur vorhersagen lässt. Am weitesten gingen die Vorhersagen bei stark isolierten Säcken auseinander; für diesen Bereich sieht die Übersicht bei falscher Wahl ein hohes Risiko der Unterkühlung und fordert Trageversuche zur Prüfung. Eigene Messungen enthält die Arbeit nicht, sie vergleicht Modelle.

Eine Arbeitsgruppe um E. Skrzetuska hat 2022 zwei Schlafsäcke eines Herstellers an einer Puppe bei Temperaturen zwischen −20 und 20 Grad und Luftfeuchten zwischen 40 und 80 Prozent gemessen. Die effektive Isolation sank mit steigender Temperatur. Beim Herbstschlafsack lag sie bei 60 Prozent Feuchte und 20 Grad bei 1,063 Quadratmeter-Kelvin pro Watt, bei −20 Grad bei 1,111, beim Sommerschlafsack bei 0,794 und 0,851. Das ist ein Unterschied von gut 4 und gut 7 Prozent (eigene Rechnung), gemessen an nur zwei Produkten.

Wind hat einen größeren Effekt. K. Jussila und Kollegen haben 2014 zehn Abdeckungen nach EN 13537 auf einer Puppe bei −5 Grad gemessen. Wind mit vier Metern pro Sekunde senkte die Gesamtisolation um 11 bis 45 Prozent, Feuchte im Inneren bei der besten Variante um etwa 22 bis 29 Prozent. Geprüft wurden allerdings Abdeckungen für den Verletztentransport, etwa Decken, Rettungssäcke und Luftpolsterfolie, keine Freizeitschlafsäcke; übertragbar ist die Richtung, nicht die Zahl. Auch die Zeitschrift outdoor schreibt zu ihren eigenen Werten, bei Wind friere man schneller.

Was eine Normmessung grundsätzlich nicht erfasst, beschreiben zwei Fachquellen übereinstimmend: Bewegung im Schlaf, zusammengedrückte Füllung an Knien und Hüften und Zugluft an Kragen und Reißverschlussleiste. Ein Prüflabor der Kansas State University, das Schlafsäcke nach ISO 23537 und nach dem US-Verfahren ASTM F1720 misst, legt die Puppe dafür mit Thermounterwäsche, Socken und Gesichtsmaske auf ein Brett mit einer selbstaufblasenden Matte und berechnet die drei Werte aus den Wärmeverlustmodellen der Norm. Solche Labore gibt es also. Welches davon die Werte eines bestimmten Herstellers gemessen hat, verrät keine der für diesen Cluster gelesenen Produktseiten.

Promobil und outdoor: Wärmebildkamera und Testschläfer

Die umfangreichste aktuelle Datenreihe stammt nicht aus einem Normlabor, sondern aus einem Fachmagazin. Promobil, eine Schwesterzeitschrift von outdoor im selben Verlag, hat im Herbst 2025 Premium-Schlafsäcke für den Campingbus getestet, zehn Modelle in fünfzehn Varianten. Der Beitrag erschien online am 31. Oktober 2025 und wurde unverändert von WEB.DE übernommen; die Temperaturzeilen beider Fassungen sind identisch.

Das Verfahren beschreibt die Redaktion selbst. Mit einer Hochleistungswärmebildkamera wird die Isolation geprüft: Dunkle Stellen bedeuten starke Dämmung, an helleren entweicht mehr Wärme. Die Messungen werden mit den Erfahrungen von Testschläfern abgeglichen, die spüren, ob Kälte über den Reißverschluss, schwach gefüllte Kammern oder lockere Kapuzen eindringt. Daraus bestimmt die Redaktion untere Temperaturgrenzen, im Test je Modell zwei Werte. Wem welcher Wert gilt, erklärt der Beitrag nicht; outdoor aus demselben Verlag beschreibt das Verfahren fast wortgleich und ordnet den oberen Wert verfrorenen, den unteren kältefesten Personen zu. Das Verfahren sei seit mehr als 20 Jahren bewährt, schreibt Promobil.

Promobil 2025: Temperaturgrenzen nach eigenem Verfahren (keine Normmessung)
ModellTemperaturlimit, oberer / unterer WertGewicht, Packmaß laut TestGesamtnote
Grüezi bag Biopod Downwool Subzero0 / −8 °C1.120 g, 5,7 l (Gr. 185)sehr gut
Grüezi bag Biopod Downwool Ice−8 / −16 °C1.510 g, 7,2 l (Gr. 185)sehr gut, gemeinsam bewertet
Mountain Equipment Glacier 4503 / −5 °C980 g, 4,6 lsehr gut
Mountain Equipment Glacier 700−5 / −13 °C1.210 g, 6,3 lsehr gut, gemeinsam bewertet
Nordisk Walløe 0°5 / −3 °C670 g, 3,2 lsehr gut
Rab Mythic Ultra 3600 / −8 °C660 g, 3,7 lüberragend
Sea to Summit Spark −1C7 / −1 °C500 g, 2,8 lsehr gut
Sea to Summit Spark −9C−2 / −10 °C745 g, 5,1 lsehr gut, gemeinsam bewertet
Valandré Grasshopper6 / −2 °C845 g, 4,0 l (gemessen, Gr. M)sehr gut
Deuter Exosphere 4°12 / 4 °C775 g, 4,2 lsehr gut
Deuter Exosphere 0°6 / −2 °C930 g, 4,6 lsehr gut, gemeinsam bewertet
Exped DeepSleep 0C6 / −2 °C1.070 g, 6,4 l (Gr. M)im Text keine Gesamtnote
Exped DeepSleep −5C−4 / −12 °C1.670 g, 11,4 l (Gr. M)im Text keine Gesamtnote
Nemo Soul6 / −2 °C890 g, 5,7 l (gemessen)sehr gut
Salewa Puez Primaloft +412 / 4 °C805 g, 4,4 lgut

In allen fünfzehn Zeilen liegen die beiden Grenzen genau acht Grad auseinander (eigene Zählung). Ob dieser Abstand im Verfahren fest angesetzt ist, sagt die Redaktion nicht. In älteren outdoor-Bestenlisten schwankt er zwischen fünf und acht Grad, etwa 15/10 Grad beim Nordisk Oscar +10 und 12/6 Grad beim Carinthia G90. Innerhalb der Promobil-Reihe von 2025 lernt man aus dem unteren Wert deshalb nichts, was der obere nicht schon sagt.

Wichtig ist, was diese Zahlen nicht sind. Ein „Temperaturlimit“ bei Promobil ist kein Limitwert nach ISO 23537. Die Norm misst an einer Puppe mit festgelegter Kleidung und Matte und rechnet daraus Werte für eine Normfrau und einen Normmann. Promobil arbeitet mit Kamera und Menschen und gibt zwei Grenzen an, die outdoor zwei Schläfertypen zuordnet. outdoor grenzt sich in einer Bestenliste ausdrücklich ab: Herstellerwerte nach Norm würden mit Puppen ermittelt, „das kaschiert Konstruktionsschwächen“. Für die eigenen Werte nennt die Redaktion zwei Bedingungen: eine gut isolierende Isomatte und eine ganz zugezogene Kapuze.

Ob outdoor dabei auch eine Puppe oder Klimakammer nutzt, bleibt offen. 2017 schrieb die Zeitschrift von Schlafversuchen und aufwendigen Labortests, in Bestenlisten ist von Messungen im outdoor-Labor und Testschlafreihen im Kühlhaus die Rede, 2024 und 2025 von Wärmebildkamera und Testschläfern. Ein Prüfprotokoll mit Kammertemperatur, Matte und Zahl der Testschläfer ist nicht veröffentlicht. Die Promobil-Reihe ist deshalb eine konsistente Datenreihe innerhalb eines Verfahrens, aber kein Maßstab, an dem sich Herstellerangaben eichen lassen.

Werte aus outdoor-Bestenlisten verschiedener Jahrgänge, etwa −23/−31 Grad für einen Valandré Odin Neo oder −9/−17 Grad für einen Western Mountaineering Antelope, stammen aus unterschiedlichen Testjahren und sind hier nicht als Reihe aufgenommen. Bei den Winterschlafsäcken in diesen Listen zeigt sich das gleiche Format wie bei Promobil: Untergrenzen für Verfrorene und Kältefeste, keine Normwerte.

Drei Modelle, zwei Messwelten: Promobil neben der Herstellerangabe

Für drei der Promobil-Modelle liegen Herstellerangaben aus der Recherche vor. Deuter und Salewa nennen Komfort, Limit und Extrem, Grüezi bag Komfort und Limit. Die Gegenüberstellung zeigt keine Abweichung im Sinne eines Messfehlers, sondern zwei Verfahren, die nicht dasselbe messen. Sie steht hier, weil Leser beide Zahlen auf Händlerseiten nebeneinander finden und sich fragen, welche stimmt.

Herstellerangabe und Promobil-Wert für dieselben Modelle (nicht gegeneinander verrechnen)
ModellHersteller: Komfort / Limit / ExtremPromobil: oberer / unterer WertGewicht Hersteller gegen Test
Deuter Exosphere +49 / 4 / −9 °C, Produktseite nennt „ISO EN 23537“12 / 4 °C790 g plus 85 g Packsack gegen 775 g
Salewa Puez Primaloft +49 / 4 / −9 °C, keine Norm auf der Produktseite12 / 4 °C700 g gegen 805 g
Grüezi bag Downwool Subzero−2 / −8 °C, Modell „2.0“0 / −8 °C (Gr. 185)ca. 900 g gegen 1.120 g

In allen drei Fällen trifft der untere Promobil-Wert das Limit des Herstellers genau, der obere liegt zwei bis drei Grad über dem Komfortwert. Wer Promobils oberen Wert mit dem Komfortwert der Norm gleichsetzt, könnte meinen, der Deuter sei drei Grad kälter als angegeben. Das wäre falsch gelesen: Der Schläfer hinter Promobils oberem Wert und die Normfrau sind nicht dieselbe Person, und die Bedingungen sind andere. Eine Abweichung lässt sich aus dieser Tabelle nicht ableiten.

Ein anderes Problem zeigen die Gewichte. Beim Salewa liegen 105 Gramm zwischen Herstellerseite und Test, beim Grüezi über 200, beim Deuter 15 Gramm in die andere Richtung, wobei Deuter den Packsack getrennt angibt. Größe und Packsack sind in keinem der Fälle eindeutig zugeordnet, und beim Grüezi ist nicht belegt, dass dieselbe Modellgeneration gemeint ist. Für einen Leser, der Gramm vergleicht, ist das eine Warnung: Ein Gewicht ohne Angabe, ob mit oder ohne Packsack und für welche Länge, ist keine vergleichbare Zahl.

Bei Exped schreibt Promobil, die DeepSleep-Säcke seien wärmer als vom Hersteller angegeben. Die Herstellerwerte selbst stehen nicht im Test und wurden für diese Seite nicht erhoben. Auch hier gilt: Der Satz vergleicht ein Magazinverfahren mit einer Herstellerangabe, deren Messweg nicht genannt ist. Er sagt etwas über den Eindruck der Testschläfer, nicht über eine Normmessung.

Gleiche Grenze, ungleiches Gewicht: was die Promobil-Reihe nebenbei zeigt

Innerhalb eines Verfahrens lassen sich die Promobil-Werte untereinander vergleichen, und dabei fällt das Gewicht auf. Vier Modelle erreichen dieselben Grenzen von 6 und −2 Grad: der Valandré Grasshopper mit Entendaune und 845 Gramm, der Nemo Soul als Kunstfasersack mit 890 Gramm, der Deuter Exosphere 0° mit einer Füllung aus recyceltem Polyester und 930 Gramm sowie der Exped DeepSleep 0C, Hülle und Füllung ebenfalls aus recyceltem Polyester, mit 1.070 Gramm. Zwischen dem leichtesten und dem schwersten dieser vier liegen 225 Gramm, beim Packmaß 4,0 gegen 6,4 Liter (eigene Rechnung aus den Testangaben).

Promobil hebt den Nemo Soul eigens hervor: Kein anderer bis dahin getesteter Kunstfaserschlafsack habe das Temperaturlimit von 6/−2 Grad mit diesem Gewicht geschafft. Beim Deuter Exosphere nennt die Redaktion die Werte herausragend für Synthetikmodelle und gibt ein gemessenes Füllgewicht an, 410 Gramm beim 4°-Modell und 595 Gramm beim 0°-Modell in Normallänge. Der leichteste Sack der Reihe ist der Sea to Summit Spark −1C mit 500 Gramm und 7/−1 Grad, die tiefsten Grenzen erreicht der Grüezi bag Biopod Downwool Ice mit −8/−16 Grad bei 1.510 Gramm.

Für eine Füllungsentscheidung reicht das nicht. Die Reihe enthält vier Kunstfasermodelle (Nemo, Deuter, Exped, Salewa; eigene Zählung), die Gewichte gelten für verschiedene Größen, und nur zwei Gewichte sind als selbst gemessen gekennzeichnet. Wie sich Daune und Kunstfaser bei Gewicht, Packmaß und Feuchte unterscheiden, gehört in den Füllungsvergleich. Die Promobil-Zahlen zeigen nur, dass dieselbe Grenze innerhalb eines Verfahrens mit deutlich verschiedenem Gewicht erreicht wird.

ÖKO-TEST 2012: Farbstoff, Zinnverbindungen, Weichmacher, Fluor

Der bislang einzige gefundene Schadstofftest an Schlafsäcken für Erwachsene erschien am 19. Oktober 2012 im ÖKO-TEST-Jahrbuch für 2013. Fünfzehn Schlafsäcke wurden in spezialisierten Laboren auf Schadstoffe untersucht, die Wärme spielte keine Rolle. Ausgewählt wurden Modelle mit Daune und mit Kunstfaser, bei angegebener Temperatur solche mit einer Komforttemperatur um null bis fünf Grad, dazu ein Bundeswehrschlafsack aus einem Händler für Armeeartikel.

Das Ergebnis ist hart: Mehr als jeder zweite Schlafsack schnitt mit „ungenügend“ ab, laut Text darunter Modelle von Ajungilak, Jack Wolfskin und Vaude. Nur zweimal vergab ÖKO-TEST ein „befriedigend“. Im Bundeswehrschlafsack von Feuchter fand das Labor den krebserzeugenden Farbstoff p-Aminoazobenzol über dem gesetzlich zulässigen Wert. Eine Nachfrage beim Untersuchungsamt in Freiburg ergab laut ÖKO-TEST, dass auch ausgemusterte Ware beim Verkauf heute den gesetzlichen Vorgaben genügen muss; dieser Sack hätte nicht verkauft werden dürfen. Beim Vaude-Schlafsack steckte derselbe Farbstoff in der Kordel des Kompressionssacks; hier hielt das Amt den Schlafsack für verkehrsfähig, die Kordel nicht.

In einigen Schlafsäcken wurden Dibutyl- und Tributylzinn nachgewiesen, Verbindungen, die sich in der Umwelt nur schwer abbauen. Phthalate können laut ÖKO-TEST in weichen Kunststoffteilen wie Reißverschlussgriffen oder Aufdrucken stecken; den Weichmacher DEHP fanden die Labore bei Ajungilak und Royalbeach. Mit Fluorverbindungen wasserabweisend ausgerüstet waren die Säcke von Deuter, Ajungilak und Wehncke. Geprüft wurden außerdem Modelle von Marmot, Salewa, Mountain Equipment, OCK, Meru, The North Face, Quechua und High Peak.

Die Einzelnoten liegen hinter einer Bezahlschranke und wurden nicht gekauft. Der Test ist vierzehn Jahre alt, und die geprüften Modelle sind nicht mehr im Handel. Er belegt, dass Schlafsäcke Schadstoffe enthalten können und welche Stoffgruppen damals gefunden wurden. Er belegt nicht, wie es heute um einzelne Marken steht. Für Käufer gebrauchter Bundeswehrschlafsäcke bleibt der Befund zum Farbstoff trotzdem lehrreich, weil ältere Bestände auch heute verkauft werden; welche Punkte beim Gebrauchtkauf sonst zählen, steht in der Prüfanleitung zum Kauf.

Einen jüngeren Schadstofftest für Outdoor-Schlafsäcke hat ÖKO-TEST nicht veröffentlicht, ebenso keinen zu Kinder- oder Daunenschlafsäcken. Die ÖKO-TEST-Prüfungen von Babyschlafsäcken aus den Jahren 2023 und 2024 sind ein anderes Thema mit anderer Norm und tauchen unten nur zur Abgrenzung auf.

Greenpeace 2016: Fluorchemie in zwei Schlafsäcken

Im Januar 2016 veröffentlichte Greenpeace unter dem Titel „Leaving Traces“ eine Untersuchung von 40 Outdoorprodukten auf per- und polyfluorierte Chemikalien. Zwei davon waren Schlafsäcke, und in beiden fanden die Labore Fluorverbindungen. Im Mammut Alpine UL Winter wurde der Stoff 6:2 FTOH mit 41,0 Mikrogramm pro Quadratmeter gemessen. Im The North Face Snow Leopard fanden sich 8:2 FTOH mit 52 Mikrogramm pro Quadratmeter, PFOA mit 7,10 und PFDA mit 2,84 Mikrogramm pro Quadratmeter.

Der Oberstoff des North-Face-Schlafsacks hatte mit 157.000 Nanogramm pro Kilogramm die höchste PFOA-Konzentration nach Gewicht aller 40 Produkte. Als Vergleich nennt Greenpeace den EU-Grenzwert für PFOS von einem Mikrogramm pro Quadratmeter und das norwegische PFOA-Verbot ab Juni 2014. Die Stiftung Warentest hat die Untersuchung am 25. Februar 2016 in einer Meldung zusammengefasst: 40 Produkte von elf Marken, nur vier frei von PFC, elf Textilien mit PFOA. Einzelergebnisse zu Schlafsäcken nennt die Meldung nicht.

Klein ist die Stichprobe, die Produktauswahl entstand laut Greenpeace nach einer Online-Abstimmung, und die Messungen sind zehn Jahre alt. Seither hat sich die Rechtslage geändert. Die EU-Verordnung 2024/2462 beschränkt PFHxA in Textilien für Kleidung ab dem 10. Oktober 2026 und in sonstigen Verbrauchertextilien ab dem 10. Oktober 2027. Dass Schlafsäcke unter die zweite Frist fallen, ist eine Einordnung dieser Seite, ausdrücklich nennt keine der Quellen Schlafsäcke. Was Imprägnierung und Siegel heute bedeuten, steht im Ratgeber Daune oder Kunstfaser.

Stiftung Warentest und Schlafsäcke: Suchergebnis statt Testergebnis

Weil 17 der ausgewerteten Suchvorschläge ausdrücklich nach der Stiftung Warentest fragen, lohnt ein genauer Blick. Die Suche auf test.de nach „Schlafsack“ liefert 16 Treffer, nach „Schlafsäcke“ 10, nach „Kinderschlafsack“ 2, nach „Daunenschlafsack“ keinen. Unter den Treffern stehen zwei Rückrufmeldungen und die Wiedergabe des Saldo-Tests von 2021. Ein Schlafsacktest der Stiftung selbst ist nicht dabei, auch nicht aus älteren Jahrgängen: Die Suche reicht nachweislich bis ins Jahr 2000 zurück, ein Isomatten-Treffer vom Mai 2000 zeigt das.

Unter der Saldo-Meldung auf test.de steht ein einziger Leserkommentar vom 11. April 2026. Er bittet um einen eigenen Test von Schlafsäcken und Innenschlafsäcken, weil Campen, Wohnmobilurlaub und Hüttenübernachtungen seit Jahren gefragt seien. Ein Kommentar ist kein Beleg für eine Nachfrage, passt aber zu den Suchvorschlägen: Neben „schlafsack test stiftung warentest“ bietet Google auch Varianten für Decken- und Kinderschlafsäcke an.

Daraus folgt eine einfache Regel für das Lesen von Angeboten und Vergleichsseiten: Die Formulierung „Testsieger bei Stiftung Warentest“ ist für Schlafsäcke nicht belegbar. Eine Behauptung, Warentest habe im August 2022 Kinderschlafsäcke getestet, taucht nur in der Zusammenfassung einer Suchmaschine zu einem Vergleichsportal auf; die test.de-Suche widerspricht ihr. Ein Vergleichsportal zum Hüttenschlafsack schreibt selbst, es gebe noch keinen Hüttenschlafsack-Test der Stiftung Warentest. Welche Hütten- und Innenschlafsäcke es gibt und was von ihren Wärmeversprechen belegt ist, vergleicht die Seite zum Hüttenschlafsack mit DAV-Regel und Materialien.

Was die Stiftung Warentest geprüft hat, sind Bettdecken. 2007 stimmten bei drei von 14 Oberbetten die Angaben zu Daunenfüllung oder Füllgewicht auf dem Etikett nicht, 2020 prüfte sie Daunenangaben in Anlehnung an die Kennzeichnungsnorm DIN EN 12934; die Ergebnisse stehen hinter einer Bezahlschranke. Eine Bettdecke ist kein Schlafsack, aber die Frage, ob drin ist, was draufsteht, ist dieselbe. Was eine Daunenangabe auf einem Schlafsack bedeutet, ordnet der Vergleich der Daunenschlafsäcke nach Füllkraft und Kennzeichnung.

ALPIN, Bergsteiger, OutdoorGearLab: Urteile ohne Gradzahl

Mehrere Fachmagazine haben Schlafsäcke in Heften getestet, deren Inhalte online nicht mehr abrufbar sind. Das Testportal testberichte.de fasst vier solcher Tests zusammen: ALPIN 3/2004 mit 13 Winterschlafsäcken für −15 bis −20 Grad, davon fünfmal „gut“, siebenmal „mittelmäßig“ und einmal „missraten“; ALPIN 4/2007 mit zwölf Daunenschlafsäcken; ALPIN 8/2008 mit zwölf Modellen, acht davon mit Daune, ohne Endnoten; Bergsteiger 3/2008 mit 13 Schlafsäcken ohne Gesamtnoten. Methode und Messwerte sind in keiner dieser Zusammenfassungen enthalten.

Dasselbe Portal führt außerdem ALPIN-Ausgaben aus den Jahren 2024 und 2025 mit Schlafsackbezug. Welche Modelle dort geprüft wurden und ob es sich um eigene Tests handelt, ließ sich ohne die Hefte nicht zuordnen; die Seiten von ALPIN und Bergsteiger selbst lieferten dazu nichts.

Das US-Portal OutdoorGearLab beschreibt sein Verfahren offen, und gerade deshalb lässt es sich einordnen. Für Trekkingschlafsäcke verbrachten die Tester laut eigener Angabe drei Monate lang Nächte in einem auf 48 Grad Fahrenheit gekühlten Zuhause, das sind rund 9 Grad Celsius (eigene Rechnung), und verglichen das Erleben mit den EN-Werten. Für Campingschlafsäcke wurde nach fünf Minuten mit einem Laserthermometer die Temperatur am Innenfutter gemessen. Gewicht und Packvolumen wurden mit Waage und immer demselben Kompressionssack von elf Litern bestimmt. Ergebnis sind Punktwerte von 0 bis 10, keine Temperaturen.

Switchback Travel testet im Gelände, nennt die ISO-Werte der Hersteller und weist darauf hin, wenn ein Sack nach eigenem Eindruck hinter seiner Angabe zurückbleibt. Eine eigene Messung gibt es dort nicht. Beide Portale sind für Fragen nach Handhabung, Schnitt und Gewicht nützlich, für die Frage, ob eine Temperaturangabe stimmt, liefern sie keinen Messwert. Die US-Seiten Wirecutter und GearJunkie konnten für diese Recherche nicht abgerufen werden.

Für Leser in Deutschland kommt eine praktische Grenze hinzu. Angaben von US-Herstellern folgen nicht immer der europäischen Norm. Western Mountaineering etwa zeigt auf der Produktseite nur ein eigenes Rating und schreibt auf seiner Seite zu Temperaturangaben, EN- oder ISO-Daten lägen für die meisten Modelle vor; auf den gelesenen Produktseiten stehen sie nicht. Wer einen solchen Sack nach einem US-Test kauft, vergleicht deshalb womöglich zwei verschiedene Skalen.

„Testsieger“ und „getestet“ in Amazon-Angeboten

Der Amazon-Markt hat mit den unabhängigen Tests wenig zu tun. Für diesen Cluster wurden am 19. Oktober 2026 124 Schlafsack-Angebote auf amazon.de ausgewertet. Nur fünf davon nennen EN 13537 oder ISO 23537. Zwei geben ein vollständiges Trio aus Komfort, Limit und Extrem mit Normbezug an, zwei nennen die Norm, aber nur einen Extremwert, und eines nennt die Norm, um zu sagen, dass Kinderschlafsäcke nicht darunter fallen. Dafür tauchen Test- und Prüfwörter in Titeln und Stichpunkten auf, deren Herkunft offen bleibt.

Prüf- und Testversprechen in Amazon-Angeboten (Abruf 19.10.2026)
AngebotWortlaut im AngebotWas fehlt
ALPENWERT Sommerschlafsack„Testsieger 2026“ im Titeljede Angabe, wer getestet hat
NORDMUT Winterschlafsack„getestet für Komfort bei Temperaturen bis –10°C“Prüfstelle und Norm
ATEPA Daunenschlafsack„ISO-getestete Temperaturwerte“, Komfort −1 °C, Limit −8 °CNormnummer und Prüfinstitut
KingCamp Flanell-Deckenschlafsack„Getestet bei -13°C (innen trocken)“Verfahren; zudem Limit +2 °C im Datenfeld gegen −2 °C im Stichpunkt
hyggelund Winterschlafsack„GETESTET NACH EN ISO 23537-2022“, Extrem −20,2 °CKomfort- und Limitwert
Husky Enjoy Plus„ISO 23537-1 zertifiziert“, Extrem −25 °CKomfort- und Limitwert
MOUNTREX Kinderschlafsack„in einem unabhängigen deutschen Prüflabor auf Schadstoffe getestet“Name des Labors und Bericht
NORDBÄR Kinderschlafsack„Ausgezeichnet vom deutschen Prüfinstitut Prüfengel“eine Labor- oder Materialprüfung

Der Fall NORDBÄR lässt sich zu Ende prüfen, weil die Auszeichnung auf eine Seite verweist. Prüfengel beschreibt dort einen Praxistest mit 98 Punkten und dem Testzeitraum März 2024. Nach eigener Darstellung führt Prüfengel keine Material- oder Labortests durch, und der Hersteller zahlt eine Test- und Lizenzgebühr. Die Temperatur nennt Prüfengel mit 5 bis 15 Grad, ohne sie gemessen zu haben. Der Begriff „Prüfinstitut“ im Angebot klingt nach Labor, gemeint ist ein bezahlter Verbrauchertest. Ein Prüfengel-Logo mit dem Testzeitraum Juli 2025 steht auch im Bildteil eines KingCamp-Kinderschlafsacks.

Bei den beiden Angeboten mit vollständigem Normtrio fehlt ebenfalls das Prüfinstitut. Der EXPLORER Arctic, ein Baumwoll-Deckenschlafsack, nennt im Stichpunkt Komfort −0,5, Limit −6,5 und Extrem −24,3 Grad nach EN ISO 23537-1, im Titel wirbt er mit −24 Grad Extrem. Der Grüezi bag Biopod DownWool Extreme Light nennt in der Herstellertabelle des Angebots 12, 8 und −4 Grad nach „EN 23537“. Auf den Herstellerseiten der Markenschlafsäcke, die für diesen Cluster gelesen wurden, nennt kein Hersteller das Labor, das seine Temperaturwerte gemessen hat; Grüezi bag nennt ein Textilprüfinstitut nur als Bildquelle.

Auch die Normangabe selbst ist uneinheitlich. Deuter nennt im Ratgeber EN 13537, auf den Produktseiten „ISO EN 23537“ ohne Teil und Jahr, Mammut in einem Merkmal EN ISO 23537-1:2016 und über der Wertetabelle EN 13537:2012, Robens „ISO 25337“, eine Nummer, die vermutlich ein Zahlendreher ist. Für Leser bedeutet das: Eine Normnummer im Angebot ist ein gutes Zeichen, aber noch kein Prüfbericht. Wie man solche Angaben im Angebot einzeln abklopft, gehört in die Prüfanleitung zum Kauf und nicht in diese Datensammlung.

Kinder, Babys, Daunendecken: Tests, die nicht hierher gehören

Ein Teil der Suchvorschläge zu „Schlafsack Test“ betrifft gar keine Outdoor-Schlafsäcke für Erwachsene, etwa „baby schlafsack test stiftung warentest“. Für Kinderschlafsäcke im Zelt gibt es keinen Test, der Wärme misst, und keine Norm mit Temperaturwerten: EN ISO 23537 schließt Schlafsäcke für Kinder und Babys ausdrücklich aus, weil es kein Vorhersagemodell gibt und Schlafversuche mit Kindern in Klimakammern aus ethischen Gründen nicht zulässig sind. Temperaturangaben auf Kinderschlafsäcken sind deshalb Herstellerangaben außerhalb der Norm. Was das für den Kauf heißt, steht im Vergleich der Kinderschlafsäcke für Zelt und Zeltlager.

Babyschlafsäcke folgen einer eigenen Norm, EN 16781, und werden auf andere Gefahren geprüft, vor allem auf den Halsausschnitt. Die Tests von ÖKO-TEST aus den Jahren 2023 und 2024 und die Rückrufe von Babyschlafsäcken gehören in den Bereich Baby und Kind und werden hier nicht ausgewertet. Auch der Rückruf des deuter Micro Star von 2025 betrifft laut EU-Meldung einen Babyschlafsack, nicht einen Outdoor-Schlafsack für Kinder oder Erwachsene.

Die dritte Verwechslung betrifft Daunendecken. Kassensturz und Saldo fanden 2002 in einem Duvet statt 90 Prozent nur 67 Prozent Gänsedaunen, die Stiftung Warentest hat Bettdecken 2007 und 2020 geprüft. Diese Tests sagen etwas über Daunenkennzeichnung in Bettwaren aus, nicht über die Wärme von Schlafsäcken. Wer nach einem Daunentest für Schlafsäcke sucht, findet bei keinem der Herausgeber einen.

Ein Testergebnis lesen: Verfahren, Vorzeichen, Notenskala, Jahrgang

Aus den gesammelten Prüfungen lassen sich vier Fragen ableiten, die ein Testergebnis erst lesbar machen. Die erste ist das Verfahren. Eine Messung an einer Puppe im Labor, wie bei Hohenstein, ergibt einen Wert, der sich mit einer Normangabe vergleichen lässt. Eine Messung mit Wärmebildkamera und Testschläfern, wie bei Promobil, ergibt einen eigenen Wert mit eigener Skala. Ein Praxistest ohne Messung, wie bei Prüfengel oder in Vergleichsportalen, ergibt einen Eindruck. Nur die erste Art beantwortet, ob die Angabe auf dem Etikett stimmt.

Die zweite Frage ist das Vorzeichen. In der Saldo-Tabelle heißt eine negative Differenz, dass der Sack schlechter wärmt als angegeben. Andere Quellen zählen umgekehrt oder geben nur Noten. Wer eine Zahl wie „−3,4“ ohne Lesart übernimmt, kann sie leicht falsch herum verstehen. Bei der Kassensturz-Tabelle von 2013 gibt es gar kein Vorzeichen, nur eine Note, die bei großer Abweichung sinkt.

Schweizer Noten laufen andersherum

In den Tabellen von Kassensturz und Saldo ist 6 die beste und 1 die schlechteste Note. Eine 2,9 bei der Wärmeisolation ist also kein „befriedigend“ wie in der Schule, sondern „ungenügend“. ÖKO-TEST vergibt Worturteile wie „befriedigend“ und „ungenügend“, Promobil Urteile wie „sehr gut“ und „überragend“. Noten verschiedener Herausgeber lassen sich nicht gegeneinander verrechnen.

Die dritte Frage ist die Gewichtung. Bei Saldo zählt die Wärme 15 Prozent, bei Kassensturz 2013 ebenfalls 15 Prozent, und das Einlaufen nach fünf Wäschen kam 2013 mit 10 Prozent hinzu. Ein Testsieger ist deshalb der Sack mit der besten Mischung aus Material, Komfort und Handhabung, nicht zwingend der Sack, dessen Temperaturangabe am genauesten stimmt. Beide Testsieger der Schweizer Reihen hatten bei der Wärme schlechtere Werte als einzelne Konkurrenten.

Die vierte Frage ist der Jahrgang. Hersteller überarbeiten Modelle, und ein Name kann über Jahre mehrere Generationen bezeichnen. Promobil schreibt zum Deuter Exosphere ausdrücklich, das Modell sei 2024 überarbeitet worden. Beim Vaude Navajo trägt das heutige Angebot ein „II“ im Namen. Ein Testergebnis gilt nur für den Jahrgang, der im Labor lag; ob ein Nachfolger besser oder schlechter ist, sagt es nicht.

Vier Fragen an drei Prüfungen
FrageKassensturz/Saldo 2021Promobil 2025ÖKO-TEST 2012
VerfahrenWärmeisolationspuppe im LaborWärmebildkamera und TestschläferSchadstoffanalyse im Labor
Bezug auf die HerstellerangabeDifferenz der Komforttemperatur je Modellkeiner, eigene Grenzenkeiner, keine Wärme gemessen
Gewicht der Wärme in der Gesamtnote15 Prozentnicht veröffentlichtentfällt
Alter der Ergebnisse im Oktober 2026gut fünf Jahreein Jahrvierzehn Jahre

Dazu kommt eine Frage, die jeden Testbericht betrifft: Was steht im Bericht selbst und was in der Meldung darüber? Die test.de-Fassung des Saldo-Tests nennt Grenzwerte, die in der Tabelle nicht stehen, der SRF-Text nennt 3,5 statt 3,4. Beides ist kein großer Fehler, aber wer eine Zahl übernehmen will, nimmt sie aus der Tabelle und nicht aus der Zusammenfassung.

Wann ein Test für den eigenen Kauf zählt und wann nicht

Die Kippfrage beim Lesen eines Tests ist, ob das getestete Modell und das gesuchte Modell dasselbe sind. Ist das der Fall, und stammt der Test aus einem Normlabor, liefert er die beste verfügbare Auskunft. Ist es nicht der Fall, bleibt vom Test nur das Allgemeine: dass Angaben abweichen können, in welche Richtung und wie stark. An dieser Frage entscheidet sich, ob eine Testzahl ein Kaufargument ist oder nur Hintergrund. Vier Situationen machen das konkret.

Wer einen Kunstfaserschlafsack einer der acht Marken aus dem Saldo-Test für Frühling und Herbst sucht, kann aus der Tabelle ablesen, wie genau diese Marke 2021 deklariert hat. Bei Vaude, Mammut und Deuter spricht der Test dafür, beim Komfortwert einen Puffer in der Größenordnung der gemessenen Differenz einzuplanen, also rund zwei bis dreieinhalb Grad, bis ein jüngerer Test etwas anderes zeigt. Das ist eine Ableitung aus acht Säcken und einem Jahrgang, keine Regel für die Marke.

Wer einen Daunenschlafsack sucht, findet keinen aktuellen Labortest. Die Daunensäcke von 2007 sind nicht mehr im Handel, Promobil misst mit eigenem Verfahren, und die Daunenangaben im Amazon-Angebot widersprechen sich zum Teil auf derselben Seite. In dieser Situation zählt die Kennzeichnung mehr als jeder Test. Wer einen Sack für den Winter sucht, steht vor derselben Lücke: Unter den 124 Amazon-Angeboten findet sich keines mit Normangabe und einem Komfortwert von −5 Grad oder tiefer; einen solchen Winterschlafsack mit geprüftem Komfortwert gibt es dort nicht.

Wer einen Kinderschlafsack sucht, für den scheidet jede Testzahl zur Temperatur aus, weil weder Norm noch Test sie liefern. Und wer nur einen Sommer- oder Festivalschlafsack für milde Nächte im Auto oder auf dem Zeltplatz braucht, braucht keinen Labortest: Liegt die erwartete Nachttemperatur deutlich über der Komfortangabe, ändert eine Abweichung in der Größenordnung der Saldo-Werte die Wahl nicht (eigene Einordnung), und die Kriterien aus dem Praxistest, Passform, Packmaß und Reißverschluss, sagen mehr. Für diese Leser erübrigt sich die Suche nach dem Testsieger.

Ein Ausschlusskriterium gilt für alle vier Situationen. Ein Angebot, das mit „Testsieger“ oder „getestet“ wirbt, ohne Herausgeber, Jahr und Verfahren zu nennen, scheidet als Testbeleg aus, ebenso eine Auszeichnung, deren Herausgeber nach eigener Darstellung kein Labor betreibt. Das Angebot selbst kann trotzdem gut sein; die Auszeichnung trägt dann nur nichts zur Entscheidung bei.

Auf einen Test zu warten, ist nach der bisherigen Taktung wenig aussichtsreich. Zwischen den Schweizer Wärmetests lagen sechs und acht Jahre, die Stiftung Warentest hat in mehr als 25 Jahren keinen veröffentlicht, ÖKO-TEST seit 2012 keinen mehr. Ein Modellwechsel beim Hersteller entwertet einen Test schneller, als ein neuer erscheint. Sinnvoller als Warten ist es, beim Kauf auf eine vollständige Normangabe zu achten und den Sack nach der Lieferung selbst zu prüfen.

Nach dem Kauf: die erste Nacht als eigene Gegenprobe

Kein Test ersetzt die eigene Nacht, aber die Nacht lässt sich so anlegen, dass sie etwas aussagt. Die Prüfungen in diesem Überblick zeigen, welche Bedingungen das Ergebnis verschieben: die Matte unter dem Sack, die Kleidung, Wind und Feuchte, eine geschlossene Kapuze. Wer den neuen Schlafsack nach dem Kauf zum ersten Mal ausprobiert, notiert sich die Nachttemperatur, die Matte und was er getragen hat. Ohne diese drei Angaben ist eine kalte Nacht keine Aussage über den Sack.

OutdoorGearLab hat für seine Tests die Bedingungen zu Hause kontrolliert, mit einer festen Raumtemperatur von rund 9 Grad über Wochen. Eine solche Probe im kühlen Raum, im Garten oder auf dem Balkon in einer Nacht nahe der Komfortangabe zeigt früh, ob der Sack in die Größenordnung seiner Angabe passt. Sie ersetzt keine Labormessung und keine Erfahrung im Zelt.

Für die Zeit danach liefern die Tests zwei Hinweise. Kassensturz 2007 zeigt, dass Waschen die Isolation spürbar senken kann, bei einem Daunenmodell um fast 30 Prozent nach fünf Wäschen. Das Prüflabor IDFL beschreibt, dass Daune durch Kompression, Versand und Lagerung 10 bis 40 Prozent an Füllkraft verlieren und sich durch Gebrauch und Pflege wieder erholen kann. Ein Sack, der in den ersten Nächten kälter wirkt als später, ist deshalb nicht zwingend fehlerhaft. Ein Sack, der nach Jahren und vielen Wäschen nachlässt, ist es auch nicht.

Die Kriterien aus den Praxistests lassen sich zu Hause nachvollziehen, ohne Labor: ob der Reißverschluss Stoff einklemmt, ob sich die Öffnung um das Gesicht gut zuziehen lässt, ob ein Wärmekragen vorhanden ist und ob der Sack wieder in seinen Packsack passt. An genau diesen Punkten verloren Säcke in den Tests von 2007, 2013 und 2021 Noten, teils mehr als bei der Wärme. Wer sie in den ersten Tagen prüft, findet die Mängel, die ein Labor auch gefunden hätte.

Wer nach einer ungewöhnlich kalten Nacht wissen will, woran es lag, findet auf der Fehlerseite zum Frieren eine Reihenfolge der Ursachen von der Matte bis zur Passform. Ob ein Sack wirklich zu kalt für seine Angabe ist, lässt sich ohne Labor nur eingrenzen, nicht beweisen. Deshalb lohnt es sich, Titel, Stichpunkte und Datenfeld beim Kauf zu sichern; wie man das Angebot vor und nach der Lieferung prüft, beschreibt die Prüfanleitung zum Kauf.

Messlücken: was weder Test noch Studie hergibt

  • Ein eigener Schlafsacktest der Stiftung Warentest, für Erwachsene, Kinder oder Daune; die test.de-Suche findet keinen.
  • Eine Labormessung der Temperatur an einem Schlafsack einer Amazon-Marke wie Sportneer, Bessport, Forceatt, MalloMe oder SOULOUT.
  • Gemessene Grenz- und Extremwerte im Saldo-Test 2021; veröffentlicht ist nur die Differenz der Komforttemperatur.
  • Eine Toleranz, ab der eine Differenz zwischen Messung und Deklaration als Abweichung gilt; die Saldo-Tabelle nennt keine.
  • Ein eigener Test von Hütten- oder Innenschlafsäcken, um den ein Leser auf test.de bittet.
  • Eine Labormessung an einem Winterschlafsack mit Komfortwert von −5 Grad oder tiefer aus dem Amazon-Angebot.
  • Die Herkunft der fünf und sieben Grad, die test.de für Mammut und Deuter nennt.
  • Der Grund für die Abwertung um 0,5 Notenpunkte bei Manor und Vaude im Test 2021.
  • Welche vier Modelle im Kassensturz-Test 2013 die versprochenen Werte verfehlten; nur der 46 Nord Mount Cook ist genannt.
  • Eine Tabelle oder Messwerte in Grad zum Kassensturz-Test 2007.
  • Ein Prüfprotokoll des outdoor- und Promobil-Verfahrens mit Kammertemperatur, Matte und Zahl der Testschläfer, und ob dabei eine Puppe verwendet wird.
  • Die Einzelnoten des ÖKO-TEST-Schadstofftests 2012 sowie ein jüngerer Schadstofftest für Outdoor-Schlafsäcke.
  • Ein aktuelles Vaude-Datenblatt zum Navajo und damit, ob die Angabe nach dem Test geändert wurde.
  • Das Labor hinter den Temperaturwerten irgendeines Herstellers oder Angebots; keine Produktseite nennt es.
  • Ob der Normmann der ISO 23537 70 oder 73 Kilogramm wiegt; der Normtext ist nicht frei verfügbar.
  • Eine Messung, wie viel ein Hüttenschlafsack oder Inlett an Wärme bringt.
  • Volltexte der Studien von Lin, Kuklane, Huang, Skrzetuska und Jussila; gelesen wurden nur die Abstracts.
  • Testergebnisse von Which?, Wirecutter und GearJunkie; die Seiten waren nicht abrufbar.

Testberichte, Testtabellen, Studien und Normkataloge

Alle Quellen wurden am 19.10.2026 abgerufen. Werte aus Bild-PDFs sind visuell abgelesen und im Text als solche gekennzeichnet. Herstellerangaben und Amazon-Angebote sind als solche ausgewiesen; kaufebesser hat keinen Schlafsack gemessen und keinen Test durchgeführt.

FAQ

Häufige Fragen

Hat die Stiftung Warentest Schlafsäcke getestet?

Nein, einen eigenen Schlafsacktest hat die Stiftung Warentest nicht veröffentlicht; die Suche auf test.de reicht bis ins Jahr 2000 zurück und findet keinen. Frei lesbar ist dort nur eine Meldung vom 28.05.2021 über den Test des Schweizer Magazins Saldo. Die Angabe „Testsieger bei Stiftung Warentest“ ist für Schlafsäcke deshalb nicht belegbar.

Was hat der Kassensturz-Test zu Schlafsäcken 2021 ergeben?

Kassensturz und Saldo ließen acht Kunstfaserschlafsäcke am Hohenstein-Institut mit einer Wärmeisolationspuppe messen. Bei fünf lag die Komforttemperatur ungünstiger als deklariert, beim Vaude Navajo 100 Syn um 3,4 Grad; zwei trafen die Angabe genau, der Quechua Arpenaz war 3,5 Grad wärmer. Testsieger wurde der Trevolution Pak 1000 Comfort mit der Schweizer Note 5,2.

Gibt es einen ÖKO-TEST für Schlafsäcke?

Ja, aus dem Jahr 2012, aber nur für Schadstoffe: 15 Schlafsäcke, mehr als die Hälfte mit „ungenügend“. Gefunden wurden unter anderem ein krebserzeugender Farbstoff im Bundeswehrschlafsack, Zinnverbindungen, der Weichmacher DEHP und Fluorverbindungen. Die Wärme hat ÖKO-TEST nicht gemessen, und die Modelle sind nicht mehr im Handel.

Stimmen die Temperaturangaben auf Schlafsäcken?

Die Tests zeigen Abweichungen in beide Richtungen. Saldo fand 2021 fünf von acht Säcken kälter als angegeben, eine Laborstudie von 2013 hielt die Normwerte dagegen eher für zu vorsichtig. Für Amazon-Marken gibt es keine Labormessung, und nur 5 von 124 ausgewerteten Angeboten nennen überhaupt eine Norm.