Kindergeschirr Silikon: Vergleich
Silikon-Kindergeschirr im Vergleich: Saugnapf, geteilte Teller und Tischsets für den Beikoststart — mit BfR-Empfehlung XV und Behördendaten.
Kurz gesagt. Silikon ist das Material für den Beikoststart: Es rutscht nicht, zerbricht nicht und lässt sich mit einem Saugnapf am Tisch fixieren — genau dann wichtig, wenn Kinder testen, was passiert, wenn der Teller über die Tischkante wandert. Anders als Melaminharz ist die Temperatur bei Silikon kein Thema. Am breitesten abgesichert ist das PandaEar-Tischset mit über 10.400 Bewertungen, die beste Wertung hat Mutkind. Einordnung ohne Eigentest.
Vor dem ersten Gebrauch gründlich spülen
Erhöhte Werte flüchtiger Bestandteile in Silikon gehen laut LGL Bayern auf unzureichendes Tempern zurück — die abschließende Wärmebehandlung in der Fertigung. Wer neues Silikongeschirr vor dem ersten Gebrauch heiß ausspült, entfernt genau die Reste, um die es dabei geht. Das ist kein Alarmzeichen, sondern eine sinnvolle Routine.
Überblick
Silikon-Kindergeschirr im Vergleich

PandaEar Silikon-Babyteller mit Tischset (rutschfest)

mushie geteilter Kinderteller mit Saugnapf

mushie Kinderteller mit rutschfestem Saugnapf

PandaEar Silikon-Babyteller unterteilt mit Saugnapf

Mutkind Baby-Teller mit Saugnapf (3er-Set)
| Produkt | Segment | Bewertung | Aktion |
|---|---|---|---|
![]() | Einsteiger | 3.9(10.404) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.0(5.359) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.3(421) | Ansehen |
![]() | Einsteiger | 4.4(297) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.7(59) | Ansehen |
Kurz-Auswahl
Unsere Empfehlungen

PandaEar Silikon-Babyteller mit Tischset (rutschfest)
3.9(10.404)Glatte Tische und Kinder, die viel danebenlegen

mushie geteilter Kinderteller mit Saugnapf
4.0(5.359)Beikoststart mit Fingerfood und getrennten Komponenten
Im Detail
Alle Modelle im Detail
PandaEar Silikon-Babyteller mit Tischset (rutschfest)
PandaEar
Das spricht dafür: Tischset und Teller in einem — über 10.000 Rückmeldungen.
Fazit: Mit über 10.000 Bewertungen das am breitesten abgesicherte Produkt im ganzen Cluster — bei gleichzeitig der schwächsten Wertung. Die Bauform als durchgehendes Tischset mit integrierter Schale bedeckt die Tischfläche mit und verhindert, dass daneben gekleckertes Essen direkt auf den Tisch geht.
Kernfakten
- Material
- Silikon (Herstellerangabe)
- Bauform
- Tischset mit integriertem Teller
- Halt
- haftet auf glatter Fläche
- Pflege
- spülmaschinenfest
- Segment
- Einsteiger
Am besten für: Glatte Tische und Kinder, die viel danebenlegen
Weniger geeignet für: Holztische mit offenporiger Oberfläche
Pro
- Mit Abstand größte Basis im Cluster (10.404)
- Schützt die Tischfläche mit
- Lässt sich in einem Stück abwischen
- Günstig
Contra
- Schwächste Wertung im Feld (3,9)
- Haftet nur auf glatten Tischen
- Braucht viel Platz beim Verstauen
Ausstattung
- Tischset mit integriertem Teller
- Silikon
- Rutschfest
- Spülmaschinenfest
- Sehr große Bewertungsbasis
mushie geteilter Kinderteller mit Saugnapf
mushie
Das spricht dafür: Unterteilter Teller einer etablierten Marke, sehr breit bewertet.
Fazit: Skandinavische Marke mit sehr großer Bewertungsbasis und unterteiltem Teller. Die Fächertrennung passt gut zum Beikoststart mit Fingerfood, weil Kinder Lebensmittel getrennt besser erkennen und gezielter greifen — laut Netzwerk Gesund ins Leben können 85 Prozent der Babys mit sechs bis sieben Monaten kleine Stücke mit den Händen greifen.
Kernfakten
- Material
- Silikon (Herstellerangabe)
- Bauform
- geteilter Teller
- Halt
- Saugnapf
- Marke
- mushie
- Segment
- Mid-Tier
Am besten für: Beikoststart mit Fingerfood und getrennten Komponenten
Weniger geeignet für: Wer ein Komplettset sucht
Pro
- Sehr große Basis (5.359)
- Fächer erleichtern Fingerfood
- Zurückhaltendes Design
- Bekannte Marke
Contra
- Wertung nur 4,0
- Saugnapf hält nicht auf jeder Oberfläche
- Kein Besteck dabei
Ausstattung
- Geteilter Teller
- Silikon
- Saugnapf
- Etablierte Marke
- Sehr große Bewertungsbasis
mushie Kinderteller mit rutschfestem Saugnapf
mushie
Das spricht dafür: Ungeteilter Teller — passend, sobald der Löffel dazukommt.
Fazit: Die ungeteilte Variante derselben Marke, mit besserer Wertung als das Fächermodell. Ein durchgehender Teller ist die richtige Wahl, sobald Kinder anfangen, mit dem Löffel zu essen — Fächerkanten stören dann eher, als dass sie helfen.
Kernfakten
- Material
- Silikon (Herstellerangabe)
- Bauform
- durchgehender Teller
- Halt
- Saugnapf
- Marke
- mushie
- Segment
- Mid-Tier
Am besten für: Die Phase, in der das Kind mit dem Löffel zu essen lernt
Weniger geeignet für: Fingerfood mit vielen getrennten Komponenten
Pro
- Bessere Wertung als das Fächermodell (4,3)
- Passt zur Löffelphase
- Solide Basis (421)
- Schlichtes Design
Contra
- Kleinere Basis als das Fächermodell
- Kein Besteck dabei
- Kein Deckel
Ausstattung
- Durchgehende Tellerfläche
- Silikon
- Rutschfester Saugnapf
- Etablierte Marke
- Gute Wertung
PandaEar Silikon-Babyteller unterteilt mit Saugnapf
PandaEar
Das spricht dafür: Preiswerte Zweit- und Drittteller mit ordentlicher Wertung.
Fazit: Solider unterteilter Silikonteller im Preiseinstieg, mit ordentlicher Wertung bei brauchbarer Basis. Wer mehrere Teller braucht — und das ist bei kleinen Kindern der Normalfall, weil selten alle gleichzeitig sauber sind —, fährt hier günstiger als bei den Markenmodellen.
Kernfakten
- Material
- Silikon (Herstellerangabe)
- Bauform
- unterteilt
- Halt
- Saugnapf
- Pflege
- spülmaschinenfest
- Segment
- Einsteiger
Am besten für: Wer mehrere Teller im Wechsel braucht
Weniger geeignet für: Wer Wert auf eine bekannte Marke legt
Pro
- Gute Wertung (4,4)
- Günstig für Mehrfachkauf
- Basis von 297 Bewertungen
- Unterteilt für Fingerfood
Contra
- Keine Traditionsmarke
- Design weniger zurückhaltend
- Kein Besteck dabei
Ausstattung
- Unterteilter Teller
- Silikon
- Saugnapf
- Spülmaschinenfest
- Preiseinstieg
Mutkind Baby-Teller mit Saugnapf (3er-Set)
Mutkind
Das spricht dafür: Beste Wertung im Silikonfeld, Fokus auf starken Saugnapf.
Fazit: Die beste Wertung unter den Silikontellern, allerdings auf schmaler Basis von 59 Rückmeldungen. Der Hersteller stellt den besonders starken Saugnapf in den Vordergrund — genau der Punkt, an dem günstige Teller im Alltag scheitern, wenn das Kind gezielt zu ziehen beginnt.
Kernfakten
- Material
- Silikon (Herstellerangabe)
- Umfang
- 3 Teller
- Halt
- verstärkter Saugnapf
- Bewertungsbasis
- 59
- Segment
- Mid-Tier
Am besten für: Kinder, die den Teller gezielt vom Tisch ziehen
Weniger geeignet für: Wer belastbare Langzeiterfahrungen braucht
Pro
- Höchste Wertung im Feld (4,7)
- Drei Teller für den Wechsel
- Saugnapf als ausdrückliches Verkaufsargument
Contra
- Kleine Basis (59) — Wertung wenig belastbar
- Keine Langzeiterfahrungen
- Kein Besteck dabei
Ausstattung
- 3er-Set
- Silikon
- Verstärkter Saugnapf
- Beste Wertung im Silikonfeld
- Für den Wechsel
Warum Silikon für den Beikoststart passt
Weil es drei Probleme gleichzeitig löst, die in dieser Phase auftreten. Erstens Bruchsicherheit: Ein Silikonteller, der vom Hochstuhl fällt, ist unversehrt. Zweitens Gewicht: Kinder können ihn heben, ohne dass er sie überfordert. Drittens der Saugnapf, den es bei Porzellan gar nicht und bei Edelstahl nur selten gibt.
Dazu kommt ein Punkt, der bei anderen Materialien Dauerthema ist und hier schlicht wegfällt: die Temperatur. Bei Melamin-Formaldehyd-Harz rät das BfR ausdrücklich davon ab, heiße Speisen und Getränke daraus zu verwenden — genannt werden auch Schalen für Säuglingsfolgenahrung. Bei Silikon existiert diese Einschränkung nicht. Für frisch gekochten Brei ist das der praktisch relevanteste Unterschied.
Was gilt rechtlich für Silikon?
Weniger detailliert als für Kunststoff — und das sollte man wissen. Während Kunststoffe der Verordnung (EU) Nr. 10/2011 mit ihrer Positivliste unterliegen, gibt es für Silikon keine vergleichbare EU-Spezialregelung. In Deutschland ist der Maßstab die BfR-Empfehlung XV: Silikonelastomere dürfen im Rahmen guter Herstellungspraxis nicht mehr als 0,5 Prozent flüchtige organische Bestandteile abgeben.
Wichtig zur Einordnung, und das LGL Bayern formuliert es selbst so: „BfR-Empfehlungen sind keine Rechtsnormen. Sie stellen aber den aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik … dar." Die übergeordnete Anforderung aus der Rahmenverordnung (EG) Nr. 1935/2004 gilt trotzdem: Materialien dürfen keine Bestandteile in Mengen abgeben, die „die menschliche Gesundheit zu gefährden" geeignet sind.
Wie gut schneidet Silikon in Untersuchungen ab?
Deutlich besser als Melamin- und Bambusware. Das LGL Bayern untersuchte 2025 60 Silikon-Backutensilien aus dem stationären Handel. Ergebnis: 54 Proben, also 90 Prozent, waren unauffällig. Drei Proben wurden beanstandet, mit Freisetzungswerten von 0,7 bis 1,6 Prozent — und diese Beanstandungen betrafen ausschließlich Backhelfer, nicht Backformen.
Auch die Zeitreihe des CVUA Stuttgart zeigt ein stabiles Bild: 2019 waren 2 von 18 Proben beanstandet, 2020 acht Prozent auffällig, 2021 keine einzige Beanstandung, 2022 eine von vierzehn. Zur Ehrlichkeit gehört: Diese Untersuchungen betreffen Backutensilien, nicht Kindergeschirr — eine vergleichbare behördliche Reihenuntersuchung speziell zu Silikon-Kindergeschirr haben wir nicht gefunden. Das Material und der Prüfmaßstab sind aber dieselben.
Wie wichtig ist der Saugnapf wirklich?
In einer klar abgegrenzten Phase entscheidend. Solange Kinder ausprobieren, was mit dem Teller passierbar ist, macht ein funktionierender Saugnapf den Unterschied zwischen Mahlzeit und Bodenwischen. Danach ist er überflüssig — und stört sogar, wenn ältere Kinder den Teller bewusst umsetzen wollen.
Entscheidend ist die Unterlage, nicht der Teller. Saugnäpfe haften auf glatten, porenfreien Flächen: Melamin- und Kunststofftischplatten, Glas, versiegeltes Holz. Auf geöltem Holz, unbehandelten Oberflächen oder Tischdecken funktionieren sie nicht — daran scheitern die meisten enttäuschten Bewertungen, nicht am Produkt. Wer einen solchen Tisch hat, sollte statt eines Saugnapftellers ein Tischset mit integriertem Teller wählen, das großflächig aufliegt.
Tischset oder einzelner Teller?
| Bauform | Halt | Stärke | Schwäche |
|---|---|---|---|
| Teller mit Saugnapf | punktuell | kompakt, leicht zu verstauen | braucht glatte Fläche |
| Tischset mit Teller | großflächig | schützt die Tischfläche mit | sperrig, mehr Spülvolumen |
| Teller ohne Saugnapf | keiner | flexibel platzierbar | wandert |
Das PandaEar-Tischset in dieser Liste ist mit über 10.400 Bewertungen das am breitesten abgesicherte Produkt im gesamten Cluster — bei gleichzeitig der schwächsten Wertung von 3,9. Diese Kombination ist typisch für Saugnapfprodukte: Sie funktionieren auf dem einen Tisch hervorragend und auf dem anderen gar nicht, und beides landet in denselben Bewertungen.
Geteilt oder durchgehend?
Das richtet sich danach, wie dein Kind gerade isst. Geteilte Teller passen zur Fingerfood-Phase, weil Kinder getrennte Komponenten besser erkennen und gezielter greifen. Das Netzwerk Gesund ins Leben beziffert die motorische Voraussetzung: 85 Prozent der Babys im Alter von sechs bis sieben Monaten können kleine Nahrungsstücke mit den Händen greifen, mit sieben bis acht Monaten sind es 96 Prozent.
Sobald der Löffel dazukommt, kehrt sich der Vorteil um: An Fächerkanten bleibt der Löffel hängen, ein durchgehender Teller mit hohem Rand lässt sich besser ausräumen. Praktisch zeigt sich das im Feld — mushie bietet dasselbe Modell in beiden Varianten an, und die ungeteilte Version ist mit 4,3 besser bewertet als die geteilte mit 4,0.
Nimmt Silikon Gerüche an?
Ja, das ist der ehrlichste Nachteil des Materials. Silikon ist teilweise durchlässig für fettlösliche Substanzen — deshalb setzen sich Gerüche von Tomatensauce, Curry oder Fisch mit der Zeit fest. Ein verwandter Effekt wurde in einer JRC-Untersuchung an Babyflaschen dokumentiert: Dort wurden Phthalate insbesondere in Silikonflaschen nachgewiesen, wobei die Erklärung der Hersteller lautete, „Silikone absorbieren allerdings lipophile Substanzen, Kontaminationen können durch andere Teile der Flasche verursacht werden".
Praktisch heißt das: Silikon nimmt aus seiner Umgebung auf. Wer Gerüche vermeiden will, spült Silikongeschirr zeitnah, lagert es nicht mit stark riechenden Lebensmitteln zusammen und ersetzt Teile, die dauerhaft riechen. Wem das zu viel Pflege ist, greift zu Edelstahl — der ist in diesem Punkt völlig neutral.
Spülmaschine, Mikrowelle und Backofen
Bei den hier gelisteten Modellen geben die Hersteller durchgehend Spülmaschineneignung an. Für Mikrowelle und Backofen gilt: nur nach ausdrücklicher Herstellerangabe und innerhalb der genannten Temperaturgrenze. Genau an dieser Stelle beanstandete das LGL Bayern 2025 eine Silikonprobe — wegen einer Maximaltemperaturangabe, „deren entsprechende Umsetzung durch den Verwender nicht ohne weitere technische Hilfsmittel, wie beispielsweise einem Thermometer, möglich ist". Eine Angabe, die man im Alltag nicht überprüfen kann, ist praktisch keine Angabe.
Was bedeutet „BPA-frei" bei Silikon noch?
Seit Anfang 2025 deutlich weniger als früher. Die Verordnung (EU) 2024/3190 verbietet Verwendung und Inverkehrbringen von Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien — und nennt Silikone ausdrücklich im Anwendungsbereich. Sie gilt seit dem 20. Januar 2025; Altware durfte nur noch bis zum 20. Juli 2026 erstmals in Verkehr gebracht werden.
„BPA-frei" ist damit kein Auswahlkriterium mehr, sondern der gesetzliche Normalfall. Wer damit wirbt, beschreibt eine Selbstverständlichkeit. Aussagekräftiger ist, ob der Anbieter das Material überhaupt konkret benennt — der Marktcheck der Verbraucherzentralen fand 2024 bei 48 geprüften Küchenutensilien zwei Gegenstände, bei denen Verwendungshinweise vollständig fehlten.
Woher kommen die flüchtigen Bestandteile überhaupt?
Aus der Produktion. Bei der Vernetzung von Silikonelastomeren bleiben kurzkettige Moleküle übrig, die das CVUA Stuttgart als Oligomere mit einer Kettenlänge von etwa zehn bis dreißig Einheiten beschreibt. Sie sind nicht fest ins Netzwerk eingebunden und können deshalb austreten. Genau deshalb schreibt die gute Herstellungspraxis am Ende der Fertigung eine Wärmebehandlung vor, das Tempern, bei der diese Reste ausgetrieben werden.
Wo das unterbleibt, zeigt sich das im Labor. Das LGL Bayern nennt als Ursache erhöhter Werte ausdrücklich unzureichendes Tempern — mit einer bemerkenswert offenen Vermutung zur Motivlage: „Angesichts der gestiegenen Energiepreise ist es denkbar, dass Hersteller an dieser Stelle Ressourcen einsparen wollen." Für dich heißt das: Ein neues Silikonteil, das stark riecht, hat vermutlich zu wenig Wärmebehandlung gesehen. Gründliches heißes Spülen vor dem ersten Gebrauch holt einen Teil davon nach.
Wie reinige und pflege ich Silikongeschirr?
Unkompliziert, mit zwei Einschränkungen. Die Spülmaschine ist bei allen hier gelisteten Modellen laut Hersteller zulässig und im Alltag die beste Wahl, weil die höhere Temperatur Fettreste besser löst als Handspülen — und genau die sind es, die sich in Silikon festsetzen. Wer von Hand spült, sollte nicht zu kalt arbeiten.
Die zweite Einschränkung betrifft die Lagerung: Silikon nimmt aus seiner Umgebung fettlösliche Stoffe auf. Ein Silikonteller, der neben einer offenen Gewürzdose liegt, riecht irgendwann danach. Getrennt und trocken lagern löst das. Bei bereits eingezogenen Gerüchen hilft manchmal Ausbacken oder mehrstündiges Einlegen in Natronlösung — dauerhaft klebrige Oberflächen sind dagegen ein Grund zum Austausch.
Was ist mit Silikondeckeln und -verschlüssen?
Der Punkt wird oft übersehen, weil er nicht das Hauptmaterial betrifft. Viele Kinderbecher und Brotdosen kombinieren Kunststoff oder Edelstahl mit Silikondichtungen. Für diese gilt derselbe Maßstab wie für Silikongeschirr — die BfR-Empfehlung XV mit ihrer Grenze von 0,5 Prozent flüchtiger organischer Bestandteile.
Praktisch relevanter ist bei Dichtungen aber die Reinigung: Sie sitzen in Nuten, in denen sich Reste sammeln, und lassen sich meist herausnehmen. Wer das nie tut, hat dort das eigentliche Hygieneproblem — nicht im Material. Ein zweiter Hinweis aus der Praxis: Dichtungen altern schneller als der Rest, weil sie ständig gestaucht werden. Ein Becher, dessen Dichtung porös wird, gehört ersetzt oder braucht Ersatzteile.
Wie erkenne ich schlechtes Silikongeschirr?
An vier Dingen, die sich ohne Labor prüfen lassen. Erstens: ein starker Eigengeruch beim Auspacken, der auch nach dem Spülen bleibt — das deutet auf unzureichendes Tempern hin. Zweitens ein Weißbruch-Test: Wird das Material beim Verdrehen an der Knickstelle deutlich weiß, spricht das für Füllstoffe statt reinem Silikon. Drittens fehlende Materialangaben. Viertens Auslobungen, die zu gut klingen — die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Bezeichnungen wie „Lignin" oder Pflanzenfaser-Zusätze in der Praxis häufig verdecken, dass es sich um Kunststoff handelt.
Ist Silikon nachhaltiger als Kunststoff?
Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, und die Verbraucherzentralen warnen ausdrücklich davor, „Bio"-Auslobungen für bare Münze zu nehmen. In ihrem Marktcheck verweisen sie auf eine Untersuchung der Goethe-Universität Frankfurt, wonach der Anteil schädlicher Chemikalien in Biokunststoffen „genauso hoch … wie in herkömmlichen Kunststoffen auf Erdölbasis" liegt. Auch das CVUA Stuttgart fand bei 17 geprüften Ersatzprodukten aus Reishülsen oder Weizenstroh: „Ausnahmslos alle" bestanden aus Kunststoff.
Für Silikon gilt die nüchterne Einordnung der Verbraucherzentralen zum Mehrweggeschirr: Keramik, Glas und Edelstahl haben „in der Regel" die höhere Lebenserwartung. Silikon liegt dazwischen — deutlich langlebiger als Einweg, aber kein Material für zwanzig Jahre. Für die Beikostphase, die zwei bis drei Jahre dauert, ist das kein Nachteil. Wer über die gesamte Kinderzeit denkt, kombiniert Silikon am Anfang mit Edelstahl danach.
Wie lange hält Silikongeschirr?
Mehrere Jahre, aber nicht unbegrenzt. Silikon verliert mit der Zeit Formstabilität und damit Saugkraft, wird an belasteten Stellen stumpf und nimmt Gerüche an. Sichtbare Risse oder klebrige Oberflächen sind ein Grund zum Austausch. Zum Vergleich: Die Verbraucherzentralen ordnen Keramik, Glas und Edelstahl ausdrücklich als Materialien mit „in der Regel" höherer Lebenserwartung ein. Für die Beikostphase ist Silikon trotzdem die praktischere Wahl — es muss ja nicht zwanzig Jahre halten, sondern zwei bis drei.
Was kostet Silikon-Kindergeschirr?
Wir ordnen nach Marktsegment statt nach Betrag, weil Preise laufend wechseln. Auffällig ist die Verteilung in diesem Feld: Das Produkt mit der größten Bewertungsbasis — über 10.400 Rückmeldungen — hat die schwächste Wertung, während die bestbewerteten Modelle auf sehr dünner Basis stehen. Beides sagt wenig über die Materialqualität und viel über die Passung zum jeweiligen Tisch.
Der Aufpreis bei Markenprodukten wie mushie oder Moonkie fließt vor allem in Design, Farbgebung und Verarbeitungsdetails — nicht in grundsätzlich anderes Material. Wer mehrere Teller im Wechsel braucht, fährt mit günstigen Mehrfachpackungen sinnvoller, solange die Materialangabe stimmt.
Typische Fehler bei Silikongeschirr
- Saugnapfteller für einen geölten Holztisch kaufen, auf dem er nicht haften kann.
- Geteilte Teller weiternutzen, wenn das Kind längst mit dem Löffel isst.
- Neuware ohne gründliches Spülen in Gebrauch nehmen.
- „BPA-frei" als Qualitätsmerkmal lesen — seit 2025 ist es Pflicht.
Aus der Praxis
- Zwei bis drei identische Teller kaufen; das BIÖG rät ausdrücklich zu gleichbleibendem Geschirr.
- Saugnapf vor dem Andrücken kurz anfeuchten — das verbessert den Halt deutlich.
- Silikon nicht mit stark riechenden Speisen zusammen lagern.
- Teller mit Deckel sparen das Umfüllen von Resten in eine extra Dose.
Quellen & Methodik
Aggregierte Einordnung ohne Eigentest. Alle verlinkten Quellen wurden vor Veröffentlichung live geprüft.
- LGL Bayern: Silikon-Backutensilien 2025, BfR-Empfehlung XV und Tempern
- CVUA Stuttgart: Zeitreihe Silikon-Backformen 2019 bis 2022
- BfR: FAQ zu Melamin-Formaldehyd-Harz (Stand 17.07.2026)
- BfR: Fachgespräch Bisphenol-A-Alternativen, JRC-Untersuchung an Babyflaschen (PDF)
- Netzwerk Gesund ins Leben: Greifen von Nahrungsstücken nach Alter
- Verbraucherzentralen: Marktcheck Küchenutensilien (Erhebung 2024)
- BIÖG: Selbstständig essen, gleicher Teller und Löffel
- Herstellerangaben der gelisteten Marken; aggregierte Amazon-Bewertungen (Stand August 2026).
FAQ
Häufige Fragen
Ist Silikon für Kindergeschirr unbedenklich?
Nach den vorliegenden Untersuchungen ja. Das LGL Bayern fand 2025 bei 60 geprüften Silikon-Backutensilien 90 Prozent unauffällig; die drei Beanstandungen betrafen ausschließlich Backhelfer. Maßstab ist die BfR-Empfehlung XV mit maximal 0,5 Prozent flüchtiger organischer Bestandteile.
Welche Regeln gelten für Silikon?
Silikon ist EU-weit nicht so detailliert geregelt wie Kunststoff. In Deutschland ist der Maßstab die BfR-Empfehlung XV. Wichtig: BfR-Empfehlungen sind keine Rechtsnormen, geben aber den Stand von Wissenschaft und Technik wieder.
Muss ich Silikongeschirr vor dem ersten Gebrauch spülen?
Sinnvoll ist es. Erhöhte Werte flüchtiger Bestandteile gehen laut LGL Bayern auf unzureichendes Tempern zurück, also die abschließende Wärmebehandlung in der Fertigung. Gründliches heißes Spülen entfernt einen Teil dieser Reste.
Warum hält mein Saugnapfteller nicht?
Meist wegen der Unterlage. Saugnäpfe haften auf glatten, porenfreien Flächen. Auf geöltem Holz, unbehandelten Oberflächen oder Tischdecken funktionieren sie nicht — dann ist ein Tischset mit integriertem Teller die bessere Lösung.
Nimmt Silikon Gerüche an?
Ja, das ist der ehrlichste Nachteil. Silikon absorbiert fettlösliche Substanzen. Zeitnahes Spülen, getrennte Lagerung und der Austausch dauerhaft riechender Teile helfen. Wer das vermeiden will, greift zu Edelstahl.
Geteilter oder durchgehender Silikonteller?
Geteilt beim Fingerfood, durchgehend ab der Löffelphase. Im Feld zeigt sich das auch in den Bewertungen: Die ungeteilte mushie-Variante ist besser bewertet als die geteilte.
Darf Silikongeschirr in Spülmaschine und Mikrowelle?
Die Spülmaschine ist bei allen gelisteten Modellen laut Hersteller zulässig. Für Mikrowelle und Backofen gilt: nur nach ausdrücklicher Herstellerangabe und innerhalb der genannten Temperaturgrenze.
Bedeutet BPA-frei bei Silikon noch etwas?
Kaum. Die Verordnung (EU) 2024/3190 verbietet Bisphenol A in Lebensmittelkontaktmaterialien und nennt Silikone ausdrücklich. Sie gilt seit dem 20. Januar 2025. BPA-frei ist damit der gesetzliche Normalfall, kein Auswahlkriterium.