Reisehochstuhl, Tischsitz oder Boostersitz im Vergleich
Vier platzsparende Sitzlösungen — und der Punkt, den kaum ein Ratgeber nennt: Tischsitze und Sitzerhöhungen fallen unter EN 1272 und EN 16120, nicht EN 14988.
Für die vier Produkte auf dieser Seite gelten drei verschiedene Normen — und keine davon ist die Hochstuhlnorm EN 14988, die in fast jedem Ratgeber pauschal genannt wird. Wer das weiß, liest Angebote anders und erkennt, welche Angabe zu welcher Bauart überhaupt passt.
Die vier Lösungen hier haben außerdem eines gemeinsam, das sie von jedem Hochstuhl unterscheidet: Ihre Sicherheit hängt zu einem erheblichen Teil an einem Gegenstand, den der Hersteller nie gesehen hat — an Ihrem Esstisch oder an Ihrem Stuhl. Das macht sie nicht schlechter, aber es verlagert einen Teil der Verantwortung vom Prüflabor zum Nutzer. Diese Seite sagt deshalb bei jeder Bauart dazu, woran sie tatsächlich hängt.

Ingenuity 2in1 Sitzerhöhung & Boostersitz

Teglü faltbarer Tischsitz / Babysitz

Toogel klappbarer Tischsitz (tragbar)

hauck Sit N Fold faltbarer Hochstuhl
| Produkt | Segment | Bewertung | Aktion |
|---|---|---|---|
![]() | Mid-Tier | 4.5(20.099) | Ansehen |
![]() | Einsteiger | 4.6(326) | Ansehen |
![]() | Einsteiger | 4.3(283) | Ansehen |
![]() | Mid-Tier | 4.3(469) | Ansehen |
Ingenuity 2in1 Sitzerhöhung & Boostersitz
Ingenuity
Das spricht dafür: Ueber 20.000 Bewertungen — die größte Basis unter den Reiselösungen.
Fazit: Die meistbewertete Sitzlösung des Clusters und inzwischen über der Marke von 20.000 Stimmen. Der Booster wird mit Gurten auf einen normalen Stuhl geschnallt und ersetzt so den freistehenden Hochstuhl. Wichtig zur Einordnung: In der NEISS-Auswertung von Powell und Kollegen entfielen 13 Prozent aller Hochstuhl-Verletzungen auf genau diese Bauart — der Halt hängt vollständig am Untergrundstuhl.
Kernfakten
- Bauart
- Sitzerhöhung / Boostersitz
- Befestigung
- auf einem normalen Stuhl, mit Gurten
- Tablett
- abnehmbar
- Bewertungsbasis
- 20.099 Bewertungen
Am besten für: Kleine Küchen und Haushalte ohne Platz für ein Gestell
Weniger geeignet für: Wer eine Lösung ab Geburt braucht
Pro
- Größte Bewertungsbasis der Reiselösungen (20.099)
- Guter Sternewert bei sehr großer Basis (4,5)
- Ersetzt einen freistehenden Hochstuhl
- Leicht mitzunehmen
Contra
- Sicherheit hängt vollständig am Untergrundstuhl
- Anbau-Sitze machten 13 Prozent der ausgewerteten Verletzungen aus (Powell u. a. 2002)
- Kein Liegemodus
Ausstattung
- Boostersitz für normale Stühle
- Abnehmbares Tablett
- Platzsparend
- Sehr große Bewertungsbasis
Teglü faltbarer Tischsitz / Babysitz
Teglü
Das spricht dafür: Besserer Schnitt der beiden Tischsitze, mit Transporttasche.
Fazit: Faltbarer Tischsitz mit Transporttasche, der an der Tischkante befestigt wird. Mit 4,6 Sternen der bessere Schnitt der beiden Tischsitze hier, bei ähnlich schmaler Basis (326). Beide teilen dieselbe bauartbedingte Grenze: Ohne geeignete Tischplatte ist die Lösung nicht nutzbar.
Kernfakten
- Bauart
- Tischsitz (Klemmsitz)
- Befestigung
- an der Tischkante
- Faltung
- faltbar, mit Transporttasche
- Bewertungsbasis
- 326 Bewertungen
Am besten für: Wer viel unterwegs isst und wenig mitschleppen will
Weniger geeignet für: Wer einen freistehenden Stuhl braucht
Pro
- Bester Sternewert der Tischsitze (4,6)
- Transporttasche im Lieferumfang
- Sehr klein verstaubar
Contra
- Schmale Basis (326)
- Nur an geeigneten Tischplatten nutzbar
Ausstattung
- An der Tischkante befestigt
- Faltbar
- Transporttasche
- Leicht
Toogel klappbarer Tischsitz (tragbar)
Toogel
Das spricht dafür: Klemmt an die Tischplatte, kein eigenes Gestell nötig.
Fazit: Tischsitz, der direkt an der Tischplatte festgeklemmt wird und ohne eigenes Gestell auskommt. Offenlegung: Bei unserer letzten Prüfung standen hier 3.701 Bewertungen, jetzt sind es 283. Eine solche Differenz entsteht nicht durch gelöschte Rezensionen, sondern durch einen Umbau des Angebots — der früher angezeigte Bewertungsstamm gehörte offenbar zu einer zusammengefassten Variantengruppe. Wir haben die entsprechende Auszeichnung deshalb entfernt.
Kernfakten
- Bauart
- Tischsitz (Klemmsitz)
- Befestigung
- an der Tischplatte
- Faltung
- klein zusammenklappbar
- Bewertungsbasis
- 283 Bewertungen (zuvor 3.701 angezeigt)
Am besten für: Reisen, Restaurant und sehr beengte Wohnungen
Weniger geeignet für: Glas-, Auszieh- und Mittelfußtische
Pro
- Kleinste Stellfläche im Cluster
- Für Restaurant und Reise geeignet
- Klein faltbar
Contra
- Nur an tragfähigen, ausreichend dicken Tischplatten nutzbar
- Bewertungsbasis nach Angebotsumbau von 3.701 auf 283 gefallen
- Kein Tablett, kein Liegemodus
Ausstattung
- Klemmt an die Tischplatte
- Kein eigenes Gestell
- Klein faltbar
- Leicht
hauck Sit N Fold faltbarer Hochstuhl
hauck
Das spricht dafür: Freistehend und trotzdem flach verstaubar.
Fazit: Der einzige freistehende Klapphochstuhl dieser Auswahl: Er braucht weder eine Tischplatte noch einen Untergrundstuhl und fällt damit nicht unter die Bauarten, die in den ausgewerteten Unfalldaten gesondert auffallen. Laut Angebot für 6 bis 36 Monate und bis 15 Kilogramm — das ist die typische Obergrenze nicht mitwachsender Modelle.
Kernfakten
- Bauart
- faltbarer Hochstuhl, freistehend
- Alter
- 6 bis 36 Monate (Herstellerangabe)
- Obergrenze
- 15 kg
- Faltung
- flach zusammenklappbar
- Zubehör
- Schutzhülle
Am besten für: Wer platzsparen will, ohne vom Esstisch abhängig zu sein
Weniger geeignet für: Wer eine Lösung über das dritte Lebensjahr hinaus sucht
Pro
- Braucht weder Tischplatte noch Untergrundstuhl
- Flach verstaubar
- Alters- und Gewichtsgrenze klar angegeben
Contra
- Schnitt nur solide (4,3)
- Nach 36 Monaten nicht mehr nutzbar
- Größer als ein Tischsitz
Ausstattung
- Freistehend
- Flach faltbar
- Kein Tisch nötig
- Schutzhülle
Drei Bauarten, drei Normen
DIN EN 14988:2024-08 gilt laut DIN ausdrücklich für freistehende Kinderhochstühle, die ein Kind auf Esstischhöhe heben. Ein Tischsitz steht nicht, er hängt. Ein Boostersitz steht auch nicht, er liegt auf einem anderen Stuhl. Beide fallen damit nicht unter diese Norm, sondern unter eigene.
Für Tischsitze gilt DIN EN 1272:2017-08 — „Artikel für Säuglinge und Kleinkinder, Tischhängesitze, Sicherheitstechnische Anforderungen und Prüfverfahren". Ihr Anwendungsbereich: Kinder bis zu einem Höchstgewicht von 15 Kilogramm, die ohne fremde Hilfe sitzen können.
Für Sitzerhöhungen gilt DIN EN 16120:2017-03 — „Artikel für Säuglinge und Kleinkinder, Sitzerhöhungen für Stühle". Anwendungsbereich hier: Kleinkinder, die ohne Unterstützung sitzen können, bis zu einem Alter von drei Jahren oder einem Höchstkörpergewicht von 15 Kilogramm.
Nur für den freistehenden Klapphochstuhl in dieser Auswahl gilt die Hochstuhlnorm. Praktisch heißt das: Steht bei einem Tischsitz „EN 14988“, ist das im besten Fall eine Ungenauigkeit im Angebotstext — die einschlägige Norm ist eine andere.
Was in allen drei Normen gleich ist
Bei aller Unterschiedlichkeit verlangen alle drei dieselbe Voraussetzung: Das Kind muss ohne fremde Hilfe sitzen können. Keine dieser Bauarten ist für ein Kind gedacht, das noch gehalten werden muss — und keine hat eine Liegeposition.
Der zweite gemeinsame Nenner ist die Grenze von 15 Kilogramm. Sie taucht in EN 1272 und EN 16120 gleichermaßen auf und markiert bei diesen Bauarten nicht Bequemlichkeit, sondern Konstruktion: Klemmen und Gurte sind für diese Last ausgelegt, nicht darüber. Wann ein Kind dafür überhaupt so weit ist, steht im Ratgeber Hochstuhl ab wann.
Der Befund, der diese Kategorie betrifft
Kompakte Lösungen gelten gemeinhin als die harmlosere Wahl — niedriger, kleiner, weniger Stuhl. Die Daten stützen das nicht.
In der NEISS-Auswertung von Powell, Jovtis und Tanz entfielen 13 Prozent aller hochstuhlbezogenen Verletzungen bei Kindern bis drei Jahre auf Anbau-Hochstühle einschließlich Boostersitzen und weitere 10 Prozent auf Jugendstühle. Entscheidend ist aber der zweite Teil des Befundes: Zwischen diesen Bauarten und dem klassischen Hochstuhl fanden die Autoren keine signifikanten Unterschiede bei der verletzten Körperregion, bei der Diagnose oder bei der Häufigkeit stationärer Aufnahmen.
Das ergibt Sinn, wenn man die Geometrie betrachtet. Ein Boostersitz auf einem Erwachsenenstuhl bringt das Kind fast auf dieselbe Höhe wie ein Hochstuhl — und aus dieser Höhe fällt ein Kleinkind kopfvoran, egal von welcher Konstruktion. Die kompakte Bauart spart Platz, nicht Fallhöhe.
Warum keiner dieser Sitze eine Fußablage hat
Bei freistehenden Hochstühlen gilt die Fußablage als Qualitätsmerkmal: Sie gibt dem Becken Gegenhalt, das Kind rutscht weniger, es sitzt stabiler. Bei Tischsitzen und Boostersitzen fehlt sie fast immer — und das liegt nicht an Sparsamkeit, sondern an der Bauart.
Ein Tischsitz hängt frei an der Platte; alles, was er unter sich trägt, hebelt an der Klemmung. Ein Boostersitz liegt auf einer Sitzfläche, unter der die Beine des Untergrundstuhls stehen — dort ist kein Platz für eine Ablage, die sich in der Höhe verstellen ließe.
Praktisch heißt das zweierlei. Erstens sitzt das Kind in diesen Lösungen mit frei hängenden Beinen, was auf Dauer weniger stabil ist als in einem Stuhl mit Ablage. Zweitens wird das Rückhaltesystem dadurch wichtiger: Es ist hier das einzige Bauteil, das das Kind an Ort und Stelle hält. Für kurze Mahlzeiten unterwegs ist das unproblematisch; als Dauerlösung für drei Mahlzeiten täglich über Jahre ist ein freistehender Stuhl die bessere Konstruktion.
Der Irrtum, der dieser Kategorie anhängt
„Kleiner“ heißt bei diesen Lösungen nicht „niedriger“. Ein Boostersitz sitzt auf einem Stuhl, ein Tischsitz an der Tischplatte — beide auf Essenshöhe. Das Rückhaltesystem ist hier genauso wenig optional wie beim großen Hochstuhl, eher im Gegenteil: Es gibt keine seitlichen Wangen und keine Fußablage, die zusätzlich Halt geben.
Woran ein Tischsitz wirklich hängt
Ein Tischhängesitz überträgt die gesamte Last über zwei Klemmen auf eine Tischplatte, die niemand geprüft hat. Die Norm kann den Sitz prüfen; sie kann Ihren Esstisch nicht prüfen. Daraus folgt eine Liste von Tischen, an denen diese Bauart nicht funktioniert.
Glasplatten scheiden aus, weil punktuelle Klemmkräfte Glas sprengen können. Ausziehtische scheiden aus, weil die Platte an der Trennfuge nachgeben kann. Tische mit Mittelfuß sind kritisch, weil das Gewicht des Kindes seitlich an der Platte hebelt und der Tisch kippen kann. Platten aus dünnem Span oder mit weichen Kantenumleimern geben unter den Klemmen nach. Und Tischplatten, die nur aufgelegt und nicht mit dem Gestell verschraubt sind, können sich abheben.
Bleiben massive, mit dem Gestell fest verbundene Platten auf einem Gestell mit vier Beinen — und selbst dann gilt die Dickenangabe des Herstellers. Wer einen Tischsitz kauft, kauft ihn also nicht für ein Kind, sondern für einen bestimmten Tisch.
Eine Gefahr, die erst 2017 in die Norm kam
Im Änderungsvermerk von DIN EN 1272:2017-08 gegenüber der Vorgängerausgabe von 1998 steht ein Punkt, der die Bauart gut beschreibt: Neu eingeführt wurde die Anforderung zur Fangstelle für den Kopf mit den Füßen voran.
Gemeint ist der Fall, dass ein Kind mit den Füßen zuerst nach unten durchrutscht und mit dem Hals in der Öffnung hängen bleibt. Das ist derselbe Mechanismus, der auch bei freistehenden Hochstühlen dokumentiert ist, wenn der Schrittgurt nicht geschlossen wird — beschrieben im Ratgeber zur Hochstuhl-Sicherheit.
Dass diese Anforderung erst 2017 aufgenommen wurde, heißt zweierlei. Erstens: Aktuelle Modelle werden darauf geprüft. Zweitens: Ein Tischsitz aus einer Kellerkiste, der vor 2017 gekauft wurde, wurde es nicht. Für den Gebrauchtkauf ist das einer der wenigen Punkte, an denen das Alter eines Produkts wirklich zählt.
Vor jeder Nutzung eines Tischsitzes
0 / 7Grundlage: Abgeleitet aus dem Anwendungsbereich von DIN EN 1272:2017-08 und aus den Befestigungshinweisen der gelisteten Hersteller. Keine eigene Messung — eine Kontrollreihenfolge, keine Prüfung im Sinne der Norm. · Der Haken bleibt in deinem Browser und wird nicht gespeichert.
Der Boostersitz hat ein anderes Problem
Ein Boostersitz braucht keine Tischplatte, sondern einen Stuhl — und verlagert damit dasselbe Problem nur um einen Meter. Der Halt hängt vollständig am Untergrundstuhl, und der ist ebenfalls nie geprüft worden.
Kritisch sind vier Stuhltypen: Stühle ohne durchgehende Rückenlehne, an denen der obere Gurt keinen Halt findet; Freischwinger, die selbst federn und kippen können; Stühle mit gepolsterter, weicher Sitzfläche, auf der der Sitz wandert; und Hocker ohne Lehne, für die diese Bauart schlicht nicht gedacht ist.
Der Vorteil bleibt dennoch erheblich: Ein Boostersitz braucht keine eigene Stellfläche, wandert mit in den Urlaub und kostet in der Küche nichts an Platz. Genau deshalb ist das meistbewertete Produkt dieses Clusters — mit über 20.000 Bewertungen — ausgerechnet ein Boostersitz und kein Hochstuhl.
Gebraucht kaufen in dieser Kategorie
Tischsitze und Boostersitze werden häufig weitergereicht, weil sie nur kurze Zeit gebraucht werden und wenig Platz beanspruchen. Anders als beim massiven Holzstuhl sind hier aber die tragenden Teile Verschleißteile.
Prüfen Sie erstens Klemmen und Gewinde: Ausgeleierte Flügelschrauben oder ein Gewinde, das sich nicht mehr spürbar festziehen lässt, machen das Produkt unbrauchbar. Zweitens die Gurte samt Schrittgurt — Gurtband, das an den Kanten ausfranst, und Schnallen, die nicht mehr hörbar einrasten, sind Ausschlussgründe. Drittens Kunststoffteile auf Haarrisse, besonders an den Krafteinleitungspunkten, wo der Sitz an der Klemmung hängt.
Und achten Sie bei Tischsitzen auf das Alter. Die Anforderung zur Fangstelle für den Kopf mit den Füßen voran kam erst mit der Ausgabe von 2017 in DIN EN 1272; ältere Modelle wurden darauf nicht geprüft. Bei dieser Bauart ist das Baujahr also ausnahmsweise ein hartes Kriterium und keine Formalie.
Wann der freistehende Klapphochstuhl die bessere Wahl ist
Er ist die einzige Lösung dieser Auswahl, die weder eine bestimmte Tischplatte noch einen bestimmten Stuhl voraussetzt. Damit funktioniert er in der Ferienwohnung, bei den Großeltern und in der eigenen Küche gleichermaßen — und er fällt unter die Hochstuhlnorm EN 14988 statt unter die beiden Sonderfälle.
Der Preis dafür ist Volumen. Auch flach zusammengeklappt ist er ein Möbelstück und kein Gepäckstück; für eine Flugreise ist er die falsche Wahl. Und er endet nach Herstellerangabe bei 36 Monaten beziehungsweise 15 Kilogramm — was für diese Klasse üblich ist, wie auch das Warentest-Feld 12/2024 zeigt, in dem nicht mitwachsende Modelle meist bis 15 Kilogramm zugelassen waren.
Was unterwegs tatsächlich zählt
Wer eine dieser Lösungen für Reisen kauft, sollte nach anderen Kriterien schauen als beim Küchenmöbel. Drei Dinge entscheiden im Alltag über den Nutzen.
Das Packmaß ist das offensichtliche: Ein Tischsitz, der flach in eine Wickeltasche passt, wird mitgenommen; einer, der ein eigenes Gepäckstück braucht, bleibt zu Hause. Eine mitgelieferte Transporttasche ist deshalb kein Zubehör, sondern der Unterschied zwischen Nutzung und Nichtnutzung. Von den beiden Tischsitzen in dieser Auswahl bringt einer sie mit.
Das zweite ist die Reinigbarkeit ohne Waschmaschine. Unterwegs steht selten eine zur Verfügung. Ein Bezug aus abwischbarem Material ist hier praktischer als ein waschbarer Stoffbezug — genau umgekehrt zur Situation zu Hause.
Das dritte ist die Aufbauzeit an einem fremden Tisch. Wenn das Anbringen länger dauert, als die Geduld eines hungrigen Kleinkinds reicht, wird es im Restaurant nicht benutzt. Modelle mit zwei einfachen Klemmschrauben sind hier im Vorteil gegenüber solchen mit Gurtsystemen, die um die Platte geführt werden müssen.
Die beiden Tischsitze im direkten Vergleich
Beide Modelle in dieser Auswahl machen dasselbe und unterscheiden sich in drei nachprüfbaren Punkten. Der Teglü erreicht 4,6 Sterne aus 326 Bewertungen, der Toogel 4,3 aus 283 — beides schmale Basen, auf denen ein Unterschied von drei Zehnteln noch wenig trägt.
Der zweite Unterschied ist die Transporttasche, die beim Teglü zum Lieferumfang gehört. Der dritte betrifft die Vergleichbarkeit der Zahlen selbst: Beim Toogel ist die angezeigte Bewertungszahl zwischen zwei Prüfungen eingebrochen, worauf wir weiter unten eingehen — der heutige Wert bezieht sich also auf einen anderen Zählstand als der frühere.
Was beide teilen, ist die entscheidende Einschränkung: Sie funktionieren nur an einer geeigneten Tischplatte. Diese Bedingung wiegt schwerer als jede Differenz im Sternewert, weil sie über Nutzbarkeit entscheidet und nicht über Zufriedenheit.
Warum es für diese Bauarten kaum unabhängige Tests gibt
Bei den freistehenden Hochstühlen können wir auf ein Prüfergebnis der Stiftung Warentest aus Heft 12/2024 verweisen. Für Tischsitze und Boostersitze gibt es nichts Vergleichbares aus jüngerer Zeit — das Testfeld dort bestand aus zwölf Hochstühlen, mitwachsenden und nicht mitwachsenden, nicht aus Anbaulösungen.
Das ist keine Nachlässigkeit, sondern eine Folge der Bauart: Ein Produkt, dessen Sicherheit zur Hälfte am Möbel des Nutzers hängt, lässt sich im Labor nur eingeschränkt bewerten. Man kann den Sitz prüfen, aber nicht die Kombination aus Sitz und Tisch, die es beim Anwender tatsächlich gibt.
Für Käufer hat das eine unbequeme Konsequenz: In dieser Kategorie fehlt genau das Signal, das wir bei den freistehenden Modellen über den Sternewert stellen. Bleiben zwei Anhaltspunkte — der ausdrückliche Bezug auf die richtige Norm, also EN 1272 beim Tischsitz und EN 16120 beim Boostersitz, und die eigene Kontrolle vor jeder Nutzung. Genau deshalb steht die Prüfliste oben auf dieser Seite und nicht als Fußnote am Ende.
Warum eine Bewertungszahl in dieser Auswahl eingebrochen ist
Bei einem Produkt hier ist die angezeigte Bewertungszahl zwischen zwei Prüfungen von 3.701 auf 283 gefallen, bei praktisch unverändertem Sternewert. Das legen wir offen, weil wir dieses Produkt zuvor mit einer Auszeichnung für eine besonders große Bewertungsbasis geführt haben — diese Auszeichnung ist entfallen.
Eine solche Differenz entsteht nicht durch gelöschte Rezensionen. Sie entsteht, wenn ein Händler eine zusammengefasste Variantengruppe auftrennt: Der frühere Stamm gehörte zu mehreren Varianten gemeinsam, der heutige nur noch zu einer. Dasselbe Produkt, dieselbe Qualität, ein anderer Zähler.
Für Käufer heißt das: Eine hohe Bewertungszahl ist nur so viel wert, wie sie sich der Variante zuordnen lässt, die man tatsächlich kauft. Das ist einer der Gründe, warum wir Sternewerte einordnen, statt eine Rangfolge daraus zu bauen.
Für wen welche der vier passt
Wer maximale Flexibilität ohne Voraussetzungen braucht, nimmt den freistehenden Klapphochstuhl. Wer in einer kleinen Küche dauerhaft Platz sparen will und stabile Stühle hat, nimmt den Boostersitz mit der größten Bewertungsbasis. Wer wirklich klein packen muss — Urlaub, Restaurant, Besuch — nimmt einen Tischsitz, sofern der Zieltisch die Bedingungen erfüllt.
Keine dieser Lösungen ersetzt einen mitwachsenden Stuhl über Jahre; alle enden spätestens bei 15 Kilogramm. Wer eine langfristige Lösung sucht, findet sie im Vergleich der mitwachsenden Modelle, wer eine ab Geburt im Vergleich der Kombihochstühle.
Woher die Angaben stammen
Normangaben stammen aus dem öffentlichen Datensatz von DIN Media, jeweils von der Seite der aktuellen Ausgabe. Sterne und Bewertungszahlen wurden am 15.09.2026 einzeln abgelesen. Wir testen nicht selbst und nennen keine Preise.
- DIN Media: DIN EN 1272:2017-08 — Tischhängesitze, Anwendungsbereich und Änderungsvermerk
- DIN Media: DIN EN 16120:2017-03 — Sitzerhöhungen für Stühle (EN 16120:2012+A2:2016)
- DIN Media: DIN EN 14988:2024-08 — freistehende Kinderhochstühle
- Powell EC, Jovtis E, Tanz RR: Incidence and description of high chair-related injuries to children. Ambul Pediatr 2002;2(4):276–8
- Stiftung Warentest: Kinderhochstühle im Test, Heft 12/2024 — Gewichtsgrenzen nicht mitwachsender Modelle
- Europäische Kommission, Safety Gate — Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte
FAQ
Häufige Fragen
Welche Norm gilt für Tischsitze?
DIN EN 1272:2017-08, Artikel für Säuglinge und Kleinkinder — Tischhängesitze. Sie gilt für Kinder bis zu einem Höchstgewicht von 15 Kilogramm, die ohne fremde Hilfe sitzen können. EN 14988 gilt ausdrücklich nur für freistehende Kinderhochstühle.
Und für Sitzerhöhungen?
DIN EN 16120:2017-03, Sitzerhöhungen für Stühle, in der deutschen Fassung von EN 16120:2012+A2:2016. Anwendungsbereich sind Kleinkinder, die ohne Unterstützung sitzen können, bis zu einem Alter von drei Jahren oder einem Höchstkörpergewicht von 15 Kilogramm.
Sind kompakte Lösungen sicherer als ein großer Hochstuhl?
Die Daten stützen das nicht. In der Auswertung von Powell und Kollegen entfielen 13 Prozent der Verletzungen auf Anbau-Hochstühle einschließlich Boostersitzen. Zwischen diesen Bauarten und dem klassischen Hochstuhl fanden die Autoren keine signifikanten Unterschiede bei Körperregion, Diagnose oder stationärer Aufnahme. Die kompakte Bauart spart Platz, nicht Fallhöhe.
An welchen Tischen funktioniert ein Tischsitz nicht?
An Glasplatten, an Ausziehtischen, an Tischen mit Mittelfuß, an dünnen Spanplatten mit weichen Kantenumleimern und an Platten, die nur aufgelegt und nicht mit dem Gestell verschraubt sind. Es bleiben massive, fest verbundene Platten auf einem Vierbeingestell — und auch dort gilt die Dickenangabe des Herstellers.
Warum haben diese Sitze keine Fußablage?
Weil die Bauart keinen Platz dafür lässt: Ein Tischsitz hängt frei an der Platte, alles darunter hebelt an der Klemmung; unter einem Boostersitz stehen die Beine des Untergrundstuhls. Das Kind sitzt deshalb mit frei hängenden Beinen, was das Rückhaltesystem umso wichtiger macht.
Worauf beim gebrauchten Tischsitz achten?
Auf das Baujahr. Die Anforderung zur Fangstelle für den Kopf mit den Füßen voran kam erst mit der Ausgabe 2017 in DIN EN 1272; ältere Modelle wurden darauf nicht geprüft. Außerdem auf ausgeleierte Klemmgewinde, ausgefranste Gurtbänder und Haarrisse an den Krafteinleitungspunkten.