Gymnastikball Größe: zehn Größentabellen und ein Rechner
Gymnastikball-Größe nach Körpergröße: zehn Tabellen von TOGU, Gymnic, Pezzi, Trideer, VLUV, NHS und mehr im Rechner, dazu Sitzprobe und richtig messen.
168 Zentimeter, zwei Herstellertabellen, zwei Ballgrößen: Gymnic empfiehlt bei dieser Körpergröße einen Ball mit 55 Zentimetern Durchmesser, TOGU einen mit 65. Beide Tabellen stehen auf den Seiten der Hersteller, beide gelten für Gymnastikbälle zum Sitzen und Üben, und keine der beiden sagt, wie ihre Grenzen zustande kommen. Diese Seite legt zehn Größentabellen nebeneinander, von TOGU, Gymnic, Original Pezzi, Trideer, VLUV, TheraBand, Gaiam, Domyos und dem britischen Gesundheitsdienst NHS. Ein Rechner liest für jede Körpergröße alle zehn ab. Danach geht es um das, was die Tabellen nicht leisten: die Probe im Sitzen, den Unterschied zwischen Durchmesser und Sitzhöhe und das Nachmessen nach dem Aufpumpen.
Warum eine Körpergröße zwei Ballgrößen ergibt
Größentabellen für Gymnastikbälle sehen alle gleich aus: links die Körpergröße, rechts der Durchmesser. Die Zahlen darin unterscheiden sich aber gerade zwischen 150 und 190 Zentimetern, wo die Grenzen der Stufen liegen. TOGU lässt den 65er bei 166 Zentimetern beginnen, Gymnic erst bei 170. Bei 168 Zentimetern landet man also bei TOGU auf 65 und bei Gymnic auf 55 Zentimetern. Bei 180 Zentimetern dreht sich das Bild: TOGU nennt dann schon 75, Gymnic noch 65. Dasselbe Muster zeigt TheraBand, dessen Tabelle bei 168 Zentimetern ebenfalls 55 ergibt und bei 180 noch 65.
Hinzu kommt, dass TOGU zwei Tabellen veröffentlicht. In den häufig gestellten Fragen endet der 45er bei 155 Zentimetern und der 65er bei 178. Im Blog zu Schwangerschaft und Rückbildung vom Juli 2023 endet der 45er schon bei 150 Zentimetern, und einen 75er nennt dieser Text gar nicht: Wer über 165 Zentimeter groß ist, bekommt dort einen 65er empfohlen, gleich ob er 170 oder 195 Zentimeter misst. Welche der beiden Tabellen TOGU für verbindlich hält, steht auf keiner der beiden Seiten.
Eine gemeinsame Grundlage, aus der sich die Tabellen ableiten ließen, gibt es nicht. Eine Produktnorm für Gymnastikbälle fand die Recherche weder bei EN noch bei DIN, ISO oder ASTM, und keiner der Hersteller nennt eine Messreihe, eine Körpermaßstatistik oder eine Studie hinter seinen Grenzen. Was die Tabellen eint, ist die Logik: größere Menschen, größerer Ball. Wo genau die Stufe springt, legt jeder Anbieter selbst fest. Die Frage nach der richtigen Größe hat deshalb zwei Teile. Der erste ist der Blick in die Tabellen, der einen oder zwei Kandidaten liefert. Der zweite ist die Sitzprobe, die zwischen den Kandidaten entscheidet.
Gefragt wird nach der Größe viel. In der Auswertung von 10.392 Suchvorschlägen zum Gymnastikball entfielen 1.152 auf das Thema Größe, 66 davon enthielten wörtlich „welche Größe“. Dazu kommen Formulierungen wie „gymnastikball 75 cm für welche körpergröße“ und „gymnastikball welche größe zum sitzen“, für jede Ballgröße von 55 bis 85 Zentimetern eigens. Ein Vergleichsportal führt in seinen Fragen „Welchen Durchmesser sollte der Gymnastikball bei einer Körpergröße von 170 cm haben?“. Keine der ausgewerteten Seiten aus den Suchergebnissen stellt mehr als eine Körpergrößentabelle nebeneinander oder sagt, dass die nächste Seite eine andere zeigt. Wie sich die Balltypen unterscheiden, vom Sitzball bis zum Ballstuhl, ordnet der Überblick über Gymnastikbälle, Sitzbälle und Ballstühle; hier geht es nur um das Maß.
Was die Zahl auf dem Karton bedeutet
„65 cm“ auf der Verpackung ist ein Durchmesser, und zwar der größte, auf den der Ball aufgepumpt werden darf. Gymnic schreibt auf der Produktseite ausdrücklich „max. Ø“ vor die Größen 45, 55, 65 und 75. TOGU verlangt in den Fragen und Antworten, den angegebenen Durchmesserbereich zu erreichen und den maximalen Durchmesser „unbedingt“ zu beachten. Auf der Aufblas-Seite von Gymnic steht in Großbuchstaben, dass die angegebenen Produktabmessungen beim Aufpumpen nicht überschritten werden dürfen. Die Zahl ist also eine Obergrenze, kein Sollmaß für das Sitzen.
Wie weit ein Ball unter dieser Obergrenze bleiben kann, zeigen zwei Datenblätter. Trideer bietet den Ball in Varianten an, die als M 48 bis 55, L 58 bis 65 und XL 68 bis 75 Zentimeter bezeichnet sind, während der Text derselben Seite von 55, 65, 75 und 85 Zentimetern spricht. Bei VLUV hat das Modell 55 einen Durchmesser von 50 bis 55 Zentimetern, das Modell 65 einen von 60 bis 65 und das Modell 75 einen von 70 bis 75, jeweils mit dem Zusatz „je nach Aufpumphärte und Körpergewicht“. Ein „65er“ kann also auch fünf Zentimeter kleiner sein, je nachdem, wie prall er ist.
Nicht jede Marke nutzt die gleichen Stufen. Original Pezzi von Ledragomma führt 42, 53, 65 und 75 Zentimeter, also zwei Größen, die neben den sonst verbreiteten Stufen 45 und 55 liegen. Ein Amazon-Listing von Amazon Basics beschreibt eine Variante als „58 to 66 cm in diameter, inflated“, also mit einem Bereich statt einer Zahl. Und bei einem Praxisvergleich von OutdoorGearLab fiel der 65er von BalanceFrom merklich kleiner aus als die übrigen 65er im Feld. Gemessen wurde dort nicht, die Beobachtung ist qualitativ, aber sie zeigt, dass zwei Bälle mit derselben Zahl nicht gleich groß sein müssen. Auch ein Gütesiegel legt die Größen nicht fest: Die Aktion Gesunder Rücken verlangt für ihr Siegel bei Gymnastikbällen unter anderem, dass es den Ball in mehreren Größen gibt, und nennt in ihrer Beschreibung Größen von 35 bis 75 Zentimetern und eine Ballhaut von 0,5 bis 3 Millimetern je nach Qualität. Welche Körpergröße zu welcher Größe gehört, schreibt das Siegel nicht vor.
Daraus folgt für die Größenwahl zweierlei. Ein Ball darf unter seinem Höchstmaß bleiben, das zeigen die Spannen bei VLUV, aber er darf nicht darüber hinaus gepumpt werden. Wer zwischen zwei Größen steht, kann einen zu kleinen Ball also nicht durch mehr Luft retten. Und wer einen Ball nachkauft, weil der alte gepasst hat, sollte den alten nachmessen statt die Zahl auf dem alten Karton zu übernehmen. Das Etikett sagt, wie groß der Ball höchstens werden darf, nicht, wie groß er unter dem eigenen Gesäß war.
Zehn Größentabellen im Vergleich
Die folgende Tabelle stellt die Bereiche der zehn Quellen nebeneinander. Neun Tabellen stammen von acht Herstellern und Handelsmarken, weil TOGU mit zwei Fassungen vertreten ist; die zehnte ist die Empfehlung der NHS für den Geburtsball. TheraBand und Gaiam geben ihre Grenzen in Fuß und Zoll an; die Zentimeterwerte sind umgerechnet und auf ganze Zentimeter gerundet. Bei Domyos hängt die Größe zusätzlich am Körpergewicht, die Zeilen überlappen sich deshalb.
| Quelle | 45 cm | 55 cm | 65 cm | 75 cm |
|---|---|---|---|---|
| TOGU, Fragen und Antworten | bis 155 | 156–165 | 166–178 | ab 178 |
| TOGU, Blog 2023 | bis 150 | 150–165 | über 165 | nicht genannt |
| Gymnic | 135–154 | 155–169 | 170–184 | 185–204 |
| Original Pezzi (42 / 53 / 65 / 75) | bis 140 (42 cm) | bis 155 (53 cm) | bis 175 | über 175 |
| Trideer | unter 135 | 135–155 | 156–180 | 180–192 |
| VLUV | kein Modell | 125–155 | 155–180 | 180–200 |
| NHS (Geburtsball) | nicht genannt | nicht genannt | bis 173 | über 173 |
| TheraBand (aus Fuß/Zoll) | 140–152 | 155–168 | 170–185 | 188–203 |
| Gaiam (aus Fuß/Zoll) | nicht genannt | 152–165 | 168–180 | 183–196 |
| Domyos | nicht angeboten | unter 160, unter 85 kg | 160–180, unter 85 kg | über 170, über 85 kg |
Auf den ersten Blick wirken die Unterschiede klein: Den Beginn des 65ers setzen TOGU, Gaiam und Gymnic bei 166, 168 und 170 Zentimetern an, vier Zentimeter auseinander. Für einen Menschen, der genau in diese Zone fällt, bedeuten sie aber zehn Zentimeter Durchmesser mehr oder weniger. Am weitesten auseinander liegen die Quellen am unteren Ende: Bei 150 Zentimetern ergibt die TOGU-Tabelle aus den Fragen und Antworten 45, Original Pezzi 53, Trideer und VLUV 55, die NHS 65 Zentimeter. Das sind vier Durchmesser für eine Körpergröße, wobei die NHS-Tabelle nur zwei Stufen kennt und für alle bis 1,73 Meter den 65er nennt.
Auch die Ränder der Tabellen sind verschieden. Nach unten hin nennen nur Gymnic und Original Pezzi einen Ball unter 45 Zentimetern: Gymnic einen mit 30 bis 35 für Kinder unter 1,35 Metern, Pezzi den 42er bis 140 Zentimeter. Gaiam setzt dagegen erst bei fünf Fuß ein, umgerechnet 152 Zentimetern; wer kleiner ist, findet in der Gaiam-Tabelle keine Zeile, und TheraBand beginnt bei 4′7″, rund 140 Zentimetern. Wer 2,05 Meter misst, findet bei Gymnic, VLUV, TheraBand und Gaiam keine Zeile; TheraBand führt den 85er erst ab 6′9″, umgerechnet etwa 206 Zentimetern.
Bei den Zoll-Tabellen entstehen durch die Umrechnung kleine Lücken. TheraBand lässt den 45er bei 5′0″ enden und den 55er bei 5′1″ beginnen. Umgerechnet sind das rund 152 und 155 Zentimeter; wer 153 oder 154 Zentimeter groß ist, fällt zwischen zwei Zeilen. Bei Gaiam liegt eine solche Lücke zwischen 5′5″ und 5′6″, also zwischen etwa 165 und 168 Zentimetern, und eine zweite zwischen 5′11″ und 6′0″, zwischen rund 180 und 183 Zentimetern. In Zoll gedacht sind das keine Lücken, weil die Tabellen in ganzen Zoll rechnen. In Zentimetern muss man sich für die Nachbarzeile entscheiden.
Der Rechner: alle Tabellen auf einen Blick
Der Rechner nimmt eine Körpergröße und liest in jeder der zehn Tabellen die Zeile ab, in der sie liegt. Er rechnet nichts um, mittelt nichts und gewichtet keine Quelle. Oben steht, welche Ballgrößen insgesamt genannt werden, darunter für jede Tabelle einzeln, welche Zeile greift. Liegt eine Körpergröße auf einer Grenze, die zwei Zeilen gemeinsam haben, zeigt er beide. Fällt sie in eine Lücke oder über den Rand einer Tabelle, steht dort, dass die Tabelle keine Zeile hat. Den Wortlaut aller Tabellen gibt die Grundlage unter dem Rechner wieder.
Welche Ballgröße nennen die Tabellen für Ihre Körpergröße?
Ohne Schuhe gemessen. Der Rechner liest nur ab, er mittelt nicht und rechnet nichts um.
Ergebnis
55 · 65cm Durchmesser
TOGU FAQ: 65 · TOGU Blog 2023: 65 · Gymnic: 55 · Original Pezzi: 65 · Trideer: 65 · VLUV: 65 · NHS: 65 · TheraBand: 55 · Gaiam: 65 · Domyos: 65 (unter 85 kg). Die Tabellen nennen keine Herleitung. NHS gilt für den Geburtsball, Domyos koppelt die Größe an das Körpergewicht, TOGU Blog nennt keinen Ball über 65 cm. Ob die Größe passt, entscheidet die Sitzprobe mit gemessenem Durchmesser.
Grundlage: Größentabellen der Hersteller und der NHS, abgerufen am 15.10.2026, im Wortlaut: TOGU FAQ (Powerball ABS und MyBall): „45 cm Balldurchmesser (Größe S) für Körpergrößen bis 155 cm · 55 cm Balldurchmesser (Größe M) für Körpergrößen von 156 - 165 cm · 65 cm Balldurchmesser (Größe L) für Körpergrößen von 166 - 178 cm · 75 cm Balldurchmesser (Größe XL) für Körpergrößen ab 178cm“. TOGU Blog Schwangerschaft und Rückbildung, 04.07.2023: „Body height up to 150 cm: ball with a diameter of 45 cm · Body height 150-165 cm: Ball with a diameter of 55 cm · Body height over 165 cm: Ball with a diameter of 65 cm“. Gymnic Classic, Empfohlene Ballgröße: „< 1,35 → 30-35 · 1,35-1,54 → 45 · 1,55-1,69 → 55 · 1,70-1,84 → 65 · 1,85-2,04 → 75“, dazu „Die Bälle mit Durchmesser 85, 95, 120 cm … sind für Gruppenaktivitäten bestimmt“. Original Pezzi (Ledragomma, Katalog 2026): bis 140 cm → 42 · bis 155 cm → 53 · bis 175 cm → 65 · über 175 cm → 75. Trideer, Blog vom 23.09.2022: „Under 4′5″ (135cm): 45cm ball · 4′5″ - 5′1″ (135-155cm): 55cm ball · 5′1″ - 5′9″ (156-180cm): 65cm ball · 5′9″ - 6′3″ (180-192cm): 75cm ball · Over 6′3″ (203cm): 85cm ball“. VLUV Größenfinder: Modell 55 „ca. 125-155 cm Körpergröße“ · Modell 65 „155-180 cm“ · Modell 75 „180-200 cm“. NHS, How to use a birthing ball: „up to 1.73m (5ft 8in) in height - use a 65cm ball · taller than 1.73m (5ft 8in) in height - use a 75cm ball“. TheraBand Standard und Pro Series SCP: 45 cm 4′7″–5′0″ · 55 cm 5′1″–5′6″ · 65 cm 5′7″–6′1″ · 75 cm 6′2″–6′8″ (SCP-FAQ: 74 cm) · 85 cm über 6′9″. Gaiam Total Body Balance Ball Kit: 55 cm 5′0″–5′5″ · 65 cm 5′6″–5′11″ · 75 cm 6′0″–6′5″. Domyos Gymnastikball robust: Größe 1 / 55 cm „unter 1,60 m“ und „weniger als 85 kg“ · Größe 2 / 65 cm „zwischen 1,60 m und 1,80 m“ und „weniger als 85 kg“ · Größe 3 / 75 cm „mehr als 1,70 m“ und „mehr als 85 kg“. Zoll-Angaben von TheraBand und Gaiam im Rechner auf ganze Zentimeter umgerechnet (1 Zoll = 2,54 cm, gerundet). Keine eigene Formel: Der Rechner liest die Zeilen ab, in denen die eingegebene Körpergröße liegt.
Ein paar Ablesungen zeigen, wie die Tabellen zusammenspielen. Bei 160 Zentimetern nennen TOGU, Gymnic, TheraBand und Gaiam den 55er, Original Pezzi, Trideer, VLUV und die NHS den 65er, Domyos den 65er unter der Bedingung, dass man weniger als 85 Kilogramm wiegt. Bei 170 Zentimetern dagegen ergeben alle zehn Tabellen 65 Zentimeter. Das ist in der eigenen Auswertung die einzige ganze Zentimeterzahl zwischen 120 und 210, bei der alle zehn Tabellen dieselbe Größe nennen und keine eine zweite. Ab 171 Zentimetern lässt Domyos schon den 75er zu, wenn das Körpergewicht über 85 Kilogramm liegt.
Bei 175 Zentimetern nennt nur die NHS allein den 75er, weil ihre Grenze bei 1,73 Metern liegt; Domyos lässt ihn zu, wenn man über 85 Kilogramm wiegt, alle übrigen Tabellen bleiben beim 65er. Bei 178 Zentimetern nennt die TOGU-Tabelle aus den Fragen und Antworten beide Größen, weil „166 - 178 cm“ und „ab 178cm“ sich die Zahl 178 teilen; Original Pezzi ist dort schon beim 75er, Gymnic, Trideer, VLUV, TheraBand und Gaiam noch beim 65er. Bei 182 Zentimetern sind TOGU, Pezzi, Trideer, VLUV, die NHS und Domyos beim 75er, Domyos allerdings nur für mehr als 85 Kilogramm. Gymnic, TheraBand und der TOGU-Blog bleiben beim 65er, und Gaiam hat für dieses Maß keine Zeile. Sechs Tabellen gegen drei: Auch das ist keine Einigkeit, sondern eine Mehrheit.
Die Antwort des Rechners ist deshalb kein Ergebnis im Sinne einer Bemessung, sondern eine Eingrenzung. Steht oben nur eine Zahl, sind sich die Quellen einig, und die Sitzprobe dient nur noch der Bestätigung. Stehen zwei Zahlen da, liegt man in einer Übergangszone, und dann entscheiden der Zweck und der eigene Körper, nicht die Tabelle. Bei drei oder mehr Zahlen, wie am unteren Ende zwischen 140 und 155 Zentimetern, lohnt sich ein Blick darauf, welche Quelle für welchen Zweck geschrieben ist: Die NHS-Tabelle gilt dem Geburtsball, die von Gymnic und TOGU dem Sitzen und Üben.
Wo die Tabellen auseinanderlaufen
Vier Übergangszonen lassen sich aus der Tabelle ablesen. Die erste liegt zwischen 150 und 157 Zentimetern. Die TOGU-Tabelle aus den Fragen und Antworten nennt dort bis 155 noch den 45er, Gymnic ab 155 schon den 55er, Original Pezzi den 53er, Trideer und VLUV den 55er. Die zweite liegt zwischen 156 und 169 Zentimetern: Original Pezzi, Trideer und VLUV wechseln bei 155 oder 156 auf den 65er, TOGU bei 166, Gymnic erst bei 170. In dieser Zone liegt das Beispiel mit 168 Zentimetern. Wer hier misst, findet je nach Quelle 55 oder 65 Zentimeter, und beide Antworten stehen auf Herstellerseiten.
Die dritte Zone reicht von 174 bis 188 Zentimetern. Die NHS wechselt oberhalb von 1,73 Metern auf den 75er, Original Pezzi oberhalb von 175, TOGU bei 178, Trideer und VLUV bei 180, Gaiam bei 183, Gymnic erst bei 185 und TheraBand bei 188. Das ist mit 14 Zentimetern Spanne die breiteste der vier Zonen. Die vierte Zone betrifft nur sehr große Menschen: Trideer nennt den 85er „Over 6′3″ (203cm)“, TheraBand ab etwa 206, die übrigen Hersteller nennen gar keinen 85er für eine Körpergröße.
Warum die Grenzen so verschieden liegen, erklärt keine der Quellen. Auch in sich sind die Tabellen nicht immer stimmig. Trideer gibt für den 65er „5′1″ - 5′9″ (156-180cm)“ an. 5′9″ sind nach eigener Umrechnung rund 175 Zentimeter, nicht 180; die Fuß-Spalte und die Zentimeter-Spalte derselben Zeile weichen also um fünf Zentimeter voneinander ab. In der letzten Zeile schreibt Trideer „Over 6′3″ (203cm)“, obwohl 6′3″ etwa 191 Zentimetern entsprechen. Der Rechner folgt den Zentimeterangaben, beim 85er also erst ab 203, weil er in Zentimetern rechnet; die Grundlage unter dem Rechner gibt beide Spalten im Wortlaut wieder.
Ein weiterer Bruch steckt zwischen den Produkten eines Herstellers. Trideer nennt für den Ballstuhl mit 65er-Ball den Bereich von 163 bis 178 Zentimetern, für den freien 65er im Blog dagegen 156 bis 180. Bei Original Pezzi stimmen die Körpergrößen für den Standardball und für den Sitzball SitSolution überein, die Ballgrößen dazu aber nicht: Der SitSolution wird in 45, 55, 65 und 75 Zentimetern geführt, der Standardball in 42, 53, 65 und 75. Eine Händlertabelle für den Pezzi-Ball, die über eine Websuche auffindbar war, setzt die Grenzen nochmals anders, bei 157, 181 und 192 Zentimetern. Wer die Größe für einen bestimmten Ball sucht, liest deshalb die Tabelle zu genau diesem Modell und nicht die des Händlers.
45, 55, 65, 75 Zentimeter: für welche Körpergröße jede Größe gedacht ist
Viele Suchanfragen gehen den umgekehrten Weg: Sie beginnen beim Ball und fragen nach der Körpergröße, etwa „gymnastikball 65 cm für welche körpergröße“ oder dieselbe Frage für 55, 75 und 85 Zentimeter. Liest man die zehn Tabellen so herum, zeigt sich, wie weit jede Ballgröße reicht. Die folgende Übersicht nennt für jede Größe, in wie vielen Tabellen sie vorkommt, wo die früheste Zeile beginnt und wo die späteste endet, eigene Auswertung der Tabellen oben.
| Ball | Tabellen mit eigener Zeile | Frühester Beginn | Spätestes Ende |
|---|---|---|---|
| 45 cm | 5 von 10 | 135 (Gymnic); TOGU und Trideer ohne Untergrenze | 155 (TOGU, Fragen und Antworten) |
| 55 cm | 8 von 10 | 125 (VLUV); Domyos ohne Untergrenze | 169 (Gymnic) |
| 65 cm | 10 von 10 | 155 (VLUV); NHS ohne Untergrenze | 185 (TheraBand); TOGU-Blog ohne Obergrenze |
| 75 cm | 9 von 10 | 171 (Domyos, über 85 kg) bzw. 174 (NHS) | 204 (Gymnic); TOGU, Pezzi, NHS und Domyos ohne Obergrenze |
| 85 cm | 2 von 10 | 203 (Trideer; in Fuß über 6′3″) | offen |
Am weitesten streut der 55er. Je nach Tabelle beginnt er bei 125 und endet bei 169 Zentimetern, eine Spanne von 44 Zentimetern Körpergröße für eine einzige Ballgröße. Sichtbar wird dabei ein Versatz zwischen zwei Gruppen von Tabellen, die um eine Stufe versetzt sind: Trideer und VLUV lassen ihren 55er bei 155 Zentimetern enden, genau dort, wo Gymnic ihn beginnen lässt. Wer 155 Zentimeter groß ist, steht bei Trideer und VLUV am oberen Ende des 55ers und bei Gymnic am unteren. Original Pezzi weicht an dieser Stelle auf den 53er aus, der bis 155 Zentimeter reicht.
Der 65er ist die einzige Größe, die in allen zehn Tabellen vorkommt. Zwischen 170 und 173 Zentimetern enthalten alle zehn Tabellen den 65er, Domyos mit der Bedingung unter 85 Kilogramm. Nach unten reicht er bei VLUV bis 155, bei Original Pezzi und Trideer bis 156, nach oben bei TheraBand bis 185 Zentimeter. Die NHS-Tabelle hat für den 65er keine Untergrenze, weil sie gar keinen kleineren Ball kennt, und der TOGU-Blog keine Obergrenze, weil er keinen größeren nennt.
Der 75er beginnt bei Domyos schon über 1,70 Metern, aber nur für Menschen über 85 Kilogramm, bei der NHS über 1,73 Metern und bei Gymnic erst ab 1,85 Metern. Er endet bei Gymnic mit 2,04 Metern, bei TheraBand mit etwa 2,03 und bei VLUV mit 2,00 Metern. Den 45er führt dagegen nur die Hälfte der Tabellen überhaupt. VLUV hat kein Modell in dieser Größe, Gaiam und Domyos nennen keine, und die NHS empfiehlt für den Geburtsball nichts unter 65 Zentimetern. Wer kleiner als 1,55 Meter ist, findet den 45er bei TOGU, Gymnic und TheraBand; Trideer führt ihn erst unter 1,35 Metern.
Die Sitzprobe: Kniewinkel und Hüfthöhe
Was die Tabellen ersetzen sollen, ist eine Probe, die jeder selbst machen kann. TOGU beschreibt sie im Blog von 2023 als gängige Methode: aufrecht sitzen, die Füße flach auf dem Boden, die Knie bilden einen rechten Winkel. Trideer nennt dieselbe Probe als Alternative zum Nachmessen mit dem Maßband, ebenfalls mit 90 Grad im Knie bei flach aufgesetzten Füßen. Domyos formuliert es auf der Produktseite des 65ers etwas anders: Richtig aufgepumpt sei der Ball, wenn der Maximaldurchmesser nicht überschritten ist und die Knie im Sitzen auf Hüfthöhe liegen.
Die NHS legt die Probe für den Geburtsball anders aus. Dort sollen die Knie im Sitzen etwa zehn Zentimeter tiefer liegen als die Hüfte. Das ist kein rechter Winkel mehr, sondern ein offenerer, bei dem das Becken über den Knien liegt. Für den Geburtsball ist diese Abweichung Teil der Empfehlung und kein Fehler der Tabelle. Für das Sitzen am Schreibtisch und für Übungen nennen TOGU, Trideer und Domyos den rechten Winkel oder die Hüfthöhe der Knie. Zwei Bälle, die beide „passen“, können sich also um eine Größe unterscheiden, je nachdem, welchen Winkel man als Ziel nimmt.
Ein Ablauf der Probe, aus den Herstellerangaben abgeleitet, eigene Zusammenstellung: Den Ball auf das Maß aufpumpen, das der Hersteller vorgibt, und ihn ruhen lassen, bis sich das Material gesetzt hat; dazu mehr weiter unten. Dann auf ebenem Boden ohne Schuhe mittig aufsetzen, die Füße flach, und von der Seite prüfen lassen oder im Spiegel ansehen, ob die Oberschenkel waagerecht liegen. Fallen die Oberschenkel zu den Knien hin ab, ist der Ball für den rechten Winkel zu groß oder zu hart; steigen sie an, ist er zu klein oder zu weich.
Die Probe hat eine Grenze, die man kennen sollte: Ein Ball gibt unter dem Körper nach, und wie weit, hängt vom Luftdruck und vom Gewicht ab. Dieselbe Probe kann am Morgen nach dem Aufpumpen ein anderes Ergebnis zeigen als eine Woche später, wenn der Ball etwas Luft verloren hat. SISSEL nennt in der Gebrauchsanweisung zum Securemax einen Luftverlust von zwei bis drei Zentimetern Durchmesser im Monat als normal und nicht als Defekt. Wer die Größe nach der Sitzprobe wählt, prüft sie deshalb nach einigen Wochen noch einmal mit dem Maßband.
Unterschenkel, Arm, Körpergröße: drei Maße für dieselbe Frage
Die Körpergröße ist nur ein Ersatzmaß für den Abstand vom Boden bis zur Kniekehle, also die Unterschenkellänge. Zwei Quellen aus den Suchergebnissen arbeiten direkt mit dem Unterschenkel. Der F.A.Z. Kaufkompass rät für den Sitzball: Unterschenkellänge bis zur Kniemitte messen und zehn Zentimeter hinzurechnen. t-online führt eine eigene Tabelle nach Unterschenkellänge, die bei 35 bis 37 Zentimetern mit dem 45er beginnt und bei 68 bis 77 Zentimetern mit dem 85er endet.
Beide Regeln stammen von Redaktionen, nicht von Herstellern, und keine der beiden nennt, woher sie stammt. Die Plus-zehn-Regel der F.A.Z. ergibt bei einem Unterschenkel von 45 Zentimetern einen Ball von 55, bei 55 Zentimetern einen 65er, eigene Rechnung. Ob mit oder ohne Schuhe gemessen wird, sagt die Regel nicht. Die Zwischenwerte der t-online-Tabelle lagen der Recherche nicht vor, deshalb stehen hier nur ihre Endpunkte.
SISSEL wählt einen dritten Weg. Auf der britischen Seite zum Securemax heißt es, die Armlänge von der Schulter bis zum Handgelenk entspreche etwa dem Mindestdurchmesser des Balls, und im Zweifel solle man eher größer wählen. Eine Körpergrößentabelle fand die Recherche bei SISSEL nicht als Text; die Seite zeigt die Größen offenbar als Bild. Wer einen SISSEL-Ball kauft, kann die Armlänge also als Plausibilitätsprobe nutzen, die endgültige Wahl aber auch hier erst nach der Sitzprobe treffen.
Gemeinsam ist allen drei Maßen, dass sie die Sitzprobe nur vorbereiten. Die Körpergröße liefert die Kandidaten, der Unterschenkel engt sie ein, und der rechte Winkel im Knie entscheidet. Eine Studie, die prüft, welches der drei Maße den rechten Winkel am besten vorhersagt, fand die Recherche nicht, und keine der Quellen sagt, wie stark die Unterschenkellänge bei gleicher Körpergröße schwankt.
Durchmesser ist nicht Sitzhöhe
Wer einen Ball an einem Tisch nutzen will, braucht eigentlich eine andere Zahl als den Durchmesser: die Höhe, auf der er sitzt. Ein Ball wird unter dem Gewicht flacher, und wie stark, hängt davon ab, wie prall er ist und wie viel der Mensch darauf wiegt. Unter den ausgewerteten Herstellern nennt nur VLUV eine Sitzhöhe je Ballgröße: beim Modell 55 38 bis 43 Zentimeter, beim Modell 65 43 bis 48 und beim Modell 75 48 bis 53 Zentimeter, jeweils „je nach Aufpumphärte und Körpergewicht“.
Nach diesen Angaben sitzt man auf einem 65er also 17 bis 22 Zentimeter tiefer als sein Nenndurchmesser, eigene Rechnung aus den VLUV-Werten. Der Abstand ist bei allen drei VLUV-Modellen ähnlich: 12 bis 17 Zentimeter beim 55er, 17 bis 22 beim 65er, 22 bis 27 beim 75er. Er wächst mit dem Ball, weil die Sitzhöhe bei VLUV je Stufe um fünf Zentimeter steigt, der Durchmesser aber um zehn. Ob Bälle anderer Hersteller ähnlich nachgeben, lässt sich mangels Angaben nicht sagen.
VLUV gibt dazu einen Hinweis, der für die Größenwahl am Schreibtisch wichtig ist: Das Modell 65 sei auch für größere Menschen geeignet, die ihren Ball an einem Tisch mit Standard-Tischhöhe verwenden möchten. Beim Modell 55 und 75 empfiehlt VLUV einen höhenverstellbaren Tisch. Damit kann am Schreibtisch eine andere Größe richtig sein als bei der Gymnastik: Wer 185 Zentimeter groß ist, bekommt aus acht der zehn Tabellen den 75er genannt, sitzt damit aber womöglich zu hoch für einen festen Tisch.
Mehrdeutig wird es, wenn Händler die Sitzhöhe und den Durchmesser in einen Begriff ziehen. Ein Hersteller von Stoff-Sitzbällen führt sein Modell als „65cm Sitzhöhe“ für 160 bis 190 Zentimeter Körpergröße, ohne zu sagen, ob 65 der Durchmesser oder die Höhe der Sitzfläche ist. Zum Vergleich: Die höchste Sitzhöhe in den VLUV-Angaben liegt beim Modell 75 bei 53 Zentimetern. Wer eine solche Angabe liest, fragt beim Händler nach, welches Maß gemeint ist.
Am Schreibtisch: die Größe ist nur die halbe Frage
Für den Schreibtisch kommt zur Ballgröße die Tischhöhe hinzu, und ob ein Ball dort überhaupt der richtige Sitz ist, ist eine eigene Frage. Das Landesamt für Gesundheit und Arbeitsschutz NRW gibt in seiner Wissensdatenbank KomNet die Haltung der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft wieder: Als Sitzgelegenheit an Bildschirm- und Büroarbeitsplätzen sei der Ball „nicht geeignet“, als Trainingsgerät einsetzbar. Was das für die Wahl zwischen Ball, Ball mit Schale und Bürostuhl heißt, steht im Vergleich der Sitzbälle fürs Büro.
Für die Größe am Tisch ergibt sich aus den Angaben eine Reihenfolge. Zuerst die Sitzhöhe bestimmen, die zum Tisch passt, dann den Ball wählen, der diese Sitzhöhe trägt, und erst dann prüfen, ob er zur Körpergröße passt. Wer die Reihenfolge umdreht und nach der Körpergrößentabelle kauft, kann einen Ball bekommen, der für die Gymnastik passt und für den Tisch nicht. VLUV ist der einzige der ausgewerteten Anbieter, der für frei liegende Bälle eine Sitzhöhe nennt; Gaiam nennt eine nur für seinen Ballstuhl. Bei allen anderen bleibt die Sitzprobe am eigenen Tisch.
Wie viele Zentimeter der Abstand zwischen Sitzfläche und Tischplatte betragen sollte, steht in keiner der für diese Seite ausgewerteten Quellen für den Ball. Die DGUV Information 215-410 beschreibt Anforderungen an Büroarbeitsstühle, etwa ein höhenverstellbares Oberteil und ein Untergestell mit Rollen; ein Ball erfüllt sie nach eigener Einordnung schon konstruktiv nicht. Eine Zahl für den Ball leitet sie nicht ab, und eine solche Zahl wird hier deshalb auch nicht genannt.
Den Durchmesser messen: Wand, Karton, Maßband
Weil das Etikett nur das Höchstmaß nennt, muss man den Ball nach dem Aufpumpen messen. TOGU beschreibt in den Fragen und Antworten einen einfachen Weg: Mit einem Maßband an einer Wand die Höhe markieren, zum Beispiel 65 Zentimeter, den Ball daneben stellen und mit einem Stück Karton prüfen, ob sein höchster Punkt die Markierung erreicht. Die Höhe entspricht dann dem Durchmesser. Trideer schlägt dasselbe Prinzip vor: Ball auf eine ebene Fläche legen und vom Boden bis zum höchsten Punkt messen.
Zwei der ausgewerteten Hersteller legen dafür ein Maßband bei. Domyos nennt es im Lieferumfang des Gymnastikballs robust, neben zwei Stöpseln und der Anleitung. SISSEL schreibt in der Anleitung zum Securemax, man solle den Ball mit dem beiliegenden Maßband auf 80 Prozent des Durchmessers pumpen. Bei TOGU, Gymnic und Original Pezzi wird ein Maßband in den ausgewerteten Angaben zum Lieferumfang nicht genannt; dort braucht man ein eigenes oder einen Zollstock.
Wer kein Brett und keine glatte Wand zur Hand hat, kann statt des Durchmessers den Umfang messen und zurückrechnen. Der Umfang einer Kugel ist der Durchmesser mal π. Ein 65er hat danach einen Umfang von rund 204 Zentimetern, ein 55er von rund 173 und ein 75er von rund 236 Zentimetern, eigene Rechnung. Diesen Weg nennt keiner der Hersteller; er setzt voraus, dass das Maßband straff und genau um die dickste Stelle läuft, und ist deshalb ungenauer als das Messen an der Wand.
Dass Durchmesser und Umfang leicht verwechselt werden, zeigt ein Beispiel aus den Suchergebnissen: Der F.A.Z. Kaufkompass schreibt, die meisten Bälle hätten einen „Umfang“ von 65 Zentimetern. Gemeint ist der Durchmesser; ein Ball mit 65 Zentimetern Umfang hätte nur rund 21 Zentimeter Durchmesser, die Größe eines Pilatesballs. In einem Forum fragte schon 2008 jemand, wie man den Durchmesser eines Gymnastikballs überhaupt misst. Die Frage ist einfacher, als sie klingt, aber sie gehört an den Anfang jeder Größenentscheidung.
Erst ruhen lassen, dann messen
Ein frisch aufgepumpter Ball hat noch nicht sein endgültiges Maß. Die Hersteller geben dafür übereinstimmend eine Wartezeit vor, auch wenn die Einzelheiten auseinandergehen. Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Anleitungen zum ersten Aufpumpen sagen, soweit es für das Messen wichtig ist. Wie man pumpt, mit welchem Ventil und welcher Pumpe, gehört nicht hierher.
| Hersteller | Temperatur | Erste Füllung und Wartezeit | Danach |
|---|---|---|---|
| TOGU | Raumtemperatur, mindestens 20 °C; Boden nicht über 25 °C | stufenweise auf 80 %, 24 Stunden ruhen | Durchmesser nach 24 Stunden nachmessen |
| Gymnic | Raumtemperatur, 20 °C | keine Wartezeit genannt | Produktmaß nicht überschreiten |
| Original Pezzi | 18 bis 20 °C | zuerst 90 % des Durchmessers, 24 Stunden warten | auf Zielmaß |
| SISSEL Securemax | etwa 23 °C, 24 Stunden akklimatisieren | in Etappen auf 80 %, mindestens 2 Stunden ruhen | auf Zielgröße, dann 24 Stunden vor der ersten Nutzung |
| Trideer | 20 bis 25 °C | 80 %, 24 Stunden ruhen | auf die Größe nach Körpergröße |
| Gaiam Ball Chair | keine Angabe | aufpumpen, 24 Stunden stehen lassen, 50 % ablassen | wieder auf 52 cm, eventuell ein- bis zweimal nachpumpen |
TOGU begründet die Wartezeit in der Gebrauchsanleitung der ABS-Bälle mit der Temperatur: Der Durchmesser verändert sich mit ihr, deshalb solle man nach 24 Stunden nachmessen. In den Fragen und Antworten heißt es dazu, die thermoplastischen Bälle würden bei Kälte härter und bei Wärme weicher. Wer einen Ball im kalten Treppenhaus aus dem Karton nimmt und sofort aufpumpt, misst also womöglich ein anderes Maß als am nächsten Tag im warmen Wohnzimmer. Für die Größenwahl heißt das: erst nach der Wartezeit messen und die Sitzprobe machen, nicht am Tag der Lieferung.
Die Angaben zur ersten Füllung unterscheiden sich in Prozent und Dauer. TOGU, SISSEL und Trideer nennen 80 Prozent, Original Pezzi 90 Prozent, Gaiam lässt den Stuhlball erst ganz füllen und dann wieder halb ablassen. Bei TOGU, Original Pezzi, SISSEL und Trideer bleibt der Ball zuerst unter seinem Endmaß und darf sich dehnen; Gymnic nennt keine Wartezeit. Eine Begründung, die über „das Material soll sich anpassen“ hinausgeht, nennt keiner der Hersteller, und einen Vergleich der Verfahren gibt es nicht. Wer mehrere Bälle hat, folgt jeweils der Anleitung des eigenen Modells.
Fußbodenheizung erwähnen die Anleitungen unterschiedlich. TOGU begrenzt die Bodentemperatur auf 25 Grad, Domyos nennt die Fußbodenheizung in den Pflegehinweisen ausdrücklich neben Heizkörper und sonnigem Fenster als Ort, den der Ball meiden soll. Ein Ball, der auf einem warmen Boden lagert, wird weicher und sitzt damit tiefer; die Sitzprobe sollte deshalb dort stattfinden, wo der Ball später auch benutzt wird.
Auch später lohnt das Nachmessen. SISSEL nennt zwei bis drei Zentimeter Durchmesserverlust im Monat als normal; ein 65er läge danach ohne Nachpumpen rechnerisch nach drei bis fünf Monaten beim Maß eines vollen 55ers, eigene Rechnung aus der SISSEL-Angabe, die einen gleichmäßigen Verlust unterstellt. Die Sitzprobe vom ersten Tag gilt dann nicht mehr. Trideer rät, einen Ball für längere Lagerung teilweise zu entlüften, in einem Beitrag zur Haltbarkeit um 20 bis 30 Prozent; danach muss er wieder auf sein Zielmaß. TOGU gibt für den MyBall an, ihn nicht unter minus zehn Grad zu lagern und nicht über 45 Grad einzusetzen. Wer einen Ball aus dem kalten Keller holt, misst ihn deshalb erst, wenn er Raumtemperatur angenommen hat.
Nicht über das Maß: was beim Überpumpen passiert
Wer zwischen zwei Größen steht, ist versucht, den kleineren Ball etwas praller zu pumpen, um höher zu sitzen. Die Hersteller schließen das aus. TOGU warnt in den Fragen und Antworten, ein Überschreiten der maximalen Maße könne zu einer Überdehnung des Materials führen. Gymnic verbietet, die Produktabmessungen beim Aufpumpen zu überschreiten, SISSEL schreibt, der Durchmesser dürfe nie überschritten werden. Ein 55er bleibt also ein 55er, auch wenn man fünf Zentimeter mehr bräuchte.
Dass Überpumpen gefährlich sein kann, ist behördlich dokumentiert. Die US-Verbraucherschutzbehörde CPSC rief 2009 rund drei Millionen Fitnessbälle der Marken Bally Total Fitness, Everlast und Valeo zurück, verkauft zwischen Mai 2000 und Februar 2009. Ein überpumpter Ball könne unerwartet platzen, mit einem Sturz als Folge; der Behörde lagen 47 Berichte vor, darunter eine Fraktur und mehrere Prellungen. Die Abhilfe bestand allein in einer neuen Aufpumpanleitung. Was „platzsicher“ bei Gymnastikbällen bedeutet und was die Lastangaben auf dem Karton tatsächlich zusichern, ordnet der Vergleich der Anti-Burst-Bälle ein.
Umgekehrt nennen die Hersteller auch keinen Weg, einen zu großen Ball durch weniger Luft passend zu machen. Ob ein 75er, der deutlich unter seinem Maß bleibt, sich anders verhält als ein voller 65er, dazu gibt es keine Herstellerangabe und keine Messung. TOGU definiert den richtig aufgepumpten Ball über das Erreichen des angegebenen Durchmesserbereichs, und die Zielmaße in den Anleitungen gehen vom vollen Durchmesser aus. Wer zwischen zwei Größen schwankt, sollte die Frage nicht über den Luftdruck lösen, sondern über die Wahl der Größe.
Bar und PSI: warum eine Druckangabe nicht weiterhilft
Unter den Suchvorschlägen stehen „gymnastikball aufpumpen wie viel bar“ und „pezzi ball wie viel bar“. Eine Antwort darauf geben die Hersteller nicht. TOGU, Gymnic, SISSEL, Original Pezzi und Domyos definieren den richtig aufgepumpten Ball über den Durchmesser, keiner über einen Druck. In der Recherche fand sich nur eine Kundendienstantwort von Trideer, die für einen XXL-Ball 0,8 bis 1,0 PSI nennt, umgerechnet etwa 0,06 bis 0,07 bar, eigene Rechnung. Für die üblichen Größen gibt es keine solche Angabe.
Ein TOGU-Blog von 2023 zum Aufpumpen spricht von einem empfohlenen Luftdruck „usually between 55 and 65 cm Hg“ und rät zur Kontrolle mit einem Manometer. Diese Angabe passt nicht zu den übrigen TOGU-Texten, die den Durchmesser als Maß nennen, und sie wirkt wie eine Verwechslung der Ballgrößen 55 und 65 mit einer Druckeinheit. Für die Größenwahl spielt sie keine Rolle. Wer einen Ball nach Druck statt nach Durchmesser füllt, hat keine Möglichkeit, das Ergebnis mit einer Herstellerangabe zu vergleichen.
Für die Praxis heißt das: Das Maßband ist das Messgerät, nicht das Manometer. Ein Ball, der seinen Nenndurchmesser erreicht und nach der Wartezeit behält, ist nach Herstellerlesart richtig gefüllt, unabhängig vom Druck. Ob er für den eigenen Körper zu hart oder zu weich ist, zeigt die Sitzprobe. Wie sich das Aufpumpen mit Fahrradpumpe, Kompressor oder Handpumpe unterscheidet, gehört nicht mehr zur Frage nach der Größe.
Körpergewicht und Ballgröße
Von den zehn Tabellen im Rechner koppelt nur Domyos die Größe ausdrücklich an das Körpergewicht. Der 55er gilt dort für Menschen unter 1,60 Metern und unter 85 Kilogramm, der 65er für 1,60 bis 1,80 Meter und unter 85 Kilogramm, der 75er für über 1,70 Meter und über 85 Kilogramm. Daraus entstehen zwei Lücken: Wer unter 1,70 Meter misst und über 85 Kilogramm wiegt, findet bei Domyos keine Zeile, die beide Bedingungen erfüllt. Wer über 1,80 Meter misst und unter 85 Kilogramm wiegt, ebenfalls nicht. Der Rechner zeigt die Domyos-Zeilen deshalb mit ihrer Gewichtsbedingung an.
Die übrigen Hersteller nennen das Gewicht nur als Grenze der Belastbarkeit, nicht als Kriterium für die Größe. Gymnic gibt für Classic und Plus ein empfohlenes Gewicht von höchstens 120 Kilogramm an, Domyos auf der österreichischen Seite ein maximales Nutzergewicht von 130 Kilogramm. VLUV schreibt, die Sitzhöhe hänge vom Körpergewicht ab, ohne zu sagen, wie stark. Dass ein schwererer Mensch tiefer in den Ball einsinkt, ergibt sich daraus; um wie viele Zentimeter, lässt sich aus keiner Quelle ablesen.
Für die Größenwahl folgt daraus eine Prüfreihenfolge, wenn man mehr wiegt als die Mitte der Tabellen vermuten lässt. Zuerst die Belastbarkeit des Modells prüfen, und zwar die Zahl für die Platzsicherheit, nicht die bei den ausgewerteten Herstellern deutlich höhere statische Last. TOGU nennt für den Powerball ABS etwa 500 Kilogramm Belastbarkeit, aber eine Platzsicherheit bei beschädigter Haut nur bis 90 Kilogramm. Dann die Größe nach der Tabelle wählen und bei der Sitzprobe darauf achten, ob der Ball unter dem eigenen Gewicht noch den rechten Winkel im Knie erlaubt. In einem Forum schrieb jemand 2021, er wiege 130 Kilogramm und sein Ball halte 120 aus. Bei diesem Abstand stellt sich die Frage nach der Größe erst, wenn die Frage nach dem Modell geklärt ist.
Zwischen zwei Größen: welche Angabe die Wahl entscheidet
Wer im Rechner zwei Zahlen sieht, steht vor der eigentlichen Entscheidung. Die Angabe, an der sie kippt, ist der Zweck. Wer den Ball vor allem zum Sitzen an einem festen Tisch nutzt, nimmt die Größe, mit der die Sitzhöhe zum Tisch passt, und das ist nach den VLUV-Angaben bei Standard-Tischhöhe eher der 65er als der 75er. Wer den Ball für Übungen auf dem Boden nutzt, für die die Hersteller den rechten Winkel im Knie als Maß nennen, nimmt die Größe, bei der die Oberschenkel waagerecht liegen. Wer ihn als Geburtsball nutzt, folgt der NHS und lässt die Knie etwa zehn Zentimeter unter der Hüfte.
Als zweite Angabe zählt die Beinlänge. Wer bei der Sitzprobe auf dem kleineren Ball die Knie über der Hüfte hat, scheidet für diese Größe aus, auch wenn die Tabelle sie nennt. Wer auf dem größeren Ball mit den Füßen nicht mehr flach auf den Boden kommt, ebenso. Ist beides möglich, rät SISSEL zum größeren Ball; die übrigen Hersteller geben für diesen Fall keine Richtung vor. Für die Wahl am Tisch spricht dagegen der kleinere, wenn der Tisch nicht höhenverstellbar ist.
Eine dritte Angabe ist der Hersteller selbst. Wer sich schon für ein Modell entschieden hat, liest dessen Tabelle und nicht die eines anderen. Gymnic und TOGU sind sich bei 168 Zentimetern uneinig, aber jeder der beiden nennt seine Tabelle für die eigenen Bälle. Ein Gymnic-55er ist für 168 Zentimeter vorgesehen, ein TOGU-55er nicht. Wie groß ein Gymnic-55er und ein TOGU-55er nach dem Aufpumpen tatsächlich sind, wurde nirgends vergleichend gemessen.
Wer einen Ball in der Schwangerschaft sucht
Für den Geburtsball gibt es eine eigene Empfehlung, die einfacher ist als die Herstellertabellen. Die NHS nennt bis 1,73 Meter Körpergröße den 65er, darüber den 75er, und als Probe die Knie etwa zehn Zentimeter unter der Hüfte. Einen 55er oder 45er nennt sie nicht. TOGU bietet einen eigenen Ball für die Schwangerschaft in 55, 65 und 75 Zentimetern an, und der TOGU-Blog zu Schwangerschaft und Rückbildung nennt die abweichende Tabelle bis 150, 150 bis 165 und über 165 Zentimeter.
Wer zwischen 150 und 165 Zentimetern groß ist, bekommt also von der NHS den 65er und vom TOGU-Blog den 55er empfohlen. Das ist dieselbe Abweichung um eine Stufe wie bei den übrigen Tabellen, nur mit anderer Begründung: Die NHS will die Hüfte über den Knien. Welche Bälle für die Schwangerschaft in Frage kommen, was die Studien zum Geburtsball zeigen und ab wann die Quellen etwas sagen, steht im Vergleich der Gymnastikbälle für Schwangerschaft und Geburt. Wer in der Schwangerschaft unsicher ist, ob Übungen auf dem Ball passen, bespricht das mit der Hebamme oder in der ärztlichen Vorsorge.
Kinder: 30 bis 45 Zentimeter, und wo die Tabellen beginnen
Für Kinder führt nur ein Teil der Hersteller eigene Zeilen. Gymnic nennt für eine Körpergröße unter 1,35 Metern einen Ball mit 30 bis 35 Zentimetern und für 1,35 bis 1,54 Meter den 45er. Den Gym Ball mit 30 Zentimetern gibt Gymnic ab drei Jahren an. Im Katalog 2026 führt Gymnic außerdem einen Sitzball für Kinder, den Sit’n’Gym Jr., in 35 und 45 Zentimetern. TOGU führt den Powerball ABS im Shop auch mit 35 Zentimetern, nennt aber in der Größentabelle keine Körpergröße dafür; die Tabelle beginnt mit dem 45er bis 155 Zentimeter.
Trideer setzt den 45er unter 135 Zentimeter, VLUV beginnt mit dem Modell 55 bei rund 125 Zentimetern, ausdrücklich „für Schulkinder“, und empfiehlt dazu einen höhenverstellbaren Tisch. Zwischen diesen Angaben liegt ein großer Spielraum: Ein Kind mit 130 Zentimetern bekommt von Gymnic einen Ball mit 30 bis 35 Zentimetern genannt, von Original Pezzi den 42er, von TOGU und Trideer den 45er und von VLUV den 55er. Domyos ordnet allen unter 1,60 Metern und unter 85 Kilogramm den 55er zu, eine eigene Kinderzeile hat die Tabelle nicht. Für Schulkinder am Schreibtisch gilt deshalb dieselbe Reihenfolge wie bei Erwachsenen: erst der Tisch, dann die Sitzprobe, dann der Ball.
Ob Kinder auf dem Ball besser lernen oder sich mehr bewegen, ist eine andere Frage, die hier nur am Rand vorkommt. Die Studienlage ist dünn: Eine Untersuchung mit 43 Viertklässlern fand mit Beschleunigungsmessern sogar weniger Bewegung auf dem Ball, eine Studie von 1992 mit 310 Kindern über ein Schuljahr wenig Verbesserung durch den Ball allein. Für die Größenwahl spielt das keine Rolle, für die Frage, ob der Ball den Schreibtischstuhl ersetzen soll, schon.
Große Menschen und XXL-Bälle
Am oberen Ende der Tabellen gehen die Quellen am weitesten auseinander. Trideer nennt den 85er „Over 6′3″ (203cm)“, TheraBand erst über 6′9″, umgerechnet etwa 206 Zentimeter. Gymnic endet mit dem 75er bei 2,04 Metern und ordnet die Bälle mit 85, 95 und 120 Zentimetern ausdrücklich keiner Körpergröße zu: Sie seien für Gruppenaktivitäten bestimmt. VLUV endet bei 200 Zentimetern mit dem Modell 75. Bei Original Pezzi gibt es einen PhysioBall in 85, 95, 105 und 120 Zentimetern, eine Körpergröße nennt die ausgewertete Katalogseite dafür nicht.
Vergleichsportale füllen diese Lücke mit eigenen Zahlen. vergleich.org setzt den 85er bei 186 bis 200 Zentimetern an und einen 95er bei 201 bis 215; der F.A.Z. Kaufkompass übernimmt diese Einteilung bis zum 85er. Diese Zeilen findet man bei keinem der ausgewerteten Hersteller, und die 85er-Grenze liegt 20 Zentimeter unter der von TheraBand. Wer 190 Zentimeter groß ist, bekommt von allen Herstellertabellen außer dem TOGU-Blog, der keinen größeren Ball als den 65er kennt, den 75er genannt und vom Portal den 85er. Wer einen XXL-Ball zum Sitzen kauft, weil ein Portal ihn empfiehlt, sitzt womöglich deutlich zu hoch.
Für große Bälle gibt Gymnic noch einen Sicherheitshinweis, der zeigt, wofür sie gedacht sind: Auf die Bälle mit 150 und 180 Zentimetern solle man nicht aufsteigen. Bei Gymnic und Original Pezzi laufen Bälle ab 85 Zentimetern als Gruppen- und Physiobälle, nicht als Sitzbälle nach Körpergröße; nur Trideer und TheraBand ordnen den 85er einer Körpergröße zu. Eine Übersicht der Balltypen, einschließlich der großen Physiobälle, gibt die Übersichtsseite zu Gymnastikbällen.
Erdnussball und Physio Roll: Größen ohne Körpergrößentabelle
Neben dem runden Ball gibt es längliche Formen, für die die Frage nach der Größe anders gestellt wird. Gymnic führt die Physio Roll in fünf Maßen, angegeben als Durchmesser und Länge: 30 zu 50, 40 zu 65, 55 zu 90, 70 zu 115 und 85 zu 130 Zentimeter. Eine Zuordnung zur Körpergröße nennt Gymnic für die Rolle nicht, anders als für die runden Bälle. Für den Erdnussball nahm eine randomisierte Studie mit 90 Gebärenden aus der Türkei 40 Zentimeter bis 160, 50 für 161 bis 169 und 60 ab 170 Zentimetern Körpergröße; eine Herstellertabelle ist das nicht.
Eine Herstellertabelle für den Erdnussball lag der Recherche nicht vor. In den Suchvorschlägen steht die Frage „peanut ball geburt welche größe“ wörtlich, beantwortet wird sie auf keiner der ausgewerteten Seiten. Wer einen Erdnussball für die Geburt sucht, kann sich deshalb nicht auf eine Tabelle stützen; ob die Klinik eigene Bälle bereithält und welche Größe sie dort verwendet, lässt sich vorab beim Kreißsaal oder bei der Hebamme erfragen. Der Rechner auf dieser Seite gilt nur für runde Bälle.
Ballstuhl, Schale und Füßchen: wenn der Ball nicht auf dem Boden liegt
Sitzt der Ball in einem Gestell, gilt seine Größe nicht mehr allein. Gaiam verwendet für den Classic Balance Ball Chair einen Ball mit 52 Zentimetern und nennt den Stuhl für Menschen von 5′0″ bis 5′11″, umgerechnet etwa 152 bis 180 Zentimeter. Die Sitzhöhe gibt Gaiam mit 24 bis 25 Zoll an, rund 61 bis 64 Zentimeter, eigene Umrechnung. Das liegt über jeder Sitzhöhe, die VLUV für einen frei liegenden Ball nennt; dort sind es beim Modell 75 höchstens 53 Zentimeter. Für den Ersatzball nennt Gaiam wieder nur 52 Zentimeter, nicht die Körpergröße.
Trideer gibt für den Ballstuhl mit 65er-Ball 163 bis 178 Zentimeter an, also einen engeren Bereich als für den freien 65er. Original Pezzi führt mit dem SitSolution einen Sitzball mit fünf Stabilisierungsfüßchen in 45 bis 75 Zentimetern, dessen Körpergrößen-Spalte der des Standardballs gleicht. TOGU bietet eine Ballschale an, die verhindern soll, dass der Ball wegrutscht; eine Angabe, wie stark sie die Sitzhöhe verändert, fand die Recherche nicht.
Für die Größenwahl heißt das: Bei einem Ballstuhl entscheidet die Tabelle des Stuhls, nicht die des Balls, und bei Schale, Ring oder Füßchen muss die Sitzprobe mit dem Zubehör stattfinden. Wie Sitzbälle mit Schale, Ring und Füßchen im Alltag am Tisch abschneiden, behandelt der Büro-Vergleich mit Ring- und Schalenmodellen. Herstellerangaben zu Ballstühlen sind in den ausgewerteten Quellen dünn; außer Gaiam und Trideer nennt keiner eine Körpergröße für ein Gestell.
Was Vergleichsportale aus den Tabellen machen
Die ausgewerteten Seiten aus den Suchergebnissen zeigen je eine Körpergrößentabelle und stellen sie als die richtige dar. Dabei entstehen eigene Fehler. Die folgende Übersicht zeigt, was bei den ausgewerteten Seiten auffiel. Sie bewertet nicht die Seiten insgesamt, sondern nur ihre Größenangaben.
| Seite | Was dort steht | Was dagegen spricht |
|---|---|---|
| t-online | 155–174 cm → 55, 175–184 cm → 65, 185–189 cm → 75, ab 190 → 85 | bei 170 cm der 55er, wo alle zehn Tabellen 65 nennen; Lücke zwischen 141 und 154 cm; nennt Pezzi 65 „bis 175 cm“ entgegen der eigenen Tabelle |
| vergleich.org (65-cm-Seite) | bis 185 → 75, ab 190 → 85 | Lücke zwischen 186 und 189 cm |
| vergleich.org, F.A.Z. Kaufkompass | 186–200 cm → 85, bei vergleich.org 201–215 cm → 95 | kein ausgewerteter Hersteller nennt einen 95er nach Körpergröße |
| F.A.Z. Kaufkompass | „Umfang“ von 65 Zentimetern | gemeint ist der Durchmesser |
| testsieger.de | bis 1,55 m → 55, 1,56–1,75 m → 65, ab 1,76 m → 75 | nennt keinen 45er; TOGU führt ihn bis 155, Gymnic bis 154 cm |
| Händlerseite Stoff-Sitzball | „65cm Sitzhöhe“ für 160–190 cm | offen, ob Sitzhöhe oder Durchmesser |
Auffällig ist eine Händlerangabe für Bälle der Marke Bodhi: Die Bereiche 156 bis 165, 166 bis 178 und ab 178 Zentimeter stimmen Zahl für Zahl mit der TOGU-Tabelle überein. Eine Herstellerseite von Bodhi war nicht erreichbar, die Angabe stammt nur von Händlern. Ob Bodhi die Tabelle von TOGU übernommen hat oder ob beide auf eine dritte Quelle zurückgehen, ist nicht belegt. Es zeigt aber, dass eine Tabelle, die man an mehreren Stellen liest, nicht mehrfach belegt sein muss.
Daraus ergibt sich eine einfache Regel für das Lesen solcher Seiten. Eine Größentabelle ohne Quellenangabe ist eine von vielen möglichen; sie ist nicht falsch, aber sie ist auch nicht die Antwort. Wer auf einem Portal eine Größe abliest, vergleicht sie mit der Tabelle des Herstellers, dessen Ball er kaufen will, und macht danach die Sitzprobe. Stimmen Portal und Hersteller nicht überein, gilt der Hersteller, denn seine Tabelle gilt für genau diesen Ball.
Situationen und welche Angabe dann zählt
Fünf Situationen kommen in den Suchanfragen und Foren wiederholt vor. Für jede lässt sich aus den Quellen ableiten, welche Angabe Vorrang hat.
Sitzen am festen Schreibtisch
Hier zählt die Sitzhöhe, nicht die Körpergröße. Nach VLUV passt der 65er auch für größere Menschen an einem Tisch mit Standardhöhe. Wer zwischen 65 und 75 schwankt und den Tisch nicht verstellen kann, macht die Sitzprobe mit dem kleineren Ball zuerst. Für Kinder am Schreibtisch gilt dasselbe, mit den Kinderzeilen von Gymnic und VLUV als Ausgangspunkt.
Übungen auf dem Boden
Hier zählt der rechte Winkel im Knie, den TOGU und Trideer beschreiben. Die Tabelle des Herstellers, dessen Ball man kauft, liefert die Größe, die Sitzprobe nach der Wartezeit bestätigt sie. Wer mit dem Ball auch Übungen im Liegen macht, etwa mit dem Rücken auf dem Ball, für den nennt keine der Tabellen eine eigene Größe.
Geburtsvorbereitung und Geburt
Hier hat die Gesundheitsbehörde Vorrang vor den Herstellern, weil nur sie ihre Empfehlung ausdrücklich für das Sitzen unter der Geburt formuliert. Wer zwischen 150 und 165 Zentimetern misst, sollte wissen, dass der TOGU-Blog für dieselbe Lebensphase eine Größe kleiner nennt, und die Frage mit der Hebamme klären.
Großer Mensch mit über 190 Zentimetern
Hier zählt der Hersteller, nicht das Portal. Für 190 Zentimeter nennen alle Herstellertabellen außer dem TOGU-Blog den 75er; einen 85er erst Trideer ab 203 (in Fuß über 6′3″) und TheraBand ab etwa 206 Zentimetern. Wer zum Sitzen kauft, prüft, ob der 75er den rechten Winkel schon erlaubt, bevor er zum 85er greift.
Hohes Körpergewicht
Hier zählt zuerst die Platzsicherheit des Modells, dann die Größe. Domyos ist der einzige Anbieter unter den zehn, der die Größe selbst vom Gewicht abhängig macht. Bei allen anderen bleibt es bei der Körpergrößentabelle, mit der Einschränkung, dass ein schwererer Mensch tiefer sitzt.
Falsche Größe erkennen, solange der Karton noch da ist
Die erste Kontrolle nach dem Kauf ist die Sitzprobe nach der Wartezeit, mit gemessenem Durchmesser. Drei Befunde sprechen dafür, dass die Größe nicht passt. Liegen die Knie über der Hüfte, obwohl der Ball sein Höchstmaß erreicht hat, ist er zu klein, und mehr Luft ist keine Lösung. Kommen die Füße nicht mehr flach auf den Boden oder rutscht man nach vorn von der Kuppe, ist er zu groß. Und lässt sich der rechte Winkel nur erreichen, wenn der Ball deutlich unter seinem Nennmaß bleibt, ist die nächstkleinere Größe die bessere Wahl.
Weil der Ball dafür aufgepumpt sein muss, kann ein Umtausch schwierig werden. Gaiam etwa nimmt bei Direktkauf nur ungeöffnete und unbenutzte Ware innerhalb von 30 Tagen zurück. Wie andere Händler mit einem bereits aufgepumpten Ball umgehen, regeln deren eigene Bedingungen; eine einheitliche Angabe dazu fand die Recherche nicht. Wer unsicher ist, misst vor dem Kauf den Unterschenkel, liest die Tabelle des konkreten Modells und nimmt bei zwei Kandidaten den, der zum Zweck passt.
Wer gar keinen Ball braucht, sondern nur eine Sitzgelegenheit am Schreibtisch, ist mit der Größenfrage womöglich auf der falschen Spur: Die VBG hält den Ball dafür laut KomNet nicht für geeignet, und ein höhenverstellbarer Stuhl erübrigt die Suche nach der passenden Ballgröße. Wer dagegen einen Ball zum Üben sucht und die Tabellen gelesen hat, kommt mit Körpergröße, Sitzprobe und Maßband zu einer Größe, die sich begründen lässt.
Was sich zur Ballgröße nicht belegen ließ
- Eine Herleitung der Größentabellen: Kein Hersteller nennt Messreihe, Körpermaßstatistik oder Studie hinter seinen Grenzen.
- Eine Norm, die Ballgrößen oder Körpergrößenbereiche festlegt; eine Produktnorm für Gymnastikbälle wurde nicht gefunden.
- Welche der beiden TOGU-Tabellen (Fragen und Antworten oder Blog 2023) der Hersteller als verbindlich ansieht.
- Eine Körpergrößentabelle von SISSEL als Text; die Seite zeigt die Größen offenbar nur als Bild.
- Die vollständige Unterschenkel-Tabelle von t-online und die Herkunft der Plus-zehn-Regel des F.A.Z. Kaufkompass.
- Sitzhöhen je Ballgröße außer bei VLUV, und um wie viele Zentimeter ein Ball unter einem bestimmten Körpergewicht nachgibt.
- Ein empfohlener Abstand zwischen Sitzfläche auf dem Ball und Tischplatte.
- Ein Luftdruck in bar für übliche Ballgrößen; nur eine Trideer-Kundendienstantwort nennt PSI für XXL-Bälle.
- Eine Messung, wie groß Bälle verschiedener Marken mit derselben Nenngröße nach dem Aufpumpen tatsächlich sind.
- Eine Größenempfehlung nach Körpergröße für Bälle ab 85 Zentimetern bei Gymnic und Original Pezzi.
- Eine Studie, die prüft, welches Maß (Körpergröße, Unterschenkel, Armlänge) den rechten Winkel im Knie am besten vorhersagt.
- Wie stark eine Ballschale oder ein Ring die Sitzhöhe verändert.
Quellen zu Größentabellen und Messregeln
Alle Quellen wurden am 15. Oktober 2026 abgerufen. Die Größentabellen sind Herstellerangaben, die NHS-Tabelle ist eine Empfehlung einer Gesundheitsbehörde für den Geburtsball. Die Umrechnungen von Fuß und Zoll in Zentimeter sind eigene Rechnungen und gerundet. Getestet hat hier niemand einen Ball; Preise nennt diese Seite nicht.
- TOGU: Häufig gestellte Fragen und Antworten (Größentabelle, Durchmesser messen)
- TOGU: Gym balls for pregnancy and postpartum fitness, Blog 04.07.2023
- TOGU: Gebrauchsanleitung ABS-Bälle (PDF)
- TOGU: Inflate exercise ball correctly, Blog 17.10.2023
- Gymnic: Gymnic Classic (Empfohlene Ballgröße)
- Gymnic: Aufblasen
- Gymnic: Gym Ball 30 cm
- Gymnic: Katalog 2026 (PDF)
- Ledragomma/Tonkey: Katalog Original Pezzi, 16.02.2026 (PDF)
- Original Pezzi: Anleitung GymnastikBall und PhysioBall (PDF)
- Original Pezzi: SitSolution
- Trideer: How to Inflate an Exercise Ball, Blog 23.09.2022
- Trideer: Exercise Ball 55–85 cm
- Trideer: Exercise Ball Chair 65 cm
- VLUV: Größenfinder BOL
- NHS: How to use a birthing ball
- Performance Health: TheraBand Standard Exercise Balls
- Performance Health: FAQ TheraBand Pro Series SCP
- Gaiam: Total Body Balance Ball Kit
- Gaiam: Classic Balance Ball Chair
- Gaiam: Satisfaction Guaranteed
- Decathlon: Domyos Gymnastikball robust Größe 2 / 65 cm
- Decathlon Österreich: Domyos Gymnastikball robust, Anwendung und Pflege
- SISSEL UK: Securemax Exercise Balls
- SISSEL: Gebrauchsanweisung Securemax (PDF)
- TOGU: Powerball ABS
- CPSC: Fitness Balls Recalled by EB Brands, 2009
- KomNet NRW: Ist ein Sitzball eine Alternative zu einem Bürodrehstuhl?
- DGUV Information 215-410, Abschnitt 8.3.2 Büroarbeitsstuhl
- OutdoorGearLab: Best Exercise Ball, 2023
- F.A.Z. Kaufkompass: Der beste Gymnastikball
- t-online: Gymnastikbälle für Homeoffice und Fitness
- vergleich.org: Gymnastikball
- vergleich.org: Gymnastikball 65 cm
- testsieger.de: Gymnastikbälle
- Erwin et al. 2016, Am J Occup Ther: Viertklässler auf Bällen, Beschleunigungsmesser
- Amstad et al. 1992, Schweiz Med Wochenschr: Ball statt Stuhl über ein Schuljahr
FAQ
Häufige Fragen
Welche Größe Gymnastikball passt zu welcher Körpergröße?
Das hängt von der Tabelle ab, denn die Hersteller setzen ihre Grenzen verschieden. Bei 168 cm empfiehlt Gymnic 55 cm, TOGU 65 cm; bei 170 cm nennen alle zehn ausgewerteten Tabellen 65 cm. Zwischen zwei Kandidaten entscheidet die Sitzprobe: Füße flach, Knie im rechten Winkel.
Gymnastikball 65 cm: für welche Körpergröße?
Der 65er steht in allen zehn ausgewerteten Tabellen, aber mit verschiedenen Grenzen. TOGU nennt 166 bis 178 cm, Gymnic 1,70 bis 1,84 m, VLUV 155 bis 180 cm und die NHS für den Geburtsball alles bis 1,73 m. Zusammengenommen reicht der 65er von 155 bis etwa 185 cm.
Gymnastikball 75 cm: für welche Körpergröße?
TOGU nennt den 75er ab 178 cm, Trideer und VLUV ab 180 cm, Gymnic erst ab 1,85 m. Die NHS empfiehlt ihn als Geburtsball schon über 1,73 m. Nach oben reicht er bei Gymnic bis 2,04 m.
Welche Ballgröße brauche ich zum Sitzen am Schreibtisch?
Am Tisch zählt die Sitzhöhe, nicht der Durchmesser. VLUV nennt für den 65er eine Sitzhöhe von 43 bis 48 cm und hält ihn auch für größere Menschen an einem Tisch mit Standardhöhe geeignet. Als dauerhafte Sitzgelegenheit am Bildschirmarbeitsplatz hält die VBG laut KomNet NRW den Ball für nicht geeignet.
Wie messe ich den Durchmesser eines Gymnastikballs?
TOGU empfiehlt, mit dem Maßband eine Höhe an der Wand zu markieren, etwa 65 cm, und mit einem Stück Karton zu prüfen, ob der höchste Punkt des Balls sie erreicht. Gemessen wird erst nach der Ruhezeit, die die Anleitung nennt, bei TOGU, SISSEL, Original Pezzi und Trideer 24 Stunden. Das angegebene Höchstmaß darf dabei nicht überschritten werden.
Welche Gymnastikball-Größe in der Schwangerschaft?
Die NHS nennt für den Geburtsball bis 1,73 m Körpergröße 65 cm, darüber 75 cm. Im Sitzen sollen die Knie etwa 10 cm tiefer liegen als die Hüfte. Der TOGU-Blog zu Schwangerschaft und Rückbildung nennt eine abweichende Tabelle mit 55 cm für 150 bis 165 cm; im Zweifel hilft die Hebamme.
Welche Größe hat ein Sitzball für Kinder?
Gymnic nennt für Kinder unter 1,35 m einen Ball mit 30 bis 35 cm und für 1,35 bis 1,54 m den 45er. VLUV beginnt mit dem Modell 55 bei etwa 125 cm und empfiehlt dazu einen höhenverstellbaren Tisch. Wie bei Erwachsenen entscheidet die Sitzprobe am eigenen Tisch.
Wie viel bar braucht ein Gymnastikball?
Eine Druckangabe in bar nennen TOGU, Gymnic, SISSEL, Original Pezzi und Domyos nicht; sie definieren den richtig gefüllten Ball über den Durchmesser. Nur eine Kundendienstantwort von Trideer nennt für XXL-Bälle 0,8 bis 1,0 PSI. Das Messgerät ist deshalb das Maßband, nicht das Manometer.