Klimmzugstange in der Mietwohnung: Bohren, Zarge, Urteile
Klimmzugstange in der Mietwohnung: § 538 BGB, sieben Urteile zu Dübellöchern, Fliese oder Fuge, Spuren an der Zarge, Wege ohne Bohren und offene Fragen.
Zweiunddreißig Dübellöcher hatte ein Mieter in Hamburg in sein Badezimmer gebohrt, und als er auszog, ließ er sie offen, obwohl der Vermieter ihm eine Frist gesetzt hatte. Der Vermieter verlangte Schadensersatz. Das Landgericht Hamburg wies die Klage ab (Aktenzeichen 307 S 50/01): Das Bohren von Dübellöchern sei grundsätzlich vertragsgemäßer Gebrauch der Mietsache, und ab welcher Zahl daraus ein vertragswidriger Eingriff werde, müsse für jedes Mietverhältnis im Einzelfall entschieden werden. Das Urteil ist die am genauesten dokumentierte Entscheidung in den Unterlagen dieser Seite, und es hat mit Sport nichts zu tun. Ein Urteil zu einer Klimmzugstange, zu einem Türreck oder zu Druckstellen an einer Türzarge haben die Recherchen nicht gefunden, weder bei Gerichten noch bei Mietervereinen. Diese Seite legt deshalb nebeneinander, was sich belegen lässt: den Gesetzestext, sieben Entscheidungen zu Bohrlöchern und Fliesen, die Angaben der Hersteller zu Schrauben, Polstern und Rahmen, und die Wege, die ganz ohne Loch auskommen. Was offen bleibt, steht am Ende in einer eigenen Liste.
Keine Rechtsberatung
Diese Seite gibt wieder, was Gesetzestexte und veröffentlichte Zusammenfassungen von Urteilen sagen. Die Urteile betreffen einzelne Fälle; ob ein anderes Gericht in einem anderen Mietverhältnis genauso entscheidet, sagen sie nicht. Wer einen Mietvertrag mit Bohrklausel hat, um die Kaution streitet oder einen Schaden an Wand oder Zarge klären muss, fragt einen Mieterverein oder eine Anwältin beziehungsweise einen Anwalt für Mietrecht.
Das Hamburger Badezimmer: 32 Löcher und kein Schadensersatz
Die Berliner MieterGemeinschaft, ein Mieterverein, gibt den Fall so wieder: Der Mieter war laut Mietvertrag verpflichtet, die regelmäßigen Schönheitsreparaturen zu übernehmen. Nach dem Auszug forderte ihn der Vermieter mit Frist und Ablehnungsandrohung auf, die Löcher zu beseitigen. Er tat es nicht, und der Vermieter klagte auf Schadensersatz. Das Landgericht lehnte beide denkbaren Anspruchsgrundlagen ab. Weder handle es sich um nicht ausgeführte Schönheitsreparaturen, noch liege eine Beschädigung der Mietsache vor, damals als positive Forderungsverletzung bezeichnet.
Entscheidend war die Begründung. Das Badezimmer enthielt außer Toilette, Bidet, Waschbecken und Badewanne keine weitere Ausstattung. Der Mieter musste also selbst Halter anbringen: für Spiegel, Spiegelkonsole und Spiegellampen, Handtücher, Zahnputzgläser, Seifenschale, Klopapierrolle, Klobürste und Duschstange, dazu einen Haltegriff an der Badewanne. All das, so das Gericht, gehöre üblicherweise zu einem Bad und mache dessen bestimmungsgemäße Nutzung erst möglich. Die dafür nötigen Löcher könnten deshalb keinen vertragswidrigen Eingriff in die Substanz darstellen. Eine Vereinbarung, nach der der Mieter Bohrlöcher beim Auszug hätte schließen müssen, gab es in diesem Vertrag nicht.
Zwei Einzelheiten gehören zur sauberen Wiedergabe. Erstens nennen die beiden Quellen verschiedene Daten: die Berliner MieterGemeinschaft den 16.05.2001, der Fachverlag Haufe den 17.05.2001. Zweitens beruht die Seite auf diesen Zusammenfassungen; ein Volltext aus einer amtlichen Datenbank wurde nicht ausgewertet. Für die Klimmzugstange folgt daraus vor allem eines: Das Gericht hat die 32 Löcher nicht mit ihrer Zahl gerechtfertigt, sondern mit ihrem Zweck. Ob eine Stange zum Trainieren zu den Dingen zählt, die eine Wohnung erst nutzbar machen, hat dieses Urteil nicht entschieden, und die anderen Urteile in den Unterlagen auch nicht.
Paragraf 538 und 546: Abnutzung, Rückgabe und was dort nicht steht
Die Rechtsprechung zu Dübellöchern hängt an einem kurzen Satz im Bürgerlichen Gesetzbuch. § 538 BGB lautet: „Veränderungen oder Verschlechterungen der Mietsache, die durch den vertragsgemäßen Gebrauch herbeigeführt werden, hat der Mieter nicht zu vertreten.“ Mehr steht dort nicht. Was zum vertragsgemäßen Gebrauch gehört, definiert die Vorschrift nicht. Das füllen der Mietvertrag und die Gerichte, und deshalb kommt es in den Urteilen so stark auf den einzelnen Fall an.
Für die Klimmzugstange ergeben sich aus dem Wortlaut zwei getrennte Fragen. Die erste lautet, ob schon das Anbringen vertragsgemäß ist, also die Löcher in Wand oder Decke. Die zweite lautet, ob das, was der Gebrauch danach hinterlässt, noch vertragsgemäß ist: Abdrücke einer Klemmstange in der Zarge, ein Riss im Putz rund um ein Bohrloch, ein ausgerissener Dübel. Die Hamburger Entscheidung betrifft nur die erste Frage, und auch die nur für Badausstattung. Zur zweiten Frage gibt es in den Unterlagen weder ein Urteil noch die Stellungnahme eines Mietervereins.
§ 546 BGB regelt die Rückgabe. Absatz 1 verpflichtet den Mieter, „die Mietsache nach Beendigung des Mietverhältnisses zurückzugeben“. Absatz 2 betrifft den Fall, dass ein Dritter die Wohnung nutzt. Ob dazu gehört, eine fest montierte Stange abzuschrauben, Dübel zu ziehen und Löcher zu verschließen, sagt der Gesetzestext nicht. Eine Antwort gibt wieder das Landgericht Hamburg, und sie hängt am Vertrag: Ohne gesonderte Vereinbarung gehörte das Schließen der Badlöcher nicht zu den Schönheitsreparaturen. Wo der Vertrag etwas anderes regelt, kann es anders aussehen; das zeigt das Urteil aus Paderborn weiter unten.
Sieben Entscheidungen zu Bohrlöchern und Fliesen
Neben dem Hamburger Fall stellt der Fachverlag Haufe in einem Beitrag vom 20.03.2025 sechs weitere Entscheidungen von Amts- und Landgerichten zusammen. Keine davon betrifft Sportgeräte. Die Tabelle gibt sie mit dem Ergebnis und der Begründung wieder, wie die Zusammenfassungen sie nennen.
| Gericht, Aktenzeichen, Datum | Fall | Ergebnis | Begründung laut Zusammenfassung |
|---|---|---|---|
| LG Hamburg, 307 S 50/01, 16. bzw. 17.05.2001 | 32 Dübellöcher im Bad | vertragsgemäß, kein Schadensersatz | Bad unzureichend ausgestattet, Halter für übliche Ausstattung nötig |
| AG Schöneberg, 6 C 480/13, 12.03.2014 | 59 Dübellöcher im Bad | vertragswidrig | nicht ersichtlich, wofür die Löcher gebraucht wurden |
| AG Mönchengladbach-Rheydt, 11 C 329/11, 02.08.2012 | 50 bis 60 Bohrlöcher im Arbeitszimmer | vertragswidrig | Mieter hätte die Zahl erläutern müssen und tat es nicht |
| LG Berlin, 61 S 124/01, 10.01.2002 | Bohren in gefliesten Flächen | Loch gehört in die Fuge, wenn das möglich ist | Pflicht zur Rücksichtnahme gegenüber dem Vermieter |
| AG Rheinbach, 3 C 199/04, 07.04.2005 | 14 angebohrte Fliesen in der Küche | vertragsgemäß | zum Anbringen einer Arbeitsplatte erforderlich |
| AG Köpenick, 4 C 64/12, 05.10.2012 | 8 angebohrte Wandfliesen, dazu gerissene Wand- und Bodenfliesen | vertragswidrig | ohne nähere Begründung in der Zusammenfassung |
| AG Paderborn, 51 C 135/23, 08.04.2024 | 6 durchbohrte Fliesen in Küche und Bad, Verbot im Vertrag | Schadensersatz nach § 280 Abs. 1 BGB | Verstoß gegen ausdrückliche Vereinbarung; Fuge wäre möglich gewesen |
Wer nur auf die Zahlen schaut, findet keine klare Linie. Im Hamburger Bad waren 32 Löcher in Ordnung, in Köpenick acht angebohrte Fliesen nicht, in Rheinbach dagegen vierzehn. Der gemeinsame Nenner liegt in den Begründungen: In Hamburg und Rheinbach war der Zweck erkennbar und anerkannt, in Schöneberg war er nicht ersichtlich, in Mönchengladbach-Rheydt hat der Mieter ihn nicht erläutert. Haufe fasst das in einem Praxishinweis so zusammen, dass Mieter eine übermäßige Zahl von Bohrlöchern plausibel erklären müssen und dass es auf die Umstände des Einzelfalls ankommt, wann die Zahl bedenklich wird.
Für die Quellenlage gilt dasselbe wie beim Hamburger Fall. Alle sieben Entscheidungen sind hier aus Zusammenfassungen wiedergegeben, sechs aus einem einzigen Fachbeitrag. Die Zusammenfassung zu Köpenick nennt kein Argument des Gerichts, sondern nur den Sachverhalt. Auch der Durchmesser der Löcher spielt in keiner der sieben Wiedergaben eine Rolle; ob ein Gericht ein Loch für einen Spreizbolzen anders bewertet als eines für einen Handtuchhalter, lässt sich aus ihnen nicht ablesen.
Schöneberg, Mönchengladbach, Rheinbach, Köpenick: was die Gegenbeispiele lehren
Das Amtsgericht Schöneberg hat 59 Löcher im Bad beanstandet, weil nicht ersichtlich war, wofür sie gebraucht wurden. An dieser Stelle unterscheidet sich eine Klimmzugstange von dem Schöneberger Bad: Ihr Zweck ist sichtbar, solange sie hängt, und aus der Anleitung lässt sich ablesen, wie viele Bohrungen sie verlangt. Strittig kann bei einer Stange also kaum sein, wofür die Löcher da sind, sondern nur, ob dieser Zweck in einer Mietwohnung anerkannt wird. Diese zweite Frage hat das Schöneberger Gericht nicht beantwortet, weil sie sich ihm nicht stellte.
Mönchengladbach-Rheydt hat die Pflicht zur Erklärung betont. Der Mieter eines Arbeitszimmers mit 50 bis 60 Bohrlöchern hätte erläutern müssen, wozu sie dienten, und tat es nicht. Für Stangen ist das aus einem praktischen Grund wichtig: In den Foren bleibt es nicht immer bei den Löchern, die die Anleitung vorsieht. Am 09.05.2025 berichtet jemand, er habe einem Freund helfen wollen, die Stange neu zu montieren, weil die Bohrlöcher ausgerissen seien, teilweise erst nach Belastung. Wer nach ausgerissenen Dübeln ein neues Lochbild bohrt, macht bei einer Stange mit acht Bohrungen sechzehn daraus, eigene Rechnung. Wer später erklären muss, welche Löcher wozu gehören, sollte das selbst noch wissen.
Rheinbach liefert ein Kriterium, das auch in Paderborn auftaucht: erforderlich. Vierzehn angebohrte Fliesen waren in Ordnung, weil sie zum Anbringen einer Arbeitsplatte nötig waren. Übertragen auf eine Stange wäre erforderlich, was die Anleitung verlangt, also acht Bohrungen bei den Wand- und Deckenmodellen in der Tabelle weiter unten. Zusätzliche Löcher für eine zweite Position, für Ösen oder für Zubehör ließen sich mit diesem Maßstab schwerer begründen. Ob ein Gericht den Maßstab aus der Küche auf ein Sportgerät überträgt, ist offen.
Köpenick schließlich zeigt, dass Folgeschäden in die Bewertung einfließen können. Neben acht angebohrten Wandfliesen waren dort zwei Wandfliesen und drei Bodenfliesen gerissen; das Gericht nahm einen vertragswidrigen Gebrauch an. Welches Gewicht die gerissenen Fliesen dabei hatten, sagt die Zusammenfassung nicht. Für Klimmzugstangen liegt der Gedanke trotzdem nahe, weil die Foren genau solche Folgeschäden beschreiben, vom Riss im Putz bis zur Wand, die beim Bohren entgegenkommt. Ein Loch, das nach Plan gebohrt und nach Plan belastet wurde, ist etwas anderes als eines, um das herum der Putz abplatzt.
Fliese oder Fuge: die Regel aus Küche und Bad
Zwei der Entscheidungen beschäftigen sich mit der Frage, wohin das Loch kommt, wenn die Wand gefliest ist. Das Landgericht Berlin hat 2002 entschieden, dass der Mieter normalerweise in die Fuge bohren darf und nicht in die Fliese selbst, es sei denn, das ist nicht möglich. Begründet wurde das mit der Pflicht zur Rücksichtnahme. Das Amtsgericht Paderborn hat diese Linie 2024 aufgegriffen: Das Durchbohren einer Fliese sei nur dann vertragsgemäß, wenn das Loch nicht in der Fuge platziert werden kann, weil eine Fuge die Substanz der Wohnung viel weniger beeinträchtige. Im Paderborner Fall nahm das Gericht an, die Fuge sei möglich gewesen; der Mieter hatte nicht dargelegt, warum er die Fliese brauchte.
Bei einer Wandstange lässt sich diese Regel nicht Loch für Loch befolgen. Die Montageplatte legt fest, wo gebohrt wird. Die Anleitung der ISE SY-165 etwa lässt zuerst den Rahmen zusammenbauen, dann einen Sockel an der Wand befestigen und die Bohrposition des zweiten Sockels am bereits montierten Rahmen bestimmen. Ob sich bei einem gegebenen Fliesenraster jede Bohrung in eine Fuge legen lässt, hängt also am Abstand der Löcher in der Platte und an der Größe der Fliesen. Dazu sagt keine der ausgewerteten Anleitungen etwas.
Eine zweite Quelle macht die Sache nicht einfacher. Eine Heimwerkerseite rät in ihrer Checkliste für selbst gebaute Klimmzugstangen, „nicht in senkrechte Fugenspalten“ zu bohren. Ob damit die Fliesenfuge oder die Fuge im Mauerwerk gemeint ist, geht aus dem ausgewerteten Auszug nicht hervor. Wer im gefliesten Bereich eine Stange montieren will, steht damit vor einer Lage, die die Unterlagen nicht auflösen. Der Praxishinweis bei Haufe rät für das Bohren in Fliesen, vorher die Zustimmung des Vermieters einzuholen. In dieser Konstellation ist das der einzige Rat, den eine Quelle tatsächlich gibt.
Acht Löcher für eine Wandstange: Zahl, Zweck und Lochbild
Wie viele Löcher eine Klimmzugstange braucht, steht in den Anleitungen. Für die Einordnung neben die Urteile ist das die wichtigste Zahl, denn ein Mieter, der mit dem Vermieter spricht, sollte sie kennen. Die Tabelle nennt die Befestigung, wie Hersteller oder Angebot sie angeben.
| Gerät | Befestigung laut Unterlagen | Bohrungen |
|---|---|---|
| ISE SY-165, Wand | 8 × M10×80, tragende Wand (Anleitung); Wand mindestens 18 cm (Herstellerseite, Angebot) | 8 in der Wand |
| PULLUP & DIP, Wand | 8 Dübel, 8 Sechskantschrauben, nur massive Wände (Anleitung) | 8 in der Wand |
| DH FitLife 4in1, Wand | 8 Spreizdübel (Angebot) | 8 in der Wand |
| Sportstech KS400, Wand | acht Schwerlastdübel in Beton oder Stahlbeton (Herstellerseite) | 8 in der Wand |
| PULLUP & DIP, Decke | 8 Spreizbolzen M10×80, nur massive Decken (Anleitung) | 8 in der Decke |
| Gorilla Sports 100126, Tür | ohne Material, mit Verriegelungsblöcken oder mit Metallkappen, 6 Schrauben im Lieferumfang (Anleitung) | 0 oder Schraubenlöcher in der Zarge |
| PULLUP & DIP Türreck | Einhängen, schraubenlos (Herstellerseite) | 0 |
| Sportstech PT300, Power Tower | freistehend (Anleitung) | 0 |
Acht Bohrungen sind ein Viertel der 32 Löcher, die das Landgericht Hamburg hingenommen hat, und weniger als ein Siebtel der 59, die das Amtsgericht Schöneberg beanstandet hat, eigene Rechnung. Daraus lässt sich aber nicht ableiten, dass acht Löcher für eine Stange unbedenklich sind. Die Urteile haben nicht mit Grenzwerten gearbeitet, sondern mit dem Zweck: In Hamburg ging es um Ausstattung, ohne die ein Bad nicht nutzbar ist. Ob das Training in der eigenen Wohnung ein Zweck ist, den ein Gericht genauso anerkennt, hat nach den Unterlagen niemand entschieden.
Auch die Größe unterscheidet sich von dem, was in den Urteilen steht. Die Anleitungen nennen Schrauben und Bolzen der Stärke M10, die Anleitungen der Wand- und der Deckenstange von PULLUP & DIP lassen mit einem 14-Millimeter-Bohrer auf Enddurchmesser bohren, und die Anleitung der Deckenstange setzt eine Bohrtiefe von mindestens 80 Millimetern voraus. In einem Forenbeitrag vom 27.02.2025 schreibt jemand von acht Löchern der Größe 14, die er für seine Stange in die Wand bekommen musste. Zu Löchern dieser Art enthalten die sieben Zusammenfassungen keine Aussage, weil keiner der Fälle sie betraf.
Bemerkenswert ist, was die Hersteller selbst schreiben. Die Anleitungen von PULLUP & DIP für die Wandstange, die Deckenstange und die mobile Stange enthalten denselben Hinweis: Bevor Löcher gebohrt werden, solle Rücksprache „mit dem Vermieter und einem Fachmann über den Verlauf von Strom- und Wasserleitungen“ gehalten werden. Der Satz begründet die Rücksprache mit Leitungen, nicht mit Mietrecht. Er zeigt aber, dass der Hersteller mit Käufern in Mietwohnungen rechnet. Welche Lasten eine Wand je nach Material überhaupt trägt, steht nicht auf dieser Seite, sondern im Ratgeber zu Dübeln und Untergrund, wenn die Stange nicht hält.
Bohrverbot im Vertrag, Formularklausel, Zustimmung
Wie viel ein ausdrückliches Verbot im Mietvertrag wiegt, zeigt das Amtsgericht Paderborn. Der Mieter hatte nach dem Auszug die Kaution zurückverlangt. Der Vermieter hielt dagegen, der Mieter habe in der Küche vier und im Bad zwei Fliesen durchbohrt. Das Gericht gab dem Vermieter in diesem Punkt recht: Er habe einen Anspruch auf Schadensersatz aus § 280 Abs. 1 BGB und dürfe damit aufrechnen. Der Grund lag zuerst in einer individuellen Vereinbarung im Mietvertrag, die das Durchbohren ausdrücklich untersagte, und erst danach in der Frage, ob die Fuge möglich gewesen wäre.
Davon zu trennen sind vorgedruckte Klauseln, sogenannte Formularklauseln. In den Unterlagen ist dazu ein Urteil des Bundesgerichtshofs vom 20.01.1993 mit dem Aktenzeichen VIII ZR 10/92 als Fundstelle bei dejure.org nachgewiesen. Den Volltext haben die Recherchen nicht ausgewertet. Was der Bundesgerichtshof darin entschieden hat, gibt diese Seite deshalb nicht wieder, und Aussagen aus zweiter Hand dazu sind nicht geprüft. Ob ein pauschales Bohrverbot in einem Formularvertrag gilt, ist damit eine Frage für den Mieterverein oder eine Anwältin, nicht für eine Ratgeberseite.
Dass die Frage Mieter beschäftigt, zeigen Forentitel wie „Darf man in einer Wohnung eine Klimmzugstange anbohren?“ und „Klimmzugmöglichkeit: In meiner Wohnung darf ich nicht bohren/etwas im Türrahmen befestigen“, beide bei gutefrage ohne Datum und ohne ausgewertete Antworten. Bei finanzfrage.net steht seit dem 07.10.2015 die Frage, ob man in einer Mietwohnung Löcher in die Türrahmen bohren darf. Eine Rechtsquelle nennen diese Beiträge in den ausgewerteten Titeln nicht.
Was in eine Anfrage an den Vermieter gehört
Was eine Absprache mit dem Vermieter enthalten muss, schreibt keine der Quellen vor. Aus den Urteilen und Anleitungen lässt sich aber ablesen, an welchen Punkten in den dokumentierten Fällen gestritten wurde und welche Angaben ein Hersteller selbst für nötig hält. Die folgende Liste ordnet sie, jeweils mit der Quelle, aus der der Punkt stammt.
- Das Gerät und sein Zweck. Bauart, Modell und wofür es dient. Der Zweck war in Hamburg, Schöneberg und Mönchengladbach-Rheydt der Kern der Entscheidung.
- Die Zahl der Löcher. So viele, wie die Anleitung verlangt, bei den Wand- und Deckenstangen in der Tabelle oben acht. Die Zahl war in allen drei Dübelloch-Fällen der Ausgangspunkt.
- Die Größe. Schrauben oder Bolzen der Stärke M10, bei Wand- und Deckenstange von PULLUP & DIP ein 14-Millimeter-Bohrer. Keine Urteilszusammenfassung erwähnt die Größe; für ein Gespräch ist sie trotzdem eine Angabe, die zur Beschreibung des Vorhabens gehört.
- Der Ort. Welche Wand oder Decke, ob gefliest, ob Außenwand. Fliese oder Fuge war in Berlin, Paderborn, Rheinbach und Köpenick der Streitpunkt.
- Der Untergrund und die Leitungen. PULLUP & DIP verlangt in den Anleitungen für Wand-, Decken- und mobile Stange Rücksprache mit Vermieter und Fachmann über Strom- und Wasserleitungen.
- Der Auszug. Wer die Stange abnimmt und die Löcher schließt. Daran hing in Hamburg die Frage der Schönheitsreparatur, in Paderborn die Verrechnung mit der Kaution.
Der richtige Zeitpunkt für diese Anfrage liegt vor dem Kauf, nicht erst vor dem Bohren. Ob eine Wand- oder Deckenstange überhaupt infrage kommt, hängt an der Antwort, und erst danach lohnt der Vergleich einzelner Geräte. Ob eine solche Absprache später vor Gericht trägt, hängt an ihrem Wortlaut und am Einzelfall; auch dazu ist der Mieterverein die richtige Stelle.
Druckstellen, Abdrücke, Dellen: die Zarge als offene Rechtsfrage
Wer nicht bohrt, landet bei der Türzarge, und dort ist die Lage noch dünner. Weder ein Urteil noch die Aussage eines Mietervereins zu Spuren einer Klimmzugstange am Türrahmen ist in den Unterlagen belegt. Die rechtliche Einordnung lässt sich nur über § 538 BGB herleiten: Sind Druckstellen und Abdrücke eine Veränderung durch vertragsgemäßen Gebrauch, hätte der Mieter sie nicht zu vertreten; sind sie eine Beschädigung, sieht es anders aus. Welche der beiden Lesarten ein Gericht wählen würde, ist offen. Im Lücken-Inventar zu diesem Cluster steht genau diese Frage, und beantwortet wird sie bisher nur in Laienforen.
Dort tauchen die Spuren regelmäßig auf. Sechs Forenbeiträge seit 2024 handeln von Dellen, Abdrücken, Druckstellen, Putz oder Rissen am Türrahmen. „Wie kriege ich diese Druckstellen am Türrahmen weg?“ fragt jemand am 06.03.2026. Am 01.02.2025 schreibt ein anderer, er habe seine Stange abgenommen und frage sich, ob das Holz zu weich sei; in seiner vorherigen Wohnung sei nichts zu sehen gewesen. Ein Beitrag vom 01.02.2024 handelt von einer Delle am Türrahmen in einem studentischen Wohnheim. Am 25.04.2026 hebt sich bei jemandem der Putz unter der Stange. Bei juraforum.de steht seit dem 19.11.2017 ein Thread mit dem Titel „Schaden von Klimmzugstange“.
Die Angebote sagen etwas anderes. Sportneer wirbt auf Amazon mit „Kein Bohren, keine Spuren“. PULLUP & DIP verspricht für das Türreck auf Amazon, dank Schutzpolster werde der Türrahmen nicht beschädigt. RHINOSPORT schreibt, PVC-Auflagen schützten vor Kratzern und Druckstellen, Sportstech für den Pullmate, Silikonpolster schützten den Rahmen. Hammer führt in der Teileliste seiner Türstange einen Kunststoff-Türrahmenschutz. Geprüft hat diese Versprechen niemand: In keiner der ausgewerteten Testquellen, weder bei CHIP noch bei Garage Gym Reviews oder BarBend, sind Schäden am Türrahmen gemessen worden.
Wie fest eine Klemmstange sitzen muss, damit sie hält, ohne sich in den Rahmen zu drücken, beziffert keines der ausgewerteten Angebote. Eine Sportneer-Stange ist nach der Auswertung das einzige Angebot mit einer Spannungsanzeige, die mit Licht und Alarm arbeitet, und nennt eine Auflage von 16 mal 6,1 Zentimetern, rund 98 Quadratzentimeter, eigene Rechnung. Welcher Druck auf diese Fläche wirkt und ab wann eine Holzzarge nachgibt, steht weder in diesem noch in einem anderen Angebot. Dass sich die Passform mit der Zeit lockern kann, schreibt Sportneer im Angebot einer anderen Klemmstange.
Zwei der Testseiten nennen das Risiko immerhin als Nachteil. BarBend schreibt über die Türstange von Iron Age, sie könne Lack und Zierleisten beschädigen. Garage Gym Reviews führt bei der Iron Gym als Minuspunkt, sie könne Spuren an der Tür hinterlassen. Und ein Hersteller räumt in der Anleitung selbst ein, dass der Rahmen arbeitet: Sportstech schreibt zur Teleskopstange KS270, der Türrahmen könne in den ersten Trainings „noch ein wenig nachgeben“, man solle die Stange dann vorsichtig fester drehen, „ohne den Türrahmen zu beschädigen“. Die Anleitung der Chal-Tec-Stange „Klimmzug 300“ warnt, die Stange könne in den ersten Tagen nachgeben.
Die Behauptung, ein Türreck hinterlasse in der Mietwohnung keine Spuren, deckt also keine Quelle. Sie stand in früheren Fassungen dieses Clusters und ist hier ausdrücklich zurückgenommen. Belegt ist das Gegenteil nicht in Zahlen, sondern in Einzelfällen: Forenbeiträge mit Druckstellen und ein Hersteller, der das Nachgeben des Rahmens beschreibt. Warum ein Türreck abrutscht oder sich verkantet und welche Rahmen dafür anfällig sind, behandelt die Seite Türreck rutscht oder drückt sich in den Rahmen.
Klemmen oder verschrauben: Tragkraft gegen Löcher in der Zarge
An einer Stelle machen die Unterlagen den Konflikt des Mieters genau sichtbar: in der Anleitung der Türstange 100126 von Gorilla Sports. Sie beschreibt drei Arten der Montage. Bei der ersten wird die Stange ohne Befestigungsmaterial in den Rahmen gedreht, bis sie gegen die Rahmenflächen drückt; als Vorteil nennt die Anleitung, dass „keine dauerhaften Veränderungen am Türrahmen“ nötig seien, als Einschränkung die geringere Stabilität. Bei der zweiten werden Verriegelungsblöcke an beide Seiten des Rahmens geschraubt. Die Anleitung nennt dafür ausdrücklich den Nachteil, dass Schraubenlöcher im Türrahmen sichtbar bleiben. Bei der dritten werden Metallkappen angeschraubt, mit dem größten Halt und ebenfalls verbleibenden Schraubenlöchern.
Zu diesen Varianten gehören zwei Lastwerte. Die Anleitung nennt als maximale Belastbarkeit „Mit Schrauben: 95 kg“ und „Ohne Schrauben: 70 kg“, ohne zu sagen, ob das Körpergewicht oder eine Gesamtlast gemeint ist. Ohne Bohrung trägt die Stange laut Hersteller rund 26 Prozent weniger, eigene Rechnung aus 70 und 95. Gorilla Sports ist nach der Auswertung der Amazon-Angebote das einzige Angebot unter den Teleskopstangen, das die Last nach Befestigungsart trennt. Bei drei weiteren Stangen erwähnen die Unterlagen des Herstellers oder Händlers die Verschraubung ausdrücklich.
| Modell | Bauart | ohne Schrauben | mit Schrauben oder Haltern | Lastart und Herkunft |
|---|---|---|---|---|
| Gorilla Sports 100126 | Teleskop | 70 kg | 95 kg | „maximale Belastbarkeit“, Lastart offen; Anleitung |
| Decathlon Corength 8588491 | Teleskop, verriegelbar | 100 kg | 120 kg | Lastart offen; Herstellerseite |
| Sportstech KS270 | Teleskop | keine Angabe | 200 kg | „Höchstgewicht des Nutzers mit Halterungen“, also Nutzergewicht; Anleitung |
| Kettler K-EQ1118-100 | geschraubt, 2 Halter und 6 Schrauben | keine Angabe | 100 kg | „Max. Benutzergewicht“, Nutzergewicht; nur Händlerseite |
Beim Corength-Modell von Decathlon liegt der Wert ohne Schrauben um rund 17 Prozent unter dem mit Schrauben, eigene Rechnung. Bei Sportstech nennt die Anleitung der KS270 nur den Wert mit Halterungen, sodass offen bleibt, was die Stange ohne sie tragen soll. Was die einzelnen Lastangaben bedeuten, also Nutzergewicht, Gesamtlast, statische Last oder Momentanlast, und warum sie zwischen Amazon und Hersteller auseinandergehen, ordnet die Datenseite zur Belastbarkeit von Klimmzugstangen ein.
Einhängemodelle umgehen das Problem auf andere Weise. Das Türreck von PULLUP & DIP wird schraubenlos über die Zarge gehängt; die Herstellerangaben nennen eine Türöffnung von 70 bis 95 Zentimetern, eine Rahmentiefe von 1,5 bis 3,5 Zentimetern, eine Wandstärke von 15 bis 25 Zentimetern und 110 Kilogramm als maximale Belastbarkeit. Die Anleitung legt fest, dass Gummikappen auf dem Türrahmen aufliegen sollen, und schließt Rigipswände aus. Wie ein solches Modell die Last auf Zarge und Wand verteilt, steht in keinem der Angebote; die Auswertung der Amazon-Seiten hält genau das als fehlende Angabe fest. Welche Türstangen es in welchen Bauarten gibt, vergleicht der Vergleich der Klimmzugstangen für den Türrahmen.
Welche Rahmen die Anleitungen von vornherein ausschließen
Für Mieter ist dieser Punkt doppelt wichtig, weil ein ungeeigneter Rahmen nicht nur das Training gefährdet, sondern auch die Mietsache. Die Anleitung der Sportstech KS270 sagt das ausdrücklich: Weiche oder leichte Baustoffe wie hochporöser Ziegel, Gasbeton, Glas oder hohle Türrahmen seien nicht geeignet, sie „würden bei Belastung nachgeben und die Halterungen würden rausreißen“. Als belastbar nennt sie massive Mauern aus Ziegeln, Stein oder Beton und Türrahmen aus Massivholz oder Metall.
Zwei Anleitungen verlangen außerdem einen intakten Rahmen. Gorilla Sports schreibt für die Türstange 100126, der Türrahmen müsse „stabil und unbeschädigt“ sein, PULLUP & DIP für das Türreck, er müsse „in einem guten Zustand“ sein und den Belastungen standhalten. Für Mieter hat das eine Kehrseite: Eine Zarge, die beim Einzug schon Risse, Dellen oder lose Leisten hat, scheidet nach diesen Anleitungen als Halt aus, ganz gleich, wer den Schaden verursacht hat. Ob vorhandene Schäden im Übergabeprotokoll stehen, ist damit auch eine Frage für die spätere Montage.
Die übrigen Unterlagen ziehen ähnliche Grenzen. PULLUP & DIP schließt für das Türreck Rigipswände aus, Sportstech für den Pullmate Gipskartonwände. RHINOSPORT erlaubt seine Teleskopstange laut Angebot nur an massiven Holz- oder Ziegelrahmen, Ultrasport schließt Weichholz aus, Gorilla Sports Glastüren und instabile Rahmen. Eine belastbare Quelle, die Holzzargen und Stahlzargen in Kilogramm vergleicht, gibt es nicht. Welches Zargenmaterial vorliegt, lässt sich nach den Unterlagen nur durch Nachsehen am eigenen Rahmen klären, und wie das geht, beschreibt die Prüfliste auf der Seite zum rutschenden Türreck.
Wandstange zur Miete: Untergrund, Außenwand, ausgerissene Dübel
Mit Bohrlöchern haben sich die Urteile befasst, mit ausgerissenen Dübeln nicht, und die Foren zeigen, dass es sie gibt. Acht Beiträge aus den ausgewerteten Foren handeln davon, dass ein Dübel nicht hielt, ausriss, die Wand „entgegen“ kam oder die Stange aus der Wand brach, sieben davon seit 2024. „Wand kommt entgegen“ schreibt jemand am 31.12.2024, „Klimmzugstange aus der Wand gebrochen.“ ein anderer am 02.02.2026 und fragt im selben Atemzug, womit er die Löcher wieder füllen kann. Ein Beitrag vom 16.08.2025 beschreibt einen langen, schmalen Riss im Putz, der von der Bohrung ausgeht.
Ob ein solcher Schaden noch unter vertragsgemäßen Gebrauch fällt, beantworten die Urteile nicht. Alle sieben betrafen Löcher, die so aussahen wie geplant. Für die Entscheidung vor dem Bohren ist deshalb die Wand selbst die erste Frage. Die Anleitungen verlangen massive Wände: ISE eine tragende Wand und ausdrücklich keine Hohlziegel- und keine Trennwände, sonst bestehe Sturzgefahr; PULLUP & DIP massive Wände, keine Hohl- und keine Rigipswände. Wie groß der Unterschied je nach Baustoff ist, zeigt die Lasttabelle von fischer für einen einzigen Dübeltyp, den DuoPower 10×50: 215 Kilogramm empfohlene Last in Beton, 15 Kilogramm in Gipskarton, jeweils mit eingerechnetem Sicherheitsfaktor, dessen Höhe das Datenblatt nicht nennt.
Hinzu kommt, dass das Befestigungsmaterial nicht immer im Karton liegt. Für die Wandstange Pull Up Bar 900 von Decathlon sind die Schrauben laut Hersteller nicht beigelegt, bei der Rogue P-4 ist das Befestigungsmaterial nicht enthalten, und eine Ratgeberseite der Shop Apotheke weist darauf hin, dass Montagezubehör zusätzlich gekauft werden muss. DH FitLife nennt dagegen acht Spreizdübel im Lieferumfang, Kesser und Bad Company Dübel ohne Typangabe. Für Mieter ist das mehr als eine Einkaufsfrage: Wer Dübel selbst wählt, wählt sie für die eigene Wand, und wer die mitgelieferten nimmt, prüft vorher, ob die Anleitung den eigenen Untergrund überhaupt vorsieht.
Eine eigene Frage ist die Außenwand. „Dard ich löcher zur Außenwand zur bohren?“ lautet ein Forentitel vom 14.03.2025, und schon am 09.02.2022 fragte jemand, ob die Montage an einer Wand zum Garten ratsam sei. Ausgewertet wurden nur die Titel und Anfänge der Beiträge. Eine mietrechtliche oder bauliche Quelle zu Bohrungen in Außenwänden enthalten die Unterlagen nicht. Wer an einer Außenwand montieren will, hat damit einen weiteren Grund, vorher mit dem Vermieter zu sprechen, zumal die Anleitungen von PULLUP & DIP ohnehin zur Rücksprache über Leitungen raten.
Welche Wandstangen welche Wandabstände, Griffpositionen und Lochbilder haben, steht im Vergleich der Klimmzugstangen zur Wandmontage. Für die Mietwohnung genügt hier der Hinweis, dass keine der dort ausgewerteten Anleitungen eine Montage an Porenbeton, Hohlblock oder Trockenbau vorsieht und dass die Auswertung der Amazon-Angebote für diese Wände kein einziges Angebot mit einer Lösung gefunden hat.
Decke, Dachgeschoss und abgehängte Decke
An der Decke gelten dieselben Mietfragen wie an der Wand, nur mit weniger Auswahl beim Untergrund. Die Anleitung der Deckenstange von PULLUP & DIP erlaubt die Montage nur an massiven Decken und schließt Hohl-, Rigips- und Holzdecken aus. Befestigt wird mit acht Spreizbolzen M10×80, die maximale Belastbarkeit gibt die Anleitung mit 180 Kilogramm an. Auch hier steht der Satz zur Rücksprache mit Vermieter und Fachmann über Strom- und Wasserleitungen. Gorilla Sports verlangt für seine Deckenstange Beton oder Stein; die Anleitung des Deckenmodells 20040820 listet Schrauben M10×70 und ST8×70 mit Kunststoffdübeln und nennt 350 Kilogramm als maximale Belastbarkeit, ohne die Lastart zu bestimmen. Für das Gespräch mit dem Vermieter sind die Schraubenmaße die Angabe, die die Größe der Löcher beschreibt.
In den Foren taucht die Decke mit eigenen Mietfragen auf. „Klimmzugstange an der Decke anbringen – darf ich das?“ fragt jemand am 21.08.2024. Ein Beitrag vom 20.12.2024 trägt den Titel „Angehängte Decke vor Stahlbeton“ und beginnt mit dem Satz, es sei passiert, was der Verfasser schon beim Einbau befürchtet habe. Am 22.09.2024 sucht jemand in einer Dachgeschosswohnung nach einem Ort für die Stange. Eine abgehängte Decke ist nach der Deckenanleitung von PULLUP & DIP als Hohldecke ausgeschlossen, und für eine Dachschräge fehlt in den Angeboten jede Angabe. Welche Deckenstangen es gibt und wie sie abgehängt werden, vergleicht die Seite zur Klimmzugstange an der Decke.
Ganz ohne Loch: Power Tower, Klemmung zwischen zwei Wänden, Gurte
Wer weder in die Wand noch in die Zarge bohren will und dem Rahmen nicht traut, hat drei Wege, die in den Unterlagen vorkommen. Der naheliegende ist das freistehende Gerät. Die Anleitung des Sportstech PT300 nennt 120 Kilogramm als maximal zulässiges Benutzergewicht und verlangt eine feste, ebene Fläche. Sie enthält zwei verschiedene Abstandsangaben: einmal mindestens 50 Zentimeter zu allen Gegenständen, an anderer Stelle „mindestens 2,5 Metern Abstand drumherum“. Die Höhe gibt Sportstech auf der eigenen Seite mit 211 bis 227 Zentimetern an, Amazon mit 153 bis 218 Zentimetern; die Angaben widersprechen sich.
Was die größere der beiden Abstandsangaben bedeutet, zeigt eine Rechnung. Das Amazon-Angebot nennt für den PT300 eine Grundfläche von 110 mal 83,5 Zentimetern. Mit 2,5 Metern auf jeder Seite ergäbe sich eine freie Fläche von rund 6,1 mal 5,8 Metern, also gut 35 Quadratmetern, eigene Rechnung bei wörtlicher Lesart. Mit 50 Zentimetern auf jeder Seite wären es rund 2,1 mal 1,8 Meter. Welche der beiden Angaben gilt, lässt die Anleitung offen. Für den Power Tower 101046 von Gorilla Sports nennt die Maßzeichnung der Aufbauanleitung 2.200, 1.300 und 890 Millimeter und eine maximale Belastbarkeit von 120 Kilogramm; liest man 2.200 als Höhe, ergibt sich eine Grundfläche von knapp 1,2 Quadratmetern, eigene Rechnung. Ultrasport nennt in einer Power-Tower-Anleitung, deren Modellnummer vom Angebot abweicht, eine Freifläche von mindestens 60 Zentimetern.
Auch ein freistehendes Gerät ist für die Mietwohnung nicht spurlos. Die PT300-Anleitung rät, den Boden oder Teppich mit einer Trainingsmatte zu schützen, und an anderer Stelle zu einer Bodenschutzmatte, um Beschädigungen oder Verfärbungen zu vermeiden. Die Spur verlagert sich also vom Rahmen auf den Boden. Wie die Geräte gegen Kippen abgesichert sind, welche Höhe für welche Körpergröße reicht und wie Power Tower, Klimmzugstation und Dip-Station sich unterscheiden, vergleicht die Seite zur freistehenden Klimmzugstange mit Power Tower und Dip-Station.
Die beiden anderen Wege sind Nischen. Die XXL-Stange von ELANI wird ohne Bohren zwischen zwei Wänden mit 115 bis 140 Zentimetern Abstand geklemmt; das Datenfeld nennt 300 Kilogramm, das Montageart-Feld trotzdem „Wandmontage“. Wie sich der Anpressdruck auf Putz oder Tapete auswirkt, steht nirgends. Die Stange von Modular Sports hängt an zwei Gurten von je 4,5 Metern mit Karabinern, eine Lastangabe hat das Angebot nicht. Die mobile Stange von PULLUP & DIP ist für Wand, Baum oder Pfosten gedacht, an der Wand aber laut Anleitung wieder mit Dübeln. Für alle drei gilt: Ein Test, der Halt oder Spuren geprüft hätte, liegt nicht vor.
Wenn etwas bricht: Haftung, Garantie, Versicherung
Für Schäden, die bei der Nutzung entstehen, nennen die Unterlagen nur Gesetzestexte. § 823 Abs. 1 BGB verpflichtet zum Ersatz, wer „vorsätzlich oder fahrlässig“ unter anderem das Eigentum eines anderen widerrechtlich verletzt. § 1 des Produkthaftungsgesetzes regelt die Haftung des Herstellers, wenn ein Fehler seines Produkts einen Schaden verursacht. Ein Urteil, das eine der beiden Vorschriften auf eine Klimmzugstange angewendet hätte, haben die Recherchen nicht gefunden. Ob eine Druckstelle in der Zarge eine Eigentumsverletzung im Sinne des § 823 ist und ob Fahrlässigkeit vorliegt, wenn die Stange nach Anleitung montiert war, bleibt deshalb offen.
Dass Stangen versagen können, ist dagegen belegt. Die EU-Meldestelle Safety Gate verzeichnet am 13.06.2012 eine Türstange der Marke Jumbo, die sich unter dem Gewicht des Nutzers von der Tür lösen kann. Die US-Behörde CPSC rief 2011 die Türreckstange Perfect Pullup zurück, weil der Kunststoffgriff brechen konnte. Eine Auswertung der Hughston Clinic auf Basis der US-Unfalldatenbank NEISS nennt einen Gerätedefekt bei 20,6 Prozent der ausgewerteten Verletzungen an Klimmzugstangen; die Auswertung ist nicht in einer Fachzeitschrift erschienen, Jahre und Fallzahl fehlen. Ein Rückruf einer Marke aus diesem Cluster ist nicht belegt.
Wer einen Hersteller in Anspruch nehmen will, muss ihn zuerst finden. Dabei hilft die EU-Produktsicherheitsverordnung 2023/988, die seit dem 13.12.2024 gilt. Nach Artikel 19 müssen Online-Angebote den Hersteller mit Namen, Postanschrift und E-Mail-Adresse nennen, gegebenenfalls die verantwortliche Person in der EU, dazu eine Produktkennung und die Warnhinweise. Nach Artikel 6 berücksichtigt die Sicherheitsbewertung eines Produkts ausdrücklich auch die Anweisungen für Zusammenbau und Installation. Für eine Klimmzugstange heißt das: Die Anleitung mit ihren Vorgaben zu Rahmen, Wand und Befestigung ist Teil dessen, woran die Sicherheit des Produkts gemessen wird. Sie aufzubewahren, ist deshalb mehr als Ordnung.
Eine weitere Vorschrift betrifft die Werbeversprechen. Nach § 434 Abs. 3 Nr. 2 b BGB gehören öffentliche Äußerungen in der Werbung zur objektiven Beschaffenheit einer Kaufsache; eine beworbene Belastbarkeit kann damit Maßstab für einen Mangel sein. Ob das Versprechen „keine Spuren“ oder „keine Beschädigung vom Türrahmen“ ebenso zu lesen ist und ob eine Druckstelle dann einen Mangel der Stange begründet, hat nach den Unterlagen kein Gericht entschieden. Ein Verfahren wegen irreführender Angaben bei Klimmzugstangen haben die Recherchen weder in Deutschland noch bei der US-Wettbewerbsbehörde FTC gefunden. Die gesetzliche Gewährleistung beträgt im Regelfall zwei Jahre ab Ablieferung, § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB; wie Reklamation und Rücksendung ablaufen, gehört in die Prüfanleitung vor dem Kauf.
Wer hofft, dass der Hersteller für eine beschädigte Zarge aufkommt, findet in den Garantiebedingungen keine Stütze. Die Anleitung der Hammer-Türstange schließt „Ersatz außerhalb des Gerätes entstandener Schäden“ aus, soweit eine Haftung nicht zwingend gesetzlich angeordnet ist. Dieselben Bedingungen lassen den Garantieanspruch erlöschen, wenn Schäden durch unsachgemäße Behandlung entstehen, „insbesondere Nichtbeachtung der Betriebsanleitung“. Gorilla Sports schließt in der Anleitung der Türstange Schäden durch unsachgemäße Nutzung, Fahrlässigkeit oder vorsätzliche Beschädigung aus. Wer eine Türstange entgegen der Anleitung nutzt, etwa als Aufhängung für eine Kinderschaukel, was PULLUP & DIP und Sportstech ausdrücklich ausschließen, steht damit auch bei der Garantie schlechter da. Zu Schäden am Gebäude äußern sich andere Hersteller in den ausgewerteten Unterlagen nicht. Zur Hausrat- oder Haftpflichtversicherung fand die Recherche nichts Belastbares, obwohl die Suchvorschläge die Frage stellen: „klimmzugstange türrahmen schaden versicherung“ steht unter den Vorschlägen. Wer das wissen will, muss den eigenen Versicherer fragen.
Sieben Wohnlagen und was die Unterlagen dazu hergeben
Mietvertrag mit ausdrücklichem Bohrverbot. Das ist die Lage aus Paderborn: Eine individuelle Vereinbarung untersagte das Bohren, und der Verstoß führte zu Schadensersatz. Wer so einen Vertrag hat, bohrt ohne Zustimmung weder in Wand noch Decke. Übrig bleiben ein Türreck ohne Schrauben, mit den offenen Fragen zur Zarge, und ein freistehendes Gerät mit seinem Platzbedarf. Ob ein Verbot auch das Anschrauben von Haltern an die Zarge umfasst, hängt am Wortlaut des Vertrags.
Formularvertrag mit vorgedruckter Klausel. Hier hilft die Paderborner Entscheidung nicht weiter, weil sie eine Individualvereinbarung betraf. Das Urteil des Bundesgerichtshofs von 1993 ist in den Unterlagen nur als Fundstelle belegt. Diese Lage gehört zum Mieterverein, bevor gebohrt wird.
WG-Zimmer oder Wohnheim. Die Delle im Wohnheim aus dem Forum vom Februar 2024 zeigt, dass die Frage nicht nur Hauptmieter betrifft. Ein Zimmer mit wenigen Quadratmetern schließt einen Power Tower mit der großen Abstandsangabe des PT300 rechnerisch aus. Ob in einer Wohngemeinschaft der Hauptmieter oder der Vermieter zustimmen muss, beantworten die Unterlagen nicht.
Altbau mit unklarer Wand. Achtzehn Forenbeiträge drehen sich um Altbau, Sandstein und poröse Wände, neun davon seit 2024. Dazu gehört ein Beitrag vom 22.07.2023 aus einem Altbau von 1908, dessen Verfasser vermutet, in den Wänden steckten Trümmerteile aus der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Für die Miete heißt das: Ein Dübel, der in so einer Wand ausreißt, hinterlässt mehr als ein Loch. Vor dem Bohren steht die Untergrundfrage, und die beantwortet der Ratgeber zu Dübeln.
Neubau mit Trockenbauwänden. Wer zwischen Gipskartonwänden wohnt, hat für Türstangen und Wandstangen die engste Auswahl. PULLUP & DIP schließt für das Türreck Rigipswände aus, Sportstech für den Pullmate Gipskartonwände, und für Wandstangen nennen alle ausgewerteten Anleitungen massive Wände. Ein Forenbeitrag vom 18.06.2026 sucht nach einer „Klimmzugstange für dünne Wände“. In den Unterlagen gibt es keine Stange, die für eine Montage allein in Gipskarton freigegeben ist. Bleiben tragende Massivwände, sofern es sie in der Wohnung gibt, oder ein freistehendes Gerät.
Dachgeschoss oder abgehängte Decke. Holz- und Hohldecken schließt die Deckenanleitung von PULLUP & DIP aus, für Schrägen fehlt jede Herstellerangabe. Bleiben Wand, Tür oder ein freistehendes Gerät, wobei die Raumhöhe unter der Schräge mit der Höhe des Geräts zusammenpassen muss, die beim PT300 je nach Quelle bis 218 oder bis 227 Zentimeter reicht. Andere Power Tower nennen in ihren Angeboten Höhen von 145 bis 220 Zentimetern (Sportsroyals), 165 bis 235 Zentimetern (Roygym) oder bis 230 Zentimeter (DH FitLife). Unter einer Schräge zählt, wie hoch der Raum an der Stelle ist, an der das Gerät steht, nicht an der höchsten Stelle.
Kurz vor dem Auszug. Wer eine fest montierte Stange zurücklässt, gibt eine veränderte Mietsache zurück. § 546 BGB sagt dazu nichts Näheres, das Hamburger Urteil zeigt, dass ohne Vereinbarung das Schließen von Badlöchern keine Schönheitsreparatur war, das Paderborner, dass eine Vereinbarung das ändern kann. Der Blick in den eigenen Vertrag kommt vor dem Abschrauben.
Loch erlaubt oder nicht: wo die Entscheidung kippt
Die Entscheidung kippt an einer Frage: Ist ein Loch erlaubt, und wenn ja, wo? Mit Zustimmung für Bohrungen in einer massiven Wand oder Decke steht die feste Montage offen, mit allen Fragen zum Untergrund. Ist nur ein Loch in der Zarge vertretbar, trägt eine verschraubte Türstange laut den Herstellern mehr als eine geklemmte. Ist gar kein Loch erlaubt, bleiben Klemmen oder Einhängen, mit dem Risiko von Druckstellen, oder ein freistehendes Gerät mit seinem Platzbedarf.
Die zweite Stellschraube ist das Körpergewicht. Bei der Gorilla-Stange liegt die Grenze ohne Schrauben bei 70 Kilogramm. Wer mehr wiegt, liegt bei geklemmter Montage über der Herstellerangabe und müsste für die 95 Kilogramm Löcher in die Zarge schrauben, also genau das tun, was er vermeiden wollte. Bei anderen Modellen liegen die Werte anders, und unter den Amazon-Angeboten der Teleskopstangen trennt außer Gorilla Sports keines nach Befestigung. In diesem Fall ist die Kippfrage keine Rechtsfrage, sondern eine Rechnung aus Gewicht und Herstellerwert. Ein Beispiel mit 80 Kilogramm Körpergewicht, eigene Rechnung: Die Gorilla-Stange läge geklemmt 10 Kilogramm über ihrer Angabe, verschraubt 15 Kilogramm darunter. Die Corength-Stange von Decathlon läge geklemmt 20 und verschraubt 40 Kilogramm darunter. Beide Hersteller sagen nicht, ob ihre Zahl das Körpergewicht oder die Gesamtlast meint; wer mit Rucksack oder Gewichtsweste trainiert, rechnet dieses Gewicht deshalb mit ein.
Eine dritte Größe ist die Zeit, die man noch in der Wohnung bleibt. Ein Türreck zum Einhängen und eine geklemmte Stange lassen sich laut Anleitung ohne Werkzeug abnehmen; Gorilla Sports nennt es als Vorteil der Montage ohne Material, dass die Stange „jederzeit neu positioniert“ werden kann. Ein Power Tower zieht mit um. Eine Wand- oder Deckenstange dagegen bedeutet beim Auszug Abschrauben, Dübel ziehen und Löcher schließen, und wie mühsam das werden kann, zeigt der Forenbeitrag vom Juli 2026 über die Dübel im künftigen Kinderzimmer. Wer absehbar umzieht, stellt die Kippfrage deshalb anders als jemand, der lange bleibt.
Ausschließen lässt sich ein Gerät schon vor dem Kauf an Merkmalen, die die Anleitungen selbst nennen: eine Zarge in einer Rigips- oder Gipskartonwand für Türrecks von PULLUP & DIP und Sportstech; ein hohler Türrahmen, Gasbeton oder Glas für die KS270; Glastüren für Gorilla Sports; Hohlziegel- und Trennwände für die ISE-Wandstange; Holz-, Hohl- und Rigipsdecken für die Deckenstange von PULLUP & DIP. Wer eines dieser Merkmale in der eigenen Wohnung hat, kann das betreffende Gerät von der Liste streichen, unabhängig davon, was der Vermieter erlaubt.
Und manchmal braucht es gar keine Stange in der Wohnung. Wenn der Vertrag das Bohren untersagt, die Zarge in einer Gipskartonwand sitzt und für ein freistehendes Gerät der Platz fehlt, trägt keine der hier belegten Lösungen. Dann bleiben Anlagen im Freien. Stiftung Warentest hat dem Training an solchen Anlagen am 11.07.2025 einen Ratgeber mit dem Titel „Freilufttraining Calisthenics“ gewidmet, ohne Geräteprüfung. Fest installierte, frei zugängliche Outdoor-Fitnessgeräte fallen unter die Norm EN 16630. Wie der erste Klimmzug an einer solchen Stange aufgebaut wird, erklärt die Seite Klimmzüge lernen, vom Klimmhang zur ersten Wiederholung.
Vor dem Bohren, während der Nutzung, beim Auszug
Vor dem Bohren. Drei Dinge nennen die Quellen. Die Anleitungen von PULLUP & DIP raten zur Rücksprache mit Vermieter und Fachmann über Strom- und Wasserleitungen. Haufe rät bei Fliesen und vielen Löchern zur Zustimmung des Vermieters. Und die Urteile zeigen, dass Zahl, Zweck und Ort der Löcher die Streitpunkte waren. Ob Fotos vom Zustand der Wand oder Zarge vor der Montage später als Nachweis helfen, sagt keine der ausgewerteten Quellen. Welche Maße vor dem Kauf zu nehmen sind, beschreibt die Prüfanleitung vor dem Kauf einer Klimmzugstange.
Während der Nutzung. Die Anleitungen verlangen eine Kontrolle vor jedem Training. PULLUP & DIP schreibt für das Türreck „VOR JEDER BENUTZUNG“ eine Sichtprüfung vor, Gorilla Sports verlangt, die Stabilität vor jeder Nutzung zu prüfen und die Schraubmechanismen bei Bedarf nachzuziehen. Sportstech warnt bei der KS270, beim Nachdrehen den Rahmen nicht zu beschädigen. Wer ohnehin vor jedem Training hinsieht, sieht dabei auch den Rahmen und damit jede neue Druckstelle, solange die Stange noch hängt.
Beim Auszug. Die Foren zeigen, wo es dann hakt. Dreizehn Beiträge drehen sich um das Füllen von Löchern und das Entfernen von Dübeln, zehn davon seit 2024. „Dübel aus der Wand entfernen“ heißt ein Titel vom 23.07.2026, dessen Verfasser sein Sportzimmer zum Kinderzimmer umbaut und an den Dübeln der Stange scheitert. „Was kann man nutzen um dieses Loch zu füllen?“ fragt jemand am 08.09.2026. Die Antworten in diesen Threads wurden nicht ausgewertet, und eine fachliche Quelle zum Verschließen von Löchern dieser Größe enthalten die Unterlagen nicht.
Rechtlich bleibt es bei dem, was die Urteile zeigen: Ohne Vereinbarung musste der Hamburger Mieter seine Badlöcher nicht schließen, mit einer Vereinbarung und durchbohrten Fliesen durfte der Paderborner Vermieter Schadensersatz mit der Kaution verrechnen. Was davon auf acht M10-Löcher für eine Klimmzugstange übertragbar ist, lässt sich aus den Zusammenfassungen nicht ableiten.
Wonach Mieter suchen und was die Foren fragen
Die Auswertung der Google-Suchvorschläge für diesen Cluster fand 119 eindeutige Vorschläge zu Mietwohnung und Vermieter und 135 zu Schaden, Spuren und Kratzern am Türrahmen. Als Kopf-Vorschläge, also als Antwort auf den bloßen Suchbegriff, erscheinen „klimmzugstange wand mietwohnung“ und „klimmzugstange mietwohnung test“. Unter den längeren Vorschlägen stehen „klimmzugstange mietwohnung erlaubt“, „klimmzugstange mietwohnung ohne bohren“, „klimmzugstange mietwohnung was beachten“, „klimmzugstange die den türrahmen nicht beschädigt“ und „klimmzugstange türrahmen schaden mieter“. Dazu kommen „klimmzugstange mietwohnung tür“, „klimmzugstange mietwohnung wandmontage“ und „klimmzugstange mietwohnung freistehend“, also genau die drei Wege, die diese Seite gegeneinander abwägt.
Ein Vorbehalt gehört dazu. Lange Suchbegriffe erzeugen viele maschinell kombinierte Vorschläge ohne erkennbaren Sinn; unter den Mietwohnungs-Vorschlägen stehen auch Kombinationen mit Städtenamen, Ländern und Automarken. Vorschlagszahlen sind kein Suchvolumen. Belastbar ist nur die Richtung: Gefragt wird, ob man darf, wie es ohne Bohren geht und was mit dem Rahmen passiert.
Die Fragen, die die ausgewerteten Ratgeberseiten in ihren FAQ-Blöcken stellen, gehen an der Mietfrage vorbei. CHIP fragt, worauf man beim Anbringen achten muss, Gorilla Sports, wie man sicher montiert und ob die Stange in den eigenen Türrahmen passt, test-vergleiche.com, ob es Stangen ohne Schrauben gibt. Ob man darf und wer für Spuren aufkommt, steht in keinem dieser Blöcke. Im Lücken-Inventar für diesen Cluster stehen deshalb zwei Fragen, die Mieter unmittelbar betreffen: ob Druckstellen am Rahmen vertragsgemäße Abnutzung oder Mieterschaden sind, und wie man vor dem Bohren erkennt, ob die Wand trägt.
In den Foren ergibt sich dasselbe Bild. Die Regex-Auswertung ordnet 40 von 222 Threads dem Thema Schaden und Miete zu, mit Mehrfachzuordnung. Enger gezählt fragen sieben Beiträge ausdrücklich, ob man in der Mietwohnung darf, drei davon seit 2024. „Klimmzug Stange ohne Schäden und bohren?“ lautet ein Titel vom 16.05.2026; am 21.02.2026 möchte jemand in seiner Mietwohnung eine Stange an die Wand bringen. Unter den Ratgeberseiten, die für diesen Cluster ausgewertet wurden, spricht heimwerker.de von möglichem Ärger mit dem Vermieter und rät von Rigips ab, nennt aber keine Rechtsquelle.
Was kein Angebot und kein Test für Mieter ausweist
Die Lücken, die für Mieter zählen, lassen sich aus der Auswertung der Angebote und Testseiten benennen. Kein Angebot sagt, an welchem Zargenmaterial eine Türstange hält und an welchem nicht; Angaben zu Holz- oder Metallzargen findet die Auswertung der Teleskopstangen „fast nie“, und kein Angebot erklärt, wie der Rahmen die Last aufnimmt. Kein Test hat Spuren am Türrahmen gemessen, auch nicht der CHIP-Praxistest, der einzige deutsche Vergleichstest in den Unterlagen. Die Werbeaussage „keine Spuren“ ist damit von keiner Prüfung gedeckt.
Nach Befestigungsart getrennte Lastwerte nennen nur wenige Hersteller, unter den Amazon-Angeboten der Teleskopstangen allein Gorilla Sports. Für Porenbeton, Hohlblock und Trockenbau bietet kein Angebot eine Befestigung an. Und keine Anleitung beschreibt, wie Wand oder Zarge nach dem Abnehmen der Stange wieder in den alten Zustand kommen. Für eine Warengruppe, deren Angebote „ohne Bohren“ im Titel tragen, ist das eine auffällige Leerstelle.
Offene Rechtsfragen und fehlende Belege
- Ein Urteil oder die Stellungnahme eines Mietervereins zu Klimmzugstangen, Türrecks oder Druckstellen an der Türzarge.
- Ob Training in der Wohnung als Zweck gilt, für den Bohrlöcher vertragsgemäß sind, wie es das Landgericht Hamburg für Badausstattung angenommen hat.
- Der Inhalt des Urteils BGH VIII ZR 10/92 vom 20.01.1993; belegt ist nur die Fundstelle.
- Volltexte der sieben Entscheidungen; ausgewertet sind Zusammenfassungen der Berliner MieterGemeinschaft und von Haufe, das Hamburger Entscheidungsdatum weicht zwischen beiden um einen Tag ab.
- Wie Gerichte Löcher für Spreizbolzen der Stärke M10 im Vergleich zu kleineren Dübellöchern bewerten; keine Zusammenfassung nennt Durchmesser.
- Ob ausgerissene Dübel, Putzrisse oder abgeplatzter Putz noch unter § 538 BGB fallen.
- Wer in einer Wohngemeinschaft oder einem Wohnheim zustimmen muss.
- Mietrechtliche oder bauliche Aussagen zu Bohrungen in Außenwänden.
- Ein Urteil, das § 823 BGB oder das Produkthaftungsgesetz auf eine Klimmzugstange angewendet hat.
- Ob eine Hausrat- oder Haftpflichtversicherung Schäden an Zarge oder Wand durch eine Klimmzugstange übernimmt.
- Belastbarkeit von Holz- gegenüber Stahlzargen in Kilogramm.
- Messungen von Rahmenspuren in irgendeiner Testquelle.
- Welche der beiden Abstandsangaben der PT300-Anleitung gilt, 50 Zentimeter oder 2,5 Meter.
- Spuren durch Klemmstangen zwischen zwei Wänden und durch Bodenmatten freistehender Geräte.
- Eine fachliche Anleitung zum Verschließen von Bohrlöchern dieser Größe und zum Entfernen von Schwerlastdübeln.
Gesetzestexte, Urteilswiedergaben und Herstellerunterlagen
Alle Quellen wurden am 18. Oktober 2026 abgerufen. Gesetzestexte sind im Wortlaut von gesetze-im-internet.de wiedergegeben, Urteile aus den Zusammenfassungen der genannten Seiten, Herstellerangaben aus den Anleitungen im PDF oder von den Herstellerseiten. Prozentwerte und Flächen sind eigene Rechnungen aus diesen Angaben. Forenbeiträge sind nur mit Titel und Anfang ausgewertet. Getestet hat die Redaktion keine Stange, und Preise nennt diese Seite nicht. Einen Überblick über alle Bauarten gibt die Übersicht über Klimmzugstangen für Tür, Wand, Decke und freistehend.
- § 538 BGB: Abnutzung der Mietsache durch vertragsgemäßen Gebrauch
- § 546 BGB: Rückgabepflicht des Mieters
- § 823 BGB: Schadensersatzpflicht
- § 1 Produkthaftungsgesetz: Haftung des Herstellers
- Berliner MieterGemeinschaft: LG Hamburg 307 S 50/01, Dübellöcher im Badezimmer
- Haufe, 20.03.2025: Bohrlöcher in Fliesen, AG Paderborn 51 C 135/23 und weitere Urteile
- dejure.org: Fundstellennachweis BGH VIII ZR 10/92
- Gorilla Sports: Anleitung Türrahmen-Klimmzugstange 100126 (PDF), drei Montagearten
- PULLUP & DIP: Anleitung Türreck (PDF)
- PULLUP & DIP: Anleitung Wandstange (PDF), Rücksprache mit dem Vermieter
- PULLUP & DIP: Anleitung Deckenstange (PDF)
- Sportstech: Anleitung KS270 (PDF), geeignete und ungeeignete Rahmen
- Sportstech: Anleitung Pullmate (PDF)
- Sportstech: Anleitung Power Tower PT300 (PDF), Abstand und Bodenschutz
- Hammer: Anleitung Klimmzugstange 16003 (PDF), Türrahmenschutz und Garantiebedingungen
- ISE SY-165: Anleitung Wandstange (PDF, über Amazon)
- fischer: DuoPower 10 × 50, Lasten je Baustoff
- § 434 BGB: Sachmangel, Werbeaussagen als Beschaffenheit
- § 438 BGB: Verjährung der Mängelansprüche
- Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit, Artikel 6 und 19
- Gorilla Sports: Anleitung Deckenstange 20040820/21 (PDF)
- Stiftung Warentest, 11.07.2025: Freilufttraining Calisthenics
- EU Safety Gate A12/0902/12: Türstange löst sich unter Nutzergewicht
- CPSC 2011: Rückruf Perfect Pullup
- Hughston Clinic: Pull-up Bar Injuries, NEISS-Auswertung (nicht peer-reviewed)
- BarBend: Best Pull-Up Bars, Stand 11.05.2026
- Garage Gym Reviews: Iron Gym Total Upper Body Workout Bar
FAQ
Häufige Fragen
Darf man in einer Mietwohnung für eine Klimmzugstange bohren?
Ein Urteil speziell zu Klimmzugstangen gibt es in den ausgewerteten Unterlagen nicht. Das Landgericht Hamburg hat 32 Dübellöcher im Bad als vertragsgemäßen Gebrauch gewertet, weil sie für die übliche Badausstattung nötig waren; andere Gerichte haben 59 und 50 bis 60 Löcher ohne erkennbaren oder erläuterten Zweck beanstandet. Ob Training ein anerkannter Zweck ist, hat kein Gericht entschieden, deshalb vorher mit dem Vermieter sprechen und bei Zweifeln den Mieterverein fragen.
Hinterlässt eine Türreck-Klimmzugstange Spuren am Türrahmen?
Das kann passieren, auch wenn Angebote mit „keine Spuren“ werben. Kein Test hat Rahmenschäden gemessen, BarBend und Garage Gym Reviews nennen mögliche Spuren an Lack und Tür als Nachteil, und Sportstech schreibt selbst, der Rahmen könne in den ersten Trainings nachgeben. Ob Druckstellen als vertragsgemäße Abnutzung oder als Schaden gelten, ist rechtlich offen.
Muss ich die Bohrlöcher beim Auszug schließen?
Das hängt am Mietvertrag. Im Hamburger Fall gehörte das Schließen der Badlöcher ohne gesonderte Vereinbarung nicht zu den Schönheitsreparaturen. Beim Amtsgericht Paderborn verstieß der Mieter gegen ein ausdrückliches Verbot im Vertrag, und der Vermieter durfte Schadensersatz mit der Kaution verrechnen.
Darf ich in der Mietwohnung Schrauben in den Türrahmen drehen?
Eine Rechtsquelle speziell zur Zarge haben die Recherchen nicht gefunden. Gorilla Sports beschreibt für seine Türstange, dass bei der Montage mit Verriegelungsblöcken oder Metallkappen Schraubenlöcher im Türrahmen bleiben; dafür steigt die Herstellerangabe von 70 auf 95 Kilogramm. Ob das erlaubt ist, gehört vorher mit dem Vermieter geklärt.
Darf ich eine Klimmzugstange an die Decke bohren?
Für die Decke gelten dieselben Fragen wie für die Wand, und auch dazu gibt es kein eigenes Urteil. PULLUP & DIP rät in der Anleitung der Deckenstange, vor dem Bohren mit Vermieter und Fachmann über Strom- und Wasserleitungen zu sprechen, und erlaubt nur massive Decken. Hohl-, Rigips- und Holzdecken schließt die Anleitung aus.
Welche Klimmzugstange geht in der Mietwohnung ohne Bohren?
Ohne Loch kommen Türrecks zum Einhängen oder Klemmen und freistehende Power Tower aus. Beim Türreck bleibt die Frage nach Druckstellen in der Zarge, beim Power Tower der Platzbedarf: Die Anleitung des Sportstech PT300 nennt an einer Stelle 50 Zentimeter, an anderer 2,5 Meter Abstand rundherum und rät zu einer Bodenschutzmatte.
Zahlt eine Versicherung Schäden am Türrahmen durch eine Klimmzugstange?
Dazu hat die Recherche keine belastbare Quelle gefunden, weder zur Hausrat- noch zur Haftpflichtversicherung. Auch die ausgewerteten Herstellerbedingungen helfen nicht weiter: Die Garantiebedingungen in der Hammer-Anleitung schließen Ersatz für Schäden außerhalb des Geräts aus. Die Antwort kann nur der eigene Versicherer geben.