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Ratgeber

Boxsack füllen: Textil, Granulat, Sand und Wasser im Faktencheck

Boxsack füllen mit Stoffresten, Granulat, Sand oder Wasser: was Hersteller empfehlen, wie viel in einen Sack passt und welche Füllangaben rechnerisch nicht aufgehen.

Phantom Athletics schreibt in seinem Ratgeber zum Befüllen, Sand mache den Boxsack zu hart und könne Verletzungen verursachen. Everlast beschreibt in einem eigenen Beitrag, wie in der Fertigung ein Kern aus Sand mittig in jeden schweren Sack gesetzt wird, und TITLE Boxing erklärt Schritt für Schritt, wie man Sand in Beutel füllt, um einen ungefüllten Sack zu beschweren. Wer wissen will, womit man einen Boxsack füllt, findet bei den Herstellern also zunächst einen Widerspruch — der sich auflöst, sobald man genau liest, wo der Sand jeweils hingehört. Diese Seite stellt zusammen, was Hersteller zu Textil, Granulat, Sand und Wasser schreiben, wie sie das Stopfen beschreiben, wie viel in einen Sack passt, und mit welcher einfachen Rechnung sich Füllangaben prüfen lassen, die nicht aufgehen können.

Was hier steht und was nicht

Hier geht es um die Füllung: bei hängenden Säcken, bei Wassersäcken und im Fuß eines Standboxsacks. Wie schwer ein Sack am Ende sein soll, steht auf der Datenseite zu Gewicht und Länge, welche Standboxsäcke im Feld stehen, im Vergleich der Standboxsäcke, den Überblick gibt die Übersicht zu Boxsäcken. Getestet hat hier niemand etwas, und Preise nennt diese Seite nicht.

Womit die Hersteller ihre Säcke ab Werk füllen

Am Anfang lohnt der Blick darauf, was in gefüllt gekauften Säcken steckt, denn daran orientiert sich jede Anleitung zum Selbstfüllen. Hammer antwortet auf die Frage, womit die eigenen Boxsäcke gefüllt sind, knapp: mit Stoffstreifen. Bad Company nennt für die Canvas- und Vinylsäcke Textilreste, für den Rindsledersack Filzreste. Lisaro füllt laut Produktseite maschinell mit Textilresten vor, FIGHTR beschreibt die eigene Textilfüllung als mittelhart. Der einzige Sack im hängenden Feld dieses Clusters, der ab Werk mit Gummigranulat gefüllt ist, kommt von DBX BUSHIDO. Hop-Sport schreibt zum eigenen Standboxsack, er sei mit Stoffresten gefüllt, die für Formstabilität sorgen sollen; andere Standboxsäcke im Feld nennen hochdichten EPE-Schaum als Schicht unter der Hülle. Beim Standgerät steckt die Füllfrage für den Käufer damit fast ganz im Fuß.

Auffällig ist, wie selten die Hersteller hängender Säcke ihre Füllung genauer beschreiben. Der Rindsledersack von Bad Company ist laut Merkmalstext mit 28 Kilogramm Filzresten gefüllt, eine der wenigen Angaben, die Material und Menge zugleich nennen. Kwon beschreibt die Füllung des 150-Zentimeter-Sacks nicht näher, HAMMER spricht beim Kick-Sack von einer festen Füllung ohne Material. FIGHTR nennt eine zusätzliche Polsterung und verstärkt die Unterseite mit Textilbändern, DBX BUSHIDO den Boden. Wer einen gefüllten Sack kauft, weiß also oft nicht genau, was darin steckt, und erfährt es erst, wenn die Hülle irgendwann nachgibt.

Everlast beschreibt die eigene Fertigung genauer als jeder andere Hersteller. Gefüllt wird mit einem Material, das Everlast „Jam“ nennt: eine Mischung aus recycelten Textilfasern, die gereinigt, zerkleinert und verdichtet werden. Arbeiter schichten sie von Hand in abgemessenen Mengen ein und verteilen sie gleichmäßig, damit keine weichen Stellen entstehen. In der Mitte sitzt ein zylindrischer Kern aus behandeltem Sand, senkrecht ausgerichtet und so befestigt, dass er sich mit der Zeit nicht verschiebt. Dieser innere Ballast soll laut Everlast für das richtige Gewicht sorgen und das Schwingen beim Training beruhigen. Das deckt sich mit einer Angabe von Hop-Sport, die auf der Datenseite zu Gewicht und Länge steht: Gegen zu starkes Pendeln helfe mehr Gewicht oder ein größerer Durchmesser. Ein Kern in der Mitte bringt Gewicht, ohne den Durchmesser zu verändern.

Aus diesen Angaben ergibt sich ein Muster, das auch für das Selbstfüllen gilt: Die Masse des Sacks kommt aus Textil, der Halt aus dem Verdichten, und wo zusätzliches Gewicht nötig ist, kommt es aus einem Kern, nicht aus loser Schüttung. Granulat ist die Ausnahme, die viel Gewicht auf wenig Länge bringt; im Feld der hängenden Säcke bringt der Granulatsack bei 130 Zentimetern Länge laut Datenblatt 60 Kilogramm, etwa doppelt so viel wie die Textilsäcke von 120 Zentimetern.

Gefüllt oder ungefüllt kaufen

Bevor es um Material und Technik geht, steht eine Entscheidung, die viele erst nach dem Kauf bemerken: Ein Sack lässt sich gefüllt oder ungefüllt bestellen, und beides hat Folgen. Bad Company, FIGHTR und Lisaro bieten ihre Säcke in beiden Formen an, Phantom führt eigene ungefüllte Modelle. Phantom begründet das Angebot damit, dass man den Sack einfach und schnell be- und entfüllen könne, um das gewünschte Gewicht und die gewünschte Härte zu erreichen.

Für den gefüllten Sack spricht, dass die Arbeit erledigt ist und die Füllung ab Werk gleichmäßig sein sollte. Lisaro bewirbt die maschinelle Vorfüllung, Everlast beschreibt die Handarbeit, die eine gleichmäßige Dichte von oben bis unten sicherstellen soll. Wer einen fertigen Sack kauft, bekommt außerdem eine Gewichtsangabe des Herstellers, auch wenn die nicht immer stimmt; im hängenden Feld dieses Clusters widersprechen sich bei mehreren Säcken Titel und Datenblatt. Beim MOVIT-Set etwa nennt der Titel 25 Kilogramm, das Datenblatt 2,5 — eine Angabe, die beim Selbstfüllen gar nicht erst entstehen kann, weil der Käufer das Gewicht kennt.

Für den ungefüllten Sack spricht die Kontrolle. Wer selbst füllt, bestimmt Gewicht und Härte und kann später nachlegen, solange die Hülle und die Halterung es zulassen. Dagegen steht die Arbeit, die Beschaffung des Materials und das Risiko einer ungleichmäßigen Füllung. Und es steht die Frage, ob man genug Material hat: Ein Sack von 120 Zentimetern fasst als Zylinder gerechnet über 100 Liter, und so viel alte Kleidung liegt in den wenigsten Haushalten herum.

Ein Detail aus dem Feld zeigt, wie wichtig es ist, die eigenen Zahlen des Herstellers zu kennen. Bad Company nennt für den Canvas-Sack von 80 Zentimetern auf der eigenen Seite ein maximales Füllgewicht von 25 Kilogramm. Das Amazon-Datenblatt der gelisteten 80-mal-30-Variante führt 30 Kilogramm Artikelgewicht. Ob darin die Kette steckt oder ob eine der beiden Zahlen nicht stimmt, sagt keine Seite. Wer den Sack ungefüllt kauft und auf 30 Kilogramm bringen will, liegt jedenfalls über dem, was der Hersteller der Hülle selbst zutraut.

Wer sich für ungefüllt entscheidet, sollte deshalb drei Zahlen kennen, bevor das erste Stück Stoff im Sack liegt: die Obergrenze der Hülle, sofern der Hersteller sie nennt, die Last der Halterung und das Volumen des Sacks. Die erste steht bei Bad Company und FIGHTR auf der Seite, bei den übrigen Herstellern im Feld nicht. Die zweite steht auf der Halterung. Die dritte lässt sich aus Länge und Durchmesser überschlagen, wie der folgende Abschnitt zeigt. Fehlt die erste, ist die zweite die Grenze, und das Gewicht des gefüllten Sacks sollte mit Abstand darunter bleiben, weil ein schwingender Sack mehr an der Aufhängung zieht als sein Gewicht im Stillstand.

Die Füllstoffe im Überblick

Wer einen ungefüllten Sack kauft, hat die Wahl zwischen einer Handvoll Materialien. Was die Quellen zu jedem sagen, steht in der Übersicht, die Einordnung darunter.

Füllstoffe für hängende Säcke, wie Hersteller und Händler sie beschreiben (abgerufen am 03.10.2026)
MaterialWas die Quellen sagenWer es sagtEinschränkung
Stoffreste, Textilstreifen, KleidungStandardfüllung ab Werk; Basis jeder AnleitungHammer, Bad Company, Lisaro, TITLE, Phantomsetzt sich mit der Zeit
FilzresteFüllung des RindsledersacksBad Companynur ein Beleg
Gummigranulatmit Stoffresten kombiniert „gute Dämpfung“; bringt viel GewichtPhantom, FIGHTR, DBX BUSHIDOSchadstofffrage offen
Sand im InnenbeutelGewichtskern, mittigEverlast, TITLE, Händlernur verschlossen
Sand lose„zu hart“, „Verletzungen“Phantomabgeraten
Sägemehl„erhöht das Gewicht, kann aber zu harten Stellen führen“Phantommit Einschränkung
Wasser und Luftnur in eigens gebauten WassersäckenTunturi, Phantom, Decathlon, Aqua Training BagFrost

Textil ist das Material, auf das sich alle Quellen einigen. Es ist leicht verfügbar, lässt sich verdichten und gibt beim Schlag nach. Sein Nachteil ist, dass es sich setzt: TITLE Boxing schreibt, der Inhalt eines Sacks setze sich mit der Zeit, wodurch der Sack gleichmäßiger aussehe. Phantom nennt als Ausgangspunkt eine Schicht von etwa zehn Zentimetern Stoffresten am Boden. Hammer nennt die eigene Füllung Stoffstreifen, TITLE Boxing spricht schlicht von Kleidung. Für das Selbstfüllen ist das die gute Nachricht: Das Grundmaterial ist das, was in den meisten Haushalten ohnehin anfällt, und es muss nicht gekauft werden. Die schlechte ist, dass es selten in der Menge vorhanden ist, die ein langer Sack braucht.

Gummigranulat bringt deutlich mehr Gewicht je Liter. Phantom empfiehlt eine Kombination aus Stoffresten und Gummigranulat für gute Dämpfung, FIGHTR nennt für die eigene ungefüllte Variante bis zu 50 Kilogramm, etwa mit Gummigranulat, als Obergrenze. Ein Händler gibt für Granulat rund 35 bis 45 Kilogramm je 50 Liter an; ein Datenblatt, das diese Zahl stützt, fand sich nicht. Ob Granulat unbedenklich ist, ist eine eigene Frage, die weiter unten steht.

Wie schwer reines Granulat würde, zeigt eine Überschlagsrechnung mit der Händlerangabe: 35 bis 45 Kilogramm je 50 Liter entsprechen 0,7 bis 0,9 Kilogramm je Liter. Ein Sack von 120 mal 35 Zentimetern mit rund 115 Litern käme damit auf 80 bis 105 Kilogramm, weit über jeder Obergrenze, die Bad Company oder FIGHTR für Säcke dieser Länge nennen. Reines Granulat ist für einen langen Sack also keine Option; es taugt als Beimischung, wie Phantom sie beschreibt, oder in Beuteln als Kern. Der Granulatsack von DBX BUSHIDO mit 60 Kilogramm bei 130 Zentimetern dürfte deshalb ebenfalls eine Mischung enthalten; was genau, sagt der Hersteller nicht.

Sand ist das schwerste der gängigen Materialien und das umstrittenste. Lose eingefüllt wird er nach den Quellen zum Problem, verschlossen in Beuteln und mittig gesetzt zum gewünschten Gewichtskern. Dem Widerspruch zwischen beiden Lesarten widmet sich der nächste Abschnitt.

Sägemehl nennt Phantom zusammen mit Sand als Möglichkeit, das Gewicht zu erhöhen, mit dem Hinweis auf harte Stellen. Weitere Herstellerangaben dazu fanden sich nicht. Suchanfragen nach Reis, Mais oder Luft als Füllung gibt es; ein Hersteller, der eines dieser Materialien für einen hängenden Sack nennt, fand sich nicht.

Wie viel Material ein Sack braucht: eine Volumenrechnung

Kein Hersteller nennt, wie viel Füllmaterial ein bestimmter Sack braucht. Eine Näherung liefert die Geometrie: Ein Boxsack ist ungefähr ein Zylinder, und dessen Volumen ergibt sich aus Länge und Durchmesser. Die folgende Übersicht ist eine eigene Rechnung, keine Herstellerangabe, und sie überschätzt das Volumen etwas, weil die Enden eines Sacks nicht ganz zylindrisch sind und die Hülle Platz einnimmt.

Rechnerisches Volumen gängiger Sackmaße (Zylindernäherung, eigene Rechnung)
MaßVolumenHöchstfüllung laut Bad CompanyDichte bei Höchstfüllung
80 × 30 cmrund 57 lCanvas 25 kgrund 0,44 kg/l
80 × 35 cmrund 77 lVinyl 50 kgrund 0,65 kg/l
100 × 35 cmrund 96 lVinyl 50 kgrund 0,52 kg/l
120 × 35 cmrund 115 lVinyl 70 kgrund 0,61 kg/l
150 × 35 cmrund 144 lVinyl 70 kgrund 0,49 kg/l
180 × 35 cmrund 173 lVinyl 70 kgrund 0,40 kg/l

Die Rechnung macht zwei Dinge sichtbar. Erstens verlangen die Höchstfüllungen von Bad Company bei den kürzeren Vinylsäcken eine Dichte, die über dem liegt, was gepresstes Textil in den vorgefüllten Säcken des Feldes erreicht; die Datenseite zu Gewicht und Länge kommt dort auf rund 0,26 bis 0,30 Kilogramm je Liter. Wer einen 80-Zentimeter-Vinylsack auf 50 Kilogramm bringen will, braucht also schwereres Material als Textil, etwa Granulat oder Sandbeutel. Zweitens bleibt bei den langen Säcken Spielraum: 70 Kilogramm in 173 Litern entsprechen einer Dichte, die mit einer Mischung aus Textil und etwas Granulat erreichbar sein dürfte.

Für die Praxis bedeutet das: Wer einen ungefüllten Sack kauft, sollte vor dem Kauf überschlagen, wie viel Material er für das Zielgewicht braucht. Mit reinem Textil landet ein Sack von 120 mal 35 Zentimetern grob bei 30 bis 35 Kilogramm; mehr geht nur mit schwererem Material. Diese Zahlen sind Näherungen, denn wie fest jemand stopft, verändert die Dichte, und dafür nennt keine Quelle einen Wert.

Sand im Sack: der Widerspruch, der keiner ist

Auf den ersten Blick widersprechen sich die Hersteller frontal. Phantom schreibt, Sand mache den Boxsack zu hart und könne Verletzungen verursachen. Everlast setzt in jeden schweren Sack einen Sandkern, TITLE Boxing empfiehlt Sand als Gewicht für ungefüllte Säcke. Wer nur die Überschriften liest, steht vor zwei unvereinbaren Ratschlägen. Und Phantom selbst listet an anderer Stelle „Sägemehl oder Sand“ als Möglichkeit, das Gewicht zu erhöhen, mit dem Zusatz, es könne zu harten Stellen führen.

Wer die Anleitungen liest, sieht, dass alle drei von verschiedenen Dingen sprechen. Phantom meint Sand als Füllmaterial, das den Sack ausfüllt oder sich in ihm verteilt. Everlast beschreibt einen Kern: einen zylindrischen Schlauch mit Sand, der in der Mitte sitzt, von Textil umgeben und so befestigt ist, dass er nicht wandert. TITLE beschreibt Sand in verschlossenen Gefrierbeuteln, die zu drei Vierteln gefüllt und mit Klebeband gesichert werden, damit nichts ausläuft, und die zwischen den Textilschichten liegen. Ein Händler schreibt dasselbe in anderen Worten: Sand solle immer in gut verschlossenen Plastiksäcken verpackt sein, direkt eingefüllter Sand könne undicht werden, verklumpen und den Sack beschädigen.

Die Auflösung ist damit klar, und beide Seiten sind belegt: Loser Sand gehört nicht in einen hängenden Sack. Sand im verschlossenen Innenbeutel, mittig und von Textil umgeben, ist eine übliche Art, Gewicht hinzuzufügen. Die Schlagfläche bleibt dabei Textil; der Sand liegt dort, wo die Faust ihn nicht direkt trifft. Bei Suchanfragen wie „Boxsack mit Sand füllen“ ist das die Antwort, die sich aus allen Quellen zusammen ergibt, auch wenn keine sie allein so formuliert.

Wie viel ein solcher Beutel bringt, rechnet TITLE vor: Ein Gefrierbeutel in Gallonengröße, etwas mehr als halb mit Sand gefüllt, wiege etwa 5 bis 6 Pfund, rund 2,3 bis 2,7 Kilogramm. Wer einem Textilsack zehn Kilogramm hinzufügen will, braucht also vier solcher Beutel. Ein Händler-PDF beschreibt dasselbe Verfahren mit Gummigranulat in Beuteln, abwechselnd mit Kleidung etwa alle 30 Zentimeter, und schreibt, Sand gehe ebenso, sei aber etwas unordentlicher.

Einen Gewichtskern selbst bauen: Rechenbeispiele

Wer einem Textilsack Gewicht hinzufügen will, tut das nach den Anleitungen mit Beuteln in der Mitte. Wie viele man braucht, lässt sich aus den Angaben von TITLE Boxing überschlagen. Ein Gallonenbeutel, etwas mehr als halb mit Sand gefüllt, wiegt dort 5 bis 6 Pfund, rund 2,3 bis 2,7 Kilogramm. Eine Gallone fasst rund 3,8 Liter; etwas mehr als die Hälfte davon sind gut 2 Liter Sand, und bei 1,3 Kilogramm je Liter ergibt das rund 2,7 Kilogramm. Die Angabe von TITLE passt also zur Schüttdichte aus den Datenblättern.

Sandbeutel für einen Gewichtskern, nach den Angaben von TITLE Boxing (eigene Rechnung)
gewünschtes ZusatzgewichtGallonenbeutel zu 2,3–2,7 kgSandvolumen bei 1,3–1,6 kg/l
5 kg2rund 3–4 l
10 kg4rund 6–8 l
15 kg6rund 9–12 l
20 kg8rund 13–15 l

Die Tabelle zeigt, warum der Sandkern so wirksam ist. Mit Granulat in Beuteln wäre derselbe Kern bei 0,7 bis 0,9 Kilogramm je Liter nach der Händlerangabe etwa doppelt so groß, weil Granulat leichter ist als Sand. Zehn Kilogramm Sand nehmen nur sechs bis acht Liter ein, also einen kleinen Teil des Volumens eines Sacks von 120 Zentimetern. Der Rest bleibt Textil, und genau das meinen Everlast und TITLE, wenn sie den Sand in die Mitte setzen: Das Gewicht steigt deutlich, die Schlagfläche bleibt weich.

Zwei Einschränkungen gelten. Die Beutel müssen dicht sein; TITLE füllt sie nur zu drei Vierteln und sichert sie mit Klebeband, damit nichts ausläuft. Und sie dürfen nicht an den Rand rutschen, denn dort würde die Faust sie treffen. Everlast befestigt den eigenen Kern deshalb so, dass er sich mit der Zeit nicht verschiebt; beim Selbstfüllen übernimmt das die Textilschicht um die Beutel herum, die fest genug gestopft sein muss.

Schicht für Schicht: wie die Anleitungen das Stopfen beschreiben

Die Anleitungen der Hersteller ähneln sich im Ablauf, unterscheiden sich in den Maßen. TITLE Boxing beginnt mit etwa 6 Zoll, rund 15 Zentimetern, Kleidung als erster Schicht und schreibt, man solle alle 10 bis 12 Zoll, rund 25 bis 30 Zentimeter, weiterfüllen und festdrücken. Phantom nennt Schichten von 10 bis 20 Zentimetern und rät, das Material sorgfältig mit der flachen Hand und der Faust zu verdichten. Everlast beschreibt für die eigene Fertigung abgemessene Mengen, die von Hand eingeschichtet und gleichmäßig verteilt werden.

Aus diesen drei Beschreibungen ergibt sich ein Ablauf, den keine Quelle allein so aufschreibt, der aber jeder entspricht:

  1. Den leeren Sack aufhängen oder aufrecht stellen, damit die Füllung von unten nach oben wächst.
  2. Eine Bodenschicht aus Stoffresten oder Kleidung einbringen, etwa 10 bis 15 Zentimeter.
  3. Fest verdichten, mit der flachen Hand und der Faust.
  4. Schicht um Schicht weiterfüllen, je 10 bis 30 Zentimeter, und nach jeder Schicht verdichten.
  5. Wenn Gewicht fehlt: Sand- oder Granulatbeutel mittig zwischen die Textilschichten legen, nicht an den Rand.
  6. Bis zum oberen Rand füllen und so fest stopfen, dass keine weichen Zonen bleiben.
  7. Nach einigen Trainingseinheiten nachfühlen und bei Bedarf nachstopfen.

Der letzte Schritt ist der, den viele vergessen. Everlast schreibt, die Dichte müsse sich von oben bis unten gleichmäßig anfühlen. Bei einem selbst gefüllten Sack ist das am ersten Tag selten so, weil die Füllung unter den ersten Schlägen nachgibt. Bad Company liefert die ungefüllten Säcke mit einer Anleitung und Füllmaterial aus; wer nach einer anderen Anleitung füllt, bekommt einen anderen Sack.

Zwei Einzelheiten aus den Anleitungen werden oft übersehen. TITLE Boxing beginnt die Füllung mit einer Schicht Kleidung, nicht mit Sand oder Granulat; der Boden des Sacks dürfte damit weich bleiben und das Gewicht weiter oben in der Mitte sitzen. Und Phantom nennt ausdrücklich die Faust als Werkzeug zum Verdichten, nicht nur die flache Hand. Beides sind Hinweise, die man beim ersten Füllen leicht übergeht und die sich später als harte oder weiche Zonen zeigen.

Setzen, Nachstopfen, Nachfüllen

Eine Füllung bleibt nicht, wie sie am ersten Tag ist. TITLE Boxing schreibt, der Inhalt eines Sacks setze sich mit der Zeit und der Sack bekomme dadurch ein glatteres Aussehen. Everlast befestigt den Sandkern, damit er sich mit der Zeit nicht verschiebt. Beide Aussagen beschreiben dasselbe: Unter den Schlägen verdichtet sich das Material, und es wandert nach unten.

Wann das so weit ist, dass nachgestopft werden muss, beziffert kein Hersteller. Erkennbar ist es am Sack selbst: Oben wird er weicher, unten härter, und am oberen Ende kann ein Hohlraum entstehen. Wer ungefüllt gekauft hat, öffnet den Sack und füllt oben nach. Wer einen gefüllten Sack mit verschlossener Hülle hat, kann das meist nicht, und die Hersteller sagen dazu nichts.

Bei Wassersäcken heißt Nachfüllen etwas anderes. Decathlon rät beim Air Gel, regelmäßig zu prüfen, ob der Sack gut mit Wasser gefüllt ist, und gegebenenfalls nachzufüllen. Aqua Training Bag beschreibt, Falten in der Hülle mit Luft auszugleichen. Bei beiden Bauarten ist Nachfüllen also Wartung, kein Fehler, und der Blick auf den Sack vor dem Training gehört dazu.

Vorbeugen lässt sich dem Setzen nur zum Teil. Die Anleitungen setzen auf dasselbe Mittel: in dünnen Schichten füllen und jede Schicht fest verdichten, bevor die nächste kommt. Everlast beschreibt für die eigene Fertigung abgemessene Mengen je Schicht, TITLE das Festdrücken alle 25 bis 30 Zentimeter. Je fester das Material am ersten Tag sitzt, desto weniger Raum bleibt ihm zum Nachgeben; ganz verhindern lässt es sich nach keiner der Quellen.

Wie viel in einen Sack passt: Obergrenzen der Hersteller

Wer ungefüllt kauft, sollte wissen, wie viel der Hersteller der Hülle zutraut. Nur zwei Hersteller nennen dazu eine Zahl. FIGHTR gibt für die ungefüllte Variante des 120-Zentimeter-Sacks bis zu 50 Kilogramm an. Bad Company nennt für die eigenen Säcke ein maximales Füllgewicht je Länge und unterscheidet dabei zwischen Canvas und Vinyl.

Messwerte

Maximales Füllgewicht der Bad-Company-Säcke je Länge und Hülle

Angaben in kg

Canvas, 80 cm25Canvas, 100 cm30Canvas, 120 cm40Vinyl, 80 cm50Vinyl, 100 cm50Vinyl, 120 cm70Vinyl, 150 cm70Vinyl, 180 cm70
  • Canvas, 80 cm: Bad Company
  • Canvas, 100 cm: Bad Company
  • Canvas, 120 cm: Bad Company
  • Vinyl, 80 cm: Bad Company
  • Vinyl, 100 cm: Bad Company
  • Vinyl, 120 cm: Bad Company
  • Vinyl, 150 cm: Bad Company
  • Vinyl, 180 cm: Bad Company

Grundlage: Bad Company, Produktseiten der Canvas- und Vinylsäcke, abgerufen am 03.10.2026. Herstellerangaben zum maximalen Füllgewicht, keine Messung.

Die Zahlen zeigen zweierlei. Erstens hängt die Obergrenze nicht nur an der Länge, sondern am Material der Hülle: Ein Vinylsack von 80 Zentimetern darf laut Bad Company doppelt so schwer gefüllt werden wie ein Canvassack derselben Länge. Warum, sagt der Hersteller nicht; naheliegend ist, dass die Hülle die Grenze setzt und nicht das Volumen. Zweitens endet die Vinylreihe bei 70 Kilogramm, ab 120 Zentimetern Länge. Ein 150- oder 180-Zentimeter-Sack hätte rechnerisch Platz für mehr, wird aber nicht schwerer freigegeben. Für FIGHTR, den zweiten Hersteller mit einer Obergrenze, passt die Zahl in dieselbe Größenordnung: 50 Kilogramm für einen Sack von 120 Zentimetern, also weniger als Bad Companys 70 für Vinyl derselben Länge und mehr als dessen 40 für Canvas.

Für das Selbstfüllen ist die Obergrenze die erste Zahl, die man kennen sollte, und die Halterung die zweite. Wer einen Sack auf die Obergrenze bringt, braucht eine Aufhängung, die mehr trägt. Was eine Decke oder Wand dafür mitbringen muss, steht auf der Anleitung zum Aufhängen.

Wassersäcke: Wasser und Luft statt Stopfen

Eine eigene Bauart sind Säcke, die mit Wasser gefüllt werden. Sie werden nicht gestopft, sondern über ein Ventil befüllt. Tunturi beschreibt den Aufbau so: eine Außenhülle, innen eine dicke, mit Wasser gefüllte Kammer und in der Mitte eine Luftkammer. Über die Luft bestimmt man die Härte, indem man mit einer Pumpe mehr oder weniger Luft einbläst. Das Wasser sorge für eine gleichmäßige Verteilung, sodass der Sack überall dieselbe Härte habe.

Befüllt wird bei allen Herstellern ähnlich. Phantom schreibt, das Ventil werde mit einem Schraubenzieher geöffnet und der Sack mit der beiliegenden Befüllhilfe und einem Gartenschlauch gefüllt. Aqua Training Bag beschreibt ein Ventil mit Kreuzschlitz, einen Schlauchaufsatz und das Auffüllen des oberen Teils mit Luft über eine Pumpe mit Nadel. Decathlon schreibt für den eigenen Wasser-Luft-Sack Air Gel, man solle ausschließlich Wasser verwenden, die angegebene Menge von 10 Litern einhalten — ungefähr sechs Flaschen zu 1,5 Litern — und den Rest mit Luft aufpumpen.

Messwerte

Wassermenge je Wassersack laut Hersteller

Angaben in Liter

Aqua Bag 9 Zoll5Decathlon Air Gel10Aqua Bag 12 Zoll12Aqua Bag 15 Zoll30Aqua Bag 18 Zoll55Aqua Bag 21 Zoll75
  • Aqua Bag 9 Zoll: Aqua Training Bag
  • Decathlon Air Gel: Decathlon Support
  • Aqua Bag 12 Zoll: Aqua Training Bag
  • Aqua Bag 15 Zoll: Aqua Training Bag
  • Aqua Bag 18 Zoll: Aqua Training Bag
  • Aqua Bag 21 Zoll: Aqua Training Bag

Grundlage: Aqua Training Bag (FAQ, Liter je Größe) und Decathlon Support (Air Gel), abgerufen am 03.10.2026. Herstellerangaben, ungefähre Werte.

Aqua Training Bag benennt die eigenen Größen nach dem Gewicht in Pfund, und die Zahlen passen ungefähr zu den Litern: Der 18-Zoll-Sack mit 120 Pfund, rund 54 Kilogramm, fasst etwa 55 Liter. Beim größten Sack geht die Rechnung weniger glatt auf. 190 Pfund sind rund 86 Kilogramm, 75 Liter Wasser wiegen rund 75; die Differenz von gut zehn Kilogramm erklärt der Hersteller nicht. Sie könnte das Gewicht der Hülle sein oder eine Rundung. Beim kleinsten Sack liegen 15 Pfund, rund 6,8 Kilogramm, bei 5 Litern.

Andere Hersteller geben statt Litern das gefüllte Gewicht an. Tunturi nennt für den Aqua-Boxsack von 150 Zentimetern 50 Kilogramm mit Wasser und 6 Kilogramm leer; die Differenz entspricht rechnerisch rund 44 Litern Wasser, eine Literangabe steht auf der Seite nicht. Der Sack hat laut Tunturi 35 Zentimeter Durchmesser und eine Vierpunktkette; als Zylinder gerechnet fasst er rund 144 Liter. Wenn davon nur rund 44 Liter Wasser sind, ist der Rest die Luftkammer, die Tunturi für die Härte beschreibt. Am Haken hängen am Ende die 50 Kilogramm, und nach ihnen richtet sich die Halterung. Phantom staffelt die Hydro-Säcke nach Durchmesser: bis 35 Kilogramm bei 38 Zentimetern, bis 55 bei 46 und bis 85 bei 55 Zentimetern. Bei Phantom wächst das Gewicht damit über den Durchmesser, nicht über die Länge; ein dickerer Wassersack ist der schwerere. Eine Literangabe nennt Phantom nicht, ebenso wenig einen Druck für die Luftfüllung.

Wassersack oder Textilsack: was die Hersteller als Unterschied nennen

Die Hersteller von Wassersäcken nennen vor allem einen Vorteil: die gleichmäßige Härte. Tunturi schreibt, Wasser sorge für eine gleichmäßige Verteilung, sodass der Boxsack überall dieselbe Härte habe, und über die Luftkammer lasse sich die Härte selbst bestimmen. Bei einem Textilsack hängt beides am Stopfen und am Setzen der Füllung.

Beim Gewicht geben die Hersteller unterschiedliche Maßstäbe an. Tunturi nennt in seinem Beitrag als Faustregel die Hälfte des Körpergewichts, aber mindestens 35 Kilogramm. Aqua Training Bag bietet dagegen Größen ab 15 Pfund an, rund 6,8 Kilogramm. Ein Widerspruch ist das nicht: Die kleinen Säcke sind für andere Zwecke gedacht als ein schwerer Sack, und Tunturis Regel bezieht sich auf den klassischen Sack für Schläge und Tritte. Als allgemeine Regel für alle Wassersäcke taugt keine der beiden Angaben.

Die Nachteile liegen auf der Hand und werden von den Herstellern teils selbst genannt: Wasser kann gefrieren, und ein Ventil kann undicht werden. Decathlon schließt für den Air Gel die Aufbewahrung im Freien und an unbeheizten Orten aus. Aqua Training Bag bewirbt die eigenen Säcke auch für draußen und warnt zugleich vor dem Gefrieren. Wer einen Wassersack kauft, entscheidet sich damit auch für einen Ort mit Temperaturen über null.

Härte einstellen: mehr Wasser, mehr Luft, festeres Stopfen

Die Härte eines Sacks ist neben dem Gewicht die zweite Größe, die man beim Füllen bestimmt, und die Hersteller beschreiben drei Stellschrauben dafür. Beim Textilsack ist es die Verdichtung: Je fester gestopft, desto härter. Phantom bewirbt die eigenen ungefüllten Säcke damit, dass man sie einfach und schnell be- und entfüllen könne, um das gewünschte Gewicht und die gewünschte Härte zu erreichen.

Beim Wassersack sind es Wasser und Luft. Aqua Training Bag schreibt, je mehr Wasser man einfülle, desto härter werde der Sack; wer einen weicheren Treffer wolle, lasse etwas Wasser ab. Falten in der Hülle füllt man nach derselben Quelle mit Luft auf. Umgekehrt empfiehlt Aqua Training Bag, etwas Wasser abzulassen, wenn man einen weicheren Treffer möchte. Der Wassersack ist damit die einzige Bauart, bei der sich die Härte nach dem Kauf ohne Öffnen der Hülle in beide Richtungen verändern lässt. Mit dem Wasser ändert sich allerdings auch das Gewicht, und damit die Last an der Halterung. Wer einen Wassersack härter füllt, hängt mehr an die Decke. Tunturi beschreibt die Luftkammer als den Regler, mit dem man die Härte selbst bestimmt. Einen Druckwert in bar nennt keiner der Hersteller; die Härte wird nach Gefühl eingestellt.

Was die richtige Härte ist, sagt keine Quelle mit einer Zahl. Phantom warnt vor harten Stellen durch Sand und Sägemehl, Everlast vor weichen Stellen durch ungleichmäßige Verteilung. Das Ziel, das beide formulieren, ist Gleichmäßigkeit, nicht ein bestimmter Härtegrad.

Der Standfuß: was in den Fuß eines Standboxsacks kommt

Beim Standboxsack stellt sich die Füllfrage anders. Der Schlagkörper ist ab Werk gefüllt, meist mit Schaum oder Textil, und der Käufer füllt nur den Fuß. Dort konkurrieren Wasser und Sand, und die Hersteller sind sich nicht einig. Bad Company empfiehlt für die eigenen Standboxsäcke Wasser und nennt Vogelsand als Alternative. Dripex empfiehlt im eigenen Shop Sand. Tunturi nennt für einen freistehenden 180-Zentimeter-Sack Wasser, Sand oder Kies, Hammer in einer Support-Antwort Kies, Sand oder Wasser mit je 50 Kilogramm oder Litern.

Für die Füllung des Fußes gelten ein paar praktische Punkte, die die Hersteller verstreut nennen. RDX legt einen Trichter bei. Decathlon schreibt, ein mit Wasser gefüllter Sockel lasse sich nur noch sehr schwer verschieben. Dripex rät, bei Wasserfüllung die Saugnäpfe nicht zu nutzen, damit nichts ausläuft. Paffen beschreibt für einen aufblasbaren Standboxsack, den Fuß mit Wasser und Luft zu füllen, höchstens zur Hälfte mit Wasser. Und Paffen zeigt mit einem Standboxsack auf einem Sockel aus Spezialhartgummi, dass es auch ohne Befüllen geht. Bei KWON schließlich steht neben dem Füllgewicht auch das Leergewicht des Geräts, 18 Kilogramm — eine Angabe, die zeigt, wie wenig des Gesamtgewichts am Ende vom Gerät selbst kommt.

Welche Standboxsäcke welche Füllgewichte angeben und wie sie sich im Einzelnen unterscheiden, steht im Vergleich der Standboxsäcke. Hier interessiert eine andere Frage: ob die Zahlen, die Hersteller für Wasser und Sand nennen, überhaupt zueinander passen.

Füllangaben lesen: Fuß, Gerät oder Fassungsvermögen

Wer Füllangaben vergleichen will, muss zuerst wissen, worauf sie sich beziehen, und die Hersteller verwenden mindestens drei Bezüge, ohne sie immer zu benennen. Der erste ist das Fassungsvermögen: RDX schreibt, die Öffnung im Fuß des F6 KARA fasse 120 Kilogramm Sand oder 80 Liter Wasser, Decathlon nennt für den eigenen Standboxsack 110 Liter. Der zweite ist der gefüllte Fuß: Everlast spricht von der Basis, Hop-Sport vom Gewicht der Standfläche. Der dritte ist das ganze gefüllte Gerät: Bad Company und KWON nennen das Gewicht gefüllt, KWON dazu das Leergewicht.

Für den Käufer machen diese Bezüge einen Unterschied von einigen Kilogramm, und bei der Plausibilitätsprüfung einen deutlichen: Steckt das Leergewicht in beiden Zahlen, fällt das Verhältnis von Sand zu Wasser niedriger aus. Bei KWON lässt sich das nachrechnen. Zieht man die 18 Kilogramm Leergewicht von beiden Angaben ab, bleiben rund 132 Kilogramm Wasser und 162 Kilogramm Sand, ein Verhältnis von etwa 1,23 statt 1,2. Der Abstand zum Band von 1,3 bis 1,6 bleibt also auch dann bestehen, wenn man das Leergewicht herausrechnet; er dürfte eher daran liegen, dass Sand und Wasser den Fuß nicht gleich weit füllen.

Hinzu kommen Angaben in Pfund und Angaben ohne Einheit. LEKÄRO nennt 205 Pfund, Century 250 und 270 Pfund, Aqua Training Bag benennt ganze Produktgrößen nach Pfund. Und manche Seiten nennen eine Zahl ohne erkennbaren Bezug: Hammers Support-Antwort mit 50 Kilogramm für alle Standboxsäcke ist ein Beispiel, bei dem offenbleibt, ob ein bestimmtes Modell gemeint ist. Bei Wassersäcken kommt ein vierter Bezug hinzu, der Höchstwert: Phantom schreibt beim Hydro-Sack mit 38 Zentimetern „Gewicht gefüllt ≤35kg“, also eine Obergrenze, nicht ein festes Gewicht. Wie viel der Sack tatsächlich wiegt, hängt davon ab, wie viel Wasser man einfüllt.

Dichte als Prüfwerkzeug: welche Herstellerangaben nicht aufgehen

Für diese Prüfung braucht man zwei Zahlen. Wasser hat bei 20 Grad eine Dichte von 998 Kilogramm je Kubikmeter, wie die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in ihren Richtwerten angibt; ein Liter wiegt also fast genau ein Kilogramm. Trockener Quarzsand hat nach den Datenblättern zweier Hersteller eine Schüttdichte von 1,3 Tonnen je Kubikmeter bei Leube und 1,6 Gramm je Kubikzentimeter bei Euroquarz. Ein Liter trockener Sand wiegt damit 1,3 bis 1,6 Kilogramm.

Daraus folgt eine einfache Erwartung: Füllt man denselben Fuß einmal mit Wasser und einmal mit Sand, sollte die Sandfüllung um den Faktor 1,3 bis 1,6 schwerer sein. Bezieht sich die Angabe auf das ganze gefüllte Gerät, liegt der Faktor etwas darunter, weil das Leergewicht in beiden Zahlen steckt. Diese Erwartung lässt sich an jedem Hersteller prüfen, der beide Zahlen nennt. Sie ist kein Beweis für einen Fehler, wenn sie nicht aufgeht, denn feuchter Sand ist schwerer als trockener, und manche Hersteller runden großzügig. Aber sie ist ein Hinweis darauf, dass eine Angabe nachgefragt werden sollte, bevor man sich auf sie verlässt.

Messwerte

Verhältnis von Sand- zu Wasserfüllung je Herstellerangabe

Angaben in Faktor (Sand ÷ Wasser)

Hop-Sport HS-BB180S1.8RDX F6 KARA1.5Everlast Power Core1.48Decathlon Kinder1.36Hop-Sport HS-BB170S1.35KWON Waterbag1.2Bad Company BCA-701.15Century XXL Wavemaster1Tunturi Boxpuppe0.85
  • Hop-Sport HS-BB180S: Hop-Sport, Fuß
  • RDX F6 KARA: RDX, Fuß in Litern
  • Everlast Power Core: Everlast, Basis
  • Decathlon Kinder: Decathlon, 28 l / 38 kg
  • Hop-Sport HS-BB170S: Hop-Sport, Fuß
  • KWON Waterbag: KWON, ganzes Gerät
  • Bad Company BCA-70: Bad Company, ganzes Gerät
  • Century XXL Wavemaster: Century, gleiche Zahl
  • Tunturi Boxpuppe: Tunturi, Fuß

Grundlage: Eigene Rechnung aus den Herstellerangaben (abgerufen am 03.10.2026): Sandgewicht geteilt durch Wassergewicht bzw. Liter. Plausibel für trockenen Quarzsand: 1,3 bis 1,6 (Datenblätter Leube, Euroquarz); bei Angaben für das ganze Gerät etwas darunter.

Die meisten Paare liegen dort, wo man sie erwartet. Bemerkenswert ist, dass die beiden Decathlon-Angaben für Kindergeräte, 38 Kilogramm Sand zu 28 Litern Wasser und 25 Kilogramm Sand zu 18 Litern, mit rund 1,36 und 1,39 fast exakt die Schüttdichte von 1,3 bis 1,4 treffen, die das Datenblatt von Leube erwarten lässt. Wer so rechnet, nennt Zahlen, die sich gegenseitig stützen. RDX, Everlast, Decathlon und das kleinere Hop-Sport-Modell bewegen sich zwischen 1,35 und 1,5. KWON und Bad Company liegen etwas darunter, was dazu passt, dass sie das ganze gefüllte Gerät angeben. Drei Angaben fallen heraus.

Tunturis Boxpuppe nennt für den Fuß Sand bis zu 110 Kilogramm und Wasser bis zu 130. Bei gleichem Volumen kann Wasser nicht schwerer sein als trockener Sand. Vermutlich sind die Zahlen vertauscht; belegen lässt sich das nicht. Wer sich auf die Wasserangabe verlässt, rechnet mit einem schwereren Fuß, als er bekommt.

Beim großen Standboxsack von Hop-Sport, dem HS-BB180S, stehen ca. 75 Kilogramm Wasser gegen ca. 135 Kilogramm Sand. Teilt man beides, kommt 1,8 heraus, mehr als jeder Sand aus den beiden Datenblättern hergibt; selbst der dichtere Euroquarz-Sand würde in denselben 75 Litern nur rund 120 Kilogramm erreichen. Merkwürdig ist das vor allem, weil derselbe Hersteller beim kleineren HS-BB170S mit 50 zu 67,5 Kilogramm auf unauffällige 1,35 kommt. Feuchter Sand, eine großzügige Rundung oder ein anderer Bezug kämen als Erklärung in Frage; Hop-Sport nennt keine.

Century schreibt zum XXL Wavemaster, der Fuß wiege mit Sand oder Wasser bis zu 270 Pfund. Eine einzige Zahl für zwei Füllungen unterschiedlicher Dichte kann nicht für beide stimmen. Für das Original des Wavemasters nennt Century ungefähr 250 Pfund mit Wasser für das gefüllte Gerät und kein Sandgewicht. Dieselbe Zahl von ungefähr 250 Pfund mit Wasser nennt Century auch für den Powerline Wavemaster und für die Schlagpuppen BOB und BOB XL, vier verschiedene Geräte mit einem gleichen Wassergewicht. Das kann auf einen gemeinsamen Fuß hindeuten; gesagt wird es nicht, und ein Sandgewicht nennt Century für keines der vier.

Ein vierter Fall betrifft keine Dichte, sondern zwei Aussagen desselben Herstellers. Hammer nennt in einer Support-Antwort pauschal 50 Kilogramm Sand, 50 Kilogramm Kies oder 50 Liter Wasser für die eigenen Standboxsäcke. Eine Händlerseite zum Hammer-Modell Impact Punch nennt 130 Kilogramm Sand oder 110 Kilogramm Wasser. Welche Angabe für welches Modell gilt, geht aus der Support-Antwort nicht hervor, und die Herstellerseite selbst ließ sich nicht abrufen.

Für Käufer ergibt sich daraus eine einfache Prüfung, die keine Produktseite anbietet: Nennt ein Hersteller Wasser und Sand, die beiden Zahlen teilen. Liegt das Ergebnis zwischen etwa 1,15 und 1,6, ist die Angabe plausibel. Liegt es darunter oder darüber, lohnt die Nachfrage. Nennt ein Hersteller nur eine der beiden Zahlen, lässt sich die andere grob schätzen: Wer 93 Kilogramm Sand angibt, dürfte mit Wasser im selben Fuß bei rund 58 bis 72 Kilogramm landen. Das ist eine Rechnung, keine Herstellerangabe, und sie setzt voraus, dass beide Füllungen den Fuß gleich weit füllen.

Füllung bei Kindersäcken und kleinen Standgeräten

Bei Geräten für Kinder werden die Mengen kleiner, die Fragen bleiben dieselben. Decathlon nennt für den eigenen aufblasbaren Kinder- Standboxsack eine Füllung des Fußes mit 28 Litern Wasser oder bis zu 38 Kilogramm Sand. Für ein Kinderset mit Punchingball nennt Decathlon eine Sockelfüllung mit 25 Kilogramm Sand oder 18 Litern Wasser, eine Mindestfläche von zwei Metern rundum und den Hinweis, Kinder nicht ohne Aufsicht trainieren zu lassen. Beide Paare liegen mit einem Verhältnis von rund 1,4 genau im Band, das die Schüttdichte erwarten lässt.

Bei aufblasbaren Kindersäcken kommt Luft hinzu. Paffen schreibt für den aufblasbaren Standboxsack «FUN», man fülle den Fuß mit Wasser und Luft, höchstens zur Hälfte mit Wasser, und pumpe das Schlagpolster prall auf. Ein großer aufblasbarer Kindersack im Kinder-Feld dieses Clusters nennt für den Sockel 5 bis 6 Gallonen Wasser, umgerechnet rund 19 bis 23 Liter; eine Angabe in Litern steht auf der Seite nicht.

Für hängende Kindersäcke gilt, was für Erwachsenensäcke gilt, nur in kleinerem Maß: Textil als Grundmaterial, Verdichten in Schichten, kein loser Sand. Dass auch die Füllung selbst ein Sicherheitsthema sein kann, zeigt ein Rückruf der VEDES AG von 2008: Betroffen waren mehrere Box-Sets mit kleinen Säcken und ein Nylonsack, weil in Einzelfällen scharfkantige Metallteile in der Füllung vorhanden waren. Welche Kindersäcke im Feld stehen und welche Altersangaben sie machen, steht im Vergleich der Kinderboxsäcke.

Frost, Algen, Geruch: was Wasser mit der Zeit macht

Wasser ist bequem einzufüllen, aber es bleibt nicht folgenlos im Sack oder Fuß. Die erste Folge ist physikalisch: Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. Flüssiges Wasser hat bei null Grad eine Dichte von 1,000 Gramm je Kubikzentimeter, Eis nur noch 0,917; das Volumen nimmt beim Gefrieren um rund neun Prozent zu. Ein randvoll gefüllter Behälter hat dafür keinen Platz.

Aqua Training Bag, ein Hersteller, der die eigenen Wassersäcke auch für draußen bewirbt, schreibt offen, dass sie gefrieren, und dass kein Handschuh davor schützt, auf einen Eisblock zu schlagen. Decathlon schreibt für den Air Gel, man solle ihn nicht im Freien und nicht an einem feuchten oder unbeheizten Ort aufbewahren, für den eigenen Standboxsack „nur in Innenräumen“, und schließt beim Kinder-Standboxsack die Garantie bei Lagerung im Freien oder an einem feuchten Ort aus. Eine Herstellerangabe zu Frostschutzmitteln im Fuß fand sich nicht; solche Ratschläge stehen nur in Foren. Was sich sagen lässt, ist die physikalische Seite: Ein Fuß, der nicht randvoll gefüllt ist, hat Raum für die Ausdehnung, ein randvoll gefüllter nicht. Ob die Hülle eines bestimmten Fußes das aushält, beantwortet nur der Hersteller, und keiner im geprüften Feld tut es.

Die zweite Folge betrifft stehendes Wasser. Century Kickboxing empfiehlt in einem Pflegebeitrag, das Wasser im Fuß etwa alle sechs Monate zu wechseln und dabei eine kleine Menge Bleichmittel zuzugeben — zuerst den Fuß zu einem Viertel füllen, dann das Bleichmittel, dann den Rest — und warnt davor, zu überfüllen, weil die Mischung den Boden beschädigen könne. Von Algen schreibt kein Hersteller ausdrücklich. Dass stehendes Wasser im Fuß mit der Zeit ein Pflegethema wird, legt der Rat von Century zum Wasserwechsel nahe; einen Grund dafür nennt der Beitrag nicht. Die Mengenangabe von Century steht in amerikanischen Tassen; wer sie umrechnet, sollte das kennzeichnen.

Die dritte Folge betrifft Wassersäcke selbst. Decathlon rät beim Air Gel, regelmäßig zu prüfen, ob der Sack gut mit Wasser gefüllt ist, und gegebenenfalls nachzufüllen. Das ist die einzige Herstellerangabe zum Nachfüllen, die sich für einen Boxsack fand.

Wer einen Wasserfuß leeren will, etwa vor einem Umzug oder einem Winter, hat es leichter als mit Sand: Wasser lässt sich ablassen. Wie man einen Fuß leert, beschreibt allerdings keiner der Hersteller; die Anleitungen enden mit dem Befüllen. Sand muss durch dieselbe Öffnung wieder heraus, durch die er hineingekommen ist, und die ist bei vielen Füßen eng. Decathlon schreibt zum eigenen Standboxsack, der gefüllte Sockel lasse sich nur noch sehr schwer verschieben; wer leeren will, tut es also am Aufstellort.

Sand statt Wasser, wo es kalt wird

In einem unbeheizten Keller, einer Garage oder draußen ist Wasser im Fuß ein Risiko, zu dem die meisten Hersteller schweigen: rund neun Prozent Ausdehnung beim Gefrieren, und ein Behälter, der dafür keinen Raum hat. Trockener Quarzsand ist laut Datenblatt eines Herstellers frostsicher.

Gummigranulat und Schadstoffe: was geregelt ist und was nicht

Wer einen Sack mit Gummigranulat füllt, stößt früher oder später auf die Frage, was in dem Granulat steckt. Für Granulat auf Sportflächen gibt es seit 2022 eine europäische Beschränkung; als Granulat gelten dort Partikel von 1 bis 4 Millimetern aus Gummi oder vulkanisierten Polymeren. Die Verordnung (EU) 2021/1199 ändert den Anhang XVII der Chemikalienverordnung REACH: Seit dem 10. August 2022 dürfen Granulate und Mulche nicht mehr als Füllmaterial auf Kunstrasenplätzen oder in loser Form auf Spielplätzen oder im Sportbereich in Verkehr gebracht werden, wenn der Gehalt aller acht dort aufgeführten polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe zusammen mehr als 20 Milligramm je Kilogramm beträgt. Hauptsorge sind laut den Erwägungsgründen die krebserzeugende und erbgutschädigende Wirkung.

Ob diese Regel für Granulat gilt, das jemand zum Befüllen eines geschlossenen Boxsacks kauft, lässt sich aus dem Rechtstext nicht ableiten. Ein Boxsack ist weder ein Kunstrasenplatz noch ein Spielplatz, und ob Granulat in einem verschlossenen Sack „in loser Form im Sportbereich“ ist, entscheidet keine der für diese Seite gelesenen Quellen. Messwerte zu PAK in Boxsackfüllungen fanden sich ebenfalls nicht. Für den Käufer bleibt damit eine Unsicherheit, die sich nicht auflösen lässt, nur eingrenzen: Granulat, das für Sportflächen verkauft wird, muss seit 2022 den Grenzwert einhalten; bei Granulat aus anderen Quellen weiß man es nicht. Auch die Hersteller der Säcke, die ab Werk oder als Option mit Granulat gefüllt werden, machen in den gesichteten Produktseiten keine Angabe zu Herkunft oder Inhaltsstoffen des Granulats.

Was sich sagen lässt: Wer Granulat lose zum Befüllen kauft, kann beim Händler nach einer Angabe zum PAK-Gehalt fragen, und die 20 Milligramm je Kilogramm sind ein Maßstab, an dem sich eine solche Angabe messen lässt. Dass Schadstoffe bei Boxartikeln kein theoretisches Thema sind, zeigen Meldungen im europäischen Schnellwarnsystem Safety Gate, allerdings zu Hüllen und Handschuhen aus PVC, nicht zu Füllungen: 2015 etwa wurde ein Spielzeug-Boxset gemeldet, bei dem Sack und Handschuhe bis zu 16,5 Gewichtsprozent des Weichmachers DEHP enthielten.

Die Füllung entscheidet über die Last an der Decke

Jedes Kilogramm, das in einen hängenden Sack kommt, hängt später an der Decke oder Wand. Beim Selbstfüllen ist das die Stelle, an der die Füllfrage zur Sicherheitsfrage wird, denn anders als beim gefüllt gekauften Sack bestimmt der Käufer das Gewicht und damit die Last selbst.

Die Halterungen im Handel haben Lastangaben, die in die Größenordnung der Füllobergrenzen fallen. Decathlon nennt für die eigene Deckenhalterung höchstens 60 Kilogramm, für die Wandhalterung 65. Paffen gibt für die eigenen Deckenhalterungen dynamische Lasten von 25, 40 und 70 Kilogramm an. Wer einen Vinylsack von Bad Company auf die Höchstfüllung von 70 Kilogramm bringt, liegt damit genau an der Grenze der stärksten Paffen-Halterung und über der von Decathlon.

Daraus folgt eine Reihenfolge, die beim Füllen eingehalten werden sollte: zuerst die Last der Halterung und die Eignung der Decke klären, dann das Zielgewicht festlegen, dann das Material wählen. Wer umgekehrt vorgeht, füllt womöglich einen Sack, der nicht hängen darf. Der Dübelhersteller fischer schreibt in einem Beitrag zur Befestigung im Heim-Fitnessstudio, ein Boxsack wiege schnell 150 Kilogramm, und hinzu komme die Belastung durch harte Schläge und Schwingungen. Die Zahl ist hoch gegriffen, verglichen mit den Säcken im Feld; der Hinweis auf die zusätzliche Last durch die Bewegung gilt aber für jeden Sack. Was eine Decke tragen muss und wie man das prüft, steht auf der Anleitung zum Aufhängen; die hängenden Säcke mit ihren Gewichtsangaben stehen im Vergleich der hängenden Säcke.

Für den Standboxsack stellt sich die Frage am Boden. Ein Fuß mit 130 oder 160 Kilogramm Sand steht auf einer kleinen Fläche; ob die Geschossdecke darunter dafür geeignet ist, beantworten die Hersteller nicht. Was in Mietwohnungen beim Aufstellen und Trainieren zu beachten ist, behandelt die Seite zu Wohnung und Lärm.

Woher das Füllmaterial kommt

Die meisten Füllstoffe sind Reste. Das hat einen praktischen Grund, den die Hersteller selbst kaum aussprechen: Ein Sack von 120 Zentimetern braucht über 100 Liter Material, und dafür kommt nur etwas in Frage, das in großer Menge anfällt. Textilreste, Stoffstreifen und Filzreste stammen aus der Verarbeitung von Stoffen, und Everlast betont, dass die eigene Füllung aus recycelten Fasern besteht, die gereinigt werden, bevor sie in den Sack kommen. Wer zu Hause füllt, nimmt meist alte Kleidung; TITLE Boxing beginnt die eigene Anleitung ausdrücklich mit Kleidung als erster Schicht.

Sand für den Fuß eines Standboxsacks oder für Gewichtsbeutel gibt es als Quarzsand in Säcken. Leube beschreibt in einem Datenblatt einen feuergetrockneten, rundkörnigen Quarzsand mit einer Feuchtigkeit unter 0,1 Prozent, als frostsicher bezeichnet und unter anderem im PE-Sack zu 25 Kilogramm geliefert. Bad Company nennt für die eigenen Standboxsäcke Vogelsand. Trockener Sand dürfte gegenüber feuchtem zwei Vorteile haben: Er rieselt leichter durch enge Öffnungen und bringt keine Feuchtigkeit in den Fuß; ein Hersteller, der das ausdrücklich schreibt, fand sich nicht.

Die beiden Datenblätter, aus denen die Schüttdichten auf dieser Seite stammen, beschreiben feine Sande: Leube einen Quarzsand mit 0,4 bis 0,8 Millimetern Körnung, Euroquarz einen mit 0,2 bis 0,6 Millimetern und einem Anteil von über 96 Gewichtsprozent Siliziumdioxid. Grober Kies, den Tunturi und Hammer als Alternative nennen, hat eine andere Schüttdichte, für die sich in den gelesenen Quellen kein Wert fand. Wer mit Kies füllt, kann die Plausibilitätsrechnung dieser Seite deshalb nicht übernehmen.

Pfund, Gallonen, Zoll: die Einheiten in den Anleitungen

Ein großer Teil der Anleitungen zum Füllen stammt von amerikanischen Herstellern, und ihre Zahlen stehen in Pfund, Gallonen, Zoll und Tassen. Wer sie übernimmt, muss umrechnen, und an dieser Stelle entstehen leicht Fehler. Die folgende Übersicht rechnet die Werte, die auf dieser Seite vorkommen, mit den üblichen Umrechnungsfaktoren um.

Umrechnung der in den Quellen genannten Werte (eigene Rechnung, gerundet)
Angabe in der QuellemetrischQuelle der Angabe
6 Zoll erste Schichtrund 15 cmTITLE Boxing
10–12 Zoll je Schichtrund 25–30 cmTITLE Boxing
5–6 Pfund je Sandbeutelrund 2,3–2,7 kgTITLE Boxing
1 Gallone (Beutelgröße)rund 3,8 lTITLE Boxing
1 Fuß je Lagerund 30 cmHändler-PDF
205 Pfund Sandrund 93 kgLEKÄRO
250 Pfund mit Wasserrund 113 kgCentury Wavemaster
270 Pfund Fußrund 122 kgCentury XXL Wavemaster
190 Pfund Wassersackrund 86 kgAqua Training Bag
5–6 Gallonen Wasserrund 19–23 lKindersack im Feld

Bei Gallonen ist Vorsicht geboten, weil es zwei gibt: die amerikanische mit rund 3,8 Litern und die britische mit rund 4,5. Die Anleitungen in diesem Text stammen von amerikanischen Herstellern, hier ist die amerikanische gemeint. Bei Tassen gilt dasselbe; die Bleichmittelangabe von Century in amerikanischen Tassen steht deshalb oben bewusst ohne Umrechnung in Milliliter. Und bei Pfund ist der Faktor zwar eindeutig, die Rundung aber nicht: Wer 205 Pfund mit 0,45 statt 0,4536 umrechnet, landet bei 92 statt 93 Kilogramm, was für einen Standfuß gleichgültig ist, für eine Halterung mit knapper Lastangabe aber nicht.

Was man zum Füllen braucht

Die Hersteller nennen in ihren Anleitungen eine kleine Werkzeugliste, die sich je nach Bauart unterscheidet. Für einen Textilsack braucht es vor allem Material und Hände: TITLE Boxing nennt Kleidung als Grundmaterial, dazu Gefrierbeutel und Klebeband für Sandbeutel, Phantom das Verdichten mit flacher Hand und Faust. Für einen Wassersack braucht es einen Gartenschlauch und die Befüllhilfe, die Phantom beilegt, einen Schraubenzieher für das Ventil und eine Pumpe mit Nadel für die Luft, wie Aqua Training Bag sie beschreibt. Für den Fuß eines Standboxsacks braucht es Wasser oder Sand in ausreichender Menge und eine Möglichkeit, ihn durch die Öffnung zu bringen; RDX legt einen Trichter bei.

Ein Werkzeug fehlt in allen Anleitungen, obwohl es am meisten hilft: die Waage. Wer selbst füllt, weiß ohne Wiegen nicht, wo er gelandet ist, und die Halterung hängt an genau dieser Zahl. Ein Sack lässt sich vor dem Aufhängen mit einer Personenwaage wiegen, indem man sich einmal mit und einmal ohne Sack wiegt und die Differenz bildet. Bei einem Sandkern lässt sich jeder Beutel vorher einzeln wiegen; dann ist das Zusatzgewicht bekannt, bevor der erste Schlag fällt. Für einen Standfuß hilft die Waage weniger, weil er gefüllt kaum zu bewegen ist. Dort zählt man stattdessen die Säcke Sand oder die Eimer Wasser, die hineingehen; bei Säcken zu 25 Kilogramm, wie Leube sie als Lieferform nennt, ergibt sich das Gewicht aus der Zahl der Säcke.

Welche Füllung für welchen Zweck

Aus den Angaben der Hersteller lassen sich Empfehlungen für typische Fälle ableiten. Sie sind Folgerungen dieser Seite, keine Aussagen eines einzelnen Herstellers.

Reines Boxtraining, leichter Sack. Textil allein reicht. Ein Sack von 80 bis 120 Zentimetern kommt mit gepresstem Textil auf eine Größenordnung, die die Datenseite zu Gewicht und Länge für viele Einsteiger nennt. Kein Sand, kein Granulat, gleichmäßig gestopft.

Schweres Schlagtraining oder Tritte. Textil als Hülle, Gewicht aus einem Kern: Sandbeutel mittig oder eine Mischung aus Textil und Granulat, wie Phantom sie empfiehlt. Die Obergrenze der Hülle beachten und die Halterung danach auswählen.

Gleichmäßige Härte, einstellbar. Ein Wassersack, an einem Ort mit Temperaturen über null. Die Härte über Wasser und Luft regeln, wie Aqua Training Bag und Tunturi es beschreiben.

Standboxsack in der Wohnung. Der Fuß mit Sand, wenn der Hersteller ihn empfiehlt und das Gerät nicht oft bewegt wird; mit Wasser, wenn er wieder geleert werden soll. Bei Dripex ohne Saugnäpfe, wenn Wasser drin ist.

Garage, Keller, draußen. Kein Wasser in Fuß oder Sack, wenn es friert. Trockener Quarzsand im Fuß, Textil im Sack, eine Hülle, die Feuchtigkeit verträgt.

Ein Sack, der später schwerer werden soll. Ungefüllt kaufen, zunächst mit Textil füllen und Gewicht über Beutel in der Mitte nachlegen, solange Hülle und Halterung es zulassen. FIGHTR nennt mit 50 Kilogramm eine Obergrenze, die dafür Spielraum lässt.

Mehrere Nutzer mit unterschiedlichem Körpergewicht. Ein Wassersack, dessen Härte sich über Wasser und Luft einstellen lässt, ist die einzige Bauart, bei der die Hersteller eine Anpassung ohne Öffnen der Hülle beschreiben. Beim Textilsack bleibt das Gewicht nach dem Füllen fest.

Kinder. Kleine Mengen, dieselben Regeln: Textil im hängenden Sack, kein loser Sand; beim Standgerät die Füllmenge des Herstellers, bei Decathlon etwa 28 Liter Wasser oder bis zu 38 Kilogramm Sand, und bei aufblasbaren Geräten der Füllgrad, den der Hersteller vorgibt, bei Paffen höchstens die Hälfte Wasser.

Häufige Fehler beim Füllen

  • Loser Sand im hängenden Sack. Phantom warnt vor Härte und Verletzungen, ein Händler vor Undichtigkeit und Verklumpen. Sand gehört in verschlossene Beutel, mittig.
  • Zu große Schichten ohne Verdichten. Die Anleitungen nennen 10 bis 30 Zentimeter je Schicht und verdichten nach jeder.
  • Gewicht am Rand statt in der Mitte. Everlast setzt den Kern mittig und befestigt ihn; außen bleibt Textil.
  • Über die Obergrenze füllen. Bad Company und FIGHTR nennen Höchstgewichte; die Hülle setzt die Grenze, nicht der Platz.
  • Wasser im Fuß an einem kalten Ort. Rund neun Prozent Ausdehnung beim Gefrieren.
  • Saugnäpfe trotz Wasserfüllung. Dripex rät davon ab.
  • Wasserfuß randvoll füllen. Ohne Luftraum hat das Wasser beim Gefrieren keinen Platz, und Century warnt außerdem vor dem Überfüllen, weil die Mischung den Boden beschädigen könne.
  • Halterung nach dem leeren Sack wählen. Was zählt, ist das Gewicht nach dem Füllen.
  • Erst Material kaufen, dann rechnen. Die Obergrenze der Hülle und die Last der Halterung stehen fest, bevor das Material bestellt wird.
  • Füllangaben ungeprüft übernehmen. Sand geteilt durch Wasser sollte zwischen etwa 1,15 und 1,6 liegen; sonst nachfragen.

Angaben, die kursieren, aber nicht belegt sind

Wer zum Füllen von Boxsäcken sucht, stößt auf eine Reihe von Zahlen und Regeln, die in Suchergebnissen und auf Drittseiten stehen, sich auf den Seiten der genannten Hersteller aber nicht finden ließen. Für diese Seite wurden sie deshalb nicht übernommen. Sie stehen hier, damit Leser sie erkennen, wenn sie ihnen begegnen.

  • Bad Company zugeschriebene Regeln wie „kein Sand, wird steinhart“, „Textilien höchstens in DIN-A4-Größe“, ein Mischungsverhältnis von 70 Prozent Textil zu 30 Prozent Sand oder der Satz, Sand arbeite sich nach unten. Auf den abgerufenen Seiten von Bad Company standen sie nicht.
  • Eine Hammer zugeschriebene Angabe von 150 Kilogramm Wasser oder 180 Kilogramm Sand für einen Standboxsack. Die Herstellerseiten von Hammer ließen sich nicht abrufen.
  • Kilogrammangaben für Standboxsäcke von Maxxus. Die Herstellerseiten nennen nur, dass der Fuß mit Wasser oder Sand befüllt werden kann.
  • Eine Sandmenge von 85 Kilogramm für einen Dripex-Standboxsack und der Hinweis, Wasser könne unangenehm riechen. Beides stand nur in Käuferfragen oder Suchschnipseln.
  • Eine Century zugeschriebene Empfehlung, Wasser für alle außer den schwersten Schlägern zu nehmen, und ein Fassungsvermögen von 33 Gallonen. Beides fand sich auf den abgerufenen Century-Seiten nicht.
  • Ratschläge zu Frostschutzmitteln im Standfuß, mit Mischungsverhältnissen und Füllgraden. Sie stammen aus Foren, nicht von Herstellern.

Dass eine Angabe nicht belegt ist, heißt nicht, dass sie falsch ist. Manche dieser Regeln mögen sich in der Praxis bewährt haben. Aber wer eine Halterung nach einer Zahl auswählt oder einen Fuß nach einem Rat befüllt, sollte wissen, ob die Zahl vom Hersteller stammt oder aus dritter Hand. Der Unterschied zwischen beiden ist bei Boxsäcken größer als bei vielen anderen Produkten, weil so viele Angaben nur in Händlertexten stehen.

Was der Markt beim Füllen nicht liefert

Mehrere Angaben, die für das Selbstfüllen wichtig wären, fehlen durchgehend. Keiner der Hersteller nennt, wie viel Textil in Kilogramm oder Litern ein bestimmter Sack braucht. Keiner beziffert, nach welcher Zeit sich eine Füllung so weit gesetzt hat, dass nachgestopft werden muss. Kein Hersteller eines Wassersacks nennt einen Luftdruck. Und keiner der Hersteller hängender Säcke nennt, wie viel Kilogramm Textil, Granulat oder Sand für ein bestimmtes Gewicht nötig sind; die Volumenrechnung auf dieser Seite ist eine Näherung, die diese Lücke nicht schließt, sondern sichtbar macht.

Bei den Standfüßen fehlen meist die Liter. Außer RDX und Decathlon gibt kaum ein Hersteller an, wie viel der Fuß fasst; stattdessen stehen Gewichte mit unklarem Bezug da. Und beim Granulat fehlt jede Angabe zur Zusammensetzung. Auch zur Frage, wie sich Granulat und Textil auf Dauer vertragen, ob das Granulat durch Nähte rieselt oder sich unten sammelt, sagt kein Hersteller etwas. Das Händler-PDF, das Granulat in Beuteln empfiehlt, legt nahe, dass loses Granulat dieselben Probleme haben könnte wie loser Sand; ausdrücklich steht das dort nicht. Wer füllt, plant also mit Faustwerten und prüft mit der Waage.

Was helfen würde, wäre wenig: eine Literangabe für jeden Sack und jeden Fuß, eine Obergrenze für jede ungefüllte Hülle, eine Angabe, ob ein Gewicht den Fuß, das Gerät oder das Fassungsvermögen meint, und bei Granulat eine Angabe zum Schadstoffgehalt. Keine dieser Angaben wäre aufwendig zu ermitteln, und jede würde Käufern eine Rechnung abnehmen, die sie heute selbst anstellen müssen.

Was sich zu dieser Frage nicht belegen ließ

  • Eine Zeitangabe, nach der sich eine Textilfüllung setzt.
  • Eine Herstellerangabe zu Frostschutzmitteln im Standfuß.
  • Eine Herstellerangabe zu Algen im Wasserfuß.
  • Messwerte zu PAK in Gummigranulat für Boxsäcke.
  • Ob die REACH-Beschränkung für Granulat zum Selbstbefüllen gilt.
  • Das Schüttgewicht von Gummigranulat aus einem Datenblatt.
  • Warum Tunturis Boxpuppe mit Wasser schwerer sein soll als mit Sand.
  • Woher Hop-Sports Verhältnis von 1,8 beim HS-BB180S kommt.
  • Eine Herstellerangabe zu Reis, Mais oder Luft als Füllung hängender Säcke.
  • Ein Luftdruck für Wassersäcke.
  • Wie man einen mit Sand gefüllten Standfuß nach Herstellerangabe leert.
  • Eine Schüttdichte für Kies, wie Tunturi und Hammer ihn als Füllung nennen.
  • Ob Century für vier Geräte mit ungefähr 250 Pfund denselben Fuß verwendet.
  • Wie viel Textil in Kilogramm ein bestimmter Sack braucht.
  • Ob das Datenblattgewicht des Canvas-Sacks von Bad Company die Kette einschließt.

Die Quellen dieser Seite

Alle Quellen wurden am 3. Oktober 2026 abgerufen. Zitate geben den Wortlaut der Seite wieder, Umrechnungen sind gekennzeichnet.

FAQ

Häufige Fragen

Womit füllt man einen Boxsack am besten?

Die Hersteller füllen ab Werk mit Textilresten, Stoffstreifen oder Filz. Für mehr Gewicht nennt Phantom eine Mischung aus Stoffresten und Gummigranulat, Everlast und TITLE einen Kern aus Sand in verschlossenen Beuteln in der Mitte. Loser Sand gilt als zu hart.

Kann man einen Boxsack mit Sand füllen?

Lose nicht: Phantom warnt, Sand mache den Sack zu hart und könne Verletzungen verursachen. Verschlossen in Beuteln und mittig zwischen Textilschichten ist Sand dagegen ein üblicher Gewichtskern. Ein halb gefüllter Gallonenbeutel wiegt laut TITLE Boxing etwa 2,3 bis 2,7 Kilogramm.

Wie viel Füllung passt in einen Boxsack?

Bad Company nennt Obergrenzen je Länge: Canvas 25 bis 40 kg, Vinyl 50 bis 70 kg. FIGHTR gibt für die ungefüllte 120-cm-Variante bis zu 50 kg an. Als Zylinder gerechnet fasst ein Sack von 120 × 35 cm rund 115 Liter.

Wasser oder Sand im Standfuß?

Bad Company empfiehlt Wasser, Dripex, LEKÄRO und FITVEN Sand. Sand macht denselben Fuß um den Faktor 1,3 bis 1,6 schwerer, Wasser lässt sich ablassen, kann aber gefrieren und dehnt sich dabei um rund 9 Prozent aus.

Ist Gummigranulat als Füllung bedenklich?

Für Granulat auf Sportflächen gilt seit dem 10.08.2022 ein EU-Grenzwert von 20 mg/kg für acht PAK. Ob er für Granulat zum Befüllen eines geschlossenen Boxsacks gilt, lässt sich aus dem Rechtstext nicht ableiten; Messwerte für Boxsackfüllungen fanden sich nicht.